30 März 2017

Der Beginn des Patriarchats


Der Beginn des Patriarchats setzte dem gemeinsamen Leben der Menschin mit ihres Gleichen ein dramatisches Ende und die Ideologen der Patriarchose arbeiten bis heute an der Vernichtung der 'Mutter'...

Oberflächlich betrachtet lebt auch der heutige Mensch in bezogenen Gemeinschaften, aber überwiegend nicht 'artgerecht'. Die matrifokale Bindungsgruppe, in der die Menschheit einst entstand, wurde vor etwa 10 bis 8 Jahrtausenden sukzessive durch eine pseudolinerare* Patrilokalität ersetzt. Über diesen langen Zeitraum hinweg bis heute tradiert man(n) die Big Family.
Jeder halbwegs privilegierte Mann strebte nun nach den dynastischen Vorbildern der Herrschaftsmachtvertreter ein eigenes kleines Imperium an. Der Schritt vom Klassiker der ländlichen und teilweise urbanen 'Großfamilie' hin zur separierten Kleinfamilie wurde jedoch erst im Industriezeitalter der heutigen Epoche vollzogen. Die Vorstellung, dass im Paläolithikum bereits 'Vater, Mutter, Kind' gespielt wurde, ist wissenschaftlich immer weniger haltbar. Die (durch "den Menschen" kulturell geschaffene) Vorform einer 'Gesellschaft' ging bereits mit den Anfängen der Patriarchose einher. Der Beginn der frühen patriarchalen Gesellschaftsform** steigert sich relativ schnell durch massive Gewaltspitzen, wie diverse Eroberungskriege und Regulierungsmaßnahmen zum Machterhalt. In den sogenannten Hochkulturen (ab Neolithikum und Bronzezeit) wurden sie zu durchorganisierten politischen Systemen, die wir als androzentriert und patri-ideologisiert beschreiben können. Diese Grundzüge sind bis heute wirksam. Die Übergangsphase vom naturgemäßen menschengerechtem (also evolutionierten matrifokalen) Kontinuum hin zum ideologisch ersonnenen und durch Religionen gestütztem Hoch-Patriarchat dauert quasi immer noch an. Verschiedene matrifokal lebende Menschengemeinschaften existieren nach wie vor - über die Welt verteilt und mehr oder weniger im Verborgenen.

(* pseudo weil nie ein Mann hundertprozentig sich seiner Vaterschaft sicher sein konnte...
(** die K. Marx als Sklavenhaltertum klassifizierte...


Die drei Säulen des Patriarchats sind

Das Gewaltpotential

Das Patriarchat entstand u.a. durch das Gewaltpotential, das ein einzelner Mann mit einer Waffe in der Hand darstellt bzw. das sich im Bündnis diverser maskuliner Interessenverbände zeigt. Darüber hinaus die (nicht naturgemäßen) Formen der Gewalt, die durch Herrschaft legitimiert wurden. Hier finden wir die innere Exekutive eines Herrschaftsbereiches (hier ist auch der Ursprung unserer heutigen Familie zu verorten, die aus der von einem privilegierten Mann beherrschten Hausgemeinschaft entstand) sowie die nach außen wirkende, stehende oder abrufbereite Militärmacht eines Herrschenden oder des Herrschaftssystem. Da das patriarchöse Gesamt- bzw. interne Gewaltkonzept auf nachhaltig kultivierter maskuliner Wettkampfsmentalität und gepflegtem Konkurrenzgebaren beruht, ist immer auch mit einem automatisch vorhandenem Gewaltpotential oppositioneller Gegner zu rechnen. Dazu zählen nicht nur von außen kommende politische Aggressoren, innerpolitische bzw. ideologische Dissidenten, sondern auch die, durch Unterdrückung entstandenen, kriminellen Subkulturen.

Der ideologische Mythos
der ideologische Mythos* baut sich auf der Erfindung dreier männlicher, im Naturgeschehen bisher nicht bekannter Figuren auf – der Heros, der Vater, der Gott – diese Einzelinstallationen und als Steigerung ihre Verschmelzung miteinander, bilden das essenzielle ideologische Gerüst der durchgängigen Patriarchose. Diese drei Komponenten, einschließlich ihrer Synonymitäten, definieren die bis heute gültige Darstellung des Mannes. Der ideologische Mythos ist die Basis der pan- und monotheistischen Religionen sowie politischer Staatsideologien und der des dadurch indoktrinierten Mainstream. Die Idee der Vaterschaft dürfte dabei noch immer die vorherrschende Rolle einnehmen, da die biologische Tatsache einer genetischen Beteiligung des Männlichem an neuem Leben, in der Moderne eine schwindelerregende Überhöhung erfahren hat. Waren die anfänglich Vaterinteressen im Sinne von Besitzdenken und die 'eigenen' Söhne als gezielt aufgezogene Verbündete zu verstehen, ist im Info-Zeitalter die Ideologie (auch im Sinne von Gehirnwäsche) zu einer in der Gesellschaft vorherrschenden Kraft geworden.

Das Wirtschaftssystem
Bisher jede Art von patriarchalem Wirtschaftskonzept baut auf dem Besitzdenken einzelner, machtorientierter Privilegierter auf: Besitz = Erhöhung des eigenen Selbst. Diese ego-bezogene männliche Intention, ging m.E. aus einem narzisstisch übersteuerten Selbsterhalt hervor. Besitz oder Eigentum ist eine vergegenständlichte kulturelle Absprache, die von den sozialen Gruppierungen anerkannt oder akzeptiert wird. Das begründete sich zum einen darauf, dass Gewaltanwendung zum Tagesgeschäft wurde und zum anderen auf der Neuerung, dass es anerkannt wurde Lebewesen zu besitzen einschließlich anderer Menschen. Des weiteren schufen Besitzende durch Zweckbündnisse, bei denen die Mitglieder am Besitz partizipieren oder selbst einen Anteil davon erwerben konnten, die ersten stabilen Wirtschaftssysteme außerhalb der bisherigen Subsistenz. Das so geschaffene soziale Gefälle baut sich auf der Unterwerfung und der nun systemimmanenten Unfreiheit und grundsätzlichen Ausbeutung der Frau auf sowie der Gruppe der unterdrückten, unterprivilegierten Männer, den Sklaven und Besitzlosen auf. Das alles bildete die Steilvorlage für unseren heutigen Kapitalismus und Imperialismus.

Das Patriarchat oder auch Patriarchose, ist die Gesellschaftsform in der wir uns bewegen
Wenn wir es genau nehmen, ist es sogar die einzige Gesellschaftsform, die es bisher gab und die den existierenden Menschengemeinschaften als übergeordnetes Zugehörigkeitsmuster übergestülpt wurde. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass im Verständnissinn von Patriarchat kein Matriarchat existierte.
Das vorpatriarchale Leben der Menschin, das den überwiegenden Teil des Menschseins ausmachte, können wir im Sinne des Lebenserhalts als ein 'sich selbstregulierendes Naturgeschehen' ansehen. In den menschlichen Gruppierungen wirkten zwar gewisse innere Regelungen des Miteinander (unsere menschenspezifische Strategie des Art- und Selbsterhalt) und diese Gepflogenheiten verbreiteten sich, quasi osmotisch, nach außen in die nahen Angehörigengruppen und zurück.
Es gab zu der Zeit jedoch keine durch Leitkultur gesteuerte Überorganisation. War das frühe Menschsein wie gesagt einfach ein Naturgeschehen, das in seinen anfänglichen und später bereits bestehenden Kulturformen bis noch weit ins Neolithikum reichte, begann mit dem Gewaltzuwachs einiger Androkraten der Siegeszug eines verhängnisvollen Gedankens, dem des alles bestimmenden Vaters, der per se als Heros geehrt und als Gott verehrt wurde. Der Vater "als Beginn allen Lebens" war jedoch nicht etwa die gute Nachricht, die sich auf Grund ihres Wahrheitsgehaltes verbreitete und etablierte, sondern eine erschreckend gewaltsam durchgesetzte Idee, die sich zu einem Jahrtausende lang wirkendem Schlüssel der männlichen Macht erwies.
Das reine Wissen um die Vaterschaft reichte längst nicht aus, um eine Vormachtstellung über Frauen und Kinder einzunehmen. Warum sollte ich als Frau, die in ihrer Muttersippe geborgen und gut aufgehoben lebt, mich den Vorgaben eines Mannes unterwerfen, nur weil er der Mitzeugende meines Kindes ist? Warum sollte ich ihn suchen und fragen, wie ich mit dem Kind umgehen darf? Warum sollte er überhaupt in einem Kulturgeschehen, dass noch seiner natürlichen Matrix folgt, „seinen“ (ungewissen) Nachwuchs für sich beanspruchen, wo doch die (durch Geburt verwandten) Kinder seiner Schwestern neben ihm in dem gemeinsamen Matrifokal naturgemäß aufwuchsen?
Zwar ist es ein evolutionäres Konzept, dass sich (bereits lange vor den Menschen) im Sinne des Arterhalts als eine Hetero-Kombination bewährte, also selektiert wurde, der Reflex jedoch, der die Geschlechter zwecks Arterhalt zusammenführt, ist keine permanente willentliche Entscheidung, auch nicht beim Männchen der Menschenarten. Das biologische Geschehen hat für den (Menschen)Mann kein Bewusstsein für den Nachwuchs, an dessen Zeugung er beteiligt war, vorgesehen (populär gesprochen, denn wie wir wissen: weder denkt 'die Evolution' noch handelt sie bewusst!)
Ein Mann der nicht ahnt, dass durch die Ausübung seiner Sexualität ein Kind entstanden ist, weiß einfach nicht um seine Vaterschaft. Und Millionen Jahre bis heute ist der männliche Part bei der Zeugung kein willentlicher Akt eines männlichen Individuum. Der Vater, wie wir ihn inzwischen verstehen, weil sozial festgelegt, ist ein kulturelles Konzept.

Das artgerechteste Moment im menschlichen Dasein ist das fürsorgende Aufziehen des Nachwuchses

Als die Cluster der matrifokalen Gemeinschaften, in denen sich die angehörige Nähebindung als das Überlebenskonzept der Mensch erwies, durch das Gewaltkonzept des beginnenden Patriarchat zerstört wurde, blieben zwar alle biologischen Voraussetzungen nach wie vor erhalten, es gesellten sich jedoch die ideologischen Regelwerke (Meme durch Furcht gespeist) in einem wachsendem Maße hinzu und begannen die natürlichen Überlieferungen im Bewusstsein und Handeln des (weiblichen) Menschen zu überschreiben.
Die gesellschaftlich immer ausgefeilteren Herrschaftssysteme verdrängte mehr und mehr das naturgemäße menschliche Kontinuum. Das größte Desaster, dass die Patriarchose anzettelte, war daher das Verändern des Naturgeschehen, in dem die Menschen lebten, in eine durch Vater-Herrschaftsmacht kontrollierte Zivilisation.
Durch das gewaltsame Herauslösen der Töchter, also der zukünftigen Mütter und weiblichen Überlebensgarantinnen, aus ihren artgerechtem Matrifokalen, bluteten diese aus. Dieses Metapher des Ausblutens macht deutlich, dass es sich hier um einen grausamen Akt der Gewalt handelte und keine natürliche (Langzeit)Entwicklung darstellt. Die freie Tochter der Muttersippe wurde geraubt, versklavt bzw. verheiratet und zur Vatertochter umetikettiert. Dabei verlor sie und ihre zukünftigen Töchter als Unterworfene des Mannes ihr naturgemäßes weibliches Geburtsrecht: die Female Choice.

Wenn ich mir das vorstelle, muss ich immer an eine Sequenz in dem Film "Jurassikpark" denken. Während der Vorführung eines Werbefilms für den Park, wird erklärt, wie die fehlerhaften Gensequenzen aus den Saurierrelikten durch Frosch-DNA ergänzt wurden um ein Saurierbaby zu erschaffen. Was im Film gelang - die gezielte Manipulation von Lebewesen - nahm seinen Ursprung vor langer Zeit, als aus der unbewussten Zeugungsbeteiligung des Männlichen sich der Menschenmann eine gezielte Züchtungsabsicht und -kontrolle erschloss. Die nunmehr im beginnenden Patriarchat eingeführte Male Choice ist eine Art anlaufendes Zuchtprogramm auf Menschenbasis. Der Mann sucht sich nach persönlichen (egoistischen) Kriterien eine (mehrere) Sexualpartnerin, die durch die oft radikale Abtrennung von ihrer matrifokalen Herkunft in eine tragische Abhängigkeit von diesem einen Mann (und seiner Patri-Family) geriet. Hier liegt die Ursache eines ganzen Bündels noch heutiger Probleme.
Der Heros – Vater – Gott – Kult kürt ein männliches Idol als Mittelpunkt des Alltagsgeschehens. Und bis heute wurde daraus als Prototyp eine Art Selfmademan, welcher der menschlichen Bindungsgemeinschaft scheinbar nicht bedarf. Natürlich trügt auch hier der Schein ... denn nach wie vor bedarf der Mann eines gut funktionierenden Background, der ihm auch weiterhin bis ans Ende seiner Tage reichende Fürsorge angedeihen lässt. Wenn es sich dabei auch nicht mehr um fürsorgende Bindungsangehörige handelte, sorgten doch die privilegierten Männer-Cliquen dafür, dass für sie und ihren Anhang ein flächendeckendes Versorgungspotential zur Verfügung stand, dass in seiner Ausweitung die "Gesellschaft" bildete, anonym und bindungslos. Heute überlebt ein Individuum (fast problemlos) in der anonymen Gesellschaft, darauf trainiert mit einem Minimum an Nähe und dem permanenten Mangel an Geborgenheit zurecht zukomme.

(* siehe auch http://www.doriswolf.com/wp/aus-dem-4-kapitel-die-verheimlichte-tragodie-einer-invasion-aus-vorderasien/das-patriarchat-entstehung/neu-die-total-verruckten-mythen-des-patriarchats/


„Der Mann ist im Grunde das Verlangen Gott zu sein“ (J.P. Sartre)

Mann und Gott - ist die unheilige Allianz, mit der das Männliche um seiner selbst willen alle Gipfel besteigt, alle Lande erobert, alles Leben unterwirft.



Fortsetzung folgt...
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16 März 2017

Keine Religion ist nur Glaubenssache...

Wer sich nur halbwegs in den Entstehungsgeschichten der gewaltsam installierten Androkratien auskennt, weiß auch,dass sich bereits die vor-antiken bzw. alttestamentarischen Religionen als reine Politideologie etablierten (da sie die Erklärungsmuster für die Herrschaftshierarchien lieferten).

Das einst herkömmliche Brauchtum aus der Alltagspraxis der bis dahin* matrifokal lebenden Menschengemeinschaften, können wir zwar bereits als eine religiöse Gepflogenheit werten, die als natürlich mündlich weitergegebene, langzeitliche Überlieferung die frühen, matrifokal angelegten Lebensgemeinschaften (Die Matrifokale) stabilisierten. Das weiblich gewichtete (intelligente), kulturelle Ritualgeschehen weist auf einen dedizierten spirituellen Umgang mit Naturgeschehen und Alltagsereignissen (der sogenannte Schamannismus) sowie auf Ahninnenkulte hin.

* zum Beginn der Patriarchose

Diese frühe Form des transzendenten Umgang mit den Erfahrungen des Zusammenlebens ist imho jedoch mit den späteren restriktiven und verbindlichen Regelwerken der androzentrierten Religionen überhaupt nicht zu vergleichen. Die pan- und später monotheistischen Religionsideologien sind bereits herrschaftsaffine Kreationen um den Machterhalt der Androkraten nachhaltig zu stützen. Die religiösen Praktiken bauten auf Vorschriften auf, die sich schnell bis zu einer geforderten Gesetzestreue steigerten, welche u.a. rigide Sanktionen bis hin zur Todesstrafe nach sich zogen.

Das erzwungene bzw. konditionierte Glaubenskonzept ist nicht mit Spiritualität (inner Geistigkeit des Menschen oder wie anderer Stelle Ines Fritz schrieb: eine Gehirntätigkeit) zu verwechseln. Denn an etwas „glauben“ ist keine so unschuldige Sache, wie manch eineR glauben mag. Hier findet in der Regel eine fremdbestimmte Indoktrination statt, die das Individuum vor die Wahl stellt durch das eigene gläubige Wohlverhalten das persönliche und kollektive Wohlergehen zu sichern. Im Falle des Zuwiderhandelns, also des Sündigens, findet ein Verstoß gegen die erlassenen Gebote statt und ist als Auslöser zu werten den Zorn des Gottes auf sich ziehen und damit auch der Gemeinschaft zu schaden.

Das Versündigen (auch wenn es in anderen Religionen vielleicht nicht so genannt wird) zieht im jedem Fall Sanktionen im Diesseits und/oder im Jenseits nach sich. Die meisten Glaubenskonzepte werden durch Angst bestimmt, was sich wiederum auch auf das Gesellschaftsverständnis oder die eigene Kritikfähigkeit auswirkt. Eine eigene gelebte Spiritualität ist in der Regel angstfrei und kreativ. Ein oktroyierter Glaube innerhalb von Religionsgemeinschaften ist in der Regel keine freiheitliche Entscheidung des Individuums. (Genauso wenig wie es überhaupt den sogenannten freien Willen gibt, aber das ist eine andere Geschichte...)

Die institutionalisierte Religionen sind unmittelbar in das patriarchale System eingebunden bzw. sie sind eine der tragenden Säulen der Patriarchose. Sie bilden zusammen mit anderen Denk- und Handlungsvorgaben den ideologischen Mythos des Patriarchats.

Wenn Frauen heute immer noch glauben als Hineingeborene oder als Konvertitin in einer der etablierten Religionen ein vollwertiges Mitglied dieser maskulin-patriarchalen Veranstaltung zu sein, dann ist das wohl eher ein Ausdruck des patriarchösen kollektiven Stockholmsyndrom. Die religiöse Gehirnwäsche unserer tradierten Kultur sitzt tief (ich selbst weiß auch hier aus eigener Erfahrung wovon ich spreche) und in Ermangelung unserer heutigen naturgemäßen Bindung an die prinzipielle Weiblichkeit ist das naive Festhalten an der göttlichen Vaterfigur einigermaßen verständlich, wenn auch bei dem heutigen gesamten menschlichen Erkenntnisstand kaum noch tolerierbar.


22 Februar 2017

Der 'Vater' braucht das Kind!

und noch ein wiederholter und etwas umgearbeiteter Beitrag (diesmal vom Mai 16):

„… erkennen wir unsere wahre Natur. In unserer etwas freieren westlichen Welt kommt sie langsam wieder an die Oberfläche.
Danke, liebe Gabriele, dass du auf diese entscheidenden Punkt hingewiesen hast. Unsere „Urnatur“ kommt eben immer dann zum Vorschein, wenn die Repression der patriarchalen ideologischen und konkret gewaltsamen Zwangsverordnungen an Wucht und Bedeutung in der Gesellschaft verliert.
Die Female Choice hatte sich, wie du schon nachgewiesen hast, ohnehin nie völlig unterdrücken lassen, was die Patriarchose einerseits unterlief, andererseits unendlichen vielen Frauen (und auch Kindern) das Leben kostete und heute immer noch als die Sünde schlechthin wider des Vatersystems gewertet wird. Das hat sich seit seinem Beginn bis heute zu der allgemeinen Androzentriertheit ausgewachsen, die sich immer noch in der Gesetzgebung, der Denkungsart des Mainstreams und den kulturellen Dogmen und Tabus der anonymen Großgesellschaft niederschlägt. Dazu gehört auch die sich hartnäckig haltende Behauptung "ein Kind braucht seinen Vater".

Hier setze ich an und behaupte, dass es in der Patriarchose schon immer (und nicht nur heutzutage) umgekehrt ist: Der 'Vater' braucht das Kind! - schließlich ist so ein kleines Menschenwesen oft genug seine einzige Anbindung in puncto Zugehörigkeit und Identifikation mit verwandten Angehörigen. Auch Väter sind letztlich verlorene Kinder der nicht mehr existierenden Mutter-Sippe. Es ist zwar ein hausgemachtes Problem der patriarchalen Strukturen, aber das Kind zu besitzen ist ein Schlüsselmoment des Patriarchats.

Der moderne kinderliebe und fürsorgende Vater agiert in der Beziehung zu "seinen Kindern" einen (evolutionär - berechtigten) immanenten Drang zur Teilhabe an der Geborgenheit einer Bindungsgemeinschaft aus. Heute steht ihm dazu nur eine (wohlwollende) Klein-Gemeinschaft zur Verfügung. Das Patriarchat bietet nun mal seinen Männern neben den privilegierten Machtoption für wenige (Alpha)Männer, nur noch das Kerngeschäft der Paarungsfamilie.
(siehe auch:  http://stephanieursula.blogspot.de/2015/11/das-in-die-pflicht-genommene-elternpaar.html
Nicht nur in diversen Diskussionen, auch in der Forschung oder den populärwissenschaftlichen Betrachtungen wird sich meiner Meinung nach zu sehr auf Vererbung und den Gen-Anteil kapriziert. Die patriarchale Denke zwingt uns ein Geschacher um das Kind auf. Dabei ist ein jedes unserer Kinder einfach nur ein berechtigtes Mitglied der Menschengemeinschaft, sowohl als Winzling wie auch ein paar Jahre später als Erwachsener. Das Gerangel wer den größten (pseudo-)berechtigten Anteil an einem Kind und damit (Verfügungs)Rechte über das Kind hat, sind Relikte der Patriarchose. Es sind nur ein paar Jahrzehnte her, dass die Zeit zu Ende ging in der dem Vater per Gesetz das ganze Kind „gehörte“ oder er es bei Nichtgefallen einfach nicht anerkannte bzw. aus Angst um seine individuelle Freiheit ignorierte. Im Patriarchat ging es nie darum dem Kinde durch den Vater Fürsorge angedeihen zu lassen. Das ist ein moderner Anspruch, der dem Vater nach seiner Entthronung als 'Herrn der Familie', als Ausgleich angeboten wird.

Die patriarchal determinierte Vaterschaft w
urde/wird als eine Art Verursacherprinzip angesetzt, dem zu Grunde lag/ liegt, aus "dem Schwängern einer Frau" das Recht abzuleiten über diese beiden Menschen, Mutter und Kind, verfügen zu können – auch das ist eine der Säulen des Patriarchats. Der 'Vater', also der an der Zeugung per Spermium beteiligte Mann, sah einst einen Vorteil für sich darin sein Kind und hier vor allem die Söhne, für seinen Clan, seinen Einflussbereich und bei entsprechendem politischen Rang für seine Wehrhaftigkeit zu rekrutieren. Das setzte voraus, dass die Frau und ihre Sexualität und Gebärfähigkeit, unter eine rigide Kontrolle gebracht werden musste, da derlei Maßnahmen (bis heute) die einzige Möglichkeit war, der „eigenen“ Söhne (und Töchter) einigermaßen gewiss zu sein. Der dabei entstandene Ehrbegriff mit dem heute noch kleine Jungs aufgezogen werden, wurde daher überall geltend gemacht und die unbedingt zu erhaltende Jungfräulichkeit der Tochter und die Verpflichtung zur lebenslange Treue und Keuschheit der Ehefrau, auch über die innere Privatheit hinaus, wurde zum grundsätzlichen Politikum erhoben. Nicht der prinzipielle (und evo-biologische) Wert eines Lebewesens, wie auch das des menschlichen Kindes, ist im patriarchalen Universum von Bedeutung, sondern die bloße quantitative Anwesenheit, seine Kampfkraft, seine Arbeitskraft oder sonstige Nutzbarkeit 

Leben ist ein unwillkürliches, sich selbst erhaltendes System und nur weil wir Menschen ein paar der möglichen Mechanismen erkannten oder glaubten durchschaut zu haben, stellen wir immer wieder Theorien auf, die direkt oder latent den Menschen in den Mittelpunkt der Evolution stellen. Als wäre "der" Mensch tatsächlich die so gern zitierte Krone der "Schöpfung". Es wird auf hohem ideellen Niveau philosophiert und leicht dabei vergessen, dass wir als Teil des Natursystems ein abhängiges Individuum sind, das im Falle 'Mensch' einer sozial eingestellten, also fürsorgenden Gemeinschaft bedarf. Denn das (menschliche) Individuum wurde einst in seine Bindungsgruppe hineingeboren und verblieb in der Regel in diesen Lebenszusammenhängen bis zu seinem Tod. Diese Grundeinheit einer naturgemäßen und damit artgerechten Fürsorgegemeinschaft ist eine Spezialität der Spezies Mensch und seines Lebenskontinuums ... ich nenne sie 'Das Matrifokal'.

Das Grundmuster des menschlichen Arterhaltes (in dem der notwendige Selbsterhalt integriert ist) finden wir nun mal in der Matrifokalität, welche auf ein Naturgeschehen, die Female Choice setzt. Matrifokalität bedeutet Matrilinearität und Matrilokalität als Basis vereint und diese beiden Begriffe sind hier nicht gesellschaftstheoretisch zu verstehen, sondern als Ausdruck des konkreten evolutionsbiologischen Daseins. Wir können es noch in den wenigen Gemeinschaften finden, die salopp „Matriarchate“ genannt werden. Das sind aber keine politisch konzipierten Kleingesellschaften (so sie wie heute klassifiziertwerden), sondern sie gingen aus den artgemäß homogen gewachsene Bindungs- und Fürsorgegemeinschaften hervor - mit einem Wort, es sind Muttersippen. Hier gab es keine Väter, sondern Söhne und Brüder.

Die heutige flüchtige Art mit Theorien umzugehen veranlasst mich noch zu einem Nachtrag:
...ich denke, wir sollten uns abgewöhnen in unseren Formulierung 'die Evolution' wie ein handelndes und denkendes Phänomen darzustellen, das womöglich noch eigene Interessen verfolgt. Als 'Evolution' bezeichnen wir u.a. die unwillkürliche Entwicklung des sich selbsterhaltenden Systems organischen 'Lebens', das zwischen den vorhandenen energetischen, chemischen und physikalischen (anorganischen) Parameter (die ebenfalls als Natur bezeichnet werden), stattfindet und sich ununterbrochen im Lebewesenuniversum unseres Planeten gegenseitig beeinflusst. Das Prinzip der Evolution ist das was auch die Chaostheorie thematisiert, dass sich innerhalb einer Komplexität mit jedem „Flügelschlag eines Schmetterlings“ ständig das Gesamtsystem graduell abwandelt und sich somit in einer ständigen durch nichts zu kontrollierenden, absichtslosen Veränderung befindet.
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01 Februar 2017

aufgebacken: Bis ans Ende aller Tage


...dieser (inzwischen überarbeitete) Beitrag wurde von mir bereits am 25.Oktober 2011 veröffentlich...

Wir sollten in all den Überlegungen, Diskussionen und Debatten „die Mutter“ immer bis zum Ende denken. Bis zum Ende ihres Lebens, bis in die Welt der Ahninnen hinein und bis zu den körperlich, geistigen und psychischen Verknüpfungen mit ihrem Kind.

Die Mutter ist eine Frau, die ein Kind austrägt, zur Welt bringt und es eine Zeit lang aufzieht - spätestens an dem Punkt scheint unser heutiges Verständnis zu enden. Oder noch schlimmer. Es ist als würde eine latente Forderung im Raum stehen, das sich Frauen wie eine Leihmutter begreifen sollen und nach der Geburt das Kind, fast wie ein Fremdkörper, möglichst schnell fit machen um ihm ein baldiges autarkes (eigenes) Leben zu ermöglichen. Das ist aber nicht menschenartgerecht...

Dabei kollidieren wir mit der absurden Tatsache, dass die jungen Mütter zuerst überhaupt anfangen müssen das Kind aufzuziehen und dabei richtig alleine sind, selbst wenn sie mit einem sogenannten Partner liiert sind. Es kommt zu dieser Gratwanderung zwischen dem gern zitierten: „...es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind aufzuziehen!“ und der modernen Aufforderung: „Mütter sollen nicht so tun, als wären sie als Bezugsperson des Kindes unersetzlich...“.

Zitat aus dem Buch „Der Mutterschaftsbetrug“ von Christa Mulack : „Diese isolierte mütterliche Randposition ist ein evolutionsgeschichtliches Novum. Zu keiner Zeit hat es jemals eine solche Vereinzelung von Müttern gegeben, die bei uns auch noch gepaart ist mit extremen Belastungen und Behinderungen. Selbst während der längsten Zeit patriarchaler Kulturen fühlten sich immer mehrere Menschen für die Versorgung des Nachwuchses verantwortlich...

Die meisten Beurteilungen zum Thema 'Mutter' kommen erst einmal von Menschen, die nicht nur nicht Müttern sind, sondern auch nie welche sein werden. Nicht ein Mann wird auch nur ansatzweise in der Lage sein wirklich zu fühlen und nachzuvollziehen, was Mutter werden für die einzelne Frau bedeutet und dass dieses auf besondere Weise ein unumkehrbarer Vorgang ist. Die Bedeutung der komplexen Prozesses im mütterlichen Körper und in der Verwobenheit mit ihrem Geist und ihrer Psyche, wird heruntergespielt und auf Ebenen verschoben, wo der Mann glaubt mitreden zu können. Und das Muttersein wird als eine vorübergehende Erscheinung gewertet – Sorry Jungs, aber in Wirklichkeit habt ihr keine Ahnung.

Und Sorry Mädels, das mütterliche Sein ist eine Lebensstrategie innerhalb sehr vieler Spezies und es ist daher eine weibliche Daueraufgabe bis ans Ende eurer Tage...

Ich höre bereits wieder einige aufjaulen, da es mit der momentanen political correctness nicht zu vereinbaren ist, solche Äußerungen zu tätigen. Dabei möchte ich wirklich niemanden in seinen Lebensplänen zu nahe treten. Frau ist heute glücklicherweise (wieder) in der Lage selbst zu bestimmen, ob sie Mutter wird oder nicht und das ist gut so.

Denn es geht mir hier auch nicht um ein ständiges Kindergebären oder die Tatsache, das Mutter und Kind auf eine sentimentale Weise mit einander verbunden sind, sondern darum dass da was im Körper einer Frau über viele Jahre hinweg geschieht. Es geht um das unmittelbare Zusammenleben mit Kindern und die Auswirkung ihrer Entwicklungsphasen auch auf die Mutter (nicht nur gefühlsmäßig oder wirtschaftlich auch körperlich-hormonell). Jede Mutter sollte wissen was ich meine. So manches was wir naiv unter persönlicher Erfahrung verbuchen, ist die Wahrnehmung eines biologischen Ablaufs und ist mit den Phasen des heranwachsenden Kindes verknüpft. Außerdem schließen unter natürlichen (und urtümlichen) Bedingungen die großmütterlichen Reaktionen nahtlos an und greifen ineinander. Einmal Mutter immer Mutter, ist eigentlich die menschliche Faustformel (ich beziehe mich dabei auf meine eigenen umfangreichen Erfahrungen und zusätzlich auf das Buch von Louann Brizendine „Das weibliche Gehirn“).

Die heutige Kultur, die vorherrschende Gesellschaftsideologie und die inzwischen auf alle übertragenen männlichen Werte, hindern Frauen pausenlos, auch die die es wollen, an einem tatsächlichen Muttersein.

Erstens ... gibt es für die einzelne Mutter keinen fürsorgenden, weiblichen Background mehr bzw. eine mehrere erwachsene Personen umfassende, angehörige Gemeinschaft (stattdessen wird Mann dazu abgerichtet diese Unterstützung als Einzelperson zu stellen).

Zweitens ... wird leider das Mütterliche Sein immer noch unter dem Aspekt des aktuellen gesellschaftlichen Mainstream gesehen und Frauen glauben an eine Zwangerschaft. Die totale patriarchale Abhängigkeit lässt auch kaum eine andere Einschätzung zu.

Drittens ... wird Mädchen (und Jungen) von klein an so was wie eine temporäre Mutterphase suggeriert: Die Mutter steigt vorübergehend aus ihrem bisherigen Leben aus, um sich eine Zeit lang um ihr Kind zu kümmern – das heißt, die Mutter ist nur all inclusiv verfügbar bis das Kind laufen kann; danach darf sie teilzeit zugewandt sein wenn es in den Kindergarten kommt und schon kaum noch, wenn das Kind zur Schule geht; spätestens ab der Pubertät des Nachwuchses ist Mutter die Letzte, die für die geistige und Herzensbildung der Heranwachsenden zuständig sein darf (allerdings hat sie noch die körperlichen Bedürfnisse zu versorgen).

Viertens ... fast alle glauben, dass diese Lebensweise gut fürs Kind und erst recht gut für die Mutter ist.

Fünftens ... Müttern, welche andere  Gefühle kommunizieren, die nicht mit dem gesellschaftlichen Dogma übereinstimmen, wird ein schlechtes Gewissen gemacht. Die (gesellschaftlich verordnete) Freiheit ihrer Kinder (die heutzutage durchaus auch Gewalt, Drogen, Kriminalität oder Prostitution beinhalten kann) hat ihnen über alles zu gehen, egal ob das Kappen der Geborgenheit vernünftig ist. Erfolgreiche Erziehung wird gleichgestellt mit früher Unabhängigkeit es Nachwuchses und dem Verlassen der Herkunftsfamilien.

Sechstens ... es existieren keine matrifokalen (Schutz)Gemeinschaften für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Siebtens ... heutige Mütter leben in dem Muss des vorauseilendem Gehorsam. Alles was das Kind aus der mütterlichen Geborgenheit hinausführt, wird selbstverständlich von der Mutter selbst rechtzeitig angedacht und von langer Hand vorbereitet – ein gutes Beispiel für diese Art des Funktionieren ist das Anmelden eines Kindergartenplatzes noch vor der Geburt.

Achtens ... junge Mütter besitzen in einer Vielzahl der Fälle keinen innigen und hilfreichen Kontakt zu den eigenen Müttern und Großmüttern.

Neuntens... die grundsätzlich gravierende Entfremdung von Mutter und Kind wird kaum auf der persönlichen, noch auf der gesellschaftlicher Ebene registriert oder als bedenklich wahrgenommen.

Die Muttersippe (Das Matrifokal) ist auch im Patriarchat immer vorhanden, da es sich hier um die natürliche matrilineare Konstellation im Menschendasein handelt. Wir können verdrängen oder vergessen, dass die Mutter die Garantin des Lebens ist und wir können sogenannte männliche Blutslinien und Abstammungen Jahrhunderte lang als gottgegebene Norm ansehen, das ändert nichts daran, dass für jeden eine reale mütterliche Vererbungslinie besteht, die Tiefen der menschlichen Vergangeheit reicht.


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30 Januar 2017

Patriarchtslogik

... und heute mal ein Querverweis auf den Blogbeitrag einer Freundin, der manche wesentlichen Merkmale der uns alle plagenden Patriarchose im Sinne der so dringend notwendigen Aufklärung erläuternd zusammenfasst:

Patriarchatslogik Oder: Das Patriarchatsbullshitbingo
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27 August 2016

Der patriarchale Urknall oder die Kultivierung des psychopathischen Narzissmus

Psychopathen begegnen uns recht oft als empathische und charmante Narzissten, die virtuos ihr ebenso soziopathisches Equipment, bestehend aus Eigennutz, Gefühllosigkeit, Gemütskälte, Gemeinheit und sogar Grausamkeit einsetzen, um sich zu profilieren und dabei ihre Umwelt kontrollieren oder auf Kosten anderer ein elitäres Leben zu führen. Hier ist nämlich nicht der offen gewalttätige psychopathische Kriminelle gemeint, der früher oder später seine Tage im Knast verbringt oder seine inhumane Präferierung in militärischen oder wahlweise terroristischen Modulen auslebt, sondern der im Alltag brillierende skrupellos-geniale Karrierist und Machtmensch, der sein Umfeld gekonnt einwickelt und gegebenenfalls über Leichen geht.

Ein Mensch, der sich an allem und jedem bereichert, sowie aus Machtspielchen oder Größenwahn - Projekten nicht nur einen Nutzen, sondern selbst noch sein Vergnügen zieht.

Meist sind sie die (unerkannten) Energievampire, die fast jeder gern füttert, besonders Frauen. Man bzw. frau kann sich oft deren scheinbarer und vorübergehender (siehe sogenannte Heiratsschwindler) Bedürftigkeit nicht wirklich entziehen und fühlen sich geschmeichelt helfen zu können. Ihr Wunsch sich unentbehrlich zu machen, kommt dem Initiator entgegen, der auf willige Paladine angewiesen ist, um sein Wohlergehen zu gewährleisten oder seine Pläne umzusetzen. Der intelligente Psychopath macht Menschen von sich abhängig (hier finden wir auch den, plötzlich nach der Hochzeit prügelnden Ehemann). Er ist der geborene Herrscher über Gutgläubigkeit, Ängstlichkeit, naiven (Gott)Vertrauens und emotionaler Unterversorgung seines Gegenübers. Er fühlt sich als König der Welt und manchmal wird er es auch.

Da also psychopathologische Erkrankungen natürlich sind, wären diese auch für das gesamte Tierreich normal und man könnte sich fragen, hätten sie ähnliche Auswirkungen? Für manche fällt die Entstehung der patriarchösen Kultur in den Menschengemeinschaften unter eine 'natürliche' Entwicklung. Ich sehe das etwas anders. Denn das würde ja bedeuten, es könnte bei jeder ähnlich intelligenten Tierarten früher oder später vorkommen, dass das maskuline Geschlecht als Unterdrücker auftritt! Demnach könnten auch andere Säugetierarten innerhalb der eigenen Spezies in maskulinen Cliquen auftreten und sich in gewaltsam durchgesetzten hierarchischen Strukturen etablieren. Wie der Menschenmann würden sie mit dem Instrument der Unterdrückung schwächere Lebewesen nicht nur dominieren, sondern ein dauerhaftes männlich zentriertes System ausbauen und in maskuliner Linie vererben (genetisch). Nähme dann also derlei Geschehen seinen Lauf, würde sich wie beim Menschen ein kriminelles sowie gewalttätiges, also gemeinschaftsschädliches Verhalten einstellen? 

Ein psychopathischer Schimpanse oder Bonobo könnte sich also auch zum Affenkönig aufschwingen, eine stehende Armee aufstellen und die Weibchen in eine Art Zuchtharem überführen? Wohlgemerkt als 'natürliche' nicht als kulturelle Entwicklung.Die Frage ist also: wo endet hier die Natur und wo beginnt die Kultur? Wie ginge eine andere Spezies damit um? Würde so ein repressives Verhalten der Machtübernahme innerhalb der interagierenden Gruppen toleriert oder gar so gefördert, damit das bisherige naturgemäße und artgerechte Gebaren sukzessive dadurch (gezielt) verändert wird und würde die Spezies das überstehen?

Müssen wir täglich damit rechnen, dass sich z.B. psycho- und soziopathische Menschenaffen, intelligente Delfine oder auch naheliegend, Elefantenbullen mit ähnlichen (Charakter)Störungen zusammentun und dann versuchen die Kontrolle über die Horde bzw. Herde an sich zu reißen, wie es beim männlichen Menschen vorkam und immer wieder vorkommt? Werden sie innerhalb der eigenen Spezies den Alltagsablauf gewaltsam kontrollieren und bestimmte, beispielsweise weibliche, Individuen tyrannisieren und dauerhaft gefährden? Oder sind sie noch nicht so weit, wenn weil es ihnen an einem kulturellen Ambiente fehlt? 

Ab wann also greift die evolutionierende Natur und bringt auch bei anderen Spezies narzisstische Psychopathen hervor, die immer wieder versuchen die Gesellschaft, Pardon, die Horde oder Herde zu beherrschen, bis es ihnen gelingt ähnlich der (patriarchal orientierten) Menschengesellschaft die Kontrolle über das  Alltagsgeschehen despotisch durchzusetzen? Ist es tatsächlich nur eine „natürliche Entwicklung“ oder ist der Mensch auf Grund seiner selbst kreierten kulturellen Disposition ein besonders störanfälliger Ausnahmefall im Tierreich?

Entscheidend ist für mich die Frage: was war zuerst da – ein angenommener (natürliche) Drang die eigene Art anzugreifen und u.U. auszurotten, weil man die (jetzt männlich gesteuerte) Ingroup über die (als Bedrohung empfundene) Outgroup stellte? Oder weil Mann sich in seiner Selbstherrlichkeit sprich in seinem individuellen und maskulinen Selbsterhalt bedroht fühlte, aber dabei unabdingbar für sich die Basisversorgung (der Ingroup) erhalten muss?

Vielleicht sind aber beide Varianten auch dasselbe! Denn der entsprechenden kulturellen Evolution ging bereits die Entwicklung von Jagdwaffen voran, die zu Vernichtungswaffen weiterentwickelt wurden. Hinzu kam später die erhöhte Mobilität durch Zuchttiere, hier besonders des Pferdes. In beiden Varianten stecken wir bereits bis über beide Ohren im Beginn der nachhaltigen Patriarchose.

Ist das Entstehen von psychopathologischen 'Erkrankungen' oder Störungen vergleichbar mit einer Grippe oder einer anderen Erkrankung des Körpers? Oder ist eine gefährliche Häufung der narzisstischen Störung, die ihren Ausdruck auch in gewalttätigem Verhalten hat, auf ein entsprechendes Umfeld zurückzuführen, das neben der gesellschaftlichen Akzeptanz von Gewalt durch die Gewalttäter oder auch Geiselnehmer, selbst und zunehmend durch die Hilflosigkeit der dem Stockholmsyndrom anheim gefallenen Opfer gefördert wird? Wie viele Narzissten, Soziopathen und Psychopathen, beherrschen allein inzwischen unsere Wirtschaft oder profilieren sich als Ideologen, Religionsführer und Herrschaftspolitiker?

Es ist daher ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte bestimmten Menschenmännern immer wieder gelungen erst das äußere Umfeld, bestehend aus ihnen gefährlich erscheinenden Outgroups, durch Bekämpfen zu unterwerfen oder ganz zu vernichten und damit ihre Welt (während ihrer Lebenszeit) zu kontrollieren. Später übernahmen dieses Konzept 'des optimierten Selbsterhaltes' der Männercliquen die innere Kontrolle der sozialen Matrifokal-Gemeinschaft durch Ideologie und religiöse Intoleranz sowie Ignoranz. Die naturgemäße matrifokale Ingroup verlor schlicht weg ihre Basis der inneren und äußeren Freiheit. Der bis dahin tradierte Alltag erlosch endgültig (in der Praxis und auch in der kollektiven Erinnerung) und andere, androzentrierte, Traditionen wurde installiert. Das artgerechte Konzept der weiblich-mütterlichen Ordnung fiel der rücksichtslosen, patriarchalen Geiselnahme anheim. Das Gefüge des naturgemäßen und bereits kulturgeformten Matrifokals wurde durch die androzentrierte Zivilisation überschrieben bzw. gegen Machtformationen, beherrscht durch Väter und deren Söhne, ausgetauscht.

Die gewaltsam durchgeführte und oft dauerhafte Trennung der konsanguinen* Mutter-Tochter-Schwester-Bindungen sowie der daraus entstehende Unterbrechung der Überlieferungen des menschenartgerechten Kontinuum, ebnete den kontrollbesessenen maskulinen Vertretern der psychopathisch initiierten Patriarchose endgültig den Weg in die Gesellschaftsform des etablierten Patriarchat. Diese gesamte Entwicklung ist ohne den Einsatz von Waffen und willigen Gefolgsleuten der jeweiligen Herrscherkaste nicht vorstellbar. Waffen sind die Errungenschaft einer bereits androzentrierten und damit einseitigen Kultur. Das, Töten und Versklaven einschließende, Beherrschen von blutsverwandten** bzw. untertanen*** Angehörigen (hier finden wir die gesamte Weiblichkeit) wurde zur gesellschaftlichen Norm.

Dieser Art des männlichen Selbsterhalts liegt ein männlicher Kontrollwahn zugrunde und ist die blanke Selbstsucht. Und er initiierte und förderte dramatisch die Un-Geborgenheit des Individuums in diesen neu definierten Sozialstrukturen. Wir können den Auftakt der Patriarchose als den Beginn einer permanenten Geiselnahme des Lebens definieren (als kriminelle Handlung mit weitreichenden kollektiven Auswirkungen wie Kriege, ideologischer Unterwerfung, extremer Mütterentwertung und die, zum Teil verdeckte, Versklavung der Frau bis heute).

Diese Art der Geiselnahme der einst friedfertigen Urgemeinschaften brachte nicht nur als kollektives Merkmal das typische Stockholmsyndrom hervor, sondern erwies sich auch bis heute als der ideale Nährboden für jede Art von psychopathologischen Störungen. Allerdings zog sich diese an Gewalt und Kontrolle orientierte Entwicklung über einige Jahrtausende hin und sie ist bis heute nicht abgeschlossen. Von einem Postpatriarchat kann also noch keine Rede sein.

Immer wenn in relativ friedlichen Zeiten sich langsam die Tendenzen des naturgemäßen Agieren der Frau, die Female Choice und selbstverständliche Mütterlichkeit Bahn bricht, kommt es zu einem, oft sehr heftigen, Backslash in der patriarchalen Gesellschaft. Wir können es gerade wieder beobachten und müssen meiner Meinung nach sehr wachsam sein, dass die naturgemäße Freiheit der Frau, die sich gerade unter den derzeit humanen gesellschaftlichen Bedingungen wieder entfaltete, nicht zerschlagen wird. Zum Beispiel durch die rigide und rücksichtslose Struktur einer penibel kultivierten gewaltbereiten Ideologie (und den theistischen Vater-Religion) mit ihren eindeutig sozio- und psychopathischen Zügen.

Wenn wir also diesen Überlegungen folgen und heutige Erkenntnisse und Erfahrung damit abgleichen, gibt nur noch in den Enklaven der matrifokal lebenden Großgemeinschaften (noch existierende indigene Volksgruppen) und in wenigen individuelle Nischen nicht nur die einzigen freien Frauen, sondern auch keine machtbesessenen Psychopathen.

Und abschließend zitiere ich dazu Gabriele Meixner (siehe Anne Beck auf FB): »Für uns heißt Leben: keine Gewalt. Für uns heißt Leben nicht: Macht über andere Lebewesen sondern Macht in uns, Macht des Seiens, Macht der Anwesenheit.« Diesen viel zitierten Satz schrieb Erika Wisselinck in ihrem Buch »Frauen denken anders« (1984)

* verwandt durch Geburt in mütterlicher Linie
** z.B. eigene Kinder, die der Macht oder Willkür eines Vater/Herrschers unterworfen sind...
*** sogenannte Ehefrauen, die Mütter der Kinder, die einem Vater/Herrn zugeordnet sind sowie andere weibliche Untertanen, die für das Wohl des Herren und seiner männlichen Verwandten und sonstigen Verbündeten zu sorgen hatten/haben. Der Spielraum der persönlichen Entfaltung, der weiblichen Mitgliedern einer Hausgemeinschaft oder einem anderem Einflussbereiches eines privilegierten Mannes zugestanden wurde, war stets der Willkür oder Gnade des jeweiligen Vaters/Herrn/Herrschers anheimgegeben…

Stephanie Ursula Gogolin

12 August 2016

… wir machen alle mal Fehler!

In unserer komplexen Welt beruhen wirkliche Fehler in der Regel auf mangelnder Information oder individuellem Ungeschick, gern auch „menschliches Versagen“ genannt.

Versuch und Irrtum
In der heutigen Informationsgesellschaft, ist Ahnungslosigkeit und Nichtwissen eine ganz schlechte Entschuldigung und schützt sozusagen vor Strafe nicht. Da richtet sich ein gnadenloser Blick auf alle Loser und Naiven, die daherkommen und denken, sie können einfach mal was ausprobieren und wenn es schief geht, erneut versuchen. Im Arbeits- und Wirtschaftsleben ist für Fehler einfach kein Platz und keine Zeit. Wer einmal Fehler macht, dem traut man nicht mehr und der ist ganz schnell weg vom Fenster. Allerdings halten unsere Wirtschaftsstrippenzieher, wie die Generation Praktikum weiß, gern auch die Arbeitswilligen hin und suggerieren den Betroffenen, es wäre ihr Fehler, dass sie immer noch keinen ordentlichen Job bekommen.

Im privaten Bereich jedoch liegen die Dinge, sprich die Feherquote, ganz anders. Da setzen wir ja auch mit unserer Fehlerfreudigkeit nicht die Gewinne oder die Produktionsmittel der Arbeitgeber aufs Spiel, sondern schaden nur uns selbst oder den uns Nahestehenden. Als Privatperson ist es scheinbar ein Privileg Fehler machen zu dürfen. Da heißt es: „... lass mich bitte meine eignen Fehler machen!“ Und Eltern lassen denn auch (schweren Herzen) die Heranwachsenden ziehen, damit sie über die „Versuch und Irrtum“ - Methode sich ihren Weg ins Leben bahnen. Wir legen also sogar Wert darauf Fehler machen zu dürfen. So kann es eben seine Zeit dauern bis wir den „Richtigen“ gefunden haben.

Im persönlichen Bereich kann ein einfacher Fehler aber auch ganz kräftige Kreise ziehen. Mir fällt da der Lottoschein einer Tippgemeinschaft ein, der nicht abgegeben wurde und dessen Zahlen dann in der Ziehung waren. Ein tragischer Fehler, der anderen die Möglichkeit zu Glück und Reichtum zu kommen verbaut, Rachegedanken nach sich ziehen kann und eine vorhandene Vertrauensgemeinschaft zerstört.

Eigentlich soll er nicht passieren, der sogenannte Fehler, aber wir müssen mit seinem ständigen Auftauchen immer wieder leben. Wie sieht denn in der Berufswelt ein konkreter Fehler aus? Eine versehentlich falsche Bestellung, nur eine unrichtige Wechselgeldsumme, gelegentlich eine Fehleinschätzung oder ein unvorsichtiger Handgriff oder der Moment der Unaufmerksamkeit, der einen Crash verursacht? Solche Fehler können auch Leben und Existenzen kosten.

Danebengegangenes Spekulieren an der Börse und ähnliches würde ich dagegen nicht verharmlosend als Fehler bezeichnen. Denn das ist inzwischen mit dem Begriff „Fehler“ auch passiert, er wurde im gesellschaftlichen und sprachlichem Kontext verharmlost, obwohl dahinter auch schon mal kriminelle Energie steckt. Aber es hat sich auch als gut erwiesen, dass der erbarmungslose Umgang mit „Fehlern“ wie auch mit der „Sünde“, als Verstößen gegen die Konventionen und Moral, ihren früheren Schrecken verloren und nicht mehr so gnadenlos sanktioniert werden. Jedenfalls dürfen Kinder beispielsweise nicht mehr geschlagen werden ...

Und ohne menschliche Fehler, Verwechslungen oder kleinen Intrigen, die hinterher als Fehler deklariert werden, gäbe es heutzutage keine Vorabendserie, Seifenoper und Telenovela. Lieblingssätze von Drehbuchautoren sind: „Es war halt ein Fehler...“ oder „...da habe ich eben einen Fehler gemacht!“, vielleicht auch, leicht perfide: „... hast du noch nie einen Fehler gemacht?“

Was ist ein Fehler?
Ein Fehler ist bestimmten Vorgaben entsprechend eine bezügliche menschliche Fehlentscheidung. Dass heißt, irgendwann hat sich im sozialen Zusammenleben ein Verhaltenskodex herausgebildet oder irgendwer schuf eine entsprechende Norm und die Abweichungen von derselben wurde als „Fehler“ oder Sünde oder Verbrechen deklariert.

Der Horror eines jeden Schulkind waren einmal die Diktate. Da wurde unnachgiebig erwartete, dass das Kind alles richtig schreibt oder die entsprechenden Kommata vorschriftsmäßig setzt. Da gab es (zu meiner Zeit) keine Toleranzen. Entweder es wurde alles richtig geschrieben und unter der Arbeit stand „0 Fehler“ oder es gab eine entsprechend schlechte Note. Das ist heute nicht mehr so.

Anfangs ihrer Schulzeit dürfen heute die „ABC Schützen“ schreiben wie sie wollen und richtige Treffer bezüglich der RECHT-Schreibregeln werden nicht mehr vorausgesetzt. Denn die Deutsche Rechtschreibung hat sich nach x Reformen (irgendwie) gewandelt, vor allem die unerbittliche Einstellung der Lehrenden dazu. Der Fehler, welcher einmal ein Fehler war, ist plötzlich keiner mehr.

In unseren Köpfen spuken trotzdem immer noch die althergebrachten Vorstellungen von Fehler machen, selbige vertuschen oder zugeben, herum. Hervorgegangen ist diese Art der Wertevorstellung aus dem einstigen Sündenkatalog, der in der christlichen Welt die gesellschaftlichen Normen bestimmte. Vieles von dem was einmal als schwere Sünde oder als eine Straftat angesehen wurde, ist heute bestenfalls eine unbedeutende Verfehlung oder das gute Recht des Einzelnen. Ich denke da an den Bereich Ehe, Liebe, Seitensprung und Trennungen, bzw. das daraus Entstehen von Patchworkfamilien...

Fehler erkennen und zugeben hat was mit Einsicht und Eigenverantwortung zu tun. Die manchmal emotionsgesteuerten und schiefgegangenen Entscheidungen, welche Probleme und Chaos verursachen, schiebt die verantwortungsbewusste Frau unserer Tage im Nachhinein nicht einfach den Umständen oder ominösen Anderen zu, sondern sie steht tapfer und aufrecht zu ihren Fehlentscheidungen. Das gilt (hoffentlich) für den Mann in gleichem Maße.

Jede Verfehlung gegen Leib und Leben eines Mitmenschen oder gegen die gesellschaftliche Ordnung ist inzwischen durch eine umfangreichen Gesetzgebung geregelt. Fehler, Sünden und Vergehen wurden zu allen Zeiten nicht nur nicht gebilligt, sondern auch geahndet. Die Gewichtigkeit und die Art der Bestrafung ändert sich allerdings (zum Glück) im Laufe der Zeit mit der Moral und der Ethik einer Gesellschaft.

Bestimmte (prominente) Menschen kamen auch in der Vergangenheit immer wieder mit, auch schwerwiegenden, Verfehlungen aller Art oder sogar mit mehr als einem Mord davon, während eine zeitlang der bloße Verdacht der Hexerei oder auch nur eine böswillige Unterstellung die nächstbeste Frau auf den Scheiterhaufen bringen konnte.

Heute werden Mörder, Verräter an der Krone oder Majestätsbeleidiger nicht mehr öffentlich hingerichtet. Die Art und Weise, wie wir mit Straftätern, Regimegegnern oder Kabarettisten umgehen hat sich vollkommen geändert. Es kostet sie nicht mehr das Leben, vielleicht nur die momentane, wirtschaftliche Existenz, wenn sie erwischt werden oder nicht genügend Einschaltquoten haben.  

Das Chaos kennt keine Fehler
Ich will hier auch niemanden seine Fehler ausreden oder sie von selbigen reinwaschen. Wenn eine meint, einen Fehler gemacht zu haben, darf sie damit tun und lassen was sie will. Sie kann ihn verschwinden lassen, indem sie daraus eine begründete Absicht macht (sehr beliebt) oder sie kann ihn zugeben (kommt immer gut, wusste schon W. Busch) oder sie sieht ihn als Chance und Gelegenheit (wer weiß, was sich das Universum dabei gedacht hat). Denn wir können in unserer komplexen Welt einfach nicht alles und alle berücksichtigen, um somit völlig fehlerfrei durchs Leben zukommen, da sei die Chaostheorie vor. Denn das was der Mensch als Fehler sieht, kann auch einfach nur als der Flügelschlag eines Schmetterlings verstanden werden.

Fehler werden zu Fehlern, wenn sie als solche erkannt oder benannt werden! Nicht immer stößt uns das Schicksal oder unserem Umfeld mit der Nase darauf. Mitunter kann sowohl die Erkenntnis, als auch die eventuelle Fehlerkorrektur seine Zeit dauern und manchen lässt sich auch nicht wirklich korrigieren oder wieder gut machen. Mein größter Fehler war, zulange in einer für mich schädlichen Beziehung, mangels Bewusstheit oder Erkenntnis oder Alternativen, ausgeharrt zu haben. Aber manchmal stellen wir auch fest, dass ein vermeintlicher Fehler nur das wunderbare Sprungbrett zu einer förderlichen Veränderung gewesen ist ...

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