14 November 2010

Von Säulen, Ringen und einer grundsätzlichen Frage

Die Säulen der Erde ist so ein Buch, bei dem ich lieber auf die Verfilmung gewartet habe. Jetzt ist sie da... und ich werde sie mir bestimmt mit dem guten alten Videorekorder aufnehmen und auch ansehen.

Mit dem Herrn der Ringe erging es mir ähnlich. Ich habe das Buch einst angefangen zu lesen. Aber irgendwann legte ich es aus der Hand, da in der durch und durch maskulinen Welt, welche vor mir ausgebreitet wurde, das Leben aus dem Nichts zukommen schien und nur zerstört und vernichtet wurde. Geschenkt, dass die Kräfte des sogenannten Guten dagegen ankämpften. 

Kam in dem Buch überhaupt ein weibliches Wesen vor, also als wirkliche Protagonistin? Gut ich weiß es nicht, da ich mich dem Buch etwa ab Seite 111 verweigerte und der Film von der Originalfassung etwas abweicht. Ein dreiteiliges Epos ohne Liebesgeschichte ginge ja gar nicht...

Natürlich war ich auch gerührt, als Frodo sich drei Filme lang durch grausame Natur und mit Ungeheuern auf den Fersen bis zu jenem Berg durchkämpfte, an dem er endlich den vertrackten Ring los werden konnte. Und zum Schluss dann die schöne, unvermeidliche Hochzeit. Eine Elbenprinzessin, die auf ihre Unsterblichkeit verzichtet, um an der Seite dieses unglaublich guten (und attraktiven) Mannes alt zu werden - allein der Kopfschmuck des Brautpaars, es gab da so Details in dem Film...!

Aber Hauptteil der Darstellung sind die Kriegshandlungen. Immer, wenn die gewaltigen Kriegsheere aufeinanderprallten und sich gegenseitig niedermetzelten, fragte ich mich: wer hat euch alle, die ihr da in die Schlacht zieht, geboren, gepflegt, gehütet und großgezogen und euch zu solchen unglaublichen Monstern heranwachsen werden lassen?

Frauen ermöglichen männliches Handeln... selbst das Erfinden von Bestsellern, in denen die Weiblichkeit nicht zu existieren scheint...







...hier schon mal ein Bild aus der noch geheimen Produktion

Die Herrin der Ringe


Der Termin des Filmes, vorgesehen am ElftenElften, konnte leider nicht eingehalten werden. Wir hoffen, dass das Meisterwerk 2011 endlich in die Kinos kommt...




Kommentare:

Karin hat gesagt…

Mir ging es mit dem Herrn der Ringe ähnlich. Ich habe drei Anläufe gebraucht und es immer noch nicht gelesen. Jedesmal stiessen mir die gleichen Dinge auf wie dir. Eine Welt ohne Frauen, eine Welt ohne Leben. Nur Tod und Zerstörung. Nee, das will ich nicht.
Die Säulen der Erde habe ich weder gelesen noch werde ich es sehen. Ich habe im Moment so eine Bestseller Autoren Phobie.
Ich weiß auch nicht warum es immer dieses Klischee gut gegen Böse sein muss. Dabei gibt es so tolle Bücher, die allesamt nicht so simpel gestrickt sind, und in denen Frauen nicht nur vorkommen, sondern entscheidend zur Handlung betragen. Zum Beispiel "Das fünfte Geheimnis von Starhawk"
Alles Liebe Karin

Stephanie hat gesagt…

guter Tipp, liebe Karin, ich werde mir das Buch mal besorgen!

ansonsten... das Klischee "Gut gegen Böse" oder umgekehrt, hält die patriarchale Welt am Laufen...

liebe Grüße Stephanie

Rabenblut hat gesagt…

Liebe Stephanie,

ich gebe zu: Ich habe nicht einmal versucht Herr der Ringe zu lesen. Überhaupt liegt High-Fantasy mir so gar nicht. Die Filme musste ich mir ansehen - Gruppenzwang - und fand sie gähnend langweilig und ekelig. (Sorry)
Die Säulen der Erde ist etwas anderes: Das Buch fand ich herrlich, auch wenn sich manche Dame sehr dämlich verhielt. ;-)
Leider habe ich den ersten Teil im Fernsehen verpasst. Ich komme einfach nicht dazu. Aber lesen ist sowieso schöner.
Mit Spannung warte ich jetzt auf "Die Herrin der Ringe". Sicher ein Film nach meinem Geschmack.:-))

Liebe Grüße
Nikola

Alexander Benra hat gesagt…

Hi Stephanie,
ich habe Herr der Ringe gerne gelesen, bis auf die nervigen Elfengesänge. Mir kam das Buch auch nicht so "kriegslastig" vor, wie die Filme, die ich nur ausschnittsweise im Fernsehen gesehen habe. Es gibt nämlich kaum etwas langweiligeres für mich als Schlachten oder Autoverfolgungsjagen, kurz das, was normalerweise als "spannende Action" bezeichnet wird.
Säulen der Erde habe ich verschlungen. Die Sat1 Verfilmung finde ich gar nicht so schlecht (für diesen Sender) - nur wirkt Natalia Wörner für mich, wie ein Fremdkörper, keine Ahnung warum.