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13 Juli 2015

...eine grundlegende Betrachtung zur lebendigen Matrifokalität

'Das Leben' auf unserer Welt ist ein Phänomen, dass sich dadurch auszeichnet, dass es a) existiert und b) den immanenten Drang besitzt weiter zu existieren. Und um 'weiter zu existieren' arrangiert sich jedwede Lebensform mit den gegebenen Umweltbedingungen und passt sich permanent an. 'Das Leben' ist das gigantische Spektrum an (organischen) Lebewesen, mit denen unser kleiner Planeten überzogen ist ... im Wasser, im Erdreich, auf dem Erdboden und in der Luft. So entstanden alle, sich gegenseitig beeinflussende Effekte, die 'das Leben' in all seiner Vielfalt erhalten und überleben lassen.

Ein außerdem vorhandenes Regulativ ist die natürliche und daher unwillkürliche Selektion – der dumme Zufall oder besser die durch Kausalität bestimmte Unvorhersehbarkeit - selbst im Chaos herrscht die Ordnung des "es hat alles einen Grund".

'Das Leben' hat sich die materielle Grundausstattung der Erde, die physikalischen und chemischen Bedingungen und selbstredend alle kosmischen Einwirkungen (Sonne, Mond, Strahlung usw.) jeweils zu Nutze gemacht. Daraus bildete sich ein komplexes erdeigenes und sich ständig veränderndes, kommunizierendes (Öko)System. Sogar die sich durch das Leben verändernden klimatischen Bedingungen werden stets zum (eigenen) Vorteil genutzt bzw. in das Anpassungssystem eingebaut. Fast könnten wir sagen „es“ änderte die Lebensbedingungen zum Wohl des gesamten Lebens (z.B. Sauerstoffanteil). Aber natürlich passierte das alles ohne einen Plan, auch wenn das für manche nicht vorstellbar ist und sie von einer göttlichen und damit vorsätzlichen Intervention ausgehen.

Das Leben ist ein sich selbst organisierendes System und der systemimmanente Trieb der Anpassung ist eine permanente Reaktion der Artenvielfalt. Jedenfalls erwuchs daraus der ganz spezifischer Arterhalt der jeweiligen Lebensformen. Auch der Mensch besitzt gegenüber den anderen eine besondere, eben eine arteigene, Strategie sich als Spezies zu ver- und erhalten.

Es ist nicht verwunderlich, dass im Allgemeinen das Wort „artgerecht“, das ich in meinen Texten verwende, auf einen gewissen Widerstand stößt. Den Begriff „artgerecht“ kennen wir zuerst aus der Tierhaltung und es dauerte bis man den Begriff auch auf das Menschendasein anzuwenden begann. Denn noch sieht sich der (patriarchale) Mensch als die Krone einer obskuren Schöpfung und hier macht die moderne Frau nicht wirklich eine Ausnahme. Sich über das naturgemäße 'Biosein' zu erheben, mit Sätzen wie: 'der Mensch ist mehr als nur seine Biologie, er ist auch Geist...', ist daher immer noch ein gern geäußerter salopper Spruch. Als ob 'Geist' keine Form der Biologie wäre.

Den Menschen schlicht und einfach als zugehörige Spezies der Säugetierwelt zu begreifen, thematisiert so manch EineR lieber nicht. Auch wenn wir es längst wissen, dass wir unsere biotische, also unsere lebendige, Grundausstattung von den vorangegangenen Arten ererbt haben, ist die evolutionäre Nähe zu den (nicht menschlichen) Tieren für manche schwer zu ertragen. Als Säugetierspezies erarbeiteten wir uns einst Fähigkeiten, die uns deutlich von anderen Arten unterscheiden und unser Profil als Menschen ausmachen. Der unbedingte Hang zur fürsorgenden Gemeinschaft und Kooperation in den alltäglichen Verrichtungen sowie unsere, dadurch wachsende, Intelligenz hat uns zu einer Art gemacht, die bestimmte Spezifika entwickelten, die auch beim neoevolutinären Menschen immer noch greifen. Die kulturell praktizierte Lebensweise der verschiedenen Menschenarten (es gab, wie wir wissen, mehrere, von denen bis auf eine alle ausgestorben sind) war offensichtlich eine ihr angemessene, also 'artgerechte' Lebensweise, die als Lebensstrategie zur erfolgreichen Verbreitung führte. Fast zu erfolgreich, möchte man manchmal meinen.

Jedenfalls brachte die Menschenspezies immer genügend Nachwuchs hervor, um als Art zu überleben. Dem Nachwuchs wurde in den vom Menschen praktizierten matrifokalen Sozialgemeinschaften die Gelegenheit gegeben sich nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ, also intelligent, zu entwickeln. Das Aufziehen der Kinder gelang daher um so besser, je mehr die Mensch Kulturtechniken ersann und anwendete. Auch andere (Tier)Arten verfügen über Fähigkeiten, die beim Menschen schon als Kultur bezeichnet werden, wie zum Beispiel Tricks, die ihnen helfen besser an Nahrung zu kommen oder raffinierte Unterkünfte zu bauen. Die Menschenspezies wuchs in und mit dieser Naturvielfalt auf und machte sich hier manches zu eigen, u. a. indem sie sich gezielt einiges von anderen Spezies abguckte, Menschen können hervorragend nachäffen. Und die Epigenetik sorgte für den Erhalt der neuen Fertigkeiten.

Der Begriff menschen'artgerecht' umfasst bei mir vieles und ist kein ideologischer Biologismus. Denn es gilt natürlich eines: die biologischen Grundlagen waren zuerst da, daraus entwickelte sich eine für die Spezies sinnvolle natürliche Art zu leben. Und bevor 'der Mensch' begann sich die Welt zu erklären oder sie in seinem beschränkten Verständnis zu interpretieren, ging alles einfach nur naturgemäß zu.

Die arteigene oder auch artgerechte, Strategie des Überlebens der menschlichen Spezies war imho das matrifokale Kontinuum - die generationsübergreifende, geschwisterorientierte und mütterzentrierte Fürsorgegemeinschaft – in der sich eine verfeinerte kulturelle Alltagspraxis und ein soziales Wertesystem entwickelte.

Erst Jahrtausende später, mit der (Entdeckung und) Anwendung der strukturellen Gewalt, der Entwicklung der Waffentechnik und der Unterdrückung anderer Lebewesen (Tierhaltung und -zucht im großen Stil und einschließlich der eigenen menschlichen Art), verunstalteten einige Menschen(Männer) den Rahmen des bisherigen sozialen Gefüges.

Der naturgemäße Ablauf der homogenen mutterbezogenen Bindungsgemeinschaften wurde durch brutale Gewalt (permanente Kriegsführung) und damit einhergehende ideologische Kompression (Entstehung der erst androzentrierten und später monotheistischen Religionen) durch die sich schnell entwickelnden Autokratien, weitgehend zerstört. Unter der Regie diverser Gewaltherrschaften begannen die Menschen als Großgesellschaft zu agieren. Mehr und mehr wurden Individuen von ihren Fürsorgegemeinschaften separiert (Sklaventum, Kriegsgefangene, Handel mit Frauen und Töchtern, die formal "frei" waren). Gerade 'die Frau' verlor im sich bildenden Patriarchat ihre Selbstbestimmung und als Mutter ihren zentralen Platz in der Alltagskultur. Ihre naturgemäße Female Choice wurde systematisch unterdrückt. Um zu Überleben wurden besonders unter der Weiblichkeit Verhaltensweisen entwickelt, die wir als kollektives Stockholmsyndrom bezeichenen können.

Unser urnatürliches und damit menschenartgerechte Gemeinschaftszusammenleben fand in überschaubaren Gruppierungen statt und erscheint mir die erfolgreiche Strategie des 'im Arterhalt integrierten Selbsterhalt' zu sein. Menschenmütter, die über keine Klauen oder Reißzähne verfügen, sich auf zwei Beinen mit nur mit mäßiger Geschwindigkeit fortbewegen und vielleicht dabei schwanger sind oder stillen, werden im Alleingang kaum überlebt haben. Das Wunder des intelligenten Menschen begann innerhalb einer konsanguinen Angehörigengruppen - dem wohlgesonnenen und fürsorglichen Sippenverband, dem Matrifokal. Die Angehörigensippe, bestehend aus Großmüttern, Schwestern, Brüdern, Töchtern und Söhnen bildete die Schutzsphäre um den Kern dieser Gemeinschaften: die Mütter und ihr Nachwuchs ... und alle waren sie durch Geburt miteinander verwandt.

Sie beschützten sich im aktuellen Bedarfsfall gegenseitig vor natürlichen Gefahren. Sie bildeten als dynamische Masse (räumlich und zeitlich) die bewegliche Sicherheitszone für den noch hilflosen Nachwuchs. Hier entwickelte und wirkte das nachhaltige, dem Menschen eigene, Bindungsverhalten - der starke unwillkürliche Drang (besonders des Nachwuchses) zur Angehörigkeit und das Bedürfnis nach Identifizierung mit den Fürsorgepersonen und sonstigen Angehörigen der Gruppe. Das bedeutet: verlässliche und dauerhafte Geborgenheit in einer Verwandtschaftsgruppe zu erfahren, ist ein Erbteil der Menschenart. So wie es für andere Spezies eine Strategie ist in ihrer Bindungsgruppe, der Herde oder Horde, dem Rudel oder Schwarm, zu überleben.

Wenn diese beiden Merkmale, der Drang zur Zugehörigkeit und die Identitätsverortung, in unserer heutigen anonymen Gesellschaftskultur nicht mehr richtig funktionieren, liegt es in der Regel nicht am Individuum, sondern an den kruden Verhältnissen in die es hineingeboren wurde und mit denen es sich sich arrangieren muss um zu überleben. Das zerstörte matrifokale Umfeld wiederzubeleben und in ihm unseren Alltag zu leben, sollte ein Ziel unserer Gesellschaft werden.

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12 Juni 2015

... bei mir sein...

Wir wissen ja was eine Übersprunghandlung ist - oder? Übersprungshandlungen entstehen, wenn man z.B. emotional in einer Zwickmühle steckt, sich unbewusst daraus befreien möchte, sich aber der Situation nicht wirklich stellen will. Es kommt zu einer Art unwillkürlichen (Körper)Reaktion, frau macht abrupt etwas anderes. Sie greift auf bewährte Strategien der Ablenkung zurück (eine Zeitlang fing ich immer unvermittelt an den Geschirrspüler ein- oder auszuräumen – jetzt bin ich weiter... ich habe keinen Geschirrspüler mehr ;-)) ...oder sie wechselt so offensichtlich das Thema, dass es, auch ohne es direkt zu benennen, für alle klar wird: ich will hier raus... ich halte das jetzt hier nicht mehr aus...
frau kann sich auf die, sich entwickelnde, Situation nicht mehr einlassen, möchte dieses Terrain nicht weiter betreten und es kommt zu (unbewussten) Verlagerungsreaktionen. Offene oder diffuse Konflikte werden so vermieden, Entscheidungen vertagt, eigenes Unbehagen zugeschüttet. Offensichtlich ist es, wenn jemand im Gespräch, manchmal mitten im Satz der Gesprächspartnerin, aufspringt und sagt: jetzt muss ich aber wirklich gehen ... bis bald, wir sehen uns!
Der gefühlsmäßige Wechsel, das Hin- und Herspringen, ausgelöst durch emotionale Überflutung, führt bei so mancher regelmäßig zu dem bekannten 'nicht aushalten können', zu einem nicht im Hier und Jetzt sein wollen. Das kann von anderen Gesprächsteilnehmerinnen auch mit der Bemerkung kommentiert werden: bleib doch mal dabei, bleib doch mal bei dir! Diese Art des „Bei-sich-bleiben“ meint nicht das uns antrainierte Unbewusstsein und schon gar keinen äußeren Zustand, in den ich mich zurückziehe und damit separiere.
Das 'Bei-mir-sein' ist meine (innere) Verfassung, meine bewusst wahrgenommene Befindlichkeit, meine mich selbst reflektierende und im Äußeren eine akzeptierende Wahrnehmung.
In unserem Kulturkreis sind wir gewohnt mit einer (psychische) Befindlichkeit zu leben, die sich mir als eine destruktive (Dauer)Anpassungsleistung darstellt und die ausgelöst durch die Dressurleistung unser Erzieher, nachhaltig unsere Empfindungen manipuliert. Bemüht die Forderungen anderer zu bedienen, taumelt das unbewusste Ich durch den patriarchösen Alltag, eifernd die Erfüllung der Wünsche all der Über-Ichs umzusetzen, die seit unserer Kindheit in uns wohnen. Da wäre das 'ja nicht Auffallen wollen' und das 'nicht 'aus der Reihe tanzen' oder die Suche nach dem Prinzen fürs Leben. So manche Dauerrebellin behauptet gern an dieser Stelle: ich habe mich immer aufgelehnt und mir nie was gefallen lassen... aber dieses 'gegen alles sein' was mich umgibt und an mich herangetragen wird, heißt noch lange nicht, dass ich deshalb 'bei mir bin'. Vor lauter Rebellion wird meist vergessen zu fragen: Wer bin denn ich? Welche wunderbare Frau steckte bereits in mir, bevor das Patriarchat und seine Erziehungsmethoden über mein prägsames Kinderhirn und wehrlosen Körper herfielen? Bevor ich dem Frauenbild der aktuellen Kultur einverleibt wurde und ich dem kollektiven Stockholmsyndrom anheimfiel?
'Bei mir sein' ist die abgeschlossene Suche nach mir selbst, der nicht immer leichte Weg in meine bewusste Mitte - das Ankommen im Kern der Weiblichkeit. Wenn ich bei mir bin, sehe ich klar und auch besonders das, was mich umgibt. Wenn ich aufgehört habe mir selbst etwas vorzumachen, können es die anderen auch nicht mehr. ich bin ganz bei mir ohne die Welt aus allen meinen Sinnen zu verlieren.
Kinder sind ein gutes Beispiel für diese Form der Aufmerksamkeit - im Spiel versunken sind sie ganz bei sich und ihrem Tun, aber sie merken sofort, wenn die Mama den Raum verlässt, auch wenn diese noch so leise ist. Der Instinkt des Kontinuums ist immer wach und ich bin sein Mittelpunkt. Die energetische Verbundenheit in der geborgenen Welt, die uns als Gruppenwesen angeboren ist, musste erst systematisch zerstört werden, um uns an die einsame, die ungeborgene Welt der Patriarchose anzupassen.
Wir durchliefen die Phasen, in denen wir lernten unseren Sinnen nicht zu trauen, unseren Schmerz nicht zu fühlen, unsere Einsamkeit nicht mehr wahrzunehmen. Dieser unnatürliche Prozess führte uns von uns weg. Seitdem sind wir auf der ewige Suche nach uns selbst und unserer Rückbindung an die Geborgenheit der Mütterlichkeit. Wir sind kollektiv auf der Suche nach dem Anschluss an das weibliche Energiefeld, das aus Zugehörigkeit und Fürsorge erwächst und nicht im Abgetrenntsein und in der Beliebigkeit entsteht.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, die auch zu den Frauen gehört, die ihren Weg zu sich selbst ohne ihre Mutter zurücklegen musste, da diese das eheliche Geiseltum, das ihre Geisteshaltung prägt, nicht verlassen kann oder will (und dazu muss der Ehemann nicht einmal mehr am Leben sein). Aber diese Freundin hat andere Unterstützung auf dem Weg in ihre Mitte z.B. eine Tochter, eine Enkeltochter... so etwas kann sehr hilfreich sein, um bei sich selbst anzukommen...
denn ich kann meinen Platz in der Gesellschaft nur einnehmen, wenn ich weiß, wer ich bin und wenn ich auf meiner Seite stehe... also: bei mir bin!



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20 August 2014

ahnen und wissen

Heute mal wieder ein Auszug aus einem (leicht überarbeiteten) Kommentar, den ich in einer geschlossenen FB-Gruppe gepostet habe und der nicht nur meine Haltung zum Thema "Relgion und esoterische Verzückung" klarstellt, sondern auch die Göttin unserer frühen Steinzeitahninnen etwas in Frage stellt:

... ich sehe nicht nur die gesamte Religionsverwobenheit unserer derzeitigen Kultur eher kritisch und differenziert, sondern bin auch nicht wirklich gewillt in jeder der tausend weiblichen Figurinen des Paläolithikums den Nachweis einer frühen Göttinenreligion zu erkennen. Je länger ich in dieses Thema eintauchte, desto weniger Geduld bringe ich diesen Konglomeraten aus allen möglichen Versatzstücken patriarchöser Religionen und Lehren, germanischen Götteransammlungen sowie diversen New Age – Vorstellungen des 'Alten Pfads' auf, die alle ihre Wurzeln letztendlich in der patriarchösen Gewaltgesellschaft haben. Wenn Frauen heute noch an gewissen Religions- und Glaubenszugehörigkeiten festhalten, dann sehe ich es eher als Komponente des kollektiven Stockholmsyndrom der Patriarchose an.

Trotzdem gehe ich davon aus, dass die Frauen der frühen (matrifokalen) Gemeinschaften innerhalb ihres Alltags so etwas wie Rituale ausführten. Meines Erachtens dienten sie aber weniger einem Göttinnenkult (so wie das heute gern tradiert wird), sondern waren aller Wahrscheinlichkeit nach ein wohldurchdachter Bestandteil ihres Alltags – eine unterstützende Handlungsroutine, Erinnerungshilfe und kultische Weitergabe des erworbenen Wissens in die nächsten Generationen. Auch eine Ahninnen-Verehrung wird es relativ früh gegeben haben, denn eine der menschlich-evolutionären Strategien ist die (inter)aktive individuelle und kollektive Erinnerung. Ich würde diese frühen Wert- und Weltvorstellungen als Memplexe ansehen, die allerdings keinen starren Strukturen unterworfen waren und sind.

Ideologien, die zur Unterfütterung diverser Religionsvorstellungen dienen und die ihren Mitgliedern vorschreiben, wie sie zu glauben und zu handeln haben, entstanden meines Wissen erst unter einem patriarchalen Vorzeichen. Starre angepasste und ankonditionierte Formen sind naturgemäß keine weiblichen Intentionen - innerhalb der Natürlichen Mütterlichen Ordnung ist das Individuum frei und artgerecht eingebunden in eine menschliche Angehörigen- und Fürsorgegemeinschaft.
 
Die, auf den naturbedingten Strukturen des Lebenserhaltes beruhenden Subroutinen der Alltagsabläufe unserer Ahninnen, werden heute, in Anlehnung an die noch vorhandene indigene Praxis, auch gern als Schamanismus bezeichnet ... aber all die Heilerinnen und Schamaninnen und Seherinnen waren imho keine besonderen Ausnahmefrauen, sondern einfach nur die Mitglieder der matrifokalen Fürsorgegemeinschaften. Denn auch damals gab es sinnvollerweise eine sozialfördernde Arbeitsteilung in dem generationsübergreifenden und geschwisterlichen Miteinander. In ihrem ganz banaler Alltag praktizierten unsere Urmütter die Grundlagen ihrer lebenserhaltenden Kultur innerhalb der artgerechten Erfordernisse.
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09 Juli 2014

ich sage es immer wieder gern


Jede ursprüngliche Kulturtätigkeit ist ein Nebenprodukt des (menschlichen) Arterhalts...

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01 Juni 2014

Stichwort: Patriarchat

... zu der Frage: " Und was könnten deiner Meinung nach noch die Gründe sein, dass der Mann versucht hat selbst zu "schöpfen"...?" schrieb ich folgenden Kommentar.
 

... das in die Kürze eines Kommentars zu fassen ist nicht einfach, aber ich versuche mal meine Theorie zu komprimieren...
Nicht die Entdeckung der Zeugungsbeteiligung (auch Vaterschaft genannt) und der daraus vermutete "Gebärneid", brachte letztendlich den gesellschaftlichen Wandel weg von der Natürlichen Mütterlichen Ordnung, sondern die ersten Raubzüge und die daraus erwachsende gewaltsame und skrupellose Vereinnahmung des Lebensraumes anderer indigener Gruppen (später Völker genannt).
Ich stimme hier auch, zumindest teilweise, der Theorie von James DeMeo (Saharasia ) über die Auswirkung der Wüstenbildung auf den menschlichen Lebensraum zu. Natürliche Veränderungen, wie extreme Klimaveränderungen, Naturkatastrophen und dann die ersten landschaftsverändernden Eingriffe in die Natur ihres Lebensraums durch die Menschen selbst, führten unter anderem zu einem Verlust an Nahrungsressourcen und Landschaftsidentität. Die Menschengemeinschaften gerieten unter den nicht zu ignorierenden Druck ihre ungestört bewohnten Entwicklungsräume aufgeben zu müssen. Liegt in ruhigen (sesshaften) Zeiten der weibliche Anteil der Gruppen zahlenmäßig eher über dem männlichen Anteil, kann durch (langanhaltende) Wanderungen (mit Fluchtcharakter) die innersoziale mütterliche Kraft, stark beeinträchtigt sein.
Auf der 'Flucht', vor was auch immer, verliert der mehr als hälftige
weibliche Anteil der Gruppe (vor allem bestehend aus Müttern und ihren Kindern) weitaus eher an Potential und braucht später beim erneuten "Ansiedeln" eine längere Zeit um wieder die optimale innere (mütterliche) Ordnung herzustellen. Gerade wenn ältere Mütter die Wanderungen nicht überlebten, fehlte der Gruppe ganz schnell auch mal, das praktische, aber auch das ethische Gedächtnis. Der doch eher wettbewerbsorientierte Mann braucht in der Regel das kollektive zukunfts- und lebenszugewandte, weibliche (sprich mütterliche) Korrektiv.
Für den konkurrenzorientierten Mann ist der essentielle Kontrollverlust, der mit Lebensraum-Veränderungen einhergeht, nicht unbedingt ein Anlass sich eine größere humane Kompetenz anzueignen, wie wir bis heute feststellen können. 

Die Impulse des männlichen Individuums zuerst selbst überleben zu wollen, könnte durchaus zu den (gewalttätigen) Männerhorden geführt haben, die den Grundstein zu ersten Männerherrschaften legten. 
Diese ersannen dann zur Unterfütterung und Rechtfertigung, vor sich selbst und anderen, die heute immer noch gut bekannten Ideologien - die uns als (Vater)Religionen geläufig sind. Es sind jedoch wie gesagt ideologische Konstrukte und Theologien, die allesamt auf die ursprüngliche Rückbindung an 'Die Mutter' nicht nur verzichteten, sondern diese nach und nach verdrängten und vernichteten.
Diese Vaterrechtsvertretung betraf sowohl den jeweiligen privilegierten männlichen Erstplatzierten in der neuen hierarchischen Ordnung sowie Unmengen von männlichen Gottheiten bis hin zum monotheistischen omnipotenten Vatergott.
Der Vorsprung der Mobilität durch
Zug- und Reittiere zu Beginn der patriarchalen Verhältnisse begünstigte die (unnatürlich männerlastigen) Horde und unterstützte die hierarchisch strukturierte Herrschaftsform. Den Beginn von Terror können wir uns hier leicht vorstellen. Terror, das Ausüben von Gewalt zur Abschreckung, wurde zur gängigen Strategie und zur Prävention gegen Aufmüpfigkeit und natürliche Lebensart. Der nunmehr destruktive Mann erklärte sich zum Schöpfer durch Zerstörung der natürlichen Bedingungen und seiner Neuordnung durch Unterwerfung und Ausbeutung. 
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28 April 2014

Brief an eine Tochter (im Geiste)

… immer wieder lese ich in diversen Foren und FB-Gruppen oder erfahre in Gesprächen von traurigen bis unglücklichen und trotzdem scheinbar nicht aufzulösenden Beziehungen* zu Partnern (die sich letztendlich nicht wie welche benehmen). Dabei suchen die Betroffenen nach Auswegen und möglichst dauerhaften Lösungen. Einmal um ihr persönliches Dilemma zu beheben und um zu retten, was zu retten ist. Denn die (große) Liebe muss gerettet werden, das ist doch wohl klar – diese Einstellung gehört zu unser aller Konditionierung. Die Liebe zu retten heißt, sich selbst zu retten. Aber warum ist das so?

Also hier der anderer Blickwinkel, der ein wenig weg von der allzu unmittelbaren persönlichen Betroffenheit hin zu einem gesamtgesellschaftlichen Einblick führt. Und was soll das bringen?
Wenn eine Liebeskummer oder Beziehungsprobleme hat, dann ist wahrscheinlich das Letzte was sie tut, ihr persönliches Leid mit der kollektiven kulturhistorischen Entwicklung der Gesellschaft in Zusammenhang zu bringen. Warum auch, bringt uns doch das Wissen um geschichtliche Relevanz in der Regel erst einmal keine Linderung oder konstruktive Erneuerung.

Stimmt! Aber auch eine noch so innige Beziehung zu einem (Liebes)Partner ist keine immortale bzw. statische Angelegenheit, sondern wie das gesamte menschliche, also arteigene Zusammenleben, ein interaktiver (Fürsorge)Prozess. Wir wollen uns, auch über das erotische Verlangen hinaus, einander gut tun.

Früher oder später fragen sich die Leidtragenden in Krisen oder im Scheitern ihrer Beziehung,
a) wie und warum kam es zu meiner aktuellen (Lebens- bzw. Liebes)Gemeinschaft und
b) warum gerät der, doch allgemein als unauflöslich angesehene Pakt der Paarbeziehungen oder Ehe, immer wieder ins Wanken?


Unsere heutige (westliche) Gesellschaft besteht und das war nicht immer so, aus Singles oder Paaren (eventuell mit Kindern), die weitgehend isoliert unter der Herrschaft der Arbeitswelt ein adaptives, mobiles und überwiegend auf die Erwerbsarbeit abgestimmtes Leben führen. Zu unseren sozio-kulturellen Vorgaben der kollektiven Lebensgestaltung gehört die frühe Prägung eines jeden Heranwachsenden auf einen, noch unbekannten, künftigen Lebenspartner. Das Ganze wird inzwischen als serielle Monogamie praktiziert. Eine jede Person hat sich mit dem Erwachsenwerden aus den Herkunftszusammenhängen (und das eher früher als später) zu lösen und seinen natürlichen, also angeborenen Drang nach sozialer Gemeinschaft und Zugehörigkeit dauerhaft in der möglichst innigen Beziehung mit einem bis dahin fremden Menschen zu suchen.


Unsere heutige (westliche) Gesellschaftskultur funktioniert inzwischen wie eine riesige Single-Börse, in der das Individuum sich eines Partners versichern muss. Der Anspruch besteht von Anfang an darin, dass die Partner (auch wenn sie noch blutjung sind) sich die Geborgenheit und Fürsorge, die zu einem erfüllten Menschenleben gehören, einander angedeihen lassen. Sie müssen sich gegenseitig die Gefühls- und Energie-Nähe der zurückgelassenen Herkunftsfamilie ersetzen. Der Sieg der, in den Medien allgegenwärtigen, romantischen Liebe und eine angestrebte lebenslangen Befriedigung des erotischen Verlangens sind hier und heute die Steilvorlage.


Das alles ist nicht wirklich artgerecht.
Über den langen Zeitraum des Jahrtausende umfassende Patriarchat, wird 'die Frau' immer wieder aus ihrem natürlichen (matrifokalem) Herkunftszusammenhang gelöst und irreversible von der direkt zugewandten und somit energetischen Fürsorge durch eine konsanguine Angehörigensippe getrennt.
Die naturgemäße Ordnung der frühen egalitären Matrifokalität wird ignoriert, unterdrückt und im modernen westlichen Alltag unmöglich gemacht.


Heutzutage denken wir nur noch in Paarkonstellationen (Beziehungen) bzw. erfassen die Kleinfamilie, das tragische Mangelkonstrukt der Moderne, als die rechtmäßige Lebensgemeinschaft für jedermann, jedefrau und jedeskind. Die (einzige) anerkannte Grundlage dieser Minieinheiten ist die (romantische) Liebe zwischen zwei erwachsenen Personen, die sich auf dieser Basis zu der kleinstmöglichen wirtschaftlichen Beziehungseinheit zusammen tun. Eine solide Alltagsexistenz und somit auch der künftige Fürsorgeraum für Mutter und Kind, wird so auf der Grundlage flüchtiger Emotionen aufgebaut und wie gut das tatsächliche funktioniert, lässt sich in eigener Anschauung, der Literatur und den Medien verfolgen.


Das Ideal der klassischen Ehe (treu bis zum Tod) wurde bisher, wie die Geschichte zeigt, nur durch rigide und enge moralische, also misogyne, Gesetzesvorgaben halbwegs durchgesetzt. Trotzdem wird mehr denn je an diesen tradierten gesellschaftlichen Vorgaben festgehalten. Hier kann sich jedeR Gedanken machen, warum das wohl so ist.

Was haben diese, von mir aufgeführten Grundeinsichten nun zum Beispiel mit HSP** oder einer Scanner-Persönlichkeit zu tun?

Ich behaupte, was uns HSPlern oder Scannern (gerade den weiblichen) das Leben oft so schwer macht, ist die ungeheure Sehnsucht (die fast immer nur als diffuses Gefühl zugelassen wird) nach einer artgerechten, vielfältigen und gefühlsmäßig erfüllten Alltagsnähe zu wohlwollenden und auch verständnisvollen Menschen, die uns (er)kennen, unter denen wir uns ungezwungen bewegen und entfalten können.


Ein energetisch interaktives Zusammenleben (und -arbeiten) mit unseren Bindungsangehörigen, in einem geschwisterlichen und generationsübergreifenden Sinn, ist unser ursprüngliches, arteigenes Programm. Erotik und Sex mit einem Liebespartner waren auch vor Zeiten höchstwahrscheinlich eher das Sahnehäubchen im Alltag eines Erwachsenen.


Ein (moderner) Partner, der sich erst einmal nach dem Kennenlernen einen Überblick über die Person, die jetzt zu seinem Leben gehören soll, verschaffen muss, ahnt meist nicht einmal mit welchem Potential er es bei seiner PartnerIn tatsächlich zu tun bekommt. Zugleich wird erwartet, dass sie bzw. er den den gesamten Background an Zuwendung und Fürsorge, den artgerechterweise ein jeder Mensch braucht, ersetzen soll.


Wir alle, besonders als Teilnehmer der westlichen Moderne, sind in die Kargheit der Kleinfamilien und der späteren Vereinzelung hineingeboren worden und erwarten nun das Heil von einem Partner, der in der Regel selbst in seinen eigenen Mangel verstrickt ist. Hochsensible Menschen, die von Geburt an diese Mängel besonders deutlich verspüren dürften, müssen sich jedoch wie jeder andere auch mit den Parametern unserer Gesellschaft irgendwie abfinden.


Es wäre also eher hilfreich, dass Spektrum der eigenen Erwartungen an die Welt um uns herum, kräftig auszuweiten. Je enger wir unsere Welt gestalten, um so weniger erhalten wir auch von der, für uns so essentiellen, Zuwendung. Wenn unsere Gefühls- und Gedankenwelt nur noch um den sogenannten Partner kreist (und um das Problem, das wir mit ihm haben), dann müssen wir uns nicht wundern, dass sich das Leben wie „in einer Schneekugel gefangen“ anfühlt (Zitat einer Betroffenen). Nehmen wir also einerseits aktiv alle uns Nahestehenden, allen voran unsere Bindungsangehörigen, in unseren bewussten Alltag und in unserer tätige, verantwortungsbereite Aufmerksamkeit auf und halten weiterhin unsere Sinne offen. Leider ist es für die / den Einzelne(n) oft kaum möglich ad hoc eine unmittelbare Veränderung herbeizuführen und bestimmte Transformationen sind auch einem, sozusagen evolutionären, Tempo unterworfen.

Doch ist es immer hilfreich schon mal mit dem eigenen Umdenken zu beginnen und sich somit aus der Schleife von Selbstbezichtigung und unrealistischer Erwartung zu lösen. Jedenfalls wird es uns auf keinen Fall schaden den tradierten (zähen) Mainstream und seine „Liebesparameter“ für jedermann, auch mal zu hinterfragen. Sowie mit sich selbst und dem meist genauso überforderten Lebensgefährten etwas Nachsicht zu üben. Und vergessen wir vor allem nicht das Beispiel, dass wir unseren Kindern geben. Ich wünschte, mir hätte das eine wohlwollende Alte zu meiner Zeit gesagt...


* ich war auch mal eine Beziehungsgeschädigte...
** ... HSP - für 'hochsensible Personen', engl. 'Highly Sensitive Person'
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08 April 2014

Stichwort: Großmutterhypothese

aus einem Kommentar:

... es ist ein wirklich interessanter Ansatz, sich auch die Tierwelt bezüglich des Alters anzusehen... das Gen der Langlebigkeit hat jedenfalls nicht erst die Spezies Mensch entwickelt, wie wir wissen. Das einzelne langlebige Wesen profitiert somit von diesem arterhaltenden Vorteil und der biologische Sinn des Lebens ist sein eigener Erhalt.
Einmal in Gang gesetzt, ist Leben ein Selbstläufer und der Sinn seines Daseins ist sein Fortbestehen.
Die (menschliche) Art zu erhalten baut auf vielen Strategien auf. Entscheidend in der Menschen-Evolution war imho die Gruppe, bestehend aus konsanguinen Angehörigen, welche die mobile Schutzsphäre für den Nachwuchs bildete. 
In diesem natürlichen Grundkonzept findet auch die sogenannte Großmutterhypothese ihren Platz. Sie besagt, dass die, über die Menopause hinaus, länger lebende Frau eine entscheidende, die Art(erhaltung) fördernde Funktion innehatte und deutet damit das eben genannte, grundlegende, gruppenkollektive Fürsorgeverständnis an.
Das wird, meiner Meinung nach, immer noch nicht genug herausgestellt, dass die Großmutter (auch als Synonym für den Anteil der Älteren in einer Gemeinschaft) ein wesentliches Regulativ der (Menschen)Gemeinschaft ausmacht und das menschliche Dasein bereichert.
Auch andere Spezies sind je nach sozialer Organisation, auf das Erinnerungspotential der älteren und somit erfahreneren Teammitglieder angewiesen. Irgendwo habe ich gelesen, dass es beispielsweise für die heute existierenden Elefantenherden ein großes Problem darstellt, dass es kaum noch richtig alte Elefantenkühe gibt. 
Diese unersetzlichen Trägerinnen des Erfahrungsgedächtnisses, das sich über viele Jahrzehnte erstreckt und klimatische und jahreszeitliche Abläufe, verschiedene Gefahrensituationen sowie das basale optimale Elefantenleben gespeichert hat, zeigen ihren Nachkommen wie es geht, ein zufriedener Elefant zu sein und ebenfalls sehr alt zu werden. Und nur so zur Erinnerung - ein alter Elefantenbulle unterrichtet die Kleinen jedenfalls nicht, im Gegenteil sie werden von ihm ferngehalten.
Auch unser frühes menschliches Zusammenleben, die mütterlich und geschwisterlich geprägte Lebensgemeinschaft in der matrilinearen Gruppe bzw. Sippe, stellte nicht nur die Schutzsphäre für den Nachwuchs, sondern beschützte auch das wissende Potential der Gruppe, das durch die alten Mütter repräsentiert und getragen wird.
Wenn in generationsübergreifenden Lebensgemeinschaften keine älteren Frauen mehr den aktiven Alltag beleben, weiß vielleicht eines Tages keiner mehr, wie Menschlichkeit wirklich funktioniert. 


13 November 2013

Wiederholungen

... sind im Fernsehen sehr beliebt... und es gibt tatsächlich bestimmte Dinge, die kann frau nicht oft genug wiederholen... deshalb stelle ich hier mal einen Querschnitt aus ein paar meiner Kommentare zusammen!
Ich beantworte nun mal zu gern die nicht oft genug gestellte Fragen zu matrifokal organisierten Gesellschaften, zu Stellung der Mütter von der Prähistorie bis heute, zur Sicht auf die Geschlechter, zum Patriarchat und zu der Definition von noch anderen relevanten Begriffen...


Wiederholungen - die Erste

Was wissen wir denn inzwischen genau? Es gibt eine sich seit ungefähr siebentausend Jahren immer weiter steigernde Patriarchalisierung und es gab davor Jahrtausendelang "etwas“ so ganz Anderes. Und das ist imho der (entscheidende) Teil, in dem die Mensch mit ihren außerordentlichen Fähigkeiten entstand, indem sie soziale Gebilde schuf, in denen "der Mensch" zum Menschen wurde. Diese, auf einer Natürliche Mütterlichen Ordnung beruhenden, Gemeinschaften organisierten sich in matrifokalen Strukturen, in denen Menschen in matrilinearer Herkunftsbindung lebten, wie ich schon oft ausführte.

Die Übergänge von den matrivivialen (egalitären) Lebensbedingungen in das sogenannte Patriarchat sind bereits von seiner Entstehungen an durch männlich dominiertes Religionsgeschehen sowie nachhaltig von Gewalt und Sexualdominanz gekennzeichnet. Die feingesponnen Ideologien der Vater-Superiorität, besonders die mit monotheistischem Hintergrund, verschieben seitdem den Sinn menschlichen Zusammenlebens hin zu einer steten Anerkennung der gewaltsam eingeführten Hierarchie durch privilegierte, omnipotent auftretende, männliche Herrscher. Die paar Frauen, denen gestattet wurde, sich an dem Spiel um die Macht zu beteiligen, können wir getrost vernachlässigen.

Was ist dieses davor? Die soziale Einheit der Fürsorgegemeinschaften, bestehend aus Angehörigen in matrilinearer Herkunftsbindung (konsanguin), bildete einst die Schutzsphäre für Nachwuchs und Sippenmitglieder der menschlichen Spezies und wird von mir als Natürliche Mütterliche Ordnung bezeichnet. Ich sehe diese Lebensweise als die menschenartgerechte Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben eines jeden Individuum in sozialer Einbindung an. 


Hierarchie ist eine Ordnung, die in sich eine Abstufung enthält. Eine Rangfolge oder Stufenordnung, die der Wortbedeutung nach eine „heilige“ Rangordnung ist und innerhalb eines Gebildes, sozusagen einem Jeden seinen Platz zuweist. Allgemein steht hinter Hierarchie das Verständnis von einem (gottgegebenen) Oben und einem (erduldeten) Unten. Und „archie“ wird auch hier als Herrschaft verstanden und angewendet, indem der Ursprung weg von den Müttern, den 'Patres' zugeordnet wird.

Eine natürliche (biologische) Hierarchie ist eher absurd. Da sich bestimmte scheinbare Rangfolgen zum Beispiel unter den Männchen einer Spezies, immer als ein Prozess der laufenden sozialen Interaktionen gestaltet. Von einer Hierarchie könnten wir imho erst dann sprechen, wenn der Sohn des Oberaffen die Position des Vaters erben und das ganze durch eine Exekutive unterstützt würde. Oder dieser eine Art Nachfolge inszeniert. Das halte ich als das immer wieder auftretende Missverständnis, dass gesellschaftlich geschaffene Strukturen als eine Art Naturgesetz gesehen werden.

Für das Mutter-Kind-Verhältnis ist daher der Begriff Hierarchie auch nicht passend. Das Kind ist schließlich kein Untergebener der Mutter. Selbst wenn wir uns die Mutter als Mittelpunkt des Lebenskreises vorstellen, besteht doch grundsätzlich keine Abstufung – wir sind als sozial bezogene Wesen energetisch vernetzt und gleichwertig.

Hierarchie ist ein patriarchöses Konstrukt, das als natürliche Gesetzmäßigkeit gehandelt wird. Die „Hieros Gamos“ (oder Heilige Hochzeit) ist meiner Ansicht nach, bereits ein durch und durch patristischer Ritus. Ein König erhält die Weihen und seine Legitimation durch eine Verbindung mit einer Göttin, die durch eine Priesterin-Königin verkörpert wird. (siehe auch Barbara G. Walker)

Die Tatsache, dass bereits eine Herrschaftsstruktur eingeführt wurde um größere Landstriche und viele Menschen zu kontrollieren, beweist die Anfänge bzw. die Existenz eines funktionierenden patristischen Systems. Einzelbesitz und seine Vererbbarkeit stehen dem vorherigen Gemeinschaftseigentum gegenüber. Das Benutzen des noch vorhandene Brauchtum der Interaktion und Verehrung mit einer Göttin oder göttlichen Mutter, beruhend auf weiblichen Werten, dient hierbei der Legitimation männlicher Macht.

Diese
scheinbare friedfertig Übergangszeit setzte meist erst dann ein, nachdem zuvor gewaltsam eine Unterwerfung der jeweiligen indigenen Gemeinschaft erfolgt war. Diese Art der patriarchalen (gewaltsamen) Inbesitznahme fand mehrfach in der Geschichte statt, auch Mitteleuropa war irgendwann davon betroffen. Und die Verheiratung von sogenannten „Erbprinzessinnen“ mit den Erobern findet sich in mancher literarischen Bearbeitung wieder.

25 Juli 2013

wir werden nicht von alleine klug...

...ein Ausschnitt aus einem Kommentar und die Erweiterung dieses Gedankens...

Der Mensch, das Individuum, wurde und wird auch weiterhin nicht aus dem Nichts heraus klüger. Und wie wichtig ist denn das (heutige) Klüger werden überhaupt, wenn es nur auf den Versuch abzielt, die Gesetze der Natur und deren Zusammenspiel innerhalb dieses sich selbstorganisierenden Systems zu durchdringen und womöglich manipulieren zu können? Das erhoffte Klügerwerden und das Verstehenwollen wie die „Schöpfung“ funktioniert, entspringt imho dem Kontrollwahn des patriarchalen MM (Menschenmann).
Wir kommen mit bestimmten, lange vor der patriarchalen Welt angelegten Anlagen zur Welt – die Mensch ist eine kühne Kombination aus dem Genpool der Vorfahrinnen und den
epigenetischen exklusiven individuellen Zutaten. Natürlich prägen uns auch Vateranteile, aber die mütterliche Eizelle ist der Ursprung eines jeden Individuums. Viele unserer rekombinierten Anlagen werden im Laufe unseres Lebens wirksam (manche auch nicht), je nachdem wie sie zu dem Lebensumfeld, in das wir hinein geboren werden, passend sind. Es werden die Anlagen aktiviert, die gebraucht werden um in einem bestimmten Erdenkreis, in einer vorhandenen Kimazone und entsprechenden Landschaftsbedingungen, zurecht zu kommen und zu überleben. Jedes Menschenkind bringt in der Regel die Möglichkeiten mit, sich an seine Welt, in die es hinein geboren wird, optimal und nachhaltig anzupassen.
Die aktive Voraussetzung dafür ist natürlich die permanente Interaktion in einem intensiven Bindungskreis – der Angehörigengruppe, die den Nähekreis bildet. Ständige Nähe zu anderen, sich wohlwollend verhaltenden, Menschen, bedeutet ständiges Interagieren mit nahestehenden Körpern und Gehirnen. Hier wird unsere Lebensklugheit ausgebildet.
Wenn dieser Bindungskreis für ein Neugeborenes nur aus einer Mutter und eventuell einem Vater in einer modernen Wohnschachtel besteht, haben wir hier bereits einen empfindlichen Mangel an menschlichen (interaktiven) Impulsen für das Baby. Auch liegt es in der angeborenen menschlichen Natur, dass das Kleine einen weiblichen Background erwartet. Das ist unsere prä-natürliches Erbe. Leider finden nach der Geburt unsere Kinder diesen artgerechten Zustand nicht mehr vor.
Dieser spür- und sichtbare Mangel wird in unserer derzeitigen westlichen Kultur nicht nur völlig ignoriert, sondern die Kleinfamilie, diese Kümmerversion einer menschlichen Lebensgemeinschaft, als höchste Entwicklungsstufe gepriesen. Vielleicht mag das ja ein Idealraum für den (modernen gefühlsarmen) angepassten Erwachsenen sein, das Kind, das in diese Welt hineingeboren wird, erwartet unwillkürlich von seinen Anlagen her ein Urzeit-Sippengefüge und mindestens ein Empfangskomitee bestehend aus Müttern und Großmüttern und Generationen-Schwestern.


Die hochgejubelte soziale Vaterschaft unser Zeit ist eine Mischung aus patriarchöser Ideologie und einem verzweifeltem Erhalt des Paargedankens (Ehe, etablierte Paarbeziehung, Kleinfamilie) und stützt sich in der Praxis letztendlich auf die einstigen Aufgabenbereiche der (matriarchalen) Mutterbrüder.

Der heutige Vater eines Kindes (der im Idealfall den Erzeuger, im Sinne von Verursacher, und den sozialen Versorger in sich vereinen soll) hat im Alltag mehrere Rollen zu erfüllen - die des permanenten Liebhabers der Mutter, des Versorgers bzw. Ernährers und die, als alleiniger Ersatzmann, um die nicht artgerechte Leere auszufüllen, welche durch die nicht mehr vorhandenen Sippenangehörigen entsteht. Letzteres ist von ganz wesentlicher Bedeutung und kann gar nicht von einem einzelnen Menschen aufgefangen werden.

Leider unterliegen wir dem modernen Wahn, dass der einzelne Vater die Rahmenbedingungen und die Gegebenheiten der Patriarchose bei (seinem) Kind auszugleichen hat. Der einzelne Mann muss also für die patriarchösen Hybris seinem Nachwuchs gegenüber gerade stehen. Wäre es da nicht klüger, wenn auch er sich endlich wieder seiner Muttersippe zuwendet, in der er am besten aufgehoben wäre.

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30 April 2013

Matrifokal


Von der Idee die Muttersippe wieder aufleben zu lassen
ein Kommentar von Stephanie Ursula Gogolin

... vor ein paar Wochen dümpelte im Netz die Testpedition: Gesetzliche Einführung eines alternativen Familienmodells zur Ehe (wahlweise)* vor sich hin. Die Petition ist bei 52 Stimmen steckengeblieben. Da das seit Jahren mein Thema ist, ich fasse hierzu meine Gedanken zusammen:
Im Gegensatz zu herkömmlichen Meinungen gibt es imho keine alternativen Familienmodelle, sondern nur verschiedene Spielarten des Klassikers „Familie“. Die Grundlage der Familie ist immer das Paarkonstrukt auf der Grundlage von Sexualität und (romantischer) Liebe und, heute mehr denn je, unter Ausschluss der Herkunftsangehörigen - sprich unseren Blutsverwandten. Zwischen der Intention einer Familie und der wie neu daher kommenden Idee eines sogenannten Matriclan, der auf der konsanguinen**, der natürlichen Müttergemeinschaft fußt, liegen daher Welten.
Denken wir doch bitte daran, was die „Familie“ einst eigentlich war - der Herrschaftsbereich eines privilegierten Mannes. Mag sich auch in unserer derzeitigen Kultur inzwischen diese Bedeutung verwischt haben und der modern daher kommende Trend hin zum partnerschaftlichen Paar gehen, es bleibt doch ein bestimmter Effekt bestehend: Zwei Fremde (Nicht-Verwandte) verbinden sich per Bereitschaftserklärung zu einem Paar mit der Absicht ab sofort in allen Bereichen ein gemeinsames Leben führen zu wollen. 
Das muss heutzutage nicht mehr unbedingt in einer bindenden Eheschließung enden, denn die unverbindlich-verbindliche Beziehung ist schon länger gesellschaftsfähig geworden. Manche probieren dabei ihr ganzes Leben lang aus, ob der jeweils Andere der „Richtige“ ist und manchmal ist es ein ständiges Kommen und Gehen. Die meisten der Paare leben dann in einer seriellen Monogamie und betreiben nebenbei eine Kleinfamilie. Unsere Gesellschaft ist daher heute zunehmend von der Familienspielart „Patchworkfamilie“ durchsetzt, in der die Kinder bereits die, von ihnen zukünftig erwartete, Flexibilität üben können, die das Wirtschaftsleben ausmacht.
Die Beinahe-Gleichberechtigung der Frau in unserer Gesellschaft lässt uns immer wieder gern übersehen, dass die bestehende Gesetzeslage vor allem die eheliche Verbindung, sprich das heteronormative Paar, schützt und fördert. Das Ehepaar gilt als klassische Grundlage der Familie und schließt inzwischen außer den Kindern, alle anderen Mitglieder beider Herkunftsfamilien rechtlich aus. Ein Gemeinschaftsleben im matrilinear-matrifokalen Verständnis ist derzeit weder im Mainstream noch in den Gesetzen des Staates vorgesehen. Das gilt es zu ändern.
Der hier als Alternative aufgezeigte Matriclan hat als Grundlage die Struktur einer Muttersippe, matrilinear und matrilokal, also so wie sich ursprünglich die Basis des menschlichen Zusammenlebens gestaltete. Dass die konsanguine Matrigemeinschaft, hier Matriclan genannt, nicht nur wirklich eine Alternative zur etablierten Kleinfamilie wäre, sondern bestimmt die bessere Variante sein wird, wurde in dem avaaz – Vorschlag klar benannt. Natürlich ist dieses Projekt noch lange nicht zu Ende gedacht. Vielleicht ist es in manchen Punkten noch zu futuristisch, aber es besitzt das Potential zur Bewegung anzuwachsen - ähnlich der nicht mehr tot zu kriegenden Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen. Und ich bin überzeugt, die beiden Ideen bedingen einander und werden eines Tages in der Praxis zusammenwachsen.
Es geht bei dem Gedanken die Muttersippe rechtlich zu konstituieren, auch nicht um eine Erlaubnis für Frauen matrilinear leben dürfen, wie bereits vermutet wurde, sondern um die Forderung nach kollektiver Anerkennung und der selbstverständlichen Unterstützung dieser Lebensweise durch die Gesellschaft, auch in Form einer gesetzlichen Absicherung.
Ein matrilineares Gemeinschaftsleben kommt gegenwärtig jedenfalls sehr wenigen Frauen in den Sinn und wird eher als gestriges Gebaren angesehen. Das derzeitige Familienverständnis endet bei Vater-Mutter-Kind und die frühzeitig abgenabelten Teile der Herkunftsfamilien werden nur noch latent dazugerechnet. In der klassischen (Klein)Familie erfolgt im Erwachsenenalter nicht nur eine körperliche Distanzierung von den Angehörigen, sondern es entsteht dabei auch eine, manchmal irreversible, Trennung im Geiste. 
Das ist der bestehende entscheidende Unterschied zu einer konsanguinen Matrigemeinschaft, die sich auf die dauerhafte Zugehörigkeit zu den konsanguinen Verwandten stützt.
Die ohnehin vom patriarchösen System nicht gern gesehene Mutter-Kind-Bindung löst sich unter dem Abnablungsdogma Schritt für Schritt auf und hinterlässt bei Tochter und Sohn eine Leere, die auch noch als nicht gerechtfertigt gebrandmarkt wird. Und um diese Leere des sozialen Vakuums mit Geborgenheit und Verbindlichkeit aufzufüllen, wird uns in unserer Kultur lediglich die Paarbeziehung mit einem, uns bis dahin unbekannten, Menschen empfohlen.
Wenn wir die Idee einer 'Lebensgemeinschaft in Mütterlicher Linie' etablieren wollen, ist die gesellschaftliche Anerkennung auch innerhalb der Gesetzgebung eine zwingende Voraussetzung. Die Grundlage bisheriger Gemeinschaften und Gesellschaften sind und waren immer die natürlichen, die innigen und tragenden, Bindungsgeflechte der konsanguinen Angehörigen. Diese evolutionäre Strategie des Menschen in einer natürlichen (biologischen), mutterbezogenen Ordnung zu leben, wird seit Jahrhunderten durch das patriarchöse System gründlich ausgehebelt.
Einer der entscheidenden Eckpunkte des angedachten Matriclans ist, dass keine sexuell bezogenen Verhältnisse den Zusammenhalt einer solchen Lebensgemeinschaft bestimmen. Dem gegenüber ist heute mehr denn je das erotische (sexualisierte) Liebesverhältnis sowohl für die Ehe (und für andere Paarbeziehungen) eine selbstverständliche, ja zwingende Voraussetzung. Diese Ausgangsposition würde im Matriclan bzw. der Muttersippe entfallen. Die natürliche, matrilineare Verwandtschaft zwischen Angehörigen bildet die einzige Grundlage dieser neu zu etablierenden Lebens-, Fürsorge- und Wirtschaftsgemeinschaft, welche gesetzlich zu schützen wäre.
Wenn ich also zum Beispiel mit meiner Tochter und ihren Kindern eine solche Sippenstruktur praktizieren möchte, steht doch erst ein mal folgendes fest: genetisch verwandt sind wir bereits, also noch mehr an Zugehörigkeit geht gar nicht. In unserem derzeitigen Verständnis jedoch sind Erwachsene autonom und werden solange als ungebunden angesehen, bis sie sich zu einem (nichtverwandten) Partner zugehörig erklären. Diese Art Partnerschaft ist derzeit die einzige legitime und als förderungswürdig angesehene Lebensgemeinschaft – wobei der Ehe immer noch die höchsten Weihen zugesprochen werden. Auch eine eingetragene Lebenspartnerschaft reicht rechtlich noch nicht völlig an den (von den Kirchen geheiligten) Ehestatus heran.

Die Muttersippe würde also im persönlichen Zusammenleben und der gemeinsamen Haushaltsführung genauso anerkannt sein wie ein Ehe/Familie. Es wäre weder der Segen einer Kirche noch die Trauung vor einem Standesbeamten erforderlich, um die Angehörigen der Muttersippe für zusammengehörig zu erklären, denn das sind sie ja bereits von Geburt an. Wenn diese konsanguine Lebensgemeinschaft arriviert und eingeführt wird, würde daher lediglich der Urzustand des menschlichen Zusammenlebens wieder hergestellt und damit die generationsübergreifende Fürsorge für alle Angehörige ganz selbstverständlich vorausgesetzt.
Bisher hat das praktizierte Patriarchat verhindert, dass starke Weiber- und Mutterbande erhalten blieben. Trotzdem gab es, wir können es zwischen den Zeilen der Märchen oder in den eigenen Herzen lesen, einen Ort, den die Menschen in ihrer Seele, als Haus der Mutter abspeichern – es ist der natürliche, aber derzeit unterdrückte Drang nach der Rückbindung an das mütterliche Energiefeld und somit an die Herkunftssippe. Die Suche nach der verlorenen Geborgenheit ist eine Grundstimmung in unserer Gesellschaftskultur.
Ich bin überzeugt dass bei vielen, wenn auch vielleicht nur diffus, diese dauernde Sehnsucht vorhanden ist. 

Da sich Töchter schon lange nicht mehr im natürlich-mütterlichen Geist bewegen und sie auf die (lebenslange) "Bindung" zu einem Mann geprägt werden, wird versucht diese latente Sehnsucht in der romantisch verbrämten Liebe auf Lebenszeit zu stillen. 
Die weiblichen Energiefelder einer mütterlichen Sippenstruktur sind als Kraftquell längst vergessen. Inzwischen gelten maskuline Werte und eine Herkunftsbindung wird im patriarchalen Verständnis, über die (Pseudo)Vaterlinie festgeschrieben - die Bedeutung der Mutter verblasste immer mehr.
Es geht hier also nicht um einen sogenannten Wahlclan oder um eine "Ehe" unter Frauen oder um die Erweiterung der Eingetragenen Lebensgemeinschaften zwischen Fremden, sondern um nichts weniger als die Legalisierung der Sippenzugehörigkeit in der mütterlicher Linie. Also um die Akzeptanz der urtümlichen, natürlichen und artgerechten Lebensgemeinschaft, bestehend aus weiblichen Blutsverwandten als Gründerinnen sowie den angehörigen Söhnen und Brüdern. Noch mehr verwandt als Mutter – Tochter / Sohn - Tochterskinder ist nicht möglich.
Das erotische Begehren bzw. eine sexuelle, auf einenPartner gerichtete, Betätigung fände außerhalb dieser matrifokalen Lebensgemeinschaft statt. Daher wäre es auch angesagt, die nun mehr veralteten Inzestgesetze zu reformieren. 
Die klassische Ehe, als patriarchal verordnete Institution, wurde im christlich geprägten Abendland, als einziger Ort der legitimierten Sexualität bestimmt und die Ehe wiederum gilt immer noch als die Basis der (Klein)Familie. Der Geist der Institution Familie besteht nach wie vor darin den Mann als den Herr des Hauses vorauszusetzen, selbst wenn er nicht anwesend ist. Wenn beispielsweise drei erwachsene und konsanguin** mit einander verwandte Frauen eine Lebensgemeinschaft bilden, gelten sie trotzdem vor dem Gesetz als alleinstehend, da sie keinen Mann (nichtverwandten Partner) haben und ihr Zusammenleben bekommt in den Augen der Öffentlichkeit eine Art WG-Charakter.
Es gilt also eine echte Alternative zur Ehe/Familie anzustreben und die bereits bestehenden konsanguinen Verwandtschaftsverhältnisse offiziell (gesetzlich) als Lebensgemeinschaft anzuerkennen. Und diese müssten in unserer Gesellschaft genauso gefördert werden, wie die klassische Ehe mit Familienstatus, da hier vor allem auch die Kinder aufgezogen würden und sich die unangemessene Bezeichnung "Alleinerziehend" damit auch erledigt.
Der Hauptaspekt, der hier angedachten Lebensgemeinschaft Matriclan bzw. Muttersippe oder auch Matrifokal, ist der generationsübergreifende und geschwisterliche Effekt des Zusammenlebens und somit Voraussetzung für das geborgene Eingebettetsein der Kinder in eine verlässliche Sippengemeinschaft.
Bisher läuft es im gesellschaftlichen Verständnis und in der Gesetzeslage so ab - wenn ein älteres Ehepaar oder auch nur eine Mutter oder ein Vater mit seinen bereits erwachsenen Kindern in einem gemeinsamen Haushalt oder unter einen Dach zusammenlebt, so ist das zwar möglich, wird jedoch bei aller natürlichen Bindung nicht als Lebensgemeinschaft offiziell anerkannt. Jeder Erwachsene, außer den Eheleuten zählt einzeln (und wird auch entsprechend versteuert). Auch wenn (kleine) Kinder zu einer Person gehören, bilden sie mit ihrer derzeit ungebunden Mutter (oder auch Vater) eine eigene Lebensgemeinschaft und diese fallen dann unter den Begriff der Alleinerziehenden. Und wie gesagt empfinde ich es als absurd, dass sowohl vor dem Gesetz sowie durch den Mainstream jeder Erwachsene grundsätzlich ab der Volljährigkeit als autonome "Lebensgemeinschaft" gehandelt wird und erst eine erfolgte Paarbildung gilt als ordentlicher Schritt zur Familiengründung... man heiratet oder tut sich in einer Beziehung zusammen. Damit beginnt auch die gegenseitige Fürsorgepflicht (in guten wie in schlechten Tagen usw.), die der Paarbeziehung zugeordnet wird. 
Alle anderen (nach wie vor bestehenden) Verwandtschaftsbeziehungen rücken endgültig in die zweite Reihe. Demnach ist in unserem modernen Verständnis die sogenannte Blutsverwandtschaft nur im Kindesalter wirklich relevant. Natürlich bleibt eine gewisse moralische (und bedingt gesetzliche) Pflicht sich bspw. um pflegebedürftige Eltern zu kümmern, schließlich bleibt das Verwandtschaftsverhältnis bestehen, aber wie bekannt genießt der (amtierende bzw. angeheiratete) Partner immer die Vorrangstellung.
Der noch vor Jahrzehnten in der patriarchalen Familienstruktur beschworene Zusammenhalt hat sich in den heutigen Tagen sehr gelockert. Die zu einem Berufsalltag gehörende Verhinderung von Nähe stört auch ein kontinuierliches Festigen der Familienbande. Daher ist Fürsorge und Pflege innerhalb der Herkunftsfamilien zwar immer noch durchaus üblich, gesellschaftlich gesehen jedoch weder eine anerkannte noch geschätzte Arbeit. Diese Zuwendung wird im Alltag neben der Familienarbeit und der honorierten Erwerbstätigkeiten irgendwie verquetscht. In der Regel betrifft diese dreifache Belastung dann die Frau - die Familienmutter.
Ich bin daher sehr wohl dafür, den „Matriclan“ - Vorschlag mit aller Kraft zu unterstützen, denn seine Ziele erscheinen mir förderungswürdig, obwohl der letzte Punkt mir noch sehr als Zukunftsmusik erscheint:
  • Verstärkter Schutz von Müttern und Kindern
  • Lückenlose Betreuung von Kindern, Alten und Pflegebedürftigen
  • Gewaltfreies Zusammenleben in einem intakten sozialen Verbund
  • Perspektivisch ökologischer Landbau und Subsistenzwirtschaft als Lebensgrundlage

(* https://secure.avaaz.org/de/petition/Gesetzliche_Einfuhrung_eines_alternativen_Familienmodells_zur_Ehe_wahlweise

(** verwandt durch Geburt in mütterlichen Linie
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04 Januar 2013

...eine alte Geschichte


Die Alte - für viele eine mysteriöse Figur in unserer Zeit - nicht mehr wirklich in und dann auch noch eher fragwürdig als ehrwürdig... 


Wenn die Alte gelassen durch die Zeiten schreitet, berührt der Saum ihres Kleides Geschichte, die sie jedoch höchst selten schrieb. Liegt es daran, dass Geschichte schon lange nicht mehr erzählt, sondern aufgeschrieben wird und „Geschichte schreiben“ eine Metapher für das männliche „Geschichte machen“ ist? Die geschriebene Geschichte ist die Geschichte des Mannes. Wir wissen von den alten Hochkulturen mit ihren ersten mächtigen Bauwerken, erfahren von den, in glänzenden Rüstungen marschierenden Heeren, bestaunen den Prunk der Fürsten in ihren Palästen und Kathedralen - uns ist als wären wir dabei gewesen. Die Macht der modernen Bilder zeigt uns selbst Welten, die so wahrscheinlich gar nicht existierten. 

Das ganz triviale, das alltägliche Leben der Menschen besonders das der Frauen, ihr Fühlen, Handeln und Denken, war und ist für all die Geschichtsschreiber oft nur mäßig spannend. Glorreiche Feldzüge und raffinierte Politik hinter dicken Mauern, Heldentaten und große Erfindungen - das ist würdig festgehalten zu werden. Das lange friedvolle Leben in den quasi „vaterlosen“ Gesellschaften ist der Erwähnung kaum wert. 

Als der einst ebenbürtige Bruder der Frauen zum Vater und Herrscher aufstieg, ist er auch zum blutigen Gestalter der Geschichte geworden. So erfahren wir von der Existenz manch einer bis dahin als unbedeutend angesehenen Gemeinschaft erst, wenn sie nach Kämpfen und Schlachten von ihren Gegnern ausradiert wurde. In der Geschichte, die von den Siegern geschrieben wird begegnen wir der Alten nicht! 

Wer ist sie die Alte? Was tat sie? 
Saß sie mit ihren Töchtern und Kindeskindern am Feuer, während die Scharmützel durch die Jahrhunderte tobten? Wie ertrug sie es, die sich wiederholenden Verwüstungen mit anzusehen? Wie oft überlebte sie, um ihr bewahrtes Wissen in die Zukunft zu tragen und wie oft hat ein Schwert die Alte durchbohrt und damit immer wieder der Natürlichen Ordnung der Mütter einen Todesstoß versetzt? Und als gar der Vernichtungskrieg direkt gegen die Alte (und hier ist sie auch als grundsätzliches Synonym für die Frau gemeint) geführt wurde und die Scheiterhaufen brannten, hat sich wohl die Vorstellung von der gehrte Ahnin und vieles von uraltem Weiberwissen ebenso in Rauch aufgelöst. 

Das geschriebene Wort etablierte sich endgültig als Garant für Wissensweitergabe. Und die unnütze Alte mutierte in der modernen Zeit ein für alle Mal von der einst achtbaren Mutter über die Konkurrentin des Vaters hin zur Lachnummer der neuen Wissenswelt. Ab jetzt wurde ihre Spur in der Geschichte mit üblen Taten, Hexerei, Antiquiertheit und unnützem Gewäsch in Verbindung gebracht – die Frau und ihre Kindern sollen/wollen nichts mit dem Aberglaube der alten Mütter zu tun haben. Die Weise Alte, die kenntnisreiche und lebenskluge Mutter, gab/gibt es in unserem Kulturkreis nicht mehr!

Alles was wir heute nachlesen können, braucht uns kein altes Weib mehr zu sagen - so wurde die Alte unbemerkt aus der Geschichte verdrängt. Ihre Söhne verwalten jetzt das gesammelte Wissen - effizient und umfassend. Die wissende und die handelnde Alte verschwand nach und nach aus unser aller Alltag – zwar gab es (und gibt es mehr denn je) die älter werdende Frau - die stolze, die geachtete und geehrte Alte ist selten darunter. Was also wurde und wird mit den alt gewordenen Frauen oder den ausrangierten Großmüttern, die nicht gestorben sind und einfach weiterlebten? Wozu zum Geier gab es sie überhaupt, wenn doch das alte Weib in der Geschichte angeblich keine Spur hinterließ?

Doch das stimmt so nicht, wie wir inzwischen wissen - als Große Mutter - als Ahnin - ist die Alte sehr wohl bekannt und somit eine Institution. Nicht als einzelne Person und mit Namen überliefert, begegnen wir der Alten in der Geschichte – sondern inzwischen auch als Allegorie, als das ewige Weibliche, als das Leben selbst.

Als ihre Töchter einst die Menschengeschichte durch ihr gemeinschaftliches Sein prägten und Spuren in Stein hinterließen wurde im heutigen Sinne noch nicht „geschrieben“. Es wurde gesagt, erzählt, gekündet; gesehen und gehört; vorgelebt, Beispiel gegeben; vererbt und angenommen - überliefert - unsere kollektiven Erinnerungen waren die authentische Geschichte.

Kommunikation ist weiblich und damit ist nicht nur der verbale Ausdruck gemeint - Mütter und Töchter und Schwestern erschufen Sprache und Verständigung. Zugewandtes Reden und Hören findet mit dem ganzen Körper statt. Wir leben in einem Energiefeld des Verständinisses und der Zugewandtheit, wenn wir die weibliche Art der urtümlichen Sprache der Gemeinschaft anwenden. 


Die Geschichten, die sich die Menschen, die kommunikationsfreudigen Frauen, erzählten, sind unsere Geschichte. Wir lauschten einst den Mären und Sagen, den Späßen und Liedern und lernten dabei uns selbst zu entfalten und uns in die Gemeinschaft einzubinden. Der Kern all der Märchen ist vor allem die Betrachtung und Beachtung von sozialen Wechselbeziehung, von vorausschauenden, lebenskluge und mutige Verhaltensweisen.

Die Alte erzählte nicht nur oder schreibt heutzutage, sie ist die Geschichte...
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27 Juli 2012

Fahr vorsichtig


Urlaubszeit – Reisezeit – Ferienspaß – und doch - manchmal möchte ich am liebsten gar nicht wissen, wo und wie sie alle, die mir nahestehen, gerade unterwegs sind...


Fahr vorsichtig oder pass auf dich auf

 

Wir kennen alle solche Sätze, aus unserer Jugendzeit und von uns selbst, wenn wir sie anderen mit auf den Weg geben. Sie sind Synonyme für: Ich wollt, du würdest bleiben! Ich hab dich lieb und möchte eigentlich nicht, dass du gehst! Ich möchte dich nicht, nichtmal für kurze Zeit verlieren! Ich weiß, dass du dich mit jeder Fahrt auch in eine tödliche Gefahr begeben kannst - doch ich sprech es nicht aus, niemand spricht es aus.
 

Wenn wir die Aktivitäten unseres, heute so wenig verbindlichen Alltags so wahrnehmen und benennen würden wie sie sich in unserem Inneren darstellen und von uns gefühlt werden, wenn wir stets den Trennungsschmerz zulassen würden, der zu diesen Urerfahrungen passt, könnte vielleicht keiner mehr sein modernes Leben leben. Verlust ist unser täglich Brot. Verdrängung ebenso. Der Irrwitz des ständigen Ausblendens, dass wir von den wenigen Menschen, die uns nahe stehen, tagtäglich mehrmals trennen müssen, passt nicht zu unserer menschlichen Gruppenurerfahrung. Kinder traben in die Schule, fahren Bus und Rad. Erwachse müssen ihre Ausbildungs- und Arbeitsstätten aufsuchen. Die sind eher selten zu Fuß zu erreichen. Es wird Tag für Tag mit dem Auto und der Bahn gefahren und obwohl in der Regel am Abend alle wieder heil zu Hause sind, bleibt die gegenseitige, gut eingefrorene tägliche Sorge. Ein ungeheurer energetischer Aufwand und diese Energie fehlt uns an anderer Stelle.
 

Wir leben fast nie mehr in natürlichen Verhältnissen mit vielen Angehörigen, mit denen wir überschaubar unsere Tage verbringen, gemeinsam arbeiten und unsere Gefühlswelt teilen. Statt dessen wird von jedem Erwachsenen erwartet, dass er sich autonom verhält und (immer wieder neue) Lebensgefährten sucht. Wir zähmen die Menschen, mit denen wir zusammenleben wollen, wie der kleine Prinz den Fuchs. Wir arbeiten daran, sie uns vertraut zu machen und werden dabei immer von dem unterschwelligen Bewusstsein begleitet, sie ohnehin wieder zu verlieren.
 

Unter diesem Gesichtspunkt könnten wir auch annehmen, dass die zweifelhafte Heiratsformel „...bis dass der Tod euch scheidet“, nicht so sehr als Fessel gedacht war, sondern eher als eine Art Garantieversprechen in puncto verlässliche Zugehörigkeit, besonders für die junge Braut. Als (kläglichen) Ersatz für die nicht mehr stattfindende (mütterliche) Sippenzugehörigkeit.
 

Fahr vorsichtig! Pass auf dich auf! Ziehst du dich warm genug an? Isst du ordentlich? - Sprüche, die jeden älteren Teenager und manchen Partner auf die Palme bringen. Und die doch von Seiten der Eltern bzw. der Zurückbleibenden, zwei wichtige Funktionen des Zusammenlebens zum Ausdruck bringen: zum einen, unter dem Eindruck der Trennung, (verschlüsselt) auf die Innigkeit der Verbindung hinzuweisen und zum anderen und hier gerade den jungen Menschen beim Verlassen der geschlossenen Gruppe vor den „Gefahren der Wildnis“ zu warnen. Schließlich ist unser modernes Leben auch gefährlich, gerade auf der Autobahn. Grund genug sich zu sorgen. Daher sind diese Sprüche einfach nur ein natürlicher Reflex und in ihrer Umschreibung an die heutige Art angepasst unsere Gefühlslagen zum Ausdruck zubringen. Also werten wir die Sprüche, als das was sie sind: wichtige, wertvolle Bänder zwischen uns und unseren uns Angehörenden.

Also allen eine schöne Urlaubszeit und fahrt vorsichtig!
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23 Juli 2012

Frau und Arbeit

Schluss mit niedlich! Lange genug dümpelte mein Blog mit kleinen Nettigkeiten und anderen Kurznachrichten durch das Jahr. Dieses ist zur Hälfte um und da sich der Sommer jetzt scheinbar aufrafft, versuche ich das jetzt auch! Hier ein Essay, angeregt durch eine Facebookdiskussion:

Frau und Arbeit

Überall da, wo heute Frauen in Männervereinigungen zugelassen werden und in diesen sogar eine gewisse Karriere machen können, müssen sie sich auch den nach wie vor herrschenden (Hierarchie)Regeln beugen. Die Möglichkeit einen Fuß in die Tür zu bekommen wurde sich von Frauen immer wieder hart erkämpft und es dauerte bis ins 20. Jahrhundert bevor manche dieser Tür ganz aufgestoßen wurde.
 
Ich erinnere mich noch lebhaft an eine Geschichte über Florence Nightingale, die ich in meiner Jugend las und daran wie sehr mich das Gelesene tagelang beschäftigte. Das heldenhafte Verhalten der Krankenschwester und ihr aufopfernder Kampf in Schlachten verwundete Männer angemessen medizinisch zu betreuen, nötigte mir trotzdem wenig Respekt ab. Ich wandte mich einmal mehr angewidert von der selbstverständlichen Praxis ab, die Frauen als Hilfskräfte in den (blutigen) Männerspielen missbraucht und deren selbstlosen Einsatz entweder zu bejubeln oder kleinreden. 

Das mich umgebenden Selbstverständnis, dass Frauen ihre Kraft immer wieder (freiwillig) auf den kleinen und großen Schlachtfeldern der männlichen Anmaßung hingebungsvoll einsetzen, scheint sich nicht zu ändern. Und sie sind immer noch bereit, diese ihre Rolle zu perfektionieren. Das es so ist hat verschiedene Gründe. Einer mag auch sein, dass frau immer wieder versucht ist, mit ihrer ungewürdigten Arbeit Humanität in alle Arten von männlichen Aktionen zu bringen. 

Manches konnte sich frau vor zweihundert oder nur einhundert Jahren kaum vorstellen, aber in unserer derzeitigen Kultur kann die Frau in der nach wie vor etablierten Männerwelt eigentlich alles werden. Von der Staatschefin über die Konzernmanagerin oder Krankenhausärztin und Professorin bis hin zur Soldatin. Dazu gibt sie allerdings am besten für bestimmte Zeit Teile ihre Persönlichkeit inklusive der weibliche Grundausstattung an der Garderobe ab. (wahrscheinlich verändern sich durch die allgemeine Unterwerfung in einem Hierarchiesystem sowieso eine jede Persönlichkeit - bereits unter dem Eindruck der intensiven Gehirnwäsche seit jüngster Kindheit innerhalb des kollektiven Stockholmsyndrom)
 
Die berufstätige Frau wird als Erwerbstätige zu einem Bauteil, einem Rädchen im Getriebe, in den hierarchisch geführten Betrieben, welche die Arbeitswelt unserer Gesellschaft ausmachen. Und das kann heutzutage eben alles sein – Gesundheitswesen, Schulen, Universitäten, Behörden, Dienstleistungsgewerbe, wie Post, Bahn oder Fluglinien, Medien- und Wirtschaftsunternehmen sowie Kirche, Polizei und Militär – überall da wo sichtbar Uniform getragen wird oder diese äußerlich nicht sichtbar in einer bestimmten Konformität oder Art der Zugehörigkeit zum Ausdruck kommt.  

Die moderne und hervorragend durch das patriarchale System konditionierte Frau, ist so an den maskulinen Takt unserer Gesellschaft gewöhnt, dass sie gar nicht auf die Idee kommt, dass ihre Unterwerfung unter dieses System eine unweibliche Monstrosität ist. Das geht soweit, dass aus der Erkenntnis heraus, dass sich etwas ändern muss, die Frau einen Paradigmenwechsel mit den ungeeigneten Mitteln patriarchöser Strategien herbeizuführen versucht. Dazu gehört beispielsweise das feministische Bemühen mit der Männerwelt gleichzuziehen oder die naive Vorstellung, dass ein männlich inszenierter Gott weibliche Priesterinnen braucht.
 
Nun geschieht jede Art von Unterwerfung ja nie wirklich freiwillig. Auch dann oder erst recht nicht, wenn frau unter dem Eindruck ihrer derzeitigen Pseudo-Freiheit glaubt, sich willentlich und gern für irgendeine zur Zeit angesagte Fremdbestimmung entschieden zu haben. Die Kombination aus dem natürlichen Drang des Überleben müssen in einer Gesellschaft, die ihre Töchter so früh wie möglich separiert und den begleitenden Ideologien, setzt Frauen auf infame Weise matt. Die indoktrinierte Hörigkeit gegenüber männlichen Vorgaben, die meist raffiniert verdeckt, selbst im heutigen mütterlichen Wort daherkommen, schirmt die Frau von ihrem eigenen weiblichen Selbst ab und lässt sie immer mehr die lebenserhaltende, konsanguine* Gemeinschaft ablehnen .
 
Das weibliche Sein bricht sich jedoch mehr oder weniger trotzdem Bahn. Immer da, wo Frauen sich den Ausdruck ihrer persönlichen Kreativität nicht nehmen lassen und diese einfach leben. Wo Frauen die Verwegenheit haben selbstständig oder freiberuflich zu agieren, auch um für ihre Kinder eine naturgemäße Lebensgrundlage zu schaffen. Und auch da wo Frauen schon mal bewusst vielversprechenden Berufsaussichten den Rücken kehren, um am Gedeihen ihrer Kinder direkten Anteil zu nehmen, wohl wissend, dass ein erfolgreiches Anknüpfen in der Regel nicht mehr möglich ist. 

Ich würde sagen, Frau kann nicht wirklich ihr genetisches Programm ignorieren, auch wenn der derzeitige Mainstream immer noch bemüht ist aus Frauen Ersatzmänner zu machen. Selbst wenn sich für jede Arbeit, die ein Mann verrichtet, bestimmt eine Frau finden würde, die das ebenfalls tun könnte, bleibt eben doch das Warum (sollte sie) und das Wie (kann sie es weiblich umsetzen) offen. Der Mann hat unter anderem die Welt in Arbeitszeit und Freizeit unterteilt. Auf der einen Seite seine Projekte oder die Mission (Dienst am Herrschaftssystem) und auf der anderen Seite sein Privatleben mit Weib und Kind und diese beiden Daseinskomponenten sollten sich möglichst wenig berühren.
 
Das ist aber kein weibliches Sein. Die Frau (hier als Synonym für die Urmütter) war einst die Erfinderin der alltäglichen Arbeit, in die ihr ganzes schöpferisches Potential floss und eigentlich ist es immer noch so. Frauen machten naturgemäß keinen Unterschied zwischen Arbeit und Privat und sie übten einst jede Tätigkeit in natürlicher Kooperation in ihrer zugehörigen Gemeinschaft aus. Also fangen wir damit an Arbeit mit weiblichen Sinnen zu erfassen... 



(*verwandt durch Geburt oder auch blutsverwandt in der mütterlichen Linie)
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