25 Juni 2014

nachdenklich

... gestern Nachmittag rief mich nach langer Zeit eine Freundin an. Vor etwa zwei Monaten hatte sie eine Brust-OP und nun plagt sie sich mit irrationalen Schuldgefühlen. Statt in Ruhe zu heilen, kämpft sie verzweifelt um Normalität und bezichtigte sich der Faulheit. Statt einfach anzunehmen, dass sie von ihrem Lebensgefährten gut versorgt wird, hadert sie damit, dass ihr selbst das Staubwischen schwer fällt. Zweimal in der Woche geht sie schon wieder wie zuvor zum Sport, obwohl sie hinterher fix und fertig ist... ich fragte sie vorsichtig, ob sie denn wirklich das eigene Wohl im Auge behält?
Am Abend, relativ spät, rief mich eine andere Freundin an und... wir sprachen über ihre Brust-OP – es war ein einziges Déjà-vu! Sie unternimmt hektisch dutzende Maßnahmen um zu gesunden ... nimmt zusätzlich Heilerin und Heilpraktikerin in Anspruch und rast weiter durch die Welt, ohne sich zu schonen, so wie ich sie schon immer kannte und ihre Arbeitstermine sind auch nur aufgeschoben und keiner wurde aufgehoben. Ich würde sagen: Beider Ziel ist, so schnell wie möglich wieder so zu funktionieren wie zuvor.
Und jetzt frage ich mich: was weiß ich über meine wahren Bedürfnisse? Was brauche ich in diesem Moment und in der Zukunft, um froh, zufrieden und möglichst heil zu sein? Wie sehr lebe ich mit mir im Einklang?
Bei beiden Frauen habe ich den Eindruck, dass sie nicht wirklich wissen, was sie brauchen ... was ihnen fehlt, mal abgesehen davon, dass ihnen ein Stück, ein nicht unerheblicher Teil, ihres Körpers genommen wurde...

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Kommentare:

birgit hat gesagt…

eine jüngere kollegin steht das auch bevor
sie ist bemerkenswert tapfer und positiv gestimmt
und achtet sehr auf sich
wie sie sich fühlt
was sie leisten kann
wann sie sich ruhen muss
von ihr kann ich wirklich lernen
noch ist sie bei der chemo
bin gespannt wie es nach der op aussieht
ich find derzeit häufen sich diese diagnosen wieder...

Stephanie hat gesagt…

... ich war auch sehr erschüttert und den ganzen Tag heute ein bisschen neben der Kappe...
sich selbst jede Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, ist sicher das beste was frau tun kann... jedenfalls ist es immer ein längerer Verlauf und eigentlich ist nichts wirklich mehr wie es war...

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Vielleicht sollte ich auch mal über meine Erfahrungen mit dieser Theamtik schreiben. Aber....ich will gar nicht mehr darüber nachdenken.....es ist vorbei.....auch, wenn ich jeden Tag mit Nachwehen konfrontiert werde,......aber andere Beschwerden überschatten selbst die noch....
Liebe grüße
Rosi