08 Januar 2011

Verständnis


...schon als Kind gingen mir Fabeln auf den Geist! 
Genau, das sind diese Geschichten in denen Tiere menschliche Denkungsart zum Besten geben, in Illustrationen auch noch mit Kleidung und Gestus den Menschen ähneln und deren engstirnigen, moralischen Vorstellungen unterliegen.

Und das Thema wird immer wieder gern aufgegriffen, um patriarchales Lebensgefühl auf so ziemlich jede Tierart übertragen, die es gibt. Ob Ameisen, Fische oder Bienen, alle werden gern immer wieder dem zur Zeit praktizierten Kleinfamiliendogma unterworfen. 
 
Tja, es tut mir leid, aber ich kann Findet Nemo einfach nicht lustig finden. Diese völlig absurde Ausgangssituation: ein FischVater sucht seinen verlorenen, kleinen FischSohn und dann die Glückseligkeit, wenn sie sich wieder in den Flossen liegen! Geht es noch blöder?

Neulich wurde im Fernsehen eine abstruse Bienenstory gesendet (bei Zeichentrick kann ich nicht anders, ich muss da wenigstens mal reinschauen), die mich schon nach wenigen Minuten anschwellen ließ, wie nach einem Bienenstich. Die Biene, um die es ging, war natürlich ein junger BienenMann (Hallo!), der mit seinen kleinbürgerlichen BienenEltern in einer (mit für Menschen typischen Einrichtung) netten Einfamilienwabe lebte. Mit Honig-Swimmingpool! Der BienenHeld war irgendeinem Komplott auf der Spur und er wollte auf gar keinen Fall sein Leben lang einem öden Job im Bienenstock nachgehen... Maja, wo bist du?

Natürlich gibt es auch andere (Kinder und Tier)Geschichten. Erzählungen, in denen die Lebensart von Tieren authentisch dargestellt wird und die Verständigung mit den Menschen ist, wie sie ist … denn verbringen wir Zeit mit anderen Wesen, können wir sie früher oder später auch verstehen. Ich bitte jedenfalls Kätzchen Irma und Kater Max und die Hamster und Meerschweinchen um Geduld mit mir...




Kommentare:

birgit hat gesagt…

ich habe nie verstanden warum fuchs und wolf als böse und verschlagen dargestellt wurden
und das mit der hexe und der bösen stiefmutter sowieso
zum glück gabs schöne bücher als die kinder klein waren
leider hatte ich damals noch keine antwortansätze auf meine patriarchatskritik
aber zweifel konnt ich säen
und nun trampel ich mal wieder auf der armen katerseele rum und werf den staubsauger an
ich gemeine
lg birgit

Irmi hat gesagt…

Liebe Stephanie,
das hast Du gut geschrieben. Ja warum brauchen wir diese Fabeln?
Warum erdreisten wir uns, Tiere in gut und böse einzuteilen? Jedes Tier hat seine Berechtigung zu leben. Genau, wie kein Mensch von Grund auf böse ist, so ist das auch bei den Tieren. Sie müssen auch fressen um zu überleben.
Und ich finde es auch schlimm, wenn wir die Tiere zu sehr vermenschlichen.
Gehört das Kätzchen unbedingt ins Bett oder gar der Hund? Ich habe da so meine Bedenken.
Liebe Grüße - und schön mal wieder von Dir zu lesen -
Irmi

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Ja, ja, liebe Stephanie, so ist das mit "dem Verstehen" halt......

Früher ist mir so was nie aufgefallen, erst seitdem ich Luisa Francia u.a. gelesen habe, und.....ncoh viel deutlicher,....seit ich Dich kenne.
Und nu.....guck´ich noch weniger fern......
Sei ganz lieb gegrüßt...
und einen schönen Sonntag wünsch´ich Dir
Rosi

frieda hat gesagt…

Hm... wahrscheinlich falle ich hier bisschen aus dem Rahmen (hoffentlich keine Ächtung ;-)) - aber ehrlich gesagt - ich finde sowas nicht schlimm, sehe da auch nichts patriarchalisches, sondern empfinde es einfach nur als eine phantasievolle "Übersetzung" von menschlichen Beobachtungen in eine andere "Sprache" - so ähnlich, als würde man ein Szene aus dem echten Leben mal umschreiben auf einen lustigen Hochzeits-Sketsch oder ein ernstes Drama oder was weiß ich. Oder als würde man einen Zeitungsausschnitt mal als Strickmuster darstellen. Ich seh da künstlerische Freiheit und seh das nicht so eng.
So in der Art irgendwie...

Stephanie hat gesagt…

liebe birgit,
ganz recht, Literatur ist nicht immer nur harmloses Geschichtenerzählen und wenn genügend andere in einem bestimmten Sinne gesponnen werden, gibt bestimmt auch den erhofften Paradigmenwechsel...
dein Kater und der Staubsauger sind also keine Freunde? das kann ich gut verstehen
viele beste Grüße Stephanie




Liebe Irmi,
ich möchte lieber nicht wissen, was Tiere so von den Menschen denken! Du hast schon recht, der gedankenlose Umgang mit dem Tier ist doch immer noch viel zu sehr verbreitet.
ganz liebe Grüße Stephanie




Liebe Rosi,
ich hoffe du hattest einen schönen Sonntag und leidest nicht zu sehr unter den Einschränkungen...
ich grüße dich
Stephanie




liebe frieda,
das stimmt ja auch was du schreibst, diese Fabelgeschichten sind auch ein literarischer Kunstgriff um Meinungen zu transportieren, die man sich so gerade heraus nicht auszusprechen traute. Doch wird dabei eben das Menschsein zu sehr dem Tier übergestülpt und das trägt mE nicht dazu bei, das Tier seiner Würde und Existenzberechtigung als gleichwertiges Wesen zu sehen... oder so ähnlich ;-)
tierisch-literarische Grüße Stephanie