07 November 2006

Kommunikation I


Am Anfang war das Wort - das Wort zwischen Mutter und Kind!


Wieviel Kommunikation braucht der Mensch, die Frau im Kommunikationszeitalter?
Mit der Freundin habe ich mich über die weibliche Art zu kommunizieren unterhalten, über die Menge an Kommunikationseinheiten, die frau zur Verfügung steht und die auch angewandt werden wollen. Täglich!
Ich denke, es fehlt uns oft genug der tatsächliche tägliche Austausch. Nicht umsonst wird das Medium Internet begeistert von Frauen genutzt.
Es ist nicht immer leicht, unsere mehrtausend Kommunikationseinheiten real im Alltag unter zu bekommen (die neben dem gesprochenen Wort auch Gestik und Mimik beinhalten)?
Bei manchen Berufstätigkeiten kommt Frau schon auf ihre Kosten. Aber frau allein zu Haus kann auch schon mal austrocknen, die stürzt sich eben am Abend auf den heimkehrenden Ehemann, der dann eher maulfaul vor dem Fernseher hockt, denn seine 2000 Einheiten hat er meistens schon vertan.
Ob eine Frauengruppe einmal im Monat da wohl Abhilfe schafft?
Ich denke jetzt, da ich in seliger Stille an der Tastatur sitze, darüber nach, wie sehr mir/uns wohl das gesprochen und das ausgesprochene Wort fehlt. Wollen Frauen einfach nur Gedanken loswerden und Verbindlichkeit schaffen und wie wichtig ist uns das Feedback? Der weibliche Austausch hat Kultur geschaffen, nicht alle Erfindungen und Schöpfungen entstehen durch dumpfes männliches Brüten, wie uns immer wieder weisgemacht wurde und wird. Lebbare gesellschaftliche Regeln sind bestimmt weibliche Erfindungen.
Und wie war das mit den langen Winterabenden, wo die Frauen sich in den Spinnstuben trafen, beim Federn schleißen oder Erbsen und Bohnen pulen zusammen saßen. Und im Sommer gemeinsam aufs Feld gingen?
Irgendwann und das ist bestimmt schon sehr lange her, hat sich das unterschiedliche Kommunikationsbedürfnis der Geschlechter ja heraus gebildet und das ist nicht durch ‚das Weib schweige in der Gemeinde’ wieder verschwunden..
Als Mädchen habe ich noch einen kleinen Abglanz dörflicher Frauen - Kommunikationspower erlebt. Wie oft war ich beim Kartoffeln lesen, Rüben verziehen oder Kirschen pflücken dabei und mir klingen heute noch die Ohren, von all den Neuigkeiten und „Geheimnissen“ die da durch genommen wurden. Und so manche philosophische Grundlage habe ich von den handfesten Bauersfrauen mitgenommen.
Immer noch werden über die geschwätzigen Weiber Witze gemacht und oft genug wurden sie ungehalten zum Schweigen gemahnt. Dabei stoßen Männer einfach nur an ihre Grenzen.
Was ist der Kern meiner Aussage: wir habe den selbstverständlichen, den täglichen Kontakt mit einer Frauengemeinschaft quasi verloren. Mag hier und da die eine oder andere froh darüber sein, nicht ihr Leben mit Mutter, Schwester, Tante zu teilen zu müssen oder es gut finden in trauter Zweisamkeit den Lebensabend zu verbringen. Die Gefährtinnen fehlen uns. Es ist ein Verlust für die Frau dieser Tage, dessen sich kaum noch eine bewusst ist. Jede kämpft allein, jede hat es allein zu schaffen, jede will es auch allein schaffen. Und mit allein meine ich nicht die Abwesenheit eines Mannes, sondern die der weibliche Unterstützung, das Tragen von Mutter und Säugling in der Gemeinschaft, die Begleitung bei Übergängen und Initiationen

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