23 Juni 2010

Ab morgen...


 

...sind Ferien!

Jedenfalls in Niedersachsen und das ist mein erstes eigenes Foto...


22 Juni 2010

Es war einmal...


... im Zweit- Blog Kurz und Prosa spinne ich meine momentane Märchenlaune weiter....

20 Juni 2010

ein schöner Tag

… gestern waren wieder die Kinder bei mir. Ich hab sie um 8.30 Uhr am Bahnhof abgeholt und Mama ging zur Arbeit. 

Es war ein schöner entspannter Tag, mit einem langen gemeinsamen Frühstück, Oma ein Küchenmesser und ein Taschenmesser abschwatzen und damit, beim in den Wald gehen viele Stöcker verschnitzen, am Tiergehege die Ziegen und das Geflügel füttern, Blumen fotografieren, Holunderblüten pflücken, schreiend vor riesigen Schnecken davonlaufen, Computer spielen und mit altem Puppengeschirr kochen, ein Etui für das Messer nähen, Spagetti und Tomatensoße essen, schnell noch zum großen Spielplatz* und danach wieder nach Hause fahren. 

Dialog zwischen Oma (62) und Caroline (8):

„Caro, pass bitte mit dem Messer auf! Hier wickel es in den Lappen ein.“


„... weißt du Oma, ich kann ja nähen, häkeln, stricken, ich kann das alles, da kann ich mir auch eine Hülle für das Messer machen!“





*als wir das letzte mal dort waren lag alles unter einer dicken frisch gefallenen Schneedecke
und das Foto ist auch schon drei Jahre alt ... ach ja wie die Zeit vergeht!

Übrigens jetzt habe ich endlich auch die Bearbeitung der Schrift und der Farben gefunden - ach macht das einen Spaß!

17 Juni 2010

Märchenhaft

Der gestiefelte Kater ist eines meiner Lieblingsmärchen. Obwohl es auf den ersten Blick zu den unausgewogensten gehört, was das Geschlechterverhältnis betrifft. Außer einer zu heiratenden Prinzessin, die am Rande auftaucht, kommt praktisch keine andere Frau darin vor. Aber dafür zeigt es auch, dass mann sich schon ein wenig anstrengen oder zumindest märchenhaft magischen Verbündeten anvertrauen muss, um eine richtig gute Frau zu finden.

Nun kommt mir nicht mit dem Argument, Prinzessinnen seien ganz oft doofe Ziegen gewesen. 

Wir wissen doch, dass im Märchen eine Prinzessin als Synonym für die beste Frau steht, die mann kriegen kann. So wird er zum König.

Gelegentlich, wenn dereinst eine Königin nur einen Sohn hatte, musste dann schon mal ein kluges, cleveres und wenn möglich schönes Mädchen aus dem Volk den Prinzen nehmen. In manchen Märchen sucht ja auch die Königin die Braut aus. Denn ihre Nachfolgerin, soll später würdig sein und stark und weise! Und im umgekehrten Fall tut ein redlicher Bursche einer Prinzessin sicher auch gut. Katzen wissen das!

16 Juni 2010

Nachlese


Beim Scrollen in meinem Tagebuch stieß ich auf folgenden kurzen Eintrag. Da ich letztens erst wieder mit meiner Freundin über Konditionierungen der Kindheit und deren Auswirkungen bis ins ins Heute, debattierte, setze ich diese Gedanken von vor vier Jahren kurz mal ein...

28.07.2006
Irgendwo habe ich folgende Frage gelesen: Frage dich, ab und an, ob das Kind, das du warst, einverstanden ist mit dem was du aus ihm gemacht hast?

Da drängt sich mir doch gleich noch eine andere Frage auf:
Habe ich das wirklich alles selbst und allein aus mir gemacht?

Ist es nicht eher so, dass ich immer wieder freilegen muss, was andere verschüttet haben? Dass ich aufrichte, was verbogen und verkrüppelt wurde, dass ich rette, was fast verloren schien!

Es ist leicht die totale Verantwortung einem Menschen für sein „So sein“ zuzuschieben und ihn damit allein zu lassen. Nicht immer gelingt es jedem gegen die, ihn umgebenen Widerstände und den Konditionierungen aus jungen Jahren, zu sich Selbst zu finden.

Wie oft habe ich diese, fast schon infamen Hinweise bei auftretenden Problemen gehört, wie „Sieh doch erst einmal, ob es nicht an dir liegt?“ oder „ Schau hin, was es dir zu sagen hat?“ 
 
Auf diese Weise selbstquälerisch gut mit sich beschäftigt zu sein, verhindert oft genug, dass einmal eine mit der Faust auf den Tisch haut und sagt: Ich weiß, was es mir zusagen hat, denn ich kenne mich selbst am besten. Ich fordere Achtung und verbiete mir jedes schlechte Benehmen!

Also: Schluss mit niedlich, angepasst, autoritätsgläubig und demütig!
Oder wie meine Tochter zu sagen pflegt: Wenn du ein Problem nicht lösen kannst, kannst du dich auch von dem Problem lösen!

14 Juni 2010

Der neue Juni

... die neuen Designs haben mich zu wilden Farbenspielen getrieben, was mir Beifall und Kritik eingebracht hat. Die letzte (telefonische) Maßregelung erreichte mich mit dem Hinweis: 
Ich konnte das nicht lesen, es war mir zu bunt!

Also habe ich wieder die Tapete gewechselt, zwar auch noch farbenfroh, doch mit einer weniger grellen Einteilung. Denn das Einzige, was nicht sein darf ist, dass frau / man meinen Blog nicht lesen kann. Da ich sonst keine anderen unterhaltsamen Inhalte, wie Fotos oder lustige Spielereien zu bieten habe.


Manchmal denke ich, wenn ich so über meinen Blog sehe: 
Wie langweilig! 

Und dann bemühe ich mich beim nächsten Text, neben meinem Drang zum Künden und zum Sagen, den Zeilen auch eine humorige oder verspielte Note zu verpassen.

Wie sagte das Enkelkind doch neulich, als ich ihr statt Süßigkeiten einen Apfel angeboten habe: Da kann ich gar nicht drüber lachen!


So ist das! Jemanden zum Lachen zu bringen ist auch eine Kunst. Oft eine äußerst intelligente.


Ich bin ja eigentlich leicht zu erheitern. Was mich amüsiert, finden andere vielleicht nur albern oder unverständlich. Ich habe mich seinerzeit über Häschenwitze gekringelt. Den momentanen Fussball - Hype finde ich gerade weniger witzig.


Kleine harmlose Wortgebinde mag ich dagegen sehr. Deshalb noch ein Witzchen:


Was liegt am Strand und spricht undeutlich?


Eine Nuschel!
 

05 Juni 2010

Wieder mal ein Grund zur Freude...


Meine liebe Schwiegertochter erwartet ein Baby.
Für mich, unter anderem, wieder einmal Grund genug, über die Frau – Mann – Konstellation in unserer Gesellschaft zu reflektieren. Schließlich kommen dadurch auf meinen Sohn auch einige tiefgreifende Veränderungen zu (auf die er bestimmt, ich bin überzeugt davon, bestens vorbereitet ist).

Wie wir (spätesten seit Simone de Beauvoir) wissen, werden wir durch allgemeine und individuelle Erziehung auf bestimmte Rollenmuster konditioniert. Nun nicht alles lässt sich gnadenlos konditionieren (und muss auch nicht). Ein wenig sollten wir auch darauf vertrauen, dass jedeR, das in allen angelegte Urprogramm auch abrufen kann, besonders wenn es um die winzig kleinen Menschen geht, die uns immer wieder beglücken. Denn das jeweilige Naturell, die geschlechtlichen Voraussetzungen und das individuelle Potential ist die Basis des Menschen um einen gemeinschaftsfördernden Platz in der (Familien)Gruppe oder Sippe und seiner Zeit einzunehmen.

Aber die Konditionierungen finden trotzdem statt. Sie sind, die (sich auch immer wieder verändernde) Grundlagen der Gesellschaft. Die Frau wird heute intensiv auf die Zweierbeziehung konditioniert und (das ist relativ neu) gleichzeitig wird ihr eine Lossprechung von zwanghafter Mutterschaft zuteil.

Diese, von uns favorisierte Form der Zweierbeziehung ging aus dem Herrschaftsanspruch des mündigen Mannes (pater familias hieß es im antiken Rom) hervor. Aber selbst unter der totalen Munt, erst des Vaters, dann des Ehemannes und trotz Trennung von den Muttersippen, wurde von den Frauen weiterhin die gleichen lebenserhaltenden Leistungen erwartet, die sie schon seit Urzeit erbrachten. Jedenfalls das Gros der Frauen kam dem auch immer nach. Und auch heute kommen nach wie vor Kinder auf die Welt!

Das Schöne an unserer heutigen Zweierkonstellation ist jedoch, die Frau hat jetzt einen Helfer an ihrer Seite. Hat Gott im Garten Eden dem Adam einst Eva als Gehilfin zur Seite gestellt (ich habe mich immer gefragt wobei sie ihm helfen sollte), stattet nun die heutige Gesellschaft auch die Frau mit einem Helferli, genannt Partner, aus. Der Status des (tätigen Familien)Vaters ist inzwischen somit selbstverständlich etabliert (ob das auch sinnvoll ist, wird nicht mehr hinterfragt).

Jedem jungen Mann sollte demnach, bei der allgemeinen Konditionierung irgendwie klar gemacht werden, dass es nicht nur darum geht, mit der Frau seiner Träume gemeinsam alt zu werden, sondern, dass im Falle einer gemeinsamen „Familiengründung“ das tief verankerte, aus grauer Vorzeit stammende Bruderprogramm in Kraft tritt.

Der Bruder hatte einst in der matrifokalen Prähistorie die soziale Stellung inne, die heute dem jeweiligen Erzeuger des Kindes aufgedrängt wird. Und so stellen viele (junge Eltern)Paare fest, dass nach einer gewissen Zeit sich das einst gegenseitige heiße Verlangen in ein irritierendes Bruder-Schwester-Verhältnis umwandelt.

Auch für den heutigen Mann ist das gleichzeitige Agieren in allen möglichen männlichen Rollen nicht eben mal so umgesetzt. Zumal bei aller willentlichen Anstrengung uns auch die Hormone an der kurzen Leine führen. Jeder junge Mann, der sich bindet, sollte sich darüber im Klaren sein oder werden, dass er (im matriarchalen) Sinne seiner Frau den Bruder, die Schwestern und die anderen Mütter des früheren Sippengefüges in seiner frisch gegründeten Kleinfamilie ersetzen muss. Und das noch neben seiner anspruchsvollen Karrieretätigkeit.

Wieso also reden wir immer von der Mehrfachbelastung der Frau? Der Mann hat sich in den letzten paar Jahrtausenden diesbezüglich auch in eine diffizile Lage manövriert. Unsere Söhne müssen nun auslöffeln, was ihnen ganze Vätergenerationen eingebrockt haben. Aber vielleicht tun Einige das ja ganz gern...

25 Mai 2010

Vom Hölzchen aufs Stöckchen

Heute habe ich verschiedene Blogseiten quer gelesen und bin von einem interessanten Thema zum nächsten gesprungen. Zwischen den vielfältigen Nachlesen vom langen Pfingstwochenende, das bei mir mehr unter dem Zeichen diverser technischer Mysterien stand, erreichten mich auch Stichworte wie, Bewegung oder Gewicht. So ganz bin ich in dem Zusammenhang, vor einem winzigkleinen schlechtem Gewissen, doch nicht gefeit.

Das eigene Gewicht ist heutzutage immer wieder ein gewichtiges Thema. Und auch ich ergriff gelegentliche Maßnahmen, selbiges etwas einzudämmen. Ach ja, Diäten! Das waren noch Zeiten, als die wirklich was brachten! Da habe ich auch manches ausprobiert.


Trennkost, um eine Trennung zu überwinden. Fasten, um hinter den Sinn religiöser Askese zu kommen, FdH, nach dem Umzug in eine kleinere Wohnung! Wo habe ich doch neulich gelesen: „Sisyphus war eine Frau“?

Seit ein paar Jahren ignoriere ich tapfer mein Gewicht, leider tut es mein Körper nicht. Ich trauere ein bisschen meiner einstigen Beweglichkeit hinterher und frage mich gelegentlich, was das mit dem Blutdruck soll?


Nun bin ich ja der größte Bewegungsmuffel aller Zeiten. Ein Ausflug zur Mülltonne reicht mir eigentlich schon, um das Gefühl zu bekommen, ich war heute draußen. Aber das moderne Leben ist gnadenlos. Es wird erwartet, dass wir uns bewegen, das heißt vor allem, dass wir flexibel sind. Unsere Zeit steht im Zeichen der vollkommenen Mobilität, mit all ihren Schrecken und gelegentlichen Nützlichkeiten. Wer nur auf seine beiden Beine angewiesen ist, kann am gesellschaftlichen Leben kaum noch teilnehmen. Also bemühe ich mich um eine gewisse Anpassung und fahre doch hierhin oder gehe dorthin. Überwinde absurde Strecken um die Familie zu erreichen oder Freunde zu treffen und habe dabei ganz tief in mir das Gefühl, hier stimmt was nicht.


Ich bin die Alte, die Welt sollte zu mir kommen!

23 Mai 2010


Pfingsten
sind die Geschenke am geringsten
während Ostern, Geburtstag und Weinachten
was einbrachten!
 
 

aus "Ein Kinderbuch" von Bertolt Brecht

18 Mai 2010

Wann ist der Mann ein Mann


… in einer
Talkrunde des mdr ging es um den Stand der heutigen Männer, ihrem Rollenverständnis und welch schwindende Chancen die Jungs in einer zunehmend feminisierten Gesellschaft haben. Die Damen und Herren Experten machten sich sichtbar Sorgen um den Mann von Morgen. Es schien klar, wenn wir nicht aufpassen, wird das männliche Geschlecht von seinen angestammten Plätzen verdrängt.

Besonders die Paartherapeutin in der Runde war kurz davor einen Männerschutzverein zu gründen. Die anwesenden Herren sahen es zum Teil differenzierter oder gelassener. Was ich ganz besonders interessant fand.

Die drohende Feminisierung unserer Gesellschaft scheint sich, besonders wenn es um Schule, Bildung und Kinderaufbewahrung außerhalb des häuslichen Umfelds geht, zu einem echten Problem auszuwachsen. Die armen Knaben sind bis zum Jünglingsalter einfach mit zu viel Weiblichkeit konfrontiert und wen wundert es, dass sie dann später nicht mehr wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind.

Und wieder wurde der Ruf nach mehr Lehrern (also männlichen Lehrkräften), Kindergärtnern und Tagesvätern laut. Ein Tagesvater ist das Pendant zur Tagesmutter, also ein professioneller Kinderbetreuer, falls der Begriff noch nicht geläufig ist. Dass der jeweilige legitime Vater nicht ausreichend zur Verfügung steht, ist demnach bereits eine anerkannte Tatsache und es wurde scheinbar bereits aufgegeben, den Vater wieder vermehrt in die Familie zu verpflichten.

Denn wenn sich in Zukunft genügend fürsorgliche Männer für die entsprechenden (unterbezahlten) Berufe interessieren, finden die kleinen Jungen auch außerhalb von Mamas Bannkreis genügend männliche Bezugspersonen und Vorbilder, die sie darauf vorbereiten, was ein richtiger Mann ist. Irgend wie kann ich mich der Logik dieses Gedankens nicht ganz entziehen... aber was ist mit den kleinen Mädchen?

.

13 Mai 2010

Verschenken


Das Schenken hat in unserer Kultur einen hohen Stellenwert. Es artet hier und da sogar zum Pflichtprogramm aus. Aber, wir bereiten gern anderen eine Freude, ebenso macht es Spaß, selbst Geschenke auszupacken.

Und wir kennen alle die peinlichen Momente, wenn wir mit einem Geschenk dastehen und eigentlich nicht wissen, was wir damit sollen. Und, was vielleicht noch peinlicheren ist, wenn offenbar wird, dass unser Geschenk so gar nicht ankommt.


Trotzdem haben wir immer wieder das Bedürfnis, andere zu beschenken. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, heißt es so schön. Auch als Liebesbeweis sind Geschenke hoch im Kurs. Manche Frau wartet schon lange darauf!


Geschenke müssen auch nicht teuer sein. Eigentlich kann man alles verschenken, was einem gehört. Von teuren Cabriolet (so man dazu in der Lage ist) bis zum einzelnen Silberlöffelchen, das frau in der Schublade gefunden hat und von dem sie weiß, dass die Freundin darauf steht. Gute Geschenke zu machen ist eine Gabe. Ich kenne eine, die das richtig gut kann...


Meinen Kindern hatten ein paar Jahre lang von Frühling bis zum Herbst das Bedürfnis mir vom Schulweg oder ihren anderen Unternehmungen kleine Sträußchen mit Gänseblümchen, Löwenzahn oder anderen Kräutlein mit zu bringen. Ich hatte x kleine Vasen mit den sogenannten Küchenblümchen herumstehen. In jener Zeit fühlte ich mich immer sehr reich beschenkt.


Doch da gibt es noch die gruselige Kehrseite der Angelegenheit – Schenken als Fluch! Wenn wir wieder einmal jemanden etwas schenken müssen und nicht wissen was? Und da gibt es auch die Menschen, die eigentlich schon alles haben. Selbst Kinder sind heutzutage nicht mehr so leicht zu beschenken. Zum Glück wird gerade für Kinder eine gewaltige Industrie beschäftigt, die ständig Bedürfnisse erfindet. Schenken leicht gemacht - mit den Kindern nachmittags Werbung gucken - aber ist es dann ein Geschenk oder eine Bestellung?


Wir kaufen Dinge und Möglichkeiten, um sie weiter zureichen, die Gabe hat einen symbolischen Gehalt – das ist schön, es gefällt mir selbst, aber ich schenke es Dir!


Oder wir verschenken Zeit!


Gelegentlich beschenke ich mich selbst, schließlich kenne mich am besten und weiß, was mir gefällt – obwohl, auch da habe ich ab und zu schon daneben gelegen.


Ich schenke mit Bedacht, aber auch spontan und leichtem Herzens. Das hat etwas mit Loslassen und Energieaustausch zu tun. Mit dem, sich nicht der Macht der Dinge zu unterwerfen und mit der pragmatischen Erkenntnis: Ich kann nicht alles haben, wo sollte ich auch hin damit!


Trotzdem liebe ich süße Sinnlosigkeiten, die mich überraschen und mein Herz erfreuen. Es gefällt mir, wenn der Schenkende mitten ins Schwarze trifft. Die Geschenke sind oft Gegenstände, die ich mir nie selbst gekauft hätte. Vielleicht schön, ja, aber nicht lebensnotwendig. Doch letztendlich haben sie eine Bedeutung. Sie sind wie Dinge aus der Zukunft, die zu mir finden und die eines Tage ganz selbstverständlich ihren Platz bei mir einnehmen.


Wenn das Geschenk eine schöne Überraschung ist und auch noch gut ankommt – was können sich Schenkende und Beschenkte mehr wünschen.


11 Mai 2010

Projekt


Da stehe ich, gestützt auf den Spaten und blicke auf den trägen breiten Strom, der sich kaum merklich zu meinen Füßen an mir vorbei wälzt. Der einst so wilde, ungestüme Fluss, gebändigt und begradigt, ein Kanal, wie mit dem Lineal gezogen. Der macht keine Probleme mehr. 


Aber er macht auch nichts anderes mehr. Nicht mal mehr Ringe, wenn ich ein Lachen hinein werfe...

Ein wahrhaft hartes Stück Arbeit liegt vor mir. Wie schaffe ich es, ihm die Mäander wiederzugeben? Die Auen und Sandbänke? Die dichten Wälder und lichten Wiesen, die sich an seinem Ufer einst entlang zogen?


Das Schwierigste wird wohl sein, den Felsen wieder in die Mitte des Stroms zu schieben, auf dem ich einst saß, die Sonnenuntergänge beobachte und mich vom Sturm beuteln ließ...


09 Mai 2010

Muttertag

... zum Muttertag heute nur ein paar Links zu den wirklich wesentlichen Informationen:



Mütterblitz und das entsprechende Buch von Louann Brizendine, 

beziehungsweiseweiterdenken und auch dazu gibt es ein spannendes Buch von Sarah Blaffer Hrdy

und vielleicht noch das bemerkendwerte Buch Der Mutterschaftsbetrug von Christa Mulack 

06 Mai 2010

fernsehen

...und für alle die des Mutterthemas noch nicht überdrüssig sind - "Mythos Mutter" 

heute Abend in 3sat um 21.00 Uhr bei scobel!

Prinzessinnen



 In einem gewissen Alter sind fast alle kleinen Mädchen in der Lillifee oder Disney Prinzessinnen Phase (oder ihre Mütter), doch neulich überraschte mein Patenkind sehr selbstbewusst ihre Mutter mit der kernigen Aussage:

"... ich will gar keine Prinzessin sein, es reicht mir, dass ich ein Mädchen bin!"


05 Mai 2010

happy birthday


Meine Schwester feiert heute (nicht) ihren 80. Geburtstag!

Sie hat sich zurück gezogen und Glückwünsche möchte sie nur schriftlich entgegen nehmen!

Also habe ich ihr ein Bild von Jelängerjelieber ausgedruckt, ein rührend schönes Gedicht und Glückwünsche geschrieben und alles in ihr Gartenhaus legt.

... die reale Pflanze bekommt sie nachgereicht...


Je länger, je lieber! 

Ahninnen


… mir ist heute mal pathetisch und ich greife ebenfalls diesen Satz von L. Francia auf. Der Satz der mir bei aller Verehrung von Luisa, nicht so recht schmecken will...

„… jedenfalls bin ich keine berechenbare, heilige großmutter.“


Nun, ich denke das Problem ist das, was Luisa mit „berechenbar“ bezeichnet. Was da meint: angepasst, nett, auf dem Rückzug aus dem Leben, nicht mehr zuständig sein! An der Seite eines Großvaters die jungen Leute in ihrem eigenen Leben nicht stören. Denn die erfahren alles, was sie zum Leben und zur Aufzucht des Nachwuchses brauchen aus Büchern oder von Medizinern...


Nichts finde ich kraftvoll-individueller und innig verbunden zugleich, als das Großmutterdasein. Ich bin die Großmutter von heranwachsenden jungen Menschen, die, nach meinen Kindern (Töchtern), am meisten zu mir gehören. Das setzt weder meine Persönlichkeit außer Kraft, noch mutiere ich dadurch zum „Muttchen“. Im Gegenteil.


Die Mütter vor uns wussten noch um die heilsame, heilende, heilige Wirkung der Ahninnen, ihrer Vorfahrinnen. Selbst als das Kollektiv der Väter bereits mit Feuer und Schwert die Verbindung zu den Ahninnen gekappt hatte.

Ja, und auch wenn es euch schwerfallen sollte es so zu sehen, jede Großmutter gehört bereits zu ihnen, auch wenn sie noch nicht gestorben ist. Eine Frau macht eine andere zur Großmutter, indem sie ein Kind ins Leben schickt. Die Mutter der Mutter gehört jetzt zu den Müttern der Mütter. Das ist Leben, das ist Vergangenheit und Zukunft zugleich.

Es geht jetzt hier auch nicht darum, ob die einzelne Frau diese, ihre natürliche Kompetenz wahrnimmt oder ausfüllen kann. Sondern darum, wie wir bisher Mütter und Großmütter gesehen haben, wie sie in Herz und Hirn „abgespeichert“ wurden. Und an der Stelle lässt sich etwas ändern. Vor allem die Großmütter unter uns sollten ihren Platz bedenken, den sie eingenommen haben.Vielleicht wird es ja höchste Zeit der Welt zu zeigen, warum es schon immer die Großmutter gibt...

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04 Mai 2010

  
"Die wilde Frau ist ganz anders, als wir uns erhofft haben. Sie ist nicht nett, nicht nachsichtig, man kann sie nicht bezaubern, nicht beschwatzen. Sie bezeichnet unsere Schwächen als schwach und unsere Stärken als selbstverständlich..."

Angelika Aliti, Die Wilde Frau

02 Mai 2010

Wiki am Morgen


Bei dem Begriff Konnotation findet sich im Wikipedia folgendes Beispiel:
...Bei diesem Verfahren werden Versuchspersonen gebeten, zu einem Wort (Stimulus) auf einer Skala von Gegenbegriffen anzukreuzen, wie stark für sie eine vorgegebene Skaleneigenschaft zutrifft. So kann etwa das Wort „Mutter“ auf Skalen wie „groß….klein“, „stark….schwach“ eingestuft werden. ...
Konnotationen sind nicht nur charakteristisch für Personengruppen. Aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrungen können die persönlichen Konnotationen bei bestimmten Ausdrücken sehr verschieden ausfallen. Wer etwa unter der Obhut einer liebevollen Mutter aufgewachsen ist, hat beim Wort „Mutter" wahrscheinlich andere Konnotationen als jemand, dessen Mutter ihr Kind misshandelt hat ...“

Wo stufen wir ein? 
Und wie werden die Mütter unter uns wohl eingestuft?

01 Mai 2010

Walburgisnacht


Walburgisnacht!

Eine meiner Großmütter hieß Walburga!

Morgens lange mit einer Freundin telefoniert, gemeinsam eine bedrückende und unheilige Atmosphäre gespürt...

… am Nachmittag doch noch schnell was eingekauft und im Wäldchen gewesen. Birkenzweige geschnitten, mit trockenen Brombeerranken und unwilligen Waldgeistern gekämpft, sie mit einem Lied besänftigt, Kräuter gesammelt, mich vom Regen waschen lassen...

Leichte Wohnungskosmetik betrieben, festgestellt, dass ich offensichtlich allein im Haus bin...

Die Blätter des Haselzweiges leuchten besonders grün! Gundelrebe rankt sich um mein Herz – durch das geöffnete Fenster weht frisch gewaschene klare Luft und Klänge ferner Musik. Die Birkenreiser winken dem düsteren Sorgentroll ab: heute nicht, heute ist hier kein Platz für dich – ich zünde alle Kerzen an und gieße den Wein in den Kelch. Rauch hebt mich an, dringt reinigend in alle Ecken, findet sie alle, die dunklen Geisterchen, jagt sie hervor!



Und mit den Gästen, die sich dazugesellen, tanze ich übermütig durch die Nacht...

... bis das Telefon klingelt!

30 April 2010


Beltane
 
das Fest der Feste
das Fest der Ekstase
 
mein Zimmer ist geschmückt mit frischem Birkenreis
und den fünf Kräutern, die die Sinne aufspringen lassen!
 
Statt Feuer brennen alle Kerzen...
 
Ich habe geräuchert und gesungen
und sinnlich heiter 
 
in den beginnenden Sommer
getanzt!

 

27 April 2010

Interview mit meiner Meise

… also nicht, dass ihr denkt, ich hätte eine. Vor Wochen war das noch anders. Da tobten den ganzen Tag Heerscharen von gefiederten kleinen Freunden auf meinem Balkon herum. Da zofften sich lautstark die Kohlmeisen mit den Grünlingen, der dicke Kernbeißer wies die Spatzen in die Schranken und der Eichelhäher vertrieb schon mal eine Taube, die sich an dem Streufutter für Singvögel vergreifen wollte. Gurren ist nun mal nicht Singen oder wie auch immer er argumentierte.

Die niedlichen Blaumeisen kamen am Vormittag stets zu dritt, wenn die anderen weg waren. Possierlich zwitschernd hüpften sie herum, um mich zu erfreuen. Ich glaube, sie wurden als Unterhaltungsprogramm und als Besänftigung für mich eingeteilt, wenn die anderen es wieder zu bunt getrieben hatten.

Nun ist die Fütterungszeit leider vorbei. Der Balkon gründlich ausgefegt, Streufutterrestspelzen und der Vogelkot entfernt. Auf dem Blechtischchen, das bisher für die Piepmätze reich gedeckt wurde, stehen jetzt meine Kräutertöpfe. Erfreuen auch mein Auge und sind wesentlich leiser.

Einmal am Tag erscheint jedoch eine Abordnung auf der Balkonbrüstung und schaut nach, ob das Einstellen der Fütterung wirklich mein Ernst ist. Aber selbst wenn ich wollte, es gibt nichts mehr. Die Tüten sind leer und im Supermarkt sind die, mit Körnchen aller Art prall gefüllten Beutel auch nicht mehr zuhaben. In dem Regal am Eingang liegt jetzt buntes Sandspielzeug. Das hilft der Spähmeise auch nicht weiter, wie sie mir versicherte.

Liebe Frau Meise, Sie kommen nun schon seit Tage und hoffen, dass es hier noch ein Mittagessen gibt. Aber Sie sehen doch der Tisch ist leer.

Titisch – titischi - titisch - titisch - titischi - titischi – titisch!
(… selbstverständlich! Außerdem ist das nur ein Nachtisch, aber man kann ja mal nachsehen!)

Ach so! Ich möchte Ihnen auch nicht zu nahe treten, aber haben Sie nicht bemerkt, dass Frühling ist?

Titisch – titischi - titisch - titisch - titischi – titisch!
(… selbstverständlich! Wir Tiere bemerken das schließlich eher als ihr Menschen, aber man kann ja mal nachsehen!)

Aha! So sehr es mich auch freut, dass Sie und ihre Freunde, die von mir bereitgestellte Wintermahlzeit so zahlreich in Anspruch genommen haben, irgendwann ist leider damit Schluss. Verstehen Sie das?

Titisch –- tischi - titisch - titschi - - - titisch - titischi – tischi!
(... selbstverständlich! Ersten sind die meisten meine Familie und zweitens die anderen wohl eher Konkurrenz. Außerdem man kann ja mal nachsehen!)

Entschuldigung, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. Und es tut mir sehr leid, aber das Futter ist wirklich aufgebraucht und ich benötige den Platz jetzt für die Kräutertöpfchen. Ich hoffe Sie haben dafür Verständnis und der nächste Winter kommt auch ganz bestimmt. Dann werde ich mich freuen, wenn Sie mich wieder besuchen.

Titisch – tischi - titisch - titschi - titisch - titisch – tischitischi – tischi!
(… du kannst mich mal! Ich wollte bloß mal nachsehen! In der Zeit, die ich hier auf der Balkonbrüstung verplempert habe, hätte ich im Nachbargarten prima ...)

Damit flog sie weg und ich habe sie leider nicht mehr verstanden.

25 April 2010

Was darf ich und was nicht?



Es ist ein wahrlich schwierig Ding!
Gedicht und Sprüche gibt’s zuhauf
im WildenWundersamenWald,
in welchem tausend Möglichkeiten,
als Bloggers Freud und User Lust
gar fröhlich springen durch den Tann,
verfolgt von grimmer Schergen Frust.

Welch, Wort und ach so kleinen Filme
und Bild um Bild gar tausendfach, 
die sich so auf die Lichtung wagen
und arglos zwischen Zeilen hangen,
 sich in so manchem Netz verfangen,
 verfolgen und geschwind erjagen.

Urheberrecht ist gut und teuer.
Doch all der Anspruch sich erspart,
lass ich sie grasen, meine Verse,
bleibt nur das Copyright gewahrt! ©

24 April 2010

Fremdsprache


… ich weiß jetzt was „Hier gibt es nicht mehr!“ auf kohlmeisisch heißt!

Ein sehr lautes, nachdrückliches und etwas enttäuschtes: titisch, titisch!


Aber irgendwann muss ja auch mal Schluss sein, mit den überall verstreuten

Sonnenblumenkernschalen auf dem Balkon...

23 April 2010

Der Himmel über den Birken


... solange ich für die Schublade schrieb, konnte ich mich der Illusion hingeben großartig zu sein. Mit den anderen Tausenden, die da schreiben, mithalten zu können. Musisches Versinken, gelegentlich das Gefühl von: das ist jetzt aber richtig gut! Unbedarftes Herumtollen in Orthografien und Syntaxregellosigkeiten.
 

Die Wirklichkeit sieht verschämter aus. Strukturiertes Schreiben, der „Ich weiß, was ich tu“ - Effekt ist selten genug. Ich setze mich jedoch immer häufiger in aller Frühe hin, um zu schreiben. Dabei muss ich mich immer seltener zur Konzentration zwingen. Manchmal läuft es einfach an. Einfach so, aus dem Stand.

Ich habe die vorbereitenden Abläufe auf ein Minimum reduziert. Möglichst wenig Ablenkung durch ein eventuelles Anstellen des Fernsehers, morgendliche Gymnastik, dem Aufräumen der Küche oder Telefonaten (ja es gibt Menschen, die um diese Zeit angerufen werden können, ich gehöre nicht dazu).


Die Handgriffe sitzen inzwischen: Aufstehen, Balkontür öffnen, Toilette gehen, Wasserkocher anschalten, Haushose anziehen, dicke Socken, flauschigen, warmen Bademantel überstreifen, Rechner anstellen, Cappuccinopulver aufgießen, in den Spiegel sehen ob ich es bin, Haare zusammenbinden, halbe Tasse Kaffee trinken, ärgern dass ich wieder nicht die Zähne vorher geputzt habe, mich beruhigen, an den Schreibtisch setzen, Weckfunktion auf eine Stunde vierzig einstellen, den Himmel über den Birken betrachten...


Der Spaß dauert ohnehin maximal zwei Stunden und etwa drei Tassen Cappuccino aus der Dose. Dann Waschen, Anziehen, ein Frühstück zwischendurch, Stadtfein machen, schnell noch mal die letzten Zeilen lesen, bei irgendeiner blöden Formulierung hängen bleiben, eben fix im Thesaurus nachschlagen, im letzten Moment aus dem Haus, um die Schwester abzuholen oder zu den Kindern zu fahren.


Ein, zwei Mal in der Woche muss ich die Wohnung nicht verlassen. Dann stelle ich am Nachmittag fest, jetzt könnte ich mich mal anziehen oder mir was kochen. Das sind wunderbare Tage. Ich setze schreibend Gedanken um und um, rolle selig über meine Gefühlswiese und bin bei jeder anrufenden Freundin liebevoll nachsichtig...
 

21 April 2010



Zwillinge - eine besondere Verbindung

19 April 2010

Gedanken denken


Beim Lesen im Internet begegnet mir immer mal der Spruch: Ich schreibe, also bin ich! 


Der Mensch bestätigt sich gern in seinem Selbst. Wahrscheinlich, weil die ihn Umgebenden es so wenig tun! Letztens habe ich mir wieder eine Folge von Lesch's Kosmos angesehen (ich bin bekennende Fan von Harald Lesch) und da fiel wieder der nur zu bekannte Satz: 
Ich denke, also bin ich!

Nun denke ich ja ausgesprochen gern. Als Sternzeichen Jungfrau ist es ein Morgensport für mich, mir zu allem Möglichen Gedanken zu machen. Mal abgesehen davon wurde mir in meiner Kindheit und Schulzeit auch ständig vorgebetet: Erst denken, dann handeln!

Doch wie denken wir, wenn wir noch keinen eigenen Vorstellungsschatz besitzen? Denken und dann tun? Oder erst tun und dann denken? Wir tun, erkennen, erfahren und denken uns etwas dabei –  das war sozusagen eine Grundlage der (denkenden) Gehirnentwicklung, denke ich.

Jede menschliche (weibliche) (Kultur-)Tätigkeit ist normalerweise mit unserem Bewusstsein verwoben. Wir wiederholen eine Handlung (Handhabung), wenn sie sinnvoll und förderlich in unserem Alltag ist oder Spaß macht. Wir merken uns den Ablauf, den Effekt. Und wir sind in der Lage von Anderen Fertigkeiten zu übernehmen (zu lernen) und wiederum den Anderen die eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen anzutragen (zu lehren). Wenn der Mensch in seinem kurzen Leben alle Räder selbst erfinden müsste, wäre wohl nicht viel aus der „Krone der Schöpfung“ geworden. Die in einem Gemeinschaftssinn handelnde Gruppe muss im Sinne eines aufeinander bezogenen Einvernehmens, ein kompliziertes und fein abgestimmtes Sozialsystem etablieren und dieses immer wieder justieren. Die komplexe Gehirntätigkeit des Menschen findet dadurch sozusagen
auch im Gehirn des anderen mit statt. Die menschliche Gehirnentwicklung ist interaktiv. Was wohl heißt, sie potenziert sich in der Sinneswahrnehmung zu der Umgebung und auch in Beziehung zu den mit uns lebenden Angehörigen und ex-potenziert sich in deren Bewusstsein. Das menschliche Denken war schon vor dem WWW vernetzt.

Und um nun auf den weiblichen Aspekt von „cogito ergo sum“ zu kommen - im Arbeitsatelier meiner Tochter hängt an der Wand eine neckische Blechtafel im Jugendstildesign auf welcher die Kreideinschrift prangt:


„Ich bügle, also bin ich!“

Es ist die Erkenntnis, dass Tun sowohl Denken als auch Sein ist. Das Tun ist ein Ausdruck des Seien schlechthin!

18 April 2010

ei dumdidei


Gestern war der traditionelle Staudenmarkt des Schulfördervereins mit lieblicher Chor- und Flötenuntermalung in der Vollen Halbtagsgrundschule.

Caro hat mit ihrem Schulchor schön gesungen, ein Lied das gute Laune machte: Ei, dumdidei, ei dumdidei... ich mag die Blumen, das grüne Gras... -
seitdem bekomme ich die Melodie nicht mehr aus dem Kopf.

Da Mama arbeiten und Papa schlafen musste, haben wir uns einen Ausflug nach Mc D... gegönnt. Das Spielzeug im Happy Meal war doof, die Kinder haben sich ausgetobt und Oma hat einen leichten Sonnenbrand auf der Nase. „März, April und Mai – die bräunen alle drei!“ Sagte meine Mutter immer. Ich hätte daran denken sollen!


Weiß jemand was eine Volle Halbtagsschule ist?

14 April 2010

Elfchen meint

... zur Zeit lese ich mehr über das Schreiben, als ich tatsächlich schreibe.
Was ist das? Kneifen vor der wirklichen Arbeit, die das Schreiben nun auch mal bedeutet? Haben meine Musen gerade einen kleinen Frühjahrsurlaub eingelegt? Oder liegt es an meiner Unentschlossenheit welche Geschichte ich gerade favorisiere?
Vor ein paar Tagen musste ich meinen Monitor auswechseln, denn meinen altgedienten Rechner benutze ich auch noch. Jetzt sitzt Elfchen auf dem neuen (alten) Monitor, baumelt mit den Beinchen und meint: 

Es ist alles eine Frage der Entscheidung...

12 April 2010

Freundschaft ist ein Kontaktsport


Internet bedeutet eine besondere Form des Kontaktes. Wir kommen heute mit Menschen ins Gespräch, denen wir sonst nie begegnet wären, wie eine Blogfreundin meint. Ich stelle immer wieder entzückt fest, dass so viele Frauen die ätherischen Kommunikationsplattformen begeistert nutzen, dass sie
sich in ihrem Alltag die Zeit dafür nehmen. Alle durch Kontakte gebundene Zeit steht mir schließlich anderweitig nicht mehr zur Verfügung. Was in der direkten Begegnung nicht weiter dramatisch ist, fließt doch jede mit Mitmenschen angenehm verbrachte Zeit, direkt in die Energiespeicher. Kontakt ist gut! 

Twitter, Facebook! Plötzlich besteht die ganze Welt aus potentiellen Freunden. Die ursprüngliche Gemeinschaftsform von Gruppen um die zwanzig (Ur)Menschen erweiterte sich auf unüberschaubare Gebilde von riesigen Städten, leicht erreichbaren Kontinenten und nun im Cyberspace, auf Millionen Begegnungen und Kontakte.

Doch Freunde sind nicht gleich Freunde!

Und, Frauen leben Freundschaft anders als Männer. Wir kennen doch das noch aktivierte Klischee: nichts geht über eine wahre Männerfreundschaft! Dahinter tritt die Liebste, die Frau, die Familie zurück! Ob das wirklich so ist, mag ich nicht beurteilen, kann ich wohl auch nicht als Frau.

Aber Frauenfreundschaften kann ich sehr wohl würdigen. Freundschaft ist ein Kontaktsport! ;-)

Freundschaft lebt von Verbundenheit, Vertraulichkeit und einer möglichen Nähe. Was soll diese Einschränkung? Nun manchmal schreiben sich die Freundinnen auch nur. Brieffreundschaften sind schon immer als vollwertige Freundschaft durchgegangen. Heute jedoch sitzt frau höchst selten am zierlichen Rokokotischchen und taucht die Feder ins Tintenfass, um der fernen Freundin auf Bütten das Herz auszuschütten oder den verklärten Alltag zu schildern. Wir hauen heute in die Tasten, mailen uns Fotos oder beschreiben unsere Gemütszustände und einfachen Alltäglichkeiten im Blog.

Ich kann auf meinem Blog laut denken – sagen – schreiben, korrigiert und handverlesen. Ein intellektuelles Vergnügen mit der Illusion von Nähe. Eine neue Kommunikationsform, der ich in meinem Leben gern Raum gebe. Ich sende meinen Text und kann in Ruhe auf eine Reaktion warten.


Nicht wie im direkten Zwiegespräch, im Schlagabtausch, der auch Beziehungsarbeit bedeutet kann. Auch mit Freundinnen flogen schon die Fetzen. Das Gespräch kann stocken, es wirft vielleicht Missverständnisse auf. Aber...

... es ließ mich auch, die Wärme der Anderen spüren. Ihr Lächeln sehen! Das aufmunternde Nicken, wenn ich mich in den eigenen Gedankenfäden verstrickt hatte. Der liebevolle Blick, wenn ich manchmal einfach nicht mehr weiter wusste. Der Mensch lebt von Nähe, dass sollten wir nicht vergessen...

10 April 2010

Frauenalltag


... auf beziehungsweise - weiterdenken habe ich einen lesenswerten Artikel zum Thema Frau gefunden! Dazu noch ein paar Gedanken ...

Die Frau bekämpft die Frau, auch in sich selbst, Mütter wollen nicht Mütter sein, junge Mädchen ihre Entwicklung verhindern. Das Frauenbild ist nach wie vor angekratzt, gebrochen, unattraktiv. Auch wenn Frauen noch so schön sind, als Gesamtheit machen sie immer noch keine gute Figur in den Augen der Gesellschaft. Sie werden für Verhalten getadelt, das bei Männer anstandslos durchgeht. Frauen erleben immer nur dann eine klägliche Anerkennung, wenn sie sich im Androdrom hervortun.


Eine mir gut bekannte tolle Frau sagte mal: der Mann in unser Beziehung bin ich!


Was meinte sie damit?


Sie arbeitet (vom Pensum her) manchmal mehr als der Mann, hat den Durchblick und handelt vorausschauend. Sie händelt umsichtig und liebevoll ihre Familie,
managt den Haushalt und die technischen Fragen des Alltags; sie weiß für alle(s) eine Lösung. Sie ist empathisch, kooperativ und verliert nie den Überblick. Sie ist unglaublich kreativ, handwerklich geschickt sowie praktisch bis pragmatisch eingestellt. Sie sieht dabei auch noch phantastisch aus und ist wie man heutzutage sagt, ein Vollblutweib.

Und doch ordnet sie all diese durch und durch weiblichen Eigenschaften und Fähigkeiten dem Sammelbegriff Mann unter. Mir ist noch kein Mann begegnet, der so einen Anspruch bewältigt ...


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09 April 2010

Filme sehen


Nach meinem Verriss des Fernsehprogramms und unter dem Eindruck der Gewöhnung an unsere standardisierte Unterhaltung, die auch mich immer wieder erwischt, habe ich mir letztens drei relativ aktuelle Filme reingezogen.

2012 - die Welt geht unter! Die Regierungen der Welt bauen schon seit Jahren heimlich an mehren Archen um die Sahneschicht der Menschheit zu retten – offiziell hieß es: die Spezies zu erhalten. Eine Milliarde Euro pro Bordkarte für die Superreichen! Da die Katastrophe früher eintrifft als erwartet, werden nicht alle der Kolosse fertig. Meine Schwester meinte lakonisch: Das waren die Schiffe, auf dem die Arbeiter mitfahren sollten...

Terminator IV – wir erfahren wie John Connor und sein zwanzig Jahre jüngerer Vater überleben – es ist ja bekanntermaßen eine dieser vertrackten Zeitreisegeschichten.
Von Terminator Eins bis Vier frage ich mich allerdings die ganze Zeit, warum die Maschinen sich eigentlich so menschlich-maskulin verhalten...?

Männer, die auf Ziegen starren – schon der Titel ist Programm – hintergründig, fieser Humor, psychologisch fein durchwirkt. Und dann kam der Satz, der das Motto so vieler männlicher Unternehmungen sein könnte:

„... das war genau das was ich wollte. Ich war auf einer Mission, auch wenn ich nicht wusste, worum es dabei ging...“


Zum Ausgleich sehe ich mir am Wochenende nochmal Die Nebel von Avalon an, auch wenn dieser Film ebenfalls aus der patriarchös geprägten Hollywoodschmiede kommt.

07 April 2010

fix und fertig


Gestern Mittag beim Italiener!
Vicky fragt: „Sind jetzt alle fertig mit dem Essen?“
Alle am Tisch antworten einstimmig: „Ja!“ - Vicky: „Und warum sitzen wir dann noch hier?“
Oma flüstert: „Wir müssen noch bezahlen, aber der Ober hat das noch nicht gemerkt!“
Caro ruft laut durch das Lokal (in dem zum Glück kaum Leute waren): „Wir sind fertig...!“

04 April 2010

Osterzeit - Fernsehzeit


Gerade in der Osterzeit ist die Todesenergie, die sich in unserer Kultur durch Gewalt, Brutalität und Grauen zeigt, auf allen offenen Kanälen spürbar und dringt massiv oder subtil in alle Stuben.

Mord, Totschlag, Kreuzigung – ist die Art uns unterhalten zu lassen. Nichts mit Hoffnung und Erwachen der Natur, kein zitierter Osterspaziergang, kaum ein langweilig glücklich schwingender Nachmittag mit bunten Eiern und zartem Grün.

Das Osterprogramm im Fernsehen schlägt einen Bogen von seichten Komödien, über heftige und bluttriefende Actionfilme hin zu pseudoreligiösen Machwerken aus Hollywoood und einigen Historiendokus über die Zeit von vor 2000 Jahren in Spielfilmqualität. Ich frage mich immer, für welches Zielpublikum wird dieses Unterhaltungsprogramm geschaffen. Und sitzen diese Zielpersonen dann auch vor all diesen Sendern?

Keine Karfreitags- und Osterfeiertage ohne Ben Hur und Die Zehn Gebote und ab sofort wird in diesen Standard wohl auch Mel Gibsons Passionsspektakel eingereiht. Die Auferstehung, der angebliche eigentliche Sinn hinter dem Ganzen, kommt gegen den grausam zelebrierten Tod kaum an.

Und selbst diejenigen, die sich dem neuzeitlichen UnKulturprogramm verweigern oder gar keinen Fernseher besitzen, werden durch die Düsternis des überall heraufbeschworenen Leid und Sterbens in der uns jetzt umgebenden Leben versprechenden Frühlingszeit berührt oder gestört.

Die blutige Flut gehört zu der christlichen Tradition und zu einem makaberen männlichen Freizeitbedürfnis. Vielleicht sollten wieder Gladiatorenspiele eingeführt werden und Frauen überlässt mann die Film- und Fernsehgestaltung, wenn die nicht ohnehin Besseres zu tun haben...
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02 April 2010

Sprachzeit 02042010


Bevor der Mensch schreiben konnte und unsere Sprache bis zum heutigen Tage durch unsinnige, äh ich meine unzählige Rechtschreibreformen in ein durch und durch künst-lerisch-liches und intelekt-strukturelles Regelwerk verwandelt wurde, haben wir miteinander einfach geredet. Uns ausgetauscht, den Fluss der lebendigen Verbundenheitsenergie fließen und uns tragen lassen.

Gerade in Büchern wird die Sprache zur höchsten Vollendung geführt, denn wie sollten die kleinen schwarzen Insekten, die über die weißen Buchseiten krabbeln, sonst Gefühle wie Geborgenheit, Wärme, Vertrautheit oder ein „sich-angenommen-wissen“ hervorrufen? Wie, wenn nicht durch kunstvolle und eindringliche Darstellungen, werden die Assoziationen in Gang gesetzt, die Gefühle sprießen lassen, die sonst in unserem verstopften Alltag kaum eine Chance haben. Wir müssen be- und umschreiben, was durch nicht vorhandene Nähe nicht fühlbar, vielleicht nur noch als Sehnsucht vorhanden ist. Nichts desto trotz, für viele glückliche Leser sind Bücher, farbig gestaltet und mit auf- oder erregenden Worten gefüllt, immer wieder ein wahrhaft sinnliches Erlebnis. Da erwandern wir uns zauberhafte Welten voll Liebe und Schönheit oder hetzen durch die Nacht auf der Flucht vor dem Grauen...

Doch nicht nur unsere Schriftsprache ist reglementiert. In der Schule lernen wir uns korrekt und gut verständlich auszudrücken. Verstanden zu werden hat was mit Verstand zu tun. 

Trotzdem bleibt Sprache ein Schöpfen, Aufbruch, immerwährende Veränderung. Sprache ist so lebendig wie das Weib selbst und vielleicht sollten wir sie mehr sprechen als schreiben...

31 März 2010

Das leichte Leben der Großmutter


Mittags anreisen
Kinder sind bereits abgefüttert
sitzen zufrieden mit Häkelnadel und buntem Garn vor einer Kindersendung.
Papa fährt zur Spätschicht
Meerschweinchen bekommen Salat
Kindersocken und Hemdchen auf die Leine hängen
Kater Max sitzt in der Sonne
Die Kinder ziehen dicke Jacken an
Sie bauen unter einem Busch im Garten
dem Stoff - Dackel und dem Hasen eine Hütte
Die Frühlingssonne tut nur so als wäre sie warm
im Haus ist es angenehm ruhig
Oma nimmt sich eine Kaffee und setzt sich an den Computer
die Waschmaschine wäscht
Der Geschirrspüler spült
bei Oma zu Hause wartet das Geschirr im Spülbecken
in der Küche steht noch Kuchen von Papas Geburtstag
Nachmittagsjause mit Ostergeschichte und Lieblingsgedicht

rische, rasche, rusche
der Hase sitzt im Busche
Woll'n wir mal das Leben wagen?
Woll'n wir mal den Hasen jagen?

Kinderzimmer aufräumen oder lieber Hasenbilder malen?
Das ist hier die Frage!
Mit Omas Handy alle Ecken des Hauses fotografieren
Na gut, noch ein Online - Spiel
Mama ist erst nach achtzehn Uhr zu Hause...

30 März 2010

Höfliche Erziehung

Da sagte doch gestern Mama Sabine zu Töchterchen Vicky:

"... darf ich bitte erst mal meinen Satz beenden, bevor du ausflippst?"

29 März 2010

Kommunikation ist weiblich...


Eine Freundin (pensionierte Lehrerin) korrigiert mich gern, wenn wir mit einander telefonieren. Ich rede voll Begeisterung über die letzten einzigartigen Begebenheiten mit den Kindern oder halte eine flammende Rede zum Niedergang des Patriarchats und wusch, wie eine Zugbrücke geht ein Schild mit einer Grammatikregel hoch und ich knalle voll dagegen. Fliege aus meinem sprudelndem Text, verpasse den Anschlusszug, der mich zum nächsten Gedankenstellwerk bringt und verliere mitunter völlig die Übersicht, manchmal auch die Lust an weiterem Austausch. 

Mir fällt dann immer der Unterschied zwischen Schreiben und Reden auf. Beim einfach so darauflos sprechen ist das Ergebnis nicht gerade druckreif (nicht das meine geschrieben Texte das wären) und manches Mal dient das Parlieren auch einfach nur dem Sortieren von unreifen Ideen oder der Wortfindung zu einem Thema, zu dem mir bisher die Worte fehlten. Gerade dafür ist der Gedankenaustausch mit Freundinnen unübertroffen. Lebendig, sich ergänzend und oft erfreulich innovativ! 

Das Sagen und Mit-Teilen* hat einst das hauptsächliche, alltägliche Leben ausgemacht. Frauen reden gern! 

Es wurde und wird immer noch, als Witz gehandelt, dieses dauernde Mitteilungsbedürfnis von Frauen. Wozu auch das sich einfach nur Aussprechen, dass einander Zuwenden im Gespräch, der intensive verbale Austausch der Sorgen und Nöte, der Gedanken und Gefühle gehört. Aber, es ist mehr als nur Geschwätz, mehr als nur Geplapper, Gefasel, Gerede oder gar unnütze Zeit vertun! Halt den Mund und mach endlich, war ein Spruch aus meiner Kindheit! 

Das, was den Frauen so gern als Schwäche nachgesagt wurde (und immer noch wird), war und ist ein sehr wesentlicher Beitrag und Bestandteil beim Entstehen und Erhalt der Menschheit. Denn und vor allem im Alltagsgespräch, im unmittelbaren Miteinander, werden in der kommunikativen Hinwendung nicht nur Worte ausgetauscht, es fließen essentielle Energien von der Mutter zum Kind, von Frau zu Frau, von Mensch zu Mensch. 

*Bevor wir lesen und schreiben konnten und es das WWW gab.

28 März 2010

Gute Fahrt und toitoitoi

... elf Stunden Busfahren bis Norfolk, das wäre das Letzte für mich! Und deshalb weiß ich nicht, ob ich sie bedauern oder beneiden soll, die Tochter, die mit einer (wirklich guten) Queen-Cover-Band auf dem Weg nach England ist. Tochter Christine singt  in der Band ab und an den klassischen Part.

The Queen Kings haben am 28.03.2010 die Ehre, auf der Convention des offiziellen internationalen Queen Fan Club in England zu spielen.

Na dann toitoitoi ...

27 März 2010

Schreiben oder nicht schreiben


Wie weit ist der Weg von der Schreibeline, als die ich mich empfinde bis zu der Bezeichnung Autorin? Und möchte ich das sein? Eine Autorin?


Also ich meine, ein Autor ist Verfasser, Urheber einer Geschichte oder eines Kunstwerkes (laut Wörterbuch) und nach der Definition ist eigentlich jedeR einE AutorIn. Irgendwas verfasst, ersinnt oder künstlert doch jedeR.

Eine richtige Autorin (so berufsmäßig) übernimmt aber auch Verantwortung für ihr Kind, äh, für ihr Werk und sorgt über die Sätze auf dem weißen Papier* hinaus dafür, dass es in die Welt entlassen wird und sich viele daran erfreuen können. Das, finde ich, ist der schwierige Teil.

Ich verfasse still vergnügt kleine Geschichten oder Gedichte für die Schublade und bastel an einem Kinderbuch, von dem ich gerade wieder glaube, dass es nie fertig wird. Es gibt aber auch Tage, da sehe ich optimistisch in die Zukunft und habe sogar schon einen bunten Einband vor Augen.


Jetzt werde ich erst einmal Zwiesprache mit meiner kleinen Elfe halten, die auf meinem Monitor sitzt und mir gelegentlich wichtige Hinweise aus ihrer Welt zukommen lässt. Seit ich jedoch ein Laptop habe, ist sie ein bisschen aus meinem Blickwinkel geraten. Erklärt das vielleicht die gerade dramatische Blockade von Stephanie Schreibeline?

(*oder neuerdings auch Bildschirm 

 

19 März 2010

Erinnerungspinnen


Meine Tochter wünscht sich ein Spinnrad!

Dieses Ansinnen neulich hat mich zurück in meine Kindheit getragen, zu einer Zeit, da ich mit der Kunst des Spinnens schon mal in Berührung gekommen bin. Oma Gertrud, die Großmutter meiner Freundin, bei der sie lebte, hatte ein Spinnrad und verspann Schafwolle. Und wir Kinder hockten gern dabei. Damals spannen ;-) noch etliche Frauen auf unserem Dorf, bevor dieses als häusliche Tätigkeit gänzlich verschwand.

Jedenfalls in den Fünfzigern wurden, vielleicht einmal im Jahr, im großen Hinterzimmer des Dorfgasthauses ein Treffen veranstaltet: eine Spinnstube!

Mit Musik und Kaffee und Kuchen, ein bisschen Tanz unter Frauen. In einer Ecke saßen die, die ihr Spinnrad dabei hatten, so eher die Alten und schnurr, schnurr, wurde geredet und gelacht und gesungen.

Ich kann mich noch an ein grünes Röckchen mit rotem Rand und ein gestricktes Trachtenjäckchen erinnern, in dem ich mir etwas verkleidet vorkam. Meine Mutter hat nicht mitgesponnen, konnte sie wegen der Gichtfinger nicht. Sie gehörte zu den Frauen die Kaffee auschenkten und Kuchen auf die Teller legten. Ich hockte mit anderen Kindern auf der Bank und staunte über den Trachtenlook in dem manche der Frauen gekommen waren. Anwesende Männer befanden sich ungefähr im umgänglichen Alter von unter sechs Jahren. Später wäre auch bestimmt kein Junge freiwillig zu so einem Weibertreffen gegangen. Lange gab es diese Spinnstube einmal im Jahr dann nicht mehr. Wann sie statt fanden, weiß ich auch nicht. Vielleicht im November oder im Advent? Jedenfalls war es draußen am Nachmittag bereit dunkel.

Die modernen Zeiten haben diesen „alten Zopf“ dann bald abgeschnitten.

14 März 2010

Kinder hüten


Ich habe mal wieder in dem Buch von A. Aliti: Mama ante portas!, geblättert und folgenden interessanten Satz auf Seiten 123/124 gefunden: 

Allerdings war die alte Frau im Matriarchat keine liebe Omi, sondern eine Große Mutter, also eine, die im Alter zu sich selbst findet, anstatt als müder Rest ehemaliger Selbstlosigkeit zur Verfügung zu stehen.

Nun habe ich vorletzten Samstag morgens die beiden Enkeltöchter übernommen (Mama musste bis 18.00 Uhr arbeiten, Papa nach der Nachtschicht schlafen) und wir haben uns einen bunten Tag gemacht. 
Auf dem nahen Spielplatz durch den frischgefallenen Schnee toben, meiner Schwester beim Schnee schippen helfen, zusammen Nudelsuppe kochen und essen, auf der Playmo – Seite Spiele spielen, lustige Gespräche führen (fallen unter die familiäre Schweigepflicht).
Dann brachte ich die beiden wieder nach Hause und mein lieber Schwiegersohn bedankte sich artig fürs Kinderhüten! 
Mein überzeugtes „Das habe ich doch gern gemacht!“ blieb diesmal aus, denn mein (durchaus legitimes) Gefühl war in diesem Moment deutlich ein anderes.

Ich habe meine Kindeskinder aus meiner Obhut entlassen und gebe sie in den Lebensraum zurück, der nicht nur ihrer Mutter, sondern auch dem Mann gehört. 

Für mich eine, stets wieder kehrende ambivalente und schmerzliche Erfahrung. Und ich hatte wie immer, den hoffentlich für alle, verständlichen Drang, sie nicht verlassen zu müssen! Natürlich bin ich diesen drei Männern, den Schwiegersöhnen, dankbar, für ihre Arbeit und Fürsorge, die sie meinen Enkelkindern angedeihen lassen, obwohl sie teilweise nicht die Väter sind. Die „Blutsverwandtschaft“ ist nicht immer relevant, sondern vor allem das ethisch - menschliche Bewusstsein der Väter und ihre Liebe zu der Mutter der Kinder.