11 März 2010

Wider die Sprachnorm...


Ich lese sehr gern den Sprachblog von Luise Pusch: fembio. 
Und ich wende ebenfalls gern die inzwischen schon zahlreichen feministisch / weiblichen neuen Wortschöpfungen an, die mich überzeugt haben. Es gilt aber nicht nur neue Worte zu erfinden, sondern auch die vorhandenen in anderen Zusammenhängen nutzen und neu oder weiblich oder folgerichtig zu definieren.

Ein Reibungspunkt ist auch immer noch der Begriff Matriarchat. Freundin Lilly möchte ihn gar nicht mehr verwenden, da die allgemeine Auffassung davon so kruss*, so verdreht ist und immer noch mit Vorstellungen einhergeht, die Frauen mehr erschrecken als die Patriarchose, in der sie leben. Ich wende das Wort matriarchal auch nur noch an, wenn ich den mütterlichen Ursprung, die egalitäre Urgesellschaft meine. Ich greife jetzt gern auf die Bezeichnung matrivivial zurück, es hat so eine so lustige Nähe zu trivial, im Sinne von einfach, leicht und simpel - das lebendige, ursprüngliche Sein.

Und das ist es ja wirklich - einfach! Den mütterlichen Ursprung, das um die Mutter gruppierte Leben, die Sozial- und Kulturkraft der Mütter, gab und gibt es schließlich tatsächlich. 

Der Vaterursprung ist reine Fiktion. Die andere, inzwischen verinnerlichte Bedeutung von Patriarchat, die Herrschaft der Väter im kollektiven Sinne, leider nicht.

* kruss – krustig, kraus, verknistet

Kommentare:

birgit hat gesagt…

ich muss gestehen ich bin immer zu ungeduldig für diese definitionsfragen und benutze daher immer noch matriarchat weil matrivivial will mir noch nicht so leicht über die zunge
die a empfinde ich als wärmer als die spitzigen i giggle naja
aber stimmt schon
immer wieder faszinierend mit wie großen leeren augen ich angesehen werde wenn ich diese mutterzentrierten gedanken äussere
aber ich treffe auch kolleginnen die ähnlich denken wie ich
aber noch nicht diesen hintergrund verwenden
ach das wird schon
liebe grüße birgit

Stephanie hat gesagt…

...da hast du wohl recht liebe Birgit. ich mache auch einen Unterschied zwischen (schnell) sprechen und schreiben, aber das ganz normale Umfeld ist nur bedingt bereit für diese Gedanken. Selbst bei ganz vertrauten Menschen stoße ich auf manch Unverständnis...