30 Juni 2014

Monatsrückblick...

 ... der Juni 2014 hätte auch größtenteils ausfallen können ...

Gelesen: 'Misogynie – Die Geschichte des Frauenhass' von Jack Holland und 'Die Bogenschützin' von Martha Sophie Marcus (meine Lieblingsautorin aus Lüneburg)

Gesungen: … das Singen war mir etwas vergangen...

Gehört: …. Tine Mai und Indila ...

Gesehen: … relativ wenig...nichts blieb mir im Gedächtnis hängen ...

Getrunken: … literweise Leitungswasser ...

Gegessen: … den letzten Spargel, viele Erdbeeren, knackige Kirschen vom Baum ...

Gekocht: … wenig und einfach - Pellkartoffeln und Quark, Gemüsesüppchen, Buchweizengrütze ...

Gebacken: … zählen Kartoffelplätzchen auch?

Gefreut: … über das skypen mit der Enkeltochter in Pittsburgh, Pennsylvania und über ein ganz besonderes Telefonat ...

Gelacht: … wenn ich mir recht überlege, hatte ich diesen Monat nicht viel zu Lachen … aber ich denke, mein sonniges Gemüt lässt mich nicht untergehen...

Geärgert: … über meine Sommererkältung, den Dauerschnupfen und meine entzündete Zahnwurzel ...

Genäht: … ich habe die Nähmaschine verliehen ...

Gestrickt: … keine Nadeln, keine Wolle, keine Geduld... lieber gezeichnet ...

Gekauft: … Geschenke... und eine lang gesuchte DVD (gebraucht) für mich ...

Gespielt: … mit Playmobil, draußen war einfach zuviel schlechtes Wetter ...

Gefeiert: … zweimal Enkeltochtergeburtstag - einmal sieben und einmal fünfzehn Jahre.... ach sie werden so schnell groß ....

Gefühlt: … Trauer um den verstorbenen Sohn einer Freundin ...

Geknipst: … ein paar Blüten und Blumen und nur einen gescheiten Sonnenuntergang ....

Das Motto des Monats: Auch 30 Tage Juni gehen irgendwann vorüber ...

... bis auf das Motto habe ich den Rückblick von Schäfchens Sandsack - Blog ... Danke!

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26 Juni 2014

schmerzlich















für Jonathan 2004 - 2014

Also, es war einmal eine Zeit,
da war ich noch gar nicht da. -
Da gab es schon Kinder, Häuser und Leut
und auch Papa und Mama,
jeden für sich -
bloß ohne mich!

Ich kann mir‘s nicht denken. Das war gar nicht so.
Wo war ich denn, eh es mich gab?
Ich glaub, ich war einfach anderswo,
nur, dass ich‘s vergessen hab,
weil die Erinnerung daran verschwimmt -
Ja, so war‘s bestimmt!

Und einmal, das sagte der Vater heut,
ist jeder Mensch nicht mehr hier.
Alles gibt‘s noch: Kinder, Häuser und Leut,
auch die Sachen und Kleider von mir.
Das bleibt dann für sich -
bloß ohne mich.

Aber ist man dann weg? Ist man einfach fort?
Nein, man geht nur woanders hin.
Ich glaube, ich bin dann halt wieder dort,
wo ich vorher gewesen bin.
Das fällt mir dann bestimmt wieder ein.
Ja, so wird es sein!

Michael Ende

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25 Juni 2014

nachdenklich

... gestern Nachmittag rief mich nach langer Zeit eine Freundin an. Vor etwa zwei Monaten hatte sie eine Brust-OP und nun plagt sie sich mit irrationalen Schuldgefühlen. Statt in Ruhe zu heilen, kämpft sie verzweifelt um Normalität und bezichtigte sich der Faulheit. Statt einfach anzunehmen, dass sie von ihrem Lebensgefährten gut versorgt wird, hadert sie damit, dass ihr selbst das Staubwischen schwer fällt. Zweimal in der Woche geht sie schon wieder wie zuvor zum Sport, obwohl sie hinterher fix und fertig ist... ich fragte sie vorsichtig, ob sie denn wirklich das eigene Wohl im Auge behält?
Am Abend, relativ spät, rief mich eine andere Freundin an und... wir sprachen über ihre Brust-OP – es war ein einziges Déjà-vu! Sie unternimmt hektisch dutzende Maßnahmen um zu gesunden ... nimmt zusätzlich Heilerin und Heilpraktikerin in Anspruch und rast weiter durch die Welt, ohne sich zu schonen, so wie ich sie schon immer kannte und ihre Arbeitstermine sind auch nur aufgeschoben und keiner wurde aufgehoben. Ich würde sagen: Beider Ziel ist, so schnell wie möglich wieder so zu funktionieren wie zuvor.
Und jetzt frage ich mich: was weiß ich über meine wahren Bedürfnisse? Was brauche ich in diesem Moment und in der Zukunft, um froh, zufrieden und möglichst heil zu sein? Wie sehr lebe ich mit mir im Einklang?
Bei beiden Frauen habe ich den Eindruck, dass sie nicht wirklich wissen, was sie brauchen ... was ihnen fehlt, mal abgesehen davon, dass ihnen ein Stück, ein nicht unerheblicher Teil, ihres Körpers genommen wurde...

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24 Juni 2014

traditionell

Heute morgen bin ich über einen Artikel zum Thema Rituale von Ulrich Greiner gestolpert und fand darin den Satz: "Man kann die Moderne als den Versuch beschreiben, ohne Tradition auszukommen und sich dem jeweils Neuen zu verpflichten."

Ist das so und was sind uns Traditionen wert?

... wenn von Traditionen und Konventionen die Rede ist, dann wirft man meist nur einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Und wenn ein eher konservativer christlicher Abendländler die Historie betrachtet, schafft er es meist auch nur ein paar Jahrhunderte weit. Als gäbe vor der Kultur der Christenheit keine von menschlichen Gemeinschaften gestaltete und erlebte Vergangenheit, wird das aktuelle mitteleuropäische Brauchtum zur (einzigen) Tradition erklärt. Die Rituale der christlichen Kirche scheinen dabei aus dem Nichts zu kommen (obwohl wir es bereits besser wissen) und sie garantieren den Benutzern opitimalen "spirituellen" Nutzen. Aber das tradierte und christlich aufgerüschte Volksbrauchtum fragt sehr wohl heute wieder nach seinen Wurzeln...

Die SommerSonnenWende - der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres - ist wieder ein gerngefeiertes und vielbeachtetes Naturereignis. Und das nicht ohne Grund - es war und ist eine traditionsreiche Festzeit, die interessanterweise in der umfangreichen Feierkultur des Kirchenjahrs keinen direkten Niederschlag findet. Ähnlich dem sinnenfreudige Fest Anfang Mai, heute als Beltane oder Walburgisnacht bekannt, wenn um den Vollmond das Frühjahr seinen klimatischen Hochpunkt erreichte. 

Welche Rituale auch immer rund um und während der alten Feste stattfanden, fast immer ist Feuer eine  Bestandteil der Gebräuche ... verliebte Paare springen Hand in Hand über das Sonnenwendfeuer, es gibt noch immer die Osterfeuer und in manchen Gegenden wurden zu verschiedenen Gelegenheiten Feuerräder zu Tal gerollt. An der Küste gibt es noch das Biikebrennen, wir stellen Lichter in ausgehöhlte Kürbisse und die Weihnachtszeit, welche als Quellcode die WinterSonnenWende hat, ist traditionsgemäß Kerzenzeit ... uraltes Brauchtum ist immer noch unglaublich vielfältig erhalten und nicht alles konnte von der christlichen Umgestaltung übertüncht oder gar ganz ausgelöscht werden...

so bilden sich auf den Relikten alter Bräuche immer auch neue Rituale. Vielleicht führt das Leben, bezogen auf die Natur, uns ohnehin immer wieder in den altbewährten zyklischen Ablauf, in unseren bunten Jahreskreis...

































Wolf Dieter Storl sagte in einem Vortrag: "... Rituale sind archaische Techniken, die Dinge bewegen, die den Geist bewegen, die die Seele bewegen, die auch eine Wirkung haben...


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23 Juni 2014

happy enden

... sicher kennt jede das Zitat: ...nach dem Happyend wird jewöhnlich abjeblendt... 
es kommt der Punkt, da ist die Geschichte auserzählt, da nimmt endlich alles eine glückversprechende Wendung und Märchen schließen mit der Verheißung "..und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage!"
Ich mag ja eher den Schluss: "... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!", das lässt viele schöne Möglichkeiten offen.

Wir brauchen und das nicht nur bei Erzählungen und Romanen, ab und zu ein möglichst gutes Ende, einen Zwischenstopp der aufgeputschten Gefühlslage. Ein nicht enden wollendes Drama bedeutet Dauerstress. Auch beim Geschichten erzählen (bzw. schreiben) ist es für den Leser (und auch für den Erzähler) frustrierend, wenn die unerfreulichen Wendungen so gar kein Ende nehmen wollen und die Normalität eines gediegenen Alltags sich nicht mehr einstellen will. Dauerstress macht krank, selbst wenn es ein vermeintlich positiver Stress ist.
Ein ununterbrochenes dramatisches Wechselbad der Gefühle, ohne dass zwischendurch (lange) Phasen der Entspannung in einem eher ruhigen Gleichmaß stattfinden, kann uns in einen Zustand von (sowohl positiver wie auch negativer) Euphorie versetzen, die wir vielleicht nicht als solche wahrnehmen. Denn das ist wohl das Problem, wir gewöhnen uns auch an Extreme, wenn uns (scheinbar) keine Alternative bleibt. Wir passen uns an und das muss nicht bedeuten, dass wir uns damit wohlfühlen und schon gar nicht wird es uns gut tun, es ist eher ein Überlebensreflex (siehe Stockholmsyndrom).
Die Weltliteratur liebt Dramen und Tragödien, unerfüllte Liebe und das meist hart erkämpfte Happyend. Nach Zeiten der Prüfungen und des Leids möchte all die Bitternis und das Unrecht endlich vorübergehen. Wir sehnen uns alle nach einem guten Ende.
Und genau genommen soll dieses Ende auch gar kein Ende sein, sondern ein Anfang – der Beginn einer endlich unbeschwerten Zeit. Eine Zeit, in der das grundlegende Lebensgefühl mindestens Zufriedenheit am liebsten jedoch (ein sanftes andauerndes) Glück ist. Wohl kaum wird eine ein pausenloses Feuerwerk der Glücksgefühle erwarten – das wäre unrealistisch und anstrengend - aber eine glückliche Grundstimmung wäre schön, um das zu tun was eine Mensch halt so tun muss, um auch weiterhin zufrieden durchs Leben zu gehen.
Das Happyend, auf das wir seit Kindheit an geeicht werden, geht immer mit der Vorstellungen von einer alles außer Kraft setzenden, romantisch-sensationellen und möglichst lebenslang dauernden Liebe zu einem – nein, zu dem – Partner einher, dem heißersehnten Märchenprinzen, dem Traummann, Mr. Right bzw. seine weiblichen Pendants. Wir können nur happy enden, wenn eine einzigartige Zweierbeziehung von nun an unser Leben bestimmt... ach ja!
Und hier vermischen sich nur zu gern Fantasie und angestrebte Realität. Die Literatur, die täglichen Serien, die Filme der Superlative machen es uns vor, wie unser Anspruch auszusehen hat - love for ever... unter dem tut es keiner mehr ... wobei heute mehr denn je die 'Liebe' (literarisch) auch lediglich als serieller Sexkonsum mit durchaus akzeptierten Gewaltkomponenten daher kommen darf.
Aber ein glückliches Ende kann viele Formen annehmen und die müssen, wenn sie gerade beginnen, nicht immer super-mega-spektakulär sein. Manchmal besteht das glückliche Ende auch daraus, eine dieser Wahnsinnsbeziehungen "überlebt" zu haben und endlich wieder frau (man) selbst zu sein... oder wir finden das, was wir eigentlich die ganze Zeit suchen … Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Zuwendung, gegenseitige Fürsorge in verlässlicher (artgerechter) Nähe...
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22 Juni 2014

schläfrig

... das fahle Licht, das heute aus einem eher grauen Wolkenmix und einer müden Sonne besteht, hat eine eigenartige Wirkung auf mich - es macht mich schläfrig und träge und lässt weder frohe noch beschwingte Gedanken zu ... stattdessen sehne ich mich nach einem heißen Kakao mit Sahne...
wir haben ja hier im gern mal kühlen Norden einen recht frischen und eher ungemütlichen Sommeranfang und wenn plötzlich morgen im Supermarkt wieder Pfefferkuchen stünden, würde ich mich nicht wundern...
aber zum Glück ist es noch lange nicht so weit...
ich gehe jetzt trotzdem ein Stündchen auf die Wiese nach den Kräutlein sehen und wenn ich nicht vom Winde verweht werde, bringe ich ein wenig Sonnenkraut* für meine Sommertee - Mischung mit...


* auch Johanniskraut genannt...

20 Juni 2014

Heidi die Schnucke





... so ist das, wenn die "Natur" uns wieder einholt...




19 Juni 2014

schnuckelig

Draußen jault heute ein kalter Wind... das ist die Schafskälte, meint meine Schwester. Na sie muss es ja wissen, schließlich lebt sie fast ihr ganzes Leben in der Lüneburger Heide und ist schon so mancher Heidschnucke begegnet. Ich bin ja in thüringischen Gefilden aufgewachsen und habe dort lange gelebt. In die weitgehend platte Heidelandschaft hat es mich relativ spät verschlagen.

Die Heide als solche gilt ja als eine der ökologischen Missetaten des Menschen. Einst soll die Landschaft normal bewaldet gewesen sein, bis Unmengen von Holz verbaut und zum Salzsieden verbrannt wurden... übrig blieb die Karstlandschaft mit dem lieblichen Heidekraut namens Erika, den vereinzelten Wacholdern und den genügsamen Schäfchen. Und morgen schreibe ich über 'Heidi, die Schnucke' das arglose Schäfchen, das keine Wölfe kennt...

















...das ist kein Schäfchen in der tristen Heide, sondern die kleine Stephanie im winterlichen Thüringen...

18 Juni 2014

singen

...bleiben wir noch ein bisschen bei der Kunst...
Kunst steht auch in unserem Sprachgebrauch für den Gegensatz zur Natur... wir erleben es in verschiedenen Begrifflichkeiten von künstlich über gekünstelt bis Kunsthonig.
Also hat der Mensch mit seinem Einwirken in die natürliche Abläufe von Anfang an eine künstliche Welt geschaffen? Aber ist Musik, Gesang und Tanz etwas, das in die Natur eingreift? Ist es nicht eher ein Ausdruck der Freude am Leben ... am Dasein?
Gesang ist heute eine Form, ein Zweig der Kunst. Mit der eigenen Stimme eine Zauberwelt entstehen lassen, ist vom rhythmischen Lalalala, das schon die Babys hervorbringen bis hin zur sensationellen Kunstfertigkeit einiger besonders Begabter, ein Teil unserer Menschlichkeit. Wir lieben Gesang und fast alle singen, wenn manchmal auch nur heimlich - unter der Dusche oder im Keller...
früher habe ich mit meinen Kindern bei der gemeinsamen Küchenarbeit gesungen oder wenn ich sie am Abend zu Bett brachte. Dann reimte ich auch gern selbst kleine Verslein und vertonte sie sogleich oder arbeitete bekannte Musikstücke ein bisschen passend fürs Kinderzimmer um. Vor der Musik bin ich nie in Ehrfurcht erstarrt... aber wenn heute meine Tochter die hohe Kunst des Gesangs zelebriert, dann hab ich doch manchmal ein wenig Gänsehaut...
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17 Juni 2014

gekonnt

... das, was wir heute als Kunst bezeichnen bzw. als den künstlerischen Ausdruck eines Menschen sehen, ist eine sehr frühe Begleiterscheinung des Menschen.
Manche tun so, als würde es Kunst erst geben, seit der Kunst- und Kulturbetrieb der Moderne die Vorgaben macht. Dabei ist das Bearbeiten von Materialien um mehr als nur einen praktischen Gebrauchsgegenstand hervorzubringen, die ursächliche Kunstfertigkeit und das gab es schon immer und das kann jedes Kind. Es ist die Zusammenarbeit von Geist und (individuellem) Körper - als Handfertigkeit um eine Figurine entstehen zu lassen oder mit der Stimme umzugehen um ein eigenes Lied zu schaffen oder um Töne zu kombinieren um auf einer Knochenflöte zu spielen oder die Wände einer tiefgelegen Grotte zu bebildern ... die Schnitzerinnen der Steine, die Gestalterinnen der bekannten Höhlenräume, haben uns sichtbare Artefakte hinterlassen - das ist für mich der Ursprung der Kunst und diese war und ist schon immer sehr individuell. Ihre Lieder von einst können wir nicht 'ausgraben', aber den Sinn für Musik haben unsere Ahninnen uns (in unseren Zellen) überliefert.
Die meisten der heutigen schaffenden und ausführenden Künstler sind eingebunden in eine Kunstindustrie. Da bestimmen konventionelle Standards den Rahmen, in dem sich ein Künstler zu bewegen hat und seine Arbeit muss zu vermarkten sein.
Kunst kommt von Können heißt es und damit ist nicht nur Talent oder Begabung gemeint, sondern auch die Möglichkeit der Ausformung ihrer Kunstfertigkeit. Und dazu braucht es Zeit und Gelegenheit zum Üben und Vervollkommnen und eine gewisse (gesellschaftlich) zugestandene Freiheit, auf welche die Durchschnittsfrau bis vor kurzem nicht wirklich zugreifen konnte. Dabei ist Kunst schaffen und schöpfen ein Körper- und Seelenanteil der Weiblichkeit... 


... ein zum Blogpost umgearbeiteter Kommentar von Stephanie Ursula Gogolin...

16 Juni 2014

miteinander sprechen


... eine meiner Töchter ist beruflich bedingt viel und oft auch lange auf Autobahn und Straße unterwegs und dann ruft sie mich an... da kann es schon mal passieren, dass wir ein bis drei Stunden telefonieren. Dann quellen die Neuigkeiten über - es wird an das letzte abgebrochene Gespräch angeknüpft und die aktuellen Ereignisse thematisiert, das Tun und Treiben und das Wohl und Wehe der Kinder kommentiert und die persönliche Seelenlage durchdrungen. Es ist selten, dass die Themen knapp werden.

Ich mache es mir derweil mit einem Käffchen gemütlich, surfe nebenbei im Internet oder krame in meiner Küche - schließlich haben Frauen ja das angebliche Multitasking - Gen. Und es geht auch ohne Headset, die Lautsprecherfunktion des Festnetzhörers tut es auch. Die intensive Unterhaltung läuft nebenbei. Würden wir beide zusammen in einem Raum oder in ihrem Auto sitzen, würden wir uns ja auch unterhalten.

Das miteinander Sprechen, sich zuhören, gemeinsam lachen oder sich auch einmal trösten, ist eine essentielle Wohltat, die sich Frauen schon immer gegenseitig angedeihen ließen. Das Selbstverständnis artgerecht sinnlicher, weil kommunikativer Nähe ist heute prinzipiell selten geworden. Schon von Kindheit an gibt es genügend Übungsstrecken in denen wir diverse, nicht artgerechte, Verhaltensweisen lernen, wie still zu sitzen und zu sein und uns statt dessen auf diverse fremdbestimmte Forderungen zu konzentrieren. Morgenkreis im Kindergarten, Mittagstisch, Schulstunden, Hausaufgaben, Vorlesungen, Arbeiten für den Chef, vor dem Fernseher hocken ... Mütter allein zu Haus können sich mit ihren Kleinen „unterhalten“ - ein erwachsener Austausch ist eher selten - da müssen sie warten bis der Mann nach Hause kommt. Und das „Schatz, wir müssen mal reden“ hat inzwischen Kultstatus und ist selten ein gutes Zeichen in einer Beziehung. Der alltägliche, quasi natürliche verbale Austausch, die angeregte und anregende Unterhaltung, das (weibliche) miteinander Arbeiten mit begleitender Kommunikation, ist so gar kein zentrales Anliegen in unserer Kultur...
und so kommt es, dass auch ich weitaus mehr telefoniere, als von Angesicht zu Angesicht mit meinen Angehörigen und Freundinnen sprechen. Aber besser telefonieren als gar kein Kontakt und mit der Enkeltochter im fernen Pittsburgh wird vorzugsweise geskypt...



...was frau nicht gleich morgens erledigt, kann bis zum Abend im Drange der Ereignisse untergehen... so gab es gestern, trotz aller guten Vorsätze keinen Post....

14 Juni 2014

nicht serientauglich

... nun habe ich den Entschluss gefasst, den Sommer über gleichmäßig und leichtfüßig meinen Blog mit Alltagsepisoden zu füttern und das wird für mich eine echte Herausforderung werden.
Ich führe ja ein recht beschauliches und wenig sensationelles Leben und habe meinen LeserInnen, die sich vielleicht hierher verirren, außer einem unspektakulärem Alltag nicht viel zu bieten ... aber, ist das nicht eigentlich normal? Wir alle leben alltäglich, wenn nicht gerade das Schicksal in irgendeiner Weise mittelbar oder massiv zuschlägt. Aber das ist meistens kein Alltagsmuster und früher oder später richten wir uns auch in einem veränderten oder limitierten Tagesablauf routinemäßig ein. Anders wäre das Leben ja kaum zu ertragen... auch Abenteurer brauchen zwischendrin Normalität.
Seit Jahren verfolge ich eine der Vorabendserien im Fernsehen (ich sag nicht welche) – kunterbuntes Familienleben von Drehbuchautoren erdacht, persönliche Irrungen und Wirrungen der Protagonisten vom Feinsten, unglaubliche Glücksfälle und zu Herzen gehende Verluste flimmern fast täglich über die Bildschirme (obwohl diese heutzutage höchst selten flimmern).
Ich würde zusammenbrechen, würden mich ständig solche Katastrophen beuteln, die den Alltag dieser erdachten, virtuell agierenden, Schicksalsgemeinschaft bilden: Missverständnisse, Intrigen, heimliche Machenschaften, Streitigkeiten und immer wieder flammende Liebe und brennender Hass. 
Kein Mensch würde sich für die Serie interessieren, wenn da nicht stets die Wogen der Emotionen hochschlagen und sich aus den unglaublichsten Affekten nicht ständig ein neues Desaster ergeben würde. Dazu kommen noch dramaturgisch bedingte Unfälle, Koma, Krankheit und Tod. Und ab und zu wird sogar ein Kind geboren, meist unter außergewöhnlichen Umständen versteht sich.
Aber die Trägerwelle der Storys ist das sich andauernde Verlieben der SerienheldInnen. Nach ein paar Jahren Laufzeit hat bestimmt schon jeder mal mit jeder mal geknutscht, geküsst, geschlafen und dabei seine aktuelle Beziehung zerstört... denn gegen die aufbrechende Gefühle ist "man" machtlos und die heutigen Parameter der Mainstreammoral gestatten, dass die Helden des Alltags jedem Gefühl nachgeben dürfen. Wie heißt es dann immer so arglos: man kann doch nichts dafür, in wen man sich verliebt! ... ich lasse das jetzt mal unkommentiert und wende mich wieder meinem, zwar unglaublich langweilig erscheinenden, aber höchst zufriedenem Alltag zu.... heute steht so gar nichts an...

Häuschen für Oma entworfen von Johanna 2005

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13 Juni 2014

Sommerpause


Die Sommerpause ... eine beliebter Zwischenstopp für Bildungseinrichtungen, manche Fernsehsendung und auch Permanentblogger, Vielschreiberinnen und Dauerposter....
was aber, wenn die Beiträge im eigenen Bloggeschehen seit einem Jahr eh schon spärlich tröpfeln und die Blogbetreiberin froh ist, wenn sie zwei Postings pro Monat hinkriegt ... da liegt es doch nahe die Sommerzeit zu einem Bloggerevent umzugestalten und (fast) täglich zu posten... mögen die anderen in der ganzen Welt Ferien machen, ich reise nach Bloggieland und werden sechs Wochen durchposten... oder vielleicht gar acht? Heute ist Freitag der 13. und Vollmond – eine guter Tag für den Anfang eines neuen Projektes... und ich habe bestimmt genug Themen... nur den Fußball werde ich wahrscheinlich auslassen...



08 Juni 2014

eine neue Bloggerin


Helene ist jetzt in Amerika!
Und sie verarbeitet ihre Erlebnisse als Au Pair in einer Pittsburgher Familie 
auf ihrem eigenen Blog ... was ich, als Großmutter, richtig toll finde.
Alles Gute und viel Spaß meine kleine Große!



01 Juni 2014

Stichwort: Patriarchat

... zu der Frage: " Und was könnten deiner Meinung nach noch die Gründe sein, dass der Mann versucht hat selbst zu "schöpfen"...?" schrieb ich folgenden Kommentar.
 

... das in die Kürze eines Kommentars zu fassen ist nicht einfach, aber ich versuche mal meine Theorie zu komprimieren...
Nicht die Entdeckung der Zeugungsbeteiligung (auch Vaterschaft genannt) und der daraus vermutete "Gebärneid", brachte letztendlich den gesellschaftlichen Wandel weg von der Natürlichen Mütterlichen Ordnung, sondern die ersten Raubzüge und die daraus erwachsende gewaltsame und skrupellose Vereinnahmung des Lebensraumes anderer indigener Gruppen (später Völker genannt).
Ich stimme hier auch, zumindest teilweise, der Theorie von James DeMeo (Saharasia ) über die Auswirkung der Wüstenbildung auf den menschlichen Lebensraum zu. Natürliche Veränderungen, wie extreme Klimaveränderungen, Naturkatastrophen und dann die ersten landschaftsverändernden Eingriffe in die Natur ihres Lebensraums durch die Menschen selbst, führten unter anderem zu einem Verlust an Nahrungsressourcen und Landschaftsidentität. Die Menschengemeinschaften gerieten unter den nicht zu ignorierenden Druck ihre ungestört bewohnten Entwicklungsräume aufgeben zu müssen. Liegt in ruhigen (sesshaften) Zeiten der weibliche Anteil der Gruppen zahlenmäßig eher über dem männlichen Anteil, kann durch (langanhaltende) Wanderungen (mit Fluchtcharakter) die innersoziale mütterliche Kraft, stark beeinträchtigt sein.
Auf der 'Flucht', vor was auch immer, verliert die weibliche Hälfte der Gruppe (vor allem bestehend aus Müttern und ihren Kindern) weitaus eher an Potential und braucht später beim erneuten "Ansiedeln" eine längere Zeit um wieder die optimale innere (mütterliche) Ordnung herzustellen. Gerade wenn ältere Mütter die Wanderungen nicht überlebten, fehlte der Gruppe ganz schnell auch mal, das praktische, aber auch das ethische Gedächtnis. Der doch eher wettbewerbsorientierte Mann braucht in der Regel das kollektive zukunfts- und lebenszugewandte, weibliche (sprich mütterliche) Korrektiv.
Für den konkurrenzorientierten Mann ist der essentielle Kontrollverlust, der mit Lebensraum-Veränderungen einhergeht, nicht unbedingt ein Anlass sich eine größere humane Kompetenz anzueignen, wie wir bis heute feststellen können. 

Die Impulse des männlichen Individuums zuerst selbst überleben zu wollen, können durchaus zu den (gewalttätigen) Männerhorden geführt haben, die den Grundstein zu ersten Männerherrschaften legten. 
Diese ersannen dann zur Unterfütterung und Rechtfertigung, vor sich selbst und anderen, die heute immer noch gut bekannten Vaterideologien - die uns als Religionen geläufig sind. Es sind jedoch wie gesagt ideologische Konstrukte und Theologien, die allesamt auf die ursprüngliche Rückbindung an 'Die Mutter' nicht nur verzichteten, sondern diese nach und nach verdrängten und vernichteten.
Diese Vaterrechtsvertretung betraf sowohl den jeweiligen privilegierten männlichen Erstplatzierten in der neuen hierarchischen Ordnung sowie Unmengen von männlichen Gottheiten bis hin zum monotheistischen omnipotenten Vatergott.
Der Vorsprung der Mobilität durch
Zug- und Reittiere zu Beginn der patriarchalen Verhältnisse begünstigte die (unnatürlich männerlastigen) Horde und unterstützte die hierarchisch strukturierte Herrschaftsform. Den Beginn von Terror können wir uns hier leicht vorstellen. Terror, das Ausüben von Gewalt zur Abschreckung, wurde zur gängigen Strategie und zur Prävention gegen Aufmüpfigkeit und natürliche Lebensart. Der nunmehr destruktive Mann erklärte sich zum Schöpfer durch Zerstörung der natürlichen Bedingungen und seiner Neuordnung durch Unterwerfung und Ausbeutung. 
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