22 Mai 2011

deine Ziele - meine Ziele

Ach herrjemine, da muss ich wohl noch einmal nachlegen. Vielleicht hätte ich doch nicht kürzen sollen und es ist wie so oft eine Definitionsfrage...

Eines meiner Ziel ist das „Du“ auf meinem Weg.

Der Weg ist das Ziel als grundsätzliche Haltung, kommt mir zu gottergeben daher oder hört sich für mich an wie: ...geh meine Wege, du brauchst kein Ziel. 

Wenn mir jemand bisher sagte: Der Weg ist das Ziel, dann hatte ich eher das Gefühl, er will mich von meinen Zielen, meinen Intentionen, dem Wiederfinden der weiblichen Kraft ablenken.

Natürlich handeln Frauen effizient, effektiv und zielorientiert und zwar im besten Sinne dieser Begriffe. Gerade diese annektierten Eigenschaften sollten wieder dem Weiblichen zugeordnet werden. Sie weisen uns drauf hin, dass es das vorausschauende weibliche Tun ist, dass das Leben am Laufen hält. Sonst stünde kein warmes Essen auf dem Tisch und die (regenerierende) Haus-, bzw. Familienarbeit würde nicht immer wieder dem Patriarchat den Hintern retten.

Gerade Effizienz ist die natürliche weibliche Begabung, die unterschwellig in allen Handlungen mitläuft. Ja, und so ziehen wir auch unsere Kinder groß. Das natürliche Ziel einer Mutter ist das Wohlergehen ihrer Kinder. Wir leben mit ihnen, unterweisen sie, begleiten sie. Und hier bringe ich auch gleich noch meinen Lieblingssatz unter: ... Kinder versorgen und aufziehen! Jede menschliche Kulturtätigkeit, ist sozusagen ein Nebenprodukt dessen...

Eine Mutter macht selbstverständlich keinen leistungsorientierten Achtzehn-Jahre-Plan und kontrolliert zwischendurch ob sie ihr Plansoll erfüllt hat. Das machen nämlich schon genügend andere, die sich noch vor der Geburt einen Zugriff auf das neue Leben sichern um es in ihre Pläne einzubauen. Die gesamte staatliche und gesellschaftliche Förderung unserer Kinder dient dem Ziel aus ihnen nützliche Staatsbürger (früher Untertanen) zu formen und nicht etwa für ihr Wohlbefinden zu sorgen. Die grauen Herrn haben ihre Ziele, da können wir sicher sein, für sie ist nicht der Weg das Ziel. Und wenn die Mütter weiter deren Wegen folgt und keine eigenen Ziele haben, dann stecken wir eben weiter in einer Gesellschaft fest, die den Einzelnen unbesehen opfert.

Patriarchales Denken und Handeln bedeutet ohne Hemmung auszuprobieren was machbar ist und da findet auch diese beängstigende, technokratische Effizienz statt. Katastrophen werden grundsätzlich billigend in Kauf genommen. Das zeigt doch zur Zeit das Atomkraftdesaster.

Mal ehrlich, welche Frau lebt in den Tag hinein? Frauen, Mütter, sind es, die eigentlich umsichtig handeln und arbeiten und ihre Ziele liegen letztendlich im zwischenmenschlichen Bereich.

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Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Stephanie!
Sind es nicht die Männer, die für sich in Anspruch nehmen, zielgeerichtet zu sein? Uns spricht man das wohl ab. Aber das kommt wohl daher, dass wir immer mehrere Schaen auf einmal tun,...was "man" nicht erfasst.

....und wir müssen vorausschauend Handeln......DAS habe ich gelernt als ich dann ein Kind hatte. Da ist es dringend nötig zu wissen,...zu ahnen, was passieren wird,...um,...es zu verhindern.

Männer sind da eher pragmatisch,....habe ich die ERfahrung gemacht. Sie merken wenn sie Hunger haben,....und dann fangen sie an sich was zu machen.


"Die grauen Herrn",....das hast Du wirklich gut getroffen!!!


Ja, wir sind keine schwarz oder weiß Denker. Wir ziehen auch die Möglichkeiten, die dazwischen liegen in Betracht.

Sei lieb gegrüßt,....und noch einen schönen Sonntag.
Rosi

birgit hat gesagt…

waaaaaaaaaaahhhh
*gottergeben* ja schonmal nun gar nicht und mein weg ist mein ziel und bestimmt nicht das heil für dich
ach wahrscheinlich denkt jede von uns was ganz anderes bei diesem satz
und ja natürlich habe ich meine arbeit auch nicht so ins blaue gemacht
aber wenn ich einen hilfeplan für ein kleines in einer pflegefamilie mit runtergebrochenen zielen erstellen soll würgt es mich nur noch
ja sicher kann ich es als ziel sehen dass meine kinder versorgt sind und zu menschen aufwachsen die verantwortung übernehmen
ja genau das ist es
das sind oberziele
überschriften über meinem leben
die ich auf dem weg ausfülle lebe
und die zieldiskussion bei mir an der arbeit
die der steuerung sprich ersparnis dienen soll
reisst alles in kleine stückchen focussiert ausschnitte und erklärt dann
das kind ist 18 nun aber mal die verselbständigung hopphopp
ja klar versuche ich alles so gut wie möglich zu machen
versuche mir arbeit zu sparen
aber alles ohne todo liste goals und planungen die mir schon beim hinschreiben den hals zuschnüren

ja vielleicht ist es so dass sie mir das wort ziel so pervertiert haben dass ich es nicht mehr verwenden möchte
gut
versuchen wir es von diesen patriarchalen belastungen zu befreien und neu zu definieren

und ich sage
mein weg mein ziel
und den hat mir kein gott vorgeschrieben
den mache ich mir jeden tag selbst neu
lg birgit

Karin hat gesagt…

Komischerweise empfinde ich gerade diesen Satz als sehr weiblich. Für mich bedeutet er: ich definiere ein Ziel und mache mich auf dieses zu erreichen, während ich dem Ziel entgegenwackele ist jeder Schritt wichtig. Ich nehme wahr, verarbeite und eventuell korrigiere ich meine Zielvorstellung wenn die Zeichen und Erkenntnisse es erfordern. Also ist der Weg und die Erfahrungen die ich auf ihm mache das Ziel, denn er hilft mir noch genauer zu definieren wo es wirklich hingehen soll.
Alles liebe Karin

rea hat gesagt…

Ein Ziel zu erreichen, ist sicher ein beglückender Augenblick, der aber nie von Dauer ist.
So genieße ich den Weg zu gehen, so gut wie es mir möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen
Rea

Stephanie hat gesagt…

... ach was soll ich nun auf all die umfangreichen Kommentare antworten, außer: ich fühle mich ein wenig missverstanden...

ich pick mir mal folgenden Satz heraus:
"ich definiere ein Ziel und mache mich auf dieses zu erreichen, während ich dem Ziel entgegenwackele ist jeder Schritt wichtig"

... da core oder (fr.) d´accord, das ist bestimmt eine weibliche Strategie, aber das ist nicht die Aussage des ominösen Satzes, denn wenn der Weg das Ziel ist, gibt es sozusagen kein anderes...

Liebe Freundinnen seid bitte nachsichtig mit mir, ich liebe Analysen(Jungfrau) und schieße gern mal über das Ziel hinaus (Schützin)
in diesem Sinne
Stephanie
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