10 Mai 2011

Blüten zählen


...die Treppe hoch geht noch, bis zum Tresen und die nette junge Sprechstundenassistentin anlächeln, auch noch, doch dann kommt der tödliche Satz: „Setzen Sie sich ein paar Minuten ins Wartezimmer, der Doktor ist gleich so weit...!“


Jetzt nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Der gut sortierte Zeitschriftenständer fängt die erste Panikattacke ab - Stern, Bunte, Schöner Wohnen – irgendein fesselndes Thema finde ich schon... und dann, viel zu schnell, wird mein Name aufgerufen!  

Die Zeitschrift entfällt meinen zitternden Händen, ich hole tief Luft, nur nicht hyperventilieren, mit glasigem Blick folge ich dem weißen Kittelchen.

Der helle, Vertrauen erweckend eingerichtete Raum, in den ich zum wiederholten Male komme, fängt an zu verschwimmen. Die besorgte Stimme meines entzückenden, jungen Zahnarztes dringt an mein Ohr: „Geht es Ihnen gut?“

Ich schüttel nur verkrampft den Kopf, rücke mich auf dem bequemen Liegebehandlungsstuhl zurecht und fange an zwanghaft die zart rosa Blüten des Gemäldes gegenüber an der Wand zu zählen. Der Stuhl kippt und kippt, es gibt keine Haltegriffe zum Festklammern und ich erwarte, dass sich hinter mir im Boden ein schwarzes Loch auftut, in das ich gleich Kopfüber hinein gestürzt werde. Im letzten Moment kommt das Spezialmöbel zum Stillstand. Das gefühlt arglistige Lächeln des behandelnden Arztes sehe ich nicht wirklich, da er diesen weißen Mundschutz trägt und ich meine Brille abgelegt habe. Und während die Bohrer vor sich hinsummen, der Sauger in meinem Mund saugt und eine sachliche Stimme Anweisungen gibt, zähle ich gegen die Panik an. Diesmal die weißen und hellblauen Blüten auf dem Gemälde, welches ein cleverer Innenarchitekt an die Decke geklebt hat.

Also... es geht ja gar nicht so sehr darum, dass da was weh tun könnte oder die Spritze piekt und der Bohrer grauslige Geräusche macht – nein – es ist dieses Gefühl des Ausgeliefertseins! Dass mein Kopf, wie abgetrennt vom Körper, gnadenlos in die Mangel genommen wird, während ich selbst gutwillig den Mund aufmachen muss, die Augen schließen und mich entspannt den fachkundigen, desinfizierten Händen des Zahnarztpraxispersonals ergeben soll, obwohl ich mich viel lieber, mit einem Karateschrei aufspringend, losreißen und in Sicherheit bringen möchte. Dabei das Tablett mit den fies glänzenden Instrumenten und bunten Fläschchen durch den Raum pfeffern und die lieblichen, mich höhnisch anstrahlenden, pastellfarbenen Gemälde von der Wand reißen wollen würde oder so...

Morgen Vormittag habe ich noch einen Termin!

 

PS. Ich musste feststellen, dass Zahnarzterfahrungsberichte vieler Blogorts zur Zeit thematisiert werden...


09 Mai 2011

für Interessierte...


hier habe ich zwei Links für euch: 
der Kongress des Göttinnenprojekts Polythea
                              und aus dem Mütterblitz das Interview mit Uschi Madeisky!

 

Familie – ein Klassiker

... wenn wir bedenken, dass der Begriff der Familie hergeleitet wird aus lateinischer Antike, ist die Bezeichnung Klassiker angemessen. Wie bereits schon mehrfach ausführt, ist „Familie“ der Herrschaftsbereich eines Mannes und in diesem sind ihm einst Weib und Kind und Sklaven oder Gesinde untergeordnet, er hatte sie zu ernähren, zu beschützen und konnte alles von ihnen verlangen, sie gehörten ihm. Je nach Gesetzeslage war er auch Herr über Leben und Tod. Ob er mit Willkür, Großmut oder Weitsicht seine Familie regierte, konnte der Patriarch nach Tagesform entscheiden. Wobei die offizielle Gattin aus gutem Haus gewisse Freiheiten besaß. Gehörte sie jedoch einer altrömischen Kaiserfamilie an, konnte sie bei mangelndem Wohlverhalten auch schon mal auf einer kleinen Insel in der Verbannung landen.

Natürlich war nicht jeder Mann bedeutend in der Gesellschaft und gehörte dem Adel an, war Kauf- oder Staatsmann, verfügte über eine klassische Bildung und konnte auf, von den Vätern, ererbte Traditionen und Sesterzen zurückgreifen. Es dauerte fast bis in unsere aktuelle Zeit bis aus jedem Mann ein potentieller Patriarch wurde. Inzwischen wird diese Idee bereits wieder umfassend demontiert. Aus Patriarch soll Partner werden.

Heutzutage wird die von persönlicher, patriarchaler Unterdrückung befreite Familie als Grundlage der Gesellschaft angesehen und Frauen möchten gern eine Familie. Dass sie bereits zu einer gehören, wird nicht nur als irrelevant gekänzelt, sondern es wird darüber hinaus erwartet, sich aus der Herkunftskonstellation zu befreien. Eine neue gesellschaftliche Tradition legt den einzelnen Gesellschaftsteilnehmer nahe, sich der bestehenden Bindungen zu entledigen, wie beim Häuten einer Schlange.

Frauen lösen sich freiwillig aus der Herkunftsfamilie und gehen, wie der Mann, auf die Suche nach einem Lebensgefährten. Es gehört zum Wesen des (weiblichen) Menschen in einer Gemeinschaft von Angehörigen zu leben. Unsere Kultur hat inzwischen das Phänomen hervorgebracht, die Kombination von möglicher Zugehörigkeit auf einen Mann und eine Frau unterschiedlicher Herkunft zu beschränken. 


Mit einer Bereitschaftserklärung, die nicht einmal mehr gesetzlichen Charakter annehmen muss, tun sich also zwei erwachsene Personen zusammen, um den eigenen Herkunftsfamilienverhältnissen zu entgehen und selbst eine (neue) Familie zu gründen, was in dem (Ideal)Fall heißt, gemeinsam gemeinsame Kinder aufziehen. Jedoch ohne den weiterführenden Ehrgeiz zu entwickeln die Verbindung zu Kindeskindern und anderen möglichen Anverwandten zu intensivieren oder als selbstverständlich anzusehen, wie es eigentlich der Spezies Mensch zu eigen ist.

Die Welt wird also im Sinne der Kleinfamilienideologie von kleinen und kleinsten Einheiten überschwemmt, die sich Familien nennen. Die ursprüngliche (Familien)Intention ist dabei weder sichtbar noch erforderlich, nämlich einem Herrn zugehörig zu sein, der dem Ganzen vorsteht.

Die moderne Frau verzichtet natürlich gern auf einen Herrn und sucht sich einen Partner, auf Augenhöhe, im Sinne der heutigen Gleichberechtigung. Die Fixierung auf das Paar, als alleinige grundsätzliche Lebensführung in unserer Gesellschaft, ist der (kapitalistischen) Wirtschaft geschuldet, je kleiner und flexibler die als Familie bezeichneten Einheiten sind, desto besser für den Arbeitsmarkt. Eine matriarchale Konsensgemeinschaft hat, so wie die Dinge liegen und es der, uns heilige Mainstream verkündet, zur Zeit einfach keine Chance.

Und so bleibt uns eben nur der (neue) Klassiker – ein Paar mit Kinder, eingebettet in das neue Ideal einer weitverzweigte Patchworkfamilie, die auf Grund moderner Kommunikation und Transportmittel, die Illusion einer Sippengemeinschaft am Leben erhalten kann.

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07 Mai 2011

ach war das gut...


.... wir hatten ein sonniges, wenn auch gelegentlich frisches Wochenende. Alle waren da und und der Ort unseres Treffens war gerade zu ideal. 




Die Kinde(skinde)r haben sich auf einander gefreut und alle hatten reichlich ihren Spaß.


Sie, vor allem die Enkeltöchter, pflegten ihre Freundschaften – Helene freute sich auf Paula und umgekehrt, Mathilde, Caroline und Adele bildeten ein Gespann, Isolde und Vicky vergnügten sich zusammen auf dem Spielplatz ...



und Johanna und Wilhelm sind gerade eher in der Phase des pubertären Einzelgängertums. 

Die Größeren hatten ein Auge auf die Kleinen und gingen gemeinsam auf Entdeckungsreise. 



Die Baby, unsere Jüngste, saß vergnügt auf Papas Arm und hielt Hof (die Mama durfte sich derweil erholen).  



Das ist … die Baby!



Und wenn ihr etwa denkt, diese Bezeichnung stammt von der sprachkandidelten Omama, nein, es ist die offizelle Ansprache der Eltern an ihre Minitochter


 

Die lieben Eltern taten es den Kindern gleich und spielten miteinander und ihren Kinden. Alle nutzten voll Begeisterung die individuell gebauten Tret-Cars und fuhren auf dem großen Gelände kleine Rennen.




 




Es wurde ein Geburtstag gefeiert

gemeinsam gekocht

viel gegessen 

ohne Ende Kaffee getrunken...




 







... und immer waren drei bis fünf Kameras im Einsatz...




Ich war ganz ergriffen, dass so viel Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit unter den (erwachsenen) Geschwistern ausgetauscht wurde. Da wurde Familiengeschichte lebendig. Solche Treffen sind auch selten genug. In dieser Konstellation fanden wir uns das erste Mal zusammen - Großmutter und Großvater, die vier (erwachsenen) Kinder, ihre Lebensgefährten und die zehn Kindeskinder!



... nur mit dem Tanz in den Mai hat es nicht so ganz geklappt, da die Kinderschar und die Elternschaft nach einem bunten, wild-aktiven Tag, mit Spielen und Schwimmbad und Sauna und Grillen und intensiven Gesprächen am Abend dann doch etwas geschwächelt haben.



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28 April 2011

FamilienWochenEnde


es hat geklappt! Dieses Wochenende trifft sich meine ganze Familie. Vorbereitet von langer Hand und per Internet, weil alle Kinder noch Ferien und die Großen sich die Zeit frei geschaufelt haben. 
Zehn Erwachsene und zehn Kinder...!

Ich werde drei Tage am Stück alle meine Enkelkinder gleichzeitig erleben. Die dazu gehörigen Eltern, sprich meine vier Kinder und ihre Lebenspartner, werden sich nach längerer Karenz auch wiedersehen und sich über ihr buntes und aufregendes Familienleben, ihre Arbeit, vielleicht das Weltgeschehen austauschen und dabei viel Spaß haben!

Wir werden einen Geburtstag feiern, in den Mai tanzen, grillen, spielen, toben, Tiere streicheln (wir sind auf einem dieser netten Ferien-Bauernhöfe), durch den Wald strolchen und unsere Jüngste (sechs Monate) herumreichen. Und ich werde wahrscheinlich vor Glück durchdrehen...

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27 April 2011

Misstrauen versus Vertrauen

… kennt ihr das auch? Ein Klick zieht den nächsten nach sich und den nächsten, überall schnappe ich interessante Anregungen auf, nehme sie mit in den Tag und würde gern später hier oder da meine Gedanken in einem Kommentarfeld hinterlassen aber finde die Seite nicht wieder.

Dieses Mal war es das Wort Vorurteil, dass an mir kleben blieb, nachdem ich durch einige Blogkästchen gehüpft bin.
Jeder weiß, Vorurteile haben ist anmaßend und uncharmant.
Jedoch: Wer ohne Vorurteil ist, der setzte sich einen kleinen Heiligenschein auf und gebe ein Buch heraus: Wie ich meine anerzogenen Vorurteile überwand!
Spätestens seit Stolz und Vorurteil hat wohl jede begriffen, Vorurteile sind schädlich, vor allem, wenn sie als Haltung anderer, einen selbst betreffen. 
 
Ein Vorurteil kommt nicht aus dem Nichts. Einst hatte es als Vorbehalt den Nutzen eines Vorteils, als abwartende und distanzierte Haltung in gebotener Vorsicht seine Berechtigung. Nur, ein als Leitsatz weitergegebenes Gebot kann sich zum Vorurteil mausern. Und so manches Vorurteil stammt, getarnt als Kodex oder Dogma aus der ideologischen Alchemistenküche diverser Machthaber. Allerdings können sich die Bedingungen ändern oder die Vorturner haben sich letztlich als falsche Propheten erwiesen. Und so hat beispielsweise die Ablehnung dem Fremden gegenüber schon längst seine (politische) Berechtigung verloren. Gerade im politischen Bereich kann schnell mal ein Wechsel geschehen, der aus einem Feind einen (verordneten) Freund macht und der mit sich beschäftigte Bürger bekommt es nicht immer mit. Vielleicht möchte er sich seine Vorbehalte auch gar nicht nehmen lassen. Wenn die alten Werte plötzlich als falsch deklariert werden, warum sollten die neuen dann richtig sein? Müssen / sollten wir grundsätzlich bedenkenlos vertrauen?

Aus einstiger Vorsicht und begründetem Bedacht erwuchs in der Überlieferung das, was wir mit dem Begriff Vorurteil bezeichnen. Wir haben in unserem gemütlichen Leben selbst mit bestimmten Phänomenen keine unangenehmen Erfahrungen gemacht, aber wir haben die dazu gehörigen Vorbehalte gelernt. Die immer wieder weitergereichten Erfahrungen der Alten werden jedoch in der heutigen Weltoffenheit oft nur als peinliche Relikte, eben als Vorurteile gesehen.

Trotzdem, die im Alltag der Menschen seit langem tradierte Weitergabe besteht nach wie vor. Bei jeder Integrationsdebatte wird es deutlich. Da wird mit den bekannten und zutiefst verinnerlichen Vorurteilen weiter gehandhabt und die Zurückhaltung will nicht aufgegeben werden. Da wird sich nicht einfach hemmungslos mit dem Unbekannten verbrüdert. Auch nicht verschwestert. Immer wieder bricht der bewährte Menschengrundzug durch: Vorsicht und eine Prise Misstrauen! Erst mal sehen, ob sich das Andersartige, das Unbekannte bewährt! 
 
Das ist es wohl, was uns heutzutage zum Nachdenken herausfordert.
Ist diese Haltung fair?
Ist es in Ordnung ein (gesundes) Maß an Misstrauen grundsätzlich parat zu haben?
Tun wir anderen damit Unrecht?
Oder ist eben doch die Vorsicht die Mutter der Porzellankiste?
Es ist jedenfalls nicht verkehrt, von Zeit zu Zeit die eigenen Vorurteile zu sortieren und neu zu bewerten... 

25 April 2011

Freud und Leid


Mein Küchenschnittlauch gibt sich hier als Ostergras aus und die Körbchen hat der Osterhase immer noch nicht versteckt




 .... und was hatte ich vom traumhaft schönen Osterwetter? 
Niesen, entzündete Augen und Schnuffeln den ganzen Tag. 
Rings um grünt und blüht es, was auch bei geschlossenem Fenster wirklich sehr schön aussieht...



19 April 2011

Iris


... im Deutschen heißt das zarte und duftig erscheinende Farbengebilde, das in der Luft von Wasser und Sonne hervorgebracht wird, ziemlich prosaisch Regenbogen... dabei ist der Regen meist schon vorbei, wenn das Phänomen am Himmel auftaucht. Gibt es keine andere Bezeichnung für diese feine Brücke ins Land der Träume, für die einzigartige Demonstration an Farbmöglichkeiten, welche die Natur hervor gebracht hat und die das menschliche Auge erfassen kann? 

Doch da gibt es noch Iris. Das Wort kommt aus dem griechischen und bezeichnet auch das in sich abgestufte Farbenspiel. Und laut Wikipedia ist Iris unter anderen:

eine griechische Göttin,
ein weiblicher Vornamen

die Regenbogenhaut im Auge
in der Antike einen Fluss in Pontus

in der Botanik die Gattung der Schwertlilie
in der Zoologie eine Gattung der Fangschnecke

eine Oper von Pietro Mascagni,
ein Film von Richard Eyre

eine ehemalige britische Automarke (1906–1925)
eine Software für astronomische Aufnahmen mit einer Webcam und deren Bildverarbeitung

eine rumänische Hardrockband
einen gleichnamigen Song von Ronan Keating

einen tropischen Sturm 1999 im Pazifik und zu allem Überfluss
steht IRIS für die Abkürzung einer Luft-Luft-Rakete...

 
... und so bleibt mir eben nur der Regenbogen und sein Farbenzauber und 
der Song von Iz sowie mein Hang jedwedes Couleur nach Nuancen zu sortieren...







15 April 2011

unsre kleine Stadt...


Anruf vom Schwiegersohn ...Redakteur bei der Lüneburger LZ... das Haus in dem ich einst wohnte, brennt! Feuerwehr ist vor Ort und die ersten Bilder vom Einsatz wurden mir auch schon gemailt. Leider kann ich diese nicht verwenden, da sie vom Fotografen der Landeszeitung geschossen wurden.

Also habe ich schnell noch ein Foto aus besseren vergangenen Tagen heraus gekramt!



... so nett sah das Haus aus, als wir im ersten Jahr dort lebten ... dann, zehn Jahre weiter zerstreute sich die Familie in alle Winde und mich verschlug es ins Rheinland!



... die Mini-Korkenzieher-Weide, war bei meinem Auszug so hoch wie das Haus.

Ach ja, jetzt wohnt dort ein Lehrer von Helenes Gymnasium... nun sind Abiturarbeiten seiner Klasse vernichtet worden und müssen von den bedauernswerten Schülern wiederholt werden... wahrscheinlich gibt es grad ein paar Nervenzusammenbrüche!

Ist das nicht schön, wenn frau alles so aus erster Hand erfährt...

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13 April 2011

ach neee...

.... eben sind sie zur Tür hinaus, die beiden netten jungen Handwerker!

einmal die Decke zum Dachboden durchbohrt (ich werde mich nie wieder sicher fühlen...!)

einmal den Fußboden zur unteren Wohnung durchbohrt (hoffentlich zieht kein Zigarettenrauch durch die Öffnung...)

und dann auf meiner terrakottafarbenen Wand einen weißen Kabelkanal gesetzt...

damit ich in Zukunft, wenn ich das möchte und mir zuvor einen neuen Receiver gekauft habe, ungefähr tausend Fernsehsender empfangen kann! Unsere Vermieterin ist zu gut zu uns...

ich hoffe, ich finde im Keller noch etwas Farbe... 




11 April 2011

Matrismus


.... heute nur ein Link zur Rette sich wer kann - Seite und zu den spannenden und erhellenden Ausführungen von Dr. James DeMeo: Entstehung und Ausbreitung des Patriarchats, die Saharasia-These

10 April 2011

Durchbruch

 


Na bitte, geht doch und Ostern wirft auch schon seine bunten PlastikEierSchatten voraus...




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04 April 2011

Lustlos

 
.... frustrierte Zauberworte auf KurzundProsa
Der Märzenzauber hat in diesem Landstrich noch nicht wirklich gewirkt...


30 März 2011

Was wäre wenn...

Manchmal frage ich mich, was wäre wenn...?

Wenn es keinen Ersten und Zweiten Weltkrieg gegeben hätte und ich mit meiner, damals in Oppeln lebenden Familie, in Schlesien aufgewachsen wäre. In der Reihenhaussiedlung, im Häuschen mit Garten und Hühnern und Kaninchen. Mit Verwandtschaft auf dem Land und Cousinen in der Stadt, Freundinnen, die ich mir heute nicht mal vorstellen kann? Einem ganz anderer Menschenschlag in der Gegend und der Ort, von dem mein jetziger Nachname stammt, liegt nur zwanzig Kilometer entfernt. 
Wenn die große Oder, die einem meiner Brüder das Leben genommen hat und nicht die Schmale Gera in Thüringen, der Fluss meiner Kindheit gewesen wäre? 
Wenn ich meine jungen Jahre in einer altehrwürdigen Stadt und nicht auf einem Dorf im Erfurter Umland verbracht hätte? 
Wie wäre es allen Menschen in Europa ergegangen, wenn sich die politischen Verhältnisse nicht durch Kriege oder Revolutionen so drastisch geändert hätten? Wenn die Welt vom Größenwahn und der Machtgier verschont geblieben wäre?

Ja, was wäre wenn?

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27 März 2011

Mitternachtsgedanken im März

Der Verrat der Mütter 

immer wieder fühlen sich Töchter, zu Recht, von ihren Müttern im Stich gelassen, nicht wahrgenommen oder gar verraten. Es scheint, als hätten die Mütter dieser Welt Schuld ohne Ende auf sich geladen bis hin in unsere Gegenwart. Eine Art Erbsünde, ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist. Immer wieder versagen sie, die Mütter. 
 
Sie sind gleichgültig, wo das Kind ihrer Aufmerksamkeit bedarf. Sie klammern, wenn das Kind frei sein möchte. Sie gehen arbeiten, wenn das Kind sie braucht, sie hocken zu Hause rum, wenn das Kind auf eine taffe Mutter stolz sein möchte. Sie arbeiten dem Vater zu und vergessen ihr Kind zu schützen. Sie vernachlässigen, sehen weg, verdrängen, verletzen oder töten gar. 
 
Wenn der ins Heute zivilisierte Mensch „Mutter“ hört, schwingen irgendwie auch immer gleichzeitig alle gruseligen Pressemeldung über die versagende Mutter mit. Ich habe, selbst unter Müttern, noch keine Diskussion über die starke oder auf verlorenem Posten kämpfende Mutter erlebt, in der nicht nach kürzester Zeit das Bild hin zur schwachen und verantwortungslosen Mutter korrigiert worden wäre.

Mütter scheinen die größten Egoisten aller Zeiten zu sein, wo es doch ihre Aufgabe wäre, sich in Selbstlosigkeit aufzulösen. Nicht einmal die unendlich vielen Frauen, die täglich ganz selbstverständlich für das gute Gedeihen, die Gesundheit und angemessene Entwicklung ihre Kinder sorgen, machen vergessen, dass die Mutter im gesellschaftliche Fokus eine zweifelhafte Erscheinung ist.

Unsere Mütter gehören unserer Vergangenheit an, selbst wenn sie noch am Leben sind. Und das ist es, was wir verstehen müssen. Das Gestern umfasst Millionen von Jahren und in dieser Zeit ist verdammt viel passiert...

Der immer wieder gern zitierte Verrat der Mütter an den Töchtern, ist gleichzeitig auch ein Verrat an den Müttern.

Nur wenn sie völlig selbstlose Mütter sind oder zu einer Art Gebärmaschine werden, die ihre Kinder dann einer Vater-Gesellschaft überantwortet, dürfen sie sich mit Attributen schmücken wie gut und liebevoll, aufopfernd und hingebungsvoll. Das rührselige Mutterbild, der etwa letzten zweihundert Jahre, hat manche Frauen wie eine Droge betäubt und andere herausgefordert.

Auflehnung gegen die geistige (und körperliche) Gefangenschaft als Frau im christlichen Abendland bedeutete auch gegen Gesetzeslagen anzugehen. Wie eine Familien geführt werden soll, in der nicht nur die Kinder, sondern auch eine Mutter zu gehorchen hatte, ist nicht nur als Empfehlung von der Kirche herausgegeben worden, sondern war bis ins Strafrecht hinein festgeschrieben. 
 
Die Jungfrau Maria, welche gleichzeitig als Gottesmutter verehrt wird, diente als Leitbild. Alle milden und gütigen und demütigen Aspekte sollten den nur allzu realen Alltag einer Frau mit Dreck und Schweiß und Tränen, Scheiße und Geheul und Blut, Erschöpfung und Schmerzen und Tod, einfach in eine Märchenidylle verwandeln. Gleichzeitig verliert die Frau mit ihrer Heirat oft völlig den Rückhalt ihrer Herkunftsfamilie. Den ihrer Muttersippe hatte sie längst verloren. Sie wurde Ehefrau, Schwiegertochter und Eindringling. Einen Status, den sie nur durch Anpassung, Arbeitskraft und Fruchtbarkeit aufwerten konnte.

Was bedeutete es, wenn ein Mädchen einem Manne zur Frau gegeben wurde?
Wie wurden Ehe-Arrangements unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen und wie wurde die Frau dabei geachtet?
Welche Auswirkungen hatte es für eine Menschenleben, wenn der Mann sich eine Frau erwählte mit oder ohne ihrem Einverständnis?

Die  verbindliche Ehe war früher den Familien mit Besitz vorbehalten und die Frau war dem Manne verpflichtet wie ein Bauer seinem Lehnsherrn. Es ist noch nicht so lange her, da stand dieser zum Prinzip erhobener Lebensentwurf auch noch unter dem für alle bindenden Motto: … bis dass der Tod euch scheidet. Bis das Paarbündnis als Grundlage der gesellschaftlichen Organisation zum Standard für wirklich Jeden erhoben wurde, vergingen Jahrhunderte. Die Zeiten, als Land- und anderer Besitz, sowie die Dauerpaarbildung keine Rolle spielte, liegt sehr viel weiter zurück.
 
Unabhängig davon, ob sich das Paar bis ans Ende ihrer Tage zugeneigt war oder nicht, die Kinder gehörten zum (dem) Vater. Nur wenn die Frau über eigenes Geld verfügte, erlangte sie zu eine Art Ansehen, dass nicht ausschließlich über den Status ihres Gatten definiert wurde. Nach dem Mittelalter verhinderten die meisten Gesetze eine finanzielle Unabhängigkeit des Weibes. Die Mutter der Kinder war vollkommen abhängig vom Ehemann und Vater der Kinder. Und diese Abhängigkeit wurde ebenfalls zum Idol erhoben.

Die heutige Forschung ist grad an dem Punkt der Erkenntnis angelangt, dass bei einer freiwilligen, einvernehmlichen Paarung das Immunsystem der Frau den Ausschlag gibt, welchem potentiellen "Erzeuger" ihres Kindes sie den Vorzug gibt. Man nennt es Female Choice und es ist ein evolutionsbedingter Effekt. Wenn Frauen nicht Mütter würden, gäbe es keine Menschen. Und sie wurden es, immer wieder, selbst unter den unerträglichsten (gesellschaftlichen) Bedingungen. 

Mütter lassen, ob mutterseelenallein oder in Gemeinschaft, ihren Kindern die grundlegende Fürsorge angedeihen, das ist ein genetisches Programm. Die Qualität dieser Fürsorge hat weniger mit den Fähigkeiten der einzelnen Frau zu tun, sonder vor allem mit dem Status den eine Mutter in der Sozialgemeinschaft einnimmt. Die Vergangenheit mit den ihr eigenen Zwängen und Chancen für die, in ihr lebenden Frauen zeigt, welche Kraft eine Mutter haben kann.

Meine Mutter hat acht Kinder aufgezogen und sie ist Ahnin meiner Kinder und Kindeskinder. Aber was wusste ich wirklich von ihren Kämpfen und Niederlagen, ihren Freuden und Sehnsüchten, ihren Ängsten und Schmerzen, von ihrer Einsamkeit und ihren Bündnissen, der Zeit der zwei Kriege, die ihr kostbare Jahre raubten? Jetzt, aus der Sicht der langen Jahre ohne sie, habe ich nichts mehr zu rechten oder anzuklagen. 

Mutter und Kind sind sich gegenseitig das Kostbarste im Leben - was ist daraus geworden?

26 März 2011

Die mutterlose Frau

Nachdem ich mich zwischen Kommentaren bei Bronski und ähnlichen Seiten herumgetrieben habe, kämpfe ich nun mit einem, durch patriarchöse Ausdünstungen verursachten Brechreiz und sehne mich nach so etwas wie einer Frauenhütte...

Es ist chic in öffentlichen Diskussionen und anerkannten Medien die Frau als gleichberechtigte Frontfrau und Mitkämpferin darzustellen (nicht anzuerkennen, das ist noch mal etwas anderes) und sie auf den, erst kürzlich gegossenen, Sockel der partnerschaftsbewussten Berufstätigen mit eventuellem Kinderwunsch zu heben. Wobei der Kinderwunsch nicht unbedingt realisiert werden muss.

Die heutige Frau ist scheinbar nie eine Tochter (was ist das?) gewesen, sondern gleich zum Wahlsohn avancierte. Und wenn sie nicht selbst Mutter wird, sondern sich in der gehobenen Arbeitswelt gut etabliert hat, reiht sie sich sozusagen fast nahtlos in das Jagdkollektiv der „einsamen Jäger“ ein. In dem Fall schließen sich die Begriffe einsam und Kollektiv nicht aus, denn jede männliche Vereinigung, auch oder besonders, unsere Arbeitswelt, besteht aus Verbänden einsamer, potentieller Konkurrenten, die ihr WettbewerbsGen ausleben. Und ich frage mich immer wieder, welche merkwürdige Lebensgrundlage macht Frauen zu deren Mitkonkurrenten?

Die Frau in der Gesellschaft definiert sich nicht als Tochter ihrer Mutter und sieht sich nicht unbedingt zu den reduktionistischen Müttern gehörig. Nicht nur, dass der Mutterbegriff mit alten Etiketten beklebt, am liebsten im Genderuniversum eliminiert würde, ist auch die, dem Feminismus geschuldete Idee, dass die Frau sozusagen durch gelebte Mutterschaft ihr Frausein verrät, immer noch nicht aus der Vorstellungswelt so mancher aufgeklärten Frau verschwunden. 

Ob in den Medien, Fernsehdokus, so manchem Spielfilmen oder nur in einer Diskussion in der Frauengruppe, die Frau, wenn sie denn als Teilnehmerin des gesellschaftlichen oder politischen Lebens wahrgenommen wird, bewegt sichvor allem als Partnerin des Mannes durch ihr Dasein. Und irgendwie gibt es in der Wahrnehmung dieser Frauenexistenzen quasi keine Schwestern, Töchter, Mütter und schon gar keine Großmütter. 
Athene, die männliche Kopfgeburt lässt grüßen...

24 März 2011

Spiegelung



Wer weiß es schon immer, was vor oder hinter
der Scheibe liegt?



Ist es nur Reflex einer Reflexion
und wo ist die Realität abgeblieben?


22 März 2011

Frühjahrsäquinox














Die Winterprinzessin

freut sich über 

den Frühling...

















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21 März 2011

...ohne Wohlwollen geht es nicht!


Nicht ohne Wollen und nicht ohne Wohlmeinen...

Auch wenn die maskuline Herrschaftsmacht beispielsweise die moderne Medizin und ein komplexes anatomisches Wissen entwickelt und zur Anwendung gebracht hat, ist trotzdem kein Mann in der Lage, als Frau zu empfinden, auch nicht unter homo- oder transsexuellen Bedingungen. Kein Mann kann wirklich die leiblichen, seelischen und spirituellen Erfahrungen einer Mutterschaft nachempfinden. 


Ebenso möchte ich mir nicht vorstellen oder empfinden müssen, was einem Mann in seinem Leben widerfährt und was er für Erfahrungen in sein Sein einbauen muss. Bei allem Verständnis und emphatischen Voraussetzungen, niemand kann je den Empfindungs- und Gefühlskosmos eines anderen Menschen völlig nachvollziehen. Das ist es was uns trennt und gleichzeitig verbindet. 

Unabhängig von unserer Individualität werden wir in eine Menschengemeinschaft hinein geboren und sind darauf angewiesen, dass sie uns wohlwollend aufnimmt und die Chance gibt, als Angehörige dieser Gemeinschaft dereinst zurück zu geben, was wir in jungen Jahren erhalten habe. Es gilt sozusagen grundsätzlich und nicht nur für die Zeit der Kindheit: Alle für Eine/n.

Dass diese simple Wahrheit aus der Urzeit nicht mehr so recht greift, ist überall zu spüren, denn die patriarchale Verdrehtheit erwartet, dass sich das Individuum (von Anfang an und auf sich selbst zurück geworfen) seinen Platz in der Gemeinschaft verdient, durch
Assimilationsbereitschaft, Unterwerfung und fremdgesteuerter Anpassung, ständigen Wettbewerb und (rücksichtslosen) Kampf gegen vermeintliche Konkurrenten. Dabei ist doch ursprünglich die wohlmeinende Sicht auf das einzelne Menschenkind und die Fürsorge der Gemeinschaft die eigentliche Voraussetzung für sein Gedeihen und für das Wohlseins aller. 


Ausschnitt aus dem neuen "Sachtext" auf der Waschweib - Seite... 

 

20 März 2011

aus gegebenen Anlass...

Radikal oder unhöflich?

was macht frau, wenn sie erfährt, sie hätte sich schlecht benommen? Die Pferde der Ungeduld oder der fast schon Verzweiflung, sind wieder einmal mit ihr durchgegangen. Sie könnte sich entschuldigen (was ich hiermit tue, liebe Anni) oder (und das kommt dann sicher nicht so gut an) einfach nur sagen: „Ihr werdet schon noch merken, dass ich nicht so ganz falsch liege mit meinen (rüden) Anmerkungen.“

Kritik ist eigentlich einfach nur Beurteilung und sie kann sozusagen positiv und negativ ausfallen. Meine Meinungsäußerung ist keine Kritik. Ich maße mir nicht an, zu beUrteilen.

Ich gebe vielleicht mit klaren Worten zu bedenken, spreche von meinen Erfahrungen oder wiederhole, was andere auch schon gesagt haben, stelle gern meine radikale Erkenntnis zur Verfügung. 
 
Jedoch stelle ich immer wieder fest, es ist nicht einfach, als freie MeinungZumBestenGeberin akzeptiert zu werden. (Bedenken werden lächerlich gemacht, Erfahrungen zählen nicht, das Berufen auf Vorredner wird als Abgucken gewertet und (Lebens-) Erkenntnisse einfach ignoriert. Dafür gibt es als Antwort für mich schnell noch das Zitat eines klugen Mannes.)

Denn grundsätzlich begegnet mir immer wieder das Dogma: ...eine alte Frau kann gar nicht so was wie weise sein. Was wollen uns die Weiber da weismachen? Wo sollten sie das denn auch her haben? Einfach so aus dem Nichts? Ohne männliche Weihen? Ohne Studium und Zertifikat?

Langmut, Demut, Geduld, bedingungsloser Glaube und Nachsicht mit den Konditionierungen unserer Tage zeichnet die wahre und erst recht die alte Frau aus, so haben wir es gelernt, das ist ihr zugewiesener Platz.

Um nicht als besserwisserische betagte Oberschlaue daherzukommen, kann ich als Alte also zum Beispiel in den koketten Klagechor der jungen Frauen einstimmen, wenn sie wieder einmal launig oder genervt die Tapsigkeit, Gedankenlosigkeit oder Rücksichtslosigkeit ihres amtierenden Lieblingsmann zum Besten geben. Denn ab und zu muss jede Frau sich etwas Luft machen und das blöde Verhalten ihres Mitbewohners mal ansprechen. Da gebietet es doch die Weibersolidarität, innerhalb der Unausweichlichkeit der gottgewollten Ordnung, die Frau von nebenan ein wenig zu unterstützen und ihr schmunzelnd mitzuteilen: „…das haben wir doch alle durch, Männer sind nun mal so...!“

Aber ich habe auf diese Art der Frauen-Bestätigung einfach keine Lust mehr. Am liebsten würde ich ja schreiben: „Wenn ihr unbedingt eure Lebenszeit damit verplempern wollt, den Beziehungsnehmer an eurer Seite zu einem aufmerksamen, uneigennützigen, häuslichen und hingebungsvollen Wesen zu erziehen, dann bitte tut es und viel Spaß dabei, aber wundert euch nicht, wenn es nicht wirklich funktioniert!“

Aber das tue ich natürlich nicht und da ich (k)eine nette Großmutter bin, sage ich nur: cui bono... ?

Ich hoffe (nicht), ihr fragt euch und mich jetzt (nicht), was das alles hier soll?

Vielleicht fragt ihr mich in in zwanzig oder dreißig Jahren noch mal..., aber vielleicht seit ihr ja dann inzwischen von selbst darauf gekommen...

zerknirscht aber auch genervt
Stephanie

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16 März 2011

Alltag und Magie


… ich habe es bestellt und bereits erhalten, das neue Buch für die Alltagsmagierin
von Luisa Francia. Und es ist prächtig, eines ihrer Bilderbücher, wie ich diese Serie nenne. Hochwertige Ausführung, wunderschöne Fotos, kreative Zeichnungen und Bilder der Autorin, das Format fast quadratisch, edel aufgemacht. Für meine Erwartung und vor allem für das Thema erscheint es mir zu illuster...

Nun bin ich selbst schuld, wenn ich eine Erwartung habe. Und andere sind bestimmt begeistert von dem Kunstwerk. Ich jedoch kann den Text nicht flüssig lesen, da die lackglatten Seiten das Licht reflektieren und ich mit Alltag einfach etwas Schlichtes, eben Alltägliches verbinde. Das ist kein Buch, dass ich in meiner Küche zwischen den kleinen magischen Ritualen und meinen Kochvorbereitungen herum liegen lassen möchte, aus Angst das feine Buch könnte beschmutzt werden. Es ist mir einfach zu schön, um in mein Feeling eines magischen Alltag einordnet zu werden. Und so wird es von mir denn brav gelesen und dann in das Regal gestellt. Auch eine Luisa Francia kann es wohl nicht jeder recht machen... 


Lesen, Zeichnen oder Tanzen, das ist hier die Frage...?



13 März 2011

Elemente

die Erde bebt und bricht und zerbricht dabei eine von Menschenhand geschaffene Anlage, an der nicht gerührt werden sollte, denn sie birgt in sich das Feuerelement, von dem Menschen immer noch glauben, 
sie könnten es kontrollieren 

das Wasser wirft die Gewalt der Flutwellen über das Land und trägt 
ab jetzt in jedem seiner Tropfen den grausamen Schrecken 
eines Gau in jeden Winkel dieser Welt 

das Element der Luft, der Wind, weht immer und die Strömungen des Gasgemisches, das unseren kleinen Planeten umgibt, 
verbreitet die unsichtbare, tödliche Gefahr 

das Element des Feuers jedoch zeigt seine größte und für Lebewesen bedrohlichste Macht nicht Form eines Brandes oder Vulkanausbruches, sondern in einer Kernschmelze 
und das ist in unser aller Alltag kein natürliches Ereignis...

06 März 2011

Info



... ich bin dann mal weg ... ein bisschen krank und 
mache eine kleine Pause ...
Bis Bald! 


27 Februar 2011

Natürlich


Als Kind liebte ich mein Buch Waldmärchen
Zauberhafte und mit Sagen vermengte Geschichten, die im Thüringer Wald angesiedelt waren. Märchen wie, Die Binsenhexe, Das vertauschte Kind oder Der Gläserne Krug, führten mich, Hand in Hand mit Bärbelchen Goldhaar, auf geheimnisvolle Pfaden, an Holzmeilern vorbei,hin zur Wohnstatt der Quellenjungfer und den Moosweibchen, durch den toten Wald und mit grausem Gelichter auf den Fersen …




Doch obwohl ich in Thüringen groß geworden bin, ist mir der richtige, der tiefe, Wald eher unvertraut geblieben, nur meine Ehrfurcht davor habe ich bis heute bewahrt.

Der deutsche Wald ist ja heuzutage, wie ich neulich aus einer ZDF Sendung erfahren habe, hauptsächlich eine Art großes Gemüsebeet mit Langzeitwirkung. Nur ein ganz kleiner Prozentsatz des Waldes in Deutschland ist unberührt - darf tun und lassen was und wie er will. Ansonsten wird der Wald schon seit Jahrhunderten bewirtschaftete und gesteuert und monokulturell verhunzt. 

Die „wilde“ Natur mit der ich als kleine Steffi Stephanie aufgewachsen bin, befand sich nur in ganz unbedeutenden Nischen, die mir heute noch in liebwerter Erinnerung sind. Sonst begegnete mir nur die gezähmte Natur. In meiner Kindheit gab es um mich herum, trotz ländlichem Ambiente, nicht wirklich etwas Unberührtes. Über weite Flächen und zwischen Hecken und Zäunen, wuchs und grünte nur, was der Mensch erlaubte und was er für seine tierischen Leibeigenen brauchte. Begradigt, zerstückelt, eingefasst. 




Hatten wir, die Älteren, dereinst schon kaum noch Zeit für ursprüngliche Erfahrungen in normaler freier Natur, wächst heute das Durchschnittsstadtkind in unglaublicher Kargheit auf. Auf mehr oder minder gepflegten Spielplätzen, auf überschaubaren platten Schulhöfen, in beaufsichtigten Kletterparadiesen. Natürlich könnten wir auch alle in die Alpen ziehen oder an die See oder nach Meckpomm, aber wer tut das schon und warum auch. Nur um von früh bis spät ins weite Grüne gucken zu können?

"Der Mensch" bemüht sich die Natur zu zähmen, das heißt, "er" will sie zwingen, ihm zu Willen zu sein. Er selektiert, behindert, vergiftet und rottet aus, da er jedoch ein Teil der Natur ist, gräbt er sich selbst die Gruben, in die er ständig fällt (und trotz alldem wächst unsere Spezies noch zahlenmäßig an).



Wer einen Garten hat, kann sich glücklich schätzen, der kann sich wenigstens der Illusion von Natur hingeben. Eine Freundin von mir hat einen netten kleinen Schrebergarten, den ich richtig mag. In dem kleinen Teich konnten die Kinder und ich schon Fröschlein beobachten, es gibt geheimnisvoll verwachsene Ecken und für den Weg vom Gartentor bis zur Laube bräuchte man manchmal eine kleine Machete. Aber von Zeit zu Zeit wirft auch der Schrebergartenvorstand einen strengen Blick über den Zaun und das üppig sprießende Grün muss gebändigt werden. Wildwuchs passt nicht in eine nette Kleingartenanlage. 

Allerdings bei aller Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, setzt mich bitte nie in einem richtigen Wald aus. Da wäre ich Kleinstadtpflänzchen aber bestimmt völlig aufgeschmissen...