05 Mai 2010

Ahninnen


… mir ist heute mal pathetisch und ich greife ebenfalls diesen Satz von L. Francia auf. Der Satz der mir bei aller Verehrung von Luisa, nicht so recht schmecken will...

„… jedenfalls bin ich keine berechenbare, heilige großmutter.“


Nun, ich denke das Problem ist das, was Luisa mit „berechenbar“ bezeichnet. Was da meint: angepasst, nett, auf dem Rückzug aus dem Leben, nicht mehr zuständig sein! An der Seite eines Großvaters die jungen Leute in ihrem eigenen Leben nicht stören. Denn die erfahren alles, was sie zum Leben und zur Aufzucht des Nachwuchses brauchen aus Büchern oder von Medizinern...


Nichts finde ich kraftvoll-individueller und innig verbunden zugleich, als das Großmutterdasein. Ich bin die Großmutter von heranwachsenden jungen Menschen, die, nach meinen Kindern (Töchtern), am meisten zu mir gehören. Das setzt weder meine Persönlichkeit außer Kraft, noch mutiere ich dadurch zum „Muttchen“. Im Gegenteil.


Die Mütter vor uns wussten noch um die heilsame, heilende, heilige Wirkung der Ahninnen, ihrer Vorfahrinnen. Selbst als das Kollektiv der Väter bereits mit Feuer und Schwert die Verbindung zu den Ahninnen gekappt hatte.

Ja, und auch wenn es euch schwerfallen sollte es so zu sehen, jede Großmutter gehört bereits zu ihnen, auch wenn sie noch nicht gestorben ist. Eine Frau macht eine andere zur Großmutter, indem sie ein Kind ins Leben schickt. Die Mutter der Mutter gehört jetzt zu den Müttern der Mütter. Das ist Leben, das ist Vergangenheit und Zukunft zugleich.

Es geht jetzt hier auch nicht darum, ob die einzelne Frau diese, ihre natürliche Kompetenz wahrnimmt oder ausfüllen kann. Sondern darum, wie wir bisher Mütter und Großmütter gesehen haben, wie sie in Herz und Hirn „abgespeichert“ wurden. Und an der Stelle lässt sich etwas ändern. Vor allem die Großmütter unter uns sollten ihren Platz bedenken, den sie eingenommen haben.Vielleicht wird es ja höchste Zeit der Welt zu zeigen, warum es schon immer die Großmutter gibt...

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Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Stephanie!
Schwierig.....
Auf der einen Seite, weißt Du ja, bin ich auch lieber in keinerlei Verpflichtung, weder der Mutter noch der Großmutter. Andererseits muss ich sagen, dass es schon wichtig ist, dass es Großmütter gibt, die ihre Erfahrungen an die Enkel weiter geben. Nur,...in unserer Gesellschaft ist das ja auch nicht gewollt. Die Alten werden ruhig gestellt, unter Drogen gesetzt und abgeschoben. Die Jungen sind dadurch leichter manipulierbar.....müssen ihre Erfahrungen selbst machen, was ansich ja auch nicht schlecht ist, denn daraus wächst wiederum das Wissen, dass sie später brauchen und ggf. auch weitergeben können.

Wie so vieles hat wohl auch dies seine zwei Seiten...oder mehr....
Dann sollte man auch an die Bestimmung, die Aufgabe, wie ich´n nun nenne ist egal, denken. Nicht Jede muss, soll oder kann eine Großmutter sein. Das ist sicher auch wieder individuell.....liegt im Bereicht jeder Einzelnen.

Sei lieb gegrüßt
und ich hoffe, es geht Dir schon besser....
Rosi

Stephanie hat gesagt…

"...in unserer Gesellschaft ist das ja auch nicht gewollt."

Aber das muss, nein das sollte, nicht so bleiben!

... ich weiß nicht wie oft ich noch darauf hinweisen muss ;-)
es geht nicht darum, dass alle Frauen Mütter oder Großmütter werden, sondern darum was wir bei den Worten empfinden. Wie ernst wir sie nehmen, unsere Mütter. Und ob wir uns der Bedeutung der Großmütter bewusst sind...

Meine Erkältung hält mich sozusagen noch in Atem. Ich hätte gern deine Übungen gemacht, aber ich kann grad nicht durch die Nase Luft holen...

beste grüße Stephanie

birgit hat gesagt…

der post war bezogen auf die 13 grandmothers
ich fühl mich als großmutter auch wenn ich real keine enkel habe
aber in bezug auf kinder in arbeit und bekanntschaft bin ich keine mutter mehr
und ich werbe immer für mutterbezug und großfamilie
bei einem inobhutnahmekind hab ich diese position erfolgreich vertreten
und festgestellt wieviel menschen das ähnlich sehen
prinzip hoffnung yeah
lg birgit

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Stephanie!
Die Bedeutung der Worte kann sich im Laufe eines Lebens auch ändern.
Vor nicht all´zu langer Zeit konnte ich das Wort "Mutter" noch nicht mal aussprechen......
Sei lieb gegrüßt ....und heile Dich....
Rosi

Stephanie hat gesagt…

... ja das ist gut! Dem Wort Mutter sollten wir wieder zu seiner Urbedeutung verhelfen.

Der Begriff der 'guten Mutter' ist zwar in all dem Medienzirkus, der uns so umgibt, in fataler Weise präsent, aber was wäre, wenn sich Mütter wirklich auf sich selbst und ihre Kraft besinnen würden?

danke für dein hier sein ;-) und mir geht es schon besser
Stephanie

Stephanie hat gesagt…

@ birgit, schön dass du wieder da bist.
Ich weiß, die Sache mit den 13 grandmothers! Das sagt mir eine Menge. Aber das Fass will ich nicht auch noch aufmachen.

Ich denke Mutter und Großmutter sein, ist nicht nur der Dienst vor Ort am Kinde, wie es immer so gern gesehn wird. Es ist eine Haltung, die wir in der Welt einnehmen!

yeah, Mutterbezug, Großfamilie, matriviviale Srukturen, da rennst du bei mir auch offene Türen ein, das tut so gut... ich schließ mich dem Prinzip Hoffnung gern an

ich grüße dich
Stephanie