31 Dezember 2011

Ein Wunderbares 2012 Für Alle




 Es grüßen euch herzlich die großen Tiere des Hannover WinterZoo

und natürlich auch die kleinen... 



... und hier der geheimnisvolle Orakelblick auf den Flamingo - See  
und in das Neue Jahr! 




23 Dezember 2011

weihnachtliche Küchenstimmung



...ups... 

das ist ja noch ein Foto vom letzten Jahr!

Trotzdem...
Frohe Festtage 
für Alle ...




und mein Weihnachtszimmer ist auch schon dekoriert!














15 Dezember 2011

Neugeboren

Wieder und wieder fühle ich mich wie neugeboren...

Als ich angefragt wurde, ob ich zum Thema Neugeboren was beizusteuern habe, las ich im ersten Moment statt dessen „Neugeborene. Lag wohl an meiner Großmutterbrille.

„Ich fühle mich wie neugeboren“... den Satz können wir heute allgemein im Getriebe des Alltags wohl viel öfter hören als die Botschaft: „Wir haben ein Neugeborenes!“

Mit meinen Kindern, die ich einst zur Welt brachte, wurde auch ich ein jedes Mal neugeboren. Später, als meine Kindeskinder zur Welt kamen, nahmen mir meine Töchter die Arbeit ab, aber selbst bei körperlicher Abwesenheit fand auch für mich diese geheimnisvolle Transformation statt. Ich wurde als Großmutter neugeboren und ein jedes Mal dadurch erneuert, erweitert, gewandelt. Ich würde nicht fühlen, denken und handeln, wie ich es heute tue, wenn es nicht so wäre.

Jede Geburt ist nun mal wie der berühmte Flügelschlag des Schmetterlings der Chaostheorie. Sie ist das Epizentrum, der Moment der Wahrheit für die Nächststehenden. Denn nichts wird mehr wie vorher sein

Auch die betroffenen Angehörigen werden mit „neugeboren“. Selbst wenn wir das Ereignis ignorieren oder uns distanzieren, der Schmetterling entfaltet die Flügel und setzt eine neue Assoziationskette, genannt Zukunft, in Gang. Das gilt auch gleichermaßen für das Sterben, doch das ist nicht das Thema.

Es gibt in unserem Alltag wenige Neugeborene, wenn wir nicht gerade Hebamme sind. In jeder Sekunde werden zwar mehrere Kinder auf der Welt geboren und ebenso sterben davon Tag für Tag unendlich viele, bevor sie dazu kommen wirklich zu leben. Und auch wenn wir gelernt haben solche Tatsachen zu akzeptieren, ist es für mich immer wieder eine kaum fassbare Vorstellung.

Und wie sieht es in unserem beschaulichen westlichen Alltag aus? Wo es relativ wenige Kinder gibt und diese zumindest ein Auskommen haben, eine vorgeschriebene Bildung durchlaufen müssen und denen bis zu drei Jahren eine Mama zugestanden wird, bevor sich diese wieder in den Erwerbsarbeitsprozess einreihen soll?

Geboren werden ist einfach kein Thema unserer Tage. Wir haben uns an diesen gesellschaftlichen Zustand der Ignoranz gewöhnt, dabei wäre eine grundsätzliche, freundliche Kenntnisnahme von Neugeboren und Kindern allgemein dringend angesagt. Babys werden zwar heute in der Öffentlichkeit nicht mehr so geflissentlich übersehen, wie es noch vor Jahren der Fall war und bestimmt sind die Reaktionen in gewachsenen Strukturen eines ländlichen Gemeindelebens anders als in der anonymen Großstadt, doch wir wissen auch, dass es reale und virtuelle Räume in unserer Gesellschaft gibt, wo keine Kinder vorkommen, nicht vorgesehen, ja undenkbar sind oder auch durch uns besser fern gehalten werden.

Die erwachsene (Arbeits)Welt ist kinderfrei, wenn die Erwerbstätigkeit der einzelnen nicht gerade darin besteht, auf anderer Leute Kinder Einfluss zu nehmen. Und diese Tätigkeit kann ganz verschieden sein, z.B. als Lehrerin, Kindergartenfachkraft oder Marketingstratege. Kinder werden separiert gedacht und bis zu einem gewissen Lebensalter auch nicht wirklich als normaler Mitmensch behandelt.

… ich stelle mir gerade vor, ein Neugeborenes würde grundsätzlich öffentlich bekannt gegeben. Die Nachbarn der gesamten Straße, des Viertels, würden in ihr Bewusstsein die Information hereinlassen: Hier wächst ab sofort ein neuer kleiner Mensch heran und für den ich auch zuständig bin. Ich werde achtsam sein und in meinem Herzen und meinen Handlungen das neue Leben begleiten.Und statt Glückwunschkarten werden Gutscheine verschickt, die ein individuelles Hilfsangebot enthalten....

Ich höre lieber auf zu träumen. In unserer oft unerfreulichen Wirklichkeit wäre die junge Mutter von so viel Aufmerksamkeit wahrscheinlich überfordert. An der Stelle wird auch klar, ein solcher Paradigmenwandel im Umgang mit den Menschen, mit denen wir unseren Alltag teilen, lässt sich zu den jetzigen Bedingungen nicht eben mal umsetzen. Umso wichtiger ist unser aller Neugeburt.

Geborenwerden wird auch als „das Licht der Welt erblicken“ bezeichnet. Denn die Welt ist bereits da und wir sollten sie uns immer wieder mit neuen Augen ansehen, um auch neue Voraussetzungen für all die Neugeborenen und uns selbst schaffen. In meinem Leben gab es einige Aha – Erlebnisse und Erkenntnisse - beschert durch das Gefühl des NeugeborenSeins - das sich mir gerade bei jedem Kindeskind immer wieder so elementar, so überwältigend präsentierte.

Es ist das Besondere an der weiblichen Entwicklung, dass wir mit dem Eintritt in die Zeit des „Nach dem Muttersein“ eine neue Bewusstseinsstufe erreichen. Sie wird ja auch als die sogenannten Wechseljahre gekennzeichnet. Bis vor kurzem wurde dabei der Frau auch immer noch, ob ihrer beginnenden „Unfruchtbarkeit“, ein Unwertgefühl eingeredet. Ich denke jedoch, darüber sind viele inzwischen hinaus. Unsere wirkliche weibliche Fruchtbarkeit, die nicht nur aus dem Gebären können besteht, lassen wir nie hinter uns.

Das, was mit dem Wechsel beginnt, ist die Großmutterzeit, in der wir noch mal alles geben. Wir platzen nahezu aus allen Nähten mit unseren Erfahrungen - einem neuen und alten Wissen - und der Ungebundenheit von dem Jugend- und Paar-fixierten, engstirnigen Mainstream.

Vor einem Jahr schrieb ich in meinem Blog die Erinnerung* an einen bedeutsamen Tag auf:

…. und da stand ich vor dem Bettchen. Vor mir lag winzig und wie verloren auf weißem Grund ein Neugeborenes, mein erstes Kindeskind, die Tochter meiner Tochter. In mir brach etwas auf, was ich inzwischen fast vergessen hatte, was ich erledigt glaubte, was bis eben unvorstellbar schien. Mich überrollte eine goldene Flut des Erkennens und die Gewissheit: Das ist eines meiner Kinder.
Sie sah aus wie einst ihre Mutter und sie schien in meinen Arm zu fliegen. Es war alles wieder da: Die Glückseligkeit, ein klitzekleines Baby im Arm halten zu können! Ich konnte den unverkennbaren Duft von neuem Leben einatmen. Haut spüren wie sie nur diese ganz kleinen Menschen haben und ein Seidenpapier dagegen grobkörnig erscheint. Sie war mein Kindeskind und ich war ihre Großmutter.
Ich hatte nichts dafür tun müssen, außer fünfundzwanzig Jahren zuvor selbst ein Kind zur Welt zu bringen, es groß zu ziehen. Jetzt gab es diese Potenz meines Kindes...

Die Großmutterzeit, die Phase der Weisen Alten - so meine beglückende Erfahrung - beinhaltet ständig und in vieler Hinsicht das wunderbare NeugeborenWerden. Und sollte hier und da eine Großmutter sein, die das nicht so fühlt - das kommt schon noch! Werden wir also so oft es geht neu geboren...



(*es ist auch ein Ausschnitt aus meinem Vortrag Die Großmutter bin ich)

05 Dezember 2011

Kritik am Patriarchat und die Mütterliche Ordnung

Lebendiges Matriarchat Teil III
Kritik am Patriarchat und die Mütterliche Ordnung

Wir leben unbestreitbar im Patriarchat. Das ist die Bezeichnung unseres Gesellschaftssystems, die allgemein anerkannt ist und die in etwa die Herrschaft der Väter bedeutet, bzw. so verstanden wird. Folgen wir der (auch umstrittenen) Argumentation von H. Göttner-Abendroth, welche den Begriff Matriarchat als „am Anfang die Mütter“ übersetzte und die Epoche der Mütterlichen Ordnung nicht etwa als eine „Mütter-HERRschaft“ definiert, so könnten wir bei der Definition von Patriarchat durchaus in berechtigter Weise sagen: am Anfang die Väter. Was allerdings bedeutet hier Väter, beziehungsweise der Vater?

Die Vaterbezeichnung, die sich von dem einstigen Inhalt „Herr“ abgekoppelt hat, existierte nicht in der langen Zeit, vor der Epoche, die wir als Patriarchat bezeichnen. Der (patriarchale) Vater (als Benennung aber auch als Begriff), so wie wir ihn heute verstehen, ist eine Mischung aus (Er)Zeuger und doch immer noch als Herr über jene, die unter ihm angeordnet sind. Der fürsorgende Vater ist eine Erscheinung der Moderne. 

Wenn wir heute die sogenannte „soziale Vaterschaft“ in die Vergangenheit projizieren und alle Mutterbrüder als soziale Väter identifizieren, dann ist das  innerhalb der erweiterten Sippe auch nicht ganz verkehrt. Irgend einem Kind war der Bruder einer Mutter eben auch „Vater“ und versorgte somit anderer Brüder Kinder. Mit seiner Schwester Kinder war er immer noch mehr blutsverwandt, als mit dem Kind an dessen Entstehung er beteiligt war. 

Diese Anschauung einer matrilineare und direkte Verbundenheit ist uns heute völlig fremd geworden. Wir haben uns so an die totale Herrenmacht über das Kind und das Prinzip des Verursachers gewöhnt, dass wir eine Vorstellung wie: Kinder fallen unter die Verantwortung der ganzen Sippe, egal welches Spermium daran beteiligt war, einfach nicht zulassen können.

Wenn heute an allen möglichen Eckpunkten der Gesellschaft Patriarchatskritik betrieben wird, so kommen wir auch um die kritische Betrachtung des grundsätzlichen Vateraspektes nicht herum. Frau kann diese Art der Kritik über die eigene Befindlichkeiten formulieren oder aber immer wieder einen Schritt zurück zu treten und die gesellschaftliche Dimension zu betrachten, um darin die allgemeingültigen Muster zu erkennen. Und bestimmt wird eines Tages aus der Kritik ein Ausstieg aus dem Patriarchat. Was uns (und mit uns meine ich sowohl die einzelne, bewusst lebende, Mensch, ebenso wie die amorphe Masse der Gesellschaft) jedoch nicht der Mühe enthebt, das wirkliche, das menschliche soziale Näheverhalten als zukünftige „Matriarchatsbewohnerinnen“ erst wieder zu lernen. Und das wäre so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir heute so gewohnt sind.

  • Selber selbstverständlich ganz präsent zu sein, so dass sich unsere Angehörigen auch entspannt auf unsere Anwesenheit verlassen können.
  • Nähe ertragen, ohne die patriarchösen Vorurteile ständig abzurufen. (Die Menschen zu denen wir gehören und die uns angehören, die wir lieben und von denen wir uns geliebt wissen, werden im matrivialen Kontext auch morgen noch für uns da sein, körperlich und in Ruf und Sichtweite und nicht, wie wir es derzeit kennen, weit weg und nur in Gedanken bei uns).
  • Von den uns anverwandten Person alles zu erwarten und auch anzunehmen. Dabei gilt es das „Kindchenschema“ zu verlassen und nicht von zufälligen Liebespartnern die Leistungen zu verlangen, die uns die Welt bisher vermeintlich schuldig blieb, für die jedoch eigene Sippe zuständig war. In einem geborgenen Umfeld (in matrivivialen Strukturen) aufzuwachsen, bedeutet eben nicht, den spürbaren Mangel zu erleben, den wir heute alle so gut kennen.
  • Menschliche Geborgenheit, das heißt, schützende und vertrauensvolle Nähe, eine (nicht permanent sexualisierte) Intimität und unbedingte Verlässlichkeit ebenso im Alltag, wie auch bei außergewöhnlichen Vorkommnissen (Schicksalsschlägen oder großes Glück), könnten wir ohne Limit erleben. Denn wir sorgen selbst auch dafür, dass dieses für die (uns durch Geburt) Angehörenden dauerhaft spürbar ist. Ich bin überzeugt davon, dass vieles von dem nervtötenden und gefährlichen Männerverhalten entfallen würde, wenn Männer nicht von klein an der Geborgenheit und Gemeinschaft beraubt würden.
  • Ein deutliches Bekenntnis zur Mutter ablegen. Matrilineare Angehörigkeit als selbstverständlich begreifen. Den Begriff der Eltern wieder auf alle angehörenden Älteren umdeuten und die Herkunftssippe als mütterlich-weiblich sehen.

Ein solches bewusstes Leben zu führen bedeutet auch im Sinne einer natürlichen Mütterlichen Ordnung, einen eigenen Kodex zu leben. Was nützen einer Frau all ihre Künste, wenn sie diese nicht zum Wohle und Nutzen ihrer Angehörigen anwenden kann. Wir leben und wirken nun mal nicht allein.Unser menschliches Dasein macht nur in der Gemeinschaft einen Sinn. Sicher kann Mensch auch als Eremit im Wald oder als bindungsloser Single in der City leben. Doch auch der einsamste Mensch stammt ursprünglich aus einer Menschengemeinschaft und das ist nicht das Gleiche, wie die anonyme Gesellschaft, die als diffuse Normatierung unseren Alltag beherrscht. Die auf die Gemeinschaft der Angehörigen bezogene gegenseitige Versorgung bringt einerseits emotionale Zuwendung hervor, andererseits festigt diese Zuwendung und Fürsorge die Gemeinschaft. Es ist diese Wechselwirkung, welche die menschliche Mütterlichkeit, als ein Ausdruck von Lebensorientierung und -intelligenz zu der menschlichen Kompetenz überhaupt macht.