26 Februar 2011

Mitternachtsgedanken im Februar

Gesponnenes Gold

bin ich neidisch auf Männer? 
Doch, manchmal schon, wenn sie mehr Haare als ich auf dem Kopf haben. Mein zartes, goldig und silbrig schimmerndes Haar fliegt zur Zeit überall in der Wohnung umher. Ich wundere mich, dass ich überhaupt noch Haupthaar besitze. Oder fällt es mir einfach mehr auf, seit es länger gewachsen ist? 

Mal abgesehen davon, dass mein einzelnes Haar zu der sehr dünnen Sorte gehört, waren es trotzdem in der Gesamtsumme scheinbar auch nie besonders viele. Als Kind hatte ich dünne Zöpfchen, meist mit recht großen, eingeflochtenen Schleifen am Ende. Beim morgendlichen Kämmen vor dem In-die-Schule-gehen, war ich meiner Mutter immer sehr nahe und habe dabei auch gleich ihre Befindlichkeit zu spüren bekommen. 
 
Irgendwann kam dann, nach dem Abschneiden des flattrigen Gespinst, die erste Dauerwelle und seit da flüsterten mir eine Unzahl von konspirativen Friseusen ein, etwas anderes ließ sich mit den Haaren nicht machen. Ich hatte viele Jahre lang so ein merkwürdiges fremdbestimmtes Verhältnis zu meinem Haar.



Bis zu dem Tag und der ist erst wenige Jahre her, an dem ich beschloss keinen Friseursalon mehr aufzusuchen. Von Zeit zu Zeit setze ich selbst die Schere an, an Löwetagen und wenn ich unter Leute gehe, binde ich den spärlichen Wildwuchs mit einem dieser samtigen Riesenhaargummis zusammen. 


Ansonsten darf mein Haar wachsen, fliegen, statisch aufgeladen sein und auch mal platt herunter hängen. Aber, besonders nach dem Waschen und wenn das Licht günstig fällt, erfreue ich mich an der hauchdünnen, goldfarbenen Pracht, die andere höchstens als graublond bezeichnen. Meine Mutter, die eine ähnliche Haarfarbe ihr eigen nannte, sagte aschblond dazu.


Leider ist das Kapitel Friseur in meinem Leben immer noch nicht abgeschlossen. Jeden Donnerstag Vormittag bringe ich meine Schwester zur Friseuse ihres Vertrauens... waschen, schneiden, legen, färben, wickeln, kämmen... 

doch ich kann draußen bleiben! Und das ist gut so...



Kommentare:

Karin hat gesagt…

Ich habe ebenfalls seit Jahren keinen Salon mehr von innen gesehen. Die fassungslosen Blicke der Frisörinnen konnte ich nicht mehr ertragen. Die kamen nämlich immer, wenn sie kummervoll zu mir sagten: So werden aber auch schon recht grau, wollen wir es nicht einmal mit ein wenig Farbe versuchen? und ich antwortete: Das geht nicht, dann kann ich nicht mehr sehen wenn neue graue Haare dazu kommen, und ich liebe doch jedes Einzelne!
Alles Liebe Karin

Grey Owl Calluna hat gesagt…

....lach.......
Früher hatte ich doch recht gerne den Afrolook,....viele Jahre. Mit der "Band-Zeit" ließ ich dann die Haare länger wachsen, na ja zum „Headbanging" gedacht, und bei Krankheitsbeginn,vor fast 15 Jahren, als ich dann auch noch so dick wurde,....ging ich dann gar nicht mehr zu Friseur....bis heute....
Warum auch?
Wie Du auch schneide ich ab und an mal selber was ab.
Wenn ich mir vorstelle, ich müßte jeden Monat noch Friseurgeld einplanen....pffff....
Nein, da lieber Bächer....

Beim morgendlichen Kämmen und beim Waschen gehen auch sehr viele Haare aus, und da frag´ich mich dann immer wie lang´s wohl noch dauern wird......Aber,....ich hab´ja zur Not noch die Perücke da....lach....
Sei ganz lieb gegrüßt
Rosi

birgit hat gesagt…

beim friseur bekomme ich nie was ich möchte
einmal war die dauerwelle ganz schön
danach waren es nur noch kraus
danach wachsen lassen bis die tochter alt genug war zum schneiden
mit krausen gedanken kamen eine zeit locken woher auch immer
verschwanden wieder mit dem nächsten allesiebenjahreschnitt
versuche mit henna und farben waren nie so der bringer
seither freundlich graubraun
gerade wieder einmal radikal gekürzt
habe sie vom vater
er nennt es sumpfgewächs
konnte sie leider nicht der tochter mitgeben
der sohn hat sie und trägt sie raspelkurz was die schwester leicht erbittert ob der verschwendung giggle
haarige grüße birgit

Stephanie hat gesagt…

Liebe Karin,
jetzt kommst du mir hier mit der politisch korrekten Frisörin, schäm, ich werde in Zukunde keine diskriminierenden Berufsbezeichnungen mehr niederschreiben.
Farbe habe ich meinen Haaren auch erspart, einmal Strähnchen!!! Furchtbar...
liebe Grüße Stephanie



Liebe Rosi
nach einer frischen Dauerwelle hatte ich manchmal auch das Gefühl von Afrolook, hat in der Regel nicht mal drei Tage gehalten... das Geld, das ich beim Frisör gelassen habe, hätte ich jetzt gern... ;-)
liebe Grüße
Stephanie



liebe Birgit
...jaja, kein volles Haupthaar in der Vererbungslinie zu haben, kann auch Probleme mit dem Nachwuchs bringen...
aber wir haben ja noch genügend andere Eigenschaften und Begabungen, die glücklich und zufrieden machen
liebe Grüße
Stephanie
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