01 Dezember 2010

Es ist für uns eine Zeit angekommen...


Familienerinnerungen, religiöse Traditionen, volkstümliches Bräuche …
jeder kann sich heute aus den inzwischen reichlich vorhandenen Versatzstücken rund um Weihnachten ein schönes Fest kreieren. Mit und ohne christliche Bedeutung, die Möglichkeiten vermehren ständig sich auf wunderbare Weise.
 
Weihnachtliche Gefühle hin, Konsumterror und Kitsch her. Wenn wir schon drei Wochen vorher vom Weihnachtszuckerguss genervt sind und uns „oh, Tannenbaum“ zu den Ohren heraus hängt, können wir auch einfach nur an den eigentlichen, ursprünglichen Anlass denken. Wir bewegen uns und das ist inzwischen allen bekannt, in einer seit altersher überlieferten Festperiode, in der auch der Advent auf uraltem Brauchtum aufbaut. Es gilt sich vorzubereiten, zu rüsten für die Geweihten Nächten.

Ganz gleich wie sich das Wetter, das Klima, dereinst zeigte, ob die Luft milde wehte oder Stürme tobten, ob es vor Kälte klirrte oder der Schnee die Welt verhüllte, der zuverlässig stattfindende Wechsel vom Dunkeln ins wiederkehrende Licht, war der wirkliche Anlass zur Freude und zum Feiern. Für unsere Vorfahren ein wichtiges Geschehen auf der Jahresbahn. Die Wende im Jahreskreis. 


Die dunkle Zeit neigt sich dem Ende zu, bald haben wir die längste Nacht und den kürzesten Tag. Der Moment der Wintersonnenwende ist der tiefste Punkt, ab da werden die Tage wieder länger, das Licht kehrt langsam zurück. Das wiedergeborene Lichtkind besiegt die Dunkelheit und allmählich wird es immer heller - ein Grund zur Freude.

Und denken wir daran, dass die heiligen Nächte von je her auch die Zeit und das Fest der Mütter war!

In der christlichen Tradition erfahren wir deshalb von Mutter Maria, die auf Reisen ihr Kind in einem Stall zur Welt bringt. Sie
findet Erwähnung als Mutter des Herrn, der seine ersten Tage unter so unwirtlichen Umständen vielleicht nicht überstanden hätte, wäre er nicht nach mütterlicher Art fürsorglich gestillt, liebevoll und gütig versorgt und gewärmt worden. 

Die weihnächtlichen Tagen sind eine gute Zeit, die Mütter zu ehren.  Nicht die Söhne, Mütter retten tagtäglich die Welt. Die Weihnacht ist der eigentliche Muttertag.

Und die Zeit zwischen den Jahren ist auch eine besondere, geheimnisvolle Zeit, in der wir den Wesen begegnen, die heute Zeit keinen Platz im lauten Alltag haben, die wir kaum noch wahrnehmen. 


Frau Holle mit ihren Holden und Heimchen zieht umher. Weises Sagen fliegt durch die Luft. Fangen wir es auf. Die rauen Nächte sind die überlieferte Zeit des Lozen, des Sehens, des Wissens! Es ist die Zeit, da die Räder still stehen, Frauen nicht spinnen und weben, nicht putzen und waschen und keine Wäsche auf die Leine hängen sollten. Meine Mutter hat sich noch an das Gebot gehalten und an mich weiter geben. Der Sinn der Arbeitsruhe liegt im Loslassen und Besinnen.

Also dann jetzt schon mal, einen schönen, geschäftigen Advent, eine weihevolle und ruhige Weihnachtszeit und merkt euch eure Träume in den zwölf Rauhnächten...

Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

....und wie gern würde ich mit Dir zum Schlangenberg fahren,...in der Zeit zwischen den Zeiten,...mit anderen Frauen Angelika Aliti zuhören....
Sei ganz lieb gegrüßt
Rosi
P.S.: Habe eine Einladung zum Seminar bekommen und gleich an Dich gedacht. Aber bei der Kälte......wohl eher nicht, auch,....wenn´s sehr Schade ist.
Wir hören uns....

birgit hat gesagt…

das gibts dies jahr auch hier
nur die freude über das wiedergeborene licht
und vielleicht wiedererlangte gesundheit
eins nach dem andern
schritt für schritt
liebe grüße birgit

`Christa hat gesagt…

"Die rauen Nächte sind die überlieferte Zeit des Lozen, des Sehens, des Wissens! Es ist die Zeit, da die Räder still stehen, Frauen nicht spinnen und weben, nicht putzen und waschen und keine Wäsche auf die Leine hängen sollten. Meine Mutter hat sich noch an das Gebot gehalten und an mich weiter geben. Der Sinn der Arbeitsruhe liegt im Loslassen und Besinnen."

Gerade gestern erst habe ich mich noch einmal mitr den Rauh-oder Losnächten beschäftigt, mit der Wilden Jagd und den Träumen. Bei uns im Norden sagten wir "Zwischen den Jahren". Alles Gute auf dem Schlangenberg oder wo immer ihr sein mögt!

Christa