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17 Mai 2015

eine glückliche Julia...

Die Geschichte einer Geschichte, ihr Inhalt, ihre Moral und die Energie, die sie trägt, war einst das weibliche Element, die Essenz der Erzählung, die lehrreiche und unterhaltsame Kunde, die überliefert wurde. Diese Form der kommunikativen Weitergabe ist uralt und spiegelt unser ureigenstes menschliches Wesen.
Die Kunstfertigkeit der Sprache, das Jonglieren mit Worten, der Schliff und die Vielfalt der Metaphern sind heute vor allem den männlich geprägten Strukturen der literarischen Art von Kommunikation unterworfen.
Die menschliche Verständigung, die sich immer weniger in der mündlichen Weitergabe ausdrückt, verkümmert und verstummt mehr denn je zugunsten des Schreibens und Lesens. Die Schrift ist der Träger und eine der Abarten der Literatur ist das Umsetzen in (bewegliche) Bilder und vorgefertigten Texten für alle, die nicht (nur) lesen wollen oder auf echten verbalen Austausch verzichten (müssen), aber sich nach Menschenart nach lebendiger Unterhaltung sehnen.
Eine Handvoll Grundideen beherrschen die Kunst des Unterhaltens, die inzwischen nur zu oft, die Aussage einer Geschichte zu einem beliebig häufigen Abklatsch verkommen lässt und bis zum Erbrechen variiert wird. Eine endlose Reihe wohl formulierter Rechtfertigungen für das Übel in der Welt und die Festschreibung dessen – gewalttätiges Heldentum, verwehrte Liebe und die Kontrolle der Frau, sinnlose Lebensgefahr und Kampf gegen einen unnatürlichen Tod und das obligate Happyend ohne dabei ein wirklich glückliches Ende zu verkünden. 

Denn das Leben und das Berichten darüber, ist wie wir wissen, eine Unendliche Geschichte. Das Schicksal eines Individuum wird uns immer auch berühren und Beispiel geben. Deshalb wäre es nicht verkehrt uns die Vorbilder für unsere Stories, die ein unbestimmtes Publikum erreichen, etwas sorgfältiger auszuwählen. Die Spiegelung des bestehenden Sozialgefüges und unserer Kulturen sind dabei von besonderer Bedeutung. Sie zeigen einerseits den Ist-Zustand und gleichzeitig liefern sie Vorlagen für künftiges Verhalten. 
Seit es patriarchale Verhältnisse gibt werden diesen millionenfach variiert und dabei immer wieder etabliert und moralisch festgeschrieben. So ist die Literatur ist voll von unglücklichen Liebesgeschichten. Sie sind alle mehr oder weniger Spielarten von Romeo und Julia – das Beispiel der unerfüllten Liebe, die sogar im frühen Tod endet und deren glückliche Erfüllung stets an widrigen gesellschaftlichen Umständen scheitert. Dabei ist es gleich ob das Hindernis in unüberbrückbaren Ideologien, unterschiedlichen Ethnien oder verfeindeten Elternhäuser besteht oder einer der beiden ein Vampir ist. Die unerfüllte, die unmögliche, Liebe ist nach den Gesetzen der Romantik die einzig wahre, große Liebe und nur über die lohnt es sich zu schreiben. Auch das scheint ein ehernes Gesetz, ein literarisches Dogma zu sein. Wer möchte schon einen banalen Tatsachenbericht lesen? Wie beispielsweise: Romeo trifft Julia … sie sehen sich, sie verlieben sich, sie begehren sich ... sie finden zueinander ... sie sind glücklich ... und ihre, sich seit Zeiten schon immer gut verstehenden Angehörigen sind ebenfalls darüber sehr glücklich … sie feiern gemeinsam ein Fest … nach vielen Festen trifft Romeo Felicia und Julia trifft Enzio … sie sehen sich … sie verlieben sich … sie sind glücklich … die Welt verzichtet gern auf mehrfaches Leiden und bedauert nicht um eine Tragödie ärmer zu sein … das Glück der Liebenden jedoch schreibt sich fort und fort...

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30 Juni 2014

Monatsrückblick...

 ... der Juni 2014 hätte auch größtenteils ausfallen können ...

Gelesen: 'Misogynie – Die Geschichte des Frauenhass' von Jack Holland und 'Die Bogenschützin' von Martha Sophie Marcus (meine Lieblingsautorin aus Lüneburg)

Gesungen: … das Singen war mir etwas vergangen...

Gehört: …. Tine Mai und Indila ...

Gesehen: … relativ wenig...nichts blieb mir im Gedächtnis hängen ...

Getrunken: … literweise Leitungswasser ...

Gegessen: … den letzten Spargel, viele Erdbeeren, knackige Kirschen vom Baum ...

Gekocht: … wenig und einfach - Pellkartoffeln und Quark, Gemüsesüppchen, Buchweizengrütze ...

Gebacken: … zählen Kartoffelplätzchen auch?

Gefreut: … über das skypen mit der Enkeltochter in Pittsburgh, Pennsylvania und über ein ganz besonderes Telefonat ...

Gelacht: … wenn ich mir recht überlege, hatte ich diesen Monat nicht viel zu Lachen … aber ich denke, mein sonniges Gemüt lässt mich nicht untergehen...

Geärgert: … über meine Sommererkältung, den Dauerschnupfen und meine entzündete Zahnwurzel ...

Genäht: … ich habe die Nähmaschine verliehen ...

Gestrickt: … keine Nadeln, keine Wolle, keine Geduld... lieber gezeichnet ...

Gekauft: … Geschenke... und eine lang gesuchte DVD (gebraucht) für mich ...

Gespielt: … mit Playmobil, draußen war einfach zuviel schlechtes Wetter ...

Gefeiert: … zweimal Enkeltochtergeburtstag - einmal sieben und einmal fünfzehn Jahre.... ach sie werden so schnell groß ....

Gefühlt: … Trauer um den verstorbenen Sohn einer Freundin ...

Geknipst: … ein paar Blüten und Blumen und nur einen gescheiten Sonnenuntergang ....

Das Motto des Monats: Auch 30 Tage Juni gehen irgendwann vorüber ...

... bis auf das Motto habe ich den Rückblick von Schäfchens Sandsack - Blog ... Danke!

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28 Juni 2013

Finden

Wenn ich mich selbst entdecken will, muss ich mein eigenes Land betreten. Solange ich mich in den Welten der Anderen aufhalte, ihren Pfaden folge und aus ihren Brunnen trinke, werde ich den Weg zu mir, in meine Mitte, nur schwer finden. Es ist heute in, dass Frauen ganze Berge an Literatur auf ihrem Nachtisch stapeln und jederzeit betonen, was und wen sie gerade lesen und unbedingt noch lesen müssen. Es ist der nur zu verständliche Drang, sich an das verlorene (weibliche) Wissen anzuschließen - aus dem diffusen Ahnen ein wirkliches Erinnern werden zu lassen - die reale Ahnin in uns zu erwecken, sich selbst in jeder Minute des Seins zu spüren und heil zu werden. 
Das Suchen nach der Identität innerhalb der verschütteten weiblichen Dimension, ist ein starkes Anliegen vieler Frauen. Aber wir setzen uns nicht mehr Tag für Tag zusammen und reden ohne Unterlass über Alltagskram, Gedankenflüge und Gefühlsexplosionen sondern greifen zu den Mitteln der heutigen Zeiten - wir lesen und verlagern den Austausch in die neuen virtuellen Welten. 
Ich selbst bin auch nicht frei von diesem Trend, denn auch ich lese viel und sammle gern von meinen lieben Mitmenschen zu bestimmten Themen deren Buchgefasste Meinung. Und natürlich freue mich über jede Übereinstimmung. 
Doch eines schönen Tages stellte sich von selbst bei mir, der für mich entscheidende Moment der Erkenntnis ein – ich suche nicht mehr und schon gar nicht in den Gefilden der Anderen - ich bleibe bei mir und zwar betrachte die Meinung anderer und finde so auch die Energie, die zu mir passt, doch meine Anfälligkeit für guristische Einflüsse ist wohl endgültig vorbei.
Lernen, Erkennen und Entdecken ist ein persönlicher Prozess – weil alles schon da ist und ich nur noch die Fäden verknüpfen und verweben brauche, die meine Sphäre vollenden.
Ich unterscheide nachdrücklich und konsequent das (komplexe) Wissen um das Wesen der Dinge und die Abläufe (Gesetzmäßigkeiten) in der Natur, von dem heute immer noch so hoch bewerteten Faktenwissen. Das eine ist die Ganzheit, das andere sind lediglich die Teile, deren Summe letztendlich doch kein Ganzes ergeben.


09 Januar 2012

Verständnis

Das Jahr fängt spät an, auf meinem Alltagsblog.
Manchmal ist es schwer aus der eigenen Mitte heraus all jene zu erreichen, die wie geschlagene Tennisbälle an mir vorbeizischen, abprallen und sofort in eine andere Richtung unterwegs sind. Kommunizieren durch Zurufe ist kein Gespräch, keine Unterhaltung. Das miteinander Sprechen ist heute nicht mehr so einfach. 

Vieles an Wissenserwerb findet heute über das geschriebene Wort statt. Früher
wurde zu Bewahrendes ausschließlich von Mund zu Mund weitergegeben. Aber Lesen macht auch schlau, wenn man damit umgehen kann. Doch bei der einseitigen Kommunikation des geschriebenen Wortes - wir nehmen die Gedanken einer nicht anwesenden Person auf - brauchen wir anschließend Zeit, das Gelesene zu reflektieren, zu verarbeiten. Aber gehen wir deshalb in den Dialog mit dieser Person? Höchst selten (ganze drei Frau kenne ich persönlich, deren Bücher ich gelesen habe). Vielleicht kreisen unsere eigenen Gedanken eine zeitlang in den Theorien oder Fantasien der Schreibenden. Ein Gespräch ist es nicht.
 
Das Sich-Austauschen hat moderne Formen angenommen. Das Telefonieren nimmt bereits einen großen Raum im Kommunikationsleben ein (in meinem jedenfalls). Aber auch hier ist es eine distanziertes Gespräch. Mimik und Gestik des Gegenübers entfallen. Einzig die Stimme vermag einen körperlichen Ausdruck, der für ein richtiges Gespräch so wichtig ist, zu transportieren. Ich versuche stets all meine Gefühlslagen in die Stimme zu geben, so dass für die Gesprächspartner meine oft sachlichen Formulierungen und Ausdrucksweise durch die Wärme meiner Stimme unterstützt werden. Wortwahl und -kombination der Inhalte eines Dialogs haben viel (oder alles) mit der eigenen Konditionierung, der Offenheit der Gedanken und der allgemeinen zeitgemäßen Umgangssprache zu tun. Trotzdem klappt eine Verständigung nicht immer. Manche haben einfach kein passendes Übersetzungsprogramm im Hintergrund laufen (ich wünsche mir oft, ein jedes hätte einen Babelfish im Ohr).
 
Einander nicht verstehen, hat jedoch nicht nur was mit der geschriebenen oder verbal geäußerter (Mutter)Sprache zu tun . In der Konfrontation mit einem anderen Menschen kann eine Fremdsprache nonverbal überbrückt werden - durch Handzeichen, Lächeln, Blicke, Körperhaltung, durch den Klang der Stimme - selbst wenn wir das gesprochene Wort nicht enträtseln können. Es ist jedenfalls hilfreich sich dem Gesprächsteilnehmer wohlwollend zuzuwenden, das Herz zu öffnen, bereit zu sein zu verstehen und im Miteinander kann es geschehen, dass Verständnis zur tragenden Energie zwischen beiden wird.
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21 November 2011

Elf

Leider habe ich in diesem Jahr den Tag mit dem fast magischen Datum, der 11.11.11, verstreichen lassen und bin in meinem Blog nicht darauf eingegangen. 
Doch bevor der elfte Monat in diesem Jahr zu Ende geht, möchte ich die Elf noch würdigen.
Die Elf ist meine Lieblingszahl, mal abgesehen davon, dass ich an einem Elften Geburtstag habe, ist sie eine Primzahl und kommt mit der Leichtigkeit einer Elfe daher. Auch finde ich, dass sie eine philosophische und überaus magische Zahl ist. Sie liegt zwischen einer der bedeutendsten Zahl der Neuzeit, der Zehn und der gewichtigen Zahl Zwölf, die gern im Dutzend daher kommt. Fast könnte man meinen, die Elf kommt ein wenig zu kurz in der allgemeinen Bedeutung. Doch bei längerem Betrachten scheint die Elf ein Geheimnis zu bergen und jede kann für sich versuchen es zu ergründen. Ich bin schon kurz davor den zarten Elfenschleier zu lüften – aber es ist sehr persönlich und darf nicht verraten werden. Nur soviel, es hat etwas mit Sternenregen und Jasminblüten und Kinderlachen zu tun... ach, findet doch einfach das eigene elftes Geheimnis in eurem Leben heraus.
Aus meinem Bücherregal habe ich nun elf Bücher genommen und jeweils die Seite 111 aufgeschlagen, ein kurze Stelle ausgewählt und für euch aufgeschrieben. Es musste die einhundertelfte Seite sein, denn auf Seite 11 stand manchmal nur das Inhaltsverzeichnis oder das Vorwort. Außerdem lese ich immer jedes Buch wenigstens bis zur Seite 111 bevor ich es verwerfe, aber das kommt eher selten vor. Hier meine wahllose Auswahl:

Ein, zwei oder drei Sätze von jeweils der Seite 111 aus dem Buch:

Hexentrank und Wiesenschmaus von Gisula Tscharner / Heinz Knieriemen
Wenn es eine Zeit gibt, in der wilde Farben auf dem Dessertteller nötig sind, dann jetzt. Sie beleben das dunkle Wintergrau am Himmel und im Gemüt.

Natürlich weiblich von Christa Mulack
Die Stärke des weiblichen Geschlechts besteht nicht nur darin, dass es insgesamt besser für das Leben ausgestattet ist, sondern dass mit dieser besseren biologischen Ausstattung eine andere Lebensorientierung verbunden ist.

Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags von Karen Kinston
Oft bin ich weit mehr von der Schachtel entzückt, in der ich ein Geschenk bekomme, als von dem Geschenk selbst. Doch kann das eine sehr raumgreifende Leidenschaft sein, und vom Feng Shui-Bagua her betrachtet, ist es nicht gerade förderlich für den Energiehaushalt, wenn sich eine „leere Kisten" – Energie in einem Teil der Wohnung konzentriert.

Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley
Plötzlich stand Morgaine auf und schnitt dem Priester eine Fratze.“Geh weg alter Mann!“ sagte sie laut und deutlich, „ich mag dich nicht. Du hast meine Mutter zum Weinen gebracht. Meine Mutter weiß mehr als du...“

Die Lieblingsgedichte der Deutschen - Piper Verlag - Joachim Ringelnatz
Ich hab dich so lieb! Ich würde dir ohne Bedenken eine Kachel aus meinem Ofen schenken.

Frau Holle ~ Das Feenvolk der Dolomiten von Heide Göttner-Abendroth
Da blieb die goldene Jungfrau bei ihnen und teilte ihren Segen aus, denn alles, was sie berührte, vermehrte sich unter ihren Händen: die Milch, die Äpfel, das Brot, das Garn des Flachses und die Wolle vom Schaf. Sie wurde die Wohltäterin ihrer Familie, und alle waren darüber von Herzen froh, achteten sie trotz ihrer Jugend als die vornehmste Sippenfrau.

Ich Claudius, Kaiser und Gott von Robert von Ranke Graves
Als er der Tür zuging, sagte er beiläufig und über die Schulter: „Ich bin eben bei den Vestalischen Jungfrauen gewesen und habe einige wichtige Änderungen in einem Dokument vorgenommen, das bei ihnen aufbewahrt ist. In diesem Dokument kommt deinem Namen jetzt größere Bedeutung zu als vorher. Aber kein Wort darüber!“

Mama ante portas von Angelika Aliti
Bei der Hexenverfolgung handelt es sich also, wie in allen anderen hier aufgezeigten Beispielen auch, um die Okkupation einer Kultur, d.h. es ging nicht um die Verfolgung einzelner Frauen und Männer, sondern um das bis dahin gelebte Leben mit seinen sozialen Bezügen, Beziehungen und seine Religion, deren Werte, Regeln und Gesetze ausgelöscht werden sollten.

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch von Michael Ende
Im gleichen Augenblick hörte das Feuer auf zu flackern, es blieb stehen – und nun sah es aus wie ein sonderbare große Pflanze mit vielen grün leuchtenden gezackten Blättern.

Drei Wünsche von Luisa Francia
Um die Zeit zu verstehen, musst du sie rufen. Das ist gar nicht absurd. So viele Menschen rufen Gott, den ja auch nicht gibt. Rufe ruhig die Zeit, die es nicht gibt und die doch viel älter ist als du selbst.

Ein Wort zum Mord von Anja Kemmerzell / Else Laudan
Fassen Sie zusammen. Das ist natürlich in einem Krimi besonders wichtig.

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14 September 2011



die neue MatriaVal 
ist da ... 
ich habe eine liebe Freundin, die mir ein Jahresabo zum Geburtstag schenkte
Danke, 
liebe Ulrike!

16 Juni 2011

Neuigkeiten und doch immer das Gleiche

... ich bin jetzt auch auf Facebook zu finden... ob ich da, den mir noch nicht so ganz durchsichtigen Regeln entsprechend, auch aktiv sein werde, kann ich noch nicht sagen. Jedenfalls ist es ein anderes System, als friedlich vor sich hin zu bloggen. Es ist für mich so was, wie eine neue Herausforderung im Netz, lange genug habe ich mich geziert...

…also werde ich nun auch aus evolutionsphilosophischer Sicht die filigranen oder auch plumpen Auswirkungen und nachhaltigen Effekte der sogenannten sozialen Netzwerke beobachten und die Metaebenen der dadurch betroffenen zwischenmenschlichen Beziehungen analysieren.

Wenn jetzt irgendeine „Hä?“ sagt, kann ich das gut verstehen.

Die Kraft unseres Fühlens, der Drang nach Zugehörigkeit, die Bereitschaft an Energie-, bzw. den Wirkungsfeldern unmittelbarer menschlicher Gemeinschaft teilzuhaben, lässt den heutigen Zivilisator, in Ermangelung konkreter Nähe, gern den neuen Pseudogemeinschaften beitreten.






Oder anders ausgedrückt: Irgendwo muss es doch jemanden geben, der mich lieb hat...


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27 April 2011

Misstrauen versus Vertrauen

… kennt ihr das auch? Ein Klick zieht den nächsten nach sich und den nächsten, überall schnappe ich interessante Anregungen auf, nehme sie mit in den Tag und würde gern später hier oder da meine Gedanken in einem Kommentarfeld hinterlassen aber finde die Seite nicht wieder.

Dieses Mal war es das Wort Vorurteil, dass an mir kleben blieb, nachdem ich durch einige Blogkästchen gehüpft bin.
Jeder weiß, Vorurteile haben ist anmaßend und uncharmant.
Jedoch: Wer ohne Vorurteil ist, der setzte sich einen kleinen Heiligenschein auf und gebe ein Buch heraus: Wie ich meine anerzogenen Vorurteile überwand!
Spätestens seit Stolz und Vorurteil hat wohl jede begriffen, Vorurteile sind schädlich, vor allem, wenn sie als Haltung anderer, einen selbst betreffen. 
 
Ein Vorurteil kommt nicht aus dem Nichts. Einst hatte es als Vorbehalt den Nutzen eines Vorteils, als abwartende und distanzierte Haltung in gebotener Vorsicht seine Berechtigung. Nur, ein als Leitsatz weitergegebenes Gebot kann sich zum Vorurteil mausern. Und so manches Vorurteil stammt, getarnt als Kodex oder Dogma aus der ideologischen Alchemistenküche diverser Machthaber. Allerdings können sich die Bedingungen ändern oder die Vorturner haben sich letztlich als falsche Propheten erwiesen. Und so hat beispielsweise die Ablehnung dem Fremden gegenüber schon längst seine (politische) Berechtigung verloren. Gerade im politischen Bereich kann schnell mal ein Wechsel geschehen, der aus einem Feind einen (verordneten) Freund macht und der mit sich beschäftigte Bürger bekommt es nicht immer mit. Vielleicht möchte er sich seine Vorbehalte auch gar nicht nehmen lassen. Wenn die alten Werte plötzlich als falsch deklariert werden, warum sollten die neuen dann richtig sein? Müssen / sollten wir grundsätzlich bedenkenlos vertrauen?

Aus einstiger Vorsicht und begründetem Bedacht erwuchs in der Überlieferung das, was wir mit dem Begriff Vorurteil bezeichnen. Wir haben in unserem gemütlichen Leben selbst mit bestimmten Phänomenen keine unangenehmen Erfahrungen gemacht, aber wir haben die dazu gehörigen Vorbehalte gelernt. Die immer wieder weitergereichten Erfahrungen der Alten werden jedoch in der heutigen Weltoffenheit oft nur als peinliche Relikte, eben als Vorurteile gesehen.

Trotzdem, die im Alltag der Menschen seit langem tradierte Weitergabe besteht nach wie vor. Bei jeder Integrationsdebatte wird es deutlich. Da wird mit den bekannten und zutiefst verinnerlichen Vorurteilen weiter gehandhabt und die Zurückhaltung will nicht aufgegeben werden. Da wird sich nicht einfach hemmungslos mit dem Unbekannten verbrüdert. Auch nicht verschwestert. Immer wieder bricht der bewährte Menschengrundzug durch: Vorsicht und eine Prise Misstrauen! Erst mal sehen, ob sich das Andersartige, das Unbekannte bewährt! 
 
Das ist es wohl, was uns heutzutage zum Nachdenken herausfordert.
Ist diese Haltung fair?
Ist es in Ordnung ein (gesundes) Maß an Misstrauen grundsätzlich parat zu haben?
Tun wir anderen damit Unrecht?
Oder ist eben doch die Vorsicht die Mutter der Porzellankiste?
Es ist jedenfalls nicht verkehrt, von Zeit zu Zeit die eigenen Vorurteile zu sortieren und neu zu bewerten... 

16 März 2011

Alltag und Magie


… ich habe es bestellt und bereits erhalten, das neue Buch für die Alltagsmagierin
von Luisa Francia. Und es ist prächtig, eines ihrer Bilderbücher, wie ich diese Serie nenne. Hochwertige Ausführung, wunderschöne Fotos, kreative Zeichnungen und Bilder der Autorin, das Format fast quadratisch, edel aufgemacht. Für meine Erwartung und vor allem für das Thema erscheint es mir zu illuster...

Nun bin ich selbst schuld, wenn ich eine Erwartung habe. Und andere sind bestimmt begeistert von dem Kunstwerk. Ich jedoch kann den Text nicht flüssig lesen, da die lackglatten Seiten das Licht reflektieren und ich mit Alltag einfach etwas Schlichtes, eben Alltägliches verbinde. Das ist kein Buch, dass ich in meiner Küche zwischen den kleinen magischen Ritualen und meinen Kochvorbereitungen herum liegen lassen möchte, aus Angst das feine Buch könnte beschmutzt werden. Es ist mir einfach zu schön, um in mein Feeling eines magischen Alltag einordnet zu werden. Und so wird es von mir denn brav gelesen und dann in das Regal gestellt. Auch eine Luisa Francia kann es wohl nicht jeder recht machen... 


Lesen, Zeichnen oder Tanzen, das ist hier die Frage...?



27 Februar 2011

Natürlich


Als Kind liebte ich mein Buch Waldmärchen
Zauberhafte und mit Sagen vermengte Geschichten, die im Thüringer Wald angesiedelt waren. Märchen wie, Die Binsenhexe, Das vertauschte Kind oder Der Gläserne Krug, führten mich, Hand in Hand mit Bärbelchen Goldhaar, auf geheimnisvolle Pfaden, an Holzmeilern vorbei,hin zur Wohnstatt der Quellenjungfer und den Moosweibchen, durch den toten Wald und mit grausem Gelichter auf den Fersen …




Doch obwohl ich in Thüringen groß geworden bin, ist mir der richtige, der tiefe, Wald eher unvertraut geblieben, nur meine Ehrfurcht davor habe ich bis heute bewahrt.

Der deutsche Wald ist ja heuzutage, wie ich neulich aus einer ZDF Sendung erfahren habe, hauptsächlich eine Art großes Gemüsebeet mit Langzeitwirkung. Nur ein ganz kleiner Prozentsatz des Waldes in Deutschland ist unberührt - darf tun und lassen was und wie er will. Ansonsten wird der Wald schon seit Jahrhunderten bewirtschaftete und gesteuert und monokulturell verhunzt. 

Die „wilde“ Natur mit der ich als kleine Steffi Stephanie aufgewachsen bin, befand sich nur in ganz unbedeutenden Nischen, die mir heute noch in liebwerter Erinnerung sind. Sonst begegnete mir nur die gezähmte Natur. In meiner Kindheit gab es um mich herum, trotz ländlichem Ambiente, nicht wirklich etwas Unberührtes. Über weite Flächen und zwischen Hecken und Zäunen, wuchs und grünte nur, was der Mensch erlaubte und was er für seine tierischen Leibeigenen brauchte. Begradigt, zerstückelt, eingefasst. 




Hatten wir, die Älteren, dereinst schon kaum noch Zeit für ursprüngliche Erfahrungen in normaler freier Natur, wächst heute das Durchschnittsstadtkind in unglaublicher Kargheit auf. Auf mehr oder minder gepflegten Spielplätzen, auf überschaubaren platten Schulhöfen, in beaufsichtigten Kletterparadiesen. Natürlich könnten wir auch alle in die Alpen ziehen oder an die See oder nach Meckpomm, aber wer tut das schon und warum auch. Nur um von früh bis spät ins weite Grüne gucken zu können?

"Der Mensch" bemüht sich die Natur zu zähmen, das heißt, "er" will sie zwingen, ihm zu Willen zu sein. Er selektiert, behindert, vergiftet und rottet aus, da er jedoch ein Teil der Natur ist, gräbt er sich selbst die Gruben, in die er ständig fällt (und trotz alldem wächst unsere Spezies noch zahlenmäßig an).



Wer einen Garten hat, kann sich glücklich schätzen, der kann sich wenigstens der Illusion von Natur hingeben. Eine Freundin von mir hat einen netten kleinen Schrebergarten, den ich richtig mag. In dem kleinen Teich konnten die Kinder und ich schon Fröschlein beobachten, es gibt geheimnisvoll verwachsene Ecken und für den Weg vom Gartentor bis zur Laube bräuchte man manchmal eine kleine Machete. Aber von Zeit zu Zeit wirft auch der Schrebergartenvorstand einen strengen Blick über den Zaun und das üppig sprießende Grün muss gebändigt werden. Wildwuchs passt nicht in eine nette Kleingartenanlage. 

Allerdings bei aller Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, setzt mich bitte nie in einem richtigen Wald aus. Da wäre ich Kleinstadtpflänzchen aber bestimmt völlig aufgeschmissen... 

 

26 Januar 2011

Beim Essen nicht Lesen


Eine beliebte Mahnung an das Kind. Es ist nicht gut für... warum auch immer... doch als ich Kind war kümmerte es mich
meist nicht und wenn ich sonst keine Unterhaltung hatte, dann habe ich halt gelesen! Das ist war und ist für mich normal, Essen und Informationsaufnahme gehören einfach zusammen.

Beim Essen nicht Reden! Noch schlimmer! Besonders, wenn das Kind sein notwendiges Mitteilungsbedürfnis in der Unterhaltung mit Erwachsenen nicht genug ausleben kann (darf).  Mit meinen Kindern
hielt ich es anders.

Als sich Menschen noch am Abend um ein gemeinsames Feuer versammelte und es weder Bücher noch Zeitungen, geschweige denn Fernseher gab, haben sich Menschen unterhalten. Doch es war sicher nicht nur ein Schwätzchen nach getaner Arbeit. Die was zu sagen hatten, die Alten, sprachen über ihre Erinnerungen, Erfahrungen, auch über manch ein Geheimnis, dass schon seit Generationen im internen Kreis weitergereicht wurde. Die Jungen hörten zu oder fragten und behielten die oft wiederholten Mären und Sagen im Gedächtnis. Eines Tages war es dann für sie an der Zeit, den Schatz an die Jüngeren weiterzugeben. Alles, was ihnen wiederum die Ahnen einst kündeten und die Erkenntnisse, die sie selbst in ihrem Leben sammelten... können wir uns ein solches Leben noch vorstellen?

Heute muss ein Kind die Kulturtechnik des Lesens erlernen um an das sprunghaft angewachsene Gesamtwissen der Menschen heran zu kommen. Und es soll in der Schule (still) sitzen und zuhören, auch möglichst ohne etwas anderes zu tun. Auch das habe ich in meinen Kindertagen nicht ausgehalten, obwohl ich ein wahrhaft braves Kind war. Zum Glück hatten die Hefte Löschblätter, die ich vollmalte und neben mir saß die beste Freundin mit der ich schwatzen konnte...

Der Mensch lebte schon immer auch von den Interaktionen mit den anderen, Input gab es stets und ständig … sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken … und ganz besonders während der Mahlzeiten.

08 Januar 2011

Verständnis


...schon als Kind gingen mir Fabeln auf den Geist! 
Genau, das sind diese Geschichten in denen Tiere menschliche Denkungsart zum Besten geben, in Illustrationen auch noch mit Kleidung und Gestus den Menschen ähneln und deren engstirnigen, moralischen Vorstellungen unterliegen.

Und das Thema wird immer wieder gern aufgegriffen, um patriarchales Lebensgefühl auf so ziemlich jede Tierart übertragen, die es gibt. Ob Ameisen, Fische oder Bienen, alle werden gern immer wieder dem zur Zeit praktizierten Kleinfamiliendogma unterworfen. 
 
Tja, es tut mir leid, aber ich kann Findet Nemo einfach nicht lustig finden. Diese völlig absurde Ausgangssituation: ein FischVater sucht seinen verlorenen, kleinen FischSohn und dann die Glückseligkeit, wenn sie sich wieder in den Flossen liegen! Geht es noch blöder?

Neulich wurde im Fernsehen eine abstruse Bienenstory gesendet (bei Zeichentrick kann ich nicht anders, ich muss da wenigstens mal reinschauen), die mich schon nach wenigen Minuten anschwellen ließ, wie nach einem Bienenstich. Die Biene, um die es ging, war natürlich ein junger BienenMann (Hallo!), der mit seinen kleinbürgerlichen BienenEltern in einer (mit für Menschen typischen Einrichtung) netten Einfamilienwabe lebte. Mit Honig-Swimmingpool! Der BienenHeld war irgendeinem Komplott auf der Spur und er wollte auf gar keinen Fall sein Leben lang einem öden Job im Bienenstock nachgehen... Maja, wo bist du?

Natürlich gibt es auch andere (Kinder und Tier)Geschichten. Erzählungen, in denen die Lebensart von Tieren authentisch dargestellt wird und die Verständigung mit den Menschen ist, wie sie ist … denn verbringen wir Zeit mit anderen Wesen, können wir sie früher oder später auch verstehen. Ich bitte jedenfalls Kätzchen Irma und Kater Max und die Hamster und Meerschweinchen um Geduld mit mir...




18 November 2010

Warten auf...


Die aktive Passivität  oder Was ist Warten? 


Die Erwartung des günstigen Augenblicks, des großen Glücks? Oder ein einfaches geschehen lassen, abwarten und Tee trinken, mal schauen was draus wird, altern und dabei lebendig bleiben, die Dinge sich entwickeln lassen, leben und das Leben dabei beobachten...  

… Warten heißt nicht im Hoffen erstarren. Wir warten ständig auf etwas. Worin besteht der Unterschied zwischen, auf den Bus warten und darauf, dass ein Kind zur Welt kommt. Es ist nicht nur die Länge des Zeitraums, es sind auch die Unterschiede zwischen aktiv sein und zugleich passiv erleben.

Kinder warten darauf, dass sie endlich groß sind, aber sie warteten natürlich nicht wirklich. Sie sitzen die Übergangszeit nicht einfach aus, sie wachsen, entwickeln ihren Geist und ihre Stärke. In Bezug auf das Warten befinden sie sich in einer aktiven Passivität. Denn so oder so, es geschieht. Das Kind wächst, es reift, durchläuft die Phasen, die jeder Mensch erlebt.


Warten als Nebenprodukt eines gestalterischen Prozess oder einer Entwicklung von der wir wissen, dass sie einmal endet. Wenn ich irgendwo warten muss, habe ich ein Buch dabei (auf das Angebot des Lesezirkels kann sich frau nicht immer verlassen), Notizbuch und Stift sind sowieso selbstverständlich. Ich habe in Wartezimmern schon Gedichte geschrieben. Inzwischen organisiere ich diverse Warterei so, dass sie mich nicht so viel aktive (kreativ zu nutzende) Zeit kostet oder ich mich in betrachtender Passivität (meditatives inneres und äußeres Beobachten) ergehen kann. 


Warten kann auch sehr ergiebig sein...

14 November 2010

Von Säulen, Ringen und einer grundsätzlichen Frage

Die Säulen der Erde ist so ein Buch, bei dem ich lieber auf die Verfilmung gewartet habe. Jetzt ist sie da... und ich werde sie mir bestimmt mit dem guten alten Videorekorder aufnehmen und auch ansehen.

Mit dem Herrn der Ringe erging es mir ähnlich. Ich habe das Buch einst angefangen zu lesen. Aber irgendwann legte ich es aus der Hand, da in der durch und durch maskulinen Welt, welche vor mir ausgebreitet wurde, das Leben aus dem Nichts zukommen schien und nur zerstört und vernichtet wurde. Geschenkt, dass die Kräfte des sogenannten Guten dagegen ankämpften. 

Kam in dem Buch überhaupt ein weibliches Wesen vor, also als wirkliche Protagonistin? Gut ich weiß es nicht, da ich mich dem Buch etwa ab Seite 111 verweigerte und der Film von der Originalfassung etwas abweicht. Ein dreiteiliges Epos ohne Liebesgeschichte ginge ja gar nicht...

Natürlich war ich auch gerührt, als Frodo sich drei Filme lang durch grausame Natur und mit Ungeheuern auf den Fersen bis zu jenem Berg durchkämpfte, an dem er endlich den vertrackten Ring los werden konnte. Und zum Schluss dann die schöne, unvermeidliche Hochzeit. Eine Elbenprinzessin, die auf ihre Unsterblichkeit verzichtet, um an der Seite dieses unglaublich guten (und attraktiven) Mannes alt zu werden - allein der Kopfschmuck des Brautpaars, es gab da so Details in dem Film...!

Aber Hauptteil der Darstellung sind die Kriegshandlungen. Immer, wenn die gewaltigen Kriegsheere aufeinanderprallten und sich gegenseitig niedermetzelten, fragte ich mich: wer hat euch alle, die ihr da in die Schlacht zieht, geboren, gepflegt, gehütet und großgezogen und euch zu solchen unglaublichen Monstern heranwachsen werden lassen?

Frauen ermöglichen männliches Handeln... selbst das Erfinden von Bestsellern, in denen die Weiblichkeit nicht zu existieren scheint...







...hier schon mal ein Bild aus der noch geheimen Produktion

Die Herrin der Ringe


Der Termin des Filmes, vorgesehen am ElftenElften, konnte leider nicht eingehalten werden. Wir hoffen, dass das Meisterwerk 2011 endlich in die Kinos kommt...




11 November 2010

Zwischen Buch und Liebe

Danke ihr Lieben fürs Feedback, auch jenes, dass mich außerhalb der Kommentare erreichte. Ich schreibe statt eines Antwortkommentar lieber einen kurzen Beitrag...

Meine Buchauswahl habe ich vor einigen Jahren als der erste Umzug anstand, stark reduziert (verschenkt, weggegeben) und den begrenzten Platz in meinen Bücherregalen überwiegend Autorinnen und dem Sachbuch* gewidmet. Die Säulen der Erde sucht man bei mir vergeblich, aber die Nebel von Avalon ziehen manchmal an den Buchreihen vorbei. 
 
In dem Buch (und Bühnenstück) „Die neuen Leiden des jungen W.“ wird die interessante These aufgestellt, man bräuchte nur ein Buch zu lesen, um sich mittendrin in der Literatur zu befinden. Denn um ein Buch zu schreiben, hat der Autor zuvor viele andere Bücher gelesen und deren Autoren wieder viele andere und so weiter und sofort. Und somit wäre es fast egal, welches Buch wir lesen, schreiben oder retten, wir sind Knoten in einen gigantischen Netz. Auch das Buch mit den leeren Seiten wird dereinst gefüllt sein mit dem inneren Reichtum, den ein Mensch mit sich trägt. Das ist wirklich ein schöner Gedanke...

Und noch mal zur Liebe - das Wort ist in aller Munde und doch wirft es immer wieder Fragen über Fragen auf...

Ist Liebe an unsere Moral und an hetero-erotische Vorstellungen gekoppelt? Braucht Liebe Beweise? Ist Liebe, das was ich bekomme oder das, was ich gebe? Kann man Liebe rationieren, ohne sie zu pervertieren? Liebt uns die Natur zurück, wenn wir sie lieben? Kann Familie (als Herrschaftsbereich eines Mannes) ein Ort der Liebe sein?  Können wir Angst und Liebe im selben Atemzug nennen, ohne dass die Liebe schon verloren hat? Bin ich eine Relaisstation, eine Schaltzentrale, wenn es um Liebe geht? Liebe ich jemanden, wenn ich ihn brauche? Muss mensch zur Liebe befähigt werden oder kann er das von sich aus?

Ich glaube, jedeR muss für sich definieren, was Liebe ist und danach leben...


*... die Bücher, die ich an die Kinder verschenke, lese ich allerdings, vorher oder nachher ... 

08 November 2010

Das Wissen der Menschheit


Im Bog von Schreibteufelchen fand ich eine interessante Frage...

Frage: Welche Bücher würden Sie vor einem Feuer retten? ... Und wenn mir gesagt werden würde: Sie dürfen aber nur ein Buch mitnehmen?“

Bei solchen Fragen muss ich immer an die geniale Geschichte Fahrenheit 451 denken, bei der am Schluss eine Gruppe Menschen als lebende Bücher ihre Tage verbrachten, jedeR hatte ein Buch auswendig gelernt... der Schwachpunkt bei dieser Idee war, dass die Worte von lebendigen, sich verändernden Menschen konserviert wurden, die sozusagen unveränderliche Inhalte auf eine Gedächtnisfestplatte laden. Sie dienten nur als Speicher, aber das ist das menschliche Gehirn nun mal nicht, es ist so viel mehr...

ich glaube, ich würde lieber meine Mutter oder Großmutter retten, wenn es sie noch gäbe ... vielleicht sollte ich mich selbst retten, denn ich bin bereits Großmutter!
Ich vermute mal weltweit würden zu viele Bibeln und zu wenig Märchenbücher gerettet werden. Obwohl einen wirklichen Unterschied gibt es da ja auch nicht. 
Wenn alle Bücher verschwinden würden, blieben immer noch genug Menschen, die ein bestimmtes Wissen bewahren. Nur eben nicht jedeR Alles. Was bisher aufgeschrieben wurde, könnte die Menschheit im Bedarfsfall wieder rekonstruieren...

Was wäre denn, wenn plötzlich jede Form der Hardware aus unserem Leben verschwinden würde? Der Mensch wieder auf sein Gedächtnis und die Vielfalt der menschlichen Gehirne angewiesen wäre? Die Zeit nicht durch Lesen und Lesenlernen gebunden wäre, sondern wir frei denken würden. Wenn wir mit anderen einfach nur sprechen? Beim (Zu)hören können wir immer noch so viel machen. Hören passiert nebenbei, das Gehör ist der Sinn, den wir nicht verschließen können. Wir können dabei (hand)arbeiten, woanders hinsehen, kilometerweit laufen, reflektieren, sogar intensiv nachdenken. (Das spricht auch für den modernen Trend der Hörbücher)

Ich warte darauf, dass die Wissenschaft endlich erkennt, absegnet und den Menschen wieder empfiehlt, mit den uns umgebenden Mitmenschen und besonders unseren Angehörigen zu reden und uns gegenseitig zuzuhören und zwar den ganzen Tag.  
Dass beispielsweise Kinder nach ihrem eigenen Bedürfnis Bewegung und Hören und Reden und Schweigen verbinden dürfen. Dass wieder mehr interaktives Miteinander stattfindet, in allen Altersgruppen...

(wir wissen es doch längst - wohlwollendes Miteinander, Nähe und Geborgenheit, Zugewandtheit und Aufmerksamkeit ist sozusagen die beste Medizin...)

Das Buch als Gedächtnis hin oder her! Bücher, auch Wachs- oder Steintafeln sind nicht immer für die Ewigkeit gemacht. Es ist zwar hilfreich anhand antiker und älterer Funde, das wirkliche Leben der Vorfahren zu ergründen, aber wenn es bereits um schriftliche Darstellungen geht, dürfen wir nicht vergessen: die Geschichte wird von den Siegern geschrieben und Stein ist noch geduldiger als Papier.

… welches Buch würde ich denn nun retten, vielleicht mein Tagebuch...?




sinngemäßer Dialog aus einer Dirk Bach-Serie:
"... ist das Hackfleisch noch zu verwenden?"
"Wie ist denn das Ablaufdatum?“
"Ich kann es nicht lesen, es ist in Keilschrift...!“

  .~.
(^v^)
 ((  ))
=«»=   Stephanie

28 August 2010

Schreiben

Ich bin etwas erschöpft, nach dem Lektorieren des Kurzkrimis meiner Tochter, aber natürlich macht mir so etwas viel zu viel Spaß, als dass ich es aus der Hand legen könnte.

Drei Tage hin und her telefonieren, begeistertes Lob, das Ringen um einige Sätze, nachträgliche Recherche ... auch ein Text von zwanzig Seiten will erst einmal (schlüssig) geschrieben sein. Witzig und ein bisschen schade ist, dass darin so was wie Insider-Informationen enthalten sind, die der spätere, außenstehende Leser nicht erkennt. 

Doch jetzt werde ich mich wieder meinen eigenen (drei bis sieben) Projekten zuwenden, irgendwas wird irgendwann eines Tages
auch
fertig werden ... seufz... Schreiben ist Arbeit, das haben wir beide wieder festgestellt...




...und wer hier ganz genau hinsieht, kann erkennen, dass ich vor lauter Schreiben nicht zum Putzen komme... 

ach ja und wer Gedichte mag, ruhig mal in KurzundProsa oder beim Waschweib reinschauen ...
.

31 Juli 2010

Ein (Alb)Traum



„Bitte sehr! Die Hölle!“ Meine Begleiterin strahlte mich an: „...und freust du dich?“

Ich war starr vor Entsetzen. Das muss ein Irrtum sein, wieso bin ich in der Hölle? dachte ich nur und sah mich geschockt um. Aber um mich herum sah es friedlich und freundlich aus. In einer riesigen glitzernden Grotte kamen Ströme von fröhlichen Frauen in allen Farben und jeden Alters an mir vorbei und verteilten sich wieder in den unzähligen Gängen, die aus dem gewaltigen Raum fortführten. Und so sehr mein Blick auch suchte, ich konnte
nicht einen einziger Mann entdecken. Das kann doch nicht möglich sein!

„Ich hoffte meinen Ehemann wiederzusehen, ist er auch hier?“ fragte ich
verschüchtert die schöne Frau, die gelassen neben mir herschritt. 
 
„Nein, wie kommst du nur darauf? Der ist natürlich im Himmel!“

„Aber ich war eine tugendhafte Ehefrau, immer gehorsam meinen Eltern, nie habe ich mir etwas zu schulden kommen lassen, was tue ich in der Hölle?“

„Hat dir das denn zu deinen Lebzeiten keine gesagt? - Alle Frauen betreten
nach ihrem Tod das Reich der Hel. Dort können sie ausruhen, all die Gespräche zu Ende führen, die sie abbrachen, weil der Mann nach Hause kam. Endlich erfahren sie, wie es ihrer Mutter oder Großmutter ein Leben lang wirklich erging. Du kannst dich mit ihnen oder mit lieben Freundinnen treffen und für die nächste Inkarnation schon mal neue Verbindungen knüpfen. Du darfst den ganzen Tag auf der Wiese liegen. Du kannst alles tun, was du willst - denken, singen, tanzen, malen, schwimmen, mit Pflanzen und Tieren sprechen oder neue Realitäten entwerfen. All die wunderbaren Dinge tun, zu denen du immer keine Zeit hattest!“

„Aber wo sind die Männer?“

„Die sind natürlich im Himmel, bei ihren Göttern.
Unsere Hölle dürfen sie nicht betreten. Hels Reich ist allein den Frauen vorbehalten.

„Alle Männer kommen in den Himmel? Auch die Verbrecher und Mörder? Ist das denn gerecht?“

„Nun, wir haben uns den Himmel nicht ausgedacht! Der ist eine reine Männerfantasie. Dort haben sie endlich mal Zeit und Gelegenheit untereinander zu klären, welche Prioritäten ein Mann hat. Und wie man sich erzählt, hat ihr Gottvater alle Hände voll zu tun jeden Tag alle zum Jüngsten Gericht zusammen zu rufen. Das soll dort sehr beliebt sein...“

Der Himmel schien nun nicht mehr so verlockend. Allein nur unter Männern, was für ein gruseliger Gedanke! Doch ich wollte es genau wissen: „Ich muss also nicht hier bleiben? Ich kann reinkarnieren?“

„Aber ja, selbstverständlich! Allerdings wenn du wieder nach Mitteleuropa zurück möchtest, kann das eine Weile dauern, die Geburtenrate ist dort sehr zurück gegangen...“



09 Mai 2010

Muttertag

... zum Muttertag heute nur ein paar Links zu den wirklich wesentlichen Informationen:



Mütterblitz und das entsprechende Buch von Louann Brizendine, 

beziehungsweiseweiterdenken und auch dazu gibt es ein spannendes Buch von Sarah Blaffer Hrdy

und vielleicht noch das bemerkendwerte Buch Der Mutterschaftsbetrug von Christa Mulack 

14 April 2010

Elfchen meint

... zur Zeit lese ich mehr über das Schreiben, als ich tatsächlich schreibe.
Was ist das? Kneifen vor der wirklichen Arbeit, die das Schreiben nun auch mal bedeutet? Haben meine Musen gerade einen kleinen Frühjahrsurlaub eingelegt? Oder liegt es an meiner Unentschlossenheit welche Geschichte ich gerade favorisiere?
Vor ein paar Tagen musste ich meinen Monitor auswechseln, denn meinen altgedienten Rechner benutze ich auch noch. Jetzt sitzt Elfchen auf dem neuen (alten) Monitor, baumelt mit den Beinchen und meint: 

Es ist alles eine Frage der Entscheidung...