16 Juni 2010

Nachlese


Beim Scrollen in meinem Tagebuch stieß ich auf folgenden kurzen Eintrag. Da ich letztens erst wieder mit meiner Freundin über Konditionierungen der Kindheit und deren Auswirkungen bis ins ins Heute, debattierte, setze ich diese Gedanken von vor vier Jahren kurz mal ein...

28.07.2006
Irgendwo habe ich folgende Frage gelesen: Frage dich, ab und an, ob das Kind, das du warst, einverstanden ist mit dem was du aus ihm gemacht hast?

Da drängt sich mir doch gleich noch eine andere Frage auf:
Habe ich das wirklich alles selbst und allein aus mir gemacht?

Ist es nicht eher so, dass ich immer wieder freilegen muss, was andere verschüttet haben? Dass ich aufrichte, was verbogen und verkrüppelt wurde, dass ich rette, was fast verloren schien!

Es ist leicht die totale Verantwortung einem Menschen für sein „So sein“ zuzuschieben und ihn damit allein zu lassen. Nicht immer gelingt es jedem gegen die, ihn umgebenen Widerstände und den Konditionierungen aus jungen Jahren, zu sich Selbst zu finden.

Wie oft habe ich diese, fast schon infamen Hinweise bei auftretenden Problemen gehört, wie „Sieh doch erst einmal, ob es nicht an dir liegt?“ oder „ Schau hin, was es dir zu sagen hat?“ 
 
Auf diese Weise selbstquälerisch gut mit sich beschäftigt zu sein, verhindert oft genug, dass einmal eine mit der Faust auf den Tisch haut und sagt: Ich weiß, was es mir zusagen hat, denn ich kenne mich selbst am besten. Ich fordere Achtung und verbiete mir jedes schlechte Benehmen!

Also: Schluss mit niedlich, angepasst, autoritätsgläubig und demütig!
Oder wie meine Tochter zu sagen pflegt: Wenn du ein Problem nicht lösen kannst, kannst du dich auch von dem Problem lösen!

Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Stephanie!
Auch wenn Du Frauen meinst, nehme ich jetzt mal das Beispiel Jörg.....Göttin, was da alles versaut wurde....im umgekehrten Sinne. Auch Jungen werden konditioniert, manipuliert und mißhandelt. Das ist auch der Grund, warum ich mit Jörg nicht über "solche" Themen reden kann. Er hat das umgekehrt erlebt.
Warum seine Mutter so geworden ist,.....tja, "Das" ist der Punkt.
Und "so" wie er ist, muss ich mit ihm zurecht kommen,....obgleich er sich doch nun endlich Mühe gibt.
So stoßen zwei recht unterschiedliche Eerziehungen in einer Beziehung hier zusammen.

Diese alten Muster, die immer noch in uns beiden stecken wollen in einem Alltag zusammenbegracht werden,.....ist oft nicht einfach.

Aber das ist nur eine, unsere Beziehung. Es gibt unzählige Andere, wo das völlig anders läuft.

Ich war noch nie niedlich, angepaßt und schon gar nicht autoritäsgläubig.
Demut,...ist eine andere Geschichte. Hier ist die Frage: Wem gegenüber. Sicherlich nicht dem übergriffigen Mann.
Mit dem Wort Demut verbinde ich ganz andere Werte, weil Demut für mich, in der Bezeihung wie Du sie beschreibst, noch nie zur Debatte stand.
Ich war schon immer aufmüpfig, auch wenn ich als Kind und Jugendliche noch Probleme damit hatte. Heute, sieht das ganz anders aus.
Ganz liebe Grüße,
und einen schönen Tag wünsche ich Dir.
Rosi
P.S.: Ich bin schon neugierig auf,......na Du weit schon...

Sofasophia hat gesagt…

Clevere Tochter, weise Erkenntnis. Bei so einer Mutter kein Wunder!
lieb grüßt, Sofasophia

Stephanie hat gesagt…

@ Grey Owl
Natürlich betrifft es nicht jeden im gleichen Maßen und es gibt immer angepasste oder rebellische Kinder. Aber mal unter uns, wer nicht konditioniert ist, werfe den ersten Stein... ;-)

Stephanie hat gesagt…

@ Sofasophia
Danke, das tut gut!
liebe Grüße Stephanie