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06 November 2019

Das geteilte Sorgerecht als immer währende Mütterfalle

Was zuvor nie so krass im Vordergrund stand, wird derzeit durch verschiedene politische Einflussnahmen und den (scheinbar) daraus folgenden Gesetzesregelungen auf eine fatale Spitze getrieben, die bisherigen und durchaus ohne weiteres als Einzeloption genannten Subjekte Mutter und Vater, gibt es neuerdings und vor allem vor dem Gesetz nur noch als Doppelpackversion als Eltern.
Und nicht nur in bestimmten Gesetzeslagen, sondern der politisch korrekte Mainstream in seiner medialen Verbreitung kennt scheinbar nur noch das, auf ein bestimmtes Kind bezogene Elternpaar. Man feiert den neuen Glaubenssatz: die gewisse Vaterschaft ist vom Kind nicht mehr zu entkoppeln, da man sie jetzt auch nachweisen kann. Zwar nur etwas aufwändig im Labor, aber dort fast zweifelsfrei.
Diesen Triumph des patriarchalen Mannes gab es vorher nicht, da war nur die Mutter gewiss.
Der Vater, das installierte soziale Modul auf dem sich die Patriarchose gründet, war ein paar Jahrtausende mehr Spekulation als reine Gewissheit. Elternsein als gesellschaftsrelevante Zuständigkeit von Vater und Mutter, ist in den patriarchal geprägten Jahrtausenden in die Patrilokalität der angenommenen männlichen Abstammung eingebettet. Für jedes Menschenkind wurde die Beziehung zum angenommenen Vater ein primäres Merkmal, da der zugeordnete Vater als Besitzer des Kindes galt. Er konnte sich daher auch ohne weiteres vom Kind distanzieren oder sein Vaterschaft ganz leugnen und wenn er damit keinen anderen männlichen Interessen ins Gehege kam, blieb ein solches Verhalten für den Mann in der Regel folgenlos. Die prinzipiell rechtlose Mutter wurde jedoch in einem solchen Fall für das Wohl des Kindes allein verantwortlich gemacht, wenn es überhaupt jemanden kümmerte.
Diese (für Mutter und Kind im Grunde vorteilhafte) alleinige Verantwortung der Mütter wurde aus der Steinzeit bis in unsere Zeit herüber gerettet und als eine natürliche Bindungssymbiose hingenommen, anerkannt, ja später sogar glorifiziert.
Gestatteten die (patriopathischen) Verhältnisse (wie z.B. die Kriegs- und Nachkriegsjahre) eine vaterlose Kleinfamilienkonstellation, durfte die Mutter alleiniges Sorgerecht (mit Einschränkungen) ausüben. Der Kampf der modernen Väter ums Kind hatte noch nicht begonnen. Das Vaterrechtler-Syndrom - der Kampf ums Kind - lief erst so richtig vor ein paar Jahrzehnten an. Vorher war es möglich und sogar anerkannt, dass Mütter ihre Kinder allein aufzogen und kein patriarchaler Hahn krähte danach.
Aber plötzlich sprossen überall sogenannte entsorgte Väter aus dem Boden, die unter dem „nicht für ihr Kind sorgen zu dürfen“ furchtbar litten. Dafür dürfte der Hintergrund sein, dass der ganz normale Mann (der sich in der Regel selbst outsourct) den Mangel an Geborgenheit zu spüren bekam, der entsteht, wenn ein Erwachsener keinen rechten Anschluss an eine fürsorgende oder zumindest Identitätstiftende Gemeinschaft hat (es fielen/fallen im gesellschaftlichen Kontext immer wieder gut etablierte Männerbündnisse weg und wenn es nur eine Stammtischrunde war).
Aber jetzt gibt es nur noch die Kleinfamilie! Diese Miniversion einer Fürsorgegemeinschaft ist zwar immer noch besser als keine Quelle menschlicher, fürsorglicher Nähe-Energie, doch der erwachsene, sich autonom begreifende Mann braucht zum Leben ebenfalls den menschenartgerechten Geborgenheitseffekt. Und so dockt er einfach (in der Patriarchose) an die Grundeinheit des menschlichen Lebens an: an eine Frau und noch besser an eine Mutter und ihre Kinder.
Der eigentlich solitäre Mann partizipiert also weiter von der natürlichen Matrifokalität, auch wenn diese in der Patriarchose als soziales Kontinuum fast vernichtet wurde und nur noch rudimentär wirkt. Seine Eintrittskarte in die elementar vorhandene Bindungseinheit von Mutter und Kind war/ist seine (behauptete) Vaterschaft. War Vatersein zu Beginn des Patriarchats ein reines Herrschaftskonzept (Kongruenz von Vater und Herr), bringt sich der Mann der Neuzeit auch als mit-sorgendes Element auf partnerschaftlicher Basis ein. Der Vater als deklarierter „Erzeuger“ und damit Besitzer des Kindes, übernimmt im gesellschaftlichen Wandel der Moderne die Rolle eines sozialen Vaters. Auch wenn er nicht als leiblicher Vater des Kindes gilt, wird von ihm erwartet, dass er sich im Kleinfamilienverbund kümmert, die Paarungsfamilie wirtschaftlich erhält oder für das Kind zumindest Unterhalt zahlt bei aktueller Nicht-Partnerschaft zur Mutter des Kindes. Vor allem der geregelte Unterhalt ist eine gesellschaftlich determinierte Voraussetzung um Kinder aufzuziehen, gibt es doch, auch im aktuellen (anonymen) Hochpatriarchat, keine prinzipielle Absicherung von Mutter und Kind. Eine generelle wirtschaftliche Autonomie der Mütter ist im Patriarchat ohnehin nicht vorgesehen. Müttersippen sind verpönt und sozusagen "ausgestorben worden". Die Ausübung der Mutterschaft wird in der Normopathie der modernen Patriarchose als temporäre Phase in einem Frauenleben begriffen. Auf den Zug springen auch gern manche Feministinnen auf. Was in dem wirksamen patriarchalen Dogma gipfelt, prinzipiell eine Mutter in ihrer Selbstbestimmung einzuschränken und ihre umfassenden Verantwortung für das, von ihr geborene Leben durch die Vätergilde zu kontrollieren (hierzu gehört auch der Staat als solcher).
Da hat sich die Frau nun endlich bis zu dem Punkt frei gestrampelt, dass sie allein oder mit anderen zusammen wohnen und ohne eine männliche Aufsicht das Haus verlassen kann. Frau hat die Möglichkeit sich eigenständig zu bilden, einer Erwerbstätigkeit nachgehen und sogar einen Lebenspartner bzw. (nur) Sexualpartner zu wählen, ohne ins soziale Aus zu geraten oder in irgendeiner Weise geächtet zu werden. Frau kann Karriere machen oder politische Ämter bekleiden. Sie kann beispielsweise in jungen Jahren allein mit einer Freundin ein Jahr durch Neuseeland traveln und worken, ja sie kann sogar eine geliebte Freundin heiraten. Frau besitzt, das ist allgemeiner Konsens, einen gesellschaftlich gleichberechtigten Status. Sie kann daher auch jede Menge Sportarten betreiben und jedes nur erdenkliche Hobby pflegen. Sie darf Aktivistin sein und sich brisanten oder feministischen Polit-Themen zuwenden. Sie ermächtigt sich sogar selbst ernsthaft (auch außerhalb akademischer Weihen) zu forschen, zu schreiben und zu veröffentlichen. Sie kann andere Frauen (und Männer) an ihren Ergebnissen und Erkenntnissen teilhaben lassen und mit vielen Gleichgesinnten Patriarchatskritik und Aufklärung betreiben … aber sie darf immer noch nicht wirklich selbstbestimmt ein Kind bekommen und es ohne einen (Einfluss nehmenden) Mann, einen sogenannten Vater, allein aufziehen. Beziehungsweise, sie darf es jetzt wieder nicht mehr.
Das Bestreben jedem sogenannten genetischen Vater neuerdings automatisch ein (halbes) Sorgerecht einzuräumen, katapultiert eine jede Mutter wieder in das Sklaventum der patriarchalen Fremdbestimmung, die schon fast überwunden schien. Natürlich wird sie nach wie vor das Geschehen der Schwangerschaft und der Geburt als Person autark bewältigen und auch weiterhin auf die seit Urzeiten vorgesehene mütterliche, gemeinschaftliche Unterstützung verzichten müssen, aber dafür wird nun eine hundertprozentige Kontrolle durch einen Kindsvater eingeführt… ein gesellschaftspolitischer Backlash, wie er schlimmer nicht sein kann!

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30 September 2015

Das weibliche Fühlen und Denken - eine persönliche Betrachtung

Manchmal frage ich mich: besitzen Frauen den Verstand aber Männer benutzen ihn? Ich möchte mich nicht unbeliebt machen, aber noch habe ich immer wieder den Eindruck, dass das weibliches Denken so als gesellschaftliche Erscheinung weder en vogue noch gern gesehen ist. Frauen besitzen unzweifelhaft Verstand, auch wenn der Mainstream vielfach noch dagegen hält. Männer gehen gern ungerührt darüber hinweg.

Es ist u.a. die geistige Komplexität, die den Menschen ausmacht und die Mütter von Anbeginn an ihre Kinder vererben, auch an ihre Söhne. Ja, Frauen besitzen eine Menge Verstand und sind das, was wir vernünftig nennen. Ja mehr noch, (Menschen)Frauen haben die Vernunft erfunden – in natürlichen Ur-Zusammenhängen handelten und fühlten sie im Sinne der Sache, d.h. zum Wohle der Gemeinschaft. Sie sind vorausschauend, wägen ab und bedenken die Folgen - sie handeln also folgerichtig - das ist vernünftig.

Wenn Frauen im wissenschaftlichen Bereich Wissen schaffen, dann fällt imho (freie) weibliche Arbeit prinzipiell anders aus, als die der männlichen Kollegen. Die Geisteswissenschaft, wie die Philosophie, denkt über das Leben nach - auch das können Frauen ausgezeichnet, wenn mann sie lässt und der weiblichen Weisheit nicht die kruden Lehren klassischer Philosophen aufzwingt.

Und verstehen wir unter Religion den rückbindenden Effekt an unsere weiblichen Wurzeln und nicht die Gebote und Gesetze beladenen Lehren der Väter, dann ist für die spirituell denkende und handelnde Frau auch ihre persönliche Religion ein hohes Gut. Diese hat sie getrost und bei klarem Verstand schon immer an ihre Kinder weitergeben bzw. (epigenetisch) vererbt. Die Mutter, ist die Quelle des menschlichen Fühl-Denkens. Die Nähe, das gelebte Beispiel des energetischen Austauschs, Mitteilungen der körperlichen Empfindungen mit allen Sinnen, liebende Wahrnehmung und Zugewandtheit, sind die Transportmittel der mütterlichen Lebenslektionen - des beispielhaften Vorlebens im menschlichen Kontinuum. Fühlen und Denken ist für den Menschen eine Einheit. Aber wir können auch sagen: Am Anfang war das Wort - das Wort zwischen Mutter und Kind und dieser kulturelle Effekt findet im Bindungskraftfeld der menschlichen Nähe statt. Sozusagen pure Mutter-Energie...

Ist also Fühlen auch Denken? Haben wir nicht mal gelernt, das Denken und das Fühlen schön sauber getrennt zu halten sind? Die Ratio, das logische Denken war Männersache, die Emotionen wurden den gefühlsduseligen Weibern nachgesagt. Also was ist weibliches Denken und wo ist es gar mit Intuition und Empathie identisch?

Intuition und Empathie ist, genau wie Fantasie, ein geistig/mentales Werkzeug um mit der Welt in Kontakt zu treten, sie (sich) zu erklären und um ihr zurecht zu kommen und um den Kontakt zu den Angehörigen nicht zu verlieren. Trotzdem habe ich immer wieder den Eindruck, dass Intuition immer noch nicht als eine der grundlegenden evolutionären Leistungen im menschlichen Dasein anerkannt wird.

Intuition ist auch nicht deckungsgleich mit dem Instinkt, der auch noch in uns steckt. Der Instinkt ruft Reaktionen des Urverhaltens ab. Die Intuition rechnet auf Grund unserer persönlichen Erfahrungen die Zukunft für eine Situation hoch. Wir wissen intuitiv was für uns gut und richtig ist und das schon seit unserer Kindheit. Dafür tut der derzeit bestehende patriarchale Lebenszwang, seine Ideologien und Dogmen weder unserer Psyche, noch unserem Geist, noch unserem Körper (natürlich ist das eine Einheit) gut.

Der patriarchösen soziokulturellen Unterdrückung entspringt eine Art Miasma, ein permanent bestehendes negatives Energiefeld, in dem wir uns ununterbrochen bewegen. Unsere Körper-Geist-Psyche-Einheit, repräsentiert durch unsere Person, leidet an der patriarchal typischen Fremdbestimmung, aus der weitgehend unser Alltag besteht und die unsere kollektiven sowie persönlichen Abläufe steuert und kontrolliert.

Diese lebensunfreundliche Basis, beruhend auf patriarchalen Denkkonstrukten, zwingt uns auch in dauerhafte, nachhaltige Erlebnisfelder, die uns bestimmte Effekte unseres Erfahrungskosmos epigenetische weitervererben lassen. Traumata werden über mehrere Generationen weitergereicht (z.B. viele der Kriegs- und Nachkriegskinder wissen das bzw. leiden darunter). Und deshalb sage ich auch immer, dass uns Frauen hier in Mitteleuropa noch immer die Hexenverfolgung und -vernichtung in den Knochen (Zellen) steckt. Vielleicht mehr noch als die diversen Kriege. Der sogenannte Hexenwahn zog sich schließlich über fünfhundert Jahre hin. Durchaus ein Zeitraum in dem sich der Schrecken, die Furcht vor Folter und Tod sowie das Misstrauen dem eigenen Geschlecht gegenüber, im Gefühlsmuster von Frauen erfolgreich über Generationen hinweg festgesetzt haben kann. Da ist rationales Denken manchmal machtlos wenn uns diese Gräuel wieder bewusst werden, die unterschwellig noch immer wirken.

In meiner Fernsehzeitung fand ich einmal einen kleinen Artikel, der die Frage in den Raum stellt: Kann der Bauch wirklich fühlen? Und da hieß es u.a.: „... Er kann es tatsächlich, haben Mediziner herausgefunden. Denn im Bauchraum befindet sich ein feines Geflecht aus über 100 Millionen Nervenzellen: nach dem Gehirn und dem Rückenmark die drittgrößte Neuronen - Anhäufung im Körper. Nicht umsonst sprechen Neurologen auch vom Bauchgehirn. Es ist mit dem Gehirn eng verbunden, aber es agiert auch eigenständig. Es denkt. Es fühlt. …“

Handeln aus dem Bauch heraus, ist inzwischen nicht mehr ganz so verpönt, wie zu meinen jungen Tagen. Doch steht die logisch unbegründete Intuition immer noch unter Generalverdacht einfach nur Spinnerei zu sein (und damit liegen diese Kritiker gar nicht mal so falsch, denn 'das Spinnen' ist imho komplexes Denken). Intuitives Handeln ist eigentlich sehr vernünftiges Handeln, es ist die gesamtkörperliche Reaktion auf eine bestehende oder akut auftretende Situation. Auf Grund unserer lebenslangen Erfahrungswerte und -muster errechnet unser Hirn und wer weiß was noch, blitzschnell Zukunftsvarianten und unser Gefühl (und damit die Vernunft) wählt für uns das Beste aus (was sich manchmal erst im Nachhinein herausstellt), denn das was unser Gefühl verantworten kann, ist erst einmal das Beste.

Ich habe immer wieder festgestellt, wenn es mir gut geht und ich über selbstverständliche Einflussnahme auf mein Leben verfüge, wenn ich sozusagen in meiner Mitte bin, findet ein sanfter dauerhafter Austausch zwischen meiner Denkleistung und der stets präsenten Intuition statt, der mir (und damit anderen) überaus gut tut. Ich kenne aber auch genügend, besonders in der Vergangenheit liegende Situationen da ich durch die äußeren Umstände eine ständige Alarmbereitschaft verspürte. Der Stress, dem ich ausgesetzt war, hat ständig alle Nerven klingeln lassen. Es kam zu Phasen einer Dauerpanik oder hilflosem 'nicht wissen, wo zuerst anfangen'. Meine Intuition kam gar nicht zu Wort. Mein Denken war streckenweise wie paralysiert. Entsprechend fielen einige meiner Entscheidungen aus.

Heute lasse ich mich nicht mehr hetzen. 'Ich denk drüber nach!' ist dann der Puffer zwischen einer Forderung und meiner Antwort. Und somit verschaffe ich meiner Intuition die Zeit sich zu entfalten. Eigentlich finde ich es ja doof, dass ich manchmal wesentliche Kenntnisse aus bunten Zeitschriften erfahre! Aber vielleicht ist es ja egal von wo uns die Informationen zufließen, die das Info-Puzzle vervollständigen - ob aus Gesprächen mit klugen Leuten, aus schwergewichtigen Sachbüchern, der Fernsehzeitung oder aus unseren Träumen! Sogar Facebook bzw. das Netz als solches, ist für Informationen der unerschöpfliche Umschlagplatz. Es gilt nur die richtigen Schlüsse zu ziehen und dafür wiederum ist das weibliches Denken hervorragend geeignet.

Stephanie Ursula Gogolin


Ausschnitte aus meinem Essay: Gibt es ein Weibliches Denken...