06 Mai 2010

fernsehen

...und für alle die des Mutterthemas noch nicht überdrüssig sind - "Mythos Mutter" 

heute Abend in 3sat um 21.00 Uhr bei scobel!

Prinzessinnen



 In einem gewissen Alter sind fast alle kleinen Mädchen in der Lillifee oder Disney Prinzessinnen Phase (oder ihre Mütter), doch neulich überraschte mein Patenkind sehr selbstbewusst ihre Mutter mit der kernigen Aussage:

"... ich will gar keine Prinzessin sein, es reicht mir, dass ich ein Mädchen bin!"


05 Mai 2010

happy birthday


Meine Schwester feiert heute (nicht) ihren 80. Geburtstag!

Sie hat sich zurück gezogen und Glückwünsche möchte sie nur schriftlich entgegen nehmen!

Also habe ich ihr ein Bild von Jelängerjelieber ausgedruckt, ein rührend schönes Gedicht und Glückwünsche geschrieben und alles in ihr Gartenhaus legt.

... die reale Pflanze bekommt sie nachgereicht...


Je länger, je lieber! 

Ahninnen


… mir ist heute mal pathetisch und ich greife ebenfalls diesen Satz von L. Francia auf. Der Satz der mir bei aller Verehrung von Luisa, nicht so recht schmecken will...

„… jedenfalls bin ich keine berechenbare, heilige großmutter.“


Nun, ich denke das Problem ist das, was Luisa mit „berechenbar“ bezeichnet. Was da meint: angepasst, nett, auf dem Rückzug aus dem Leben, nicht mehr zuständig sein! An der Seite eines Großvaters die jungen Leute in ihrem eigenen Leben nicht stören. Denn die erfahren alles, was sie zum Leben und zur Aufzucht des Nachwuchses brauchen aus Büchern oder von Medizinern...


Nichts finde ich kraftvoll-individueller und innig verbunden zugleich, als das Großmutterdasein. Ich bin die Großmutter von heranwachsenden jungen Menschen, die, nach meinen Kindern (Töchtern), am meisten zu mir gehören. Das setzt weder meine Persönlichkeit außer Kraft, noch mutiere ich dadurch zum „Muttchen“. Im Gegenteil.


Die Mütter vor uns wussten noch um die heilsame, heilende, heilige Wirkung der Ahninnen, ihrer Vorfahrinnen. Selbst als das Kollektiv der Väter bereits mit Feuer und Schwert die Verbindung zu den Ahninnen gekappt hatte.

Ja, und auch wenn es euch schwerfallen sollte es so zu sehen, jede Großmutter gehört bereits zu ihnen, auch wenn sie noch nicht gestorben ist. Eine Frau macht eine andere zur Großmutter, indem sie ein Kind ins Leben schickt. Die Mutter der Mutter gehört jetzt zu den Müttern der Mütter. Das ist Leben, das ist Vergangenheit und Zukunft zugleich.

Es geht jetzt hier auch nicht darum, ob die einzelne Frau diese, ihre natürliche Kompetenz wahrnimmt oder ausfüllen kann. Sondern darum, wie wir bisher Mütter und Großmütter gesehen haben, wie sie in Herz und Hirn „abgespeichert“ wurden. Und an der Stelle lässt sich etwas ändern. Vor allem die Großmütter unter uns sollten ihren Platz bedenken, den sie eingenommen haben.Vielleicht wird es ja höchste Zeit der Welt zu zeigen, warum es schon immer die Großmutter gibt...

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04 Mai 2010

  
"Die wilde Frau ist ganz anders, als wir uns erhofft haben. Sie ist nicht nett, nicht nachsichtig, man kann sie nicht bezaubern, nicht beschwatzen. Sie bezeichnet unsere Schwächen als schwach und unsere Stärken als selbstverständlich..."

Angelika Aliti, Die Wilde Frau

02 Mai 2010

Wiki am Morgen


Bei dem Begriff Konnotation findet sich im Wikipedia folgendes Beispiel:
...Bei diesem Verfahren werden Versuchspersonen gebeten, zu einem Wort (Stimulus) auf einer Skala von Gegenbegriffen anzukreuzen, wie stark für sie eine vorgegebene Skaleneigenschaft zutrifft. So kann etwa das Wort „Mutter“ auf Skalen wie „groß….klein“, „stark….schwach“ eingestuft werden. ...
Konnotationen sind nicht nur charakteristisch für Personengruppen. Aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrungen können die persönlichen Konnotationen bei bestimmten Ausdrücken sehr verschieden ausfallen. Wer etwa unter der Obhut einer liebevollen Mutter aufgewachsen ist, hat beim Wort „Mutter" wahrscheinlich andere Konnotationen als jemand, dessen Mutter ihr Kind misshandelt hat ...“

Wo stufen wir ein? 
Und wie werden die Mütter unter uns wohl eingestuft?

01 Mai 2010

Walburgisnacht


Walburgisnacht!

Eine meiner Großmütter hieß Walburga!

Morgens lange mit einer Freundin telefoniert, gemeinsam eine bedrückende und unheilige Atmosphäre gespürt...

… am Nachmittag doch noch schnell was eingekauft und im Wäldchen gewesen. Birkenzweige geschnitten, mit trockenen Brombeerranken und unwilligen Waldgeistern gekämpft, sie mit einem Lied besänftigt, Kräuter gesammelt, mich vom Regen waschen lassen...

Leichte Wohnungskosmetik betrieben, festgestellt, dass ich offensichtlich allein im Haus bin...

Die Blätter des Haselzweiges leuchten besonders grün! Gundelrebe rankt sich um mein Herz – durch das geöffnete Fenster weht frisch gewaschene klare Luft und Klänge ferner Musik. Die Birkenreiser winken dem düsteren Sorgentroll ab: heute nicht, heute ist hier kein Platz für dich – ich zünde alle Kerzen an und gieße den Wein in den Kelch. Rauch hebt mich an, dringt reinigend in alle Ecken, findet sie alle, die dunklen Geisterchen, jagt sie hervor!



Und mit den Gästen, die sich dazugesellen, tanze ich übermütig durch die Nacht...

... bis das Telefon klingelt!

30 April 2010


Beltane
 
das Fest der Feste
das Fest der Ekstase
 
mein Zimmer ist geschmückt mit frischem Birkenreis
und den fünf Kräutern, die die Sinne aufspringen lassen!
 
Statt Feuer brennen alle Kerzen...
 
Ich habe geräuchert und gesungen
und sinnlich heiter 
 
in den beginnenden Sommer
getanzt!

 

27 April 2010

Interview mit meiner Meise

… also nicht, dass ihr denkt, ich hätte eine. Vor Wochen war das noch anders. Da tobten den ganzen Tag Heerscharen von gefiederten kleinen Freunden auf meinem Balkon herum. Da zofften sich lautstark die Kohlmeisen mit den Grünlingen, der dicke Kernbeißer wies die Spatzen in die Schranken und der Eichelhäher vertrieb schon mal eine Taube, die sich an dem Streufutter für Singvögel vergreifen wollte. Gurren ist nun mal nicht Singen oder wie auch immer er argumentierte.

Die niedlichen Blaumeisen kamen am Vormittag stets zu dritt, wenn die anderen weg waren. Possierlich zwitschernd hüpften sie herum, um mich zu erfreuen. Ich glaube, sie wurden als Unterhaltungsprogramm und als Besänftigung für mich eingeteilt, wenn die anderen es wieder zu bunt getrieben hatten.

Nun ist die Fütterungszeit leider vorbei. Der Balkon gründlich ausgefegt, Streufutterrestspelzen und der Vogelkot entfernt. Auf dem Blechtischchen, das bisher für die Piepmätze reich gedeckt wurde, stehen jetzt meine Kräutertöpfe. Erfreuen auch mein Auge und sind wesentlich leiser.

Einmal am Tag erscheint jedoch eine Abordnung auf der Balkonbrüstung und schaut nach, ob das Einstellen der Fütterung wirklich mein Ernst ist. Aber selbst wenn ich wollte, es gibt nichts mehr. Die Tüten sind leer und im Supermarkt sind die, mit Körnchen aller Art prall gefüllten Beutel auch nicht mehr zuhaben. In dem Regal am Eingang liegt jetzt buntes Sandspielzeug. Das hilft der Spähmeise auch nicht weiter, wie sie mir versicherte.

Liebe Frau Meise, Sie kommen nun schon seit Tage und hoffen, dass es hier noch ein Mittagessen gibt. Aber Sie sehen doch der Tisch ist leer.

Titisch – titischi - titisch - titisch - titischi - titischi – titisch!
(… selbstverständlich! Außerdem ist das nur ein Nachtisch, aber man kann ja mal nachsehen!)

Ach so! Ich möchte Ihnen auch nicht zu nahe treten, aber haben Sie nicht bemerkt, dass Frühling ist?

Titisch – titischi - titisch - titisch - titischi – titisch!
(… selbstverständlich! Wir Tiere bemerken das schließlich eher als ihr Menschen, aber man kann ja mal nachsehen!)

Aha! So sehr es mich auch freut, dass Sie und ihre Freunde, die von mir bereitgestellte Wintermahlzeit so zahlreich in Anspruch genommen haben, irgendwann ist leider damit Schluss. Verstehen Sie das?

Titisch –- tischi - titisch - titschi - - - titisch - titischi – tischi!
(... selbstverständlich! Ersten sind die meisten meine Familie und zweitens die anderen wohl eher Konkurrenz. Außerdem man kann ja mal nachsehen!)

Entschuldigung, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. Und es tut mir sehr leid, aber das Futter ist wirklich aufgebraucht und ich benötige den Platz jetzt für die Kräutertöpfchen. Ich hoffe Sie haben dafür Verständnis und der nächste Winter kommt auch ganz bestimmt. Dann werde ich mich freuen, wenn Sie mich wieder besuchen.

Titisch – tischi - titisch - titschi - titisch - titisch – tischitischi – tischi!
(… du kannst mich mal! Ich wollte bloß mal nachsehen! In der Zeit, die ich hier auf der Balkonbrüstung verplempert habe, hätte ich im Nachbargarten prima ...)

Damit flog sie weg und ich habe sie leider nicht mehr verstanden.

25 April 2010

Was darf ich und was nicht?



Es ist ein wahrlich schwierig Ding!
Gedicht und Sprüche gibt’s zuhauf
im WildenWundersamenWald,
in welchem tausend Möglichkeiten,
als Bloggers Freud und User Lust
gar fröhlich springen durch den Tann,
verfolgt von grimmer Schergen Frust.

Welch, Wort und ach so kleinen Filme
und Bild um Bild gar tausendfach, 
die sich so auf die Lichtung wagen
und arglos zwischen Zeilen hangen,
 sich in so manchem Netz verfangen,
 verfolgen und geschwind erjagen.

Urheberrecht ist gut und teuer.
Doch all der Anspruch sich erspart,
lass ich sie grasen, meine Verse,
bleibt nur das Copyright gewahrt! ©

24 April 2010

Fremdsprache


… ich weiß jetzt was „Hier gibt es nicht mehr!“ auf kohlmeisisch heißt!

Ein sehr lautes, nachdrückliches und etwas enttäuschtes: titisch, titisch!


Aber irgendwann muss ja auch mal Schluss sein, mit den überall verstreuten

Sonnenblumenkernschalen auf dem Balkon...

23 April 2010

Der Himmel über den Birken


... solange ich für die Schublade schrieb, konnte ich mich der Illusion hingeben großartig zu sein. Mit den anderen Tausenden, die da schreiben, mithalten zu können. Musisches Versinken, gelegentlich das Gefühl von: das ist jetzt aber richtig gut! Unbedarftes Herumtollen in Orthografien und Syntaxregellosigkeiten.
 

Die Wirklichkeit sieht verschämter aus. Strukturiertes Schreiben, der „Ich weiß, was ich tu“ - Effekt ist selten genug. Ich setze mich jedoch immer häufiger in aller Frühe hin, um zu schreiben. Dabei muss ich mich immer seltener zur Konzentration zwingen. Manchmal läuft es einfach an. Einfach so, aus dem Stand.

Ich habe die vorbereitenden Abläufe auf ein Minimum reduziert. Möglichst wenig Ablenkung durch ein eventuelles Anstellen des Fernsehers, morgendliche Gymnastik, dem Aufräumen der Küche oder Telefonaten (ja es gibt Menschen, die um diese Zeit angerufen werden können, ich gehöre nicht dazu).


Die Handgriffe sitzen inzwischen: Aufstehen, Balkontür öffnen, Toilette gehen, Wasserkocher anschalten, Haushose anziehen, dicke Socken, flauschigen, warmen Bademantel überstreifen, Rechner anstellen, Cappuccinopulver aufgießen, in den Spiegel sehen ob ich es bin, Haare zusammenbinden, halbe Tasse Kaffee trinken, ärgern dass ich wieder nicht die Zähne vorher geputzt habe, mich beruhigen, an den Schreibtisch setzen, Weckfunktion auf eine Stunde vierzig einstellen, den Himmel über den Birken betrachten...


Der Spaß dauert ohnehin maximal zwei Stunden und etwa drei Tassen Cappuccino aus der Dose. Dann Waschen, Anziehen, ein Frühstück zwischendurch, Stadtfein machen, schnell noch mal die letzten Zeilen lesen, bei irgendeiner blöden Formulierung hängen bleiben, eben fix im Thesaurus nachschlagen, im letzten Moment aus dem Haus, um die Schwester abzuholen oder zu den Kindern zu fahren.


Ein, zwei Mal in der Woche muss ich die Wohnung nicht verlassen. Dann stelle ich am Nachmittag fest, jetzt könnte ich mich mal anziehen oder mir was kochen. Das sind wunderbare Tage. Ich setze schreibend Gedanken um und um, rolle selig über meine Gefühlswiese und bin bei jeder anrufenden Freundin liebevoll nachsichtig...
 

21 April 2010



Zwillinge - eine besondere Verbindung

19 April 2010

Gedanken denken


Beim Lesen im Internet begegnet mir immer mal der Spruch: Ich schreibe, also bin ich! 


Der Mensch bestätigt sich gern in seinem Selbst. Wahrscheinlich, weil die ihn Umgebenden es so wenig tun! Letztens habe ich mir wieder eine Folge von Lesch's Kosmos angesehen (ich bin bekennende Fan von Harald Lesch) und da fiel wieder der nur zu bekannte Satz: 
Ich denke, also bin ich!

Nun denke ich ja ausgesprochen gern. Als Sternzeichen Jungfrau ist es ein Morgensport für mich, mir zu allem Möglichen Gedanken zu machen. Mal abgesehen davon wurde mir in meiner Kindheit und Schulzeit auch ständig vorgebetet: Erst denken, dann handeln!

Doch wie denken wir, wenn wir noch keinen eigenen Vorstellungsschatz besitzen? Denken und dann tun? Oder erst tun und dann denken? Wir tun, erkennen, erfahren und denken uns etwas dabei –  das war sozusagen eine Grundlage der (denkenden) Gehirnentwicklung, denke ich.

Jede menschliche (weibliche) (Kultur-)Tätigkeit ist normalerweise mit unserem Bewusstsein verwoben. Wir wiederholen eine Handlung (Handhabung), wenn sie sinnvoll und förderlich in unserem Alltag ist oder Spaß macht. Wir merken uns den Ablauf, den Effekt. Und wir sind in der Lage von Anderen Fertigkeiten zu übernehmen (zu lernen) und wiederum den Anderen die eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen anzutragen (zu lehren). Wenn der Mensch in seinem kurzen Leben alle Räder selbst erfinden müsste, wäre wohl nicht viel aus der „Krone der Schöpfung“ geworden. Die in einem Gemeinschaftssinn handelnde Gruppe muss im Sinne eines aufeinander bezogenen Einvernehmens, ein kompliziertes und fein abgestimmtes Sozialsystem etablieren und dieses immer wieder justieren. Die komplexe Gehirntätigkeit des Menschen findet dadurch sozusagen
auch im Gehirn des anderen mit statt. Die menschliche Gehirnentwicklung ist interaktiv. Was wohl heißt, sie potenziert sich in der Sinneswahrnehmung zu der Umgebung und auch in Beziehung zu den mit uns lebenden Angehörigen und ex-potenziert sich in deren Bewusstsein. Das menschliche Denken war schon vor dem WWW vernetzt.

Und um nun auf den weiblichen Aspekt von „cogito ergo sum“ zu kommen - im Arbeitsatelier meiner Tochter hängt an der Wand eine neckische Blechtafel im Jugendstildesign auf welcher die Kreideinschrift prangt:


„Ich bügle, also bin ich!“

Es ist die Erkenntnis, dass Tun sowohl Denken als auch Sein ist. Das Tun ist ein Ausdruck des Seien schlechthin!

18 April 2010

ei dumdidei


Gestern war der traditionelle Staudenmarkt des Schulfördervereins mit lieblicher Chor- und Flötenuntermalung in der Vollen Halbtagsgrundschule.

Caro hat mit ihrem Schulchor schön gesungen, ein Lied das gute Laune machte: Ei, dumdidei, ei dumdidei... ich mag die Blumen, das grüne Gras... -
seitdem bekomme ich die Melodie nicht mehr aus dem Kopf.

Da Mama arbeiten und Papa schlafen musste, haben wir uns einen Ausflug nach Mc D... gegönnt. Das Spielzeug im Happy Meal war doof, die Kinder haben sich ausgetobt und Oma hat einen leichten Sonnenbrand auf der Nase. „März, April und Mai – die bräunen alle drei!“ Sagte meine Mutter immer. Ich hätte daran denken sollen!


Weiß jemand was eine Volle Halbtagsschule ist?

14 April 2010

Elfchen meint

... zur Zeit lese ich mehr über das Schreiben, als ich tatsächlich schreibe.
Was ist das? Kneifen vor der wirklichen Arbeit, die das Schreiben nun auch mal bedeutet? Haben meine Musen gerade einen kleinen Frühjahrsurlaub eingelegt? Oder liegt es an meiner Unentschlossenheit welche Geschichte ich gerade favorisiere?
Vor ein paar Tagen musste ich meinen Monitor auswechseln, denn meinen altgedienten Rechner benutze ich auch noch. Jetzt sitzt Elfchen auf dem neuen (alten) Monitor, baumelt mit den Beinchen und meint: 

Es ist alles eine Frage der Entscheidung...

12 April 2010

Freundschaft ist ein Kontaktsport


Internet bedeutet eine besondere Form des Kontaktes. Wir kommen heute mit Menschen ins Gespräch, denen wir sonst nie begegnet wären, wie eine Blogfreundin meint. Ich stelle immer wieder entzückt fest, dass so viele Frauen die ätherischen Kommunikationsplattformen begeistert nutzen, dass sie
sich in ihrem Alltag die Zeit dafür nehmen. Alle durch Kontakte gebundene Zeit steht mir schließlich anderweitig nicht mehr zur Verfügung. Was in der direkten Begegnung nicht weiter dramatisch ist, fließt doch jede mit Mitmenschen angenehm verbrachte Zeit, direkt in die Energiespeicher. Kontakt ist gut! 

Twitter, Facebook! Plötzlich besteht die ganze Welt aus potentiellen Freunden. Die ursprüngliche Gemeinschaftsform von Gruppen um die zwanzig (Ur)Menschen erweiterte sich auf unüberschaubare Gebilde von riesigen Städten, leicht erreichbaren Kontinenten und nun im Cyberspace, auf Millionen Begegnungen und Kontakte.

Doch Freunde sind nicht gleich Freunde!

Und, Frauen leben Freundschaft anders als Männer. Wir kennen doch das noch aktivierte Klischee: nichts geht über eine wahre Männerfreundschaft! Dahinter tritt die Liebste, die Frau, die Familie zurück! Ob das wirklich so ist, mag ich nicht beurteilen, kann ich wohl auch nicht als Frau.

Aber Frauenfreundschaften kann ich sehr wohl würdigen. Freundschaft ist ein Kontaktsport! ;-)

Freundschaft lebt von Verbundenheit, Vertraulichkeit und einer möglichen Nähe. Was soll diese Einschränkung? Nun manchmal schreiben sich die Freundinnen auch nur. Brieffreundschaften sind schon immer als vollwertige Freundschaft durchgegangen. Heute jedoch sitzt frau höchst selten am zierlichen Rokokotischchen und taucht die Feder ins Tintenfass, um der fernen Freundin auf Bütten das Herz auszuschütten oder den verklärten Alltag zu schildern. Wir hauen heute in die Tasten, mailen uns Fotos oder beschreiben unsere Gemütszustände und einfachen Alltäglichkeiten im Blog.

Ich kann auf meinem Blog laut denken – sagen – schreiben, korrigiert und handverlesen. Ein intellektuelles Vergnügen mit der Illusion von Nähe. Eine neue Kommunikationsform, der ich in meinem Leben gern Raum gebe. Ich sende meinen Text und kann in Ruhe auf eine Reaktion warten.


Nicht wie im direkten Zwiegespräch, im Schlagabtausch, der auch Beziehungsarbeit bedeutet kann. Auch mit Freundinnen flogen schon die Fetzen. Das Gespräch kann stocken, es wirft vielleicht Missverständnisse auf. Aber...

... es ließ mich auch, die Wärme der Anderen spüren. Ihr Lächeln sehen! Das aufmunternde Nicken, wenn ich mich in den eigenen Gedankenfäden verstrickt hatte. Der liebevolle Blick, wenn ich manchmal einfach nicht mehr weiter wusste. Der Mensch lebt von Nähe, dass sollten wir nicht vergessen...

10 April 2010

Frauenalltag


... auf beziehungsweise - weiterdenken habe ich einen lesenswerten Artikel zum Thema Frau gefunden! Dazu noch ein paar Gedanken ...

Die Frau bekämpft die Frau, auch in sich selbst, Mütter wollen nicht Mütter sein, junge Mädchen ihre Entwicklung verhindern. Das Frauenbild ist nach wie vor angekratzt, gebrochen, unattraktiv. Auch wenn Frauen noch so schön sind, als Gesamtheit machen sie immer noch keine gute Figur in den Augen der Gesellschaft. Sie werden für Verhalten getadelt, das bei Männer anstandslos durchgeht. Frauen erleben immer nur dann eine klägliche Anerkennung, wenn sie sich im Androdrom hervortun.


Eine mir gut bekannte tolle Frau sagte mal: der Mann in unser Beziehung bin ich!


Was meinte sie damit?


Sie arbeitet (vom Pensum her) manchmal mehr als der Mann, hat den Durchblick und handelt vorausschauend. Sie händelt umsichtig und liebevoll ihre Familie,
managt den Haushalt und die technischen Fragen des Alltags; sie weiß für alle(s) eine Lösung. Sie ist empathisch, kooperativ und verliert nie den Überblick. Sie ist unglaublich kreativ, handwerklich geschickt sowie praktisch bis pragmatisch eingestellt. Sie sieht dabei auch noch phantastisch aus und ist wie man heutzutage sagt, ein Vollblutweib.

Und doch ordnet sie all diese durch und durch weiblichen Eigenschaften und Fähigkeiten dem Sammelbegriff Mann unter. Mir ist noch kein Mann begegnet, der so einen Anspruch bewältigt ...


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09 April 2010

Filme sehen


Nach meinem Verriss des Fernsehprogramms und unter dem Eindruck der Gewöhnung an unsere standardisierte Unterhaltung, die auch mich immer wieder erwischt, habe ich mir letztens drei relativ aktuelle Filme reingezogen.

2012 - die Welt geht unter! Die Regierungen der Welt bauen schon seit Jahren heimlich an mehren Archen um die Sahneschicht der Menschheit zu retten – offiziell hieß es: die Spezies zu erhalten. Eine Milliarde Euro pro Bordkarte für die Superreichen! Da die Katastrophe früher eintrifft als erwartet, werden nicht alle der Kolosse fertig. Meine Schwester meinte lakonisch: Das waren die Schiffe, auf dem die Arbeiter mitfahren sollten...

Terminator IV – wir erfahren wie John Connor und sein zwanzig Jahre jüngerer Vater überleben – es ist ja bekanntermaßen eine dieser vertrackten Zeitreisegeschichten.
Von Terminator Eins bis Vier frage ich mich allerdings die ganze Zeit, warum die Maschinen sich eigentlich so menschlich-maskulin verhalten...?

Männer, die auf Ziegen starren – schon der Titel ist Programm – hintergründig, fieser Humor, psychologisch fein durchwirkt. Und dann kam der Satz, der das Motto so vieler männlicher Unternehmungen sein könnte:

„... das war genau das was ich wollte. Ich war auf einer Mission, auch wenn ich nicht wusste, worum es dabei ging...“


Zum Ausgleich sehe ich mir am Wochenende nochmal Die Nebel von Avalon an, auch wenn dieser Film ebenfalls aus der patriarchös geprägten Hollywoodschmiede kommt.

07 April 2010

fix und fertig


Gestern Mittag beim Italiener!
Vicky fragt: „Sind jetzt alle fertig mit dem Essen?“
Alle am Tisch antworten einstimmig: „Ja!“ - Vicky: „Und warum sitzen wir dann noch hier?“
Oma flüstert: „Wir müssen noch bezahlen, aber der Ober hat das noch nicht gemerkt!“
Caro ruft laut durch das Lokal (in dem zum Glück kaum Leute waren): „Wir sind fertig...!“

04 April 2010

Osterzeit - Fernsehzeit


Gerade in der Osterzeit ist die Todesenergie, die sich in unserer Kultur durch Gewalt, Brutalität und Grauen zeigt, auf allen offenen Kanälen spürbar und dringt massiv oder subtil in alle Stuben.

Mord, Totschlag, Kreuzigung – ist die Art uns unterhalten zu lassen. Nichts mit Hoffnung und Erwachen der Natur, kein zitierter Osterspaziergang, kaum ein langweilig glücklich schwingender Nachmittag mit bunten Eiern und zartem Grün.

Das Osterprogramm im Fernsehen schlägt einen Bogen von seichten Komödien, über heftige und bluttriefende Actionfilme hin zu pseudoreligiösen Machwerken aus Hollywoood und einigen Historiendokus über die Zeit von vor 2000 Jahren in Spielfilmqualität. Ich frage mich immer, für welches Zielpublikum wird dieses Unterhaltungsprogramm geschaffen. Und sitzen diese Zielpersonen dann auch vor all diesen Sendern?

Keine Karfreitags- und Osterfeiertage ohne Ben Hur und Die Zehn Gebote und ab sofort wird in diesen Standard wohl auch Mel Gibsons Passionsspektakel eingereiht. Die Auferstehung, der angebliche eigentliche Sinn hinter dem Ganzen, kommt gegen den grausam zelebrierten Tod kaum an.

Und selbst diejenigen, die sich dem neuzeitlichen UnKulturprogramm verweigern oder gar keinen Fernseher besitzen, werden durch die Düsternis des überall heraufbeschworenen Leid und Sterbens in der uns jetzt umgebenden Leben versprechenden Frühlingszeit berührt oder gestört.

Die blutige Flut gehört zu der christlichen Tradition und zu einem makaberen männlichen Freizeitbedürfnis. Vielleicht sollten wieder Gladiatorenspiele eingeführt werden und Frauen überlässt mann die Film- und Fernsehgestaltung, wenn die nicht ohnehin Besseres zu tun haben...
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02 April 2010

Sprachzeit 02042010


Bevor der Mensch schreiben konnte und unsere Sprache bis zum heutigen Tage durch unsinnige, äh ich meine unzählige Rechtschreibreformen in ein durch und durch künst-lerisch-liches und intelekt-strukturelles Regelwerk verwandelt wurde, haben wir miteinander einfach geredet. Uns ausgetauscht, den Fluss der lebendigen Verbundenheitsenergie fließen und uns tragen lassen.

Gerade in Büchern wird die Sprache zur höchsten Vollendung geführt, denn wie sollten die kleinen schwarzen Insekten, die über die weißen Buchseiten krabbeln, sonst Gefühle wie Geborgenheit, Wärme, Vertrautheit oder ein „sich-angenommen-wissen“ hervorrufen? Wie, wenn nicht durch kunstvolle und eindringliche Darstellungen, werden die Assoziationen in Gang gesetzt, die Gefühle sprießen lassen, die sonst in unserem verstopften Alltag kaum eine Chance haben. Wir müssen be- und umschreiben, was durch nicht vorhandene Nähe nicht fühlbar, vielleicht nur noch als Sehnsucht vorhanden ist. Nichts desto trotz, für viele glückliche Leser sind Bücher, farbig gestaltet und mit auf- oder erregenden Worten gefüllt, immer wieder ein wahrhaft sinnliches Erlebnis. Da erwandern wir uns zauberhafte Welten voll Liebe und Schönheit oder hetzen durch die Nacht auf der Flucht vor dem Grauen...

Doch nicht nur unsere Schriftsprache ist reglementiert. In der Schule lernen wir uns korrekt und gut verständlich auszudrücken. Verstanden zu werden hat was mit Verstand zu tun. 

Trotzdem bleibt Sprache ein Schöpfen, Aufbruch, immerwährende Veränderung. Sprache ist so lebendig wie das Weib selbst und vielleicht sollten wir sie mehr sprechen als schreiben...

31 März 2010

Das leichte Leben der Großmutter


Mittags anreisen
Kinder sind bereits abgefüttert
sitzen zufrieden mit Häkelnadel und buntem Garn vor einer Kindersendung.
Papa fährt zur Spätschicht
Meerschweinchen bekommen Salat
Kindersocken und Hemdchen auf die Leine hängen
Kater Max sitzt in der Sonne
Die Kinder ziehen dicke Jacken an
Sie bauen unter einem Busch im Garten
dem Stoff - Dackel und dem Hasen eine Hütte
Die Frühlingssonne tut nur so als wäre sie warm
im Haus ist es angenehm ruhig
Oma nimmt sich eine Kaffee und setzt sich an den Computer
die Waschmaschine wäscht
Der Geschirrspüler spült
bei Oma zu Hause wartet das Geschirr im Spülbecken
in der Küche steht noch Kuchen von Papas Geburtstag
Nachmittagsjause mit Ostergeschichte und Lieblingsgedicht

rische, rasche, rusche
der Hase sitzt im Busche
Woll'n wir mal das Leben wagen?
Woll'n wir mal den Hasen jagen?

Kinderzimmer aufräumen oder lieber Hasenbilder malen?
Das ist hier die Frage!
Mit Omas Handy alle Ecken des Hauses fotografieren
Na gut, noch ein Online - Spiel
Mama ist erst nach achtzehn Uhr zu Hause...

30 März 2010

Höfliche Erziehung

Da sagte doch gestern Mama Sabine zu Töchterchen Vicky:

"... darf ich bitte erst mal meinen Satz beenden, bevor du ausflippst?"

29 März 2010

Kommunikation ist weiblich...


Eine Freundin (pensionierte Lehrerin) korrigiert mich gern, wenn wir mit einander telefonieren. Ich rede voll Begeisterung über die letzten einzigartigen Begebenheiten mit den Kindern oder halte eine flammende Rede zum Niedergang des Patriarchats und wusch, wie eine Zugbrücke geht ein Schild mit einer Grammatikregel hoch und ich knalle voll dagegen. Fliege aus meinem sprudelndem Text, verpasse den Anschlusszug, der mich zum nächsten Gedankenstellwerk bringt und verliere mitunter völlig die Übersicht, manchmal auch die Lust an weiterem Austausch. 

Mir fällt dann immer der Unterschied zwischen Schreiben und Reden auf. Beim einfach so darauflos sprechen ist das Ergebnis nicht gerade druckreif (nicht das meine geschrieben Texte das wären) und manches Mal dient das Parlieren auch einfach nur dem Sortieren von unreifen Ideen oder der Wortfindung zu einem Thema, zu dem mir bisher die Worte fehlten. Gerade dafür ist der Gedankenaustausch mit Freundinnen unübertroffen. Lebendig, sich ergänzend und oft erfreulich innovativ! 

Das Sagen und Mit-Teilen* hat einst das hauptsächliche, alltägliche Leben ausgemacht. Frauen reden gern! 

Es wurde und wird immer noch, als Witz gehandelt, dieses dauernde Mitteilungsbedürfnis von Frauen. Wozu auch das sich einfach nur Aussprechen, dass einander Zuwenden im Gespräch, der intensive verbale Austausch der Sorgen und Nöte, der Gedanken und Gefühle gehört. Aber, es ist mehr als nur Geschwätz, mehr als nur Geplapper, Gefasel, Gerede oder gar unnütze Zeit vertun! Halt den Mund und mach endlich, war ein Spruch aus meiner Kindheit! 

Das, was den Frauen so gern als Schwäche nachgesagt wurde (und immer noch wird), war und ist ein sehr wesentlicher Beitrag und Bestandteil beim Entstehen und Erhalt der Menschheit. Denn und vor allem im Alltagsgespräch, im unmittelbaren Miteinander, werden in der kommunikativen Hinwendung nicht nur Worte ausgetauscht, es fließen essentielle Energien von der Mutter zum Kind, von Frau zu Frau, von Mensch zu Mensch. 

*Bevor wir lesen und schreiben konnten und es das WWW gab.

28 März 2010

Gute Fahrt und toitoitoi

... elf Stunden Busfahren bis Norfolk, das wäre das Letzte für mich! Und deshalb weiß ich nicht, ob ich sie bedauern oder beneiden soll, die Tochter, die mit einer (wirklich guten) Queen-Cover-Band auf dem Weg nach England ist. Tochter Christine singt  in der Band ab und an den klassischen Part.

The Queen Kings haben am 28.03.2010 die Ehre, auf der Convention des offiziellen internationalen Queen Fan Club in England zu spielen.

Na dann toitoitoi ...

27 März 2010

Schreiben oder nicht schreiben


Wie weit ist der Weg von der Schreibeline, als die ich mich empfinde bis zu der Bezeichnung Autorin? Und möchte ich das sein? Eine Autorin?


Also ich meine, ein Autor ist Verfasser, Urheber einer Geschichte oder eines Kunstwerkes (laut Wörterbuch) und nach der Definition ist eigentlich jedeR einE AutorIn. Irgendwas verfasst, ersinnt oder künstlert doch jedeR.

Eine richtige Autorin (so berufsmäßig) übernimmt aber auch Verantwortung für ihr Kind, äh, für ihr Werk und sorgt über die Sätze auf dem weißen Papier* hinaus dafür, dass es in die Welt entlassen wird und sich viele daran erfreuen können. Das, finde ich, ist der schwierige Teil.

Ich verfasse still vergnügt kleine Geschichten oder Gedichte für die Schublade und bastel an einem Kinderbuch, von dem ich gerade wieder glaube, dass es nie fertig wird. Es gibt aber auch Tage, da sehe ich optimistisch in die Zukunft und habe sogar schon einen bunten Einband vor Augen.


Jetzt werde ich erst einmal Zwiesprache mit meiner kleinen Elfe halten, die auf meinem Monitor sitzt und mir gelegentlich wichtige Hinweise aus ihrer Welt zukommen lässt. Seit ich jedoch ein Laptop habe, ist sie ein bisschen aus meinem Blickwinkel geraten. Erklärt das vielleicht die gerade dramatische Blockade von Stephanie Schreibeline?

(*oder neuerdings auch Bildschirm 

 

19 März 2010

Erinnerungspinnen


Meine Tochter wünscht sich ein Spinnrad!

Dieses Ansinnen neulich hat mich zurück in meine Kindheit getragen, zu einer Zeit, da ich mit der Kunst des Spinnens schon mal in Berührung gekommen bin. Oma Gertrud, die Großmutter meiner Freundin, bei der sie lebte, hatte ein Spinnrad und verspann Schafwolle. Und wir Kinder hockten gern dabei. Damals spannen ;-) noch etliche Frauen auf unserem Dorf, bevor dieses als häusliche Tätigkeit gänzlich verschwand.

Jedenfalls in den Fünfzigern wurden, vielleicht einmal im Jahr, im großen Hinterzimmer des Dorfgasthauses ein Treffen veranstaltet: eine Spinnstube!

Mit Musik und Kaffee und Kuchen, ein bisschen Tanz unter Frauen. In einer Ecke saßen die, die ihr Spinnrad dabei hatten, so eher die Alten und schnurr, schnurr, wurde geredet und gelacht und gesungen.

Ich kann mich noch an ein grünes Röckchen mit rotem Rand und ein gestricktes Trachtenjäckchen erinnern, in dem ich mir etwas verkleidet vorkam. Meine Mutter hat nicht mitgesponnen, konnte sie wegen der Gichtfinger nicht. Sie gehörte zu den Frauen die Kaffee auschenkten und Kuchen auf die Teller legten. Ich hockte mit anderen Kindern auf der Bank und staunte über den Trachtenlook in dem manche der Frauen gekommen waren. Anwesende Männer befanden sich ungefähr im umgänglichen Alter von unter sechs Jahren. Später wäre auch bestimmt kein Junge freiwillig zu so einem Weibertreffen gegangen. Lange gab es diese Spinnstube einmal im Jahr dann nicht mehr. Wann sie statt fanden, weiß ich auch nicht. Vielleicht im November oder im Advent? Jedenfalls war es draußen am Nachmittag bereit dunkel.

Die modernen Zeiten haben diesen „alten Zopf“ dann bald abgeschnitten.

14 März 2010

Kinder hüten


Ich habe mal wieder in dem Buch von A. Aliti: Mama ante portas!, geblättert und folgenden interessanten Satz auf Seiten 123/124 gefunden: 

Allerdings war die alte Frau im Matriarchat keine liebe Omi, sondern eine Große Mutter, also eine, die im Alter zu sich selbst findet, anstatt als müder Rest ehemaliger Selbstlosigkeit zur Verfügung zu stehen.

Nun habe ich vorletzten Samstag morgens die beiden Enkeltöchter übernommen (Mama musste bis 18.00 Uhr arbeiten, Papa nach der Nachtschicht schlafen) und wir haben uns einen bunten Tag gemacht. 
Auf dem nahen Spielplatz durch den frischgefallenen Schnee toben, meiner Schwester beim Schnee schippen helfen, zusammen Nudelsuppe kochen und essen, auf der Playmo – Seite Spiele spielen, lustige Gespräche führen (fallen unter die familiäre Schweigepflicht).
Dann brachte ich die beiden wieder nach Hause und mein lieber Schwiegersohn bedankte sich artig fürs Kinderhüten! 
Mein überzeugtes „Das habe ich doch gern gemacht!“ blieb diesmal aus, denn mein (durchaus legitimes) Gefühl war in diesem Moment deutlich ein anderes.

Ich habe meine Kindeskinder aus meiner Obhut entlassen und gebe sie in den Lebensraum zurück, der nicht nur ihrer Mutter, sondern auch dem Mann gehört. 

Für mich eine, stets wieder kehrende ambivalente und schmerzliche Erfahrung. Und ich hatte wie immer, den hoffentlich für alle, verständlichen Drang, sie nicht verlassen zu müssen! Natürlich bin ich diesen drei Männern, den Schwiegersöhnen, dankbar, für ihre Arbeit und Fürsorge, die sie meinen Enkelkindern angedeihen lassen, obwohl sie teilweise nicht die Väter sind. Die „Blutsverwandtschaft“ ist nicht immer relevant, sondern vor allem das ethisch - menschliche Bewusstsein der Väter und ihre Liebe zu der Mutter der Kinder.

12 März 2010

Pippi und Bibi


Heute muss ich mal bekennen, ich mag Bibi Blocksberg eigentlich mehr als Pippilotta Langstrumpf.
Pippi, das freie ungebundene Kind, das genau weiß, was gut für sie selbst ist! Das Mädchen, das keine Mutter (mehr) hat. Die Tochter, die irgendwann ihren, in der Welt herum streifenden Vater rettet. Die anderen Kindern die Welt der Phantasie zeigt, sie aber auch von der Mutter wegführt und mitnimmt auf Abenteuerfahrt...
Trotzdem oute ich mich und sage, so ganz war Pippi nicht mein Fall. Das lag wohl daran, dass ich sie durch die Filme erst kennen lernte, als ich bereits Mutter war und mir gelegentlich der Atem stockte, wenn ich mir vorstellte, meine Kinder könnten einige der Aktionen nachmachen, die bei Pippi Übermut so einfach aussahen. Natürlich mochten meine Kinder Pippi Sonnenschein und die zauberhafte Idee: da ist ein starkes selbstbewusstes Mädchen, das auch den Erwachsenen zeigt, wie schön das Leben sein kann.
Ich glaube schon, dass dieses Vorbild unseren Töchtern gut getan hat, trotz ,bedenklicher' Beispiele. Jedenfalls gossen meine keinen Eimer Wasser in der Küche aus, um diese zu putzen und sie haben auch kein Pferd gestemmt - wir hatten keines.
Es gab einige an kleinen Heldinnen in der Zeit, als Mädchenbücher wie Heidi und Trotzköpfchen boomten. Auch Nesthäkchen war anfangs kein angepasstes Kind, sondern wurde erst im Laufe der „Mädchenzeit“ (damals so zwischen 11 und 18 oder 20) gerade gebogen. Ein Hauch von Renitenz hat sie zwar immer begleitet, aber zum Schluss war sie fast eine Vorzeigefrau, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.
Als Mädchen endlich lesen konnten und durften, gab es auch, wohl dosiert und tendenziös, die entsprechende Literatur. Doch hier und da schimmerte auch dort das starke Mädchen recht deutlich durch, wie in den guten alten Märchen.
Meine Enkeltöchter haben natürlich Pippi Ichbinstark im Regal stehen, aber sie sind auch mit Bibi Blocksberg, der kleine Hexe im grünen Kleidchen aufgewachsen, die so selbstverständlich mit ihrem Besen Kartoffelbrei durch die Welt fliegt.
Zwischen dem Entstehen der beiden (Mädchen) Figuren liegen vierzig Jahre und bestimmt können wir davon ausgehen, das Pippi bei Bibi zumindest Patin stand.
Gerade in den Verfilmungen wird der zeitliche Unterschied deutlich, obwohl auch beide Geschichten nicht ohne schrullige oder „böse“ Frauenfiguren auskommen. Und während Pippi noch ein seltsam autarkes Kinderleben zelebrierte, lebt Bibi bereits in der modernen Kleinfamilie. Bibi ist ein modernes Kind, aber verwurzelt in mächtiger alter Überlieferung. Eine Hexentochter, die alle hexischen Fähigkeiten als natürliche Anlage von ihrer Mutter gerbt hat. Sie lebt die töchterliche Verbundenheit mit ihrer Hexenmama und der (menschliche) Papa, ist manchmal auf liebenswerte Art außen vor.
Die Kinderliteratur, die auf Mädchen bezogen daher kommt, ist schon recht umfangreich. Und jede Figur muss sich in ihrer Welt und ihrer Zeit behaupten, dass heißt auch Zugeständnisse und Abstriche machen.
Fast möchte ich sagen: scheinbar kann frau nicht Alles haben!
Aber wir arbeiten dran und es ist schön, dass es all die lustigen, starken, frechen, klugen, geheimnisvollen, aufgeweckten und alltäglichen Mädchen, nicht nur zwischen Buchseiten gibt ...

11 März 2010

Wider die Sprachnorm...


Ich lese sehr gern den Sprachblog von Luise Pusch: fembio. 
Und ich wende ebenfalls gern die inzwischen schon zahlreichen feministisch / weiblichen neuen Wortschöpfungen an, die mich überzeugt haben. Es gilt aber nicht nur neue Worte zu erfinden, sondern auch die vorhandenen in anderen Zusammenhängen nutzen und neu oder weiblich oder folgerichtig zu definieren.

Ein Reibungspunkt ist auch immer noch der Begriff Matriarchat. Freundin Lilly möchte ihn gar nicht mehr verwenden, da die allgemeine Auffassung davon so kruss*, so verdreht ist und immer noch mit Vorstellungen einhergeht, die Frauen mehr erschrecken als die Patriarchose, in der sie leben. Ich wende das Wort matriarchal auch nur noch an, wenn ich den mütterlichen Ursprung, die egalitäre Urgesellschaft meine. Ich greife jetzt gern auf die Bezeichnung matrivivial zurück, es hat so eine so lustige Nähe zu trivial, im Sinne von einfach, leicht und simpel - das lebendige, ursprüngliche Sein.

Und das ist es ja wirklich - einfach! Den mütterlichen Ursprung, das um die Mutter gruppierte Leben, die Sozial- und Kulturkraft der Mütter, gab und gibt es schließlich tatsächlich. 

Der Vaterursprung ist reine Fiktion. Die andere, inzwischen verinnerlichte Bedeutung von Patriarchat, die Herrschaft der Väter im kollektiven Sinne, leider nicht.

* kruss – krustig, kraus, verknistet

03 März 2010

KLAUSUR

Jetzt ist gerade das Buch gekommen, das mich wirklich interessiert, das neue von Luisa, ein Pfad in unsere spirituelle Vergangenheit (und wahrscheinlich auch Zukunft)!

... ein paar Tage Rückzug gönne ich mir, na zumindest zum Teil. Zweimal Kindergeburtstag, zweimal Kinderbetreuung, ein Chorkonzert mit unserer Vierzehnjährigen (heute Abend) sind in dieser Woche noch angesagt. Sie sind die lebendigen Bänder ins Diesseits.

01 März 2010

Ordnung


Seit ich den lieben Laptop habe, ist mein Schreibtisch aufgeräumt. Dass heißt, all die vielen aktuellen Zettel und Zettelchen mit Notizen und unglaublich wichtigen Gedanken, Telefonnummern und Stichpunkten zum nächsten Beitrag, sind nach einer flüchtigen Durchsicht erst einmal in einem Korb gelandet und selbiger auf dem Regal. Ich dachte noch: später! Mein Alltag fühlte sich aufräumt an.

Und somit wurde der Beweis des Sprichworts: „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ angetreten.

Ich konnte die Papierflut auf meiner Tischplatte nie richtig eindämmen oder in geordnete Bahnen lenken. Ich habe es mit verschiedenen Tricks, einem Ablagesystem und Kollegblöcken versucht, um die losen Zettel zu bändigen. Es gelang mir nicht wirklich. Aus einem „statt dessen“, wurde meist ein „auch noch“. Als ich mich dabei erwischte, wie ich ein Blatt aus dem Heft riss, um einen Einkaufszettel zu schreiben (den ich dann zu Hause auf dem Schreibtisch vergaß), merkte ich, das ist es immer noch nicht...

Jetzt ist die virtuelle Welt, die mein Laptop mir bietet, nach dem Anschalten, zack, da. Auf dem Desktop gibt es kleine Notizzettel und das Schreibprogramm bietet so viele leere Seiten, wie ich nur möchte. Bis sein Vorgänger immer betriebsbereit war, konnte ich noch Abwaschen, Wäsche aufhängen und Blumen gießen. In 95 % der Fälle waren da meine Geistesblitze längst verglüht, hätten nicht Stift und Papier neben der Tastatur gelegen.

Jedenfalls suchte ich nun gestern den halben Tag nach einem Blatt mit Zeichnungen und den ebenfalls darauf niedergelegten Randnotizen. Das hatte ich mir gemerkt, dass ich diese Fakten (notiert beim Ansehen einer bestimmten Fernsehsendung) auf diesem Blatt finden würde, was die Macht der Bilder beweist...

Dann endlich fand ich den bewußten Korb wieder und all das schnöde abgeschobene Gedankengut. Jetzt sitze ich hier und arbeite sozusagen den Korb ab. Nehme alles einmal in die Hand und schreibe in den Computer, was mir erhaltenswert scheint.

Ich schmiede einfach an zu vielen Manuskripten und es kommt zu selten vor, das ich sagen kann: habe fertig..., scheint so ein Jungfrauen-Ding zu sein!

25 Februar 2010

Vorsicht Glosse


Wir gründen einen Männerschutzverein oder
Es gibt kein Matriarchat, es gab nie eins und es wird auch keines geben!

Stellen wir uns einmal folgendes vor: Die Frauen sind erstarkt, sie haben wirtschaftliche Unabhängigkeit errungen, sich weltweit zusammen geschlossen und....
... die „Herrschaft“ an sich gerissen! Aus dem Patriarchat wurde ein Matriarchat!

Als erstes stieg die Kriminalitätsrate bei Frauen sprunghaft an. Die Gefängnisse sind voll von weiblichen Schwerverbrechern. 
Für einen Mann ist es nicht mehr so leicht, am Abend allein auszugehen, da er ständig damit rechnen muss belästigt oder schlimmer überfallen zu werden. 
Die Chefetagen sind mit Chefinnen besetzt. 
Die Ehefrau geht selbstverständlich arbeiten, sie muss ja für das Familieneinkommen sorgen. Mann und Sohn schmeißen den Haushalt und hüten die Kleinkinder, die fast alle aus der Retorte stammen, da die quasi Mutter keine Zeit mehr für Schwangerschaft und Entbindung hat.
Die Bordelle sind mit Callboys besetzt und die unterbezahlte männliche Reinigungskraft bekommt an ihrem Geburtstag von der zufriedenen Arbeitgeberin ein Blümchen.
Männergruppen treffen sich heimlich, um über Freiheit und Gleichberechtigung zu diskutieren und müssen um elf Uhr zu Hause sein, da es sonst für sie auf der Straße zu gefährlich ist.
Politikerinnen schmieden in ihren internen Sitzungen Kriegspläne, während sie in der Öffentlichkeit über Abrüstung und Männergleichberechtigung reden.

Was für ein Horrorszenario. 
 
Fühlt euch da mal hinein. Fast könnte frau die Männer verstehen, wenn sie eine Entwicklung zum Matriarchat um jeden Preis verhindern wollen. Der Mann kann sich eine weiblich geprägte Gesellschaft einfach nicht vorstellen und mit solchen Gedanken fühlt er sich auch nicht wirklich wohl .

Aber dafür sind wir ja da. Frauen sind schließlich Tag und Nacht für sein Wohl zuständig. Dafür, dass es unseren, nein, dass es allen Männern gut geht! Wir unterstützen sie in ihren Bestrebungen und sorgen dafür, dass keine Frau aus der Reihe tanzt und keine renitente Tochter das sensible Ökosystem, in dem ein Mann lebt, gefährdet.

Die wahrhaft freie Frau bringt, wie wir wissen, den Mann in Gefahr. Und da sich auch zaghafter Widerstand schon als gefährlich erwiesen hat, bremsen wir uns gegenseitig aus und wachen eifersüchtig darüber, dass matriarchales Gedankengut gar nicht erst die Filter der öffentlichen Meinung passieren kann.

Somit beschützen wir natürlich auch unsere Töchter und sorgen dafür, dass sie unauffällig, angepasst und im richtigen Moment reizvoll und attraktiv erscheinen. Schließlich müssen sie ja irgendwie durchs Leben kommen, also irgendwie unter die Haube, wenn der etwas überholte Ausdruck erlaubt ist. So wurden wir erzogen, so geben wir es weiter. Schließlich liegt es in unserem genetischen Programm, die Menschheit zu erhalten. Auf die männliche Hälfte derselben, sollten wir uns in diesem Falle erfahrungsgemäß nicht verlassen.

21 Februar 2010

Glück


Tja, wie komme ich mit dem Lesen voran? Schwierig, schwierig - ich weiß noch nicht so recht, was mir so widerstrebt. Aber wie sagte
Franz Kafka schon:


Bücher
, die uns glücklich machen, können wir zur Not selber schreiben.



16 Februar 2010

Mutterspiele

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Gestern kam mit der Post Lisa Ortgies Buch Heimspiel bei mir an...
Die ersten einhundert Seite, die sich mit der spannenden Frage beschäftigen: Gibt es neue Väter? - habe ich erst einmal überblättert. Bestimmt ist es wichtig, endlich die Stellung und Haltung der Väter und der dazu gehörigen Politik zu betrachten, aber es irritierte mich doch, dass ein Buch über die Familie schon wieder mit der Vätersicht beginnt. So blätterte ich weitere fünfzig Seiten weiter, überspringe das Kapitel Haushalt und da kamen sie endlich, die Mütter.

Und was steht da auf Seite 255?
Zu keinem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte und in keiner sozialen Schicht waren Frauen ausschließlich Mütter. Und schon gar nicht Tag und Nacht für ihren Nachwuchs und dessen Entwicklung zuständig.“

Da ist er wieder, dieser leicht verdrehte Ansatz: Frauen sind nicht nur Mütter.
Na gut, aber Mütter sind immer Frauen, was sagt uns das? Es nervt mich gewaltig, die Mutter ständig auf ihren Dienst am Kinde reduziert zu sehen! Wenn wir eine Mutter dahingehend einordnen, dass sie eine Frau ist, die ein Kind ausgetragen, geboren und anschließend genährt, geschützt und versorgt hat und die darüber hinaus schlichtweg Verantwortung für das Leben trägt, müssen wir jetzt fragen: wo und wann hört denn das Muttersein auf und fängt das „Nur“ oder „Auch“ Frausein wieder an?

Findet eine Abspaltung der Mutter von der Grundkonzeption Frau statt? Bewegt sich frau dann in einem Paralleluniversum? Ist Muttersein ein temporäres Durchgangsstadium, etwa so wie die Pubertät? Von wann bis wann und wie intensiv ist Frau denn Mutter? - Von der Geburt bis zum Achtzehnten Jahr des Nachwuchses? Von der Zeugung an und bis das Kind siebenundzwanzig ist? Oder darf sich Mutter teilweise schon aus der Verantwortung entlassen, wenn das Kind in die Schule kommt? Und wohin schieben wir die Großmütter?

Ortgies geht, wie so manch andere, von der heutigen vereinzelten Familienmutter aus, der bestenfalls die Unterstützung des sogenannten Partners zusteht. Es ist auch immer blöd, wenn der Geschichtsrückblick nur bis ins Mittelalter reicht und dann festgestellt wird, sowas wie wir heute unter Müttern verstehen, gab es früher gar nicht. Die Kinder wuchsen mehr oder weniger beachtete in der Welt der Erwachsenen auf und hatten Glück zu überleben – nun, das ist heute auch noch so!

Unsere Kinder müssen sich ebenfalls mit der, von Erwachsenen kreierten Welt arrangieren. Und egal ob sie exklusiv eine vierundzwanzig Stunden - Mama zu Hause haben oder nicht, Kindheit ist heute nicht weniger stressig als in anderen Zeiten, seit das Papasystem durchgegriffen hat. Schule ist beispielsweise eine solche künstliche, von Erwachsenen geschaffene, Welt. Auch wenn sie mit Herden kleiner Menschen bevölkert wird, ist sie kein natürlicher Kinderraum. Vermutlich würde kaum ein Kind freiwillig dieses Freigehege der nicht artgerechten Menschenhaltung betreten, wenn es die Wahl hätte.

Denn, als die Erkenntnis (vor allem aus volkswirtschaftlichen Gründen) um sich griff: Kinder brauchen generell Bildung, da wurde den Bekennern dieser Erkenntnis ganz schnell klar, dass mann den dummen Weibern, die nun mal die Mütter sind, die Erziehung und Unterrichtung, gerade der Söhne, nicht überlassen könne.

Ortgies geht von dem üblichen, in unserer Gesellschaft scheinbar gut etablierten, Familienmodell aus und nennt ihr Buch im Untertitel Plädoyer für die emanzipierte Familie!

Ich werde jetzt, auch wenn es mich eine gewisse Überwindung kostet, das Buch erst einmal ganz lesen um zu erfahren, wovon sich die heutige Familie da emanzipieren sollte!

Aber alles in allem, die Teilüberschriften sind originell und aussagekräftig gewählt, fast könnte man sich den weiteren Text sparen...

08 Februar 2010

Hallo Holla


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Natürlich ist meine Winter Ade – Kampagne nur ein Ausdruck meines momentanen Überdruss an tiefen Temperaturen (immerhin heute -7° C) und der Glätte und des Schnees! Mir ist schon klar, dass der Winter erst im März vorbei ist. Kalendermäßig am 20.03. Wir sind also noch mittendrin.
Da es in den letzten Jahren so wenig winterliches Ambiente gab (als ich im Rheinland wohnte, wussten die gar nicht was das ist), kann frau schon mal „vergessen“, dass es ganz normal ist, wenn es im Winter kalt ist und schneit!
Obwohl wir heute Häuser und Regenschirme und wetterfeste Kleidung haben, ist das Wetter nach wie vor ein wichtiges Element in unserem Leben. Ich glaube, es wird sogar mehr darüber geredet und geschrieben und gesendet, als vor Jahren. Für mich ist das Reden über das Wetter auch kein Verlegenheitsthema, sondern die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit unserem elementaren Dasein. Beobachtungen des Jahreslaufs, der Witterung und deren Auswirkung, sowie die Auswertung derselben gehörten doch schon immer zur Kompetenz des Menschen.
Eines der ersten Märchen, die mir erzählt wurden, war das von der Frau Holle, die ihre Betten schüttelt, so dass ich Schlitten fahren und Schneemann bauen konnte.
Frau Holle war auch nur eine regionale Wetterdämonin, habe ich allen Ernsten mal jemanden sagen hören.
Was heißt hier NUR?
Das Klima, das Wetter, war schon immer für den Menschen und seine Entwicklung essentiell. Da ist die Verehrung einer Wettergottheit nicht nur vorstellbar, sondern bedingt. Und Frau Holle war auch mehr als eine Götzenvorstellung – Sie war Die Gode – Die holde, die hohe Frau!
Sie hüllt Feld und Flur in eine weiße Decke und schützt die Natur, auch wenn jetzt alle anfangen auszurechnen, was uns dieser Winter kosten wird...

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06 Februar 2010

Winter Ade - die Dritte


Heute ist es die Eisfee, die auf you tube dem Winter einen Abschied singt...


meine Tochter Christine



05 Februar 2010

Winter Ade - die Zweite


Da sitze ich und sehe zu wie der Schnee schmilzt. Ein hellblauer, grau gestreifter Himmel stützt sich auf die Tannenspitzen und die Birken rechts im Bild sehen so bedürftig kahl aus. In ein paar Wochen werden sie zartgrün herüber winken und Frühlingsgefühle verbreiten. Meine Topfpflanzen drücken sehnsüchtig ihre Blätter an die Scheibe. Wenn die Kälte und die Kühle gewichen sind, können sie sich jenseits des Fensterglases auf dem Balkon recken. Jetzt haben sie eher unangemessen warme Wurzelfüße von der Heizung, aber gleich gibt es einen Schluck aus der Gießkanne...

03 Februar 2010

Winter ade?

Zwei quietschfidele Enkeltöchter im Auto, Angriff der Schneeflocken von allen Seiten und tückische Eisbuckel unter den Reifen, da werden auch zwanzig Kilometer zum Abenteuer. Ich muss wohl das Lenkrad so festgehalten haben, dass ich heute Nackenverspannung und dadurch ein wenig Kopfschmerzen habe. Wenn ich heut aus dem Fenster sehe, breitet sich über den Baumwipfeln ein zartblauer Himmel mit weißen Schäfchen aus und der Schnee auf dem Dach gegenüber kriecht in sich zusammen. Das grauslige Wetter von gestern ist grad nicht mehr vorstellbar. Die Amsel auf der Balkonbrüstung sieht mich vorwurfsvoll an. Vielleicht mag sie den Supermarktapfel nicht, den ich ihr zum Picken hingelegt habe.
Gestern verbrachten zwei meiner Nachtöchter ihren schulfreien Tag bei mir und wie wunderbar, Oma hat jetzt ein Laptop und wenn alle lange genug warten, springt der alte Computer auch noch an. Da kann kind mit der Schwester parallel spielen und sich über einen Meter hinweg zurufen welches Level gerade erreicht wurde. Die Kleine, die noch nicht sicher lesen kann, fragt nur ab und zu mal, was sie anklicken muss, damit der Spaß weiter geht..