Lebendiges Matriarchat Teil III
Kritik am Patriarchat und die Mütterliche Ordnung
Wir
leben unbestreitbar im Patriarchat. Das ist die Bezeichnung
unseres Gesellschaftssystems, die allgemein anerkannt ist und die in
etwa die Herrschaft der Väter bedeutet, bzw. so verstanden wird. Folgen wir der (auch umstrittenen) Argumentation von H.
Göttner-Abendroth, welche den Begriff Matriarchat als „am Anfang
die Mütter“ übersetzte und die Epoche der Mütterlichen Ordnung
nicht etwa als eine „Mütter-HERRschaft“ definiert, so könnten
wir bei der Definition von Patriarchat durchaus in berechtigter Weise
sagen: am Anfang die Väter. Was allerdings bedeutet hier Väter, beziehungsweise der Vater?
Die Vaterbezeichnung, die sich von dem
einstigen Inhalt „Herr“ abgekoppelt hat, existierte nicht in der
langen Zeit, vor der Epoche, die wir als Patriarchat bezeichnen. Der
(patriarchale) Vater (als Benennung aber auch als Begriff), so wie
wir ihn heute verstehen, ist eine Mischung aus (Er)Zeuger und doch
immer noch als Herr über jene, die unter ihm angeordnet sind. Der
fürsorgende Vater ist eine Erscheinung der Moderne.
Wenn wir heute die sogenannte „soziale Vaterschaft“ in die Vergangenheit projizieren und alle Mutterbrüder als soziale Väter identifizieren, dann ist das innerhalb der erweiterten Sippe auch nicht ganz verkehrt. Irgend einem Kind war der Bruder einer Mutter eben auch „Vater“ und versorgte somit anderer Brüder Kinder. Mit seiner Schwester Kinder war er immer noch mehr blutsverwandt, als mit dem Kind an dessen Entstehung er beteiligt war.
Diese Anschauung einer matrilineare und direkte Verbundenheit ist uns heute völlig fremd geworden. Wir haben uns so an die totale Herrenmacht über das Kind und das Prinzip des Verursachers gewöhnt, dass wir eine Vorstellung wie: Kinder fallen unter die Verantwortung der ganzen Sippe, egal welches Spermium daran beteiligt war, einfach nicht zulassen können.
Wenn wir heute die sogenannte „soziale Vaterschaft“ in die Vergangenheit projizieren und alle Mutterbrüder als soziale Väter identifizieren, dann ist das innerhalb der erweiterten Sippe auch nicht ganz verkehrt. Irgend einem Kind war der Bruder einer Mutter eben auch „Vater“ und versorgte somit anderer Brüder Kinder. Mit seiner Schwester Kinder war er immer noch mehr blutsverwandt, als mit dem Kind an dessen Entstehung er beteiligt war.
Diese Anschauung einer matrilineare und direkte Verbundenheit ist uns heute völlig fremd geworden. Wir haben uns so an die totale Herrenmacht über das Kind und das Prinzip des Verursachers gewöhnt, dass wir eine Vorstellung wie: Kinder fallen unter die Verantwortung der ganzen Sippe, egal welches Spermium daran beteiligt war, einfach nicht zulassen können.
Wenn heute an allen möglichen
Eckpunkten der Gesellschaft Patriarchatskritik betrieben wird, so
kommen wir auch um die kritische Betrachtung des grundsätzlichen Vateraspektes nicht herum. Frau
kann diese Art der Kritik über die eigene Befindlichkeiten
formulieren oder aber immer wieder einen Schritt zurück zu treten
und die gesellschaftliche Dimension zu betrachten, um darin die
allgemeingültigen Muster zu erkennen. Und bestimmt wird eines Tages
aus der Kritik ein Ausstieg aus dem Patriarchat. Was uns (und mit uns
meine ich sowohl die einzelne, bewusst lebende, Mensch, ebenso wie
die amorphe Masse der Gesellschaft) jedoch nicht der Mühe enthebt,
das wirkliche, das menschliche soziale Näheverhalten als
zukünftige „Matriarchatsbewohnerinnen“ erst wieder zu
lernen. Und das wäre so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir
heute so gewohnt sind.
- Selber selbstverständlich ganz präsent zu sein, so dass sich unsere Angehörigen auch entspannt auf unsere Anwesenheit verlassen können.
- Nähe ertragen, ohne die patriarchösen Vorurteile ständig abzurufen. (Die Menschen zu denen wir gehören und die uns angehören, die wir lieben und von denen wir uns geliebt wissen, werden im matrivialen Kontext auch morgen noch für uns da sein, körperlich und in Ruf und Sichtweite und nicht, wie wir es derzeit kennen, weit weg und nur in Gedanken bei uns).
- Von den uns anverwandten Person alles zu erwarten und auch anzunehmen. Dabei gilt es das „Kindchenschema“ zu verlassen und nicht von zufälligen Liebespartnern die Leistungen zu verlangen, die uns die Welt bisher vermeintlich schuldig blieb, für die jedoch eigene Sippe zuständig war. In einem geborgenen Umfeld (in matrivivialen Strukturen) aufzuwachsen, bedeutet eben nicht, den spürbaren Mangel zu erleben, den wir heute alle so gut kennen.
- Menschliche Geborgenheit, das heißt, schützende und vertrauensvolle Nähe, eine (nicht permanent sexualisierte) Intimität und unbedingte Verlässlichkeit ebenso im Alltag, wie auch bei außergewöhnlichen Vorkommnissen (Schicksalsschlägen oder großes Glück), könnten wir ohne Limit erleben. Denn wir sorgen selbst auch dafür, dass dieses für die (uns durch Geburt) Angehörenden dauerhaft spürbar ist. Ich bin überzeugt davon, dass vieles von dem nervtötenden und gefährlichen Männerverhalten entfallen würde, wenn Männer nicht von klein an der Geborgenheit und Gemeinschaft beraubt würden.
- Ein deutliches Bekenntnis zur Mutter ablegen. Matrilineare Angehörigkeit als selbstverständlich begreifen. Den Begriff der Eltern wieder auf alle angehörenden Älteren umdeuten und die Herkunftssippe als mütterlich-weiblich sehen.
Ein solches bewusstes Leben zu führen
bedeutet auch im Sinne einer natürlichen Mütterlichen Ordnung,
einen eigenen Kodex zu leben. Was nützen einer Frau all ihre
Künste, wenn sie diese nicht zum Wohle und Nutzen ihrer Angehörigen
anwenden kann. Wir leben und wirken nun mal nicht allein.Unser
menschliches Dasein macht nur in der Gemeinschaft einen Sinn. Sicher
kann Mensch auch als Eremit im Wald oder als bindungsloser Single in
der City leben. Doch auch der einsamste Mensch stammt ursprünglich
aus einer Menschengemeinschaft und das ist nicht das Gleiche, wie die
anonyme Gesellschaft, die als diffuse Normatierung unseren Alltag
beherrscht. Die auf die
Gemeinschaft der Angehörigen bezogene gegenseitige Versorgung bringt
einerseits emotionale Zuwendung hervor, andererseits festigt
diese Zuwendung und Fürsorge die Gemeinschaft. Es ist diese
Wechselwirkung, welche die menschliche Mütterlichkeit, als ein
Ausdruck von Lebensorientierung und -intelligenz zu der menschlichen
Kompetenz überhaupt macht.
3 Kommentare:
ich hab es natürlich schon ein paarmal gelesen und bisher nur nicht kommentiert weil ich nur
"ja seh ich auch so"
drunter schreiben kann
bisschen wenig aber eh hier weiter 0 kommentare steht und es so aussieht als liest hier keine...
also
ja seh ich auch so und ich bemühe mich nur leider ist bei mir nur wenig mutterfamilie vorhanden
aber ich trage die nachricht in die welt
meine hier
nicht sehr groß aber wer weiss
giggle
lg birgit
liebe stephanie,
neben deinen inhaltlichen "perlen" gefällt mir deine liebevolle sprache sehr, in der du sooo wichtiges in die alltägliche wirklichkeit transportierst, auf dass es sich dort entfalten möge!
man spürt förmlich, dass du aus dir selber sprichst, dass du lebst was du sagst, eben authentisch bist!
es war schön, hier zu gast gewesen zu sein, ich werde wiederkommen!
liebe grüße - faye (von "gaia mutter erde")
Solange Frauen die Aufnahme in früher Männern vorbehaltene militärische Kampfverbände für Emanzipation halten, solange ist das Patriarchat sogar eher dabei, sich weiter zu verfestigen. Die "Müttergesellschaft" war eine hierarchie- und gewaltfreie Veranstaltung.
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