20 September 2019

...verliebt in die Liebe?

Das Patriarchat hat in den letzten paar Jahrtausenden verschiedene Ideologie-Gesellschaften geschaffen, in denen die Frau je nach kulturellen Zeitgeist, aber immer passgenau, in Männerbedürfnisse und -fantasien eingelassen wurde. Das ist nach wie vor gängige Praxis.
Aber die, in die Märchenliebe, Pardon, in die Pärchenliebe dauerverliebte Frau bekommt das nicht immer mit. Heutzutage ist mehr denn je die aktuelle Masche als eine Ablenkung von menschenartgerechtem Dasein, der zur Kunstform erhobene Glaube an die romantische große Liebe. Das ganze ist zwar erst in dieser Ausprägung wenige Jahrhunderte alt und galt lange nicht für Jedermann und schon gar nicht für jede Frau. Aber dafür ist es heute um so schöner sich vorzustellen, dass es ein Grundkonzept des Menschseins ist, einen geliebten Menschen ganz für sich alleine zu haben und alle anderen nicht mehr zu brauchen. Diese Form der absurden Gehirnwäsche sitzt erstaunlich tief und lässt Frauen vieles auf sich nehmen und unglaubliches Leid ertragen. Doch wie gesagt, dass ist die eher moderne History. Die eigentliche Herstory im Zeichen patriarchaler Überschattung sah ganz anders aus.
Vor unserer Moderne befand sich die Frau* innerhalb des patriarchösen Systems weitgehend in einem allgemein praktizierten Sklavenstatus unter willkürlicher (männlicher) Fremdbestimmung. Sie war Eigentum des Vaters oder (Ehe)Mann (Herrn), war oft nur das Mündel ihres Bruders oder anderer männlicher Verwandter. Die Frau wurde gehandelt – geraubt, verkauft, verheiratet, verliehen, gezwungen sich zu prostituieren oder ihr Leben in Keuschheit zu verbringen. Das naturgemäße Leben im fürsorgendem Sozialverband der artgerechten Matrifokalität war einer permanenten Geiselnahme der Frau* gewichen. Jedoch das unattraktive Bild der Sklavin wurde nach und nach modifiziert, aufpoliert und umdekoriert, um einen freien Anstrich zu erwecken und das führte geradewegs in ein romantisiertes bürgerliches und später liberal individualistisches Frauenbild, das jetzt als anerkannte Schablone für jedefrau dient.
War die Zweier-Paar-Bildung bis vor kurzem noch eine Konvention auf Lebenszeit, darf jetzt in serieller Monogamie immer wieder der/die richtige Lebenspartner/in gesucht werden. Es muss nur die Paar-Idee eingehalten werden - das unbedingte, wenn auch fragile Bündnis zwischen zwei fremden (nicht verwandten) Menschen, die ihre Liebe auf einem (möglichst andauerndem) sexuellem Begehren errichten und dabei den Partner in die Pflicht nehmen, die essentiell angehörige, aber nicht anwesende Fürsorgegemeinschaft zu ersetzen.
Daher wird das Zweierideal so hingebungsvoll gepflegt und wo es nur geht medial untermauert, damit nicht vielleicht der Gedanke aufkommt, dass zu einem erfüllten Alltagsleben mehr als nur ein sogenannter Partner und ein bis x Kinder gehören. Die patriarchale Androkratie versuchte so einen Lebensstil zu etablieren, der jedem Mann mindestens eine Frau garantiert, die seine Bedürfnisse erfüllt. Der Bund fürs Leben war primär bindend für die (einzelne) Frau. Ein sozialer Käfig und das Kontrollinstrument, um ihre Arbeitskraft, ihre Sexualität, ihre Gebärfähigkeit, ihre Mutterkompetenz und ihr gesamtes energetisches Potential auf das Wohle des Mannes hin zu kanalisieren.
Egal welchem Lebensentwurf eine Frau heute folgt, sie bewegt sich in den vorgezogenen Linien eines für sie kreierten Hüpfkästchenspiel, in dem sie ihr Leben lang herumspringen kann/darf/soll. Und dessen Regeln sind streng … nicht über die Striche treten, sich immer schön innerhalb der sichtbaren und sogar unsichtbaren Grenzen bewegen und so dieses kräftezehrende Spiel mit allen Gefühlen und Sehnsüchten und unerfüllten Bedürfnissen hingebungsvoll zu zelebrieren, um den romantischen Idealen und der gesellschaftlichen Deadline der Anpassung gerecht zu werden. Selbst wenn der harte Alltag der Frau und Mutter über ihr zusammenschlägt, sie hält in der Regel an der Vorstellung von der Belohnung durch die Liebe eines anderen (fremden) Menschen, der ihren Weg kreuzt, fest. Und da alle ähnliche Erwartungen hegen und als zutiefst bedürftige Menschen reagieren, wird auch kaum ausprobiert, was wäre wenn! Zum Beispiel, wenn wir als weibliche Menschen uns auf unsere Ur-Natur besinnen würden. An dieser Stelle darf gern jede weiterspinnen, wie das sein könnte!
Wir können uns heute noch so sehr vormachen, dass wir eine Art Recht auf erfüllende Liebe (eines Mannes oder Frau) haben. Dass wir für die Liebe in einer Zweierkonstellation, im Sinne von gemeinsam alt werden und bis uns dann der Tod scheidet, geboren wurden, dass das schon immer für die Frau die Normalität eines Menschenlebens sei … ist es nicht.

19 September 2019

Die Virulenz des Backslash

Vieles von dem, was uns an patriarchös kontaminierten Gedankengut umgibt ist toxisch und quasi hochansteckend. Ob es sich dabei um gängige Narrative, banale Klischees, politische Meinungsmache, gedankenlose Spekulation, gezielte Lügen, tradierte Dogmen, esoterische Geheimniskrämerei, mythische Halbwahrheiten oder die, der Unterhaltung dienenden, harmlos erscheinenden aber nicht zu unterschätzenden medial aufbereitete Fantasy handelt.
All diese, dem Ideologiekosmos der Pariarchose entsprungenen Beschäftigungstheorien, umspinnen die Frau mit den klebrigen Fäden patriarchöser Manipulation. In dieses bestehende System hinein sozialisiert, lebt die Frau, für gewöhnlich getrennt von ihren Wurzeln, in einer tatsächlichen Utopie. Einem Ort, den es nicht gibt.
Sie ist umgeben von Zielsetzungen, die nicht die ihren sind und die ihr, selbst wenn sie sie erreicht, nicht gut tun. Ob die Vorstellung von der romantischen Liebe oder das Ideal einer Gleichberechtigung mit dem Mann, alles liegt ziemlich weit oder knapp neben dem wirklichen Leben und wir erfahren es spätestens hautnah, wenn wir in dieser Welt Mutter werden und mutterseelenallein unser Kind versorgen und aufziehen dürfen. Ein anwesender Vater ist nur eine Pseudo-Unterstützung, was uns fehlt ist nach wie vor die matrifokale Müttergemeinschaft.
Dafür werden wir im Alltag abgelenkt und überrollt von der permanenten Präsenz virtueller Gebilde, die farbig grell und zuckersüß oder knallhart und gewalttätig, uns und unsere Kinder in Parallelwelten ziehen.
In den neuen virtuellen Medien, in der etablierten Literatur und mehr denn je, durch die bewegten Bildern der Film- und Fernsehindustrie werden Meme verbreitet und ein Weltbild festgeschrieben, dass der Frau (und dem Mann) unausweichlich erscheint. Einer schweren Erbkrankheit gleich von der es keine Heilung gibt.
Jede Form von Heilung oder dem Versuch zu einem gesunden Ur-Kontinuum des Zusammenlebens zurückzukehren, wird sofort durch die bestehenden Mechanismen der Profiteure des Systems unterlaufen. Ernsthaft angedachte andere Konzepte werden verhindert und jede Art von Aufklärung in ihren Grundaussagen erschüttert.
Eigentlich sollten sich alle Frauen darüber klar werden, dass wir bereits bis zu den Haarspitzen erneut in einem patriarchalen Backslash stecken, deren erste katastrophalen Auswirkungen sich so vielfältig zeigen, dass wir sozusagen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Wieder einmal.
Dieser regelmäßig auftauchende Rückschlag, der immer dann einsetzt wenn Frau gewisse Freiheiten erlangt oder die Option eines selbstbestimmtes Leben erhält, setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben und als Gesamtereignis offenbar unerkannt bleibt. Die vielen kleinen und großen gesellschaftsrelevanten Gegenmaßnahmen zur Verhinderung von Patriarchatsverlust, treffen in erster Linie die Frau und Mutter. Und sie treffen sich alle in dem einen Punkt: die Privilegien der Patriarchen, des (Alpha)Mannes, zu retten und wieder zu festigen. Kollateralschäden werden unberührt in Kauf genommen.
Die liberale Tendenz einer politisch friedfertigen Gesellschaft (derzeit in D gerade mal vierundsiebzig Jahre) führt dazu, dass früher oder später die gleichberechtigte Frau wieder automatisch ihren Weg als die Verantwortungsträgerin der Gesellschaft findet, ein naturgemäßer (matrifokaler) Effekt. Wenn die Bedingungen stimmen, nimmt sie als Mutter in der persönlichen Verantwortung ihrer Female Choice, ihren Platz als die Hüterin gegenwärtiger und zukünftiger Generationen ein und praktiziert als solche im Alltag der MenschenGemeinschaft.
Leider fühlt sich 'das patriarchale System' durch das weibliche, empathisch-kooperative Sozialverhalten vor allem in Hinblick auf den Nachwuchs und von dem intellektuell vorausschauenden sowie rückschauenden (das naturgemäß Spirituelle) Potential der Weiblichkeit in einer Weise bedroht, dass jedes mal früher oder später eine, meist harmlos beginnende Welle verheerender Gewalt losgetreten wird.
Die wenigen Männer, die heute bereits eine Naturalistische Humanität vertreten und ebenfalls eine gerechte und friedfertige Gesellschaft anstreben, sind leider oft noch nicht bereit sich generell und offen an die Seite der Frau zu stellen – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Gerade in den modernen philosophischen Werken findet Weiblichkeit quasi immer noch nicht statt und die generativen Weitergabe des ideologischen oder auch schon naturgemäßen Lebenssinns wird gern ohne die Mutter bzw. die Frau als solche (Mutter, Großmutter, Tochter, Schwester) zelebriert. Daher würde ich meinen, auch hier findet immer wieder der patriarchale Backslash statt, obwohl eine Art Paradigmenwandel von den Autoren bereits angedacht wird. Leider kommen sie selten über die vielgepriesene Brüderlichkeit hinaus und kaum einer verfällt auf die urnatürliche Geschwisterlichkeit.
Den meisten Frauen fällt dieser Widerspruch so gut wie nicht auf und eine antrainierte fatalistische Haltung macht es ihnen unmöglich die ständigen Rückschläge als solche zu erkennen und aufzuhalten. Die heutzutage schon als toxisch beschriebene Männlichkeit macht sich gerade wieder überall breit. In den soziale Medien (Social Media) breitet sich eine unglaubliche Verrohung aus, der von keiner Seite so recht Einhalt geboten wird. Wie einst die durch Herrschaft sanktionierten Gewaltexzesse beim alltäglich geltenden Kräftemessen unter Männern und der Reglementierung von Frauen.
Heute
findet dieses Kräftemessen weitgehend verbal und überwiegend im virtuellen Raum statt. Ebenso das Zurechtweisen weiblicher Sichtbarkeit und Äußerungen. Dadurch werden diese Foren für Frauen ebenso unattraktiv und fast so gefährlich, wie die öffentlichen Räume, in denen es stillschweigend gesellschaftlich akzeptiert wird, die Selbstbestimmung der Frau zu ignorieren, sie in die sozialen Konditionierungen jedweder patriarchöser Art zu pressen oder der Frau nach wie vor Gewalt anzutun. Die mehr und mehr enthemmte sexualisierte und verachtende Einstellung Frauen gegenüber finden wir in fast allen Medien als latent akzeptierte Rape Culture, als generelle Objektivierung der Frau sowie in der Tendenz der Entkriminalisierung der Prostitutionsförderer und ihrer Profiteure, was wiederum den „Wirtschaftszweigs Menschen- bzw. Frauenhandel“ festigen und erweitern kann.
Doch das ist noch nicht alles.
Die immer noch vorangetriebene Vernichtung der Mütter ist
einer der Hauptmarker des modernen und aktuellen Backslash. Die Mutter befindet sich immer noch in der Geiselhaft der Vätergesellschaft. Sie soll mehr denn ja als Dienstleisterin der Gesellschaft fungieren. Es wird erwartet, dasss sie ihr körperliches Knowhow, also ihre menschlich-mütterliche Kompetenz, Jedermann zur Verfügung stellen. Den Vogel schießt hier die Leihmutterschaft ab, die inzwischen als absolut normal, da medizinisch machbar, betrachtet wird. Die nach wie vor aktiv virulente Patriarchose vergiftet nicht permanent nur unsere Gegenwart, sondern immer auch unser Zukunft, also die unserer Töchter und Söhne und Kindeskinder...

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18 September 2019

natürlich ist natürlich nicht immer natürlich...


Neulich las ich das spontan geäußerte Statement: "...ich bin eine unnatürliche Frau..." und eigentlich war meiner Meinung nach damit 'unangepasst' und aus der kulturellen Norm fallend gemeint. Denn witziger Weise hat es sich eingebürgert das angepasste Weibchenverhalten im patriarchalen Kulturraum als natürlich zu bezeichnen. Zum einen, weil Frau aus patriopathisch-taktischen Gründen mit der verachteten Natur gleichgesetzt wird und zum anderen, weil frau immer noch die Kinder bekommt, was ja bekanntermaßen natürlich ist. Und das obwohl wir alle (auch die dressierte Frau), inzwischen im patri-kulturellen Alltag von einem naturgemäßen Gebaren Jahrtausende entfernt sind und erst seit ein paar Jahrzehnten wieder, und recht langsam, die Besinnung auf unser natürliches Sein einsetzt.
Noch ist es auch semantisch so definiert, dass natürlich, das Adjektiv ist, das sich auf (die) Natur bezieht. Was viele allerdings wirklich meinen, wenn sie 'natürlich' sagen, ist eigentlich 'normativ' und Norm bzw. die sogenannte Normalität ist eine kulturelle Vorgabe und noch dazu leider eine durch und durch patriarchal geprägt.
Von naturgemäßem Gebaren in unserer Kulturgesellschaft kann daher kaum noch die Rede sein. Wir (Frauen) tragen Kleidung, die unseren Körpern nicht gut tun oder den Klimaverhältnissen nicht immer gerecht werden. Der alte Spruch: "Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unzweckmäßige Kleidung!" ist immer noch aktuell. Wir schneiden unsere Haare kurz und beschneiden damit unsere natürliche Sensorik, von Dauerwellen und unnatürlichen Farben gar nicht zu reden. Wir folgen den Schnittmusterbögen diverser Männerphantasien und passen uns Schönheitsidealen an so gut es geht. Wir spielen eine Mutterrolle, die nichts mit dem natürlichen Muttersein gemein hat. Wir unterdrücken in vorauseilendem Gehorsam unsere Female Choice und lockern die Bindung zu unseren Kindern so früh wie möglich. Wir treten in den Kreislauf von Erwerbs- und fremdbestimmter Arbeit ein und ertragen schon als Kleinkinder die Trennung von der Mutter. Als Frauen und Männer kreisen wir in einem (sexualisierten) Familenideal in Form von (romantischem) Paargetue und krampfhaft aufrechterhaltener Kleinfamilienidylle, wobei das essentiell zugehörige Menschenkind weitgehend outgesourct wird. All das ist weder natürlich, noch (menschen)artgerecht, sondern gehört zu den Nebenwirkungen der Patriarchose.
Wenn eine Frau all das bewusst durchbricht, wenn sie das perverse Normverhalten hinter sich lässt und sich auf ihr Selbst besinnt, dann können wir schon eher von Natürlichkeit sprechen. Unsere biologische Form als Lebewesen ist natürlich.
Die heute verinnerlichte Verhaltensethik ist es nicht und der vorherrschenden gesellschaftlichen Dynamik und den installierten Sozialregeln unterworfen, die aus der androzentrierten Herrschaftsideologie stammen.
In einem natürlichen (organisch gewachsenen) menschlichen Kontinuum finden wir die soziale innere Balance einer versorgenden Gemeinschaft, welche aus selbstbestimmten Individuen besteht.
Noch leben wir in einer Zeit, in der das Patriarchat nach wie vor die Frau verschleppt. Mütter und Töchter werden von ihrem natürlichen (evolutionsbiologischen) weiblichen Sein (der gelebten Matrifokalität) so fern wie möglich gehalten. Wir leben (teilweise sogar unbeschwert) nach von Männern erdachten Regeln und leiden auch nicht immer unter der unmittelbaren Gewalt der, Waffen strotzenden, Androkratie. Das uns bekannte Gewalt durchsetzte Gesellschaftstreiben wurde so normalisiert, dass es uns natürlich verkauft werden konnte. Das Kulturwesen Mensch ist sogar bereit kriegerische Auseinandersetzungen als natürlich zu akzeptieren.
Wenn wir Menschen immer noch unserer Ur-Natur gemäß agieren würden, lebten wir da wo es gut warm ist und wir keine Kleidung bräuchten – quasi in einer wehrlosen (ungepanzerten) Alltagssituation. Die Mensch selektierte für ihr Überleben ein friedfertiges Sein, dass heißt sie ist von Natur aus nicht gewalttätig (wie immer noch gern behauptet wird). Aber die Nahrung suchende (und vielleicht auch wissbegierige) Spezies Mensch breitete sich aus und brachte es fertig, sich in allen Klimazonen dieser Welt einen Lebensraum zu schaffen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Denn das ist es worauf es ankommt - da wo Kinder heranwachsen, ungestört spielen und lernen wie Leben geht, ist die Mensch heimisch. Solange bis sich die Bedingungen änderten und die, optimal an die Natur angepasste, Mensch sich den neuen Herausforderungen stellen muss(te). Die mütterlich geprägte Wesensart ist zwar nicht unflexibel (das wäre für den Nachwuchs auch nicht von Vorteil), ist aber vor allem auf Beständigkeit, Sicherheit und sich wiederholenden Ereignisse ausgerichtet. Das zufriedene - das glückliche - Menschenkind wuchs menschenartgerecht in den verlässlichen Verhältnissen der Matrifokalität auf und genau das war, das ist natürlich.
Erst als Sozialstrukturen der patriarchösen Art, Mutter und Kind in Geiselhaft nahmen, verlor die echte Natürlichkeit (die matrifokale Urnatur) ihren Wirkungsraum. Die patriarchöse Wirklichkeit entspricht so gar nicht unserer menschenartgerechten Daseinsform. Das gesellschaftskonforme Verhalten als dressiertes Weibchen ist daher alles anderes als natürlich und es ist nicht von Bedeutung, ob wir glauben uns rebellisch als „unnatürlich“ zu präsentieren, um nicht mehr den absurden Normen zu entsprechen - das Lebewesen Frau als solche ist immer natürlich! Ob sie auch weiterhin genormt und konditioniert das patriarchale Kreuz erleiden will, ist manchmal ihre Entscheidung, aber nur wenn sie nicht durch das rigorose Protokoll der Patriarchose massiv gehindert wird. Noch ist die Frau (die Mensch) nur selten frei genug, um tatsächlich wieder natürlich zu sein.
Aber natürlich sind diese Gedanken nur meine persönliche Betrachtungsweise.
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06 September 2019

Evolution und andere Missverständnisse

aus der Reihe vom Kommentar zum Blogpost:

Nichts wird scheinbar so gern falsch betrachtet, wie 'die Evolution', der von manchen eine Art Schöpfermodus unterstellt wird. Was wiederum absurd ist, ist Evolution doch eher das Gegenteil von Schöpfung. Trotzdem wird auch den evolutionären Prozessen eine Form von Steuerung unterstellt und das impliziert, die Evolution wäre ein handeldes Subjekt, was uns wieder an den Anfang der Missverständnisse bringt.

Der Begriff Evolution beschreibt lediglich das
vorhandene Naturgeschehen (komplex, chronologisch, veränderbar). Die Evolution (Entwicklung) stellt den schon recht lange andauernden Istzustand dar. Sie macht nichts oder ist zum Beispiel kein System mit dem "die Natur arbeitet".

Evolution ist das unwillkürliche Entwicklungsgeschehen in dem das organische Leben stattfindet, zu dem auch die Spezies Mensch gehört. 

Dass was wir (auf unserem Planeten) als Natur (in ihrem Gesamtzustand) bezeichnen, besteht aus energetischen, anorganischen und organischen Anteilen und reagiert in ständigen Prozessen miteinander. Naturgeschehen ist absichtslos, unwillkürlich und keinem "höheren Ziel" unterworfen. Aber seit Anbeginn ein ständiges Interagieren der naturvorhandenen Komponenten mit entsprechender Wirkung. (siehe der sogenannte Schmetterlingseffekt)
"Das Leben auf unserer Welt ist ein Phänomen, das sich dadurch auszeichnet, dass es a) existiert und b) den immanenten (unwillkürlichen) Drang besitzt weiter zu existieren. Und um 'weiter zu existieren' arrangiert sich jedwede Lebensform mit den gegebenen Umweltbedingungen und passt sich diesen permanent an. Das Leben ist das gigantische Spektrum an (organischen) Lebewesen, mit denen unser kleiner Planet überzogen ist - im Wasser, im Erdreich, auf dem Erdboden und in der Luft. So entstanden all die, sich gegenseitig beeinflussenden Effekte, die das Leben in all seiner Vielfalt erhalten und überleben lassen. Ein vorhandenes Regulativ in diesem Zusammenhang ist die natürliche, also unwillkürliche Selektion..." (Definition Leben aus meinem Vortrag).
Diese Masse an Organismen
bildet ein sich stetig veränderdes  Ökosystem, in dem sich die Mensch auf besondere Weise einrichtete. Ihre Kultur im menschenartgerechtem Kontinuum brachte zwar bereits gewisse Einflüsse auf das vorhandede Ökotop, blieb jedoch Jahrtausende lang weitgehend im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten. Die matrilinear und -lokale Matrix (der Säugetiere) nach der auch die Mensch existiert, war weiterhin ein naturgemäßes Geschehen in den Naturereignissen unserer Welt.

Der (patriarchale) Kulturmensch (und hier vor allem der Mann) nutzte ab einem fatalen Zeitpunkt seine Intelligenz, um die vorhandene Natur "verbessern" zu wollen. Es fing damit an, dass er anderen Lebewesen die Freiheit und Einfluss auf deren naturgemäßes Agieren nahm. Er begann zu züchten, zu verändern und diese gezielte Selektion war nicht mehr natürlich. Der patriarchale Mann wähnte sich auf der richtigen Seite (bis heute), denn seine Gottheiten legetimierten ihn, sich die Erde untertan zu machen und damit löste er mit seinem Experimentieren und verantwortungslosem Machen das Geschehen ab. Dieses Alchemisten-Syndrom (siehe die Arbeiten von Claudia von Werlhof), dient in erster Linie dem (männlichen) Machterhalt und der gierigen Besitzsteigerung einiger Weniger.
Unsere evolutionär entwickelten menschlichen Fähigkeiten sind in einem natürlichen Kontext vorhanden, aber schon die dem menschlichen Arterhalt dienenden
Kulturtechniken, (erfunden und angewandt in den frühen Mütterkulturen), sind eher semi-natürlich, aber solange sie dem matrifokalem Gemeinwohl dienten, blieb die Balance im Öko- sowie Soziotop weitgehend erhalten.
Dagegen sind all die experimentiell entwickelten und installierten Technologien zwar vom Menschen(Mann) ersonnen und ausgeführt, aber durchweg keine natürlichen Effekte. Sie greifen im Kleinen wie im Großen in das Naturgeschehen ein und schädigen es irreparabel
oder vernichten es ganz. Verbrauchte Naturvorkommen sind beispielsweise nicht nur unwiederbringlich weg, sie bringen das sich selbsterhaltende Natursystem immer wieder aus der Balance (siehe Klimawandel bzw. -katastrophe)! Die noch nicht erkannten Langzeit(neben)wirkungen dieser exzessiven Veränderung bis hin zur Vernichtung von Natur sind bereits wirksam aber auch zum Teil noch unvorhersehbar.
Die Evolution geschieht trotzdem ... nur unser Platz als Spezies Mensch darin wird immer fragwürdiger...


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05 Juli 2019

Das Menschenkind


Einleitung und Kapitel I

Wie war das doch gleich, als ich noch ein Kind war? So vor rund siebzig Jahren? Zwar bin ich ein Geschwisterkind, war aber ein Hinterdreinchen. Meine zahlreichen Brüder und meine eine Schwester sind erheblich älter als ich. Und so wuchs ich fast wie ein Einzelkind auf. Aber es gab in unserem dörflichen Umfeld reichlich andere Kinder. Sie begegneten mir auf Schritt und Tritt. Wir spielten auf der Straße, ich traf sie in der Schule und beim Stromern. Trotz der im Alltag nicht mehr anwesenden Geschwistern, war ich nie allein.

Spätestens ab drei Jahre gab es täglich mindestens eine alterspassende Freundin. Wir besuchten uns gegenseitig, spielten mal bei ihr und mal bei mir. Später wurden es mehr und die Auswahl größer. Meine Tag war bei weitem nicht so reglementiert, wie ich es später bei meinen eigenen Kindern erlebte oder wie es heute bei meinen Enkeln stattfindet. Auch als ich noch richtig klein war, nahm mich meine Mutter überall hin mit und ich nahm auf ihrem Arm oder in meinem rumpligen Kinderwagen am Dorfalltag teil. Und wohin wir auch gingen, überall gab es ein Kind mit dem ich spielen konnte.

Meist waren wir ein Tross von fünf, sechs Kindern, überwiegend Mädchen und nicht immer gleichaltrig. Die Jungs waren uns zu anstrengend, zu ruppig oder einfach zu doof. Die große (geförderte) Vereinzelung begann erst als Jugendliche. Es mir damals nicht explizit aufgefallen, aber tagsüber traf unsereine nur wenige Erwachsene. Da die nämlich arbeiteten und damit für uns Kinder relativ unsichtbar waren, wir hatte das Dorf scheinbar nur für uns. Schulvormittage und keine (geregelte) Fremdbetreuung. Sommerferien waren endlose Freiheit.

Heute ist das anders bzw. umgekehrt. Wenn ich mal Tagsüber ins Städtchen gehe, sind nur Erwachsene unterwegs. Bis auf ein paar Mütter mit Kleinkindern, ist unser öffentlicher Alltag eine Erwachsenenwelt. Auch am Nachmittag. Einem Kind außerhalb der Ferienzeit zu begegnen wirft automatisch die Frage auf: was macht es hier? Hat es keine Schule? Und selbst in der Ferienzeit werden unsere Straßen nicht gerade mit Kindern geflutet. Kinder sind in der Regel gut verräumt und im Gegensatz zu damals, kaum mehr allein unterwegs. Auch nicht in Grüppchen.

Meine Enkeltochter Helene arbeitete als Au-pair ein Jahr in Pittsburgh und ihre eigentliche Aufgabe bestand darin als Leibwache für das Kind der Familie zur Verfügung zu stehen. Es ist besonders in Amerika ein Standard Kinder nicht allein zu lassen. Zumindest da wo sich die (arbeitenden) Eltern es leisten können.

Die Welt ist voller Kinder ... diese meine subjektive Wahrnehmung von einst stimmt wohl nicht mehr! Von den rund 7,4 Milliarden Menschen sind ein Fünftel Kinder (jünger als 15 Jahre)* und das ist ehrlich gesagt weniger, als ich erwartet habe. Kinder und Erwachsene (einschließlich Jugendliche) eins zu vier! Und dazu kommt noch die patri-kulturell bedingte Schieflage - der männliche Anteil der Weltbevölkerung wächst in nahezu bedrohlichem Maße unnatürlich über den weiblichen Anteil hinaus. Die sinnlose, Ideologie bedingte, Aufzucht von Söhnen ist ein Desaster, dass sich politisch und ‚menschenenergetisch‘ fatal aus wirkt.

Kinder sind eine Kostbarkeit und werden doch manchmal wie Wegwerfartikel behandelt. Das patriarchöse System sieht im Kind nicht das einzigartige Individuum, dass als Naturereignis den aktuellen Stand der Evolution dastellt und jeweils den Schritt aus der Gegenwart in die beginnende Zukunft macht.


Das Menschenkind ist, wie andere Lebewesen auch, ein Geschöpf der Natur, ein Ergebnis und ein Effekt der organischen (lebendigen) Evolution. Und hier gebrauche ich das Wort „Geschöpf“ zum letzten Mal in diesem Zusammenhang, da ein Geschöpf eigentlich einen Schöpfer voraussetzt und Natur schöpft nicht, sondern ist einfach vorhanden.

Die Natur ist ein Geschehen und
die kontinuierliche Entwicklung der Ereignisse innerhalb dieses Geschehens, nennen wir Evolution.

Das Menschenkind auf das es stets ankam, war weiblich. Also eine Tochter, welche bis zur körperlichen Reife überlebte und eines Tages die Mutter einer Tochter wurde. Ein solches weibliches Kind wurde unsere Urahnin und der jetzige Stand der Erkenntnis spricht von der mitochondrialen Eva, der ersten Menschenfrau. Sie lebte in Afrika, da wo die Spezies Mensch ihren Anfang nahm. Die weibliche Ureinheit, eine Mutter und ihre Tochter, sind der (evo-biologische) Beginn unserer (Menschen)Spezies.

Nur durch das weibliche Individuum entsteht jeweils die Nachkommenschaft. Die weibliche Eizelle sichert den Fortbestand der Spezies indem sie sich in ein genuines, der Mutter sehr ähnliches, Unikat entwickelt, unter der Beteiligung eines männlichen Genzusatzes.

Bereits in grauer Vorzeit selektierte sich ein zusätzlicher Effekt des Lebenserhaltes - es entstand das männliche Geschlecht. Dieser Effekt sorgte für eine größere Diversität in der Nachkommenschaft. Ab da gab es (bei Flora und Fauna) Exemplare weiblichen wie auch männlichen Geschlechts, beide werden von einem weiblichen Individuum hervorgebracht. Menschen nannten eines Tages die Leben hervorbringende Person Mutter.

Alle Säugetiere haben das Muttertier, dass weit mehr ist, als bloß
die Trägerin der Eizelle. Sie steht auch prinzipiell für das sichere Aufwachsen ihres Nachwuchses. Sie bringt in der Regel Nachwuchs beiderlei Geschlechts hervor und die unterschiedlichen Sozialordnungen, mit der die verschiedenen Spezies ihr Überleben sichern, binden auf unterschiedliche Weise beiden Geschlechter mit ein. Der parallele Bestand männlicher Individuen, welche als Variation des weiblichen Grundgeschlechts begann, ist nicht immer ein beständiger Teil der unmittelbaren, überlebenswichtigen Sozialordnung, die sich um das weibliche Individuum (durch die vielschichtige evolutionäre Selektion) gebildet hat. 

Der Kreis des Lebens begann mit einer Zelle und diese entwickelte sich über einen unglaublich langen Zeitraum zu dem erfolgreichen, das Leben erhaltendem Starterset: die Ei-Zelle. Diese Ei-Zelle steht in Organismen bereit, die wir Menschen als weiblich benennen. Menschen sind (sogenannte höhere) biologische Organismen. Sie sind Säugetiere und damit ein Klasse der Wirbeltiere. Sie gehören zu den Tieren, die lebende Junge zur Welt bringen und säugen, also die Weibchen dieser Tierarten natürlich.

Menschen haben eine Kulturgeschichte. Und die begann in ihren Matrifokalen. Als Matrifokale bezeichne ich die überschaubaren Fürsorgegruppen, die als mobile Schutzsphäre für die Mutter-Kind-Einheiten fungierten. Die generationsübergreifenden, geschwisterlichen Fürsorgegemeinschaften bestanden aus matrilinearen Zu- bzw. Angehörigen beiderlei Geschlechts.

Der Lebenserhalt ist ein Prozess, der im weiblichen Kontext stattfindet. Es ist eine Tatsache, dass die Reprise, das Wiederholungsmuster der Lebensneuauflage in Form eines neuen Individuums in einem weiblichen Körper geschieht. Der männliche Anteil einer Spezies ist nur bedingt von Interesse, wenn es um die Nachkommenschaft geht. Diese Feststellung ist keine Wertung, kein feministischer Euphemismus, keine Ideologie oder gar Religion, sondern bloß eine biologische Tatsache. Unser Menschengeschlecht lässt sich wie gesagt inzwischen bis zu einer (mitochondrialen) Eva zurückverfolgen. Wobei es nicht um diese frühe Mutterperson geht, sondern um die Bewusstmachung, dass das prosperierende Leben weiblich ist. Und das dürfte grundsätzlich die Ausgangsbasis sein, von der aus ab sofort die Definitionen und Bewertungen erfolgen. Es ist stets das weibliche Exemplar auf das es ankommt, da es a) die Eizelle trägt, b) die körperlichen Voraussetzungen stellt um das neue Individuum heranwachsen zu lassen und c) in Folge (nach der Geburt oder dem Schlüpfen) sicherstellt, dass das neue Exemplar dieser Spezies Überlebenschancen bekommt und heranreifen kann.


Fortsetzung folgt...


(* „Weltweit leben rund 7,4 Milliarden Menschen. 1,9 Milliarden Menschen, also ein Fünftel davon, sind jünger als 15 Jahre.“ (https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-wir-kinder-dieser-welt/zahlen-und-fakten-zu-kindern-weltweit/)

zur Info: … hier geht es nicht um biologisches oder akademisches Fachwissen und auch nicht um gesellschaftstheoretische Auslegungen desselben, sondern um eine philosophische Betrachtung, in der ich immer wieder das Natur-Geschehen und die dazugehörige menschliche Kulturentwicklung von den ideologischen, besonders von den patri-schematischen Deutungen und Wertungen trenne. 


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24 Mai 2019

Trennung - eine neue Spielart der Patriarchose...

aus der Reihe vom Kommentar zum Post...

"Eine Welt zerbricht – Wenn Eltern sich trennen" … diese Aussage ist, wenn wir sie unaufgeregt betrachten, erst einmal sachlich richtig.
Das Kind erlebte bisher ein Näheverhältnis mit bestimmten Abläufen und Regeln, einen Tagesablauf, der es mit mehr oder weniger geborgenen Gefühlen begleitete und einer für seine Entwicklung benötigten Sicherheit. Bei einer Trennung der Eltern, egal wie dramatisch oder scheinbar unspektakulär diese abläuft, zerbricht diese kleine Lebenswelt. Sie löst sich, manchmal von einem Tag auf den anderen auf und zwingt das Kind in eine Veränderung. Das Kind muss, ob es will oder nicht, eine Anpassungsleistung erbringen, die erst einmal Schmerz, Verunsicherung und Verlust beinhaltet und zwar ohne Garantie ob es jemals wieder gut wird. Jeder Mensch muss irgendwann einmal Verluste hinnehmen und in sozial gut sortierten bzw. gewachsenen Kulturen gibt es dafür kollektive Rituale oder andere Möglichkeiten der Kompensation.
Unsere noch nicht einmal einhundert Jahre alte Trennungskultur der Moderne ist in der Regel für die Beteiligten eher ein Desaster und dann eine Chance und später vielleicht ein Gewinn. Unsere (patriarchal tradierte) Gesellschaft setzt auf Kleinfamilie, serielle Pärchenbildung und nimmt das damit einhergehende Beziehungsauf-und-ab als gegeben, sogar als notwendig hin. Ja schlimmer noch, alle versuchen das Beste daraus zu machen. Dabei wird die Patchworklandschaft aus zerbrochenen Beziehungen immer unübersichtlicher, die Alleinsorgenden Mütter immer unterversorgter und die im Wechselmodell gestrandeten Kinder immer mehr.
Es ist relativ neu, dass die Elternschaft als untrennbares Gebilde beschworen wird, wie es
neuerdings gefordert und praktiziert wird. Dabei werden der Mutter der Kinder immer mehr die Möglichkeiten genommen, ihre Bindungskompetenz wahrzunehmen. Dem väterlichen Part wird jedoch seltsamerweise mehr Rechte als Verpflichtungen eingeräumt. Könnte sein, um das verlorene (patriarchale) Besitzrecht am Kind zu kompensieren.
Das Paar trennt sich, aber "Sie bleiben Eltern" - ist nur formal eine richtige Aussage, denn während die Eltern bisher nur als Paar-Einheit gedacht wurden, sind sie jetzt auf der Paarebene nicht mehr einander zugehörig, manchmal sogar verfeindet. Und während nun ein jedes Elternteil im persönlichen Alltag (und in der eigenen Psyche) eine Art ständige diplomatische Vertretung einrichten soll, die wenigsten für Neutralität oder gar abrufbares Wohlwollen sorgt, auch bei grobem Fehlverhalten eines Parts, wird eine enorme humane Leistung von den beteiligten Erwachsenen erwartet, für die es bisher kaum Vorbilder gibt. Als Paar können die Beteiligten in serieller Monogamie kommen und gehen wie es sich aus ihren Gefühlslagen ergibt, als gemeinsame Eltern eines Kindes verlangt unsere moderne Kultur ein hohes Maß an Selbstlosigkeit und gegenseitiger Abstimmung zum Wohl des Kindes über Jahre hinaus. Diese konkrete sowie gedankliche und gefühlsmäßige Zwangsgemeinschaft der (Kleinfamilien)Elternschaft ist ein absolut neuer Hochpunkt der Patriarchose. Hier kollidiert eindeutig die auf das Kind bezogene und damit unauflösliche Elternverkettung mit unserem (modernen) Selbstbestimmungsrecht
aller betroffenen Personen.
Während inzwischen jede Ehe geschieden werden kann, ist die Elternschaft, der biologisch determinierte Bund von Mutter und Vater, in unserem modernen Verständnis der Unauflöslichkeit unterworfen und von Gesetz wegen wird neuerdings auf 50/50 % Beteiligung an der Versorgung (Unterhaltsbeteiligung) und Partizipation (Liebhaben) am Kind bestanden. Es ist so abstrus wie es sich anhört.
Klar können wir sagen: c'est la vie! So ist das Leben und Trennungen kommen vor. Sind wir doch alle einer gesellschaftlichen Grundkonditionierung unterworfen, die eine stete alltagssoziale Veränderung als selbstverständlich voraussetzt, egal ob eine tatsächlich diese Erfahrungen damit machen möchte. Von frühesten Tagen an unterwerfen wir unsere Kinder einem gezielten Distanztraining (und haben es selbst erlitten).
Krippe, Kindergarten, Schulzeit usw. … man tackert den Kindern Flügel an, noch bevor es zu einer soliden Wurzelbildung kam. Vor diesem Hintergrund gehen wahrscheinlich zu viele davon aus, dass ein Kind in der Lage sein sollte eine elterliche Trennung, die es als Pingpongball zurücklässt, auch noch wegzustecken.
Vor ein paar Jahrzehnten setzte man quasi wenn der Tag gekommen war (der Zeitgeist gab das vor), das Kind im Kindergarten aus. Heute nehmen Eltern Jahresurlaub um ihre Kinder bei der Eingewöhnung in einer Kita zu begleiten. Fast sieht es aus, als hätten wir dazu gelernt. Bei einer Trennung der Eltern gibt es in der Regel keine Eingewöhnungszeit (wenn wir mal die Phasen der Streitereien, der Wortgefechte und Schreierei oder vielleicht sogar Handgreiflichkeiten ausklammern) und wahrscheinlich gibt es einen liebevoll begleiteten Übergang eher selten. Ein Grundszenario war beispielsweise einst: Der Vater verpisst sich, die Mutter bricht zusammen, das Kind versteht die Welt nicht mehr. Aber inzwischen bildete sich parallel zu dieser Variante allgemein eine mehr und mehr zivilisierte Trennungskultur. Man geht einvernehmlich auseinander, spricht sich ab, regelt den Aufenthalt der Kinder und lässt sich als getrenntes Paar seine Freiräume und ... stellt diese hint an, wenn es um das unauflösliche Elternsein geht.
Allerdings steigen nach einer Trennung die neuen Singles irgendwann wieder in das Karussell der erneuten Partnersuche und für die Kinder steht die nächste dramatische Veränderung an. Letztlich sind die Kinder immer die Betroffenen und oft genug die Leidtragenden des bestehenden klassischen Familien- und Paarkonzepts mit eingebauter Trennungsoption, mit anderen Worten: in dieser prinzipiell unreifen, bindungsgestörten, beziehungsunfähigen Erwachsenenpatriarchose. Dass Mütter hier nochmal eine besondere Form der Betroffenheit erleiden - geschenkt.
Im Paar- und Familiendogma herrscht neben anderen Implementationen, die uns schon gar nicht mehr auffallen, ein essentieller Nähemangel, der immer nur mit einer weiteren fremden (nichtverwandten) Person aufgefangen werden soll. Die Mütter, die das alles grad nicht mehr wollen und statt dessen mit ihren Kinder dem Wohlgefühl auf der Spur sein möchten selbstbestimmt, friedfertig und zugewandt ihren (menschenartgemäßen) Alltag zu leben, werden durch gesellschaftskonforme Umstände, bestimmte Gesetzeslagen und dem uninformierten und uniformierten Mainstream massiv behindert. Pech gehabt - wir leben im Patriarchat!
Unsere menschenartgerechte (matrifokale) Fürsorgegemeinschaft ist im patriarchal praktizierten Alltag der modernen, westlichen Kultur nur noch eine ferne Ahnung. Eine Sehnsucht, die wir mit uns tragen und die manche Trennung begleitet bzw. auslöst.
Und wenn wir uns schon trennen, dann bitte auch gleich von den Narrativen:
Familie, romantische Paarliebe auf Lebenszeit und dem beschwörendem Dogma 'Das Kind braucht einen Vater' ... stimmt sowieso alles nicht!


Der Vater braucht das Kind!

Kinder sind kein Partnerersatz!

Das in die Pflicht genommene Elternpaar!



und als Nachsatz ein Zitat aus dem Artikel "Und dran bist du":
"Viele Partnerschaften zerbrechen nach der kritischen Kindererziehungsphase. Das Wechselmodell löst diesen Zustand kollektiv zugunsten der Männer auf, die ihre Ex-Frauen erfolgreich reproduktiv ausgebeutet haben. Zudem kann der Staat weitere Einsparungen vornehmen, wenn er nicht mehr für Unterhaltsausfälle einspringen muss. Wer hier von „Gleichberechtigung“ redet, geht der neoliberalen Ideologie auf den Leim – total flexibilisierte Kinder inklusive. Die weitgehende Teilnahmslosigkeit vieler postmoderner Feministinnen diesbezüglich spricht Bände. Ein Feminismus, der materialistisch sein will – und den wollen derzeit viele –, muss das Patriarchat im Kern als Ausbeutungsverhältnis begreifen." (Hervorhebungen von mir)



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30 April 2019

Recht und Gesetz

einer meiner FB Kommentare als Konzept für einen Post:

..eines sollte uns bei aller Begeisterung für die alten Kelten auch klar sein, hier finden wir bereits patriarchale Strukturen vor.
Die Wiedergutmachungsidee ist höchstwahrscheinlich noch ein Nachhall aus den Zeiten der matrifokalen Fürsorgegemeinschaften, die auch in ihrer Gesamtheit keine Gesellschaftsform darstellen (also kein Matriarchat), sondern als ursprüngliches Naturgeschehen zu verstehen sind.
Sobald der Begriff 'Recht' ins Spiel kommt, können wir davon ausgehen, dass Rechte dort geltend gemacht (und durchgesetzt) werden, wo die Gleichberechtigung für alle Individuen bereits auf der Strecke bleibt.
Recht und Unrecht – Gut und Böse – sind ab jetzt variable Begriffe und Maßnahmen. Vorher gab es sie in dieser aufgeladenen Bedeutung vermutlich gar nicht, genauso wenig wie die Vateridee.
Abgesprochenes oder bereits gesetzliches 'Recht' muss nämlich dann eingeführt werden, wenn das vorhandene Brauchtum des naturgemäßen Mütterkontinuums durch die ideologische Vateridee verfälscht wurde und sukzessive verloren ging. Und somit wurde die bisherige soziale Balance der matrifokal basierten Gemeinschaftsformen durch ersten Ausnahmen, Privilegien und Machtstrukturen überdeckt.
Die androzentrierte und patriarchöse Struktur der beginnenden anonymen Gesellschaftsform (Patriarchat) brauchte ein wirksames Regulierungsinstrument. Die ersten Formen der Rechtsprechung und diverse (göttliche) Gesetzte wurden erfunden und eingeführt. Dieses System wurde eine Art Selbstläufer, weil die androzentrierte Gesellschaft keine soziale Eigenregulation mehr besaß.
Unter anderem können wir die Die Zehn Gebote beispielsweise als pfiffige Maßnahme einordnen um das Miteinander in den ersten Männergeprägten Gesellschaften zu kontrollieren und zu regulieren. Frauen wurden zu dieser Zeit (in der alttestamentarischen Epoche) in diesen Patri-Kulturen bereits nur noch in einem Atemzug mit Sklaven und Vieh erwähnt.
'Recht und Gesetz' als solches hat bis heute viele Varianten durchlaufen und war oft genug nur eine Spielart diverser Willkürherrschaften. Daher können wir sicher sein, wenn wir den Begriff 'Recht' hören, hat immer schon das Patriarchat seine ungerechte Hand im Spiel!

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