17 Januar 2011

Glück


...menschlich sein macht glücklich, behaupte ich jetzt einfach mal. Oder...

Ein glücklicher Mensch stürzt andere nicht ins Unglück...

hört sich nach Kalenderspruch an, ich weiß und stimmt das auch?
Jedoch so oder anders herum, ich bringe glücklich und menschlich sein, in einen ursächlichen Zusammenhang. Glück ist nicht nur ein philosophischer oder esoterischer Begriff, es ist manifest, ein Grundmuster unseres menschlichen Seins, unser Wohlfühlfaktor. Dort, wo wir der Menschlichkeit, der Zugewandtheit und Beachtung begegnen, können wir befreit und zufrieden durchatmen, uns sicher und geborgen fühlen, glücklich sein.

Ich will jetzt nicht auf die vielen flüchtigen Augenblicke der Glückseligkeit eingehen, die uns streifen, berühren, aufsteigen wie bunte Luftballons, die uns die Tage verschönern und die Nächte versüßen. Sondern auf das Glücklichsein als eine Grundhaltung in meinem Leben. Glücklich für sich selbst und andere und damit ist nicht das saloppe Leben und Leben lassen oder das inakzeptable Jeder ist sich selbst der Nächste, gemeint.

Ist dieses grundlegende Glücklichsein jedoch im Angesicht des Wahnsinns, der allerorten tobt, überhaupt möglich? Im Wissen um die Zerrissenheit der Welt und all der Unmenschlichkeit die tausendfach jede Minute stattfindet, einfach nur glücklich sein, geht das? Wie geht das?

Immer wieder treten Situationen in unser, ansonsten hier so friedliches, Leben, die uns unsere Friedfertigkeit auch mal vergessen lassen oder wir verlieren gleich die Contenance.
Und wie reagiert mensch bei einer Naturkatastrophe oder als Zivilist in einem Kriegsgebiet, wenn uns nur noch Unmenschlichkeit umgibt? Können wir dann menschlich bleiben? Wann bricht sich die Urgewalt des Überlebenwollens Bahn und schadet dabei anderen? Oder verhält sich eine Mutter inhuman, wenn sie ihre Kinder mit allen Mitteln verteidigt? Vorausgesetzt die Mutter ist überhaupt in der Lage, sich zur Wehr zu setzten... und wenn ja, was bewirkt ihr heiliger Zorn?
Inhumanes Verhalten von dem wir hören, macht uns wütend, regt zum Handeln an oder sind wir direkt betroffen, lähmt es auch, lässt uns verzweifeln. Das Grauen, dem wir direkt gegenüber stehen, paralysiert und vernichtet die Basis von Glück.

Unmenschlichkeit zerstört Leben und menschliches Glück, das, denke ich, kann so stehen bleiben.

Was ist nun dieses Glück, diese menschliche Grundzufriedenheit und was hat sie dem Unglück, das nicht als fatales Ereignis, sondern als Ergebnis (un)menschlichen Handelns daherkommt, entgegenzusetzen?

Ich denke, ein verantwortungsdurchdrungenes, zutiefst humanes Verständnis für das eigene Sein und für mein jeweiliges Gegenüber, ein aus der Mitte heraus, bewusstes Geben und (An)Nehmen, sowie in Sicht- und Hörweite Menschenliebe fließen lassen, das ist schon mehr als nur die halbe Miete und eine richtig gute Voraussetzung für Glück, das nie so ganz allein gedeihen kann...

ich stelle mir immer wieder vor, dass auf diese Weise alle Menschen glücklich werden können und Inhumanität irgendwann... plop... verschwindet. Ach ja!


Liebe Karin, Danke für die Anregung auf deinem Blog writresscorner zu dem Thema, das mich bewog auch meine Gedanken frei zu lassen....

Kommentare:

Karin hat gesagt…

Bitte gern geschehen, Stephanie.
Ich glaube ja an Felderbildung. Wenn ich für ein glückliches Umfeld sorge, in dem Sinne, wenn es mir gut geht, dann verbreite ich eine Atmosphäre von Glück. Wenn ich, da wo kann Anteil an den Problemen meiner Mitmenschen nehme und ihnen Unterstützung gebe, reiche ich etwas weiter. Wenn ich mein Leben so "human" wie möglich lebe, dann schaffe ich ein Feld, zeige das es möglich ist. Mein Leben, also mein Feld, berührt andere und löst Reaktionen aus. Für das persönliche Glück sorgen wird oft als Selbstsucht ausgelegt. Das sehe ich nicht so. Ich sorge gut für mich, bin mir selber eine gute Mutter. Das ist einfach Eigenverantwortung und gleichzeitig Beitrag zum Allgemeinwohl.
Mir hat mal eine Frau der DKP vorgeworfen, dass unsere Art zu leben, einfach Inselbildung sei, und nichts bringt. Das sehe ich gar nicht so. Viele kleine, glückliche, menschliche Inseln, bilden schnell einen Kontinent. Irgendwo muss mensch anfangen die Inhumanität zu bekämpfen, am Besten bei sich selber in dem er/sie sich weigert daran teilzunehmen.
Alles Liebe Karin

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Herje, jetzt bist Du fleißiger als ich....grins...
Irgendwie ist bei mir Flaute!
(....bin wohl zu sehr mit meinen Tagträumen beschäftigt....noch mehr grins...).

Ja,....es geht,...obwohl es mitfühlenden Menschen sehr schwer fällt.
Ich kann ja grundlegend nichts daran ändern, dass es so ist, und "Die", die es könnten, tun es nicht...im Gegentiel, die haben die Welt erst so eingerichtet.
....und die Schuld kann ich mir daher auch nichzt auf die Schultern laden.

Menschlich bleiben wir allemal, wozu auch gehört, dass wir anderen töten.
...noch ein Grund mehr nicht fern zu sehen, sich nicht unbedingt in Gefahrensituationen zu begeben,....na ja, aber auch nicht zu übervorsichtig zu sein,....sonst vergessen wir am Ende noch zu leben.

Es wird immer ein paar Wenige geben, die nicht genug bekommen können und denen andere völlig egal sind,....wie die wenigen Familien, die derzeit die Welt im Griff haben.
Sei ganz lieb gegrüßt
Rosi

birgit hat gesagt…

*Frage nicht, was die Welt braucht, sondern was dein Herz zum Singen bringt, und bemühe dich dann darum. Denn die Welt braucht Menschen mit singenden Herzen.*
seinerzeit bei http://nimien.wordpress.com/ gefunden und versucht zu be'herz'igen
lg birgit

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Jetz habe ich mich doch dazu verlieten lassen "Als alle Menschen noch Schwestern waren" zu kaufen, weil....ich´s auch auf der Moonpower-Seite gesehen habe, wo ich nur noch selten bin.
Du kennst es ja. Ist es gut?
Sei lieb gegrüßt
Rosi
(P.S.: Ich muss verrückt sei....pfff..mein armes Konto...).

Stephanie hat gesagt…

Liebe Karin, da sind wir voll auf einer Wellenlänge...
ganz liebe Grüße Stephanie


Hallo Grey Owl!
Na, mein Fleiß hält sich in Grenzen...
du schreibst von Famillien, die die Welt im Griff haben, ich denke das sind wohl eher die Familienoberhäupter...
ganz dolle Grüße
Stehpanie
ach und Glückwunsch zum Buch...



Liebe Birgit
ein sehr weiser Spruch, nehmen wir ihn uns zu Herzen...
es grüßt dich Stephanie

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Danke!!