14 Mai 2012

... und zum Abschluss ein Süppchen


... ich wollte nur noch mal betonen, ich bin bestenfalls Halbvegetarierin 
und esse auch ab und zu Fleisch, aber am meisten liebe ich Gemüse!


... und hier meine Grüne Suppe! 
Ein Erbsen - Kohlrabi - Spargelsüppchen mit Buchweizen-Kräuterklößchen!
(die sich, wenn welche übrig bleiben, am nächsten Tag aufbraten lassen)
Das war die Themenwoche: Mein Mittagessen!

13 Mai 2012

gestern beim Italiener

 
... und heute wieder anständig gekocht. 

Nach einem gestrigen Enkelkindertag und einer 
Einladung meiner Schwester zum 
Essen im La Roma um die Ecke,
kam ich heute erst wieder dazu ein fotogenes Gericht zuzubereiten.

... und hier präsentiere ich: 

grüner Spargel unter rosmaringewürzten Kartöffelchen 

an Hähnchen - Schnetzel, 
getoppt von Streifengemüse mit Hexensträhnen (gedünstete Hopfensprossen)...

Eine neue Themenwoche: Mein Mittagessen!

11 Mai 2012

Pellkartoffeln und Quark

 
... gehören einfach zu meinen Lieblingsessen. 

Nachdem ich gestern nicht zum Kochen kam und mich mit einer von meiner Schwester gesponserten Sellerie-Creme-Suppe begnügtevergnügte, 
gab es heute frische Kartöffelchen mit feinstem Kräuterquark und gedünsteten Gemüsestreifen mit einer Schinkengarniernung...


.... und falls sich jemand fragt, wo ich immer die taufrische Vogelmiere her habe

... eigene Ernte vom Balkon!


Eine neue Themenwoche: Mein Mittagessen!

09 Mai 2012

Da haben wir den Salat...


... denn heute war Salat - Tag


Bunter Mix aus Gurke, Tomate, Salatherz, Kräuter,
 Frühlingszwiebel, Grünen Oliven, Feta und winzigen Mozzarellas... 
sowie einem Löffel Olivenöl!

.

08 Mai 2012

Ich mag Fisch...

Eine neue Themenwoche: Mein Mittagessen!
 
Ich mag... 

Fisch in Kräutersoße 

und grünen Spargel 

auf Gemüsebett 

an Oliven-Rosmarin-

Kartoffelstückchen...

etwas mehr Aufwand nach gestrigem Darben (Tomatenbutterbrot)
.

07 Mai 2012

Mahlzeit


Eine neue Themenwoche: Mein Mittagessen!

Also...
heute habe ich nicht gekocht - das Auto musste in die Werkstatt - endich mal die Winter- auf SommerReifen wechseln, die fällige Inspektion durchführen  und das Wägelchen dem TÜV vorführen lassen ... 
Alles Okay!
... und damit meine Themenwoche nicht mit leerem Teller beginnt, hier das Blümchen-Highlight der  letzten Woche:
Kartoffelteig-Gemüse-Plätzchen mit Kräuterquark ...



23 April 2012

Meine Zeit als Katzen-Kind

...ich bin mit Katzen aufgewachsen... klar, schließlich bin ich auf einem Dorf groß geworden. Wir wohnten in einem Seitentrakt, der zu einer Gastwirtschaft gehörte. So eine richtige Dorfkneipe, mit einem Saal und der sogenannten Mädchenstube daneben. Diese Stube war ein Raum, in dem Veranstaltungen statt fanden oder der den Musikern und Akteuren als Garderobe diente, wenn ein Tanz abgehalten oder ein anderes dörfliches Spektakel aufgeführt wurde. Zu dem Grundstück gehörte ein großer Hof, es gab eine Scheune und Stallungen und respektable Schuppen in denen landwirtschaftliche Großgeräte vor sich hin rosteten.

Die Ställe standen leer und die riesige alte, immer dämmrige Scheune schien nur noch ein verbotener Abenteuerspielplatz ganz allein für mich und meine kleine Freundin zu sein. Es gab da den staubigem Heuboden, einen wackligen Leiterwagen auf der Tenne und Balken in schwindliger Höhe, auf denen wir balancieren konnten. Wir durften uns nur nicht erwischen lassen. Ich war das einzige Kind im Haus. Mein älterer Bruder ging schon seine eigenen Wege und ich kann mich wenig an seine Anwesenheit erinnern.

Hinter der Scheune gab es noch einen verwahrlosten Hühnerzwinger mit einem kleinen Teich, vielleicht war es auch nur eine größere Pfütze - den Enten und Gänsen schien es offenbar zu genügen. Und außer dem, an der Hundehütte angekettete weiße Spitz, beanspruchten noch mehrere Katze das Terrain.

Die schönste Spielzeit meiner sehr frühen Jugend verdanke ich den kleinen Katze, die es von Zeit zu Zeit zuhauf auf unserem Hof gab. Wo ich ihrer habhaft wurde, versuchte ich hartnäckig sie in unsere kleine Wohnung zu schmuggeln. Ich baute ihnen Nestchen unter meinem Bett, mit hinein nehmen durfte ich sie nicht. Zu gern hätte ich ein Kätzchen behalten. Es hätte es gut bei mir gehabt. Das Katzenkind konnte in der grünen Blechwiege schlafen und ich wollte es mit meinem Puppenwagen ausfahren. 

Aber leider fand ich für diese Pläne bei keinem anderen Familienmitglied Unterstützung. Auch die Milchtellerchen, die ich überall verteilte, musste ich immer wieder einsammeln und in Mutters Küche abliefern. Und leider musste ich lernen, dass Kätzchen, auch wenn sie noch klein sind, gern selber laufen und sich auch sonst keine Menschenvorschriften machen lassen. Sie flüchteten immer wieder aus den weichen Kissen der Puppenwiege. 

Doch sie spielten ganz gern mit mir und dem Wollknäuel und sie ließen sich auch streicheln, aber leider hielt das nicht lange an... denn kleine Katzen wachsen schnell und oft waren sie auch plötzlich nicht mehr da. Sie verschwanden einfach. Ich hoffe nur im Nachhinein, dass sie tatsächlich verkauft oder verschenkt wurden und nicht irgendwie entsorgt. Später, als ich begriff, dass das Leben der gemeinen Dorfkatze sehr von menschlicher Willkür abhing, genau wie die anderen „Nutztiere“, habe ich mich nicht mehr so leicht mit Gänschen, Kätzchen und Kaninchen angefreundet.

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... derzeit liegt mein Blog ein wenig brach und ich starte den Versuch dieses zu ändern. Daher habe ich mich entschlossen ab und zu eine Art Themenwoche abzuhalten. Die erste Serie widme ich dem Thema Katze!

20 April 2012

Sprichwörter für die Katz...


Mal abgesehen davon, dass bei Nacht alle Katzen grau sind, würde ich nie eine Katze im Sack kaufen, sondern höchstens selbige aus dem Sack lassen. So wie die Katze selbst ist auch das Sprichwort zur Katze recht beliebt. Aber nicht alles was da so über die Katze gesagt wird, ist auch freundlich: „Pferdehufen, Katzenklauen und Spielerhänden ist nicht zu trauen“ oder der Klassiker: „Die Katze lässt das Mausen nicht“.

Aber schleichen wir nicht wie die Katze um den heißen Brei, schließlich sind auch alle Worte für die Katz, wenn einer für die Katz arbeitet und dadurch auf den Hund kommt. Schade jedenfalls für alle, wenn kein Schmusekätzchen im Haus ist. Ob Kater Schnurr oder Katze Minka - „Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten“ sagte schon Daniel Defoe.

Überall auf der Welt wusste man die Katze zu schätzen. Ob in China: „Eine lahme Katze ist mehr wert als ein schnelles Pferd, wenn der Palast voller Mäuse ist!“ oder in Serbien: „Hätten nur die Katzen Flügel, wären Spatzen seltne Vögel“ oder in Frankreich: „Der Hund mag wundervolle Prosa sein, aber nur die Katze ist Poesie!“.

So manch einer hatte zum Thema Katze etwas zu sagen, wie Ernest Miller Hemingway. Der meinte: Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben gehen, ohne Lärm zu machen“. Oder Hyppolyte Taine stellte fest: Ich habe die Philosophen und die Katzen studiert, doch die Weisheit der Katzen ist letztlich um ein weites größer“.

Trotzdem hatte die Katze es nicht immer leicht und oft genug geschah es, „wenn die Magd genascht hat, bekam die Katze Prügel“ oder wie frustrierend ist es „wenn die Maus die Katze auslacht, ist bestimmt ein Loch in der Nähe“. 
 
Aber meist ist die Katze eine innige Freundin und nicht nur weil „Ist die Katze aus dem Haus tanzen die Mäuse auf dem Tisch“. Sie orakel für uns beim Überqueren der Straße von rechts nach links oder umgekehrt und keine Hexe, díe was auf sich hält, würde auf ihre Katze verzichten, trozdem „Keine Maus wird dir glauben, daß 'ne schwarze Katze Glück bringt“.

Ist der Hund angeblich der beste Freund des Menschen, so können wir auch davon ausgehen, dass die Katzen nicht nur Freundin sondern auch eine Begleiterin der magischen Art für uns ist und Mary Bly bringt das Wesen der Katze auf den Punkt mit der Feststellung:Hunde kommen, wenn sie gerufen werden, Katzen nehmen die Mitteilung zur Kenntnis und kommen gelegentlich darauf zurück.“ ... und für alle andere gilt:

"Erst schmeicheln, dann kratzen, das schickt sich nur für Katzen"
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18 April 2012

Wie wild ist unser Stubentiger

Die Katzen dieser Welt sind ein besondere Spezies. Es gibt bei ihnen keine (was wir Menschen familiär nennen) Katzengemeinschaften. Die Mutterkatze behütet ihre Kinder solange, bis diese in der Lage sind eigene Mäuschen zu fangen oder selbst eine Gazelle zu reißen. 

Katzen sind überwiegend Einzelgängerinnen und außer den Löwinnen fällt mir grad keine Katzenart ein, die in (weiblichen) Rudeln lebt. Die Katze, ob Wildkatze, Tiger oder Ozelot, ist ein Reviertier, dass sich mit ihren ArtgenossInnen nicht in die Quere kommt.

Katzen sind nicht zwingend, wie der Mensch, auf bergende Gemeinschaft angewiesen und im Zusammenleben mit diesem dulden sie ihn in ihrem Revier zwecks Bereitstellen von Futter und lauschigem Plätzchen. Haben kleine Katzen erst einmal Fell, Krallen und Zähnchen können sie sich schon ein wenig verteidigen und sie sind, im Vergleich zum Menschen, relativ kurz nach der Geburt auf den Beinen und dann auch äußerst flink. 

In der freien Wildbahn sind größere Katzen dem einzelnen und waffenlosen Menschen eindeutig überlegen. Wir besitzen weder Krallen, noch Reißzähne, noch ist der Mensch besonders schnell. Gut trainiert ist er vielleicht ein ausdauernder Läufer. Ein Kind hätte keine Chance, auch nicht allein mit nur einer Mutter. Daher wurde menschlicher Nachwuchs auch schon immer von einer Gruppe Mütter und seiner Sippe beschützt. 

Hier und heute müssen wir uns nicht vor den großen gefährlichen Katzen fürchten, in der Regel leben sie ausbruchsicher in einem Zoo. Nur in den kläglichen Resten der mitteleuropäischen Wildnis leben noch ein paar größere Katzen in Freiheit. So ist unter anderem der Naturpark Harz stolz über eine stabile Population der Wildkatze und des Luchses. Aber in unserer netten und oft recht zahmen Hauskatze steckt doch noch genügend Wildheit und Freiheitsdrang. Sie kommt und geht wann sie will und wer will schon behaupten, er wüsste was hinter den unergründlichen Augen einer Katze wirklich vorgeht... 




... derzeit liegt mein Blog ein wenig brach und ich starte den Versuch dieses zu ändern. Daher habe ich mich entschlossen ab und zu eine Art Themenwoche abzuhalten. Die erste Serie widme ich dem Thema Katze!

17 April 2012

Fräulein Schröder

Meine Schwester wohnt in einem netten Haus mit gepflegtem Garten drumherum und einer still gelegenen Terrasse mit Blick auf die Vogeltränke. Dort steht auch ein bequemer Stuhl, auf dem sich meine Schwester gern zwischendurch hinsetzt – um ein wenig die Sonne zu genießen, sich an den Frühjahrsblühern zu erfreuen, im heißen Sommer den Piepmätzen beim Baden zuzusehen oder im Winter das Glitzern des schneebedeckten Rasens zu bewundern. Ein idyllisches Plätzchen der Beschaulichkeit und Ruhe.

Doch leider ist dieser Platz seit einiger Zeit oft genug bereits besetzt – von Fräulein Schröder - der stolzen Nachbarkatze. Fräulein Schröder, diesen Namen hat ihr meine Schwester verliehen, ist die Hauskatze der netten jungen Familie Schröder von gegenüber (und nicht zu verwechseln mit Schrödingers Katze).

Schröders haben, neben der Katze, auch noch zwei temperamentvolle kleine Jungs. Daher ist es durchaus möglich, dass sich Fräulein Schröder einerseits der Unruhe entziehen will, andererseits, wenn alle aus dem Haus sind, wenigstens die beschauliche Nähe der älteren Dame von nebenan, meiner Schwester, pflegen möchte. Und so weilt sie täglich gelassen und dekorativ auf dem besagten Gartenstuhl. 

Seit ein paar Tagen erwägt meine Schwester nun die Anschaffung einer zweiten Sitzgelegenheit...



... derzeit liegt mein Blog ein wenig brach und ich starte den Versuch dieses zu ändern. Daher habe ich mich entschlossen ab und zu eine Art Themenwoche abzuhalten. Die erste Serie widme ich dem Thema Katze!

16 April 2012

Im ersten Stock kommt nie eine Katze vorbei


... derzeit liegt mein Blog ein wenig brach und ich starte den Versuch dieses zu ändern. Daher habe ich mich entschlossen ab und zu eine Art Themenwoche abzuhalten. Die erste Serie widme ich dem Thema Katze!

Im ersten Stock kommt nie eine Katze vorbei

Nicht, dass ich es wirklich vermissen würde, zumal ich diesen Schock den Meisen und Spatzen ersparen möchte, die sich in diesen kühlen Frühjahrstagen die letzen Körnchen auf meinem Balkon abholen. Der freie Blick in die Himmelsweite schenkt mir auch so manchen Ausgleich, neulich flog sogar ein Reiher vorbei.

Aber bei all den ebenerdigen Wohnungen, die ich in der letzten Jahren so hatte, war ich es gewohnt beim Blick aus dem Fenster ab und zu einer Katze ins Auge zu sehen. Mit einigen war ich, nein nicht befreundet, so weit würde ich nicht gehen, aber auf wohlwollende Weise bekannt, das trifft es eher. 

Besonders als ich noch in T. wohnte, gab es diese hübsche Schwarze, die morgens und abends unserem Garten einen Kurzbesuch abstattete. Ihre eine weißen Pfote leuchtete geheimnisvoll, besonders in sommerlicher Dämmerung. 

Ich saß dann an meinem Schreibtisch und sie vor der Sandsteinputte neben der pinkfarbenen Azalee und putze sich, während wir uns telepathisch unterhielten, was immer sehr anregend war. Ich lernte von ihr so manchen Zauberspruch und außerdem haben mich besonders ihre persönlichen Ansichten zur Magie und Reinkarnation fasziniert.

Schließlich interessiert sich nicht jede Katze dafür. Manche habe auch nur Mäuse oder leckere Katzenfutterdöschen im Sinn und Kater besitzen sowieso eher eine uninspirierte und pragmatische Auffassung von der Katze - Mensch – Beziehung. 

Aber diese eine war wirklich etwas Besonderes - eine echte Mittlerin zwischen den Welten. Von Zeit zu Zeit vermisse ich sie...




 .

09 April 2012

Mitternachtsgedanken im April


Avatar ...
ohne Frage ein fantastischer Film, eine offensichtlich computertechnische Meisterleistung und selbst auf dem Bildschirm eines mittelgroßen Fernsehers noch beeindruckend. Der Entwurf der natürlichen Umwelt auf Pandora ist wild und mysteriös, ein urtümlicher Wald in zarte Farben mit vielen sanften Blautönen und Rosa und trotzdem Dschungelgrün. Aber wer, um Pandoras Willen, hat nur diese zum Erbrechen bekannten Darstellungen des sozialen und gesellschaftlichen Filmmilieu kreiert? 

Die erste Begegnung des Protagonisten (ein desillusionierter Held mit einer an Kadavergehorsam grenzenden Machobildung und einem sanftmütigen humanen Kern) mit einer einheimischen Jägerin, verläuft wie schon hundertmal variiert. Als er sie fragt, wer sie ist, habe ich als Antwort eigentlich „Pocahontas“ erwartet. 

Überhaupt geben sich die Na’vi alle wie übergroße blaue Indianer. Und zwar solche, wie wir sie von Karl May Verfilmungen her kennen, die aufgepeppt wurden durch Flugkünste aus Dinotopia und trillernden Tarzanschreie. Im Prinzip ist auf Pandora fast alles so, wie auf der guten alten, patriarchalen Hollywood – Erde. 

Die Tochter der Na’vi, ein menschenähnliches, indigenes Volk auf Pandora, hat einen Vater, der so was wie ein Kriegerhäuptling ist, während ihre Mutter als die spirituelle Führerin des Clan auftritt. Sie scheint auch als einzige den Grips zu besitzen, sich der Unterstützung des Fremden zu versichern in dem Kampf, der nicht mehr zu vermeiden ist. Wenn das Volk nicht untergehen will, sollte man seinen Feind, dessen Waffen und Taktik kennen. Schließlich hat dieses eingeborenen Volk der zerstörerischen Technologie der Fremdlinge von der Erde scheinbar nichts entgegenzusetzen. Sie brauchen den militärisch ausgebildeten Strategen, der weiß wie Feuer mit Feuer zu bekämpfen ist. Was dann auch letztendlich zu einem fragwürdigen Sieg führt.

Doch trotz des Sieges stelle ich mir vor, dass die Welt der Na’vi unwiederbringlich mit dem patriarchalen Gift der Gewalt und der Intrige, der dahintersteckenden Gier und Empathielosigkeit kontaminiert wurde. Was mag wohl der Baum der Seelen für die Nachkommen der Na’vi bewahren, nach diesem böswilligen Eingriff in ihre Welt? 
Dass es Wesen gibt, deren Denkungsart und Handeln sich über alles hinwegsetzt und der Kampf gegen diese gefühllosen Mächte alle Beteiligten in deren Sumpf mit hineinzieht?

Gezeigt wurde letztendlich das unerträgliche Klischee eines Heldenepos und ich habe den Eindruck der End - Kampf um das sogenannte Gute und die Gerechtigkeit wird immer härter, immer gnadenloser, zieht sich immer länger hin. Es ist alles erlaubt um die Gegner und zuletzt den gewissenlosen Bösewicht zur Strecke zu bringen. Interessant war auch, dass die Dramaturgie die beiden Erdenfrauen, die zu dem kleinen Trupp gehörten der den Widerstand unterstützte, im Kampf umkommen lässt, während dem Helden eine Transformation geschenkt wird, die ihn endgültig zu einem Angehörigen der Na’vi macht. 

Jedenfalls konnte ich den Film weder genießen, noch haben mich die spektakulären Bilder ausgesöhnt. Die Grundaussage war schrecklich bis deprimierend. Das patriarchale Grundmuster wird kompromisslos überall hinein transportiert und eine wirklich andere Welt, ohne eine Väterhierarchie und pseudoschamanischen Schnickschnack können sich die maskulinen Filmemacher einfach nicht vorstellen. 

Von den höllischen Gewaltexzessen, ohne die ein solcher Film heutzutage offensichtlich nicht mehr auskommt, will ich gar nicht mehr sprechen, nur so viel dass hier die beliebte Botschaft platziert wird: auch wenn wir alles zerstören, was essentiell und wertvoll ist und die bestehende Welt zu Grunde geht, es gibt immer irgendeinen Messias, der gerade soviel korrigiert, das ein paar Überlebende weitermachen können wie bisher!

Ich denke, ich muss dringend fasten: mindestens vier Wochen keine Blockbuster mehr!


07 April 2012

Ach ja der alte Goethe...



"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch
des Frühlings holden belebenden Blick,
im
Tale grünet Hoffnungsglück;
der
alte Winter, in seiner Schwäche,
zog
sich in raue Berge zurück.
Von
dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige
Schauer körnigen Eises
in
Streifen über die grünende Flur.
Aber
die Sonne duldet kein Weißes,
überall
regt sich Bildung und Streben,
alles
will sie mit Farben beleben..."
 


Allen ein wunderschönes und schneefreies Osterfest!


Die Verse sind natürlich von Altmeister Johann Wolfgang von Goethe! 
Ich hätte ja gern selbst gedichtet, aber meine Dichtkunst wird gerade bei dem tropfenden Zulauf der Waschmaschine gebraucht ... überflüssigerweise flutet er meine Küche und das obwohl noch umfangreiche Vorbereitungen anstehen: 
Osterüberraschungen für die morgen anwesenden KK 1 bis 2 und 5 bis 10
 



01 April 2012

Das ist kein Aprilscherz


... die lese ich gerade alle parallel!


Daher ist es hier auch eher ruhig! Ich meld mich, wenn ich durch bin...

Also, ich wünsch Euch allen ein schönes und sonniges Frühjahr!
.

17 März 2012

Komm lieber März und mache...


... die Bäume wieder grün. Was einst vom Mai erwartet wurde, lässt uns jetzt
 schon der März langsam zukommen. So dass wir ausrufen möchten: 
"Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte ..."
Aber ist es wirklich schon so weit?
 An manchen Stellen ist alles doch noch sehr grau, trocken, häßlich und das verheißungsvolle Blau, ist wohl eher ein alter Müllsack!


Aber wenn wir uns umsehen findt sich doch hier und da eine liebliche,
eine hoffnungsfrohe Farbenvielfalt 
und wenn es nur auf den langen Tischen vor einer Gärtnerei ist...


und Goethe würde heute vielleicht nicht mehr reimen:
"...doch an Farben fehlts im Revier,
er nimmt geputzte Menschen dafür..."

Denn bunte Blumen stehen in und vor jedem Supermarkt, die Menschen 
allerdings kommen vergleichsweise eher trist daher...

.

16 März 2012

ausgeborgt...

Heute mal im Buchenhain die Befindlichkeitsliste ausgeliehen (auf Grund mangelder eigener Einfälle) und den gestrigen Tag bearbeitet:15. März 2012 - interessante Einsichten gewonnen:

Gegessen: 1 Scheibe Sonnenbrot mit Butter, Käsewürfel und Oliven, Nudelsuppe mit viel Gemüse, ein einsames Würstchen, das im Kühlschrank vor sich hin wartete, Cornflakes mit Milch, ein Flammküchle,

Getrunken: 5 Kaffee, jede Menge Leitungswasser, 1Glas Traubensaft

Gemacht: geschrieben, meine Schwester zu einem Termin gefahren, einen Behördengang erledigt, meine Küche geputzt, meinem Bruder (75) was im Internet herausgesucht, dazwischen telefoniert, Bett bezogen, Wäsche zum Waschen sortiert und... Vampierserie angesehen,

Gedacht: Alltagskram und an das tolle Chorkonzert vom Vorabend, bei dem Helene mitgesungen hat, nachgedacht über Hoffnung und Trennung und über Leben und Tod (eine Bekannte ist gestorben)

Geträumt: …von einem kleinen Klammertierspielzeug (es sah sehr niedlich aus), dass lebendig wurde und meinen Zeigefinger umklammerte und ich war so erschrocken, dass ich es abschüttelte, worauf es weg sprang und einen Bleistift in meinem Stiftebecher umklammerte. Eine Stimme neben mir sagte: Jetzt musst es aber auch behalten...!

Gefreut: ...dass die Sonne schien, ich keine Süßigkeiten gegessen habe und über ein knuddeliges schokoladenbraunes Baby, das im Kinderwagen in unserem Hausflur stand….

Gesehnt: nach Ruhe

Gesorgt: um einen lieben Menschen, obwohl sie schon groß ist und bereits ganz andere Probleme gemeistert hat

Geärgert: ….dass ich mich bequatschen ließ, die Telefonnummer einer Bekannten heraus zu geben....

Gehört: Dido: Here with me und Lennons: Imagine

Gewundert: ...dass es Menschen gibt, die offensichtlich kein Bedürfnis nach Ruhe haben oder vielleicht einfach nur jünger sind...

Was ist heute gut: …einem Unwissenden ein paar Zusammenhänge erklärt zu haben und dabei nochmal selbst auf eine gute Idee gekommen zu sein... und weil sich ein Termin in Luft auflöste, blieb mir heute eine schwierige Entscheidung erspart - verschoben auf morgen...

Was ist heute nicht so gut:….dass ich nur dazu kam, ein paar Kommentare zu schreiben und meine anderen Projekte schon seit Tagen vor sich hin modern...

Vorläufig festgelegt: ... dass ich meine Umzugsideen langsam angehe...

Gelächelt: beim Frühstück, beim Telefonieren, mit der Dame hinter dem Tresen, zu den Sprüchen meines Bruders...

Gelacht: ... mit meiner Schwester, als ich ihr von Helenes Konzert erzählte ...

Befinden: leichte Nackenschmerzen beim Aufstehen, verträumte Wolke im Gehirn beim Musik hören, zufrieden mit dem Tag...

Erinnert: ….an die schwierigen Zeiten mit Ehemann und wie sich das geändert hat...

Wetter: grau verhangen, später sonnig, gefühlte Temperatur angenehm...

Mond: nicht gesehen

Spirituelles: meditatives Staubwischen, mit einer Interessierten ein Ritual am Telefon besprochen... und meine Mitte aufgesucht!

Zufrieden?: Ja... auf einer Skala von 1 bis 10 eine glatte 9 mit Sternchen 

Einsicht des Tages: ...im milden Licht der Erinnerungen trocknen Tränen und wächst die Stärke angesichts der eigenen Entwicklung...
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13 März 2012

Rose oder Mimose?

Was macht eigentlich uns Frauen, besonders untereinander, so empfindlich - so verletzlich, so mimosisch?

Seit Generationen sind Frauen es gewohnt für jedes Unglück dieses Daseins die Schuld zugewiesen zu bekommen. Und wenn sich eine damit arrangieren muss permanente Ungerechtigkeit am eigenen Leib zu erfahren, eigens für sie erfundene Sünde zu vermeiden und latent für das Böse in der Welt die Verantwortung zu tragen, dann hat Sie weder Zeit noch Kapazität, sich um sich selbst zu kümmern. Dann fehlen meist die Kraft und der Drang diesen infamen Unterstellungen Einhalt zu gebieten. Was hatte durch die letzten Jahrhunderte hindurch eine einzelne, auf sich zurückgeworfene, Frau einem Gott und seinen eifernden Vertretern auf Erden schon entgegenzusetzen? Wo doch der Ungehorsam einer Eva das Paradies verspielte, das wollüstige Fleisch der Frau, die Sinne der Männer verwirrt oder ihre jugendliche Zartheit und Anmut ihn zu gieriger Unbedachtheit anstachelt?

Die Frau löste Kriege aus – alle haben wir seit unserer Kindheit davon gehört - als Helena von Paris entführt wurde, zogen tausende kampfbereite, unter Waffen stehende Männer in die Schlacht und metzelten sich gegenseitig nieder und nur eines einzigen vermaledeiten, wenn auch überaus schönen, Weibes wegen. Die Geschichte und die Legenden sind voll von verworfenen Frauen, die nur, weil sie existierten, Männer ins Unglück stürzten. Sie halten mit ihren Reizen den Mann von seinem Gott fern, reißen ihn aus seinen geistigen Höhenflügen, beschneiden seinen Freiheitsdrang und holen ihn auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn die Kinder hungern.

Noch heute haben Männer das Bedürfnis sich vor der Frau zu schützen und
sperren sie in Häuser ein, verhüllen sie von Kopf bis Fuß oder ersinnen raffinierte Regelungen, welche die Frau wie Jack in the box auftauchen und wieder verschwinden lässt. Der Mann dosiert die Frau in seinem Privatleben oder in der Gesellschaft, so wie er sie erträgt. Egal, ob es dabei um die eine oder andere Politikerin, das nächste Topmodel oder die Frau an seiner Seite geht. Trotz tönender Genderparolen soll, auch in unserer modernen Gesellschaft, die Frau eigentlich ein, ihm immer zur Verfügung stehendes Kontingent bleiben - ohne Eigenmacht, ohne ein Mütterbewusstsein und am liebsten auch ohne wirkliches Selbstwertgefühl.

In jüngeren Jahren stand ich zeitweise unter dem Eindruck, mich auf einem Minenfeld zu tummeln. Egal wie kontinuierlich und wie angepasst ich mich durch meinen Alltag bewegte, irgendwas ging immer hoch. Die tausend Ansprüche aller anderen -
kulturelle, traditionelle, politische und sonstige aktuelle gesellschaftliche Vorgaben hielten mich in Atem. Das trainierte mir ein gewisse Hab-Acht-Haltung an und das Vertrauen in das Wohlwollen meiner Mitmenschen eher ab.

Diese leichte Paranoia ist auch überall zu spüren, wo Frauen untereinander sind und ihre übliche Deckung aufgeben. Und da ist dann die Enttäuschung um so größer, wenn wir feststellen müssen, dass die Frau neben mir auch nur ein Mensch ist. Auch wenn ich es wünschte, sie kann mir doch nicht wirklich die, nie erlebte, selbstlose Mutter von der wir alle träumen, ersetzen. Einerseits weil es die eigentlich nicht gibt und wir sie andererseits immer an der falschen Stelle suchen. Zum einen sind wir (Frauen) nämlich selbst diese Mutter und manchmal schon Großmutter, die anderen, jüngeren, die Fragen beantworten sollten, zum anderen finden wir höchst selten die Geborgenheit, die ein Mensch in jedem Alter braucht, in einer einzelnen anderen, womöglich noch fremden, Person.

Wenn Frauen sich im Gespräch begegnen, ist Vorsicht angesagt. Frauen sind es gewohnt verletzt zu werden, aber nehmen dieses kaum zum Anlass, dabei in die Konfrontation zu gehen. Das hat einerseits was mit dem urnatürlichen, weiblichen „die Gemeinschaft erhalten - Gen“ zu tun und andererseits damit, dass sie seit Kindertagen verinnerlicht haben, bei Aufmüpfigkeit mit Sanktionen zu rechnen.

Trotzdem erwarten
Frauen von anderen Frauen Solidarität und Zugewandtheit und das mit Recht. Umso größer der Schmerz, wenn die anderen Frauen nicht begreifen wollen oder können, wie sehr wir sie wirklich brauchen, wie sehr wir uns alle gegenseitig brauchen.

Der Frust, der über uns zusammenschlägt, wenn wir uns wieder einmal missverstanden fühlen und unser Vertrauensvorschuss ins Leere gelaufen ist, lässt uns dann, sich angefressen zurück ziehen oder schnell mal verbal zurückschlagen. Und da ist
sofort selbstredend für alle klar – Stutenbissigkeit und Zickenkrieg - Frauen können nicht wirklich miteinander! Sie können eben höchstens Freindinnen* sein und das Schwesterliche untereinander ist eine Illusion. Wohl der armen Betroffenen, die zu Hause einen verständnisvollen Partner hat, in dessen Arm sie sich ausweinen kann.

Dabei ist das weiblich - achtsame und ernsthafte Verständnis gar nicht so schwer zu finden. Wir bringen das mangelnde Wohlwollen und die Nachsicht von Frauen für Frauen einfach selbst auf. Denn wir sind alle schon groß und verfügen über genügend Realitätssinn, uns unserem Alter entsprechend, in der Welt zu positionieren. Ich bin Großmutter und liebe es anderen Großmüttern auf Augenhöhe zu begegnen. Dagegen ist meine Geduld mit erwachsenen Frauen, die sich an ihr Tochtersein klammern eher endlich. Was die lieben Kindeskinder natürlich nicht betrifft. Die Betonung liegt auf Kinder! 





(*niedliche Mischung aus Freundin und Feindin)



06 März 2012

Träumen und Ausschlafen

In einem der letzten Tochtergespräche ging es um das lange abendliche Aufbleiben der lieben Teenager. Als aufgeklärte Mutter wusste sie (meine Tochter) natürlich, dass dieses nicht (nur) ein Disziplinproblem ist, sondern vor allem ein biologischer Effekt, dem die Heranwachsenden ausgesetzt sind. (hormonelle Veränderungen und daraus resultierende Umbauarbeiten im Gehirn!)
Langes Aufbleiben und morgens ungehindert Ausschlafen können wäre der Idealzustand, aber es gibt ja für den modernen Menschen ein Schulsystem, das durchlaufen werden muss, egal wie sinnfrei es an manchen Stellen auch sein mag.
Jedenfalls schafft es eine fast Vierzehnjährige mühelos bis nach Mitternacht wach zu bleiben. Morgens um sieben oder eher aus den Federn zu müssen, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Und z.B. in der ersten Stunde gleich eine Arbeit schreiben zu müssen, ist daher Folter und sollte bei Amnesty angezeigt werden, denn bis nach Neun „schläft“ das Teenagergehirn noch.
(Auch nachzulesen in dem sehr unterhaltsamen Buch: „Der frühe Vogel kann mich mal“ von Bettina Hennig)
Aber, das manchmal für die Erwachsenen uneinsichtige und wenig gesellschaftskonforme Verhalten gerade von den JungFrauen, kann auch noch anders gedeutet werden.
Das dringende Bedürfnis, am Abend über Gebühr lange auf zu bleiben, ist ein Nachholen der auf konventionelle Art eingeschränkten Freiheit. Und der aktive (wenn auch unbewusste) Protest gegen Fremdbestimmung und krude Anpassung besteht oft in einer demonstrierten Inaktivität.
Es ist die erwachende junge Frau, die eigentlich etwas Besseres zu tun hätte und sich lieber mit der Einordnung ihrer Empfindungen und Gefühlen beschäftigen möchte. Ihren Intellekt nach vorhandenen Neigungen, Begabungen und Fähigkeiten entwickeln will und dafür Zeit braucht, welche nicht zugedröhnt ist mit patriarchalen Lernprogrammen, welche an Zielen ausgerichtet sind, die so gar nichts mit der Empfindungswelt der jungen Frau zu tun hat.
Die jungen Leute, besonders die Mädchen, kommen am (oft späten) Nachmittag nach Hause und dürfen, wenn sie Glück haben, endlich sie selbst sein. Das wird natürlich nach allen Regeln ausgekostet, wenn die Hausaufgaben erledigt sind, die der geplagten Jugendlichen zuvor noch mehr von ihrem kostbaren Zeitpotenzial nahmen.
Zwar wird in mancher Häuslichkeit den Mädchen bestenfalls eine Festlegung auf das patriarchatskompatibel Weibchen angeboten, aber welcher sozial geprägter Hintergrund auch vorhanden ist, die Pubertierende braucht Zeit für sich und oft mehr als ihr von wohlmeinenden Erziehern zugestanden wird.
So finden wir manchmal bei den Maiden den Drang in der Natur allein zu sein und das scheinbar stundenlange (Tag)Träumen gehört ebenso zu den arteigenen Findungsprozessen. Emotionale und intellektuelle Entfaltung (im wahrsten Sinn des Wortes) ist des Teenagers Hauptaufgabe. Das Eintauchen in fantastische Lesewelten ist ebenso oft vertreten, wie das Versinken in kreative Tätigkeiten. Und vergessen wir nicht zuletzt den, energetisch überaus wichtigen Austausch mit der besten Freundin oder die ersten dramatischen Ausbrüche aus dem elterlichen Alcatraz.
Heute ein weiblicher Teenager zu sein, bedeutet viel zu oft sich den Freiraum für das Erbauen der eigenen Welt abknapsen zu müssen. Schlafen können wann es der junge (weibliche) Mensch braucht ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die Vorgaben des männlich geprägten Patrisystems sind so gar nicht kompatbel mit den Bedürfnissen einer JungFrau.

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29 Februar 2012

Schaltjahr

Alle vier Jahre bekommen wir einen Tag um die Zeit auszugleichen, um Kalender und Empfinden zu synchronisieren, um nicht hinter der kosmischen Uhr hinterher zu stolpern.

Diejenigen, die an diesem Schalttag Geburtstag haben, sind etwas Besonderes oder sie fühlen sich vielleicht ein wenig von der Zeit betrogen. Denn nur alle vier Jahre taucht eine vierundzwanzig Stundenspanne aus einem parallelen Zeituniversum auf, um danach wieder unbetrauert zu entschwinden. Der Ausgleich für das unvollkommen festgelegte Raster, in dem natürliche Verläufe bemüht zerregelt werden. Und nie stimmt der Jahresablauf so ganz. Eine kleine unkorrigierte Verschiebung ist immer noch vorhanden, die sich geheimnisvoll summiert und von der allgemeinen Wahrnehmung ignoriert wird.

Wir unterwerfen uns, gut abgerichtet, dem seit langem festgelegten Takt und füllen mit unserem Leben Stunden, Tage, Wochen nach vorgeschriebenen Muster aus. Die allen auferlegte Tyrannei des Kalenders ist nicht nur an diesem Schalttag spürbar.

Dabei ist die Zeit ein so wunderbarer und individueller Zustand, ein vollkommenes, eigenes Empfindungsmedium. Kaum etwas ist mit den Gefühlen Anderer weniger im Gleichklang als das Zeitgefühl.

Heute, in diesem Moment, befinde ich mich gerade auf einer dieser, gefühlt arkadischen, Insel, die unbeachtet von der Welt, durch Zeit und Raum treibt und auf der es Weile und Muße im Überfluss gibt….

… ich sehe zur Uhr und stelle fest der Vormittag ist zerflossen in hochkonzentrierten Gedanken, dem Schnüren kleiner Wortpakete und träumenden Blicken aus dem Fenster, hinter dem ein trüber Tag liegt … gleichmäßig grau und terminlos ruhig…






17 Februar 2012

Metapher

Da das Blogschreiben bei mir gerade brachliegt, greife ich mal zu einem alten Entwurf, den ich beim Aufräumen gefunden habe. Er stammt aus einer Zeit, als ich beim morgendlichen fünfzig Worte schreiben, feststellte: Metaphern passen nicht immer oder sind manchmal schlicht weg falsch... 

Kennt jemand noch den kratzigen Song aus den Anfängen der Achtziger: Die weißen Tauben sind müde? Und weiter ging es mit: ... sie fliegen lange schon nicht mehr, sie haben viel zu schwere Flügel und ihre Schnäbel sind fast leer - Jedoch die Falken fliegen weiter, sie sind so stark wie nie vorher und ihre Flügel werden breiter und täglich kommen immer mehr... 

Dieser schlichte und kulturkritisch - poetische Text, versehen mit einer noch schlichteren, eingängigen Melodie, traf damals den Nerv der Zeit und auch heute scheint er irgendwie immer noch passend. 

Es ist dieser Ausdruck einer gewisse Endzeitstimmung, die immer mal aufflammt, eine Metapher zum Niedergang einer friedvollen Weltgesellschaft, welche jedoch, wenn wir es genau nehmen, zu keiner der patriarchösen Zeiten je wirklich existiert hat. Der Text ist so was, wie die Beschreibung des aussichtslos scheinenden Kampfes gegen das Geflecht der kapitalistisch - militaristischen Kräfte: Die übermächtig daher kommenden Falken nehmen den harmlosen, friedlichen Tauben den Lebensraum und die weiße Friedenstaube ist zum Sterben verurteilt. 

Ein bestechendes Sinnbild bestimmter politischer Verhältnisse. Aber... ein falsches Bild!

Als dieses Lied einst veröffentlicht wurde, waren es eher die Falken und die anderen Greifvögel, die in Gefahr waren vernichtet zu werden. Vom Aussterben bedroht durch hemmungslose menschliche Ausbreitung und durch die typische gezielte Vernichtung bestimmter Arten. 

Das Anlegen der großräumigen, landwirtschaftlichen Nutzflächen zerstörte all die natürlichen, wilden Bedingungen, die eine Greifvogelpopulation braucht um ihre Jungen aufzuziehen und die Art zu erhalten. Menschliche Kultur zersiedelt natürliche Lebensräume und fördert oder erhält nur die Tierarten, die erst einmal in keine Konkurrenz zum Menschen treten. Und so haben es eher Luchs und Wolf und Bär schwer einen artgerechten Lebensraum zu finden. Wildtiere, ob klein oder groß, Raubtiere, Greifvögel werden seit einiger Zeit erst wieder geduldet und auch unter Schutz gestellt, um als Arten in unseren Breiten erhalten zu bleiben. 

Ja... und so sind es die Tauben, die sich bis jetzt besser behauptet haben. Sie ernähren sich üppigst von den Abfällen der menschlichen Gesellschaft. Sie werden gefüttert und nisten fast überall unbehelligt in menschlichen Siedlungen, so dass sie sich explosionsartig vermehren können in der von Menschen geschaffenen Zivilisation. Vielleicht hätte dieser Text besser so lauten sollen:

Die wilden Falken sind müde,
sie fliegen lange schon nicht mehr
sie haben viel zu wenig Freiheit
und ihre Schnäbel sind längst leer.
Jedoch die Tauben kreisen weiter,
sie sind jetzt stark wie nie vorher
und ihr Welt wird immer breiter
und täglich kommen immer mehr!
Nur wilde Falken fliegen nicht mehr...

Und die Grundaussage wäre mit diesem Refrain, so finde ich, weitaus zutreffender.