18 November 2010

Warten auf...


Die aktive Passivität  oder Was ist Warten? 


Die Erwartung des günstigen Augenblicks, des großen Glücks? Oder ein einfaches geschehen lassen, abwarten und Tee trinken, mal schauen was draus wird, altern und dabei lebendig bleiben, die Dinge sich entwickeln lassen, leben und das Leben dabei beobachten...  

… Warten heißt nicht im Hoffen erstarren. Wir warten ständig auf etwas. Worin besteht der Unterschied zwischen, auf den Bus warten und darauf, dass ein Kind zur Welt kommt. Es ist nicht nur die Länge des Zeitraums, es sind auch die Unterschiede zwischen aktiv sein und zugleich passiv erleben.

Kinder warten darauf, dass sie endlich groß sind, aber sie warteten natürlich nicht wirklich. Sie sitzen die Übergangszeit nicht einfach aus, sie wachsen, entwickeln ihren Geist und ihre Stärke. In Bezug auf das Warten befinden sie sich in einer aktiven Passivität. Denn so oder so, es geschieht. Das Kind wächst, es reift, durchläuft die Phasen, die jeder Mensch erlebt.


Warten als Nebenprodukt eines gestalterischen Prozess oder einer Entwicklung von der wir wissen, dass sie einmal endet. Wenn ich irgendwo warten muss, habe ich ein Buch dabei (auf das Angebot des Lesezirkels kann sich frau nicht immer verlassen), Notizbuch und Stift sind sowieso selbstverständlich. Ich habe in Wartezimmern schon Gedichte geschrieben. Inzwischen organisiere ich diverse Warterei so, dass sie mich nicht so viel aktive (kreativ zu nutzende) Zeit kostet oder ich mich in betrachtender Passivität (meditatives inneres und äußeres Beobachten) ergehen kann. 


Warten kann auch sehr ergiebig sein...

Kommentare:

Irmi hat gesagt…

Liebe Stephanie,
eigentlich ist unser ganzes Leben ein Warten: Ein Warten auf Morgen, ein Warten auf einen lieben Menschen und das Warten auf die unbekannte Zukunft.
Ich habe dem Warten auch die positive Seite abgewonnen. Indem wir Warten, können wir Gedanken nachgehen, die sonst vielleicht verborgen blieben.
Liebe Grüße
Irmi

birgit hat gesagt…

warten
auf die schwester
auf den arzt
in wartezimmern
auf ergebnisse
auf die schlußfolgerungen daraus
ich stricke wollsocken
abwarten und tee trinken
warten
allerliebste grüße birgit

irkas welt hat gesagt…

also ich kenne keine Frau, die einfach nur warten kann. einfach nur dasitzt oder steht und wartet. ich sehe dann Strickzeuge, Bücher, Telefone, Gespräche, Notizbücher, Stopfzeug (bei mir derzeit)...:-)
Mir fiel es bisher schwer, diese Zeit, die ich verwarte, auch dann als positiv verlebte Zeit zu sehen, wenn ich nichts tue (außer eben warten). Jetzt fahre ich alle Systeme auf Standby und versinke im Nichtgefühl. Ich sitze einfach da. Ich beobachte nicht, denke nur wenig, reflektiere nicht, mache nichts, sitze da und meditiere so vor mich hin... Psychohygiene:-) für einen Hippel

frieda hat gesagt…

Hallo Stephanie,
bei deiner Unterscheidung der verschiedenen Arten des Wartens fiel mir das Wort "erwarten" ein.
Das trifft vielleicht ganz passend den Zustand des "aktiven" Wartens.

*Hihi* - so abgegrabbelte Fledder-Zeitschriften in Wartezimmern find ich manchmal auch bissl eklig zum Anfassen *g* - wer weiß, was für Leute da schon "den Finger angeleckt und umgeblättert" haben (igitt....)
Bei meinem ehemaligen Hausarzt war das so, da hab ich dann aus Mitleid mal einen ganzen Stapel alter Zeitschriften hingeschleppt, damit ich das nächste mal nicht zum x-ten mal die schon seit 10 Jahren bekannten Privat-Geschichten von Heino oder so lesen muss, die ich dann bereits im Wortlaut kannte.... *gg*

Stephanie hat gesagt…

Danke ihr Lieben, Warten und Erwarten ist in der Tat nicht das Gleiche...

von mir hat meine Schwester mal verlangt, dass ich im Auto auf sie warte (etwa eine Stunde), wobei mir spontan herausfuhr: ich bin doch kein Mann!

Ich kenne auch keine Frau, die gern einfach so die Zeit verstreichen lässt, ohne lebendige Tätigkeit...

liebe grüße Stephanie