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22 Juli 2023

Die Frau als Genderidee

Aus der Reihe vom Kommentar zum Post...

Der Feminismus fing an als Suche nach Gerechtigkeit und dem Wunsch als weibliches Individuum nicht mehr dem grausamen patriarchösen Diktat unterworfen zu sein. In dem Zusammenhang wurden außerhalb bisheriger patriarchatsgesellschaftlicher Normen „die Frau“ neu definiert und dabei ging es sogar soweit, dass ihr Status als Naturwesen, als biologisches Individuum, beinahe ignoriert und in Frage gestellt wurde. Die Frau wurde zur Genderidee.

Mit dem Slogan „Das Private ist politisch“ eröffnete sich noch mal eine neue Dimension: die Frau als Teilhabende am (patriarchalen) Gesellschaftsgeschehen, am wirtschaftlichen Standard durch anerkannte Erwerbstätigkeit und parallel dazu konnte sie (nicht zuletzt durch die Pille) dem bisher unausweichlich erscheinenden Zwang zur Mutterschaft entgehen. Begriffe wie Zwangerschaft und Gebärstreik kamen in Umlauf und die EMMA titelte: Wir haben abgetrieben! In den NeunzehnhundertSiebzigern wurden Gesetze geändert, die bisher die Frau und Mutter zum Mündel ihres Ehemannes machten und allgemein wurde am bisher makellosen Image des Vaters gekratzt. Ab da begann die wundersame Umwandlung des schier omnipotenen Vaters als Besitzer des Kindes zum bloßen Ernährer der sozialen Kleinfamilie. Darin schloss sich die heute freundlich etablierte Variante des Fürsorger an. Gleichzeitig leitete der so gekränkte Mann den nächsten Backslash ein, um seinen Macho-Vater-Status nicht ganz zu verlieren.

Aber die Vater-Renaissance, denn 'der Vater' selbst durfte ja nicht angetastet werden, war eigentlich nur ein Nebeneffekt des Freiheitskampf der Frau, der gestartet war, um den Status einzunehmen zu können, den bisher nur Männer inne hatten. Wir könnten sagen, die bislang unterdrückte Tochter hatte es auf einen gleichberechtigten Platz neben dem per se privilegierten Sohn abgesehen.

Die Feministin war ja von Anfang an, selbst oder besonders als sogenannte Vatertochter, nie so vermessen den Platz des „Sohnes“ für sich selbst zu beanspruchen - aber trotzdem wird sie bis heute von den „Brüdern“ latent oder brutal offen bekämpft.

Der Feminismus ist ein Sammelbegriff unter dem sich eigentlich jede Frau wiederfinden kann, ohne sich bewusstseinsmäßig groß umstellen zu müssen. Besonders wenn sie zu den Frauen gehört, die endlich das enge patriarchale Rollenklischee hinter sich lassen möchten, dass jedem neugeborenen Mädchen als Label schon bei der Geburt aufgeklebt, später einmal ohnehin Mutter zu werden. 
Jedoch ist
bis heute „der Feminismus“ keine einheitliche Denkschule und weder ein offener noch ein geschlossener Verein. Statt zu sagen ich bin eine Frau, hört man eher die Aussage: ich bin eine Feministin und auch Männer können sich als Feminist bezeichnen (was eigentlich paradox ist).

Der Feminismus teilt sich inzwischen  in verschiedene gesellschaftspolitische Strömungen auf - von liberal bis radikal - und wie das das so ist, es entsteht sogar ein Gesellschafts- bzw. eine Art Klassenkampf – was Männer dürfen, können Frauen schon lange. Die Entstehung des Feminismus hatte viele Mütter und sogar Väter und brachte die politische Landschaft voran. 

Leider lag mMn im feministischen Kampf nicht genug Augenmerk auf den Kindern, auch nicht oder im besonderen, auf den weiblichen. Denn zum Beispiel im Emma-Feminismus war anfangs die „Mutter mit Kind“ fast eine Art Feindbild, da das Muttersein nicht als die biologische und damit humane Basis des Menschseins eingeordnet wurde, sondern (was ich als besonders absurd ansehe) als Kampfmittel des Patriarchats zur Frauenunterdrückung. 

Erst die Radikalfeministinnen, diejenigen, die von den Wurzeln her dachten, ließen die Mutter wieder zu, aber immer noch nicht als Ausgangspunkt allen Geschehens, sondern höchstens als temporäre Reproduktionerin. Oder als Mitkämpferin der feministischen Front gegen die Patriarchose. Inzwischen ist auch das besser geworden. Den meisten Radikalfeministinnen ist die Bedeutung der Mutter präsent.

Ich denke, der heutige politische Feminismus in seiner Gänze hat noch nicht gemerkt, dass mit der Genderidee nur eine weitere Ehrenrunde in der Patriarchose gedreht wird. Dagegen wäre das Leben in der menscheneigenen Matrifokalität sozusagen Feminismus pur.

Stephanie Ursula Gogolin

05 Juli 2019

Das Menschenkind


Einleitung und Kapitel I

Wie war das doch gleich, als ich noch ein Kind war? So vor rund siebzig Jahren? Zwar bin ich ein Geschwisterkind, war aber ein Hinterdreinchen. Meine zahlreichen Brüder und meine eine Schwester sind erheblich älter als ich. Und so wuchs ich fast wie ein Einzelkind auf. Aber es gab in unserem dörflichen Umfeld reichlich andere Kinder. Sie begegneten mir auf Schritt und Tritt. Wir spielten auf der Straße, ich traf sie in der Schule und beim Stromern. Trotz der im Alltag nicht mehr anwesenden Geschwistern, war ich nie allein.

Spätestens ab drei Jahre gab es täglich mindestens eine alterspassende Freundin. Wir besuchten uns gegenseitig, spielten mal bei ihr und mal bei mir. Später wurden es mehr und die Auswahl größer. Meine Tag war bei weitem nicht so reglementiert, wie ich es später bei meinen eigenen Kindern erlebte oder wie es heute bei meinen Enkeln stattfindet. Auch als ich noch richtig klein war, nahm mich meine Mutter überall hin mit und ich nahm auf ihrem Arm oder in meinem rumpligen Kinderwagen am Dorfalltag teil. Und wohin wir auch gingen, überall gab es ein Kind mit dem ich spielen konnte.

Meist waren wir ein Tross von fünf, sechs Kindern, überwiegend Mädchen und nicht immer gleichaltrig. Die Jungs waren uns zu anstrengend, zu ruppig oder einfach zu doof. Die große (geförderte) Vereinzelung begann erst als Jugendliche. Es mir damals nicht explizit aufgefallen, aber tagsüber traf unsereine nur wenige Erwachsene. Da die nämlich arbeiteten und damit für uns Kinder relativ unsichtbar waren, wir hatte das Dorf scheinbar nur für uns. Schulvormittage und keine (geregelte) Fremdbetreuung. Sommerferien waren endlose Freiheit.

Heute ist das anders bzw. umgekehrt. Wenn ich mal Tagsüber ins Städtchen gehe, sind nur Erwachsene unterwegs. Bis auf ein paar Mütter mit Kleinkindern, ist unser öffentlicher Alltag eine Erwachsenenwelt. Auch am Nachmittag. Einem Kind außerhalb der Ferienzeit zu begegnen wirft automatisch die Frage auf: was macht es hier? Hat es keine Schule? Und selbst in der Ferienzeit werden unsere Straßen nicht gerade mit Kindern geflutet. Kinder sind in der Regel gut verräumt und im Gegensatz zu damals, kaum mehr allein unterwegs. Auch nicht in Grüppchen.

Meine Enkeltochter Helene arbeitete als Au-pair ein Jahr in Pittsburgh und ihre eigentliche Aufgabe bestand darin als Leibwache für das Kind der Familie zur Verfügung zu stehen. Es ist besonders in Amerika ein Standard Kinder nicht allein zu lassen. Zumindest da wo sich die (arbeitenden) Eltern es leisten können.

Die Welt ist voller Kinder ... diese meine subjektive Wahrnehmung von einst stimmt wohl nicht mehr! Von den rund 7,4 Milliarden Menschen sind ein Fünftel Kinder (jünger als 15 Jahre)* und das ist ehrlich gesagt weniger, als ich erwartet habe. Kinder und Erwachsene (einschließlich Jugendliche) eins zu vier! Und dazu kommt noch die patri-kulturell bedingte Schieflage - der männliche Anteil der Weltbevölkerung wächst in nahezu bedrohlichem Maße unnatürlich über den weiblichen Anteil hinaus. Die sinnlose, Ideologie bedingte, Aufzucht von Söhnen ist ein Desaster, dass sich politisch und ‚menschenenergetisch‘ fatal aus wirkt.

Kinder sind eine Kostbarkeit und werden doch manchmal wie Wegwerfartikel behandelt. Das patriarchöse System sieht im Kind nicht das einzigartige Individuum, dass als Naturereignis den aktuellen Stand der Evolution dastellt und jeweils den Schritt aus der Gegenwart in die beginnende Zukunft macht.


Das Menschenkind ist, wie andere Lebewesen auch, ein Geschöpf der Natur, ein Ergebnis und ein Effekt der organischen (lebendigen) Evolution. Und hier gebrauche ich das Wort „Geschöpf“ zum letzten Mal in diesem Zusammenhang, da ein Geschöpf eigentlich einen Schöpfer voraussetzt und Natur schöpft nicht, sondern ist einfach vorhanden.

Die Natur ist ein Geschehen und
die kontinuierliche Entwicklung der Ereignisse innerhalb dieses Geschehens, nennen wir Evolution.

Das Menschenkind auf das es stets ankam, war weiblich. Also eine Tochter, welche bis zur körperlichen Reife überlebte und eines Tages die Mutter einer Tochter wurde. Ein solches weibliches Kind wurde unsere Urahnin und der jetzige Stand der Erkenntnis spricht von der mitochondrialen Eva, der ersten Menschenfrau. Sie lebte in Afrika, da wo die Spezies Mensch ihren Anfang nahm. Die weibliche Ureinheit, eine Mutter und ihre Tochter, sind der (evo-biologische) Beginn unserer (Menschen)Spezies.

Nur durch das weibliche Individuum entsteht jeweils die Nachkommenschaft. Die weibliche Eizelle sichert den Fortbestand der Spezies indem sie sich in ein genuines, der Mutter sehr ähnliches, Unikat entwickelt, unter der Beteiligung eines männlichen Genzusatzes.

Bereits in grauer Vorzeit selektierte sich ein zusätzlicher Effekt des Lebenserhaltes - es entstand das männliche Geschlecht. Dieser Effekt sorgte für eine größere Diversität in der Nachkommenschaft. Ab da gab es (bei Flora und Fauna) Exemplare weiblichen wie auch männlichen Geschlechts, beide werden von einem weiblichen Individuum hervorgebracht. Menschen nannten eines Tages die Leben hervorbringende Person Mutter.

Alle Säugetiere haben das Muttertier, dass weit mehr ist, als bloß
die Trägerin der Eizelle. Sie steht auch prinzipiell für das sichere Aufwachsen ihres Nachwuchses. Sie bringt in der Regel Nachwuchs beiderlei Geschlechts hervor und die unterschiedlichen Sozialordnungen, mit der die verschiedenen Spezies ihr Überleben sichern, binden auf unterschiedliche Weise beiden Geschlechter mit ein. Der parallele Bestand männlicher Individuen, welche als Variation des weiblichen Grundgeschlechts begann, ist nicht immer ein beständiger Teil der unmittelbaren, überlebenswichtigen Sozialordnung, die sich um das weibliche Individuum (durch die vielschichtige evolutionäre Selektion) gebildet hat. 

Der Kreis des Lebens begann mit einer Zelle und diese entwickelte sich über einen unglaublich langen Zeitraum zu dem erfolgreichen, das Leben erhaltendem Starterset: die Ei-Zelle. Diese Ei-Zelle steht in Organismen bereit, die wir Menschen als weiblich benennen. Menschen sind (sogenannte höhere) biologische Organismen. Sie sind Säugetiere und damit ein Klasse der Wirbeltiere. Sie gehören zu den Tieren, die lebende Junge zur Welt bringen und säugen, also die Weibchen dieser Tierarten natürlich.

Menschen haben eine Kulturgeschichte. Und die begann in ihren Matrifokalen. Als Matrifokale bezeichne ich die überschaubaren Fürsorgegruppen, die als mobile Schutzsphäre für die Mutter-Kind-Einheiten fungierten. Die generationsübergreifenden, geschwisterlichen Fürsorgegemeinschaften bestanden aus matrilinearen Zu- bzw. Angehörigen beiderlei Geschlechts.

Der Lebenserhalt ist ein Prozess, der im weiblichen Kontext stattfindet. Es ist eine Tatsache, dass die Reprise, das Wiederholungsmuster der Lebensneuauflage in Form eines neuen Individuums in einem weiblichen Körper geschieht. Der männliche Anteil einer Spezies ist nur bedingt von Interesse, wenn es um die Nachkommenschaft geht. Diese Feststellung ist keine Wertung, kein feministischer Euphemismus, keine Ideologie oder gar Religion, sondern bloß eine biologische Tatsache. Unser Menschengeschlecht lässt sich wie gesagt inzwischen bis zu einer (mitochondrialen) Eva zurückverfolgen. Wobei es nicht um diese frühe Mutterperson geht, sondern um die Bewusstmachung, dass das prosperierende Leben weiblich ist. Und das dürfte grundsätzlich die Ausgangsbasis sein, von der aus ab sofort die Definitionen und Bewertungen erfolgen. Es ist stets das weibliche Exemplar auf das es ankommt, da es a) die Eizelle trägt, b) die körperlichen Voraussetzungen stellt um das neue Individuum heranwachsen zu lassen und c) in Folge (nach der Geburt oder dem Schlüpfen) sicherstellt, dass das neue Exemplar dieser Spezies Überlebenschancen bekommt und heranreifen kann.


Fortsetzung folgt...


(* „Weltweit leben rund 7,4 Milliarden Menschen. 1,9 Milliarden Menschen, also ein Fünftel davon, sind jünger als 15 Jahre.“ (https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-wir-kinder-dieser-welt/zahlen-und-fakten-zu-kindern-weltweit/)

zur Info: … hier geht es nicht um biologisches oder akademisches Fachwissen und auch nicht um gesellschaftstheoretische Auslegungen desselben, sondern um eine philosophische Betrachtung, in der ich immer wieder das Natur-Geschehen und die dazugehörige menschliche Kulturentwicklung von den ideologischen, besonders von den patri-schematischen Deutungen und Wertungen trenne. 


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17 Januar 2016

was haben sie zu verlieren?


...es kommt wirklich nicht oft vor, dass ich Alice Schwarzer zitiere, aber hier ist es mal angesagt:  

"Aber was wir am Fall Köln nicht vergessen dürfen: Zum allerersten Mal in meinem Leben erlebe ich, dass wir in Deutschland in aller Öffentlichkeit vor den Augen der Polizei einen rechtsfreien Raum haben. Das hat es noch nie gegeben. Und es hat es auch noch nie gegeben, dass eine Männergruppe von 1000 Männern oder mehr sich auf Frauen stürzt. Das ist eine Eskalation, die ein Politikum ist. Über das allgemeine Problem der sexuellen Gewalt hinaus … Ich halte Political Correctness für tief reaktionär. Weil sie die Ideologie über die Realität stellt. Das geht nicht."

Ich komme nicht umhin ihr zuzustimmen. Dieses Politikum wird im Moment noch nicht wirklich als solches im Mainstream wahrgenommen. Noch wird gern eher angemahnt, dass es auch hier, in unserer westlichen Gesellschaft, schon immer sexualisierte Gewalt gab. Natürlich ist das so! Auch hier und sogar in besonderer Weise leben wir im Patriarchat und da sind (sexuell motivierte) Belästigungen und (gewaltinduzierte) Übergriffe sowie Frauenverachtung jedweder Couleur an der Tagesordnung. Aber eben eher weitgehend als Einzelerscheinung, wenn auch durchgängig. Der gewaltbereite Mann ist nun mal ein akzeptierter Aspekt der patriarchösen Gesellschaft. Allerdings ein vielfacher gezielter Angriff auf Frauen, wie bei den Ereignissen der letzten Silvesternacht durch eine im Pulk auftretende bestimmte Gruppe Männer, ist neu in unserer liberalen Gesellschaft. Zwar gibt es das im sogenannten arabischen Raum inzwischen häufiger - es ist dort sozusagen an der Tagesordnung - aber in Deutschland, in Europa, kannten wir das so eben noch nicht. Heißt das jetzt, dass wir uns daran werden gewöhnen müssen?

Dieses Phänomen sorgt nicht nur für den unterschiedlichsten Aufruhr, es deckt auch gleich noch einige bisher verdrängte „Schwachstellen“ im System auf. So wird beispielsweise ein handfester gewaltsamer, als sexuell motiviert verkappter Angriff auf die Frau von unseren Gesetzen nicht wirklich geahndet. Diese Männer, die aus welchen Motiven auch immer heraus sich dieser Vergehen schuldig machten, haben also erst einmal nicht wirklich etwas zu befürchten. Nicht einmal, dass sie eventuell Knall und Fall abgeschoben werden, wenn es sich um Migranten handelt - da sei unser Rechtsstaat vor. Es werden viele Motive und Gründe vermutet und einer dieser Hintergründe ist auch, dass sie aus ihrem Kulturverständnis heraus kaum Unrechtsbewusstsein an den Tag zu legen brauchen, denn sie können sicher sein, dass sie bei solch einem Verhalten nichts zu verlieren haben. Im Gegenteil, sie können auf Anerkennung und Beifalls in ihren Peergroups hoffen.

Männer, die Frauen belästigen, sie mit eindeutiger sexuellen Motivation attackieren, dabei noch ihre Gewaltfantasien ausleben oder sie gleich vergewaltigen, tun das, wenn sie unserem Kulturkreis angehören, eher heimlich, möglichst versteckt, zumindest unter Ausschluss irgendeiner Öffentlichkeit. Denn diese Männer haben in ihrem Alltagsleben meist etwas zu verlieren. Ich lehn mich mal aus dem virtuellen Fenster und behaupte: Heute ist ein Vergewaltiger kein toller Hecht mehr sondern nur noch ein Verbrecher. Wenn auch unsere Gesetzeslage auf beschämende Art und Weise hinterherhinkt und der Schwere all dieser Vergehen und Untaten immer noch nicht gerecht wird. Daher ist es, ich kann es kaum glauben, möglich Frauen körperlich anzugreifen (im doppelten Sinne sowie gegen ihren erklärten Willen) und es findet sich kein Paragraph, der den oder die Täter hier eines Verbrechens bezichtigt und eine Bestrafung in Aussicht stellt. Beleidigung ist das einzige, was dabei rumkommt. Immerhin schon mal Beleidigung - aber es ist doch letztendlich viel mehr als nur ein beleidigender Akt. Das Betatschen, Festhalten, Angrapschen, das Zerreißen von Kleidungsstücken oder gar das Einkesseln von einzelnen Frauen durch mehrere Männer ist und bleibt ein böswilliger Angriff, auch wenn er den Täter Spaß bereitet. Es ist ein Angriff, bei dem auch eine Verletzung (oder gar schlimmeres) billigend in Kauf genommen wird, der das (arglose) Opfer in Angst und Schrecken versetzt und immer ein Trauma zur Folge haben wird. Gewiss lassen sich einige traumatischen Erfahrungen, die wir alle im Leben einmal haben, überwinden. Ein Unfall, ein Sturz, ein Situation wie beinahe Ertrinken kann dazu führen, dass wir ernsthaft in Gefahr geraten und der dabei durchlebte Schrecken und Schock ein Trauma auslöst. Doch ein willentlicher Angriff durch einen oder mehrere anderen Menschen ist in unserer wohl geordneten Gesellschaft eine Erfahrung, die niemand machen möchte und die in den letzten Jahrzehnten zwar vorkam, aber, na sagen wir, relativ selten. Und nun müssen wir immer und überall damit rechnen?

Die Akzeptanz meiner Person, die Unversehrtheit meines Körpers und meines Geistes bewahren zu können, das Recht auf meinen persönlichen Ausdruck - mit einem Wort - meine Integrität zu achten - all das erwarte ich von meinen Mitmenschen und ich bin evident bereit einer jeden anderen Person diesen Respekt entgegenzubringen – das ist ein natürlicher sozialer Akt. Auf dieser Basis existiert auch der artgerechte matrifokale Zusammenhalt. Aber die patriarchale Gesellschaft tickt nicht so.

Die androzentrierten und hier im Besonderen die monotheistischen Religionen, wie der Islam aber auch das Christentum, sind lediglich rigide Interpretationen des Grundgedankens des Patriarchats – der Vater-Herrschaft - und sie haben allesamt in der sozialen Balance eines artgerechten Menschenlebens ungeheuren Schaden angerichtet. Dieser gut installierte Ungeist setzt sich immer noch weiter fort. Und auch gefühlt gemäßigte Ideologien oder aufklärerische Philosophien, die auf der scheinbar fortschrittlichen Idee von Freiheit, Gleichheit und vor allem Brüderlichkeit aufbauen, streben lediglich eine Verschiebung der Machtverhältnisse auf dem bestehenden Herrschaftsfundament an. Denn das patriarchale System ist die gewaltsame Durchsetzung des Gedankens, dass dem Mann – Vater – Herrscher die Kontrolle über jedwede Form des soziokulturellen Zusammenlebens aller Menschengemeinschaften zusteht und der privilegierte Mann sie exklusiv nach seinem Gutdünken ausüben darf. Das drängt automatisch die Frau nicht nur in die Passivität, sondern macht sie auch zur komplett Unterworfenen. Sie ist seitdem das gottgewollte Opfer dieser gesellschaftlichen Geiselnahme, das sich nur noch ins Stockholmsyndrom rettet kann um zu überleben. Die patriarchöse, durch den privilegierten Mann ausgeübte Macht (von latent und unterschwellig bis zu offen brutal) umgibt grundsätzlich jede Frau, selbst jene die glauben an den Privilegien des Mannes beteiligt zu sein. Sie alle, uns alle, umgibt die Aura des patriarchal instrumentierten Sklaventums.

Die paar Jahrzehnte des Besinnens auf humane Werte und der Beginn der Selbstbestimmung der Frau in einer modernen Gesellschaft, die wir nach dem letzten großen patriarchösen Crash in Europa, dem I und II Weltkrieg, zu leben begannen, scheinen nun vorbei zu sein. Ein erneuter, erschreckender Backlash holt uns gerade ein. Denn unter der Camouflage der Friedfertigkeit gärten sie weiter, die seit Jahrtausenden gehärteten Gewaltrituale der patrizentrierten Bruderschaften.

Wir Schwestern und Mütter sind noch lange nicht gemeinsam mit unseren Töchtern, Söhnen und Brüdern im Mutterland angekommen.


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25 Mai 2013

...Vater sein dagegen sehr?


... ich habe einen Sohn, der vor ein paar Tagen zum zweiten Mal Vater einer Tochter wurde. Er ist ein hingebungsvoller Vater und Partner für seine Frau und füllt nach modernen Maßstäben ganz wunderbar seine Rolle aus... 


...aber überzeugt mich das, dass wir hier so was wie einen neuzeitlichen, kulturell auf den Weg gebrachten, evolutionären (Fort)Schritt haben? Nein, eigentlich nicht!

Der, oft verdeckt laufende, Kulturkampf der Geschlechter, in dem sich heutzutage etliche Frauen aufreiben, will mit Macht den (Durchschnitts)Mann zu einem per se fürsorgenden Vater programmieren und zu einem verantwortungsbewussten Alltagspartner für die (Haus)Frau (und Mutter der Kinder). Was auf der Grundlage des klassischen (Klein)Familienkonzeptes wahrscheinlich nur temporär gelingen wird.

Es ist einfach nicht artgerecht, dass zwei, oder gar nur ein, erwachsener Mensch ohne weitere dauerhafte Unterstützung mit einem oder mehren Kindern vor sich hin wurschtelt und für die Zeit der (Erwerbs)Arbeit und der Herzens- und Wissensbildung ihrer Kinder sowie zur Gestaltung von sozialen Beziehungen (Erlernen der sozialen Kompetenzen), die Hilfe von absolut „Fremden“ annehmen (muss).

Die Väter, die gern und willig für ihren Nachwuchs und die junge Mutter sorgen, erfüllen eigentlich keinen Vaterauftrag der Natur, sondern sie haben den Part der Mutterbrüder übernommen, den diese urtümlich in den Sippen innehatten. Die patriarchösen Regeln unserer Gesellschaft zwingen die heutigen Väter darüber hinaus den umfangreichen, jedoch nicht mehr vorhandenen, aber nach wie vor benötigten Komplex der Fürsorgetätigkeit durch weibliche, angehörende Sippenmitglieder, allein zu ersetzen.

Die jungen Väter der Moderne agieren sozusagen unter erschwerten Bedingungen, denn sie sind weder wirklich darauf vorbereitet, noch verfügen sie naturgemäß über das Körpergefühl und das Vorstellungsvermögen sich in eine Frau, die schwanger war, gerade geboren hat und nun ihr Kind nähren muss, hineinzuversetzen. Da die Eltern eines Kindes natürlicherweise nicht miteinander verwandt sind und heutzutage auch sonst eher selten miteinander aufwuchsen, besteht in der Regel zwischen Mutter und Vater des Kindes höchst selten das vertraute Band der Kindheit und Jugend (wodurch man sich schon gut kennt) und die meisten Beziehungen sind daher geprägt von der harten Arbeit des Kennenlernens und des sich vertraut machen, um über die erotische Anziehung hinaus auch den wirtschaftlichen Minibetrieb, die Kleinfamilie, verlässlich am Laufen zu halten. Eine noch so gut gepflegte Beziehung zwischen den Lebenspartnern wirft doch immer wieder Fragen oder Probleme auf und erfordert so, nach Art von Fuzzylogic, eben die berühmte Beziehungsarbeit, die in der Regel nie abreißt, da beispielsweise mit dem Alter die erotische Attraktivität nachlässt oder andere Unwägbarkeiten die Paarbalance gefährden.

Unsere kulturell geschaffene (unnatürliche) Art der fixen Paarbeziehung, als derzeit einzige akzeptierte Lebensgemeinschaft, ist genau so anormal und ungeeignet Kinder artgerecht aufwachsen zu lassen, wie das inzwischen gesellschaftsfähige Leben als „alleinerziehende“ Mutter (oder Vater).  


Einer der häufigen Denkfehler unserer Zeit ist immer noch die (Bibel)Vorstellung, dass schon immer lediglich das autark agierendes Elternpaar der natürliche Ausgangspunkt der Menschwerdung gewesen ist. 
Jedoch „die Eltern“ waren einst die 'Älteren'. Nicht aber, wie heute immer vorausgesetzt wird, die spezielle, nur auf ein bestimmtes Kind bezogene Kombination eines Vaters und einer Mutter. Die natürlichen matrifokalen Fürsorgegemeinschaften boten Identität, Schutz und die essentielle Herkunftsbindung für jedes konsanguine* Mitglied der Sippe auch über das Kindesalter hinaus.


(* konsanguin - verwandt durch Geburt in mütterlicher Linie...
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16 März 2012

ausgeborgt...

Heute mal im Buchenhain die Befindlichkeitsliste ausgeliehen (auf Grund mangelder eigener Einfälle) und den gestrigen Tag bearbeitet:15. März 2012 - interessante Einsichten gewonnen:

Gegessen: 1 Scheibe Sonnenbrot mit Butter, Käsewürfel und Oliven, Nudelsuppe mit viel Gemüse, ein einsames Würstchen, das im Kühlschrank vor sich hin wartete, Cornflakes mit Milch, ein Flammküchle,

Getrunken: 5 Kaffee, jede Menge Leitungswasser, 1Glas Traubensaft

Gemacht: geschrieben, meine Schwester zu einem Termin gefahren, einen Behördengang erledigt, meine Küche geputzt, meinem Bruder (75) was im Internet herausgesucht, dazwischen telefoniert, Bett bezogen, Wäsche zum Waschen sortiert und... Vampierserie angesehen,

Gedacht: Alltagskram und an das tolle Chorkonzert vom Vorabend, bei dem Helene mitgesungen hat, nachgedacht über Hoffnung und Trennung und über Leben und Tod (eine Bekannte ist gestorben)

Geträumt: …von einem kleinen Klammertierspielzeug (es sah sehr niedlich aus), dass lebendig wurde und meinen Zeigefinger umklammerte und ich war so erschrocken, dass ich es abschüttelte, worauf es weg sprang und einen Bleistift in meinem Stiftebecher umklammerte. Eine Stimme neben mir sagte: Jetzt musst es aber auch behalten...!

Gefreut: ...dass die Sonne schien, ich keine Süßigkeiten gegessen habe und über ein knuddeliges schokoladenbraunes Baby, das im Kinderwagen in unserem Hausflur stand….

Gesehnt: nach Ruhe

Gesorgt: um einen lieben Menschen, obwohl sie schon groß ist und bereits ganz andere Probleme gemeistert hat

Geärgert: ….dass ich mich bequatschen ließ, die Telefonnummer einer Bekannten heraus zu geben....

Gehört: Dido: Here with me und Lennons: Imagine

Gewundert: ...dass es Menschen gibt, die offensichtlich kein Bedürfnis nach Ruhe haben oder vielleicht einfach nur jünger sind...

Was ist heute gut: …einem Unwissenden ein paar Zusammenhänge erklärt zu haben und dabei nochmal selbst auf eine gute Idee gekommen zu sein... und weil sich ein Termin in Luft auflöste, blieb mir heute eine schwierige Entscheidung erspart - verschoben auf morgen...

Was ist heute nicht so gut:….dass ich nur dazu kam, ein paar Kommentare zu schreiben und meine anderen Projekte schon seit Tagen vor sich hin modern...

Vorläufig festgelegt: ... dass ich meine Umzugsideen langsam angehe...

Gelächelt: beim Frühstück, beim Telefonieren, mit der Dame hinter dem Tresen, zu den Sprüchen meines Bruders...

Gelacht: ... mit meiner Schwester, als ich ihr von Helenes Konzert erzählte ...

Befinden: leichte Nackenschmerzen beim Aufstehen, verträumte Wolke im Gehirn beim Musik hören, zufrieden mit dem Tag...

Erinnert: ….an die schwierigen Zeiten mit Ehemann und wie sich das geändert hat...

Wetter: grau verhangen, später sonnig, gefühlte Temperatur angenehm...

Mond: nicht gesehen

Spirituelles: meditatives Staubwischen, mit einer Interessierten ein Ritual am Telefon besprochen... und meine Mitte aufgesucht!

Zufrieden?: Ja... auf einer Skala von 1 bis 10 eine glatte 9 mit Sternchen 

Einsicht des Tages: ...im milden Licht der Erinnerungen trocknen Tränen und wächst die Stärke angesichts der eigenen Entwicklung...
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05 Dezember 2011

Kritik am Patriarchat und die Mütterliche Ordnung

Lebendige Mütterwelten Teil III
Kritik am Patriarchat und die Mütterliche Ordnung

Wir leben unbestreitbar im Patriarchat. Das ist die Bezeichnung unseres Gesellschaftssystems, die allgemein anerkannt ist und die in etwa die Herrschaft der Väter bedeutet, bzw. so verstanden wird. Folgen wir der (auch umstrittenen) Argumentation von H. Göttner-Abendroth, welche den Begriff Matriarchat als „am Anfang die Mütter“ übersetzte und die Epoche der Mütterlichen Ordnung demzufolge auch nicht als eine „Mütter-HERRschaft“ definiert, so könnten wir bei der Definition von Patriarchat durchaus in berechtigter Weise sagen: am Anfang die Väter. Was allerdings bedeutet hier Väter, beziehungsweise der Vater?

Die Vaterbezeichnung, die sich heute von dem einstigen Inhalt „Herr“ abgekoppelt hat, existierte nicht, in der sehr langen Zeit vor der Epoche, die wir Patriarchat nennen. Der (patriarchale) Vater (als Benennung aber auch als Begriff), so wie wir ihn heute verstehen, ist eine Mischung aus (Er)Zeuger und immer noch als "Herr" über jene, die unter ihm angeordnet sind. Die versorgende Vaterfigur (als Herr und Vorstand der, ihm untergebenen Familie) ist mit dem monotheistischen Gottesbild verknüpft und der fürsorgende Vater ist eine Erscheinung der Moderne.

Wenn wir die heute so selbstverständliche „soziale Vaterschaft“ in die Vergangenheit projizieren, landen wir bei den Mutterbrüder. Irgend einem Kind war der in die mütterliche Sippe eingebundene Bruder auch „Vater“ und versorgte in der Zugewandtheit zu den Kindern seiner Schwestern somit anderer Brüder Kinder. Mit seiner Schwester Kinder war er jedoch mehr blutsverwandt, als mit dem Kind an dessen Entstehung er beteiligt war. Diese Anschauung einer matrilineare und direkte Verbundenheit ist uns heute völlig fremd geworden. Wir haben uns so an die totale Herrenmacht über das Kind und das Prinzip des Verursachers gewöhnt, dass wir eine Vorstellung wie: Kinder fallen unter die Verantwortung der ganzen Sippe, egal welches Spermium daran beteiligt war, einfach nicht zulassen können.

Wenn heute an allen möglichen Eckpunkten der Gesellschaft Patriarchatskritik betrieben wird, so kommen wir auch um die kritische Betrachtung des grundsätzlichen Vateraspektes nicht herum. Frau kann diese Art der Kritik über die eigene Befindlichkeiten formulieren oder aber einen Schritt zurück zu treten und die gesellschaftliche Dimension zu betrachten, um darin die allgemeingültigen, patriarchalen Muster zu erkennen und uns davon abzuwenden.  

Was uns (und mit "uns" meine ich sowohl die einzelne, bewusst lebende, Mensch ebenso, wie die amorphe Masse der Gesellschaft) jedoch nicht der Mühe enthebt, das wirkliche, das menschliche soziale Näheverhalten als zukünftige Bewohnerinnen eines matrivivialen Daseins erst wieder zu lernen. Und das wäre so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir heute so gewohnt sind.
  • Selber selbstverständlich für die Angehörigengemeinschaft ganz präsent zu sein, so dass sich unsere Angehörigen auch entspannt auf unsere Anwesenheit verlassen können.
  • Nähe ertragen, ohne die patriarchösen Vorurteile ständig abzurufen, welche uns einreden, dass unsere nächsten Angehörigen uns am eignen Leben hindern.
  • Unsere anverwandten Person nicht aus den Augen und dem Umkreis verlieren und nicht vom zufälligen Liebespartner die Leistungen verlangen, für die eigentlich eine Sippe zuständig wäre.
  • Menschliche Geborgenheit erfahren und annehmen - also schützende und vertrauensvolle Nähe, eine (nicht permanent sexualisierte) natürliche Intimität und unbedingte Verlässlichkeit im Alltag wie auch bei außergewöhnlichen Vorkommnissen 
  • Ein deutliches Bekenntnis zur Mutter ablegen. Matrilineare Angehörigkeit als selbstverständlich begreifen. Den Begriff der Eltern wieder auf alle angehörenden Älteren umdeuten und die Herkunftssippe als mütterlich-weiblich sehen.
Ein solches bewusstes Leben zu führen, bedeutet auch im Sinne einer natürlichen Mütterlichen Ordnung, einen eigenen Kodex zu leben. Was nützen einer Frau all ihre Künste, wenn sie diese nicht zum Wohle und Nutzen ihrer Angehörigen anwenden kann. Wir leben und wirken nun mal nicht allein.Unser menschliches Dasein macht nur in der Gemeinschaft einen Sinn. Sicher kann Mensch auch als Eremit im Wald oder als bindungsloser Single in der City leben. Doch auch der einsamste Mensch stammt ursprünglich aus einer Menschengemeinschaft und das ist nicht das Gleiche, wie die anonyme Gesellschaft, die als diffuse Normatierung unseren Alltag beherrscht. Die auf die Gemeinschaft der Angehörigen bezogene gegenseitige Versorgung bringt einerseits emotionale Zuwendung hervor, andererseits festigt diese Zuwendung und Fürsorge die Gemeinschaft. Es ist diese Wechselwirkung, welche die menschliche Mütterlichkeit, als ein Ausdruck von Lebensorientierung und -intelligenz zu der menschlichen Kompetenz überhaupt machte.