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22 Juli 2023

Die Frau als Genderidee

Aus der Reihe vom Kommentar zum Post...

Der Feminismus fing an als Suche nach Gerechtigkeit und dem Wunsch als weibliches Individuum nicht mehr dem grausamen patriarchösen Diktat unterworfen zu sein. In dem Zusammenhang wurden außerhalb bisheriger patriarchatsgesellschaftlicher Normen „die Frau“ neu definiert und dabei ging es sogar soweit, dass ihr Status als Naturwesen, als biologisches Individuum, beinahe ignoriert und in Frage gestellt wurde. Die Frau wurde zur Genderidee.

Mit dem Slogan „Das Private ist politisch“ eröffnete sich noch mal eine neue Dimension: die Frau als Teilhabende am (patriarchalen) Gesellschaftsgeschehen, am wirtschaftlichen Standard durch anerkannte Erwerbstätigkeit und parallel dazu konnte sie (nicht zuletzt durch die Pille) dem bisher unausweichlich erscheinenden Zwang zur Mutterschaft entgehen. Begriffe wie Zwangerschaft und Gebärstreik kamen in Umlauf und die EMMA titelte: Wir haben abgetrieben! In den NeunzehnhundertSiebzigern wurden Gesetze geändert, die bisher die Frau und Mutter zum Mündel ihres Ehemannes machten und allgemein wurde am bisher makellosen Image des Vaters gekratzt. Ab da begann die wundersame Umwandlung des schier omnipotenen Vaters als Besitzer des Kindes zum bloßen Ernährer der sozialen Kleinfamilie. Darin schloss sich die heute freundlich etablierte Variante des Fürsorger an. Gleichzeitig leitete der so gekränkte Mann den nächsten Backslash ein, um seinen Macho-Vater-Status nicht ganz zu verlieren.

Aber die Vater-Renaissance, denn 'der Vater' selbst durfte ja nicht angetastet werden, war eigentlich nur ein Nebeneffekt des Freiheitskampf der Frau, der gestartet war, um den Status einzunehmen zu können, den bisher nur Männer inne hatten. Wir könnten sagen, die bislang unterdrückte Tochter hatte es auf einen gleichberechtigten Platz neben dem per se privilegierten Sohn abgesehen.

Die Feministin war ja von Anfang an, selbst oder besonders als sogenannte Vatertochter, nie so vermessen den Platz des „Sohnes“ für sich selbst zu beanspruchen - aber trotzdem wird sie bis heute von den „Brüdern“ latent oder brutal offen bekämpft.

Der Feminismus ist ein Sammelbegriff unter dem sich eigentlich jede Frau wiederfinden kann, ohne sich bewusstseinsmäßig groß umstellen zu müssen. Besonders wenn sie zu den Frauen gehört, die endlich das enge patriarchale Rollenklischee hinter sich lassen möchten, dass jedem neugeborenen Mädchen als Label schon bei der Geburt aufgeklebt, später einmal ohnehin Mutter zu werden. 
Jedoch ist
bis heute „der Feminismus“ keine einheitliche Denkschule und weder ein offener noch ein geschlossener Verein. Statt zu sagen ich bin eine Frau, hört man eher die Aussage: ich bin eine Feministin und auch Männer können sich als Feminist bezeichnen (was eigentlich paradox ist).

Der Feminismus teilt sich inzwischen  in verschiedene gesellschaftspolitische Strömungen auf - von liberal bis radikal - und wie das das so ist, es entsteht sogar ein Gesellschafts- bzw. eine Art Klassenkampf – was Männer dürfen, können Frauen schon lange. Die Entstehung des Feminismus hatte viele Mütter und sogar Väter und brachte die politische Landschaft voran. 

Leider lag mMn im feministischen Kampf nicht genug Augenmerk auf den Kindern, auch nicht oder im besonderen, auf den weiblichen. Denn zum Beispiel im Emma-Feminismus war anfangs die „Mutter mit Kind“ fast eine Art Feindbild, da das Muttersein nicht als die biologische und damit humane Basis des Menschseins eingeordnet wurde, sondern (was ich als besonders absurd ansehe) als Kampfmittel des Patriarchats zur Frauenunterdrückung. 

Erst die Radikalfeministinnen, diejenigen, die von den Wurzeln her dachten, ließen die Mutter wieder zu, aber immer noch nicht als Ausgangspunkt allen Geschehens, sondern höchstens als temporäre Reproduktionerin. Oder als Mitkämpferin der feministischen Front gegen die Patriarchose. Inzwischen ist auch das besser geworden. Den meisten Radikalfeministinnen ist die Bedeutung der Mutter präsent.

Ich denke, der heutige politische Feminismus in seiner Gänze hat noch nicht gemerkt, dass mit der Genderidee nur eine weitere Ehrenrunde in der Patriarchose gedreht wird. Dagegen wäre das Leben in der menscheneigenen Matrifokalität sozusagen Feminismus pur.

Stephanie Ursula Gogolin

Die Mär von der weißen prvilegierten Frau

Wenn ich was schädlich und ungeschickt finde, dann sind es die Modernismen, die Frauen gezielt gegen einander ausspielen. Dazu gehören Begrifflichkeiten wie "weiße privilegierte Frauen", "kulturelle Aneignung" oder der Kampfbegriff "Terf". Doch bleiben wir bei ersterem...

Von (weißen) privilegierten Frauen zu sprechen ist unrichtig. Frauen sind im Patriarchat nicht privilegiert. Denn nicht, wie das beim Manne der Fall ist, sind Frauen per se bevorzugt, weil sie (biologische) Frauen sind - im Gegenteil. Ihre Benachteiligung resultiert aus der Tatsache, dass sie (biologische) Frauen sind.
Während der Mann sich als in Biologie gegossene Krone der Schöpfung sieht, degradierte er die Frau ideologisch und konkret ob ihrer Gebärfähigkeit zu einem Natur abhängigen und daher minderwertigen Wesen. Gleichzeitig ist die weibliche Gebärfähigkeit der Grund für männliche Existenz und daher ein Quell der oft extremen Eifersucht auf alles was von Natur aus weiblich bzw. dass das Leben weiblich ist. Nichts ruft beim Manne mehr Neid hervor, als die Fähigkeiten der Frau Leben zur Welt zu bringen und zu erhalten.

Die Frau und Mutter ist die Garantin für Leben. Eben diese Kompetenz stachelt den Mann immer wieder in seinen Annektionsbestrebungen an.
Manche Frau, im Glanz einer Siegerelite stehend, erscheint manchen auch privilegiert, aber in Wirklichkeit ist der Grad ihres Unterworfenseins im patriarchösen System bzw. im Rahmen diverser Machtkonstellationen nur unterschiedlich ausgeprägt. Die politische Macht, die Männer ausüben, kann eine Gesellschaftsstruktur schlagartig verändern und zwar in erster Linie auf Grund ihres Waffen gestützen Gewaltpotentials. Auch Frauen sind immer wieder in der Lage Einfluss zu nehmen, aber eher auf der Überzeugungsebene, nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Die auf diese Weise erkämpfte Rechte (auch hier ist noch lange nicht an Privilegien zudenken) können allerdings schnell mal dem nächsten gesellschaftlichen Backlash zum Opfer fallen.

Die männliche Dominanz, Basis der Patriarchose, installierte der Mann einst gewaltsam sowie systematisch und deren Erhalt ist seit dem Beginn des Patriarchat ein Selbstläufer. Auch weil Gewalt, das anerkannte männliche Gewaltverhalten überhaupt, in jeder erdenklichen Form uns permanent als Alltagserscheinung umgibt. Der Mann ist patriarchal-gesellschaftlich gesehen der Geiselnehmer und wann war je eine Geisel privilegiert?
Frauen gleich welcher Hautfarbe, sind nicht privilegiert, auch nicht wenn sich temporär oder lokal die politischen Verhältnisse verändern und für Frauen wie auf einer Insel ein etwas entspannteres Gemeinschaftsleben stattfindet. In der Regel reicht es nicht für nachhaltige Verbesserungen für alle Frauen und Mütter oder gar für einen Paradigmenwechsel.

Nur manchmal sind für kurze Zeit manche Männer punktuell nicht mehr ganz so privilegiert - als Nebenwirkung von Machtverschiebungen, Kriegen oder seltenem friedfertigen Zusammenleben in einer (kurzzeitig) gesellschaftlichen Entwicklung, die durch aufgeklärte, humane bzw. politisch-demokratische Prozesse entstand. Ein friedfertiges und Gerechtigkeit anstrebendes Zusammenleben im Rahmen von (säkularer) Kultur und Politik, hielt/hält in der Regel nur ein paar Jahre an, bestenfalls ein paar Jahrzehnte. Dann setzt gemeinhin ein typischer Backlash ein, der schleunigst das Vorrecht der Männer, und hier im Besonderen, das der Väter rettet bzw. bewahrt, indem man Gesetzeslagen anpasst und die „Gott gegebene“ oder als „natürlich“ erklärte männliche Überlegenheit, quasi wieder entdeckt und in den Fokus der Gesellschaft rückt. 
Diese baldige bzw. reflexartige Einleitung der frauen- und mütterfeindlichen Rückschrittlichkeit, bestehend aus diversen Rollbacks, Bedrohungen und Verfolgungen von aufmüpfigen Frauen, stellte das starke Gefälle zwischen den (biologischen) Geschlechtern nicht nur wieder her, sondern meist reichte der Schwung auch noch für mehrere Rollen rückwärts. Der patriarchale Männerstatus wird/wurde erfolgreich verteidigt und meistens ein wenig darüber hinaus wieder ausgebaut. Es ist nicht nur ein Gefühl, dass Veränderungen noch unerfreulicher, noch schlimmer, noch ungerechter für die Frauen, und hier vor allem für Mütter und ihre Kinder werden.

Als am Beginn des Patriarchats, mann die Mütter ihrer naturgemäßen Art zu leben enteignete, die Kinder den Vätern zugesprochen und der Sklavenstatus für Weiblichkeit eingeführt wurde, setzte mann körperliche Überlegenheit und brutale Waffengewalt ein. Später vertraute mann mehr und mehr auf das Wort - Ächtung weil weiblich geboren, durch Drohung erzwungener Gehorsam, soziale Kontrolle, Erschaffung von Mythen mit Vorbildfunktion.
Alles gegossen in Gebote und Gesetze und angedrohte bzw. umgesetzte Sanktionen bei Nicht-Einhaltung.
Als der Mann Götter und Religionsideologien erfand, welche halfen Frauen im Sklavenstatus zu bestätigen und zu halten, wurde aus einer (konsanguin angehörigen) Schwester die (zukünftige) Frau eines anderen Mann (eines Verbündeten oder auch Feindes) und die eigene Mutter war nur noch die unterworfene Frau des Mannes, der als (der eigene) Vater galt.
Den Patriarchen war ein großer Wurf war gelungen, der die Mutter und die Schwester im Fühlen, im Denken und im alltäglichen Handeln eine permanent minderwertige Position zuwies und ihnen weitgehend die Selbstbestimmung vorenthielt.
Von weißen privilegierten Frauen zu sprechen ist nur ein moderner und damit typischer patriarchöser Euphemismus. Denn jedes, durch das Patriarchat gewährte, Frauenrecht, kann mann jederzeit wieder nehmen. Der angestiftete Kampf der Frauen gegeneinander ist schon ein deutliches Symptom.

Stephanie Ursula Gogolin

11 Mai 2021

Wir sind unser Körper

In Diskussionen um Abtreibung usw. fällt gern mal der Satz: mein Körper gehört mir. Das hört sich an, als existiere die Mensch als Person außerhalb bzw. unabhängig von einem biologischen Körper, den sie dann nur für bestimmte Gelegenheit benutzt (zum Beispiel um ein Kind zu bekommen) und auf den auch andere Zugriff haben, wenn wir nicht aufpassen.

Wir sind eine solche Denkweise gewohnt, in der eine Person noch vor ihrem körperlichen Dasein im gesellschaftlichen Kontext als metaphorische Existenz rangiert. Diese Art der Beurteilung ordnet unser menschlichen Sein als einen ideellen Zustand ein, der den Körper in welchem alles stattfindet, wie Staffage, wie beliebige Hardware, wie ein bloßes Transportvehikel betrachtet - wir sind eine (virtuelle) Person und die "hat einen Körper".
Im Patriarchat müssen Frauen ihren Körper wie ein ihr zugemessenes Hoheitsgebiet verteidigen, wenn sie nicht sowieso so konditioniert wurden, dass sie bereits verinnerlichten, eigentlich irgendwem zu gehören – einer anderen Person oder einem Kollektiv. Wir haben uns als Frau eine extrem unsinnige Art angewöhnt, uns als personelles symbolisches Wesen zu präsentieren, aber wir sind keine ominöse Wesenheit, die unter anderem einen Körper hat.
Daher habe ich keinen Körper - Ich bin mein Körper! Mein virtuelles Selbst, von mir als real empfunden, gibt es ohne meine organische Manifestation nicht.
Ich habe/besitze also keinen Körper, der mir gehört, weil ein Schöpfer ihn mir zuteilte bzw. den ich vorübergehend bewohne, sondern ich bin ein biologischer Organismus, der sich in der Form eines sichtbaren, fühlbaren, also gegenständlich wahrnehmbaren, lebenden Körpers darstellt. Meine persönliches, individuelles Sein als Instanz, die in der Lage ist mit der Welt außerhalb meines Körpers Kontakt aufzunehmen und zu kommunizieren, ist eine geistige Potenz.

Wenn ich also sage: mein Körper gehört mir, ist dass objektiv falsch, Für mich hört sich das an, als wäre es bisher so gewesen, dass ich nie eine richtige Verfügungsgewalt über meinen Körper habe und ihn mit dieser Feststellung einfordere. Jederzeit könnte eine andere/höhere Macht mir meinen Leib streitig machen, ihn mir wegnehmen. So wurde wohl auch von manchen der Tod verstanden. Doch das sind Glaubenskonzepte. Wir leben aber in einer evo-biologischen Realität. Ich bin mein Körper. Ohne meinen Körper, ein lebender, hoch entwickelter Bioorganismus, gäbe es mich weder als Mentalwesen, noch als sogenannte Seele, noch als virtuelle Person.

Mein lebender Körper beherbergt meinen Geist und meine Psyche. Dieser Soma-Komplex Körper stellt zwecks Überleben die dazu notwendigen vegetativen und geistigen Funktionen bereit und alles bildet unter günstigen Bedingungen eine, sich selbst erhaltende Einheit.

Man kann einen (anderen) Biokörper an seinem Funktionieren hindern, ihn (schmerzhaft) einschränken oder ihn vernichten, aber nie eine tatsächliche Trennung von Körper, Geist und Psyche vornehmen. Dieser, unter bestimmten gefühlten Umständen, Effekt kommt uns real vor, findet aber immer noch innerhlab dieses einen Körpers bzw. in seinem Gehirn statt.

Ist kein körperlicher Organismus vorhanden, gibt es auch keinen (separaten) Geist oder eine sogenannte Seele.

Wir, als Frau, als Menschenwesen, sind unser biologischer Körper und in dem wächst, je nach Schicksal, ein anderes Menschenwesen heran. Da wir unser Körper sind, liegt es also in der eigenen Verantwortung, uns selbst zu erhalten und stellen unseren Körperkomplex unserem Nachwuchs zur Verfügung, um so neuem Leben eine Chance auf Existenz zu geben. Es ist ein biologisches Phänomen, die unwillkürliche Lebensweitergabe, die sich schon sehr lange vor allen kulturellen Werten, Moralvorstellungen und (patriarchalen) Gesetzgebungen, im evolutionären Naturgeschehen herausbildete.
Eine beginnende Schwangerschaft bedeutete nie, dass auch tatsächlich später ein lebendes gesundes Menschenkind auf die Welt kommt. Lebensweitergabe unterliegt ebenso einem Zufallsprinzip wie das Leben als solches auf unserem Planeten und die Anpassung an vorhandene Bedingungen drückt sich im selektiven, evolutionären Geschehen aus. Jedes menschliche Individuum, jede Frau, ist ihre eigene, zu respektierende Bio-Körperlichkeit und als solcher in einer natürlichen Menschengemeinschaft Teil derselben.

Doch wir leben derzeit im Pariarchat und somit in einer kulturell verinnerlichten, graduell unterschiedlich empfundenen Sklavinnenhaltung (Traumaeffekt). Diese aufgezwungene Körpererfahrung löst bestimmte vegetative Reflexe aus: u.a. können wir scheinbar mit unserem Geist oder "als Seele" aus unserem Körper (virtuell) heraustreten um Drangsal, Schmerz und Todesangst in unserem körperlichen Daseins zu ertragen. Gefahr lässt den Körper reagieren mit Flucht, Kampf, Erstarrung und dissoziativer Unterwerfung. Darüber hinaus sind beispielsweise manche Verhaltensweisen ein Ergebnis von religiöser Konditionierung und übler patriarchaler Gehirnwäsche und/oder qualvoller Fremdbestimmung (und damit Teil des Stockholmsyndroms), die uns scheinbar als Pseudo-Geist-Wesen von unserem Körpersein abspaltet. Aber es gibt definitiv diese Spaltung nicht als nachweisbare Realität.

Wir sind unser Körper. Und als solcher, müssen wir besonders als Frau darauf bestehen gesellschaftliche Unterstützung zu erhalten (im Sinne unserer angeborenen Matrifokalität) und Bedingungen vorzufinden, in der unsere Körperlichkeit unversehrt bleibt und wir ganzheitlich unser Leben in einem realen Alltag leben können.

Anhang: Und hier eine kleine Zusatzerklärung wie ich die Themen Hirntätigkeit, Geist, Bewusstsein und Seele sehe: Was nicht existiert, ist nicht vorhanden - eigentlich ganz einfach - und was existiert bzw. erfahrbar wäre, aber von uns Menschen noch nicht erkannt wurde, ist zwar da, aber noch nicht für unser Welt definiert und daher für den menschlichen Geist nicht erfassbar.
Diese Art der Definition, erfasst durch einen menschlichen Geist, als Erinnerung bewahrt in einem menschlichen Geist, per menschlicher Kommunikation beschrieben und weitergegeben (als Meme verbreitet), ist das Schlüsselmoment zum gegenseitigen Verständnis im Alltag und ursprünglich um die Verbesserung im Zusammenlebens zu fördern. Der sogenannte menschliche Geist, also unsere Art der Gehirntätigkeit und hier vor allem das Zusammenspiel individueller Erinnerung mit kollektiver Weitergabe, ist ein wesentliches, ständiges Überlebensereignis. Die Erfahrungen und Erkenntnissen aller Individuen, hätten keine Bedeutung, würden sie diese nicht in und mit ihrer Lebensgruppe teilen.
Der Austausch findet über jede Form der artspezifischen Kommunikation statt und ist eine der evolutionsbiologisch selektierten Überlebensstrategien, welche die Mensch mittels ihrer hochkomplexen differenzierten Sprache (gegenüber anderen Tierarten) entwickelte und kulturell verfeinerte. Mit diesem Sprachvermögen definierte sie nicht nur ihre Umwelt, sondern sorgte für die Weitergabe der individuellen und kollektiven Erinnerungen. Das wiederum führte zu dem Phänomen des abstrakten Denkens. Diese Form des Abstrakten, der nur geistig, also abstrakt, vorhandenen Vorstellung, erschien wohl durch die Jahrhunderte hindurch vielfältig ausgeübte Denktätigkeit, so manchem als ein vorhandener Geist außerhalb des Körpers. Wir erfassen energetische Feldwirkungen im Außen und weisen ihnen eine Art (bewusstes) Eigenleben zu. Diese Denkweise brachte die Vorstellung von Göttern und Dämonen hervor, spekulierte über die Möglichkeit der Reinkarnation und verbreitete angenommene, aber nicht tatsächlich existierende "Realitäten" - Phantasiewelten und Glaubenskonstrukte aller Art.
Die/der Mensch kann inzwischen ganze Universen geistig erschaffen, also erdenken und diese im Detail sogar als Vorlage für zukünftige Technologie verwenden. Der kulturell trainierte menschliche Geist denkt sich komplexe Parallel- und Anderswelten aus und versucht diese auch gern zu beweisen - die Basis des maskulinen Machbarkeitswahns. Und unser kulturell geschulter Geist ist in Lage nicht reale, materiell nicht existierende Phänomene so zu definieren, dass sie anderen wiederum real erscheinen. Aber nichts desto trotz … würden plötzlich alle menschlichen Körper mit samt ihren Gehirne verschwinden, blieb auf der immateriellen, also geistigen, Ebene ohne eine vorhandene organische Gehirnsubstanz in einem lebendem Organismus, nichts davon übrig - nur die Medien, die Schrift-, Ton- und Bildträger, die wir hinterließen, wären noch da, aber niemand mehr, der sie auswertet und der einstigen Sinn erkennt.

Stephanie Ursula Gogolin



29 Dezember 2020

Der MannundFrau-Mythos

Mütter, Kinder, Väter und der MannundFrau-Mythos

Diese gern beschworene Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau, die auch die Care-Arbeit beinhaltet, ist ein rein hypothetisches Gebilde. Wir kommen ohne die liebenswerte Vorstellung kaum noch aus, dass es selbstverständlich sein müsste, dass Männer sich genau wie Frauen für das tägliche Allerlei und die Arbeit, die Kinder so machen, zuständig und verantwortlich fühlen. Mann und Frau als vom Schicksal konzipiertes Dreamteam - es könnte doch so einfach sein!
Aber es gibt nun mal keinen biologischen Imperativ der ein organisch gewachsenes Gebilde MannundFrau hervorbringt. Auch nicht in der umgekehrten Intention FrauundMann. Es gibt keine biologisch determinierte, gleichschwingende Paareinheit 'Frau und Mann' als natürlich entstandenes Alltagsmodul.
Diese unausrottbare Wunschvorstellung
(des patriarchalen Kulturmenschen) gibt es bei keiner Säugetierart und auch die Vogelarten, die paarweise Brutpflege betreiben, sind zufällige Begegnungen in der Natur, bei denen sich die Individuen dem Biomechanismus Arterhalt gemäß verhalten.
Es wird gern davon ausgegangen bzw. erwartet, dass entgegen allem menschenartgerechten Verhalten, die ominöse Paareinheit MannundFrau, die sich in der Moderne als Kleinfamilie figuriert (formiert und firmiert), sich ähnlich einem Schwarm verhält (permanent auf einander bezogen) oder ähnlich einer Herde auf der Basis einer kollektiven Intelligenz durch den Alltag stapft. Säugetiere sind hochentwickelte Individuen und damit als Einzelwesen weitgehend autonom. Wobei jede Spezies ein eigenes Sozialmodul entwickelte.
Die in besonderer Weise intelligente Mensch, findet in der Dynamik ihrer matrifokalen Fürsorgegruppe den ÜL-Effekt der Geborgenheit und damit ausreichend Schutz, Support und Spaß, um ein zufriedenes Leben zu führen.
Die paarweise Zweierkombination aus einem nichtverwandten Mann und einer mit ihm nichtverwandten Frau als Dauerlebenspaar, ist eine kulturell begünstigte Fehlentwicklung, auf Grund der u.a. durch Oxytocinmangel erzeugten Gewaltspirale im System der Patriarchalität.
Die heute wie ein Naturgesetz gehandelte MannundFrau-Idee, die quasi als sexualisierte Dauerschleife des Zusammenlebens unseren Alltag bestimmt, ist jedoch auf keinen Fall als eine Art evo-biologischer Imperativ selektiert, sondern ein anti-soziales Phänomen, dass die vergleichsweise jüngste Menschenkultur auf den letzten Metern der Geschichte (in besagter Patriarchalität) hervorgebrachte.
Wenn wir als (junge) Frau uns verlieben und uns das starke Verlangen antreibt, uns mit einem attraktiven Mann unserer Wahl zu paaren und unbedingt (sofort) zu kopulieren, sind wir in dem hormonellen Drive des in allem Lebendigen angelegten Drang zum Arterhalt, der naturgemäßen Parallele zum glücklich machende Selbsterhalt plus Female Choice.
Dieses bio-angelegte Verlangen des Körpers die Art zu erhalten, ist inzwischen mit vielen irreführenden Vokabeln belegt. Derzeit gipfelt die Bezeichnung dieses Verlangen in der Vorstellung einer dauerhaften romantischen Liebe, die völlig widersinnig mit dem Gebot einer am liebsten unauflöslichen Hetero-Paar-Konstellation gekoppelt ist. Diese wird, auch in unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft, nach wie vor, von verschiedenen sozialen Konventionen sowie moralischen und von den,die weibliche Sexualität kontrollierenden Dogmen begleitet.
Beide, Frau und Mann, sind zuerst einmal biologische Individuen, die immer aus dem matrifokalen Nest einer (ihrer) Mutter stammen. Der unbewusste Denkfehler ist meist, dass die Biografie einer Person, die mit der Geburt durch eine Mutter beginnt, nicht mitgedacht wird. Wenn von Mann und Frau die Rede ist, besteht das System Kulturmensch scheinbar nur aus lauter vom Himmel gefallene autarke Erwachsene. Das lässt uns die lang gehegte Vorstellung von einer nicht wegzudenkenden Alltagserscheinungseinheit, die ich MannundFrau nenne, immer wieder neu auflegen. Hier wird Mann zwanghaft mit Frau zusammengedacht und umgekehrt.
Was weitgehend wegfällt ist das automatische Mitdenken von Kindern, Geschwistern bzw. mütterlicherseits zugeordneten Angehörigen.
Es gibt sie aber nicht, die Frau X und den Mann Y, als jeweils eine Art exklusiven Prototyp. Abstrakte weibliche und männliche Kultureinheiten, die eine Gesellschaft ausmachen und in ihrem Erwachsenenleben unbedingt eine Zweiheit anstreben, die als Einheit wahrgenommen werden muss. Tatsache ist jedoch, das Individuum, also jede Person, besitzt eine persönliche Geschichte und versucht auf ihre individuelle Art im Patriarchat zu überleben und folgt daher dem Paradigma der Gesellschaft bzw. der jeweiligen Kultur.
Frau X und Mann Y sind daher im Bezug zu ihrer kulturellen Deadline - die für den Erwachsenen von unserer anonymen Gesellschaft geforderten Partnersuche - austauschbar. War über Jahrhunderte hinweg der, in der Patriarchose immer zuerst gedachte und in der Regel auch zuerst genannte, Mann als Privilegling der Verhältnisse derjenige, der per se dazu vorgesehen ist sich nach Belieben eine Frau zu halten, ist heute auch die Frau berechtigt, in bescheidenem Maße, einen sogenannten Partner zu wählen, der eine dauerhafte Einrichtung in ihrem Leben sein soll.
Das bestehende hochpatriarchöse Gesellschaftsambiente brachte so den MannundFrau-Mythos erst als unauflösliches Ehepaar und in der Moderne in dem Begriff Partnerschaft hervor. Die gleichberechtigt anmutende Partnerschaft bleibt trotzdem ein typisch patri-kulturelles Konstrukt, dass schon wieder jede Frau und Mutter in die androzentriert-patriarchale Irre führt. Mann und Frau wurden so konditioniert, dass sie unentwegt versuchen als ideale Einheit ein ganzes Leben lang zusammenbleiben, was eigentlich nur mit sozialen Zwängen einher ging und die Regel ist es ohnehin nicht mehr, seit die Frau grundsätzlich zu einigen Rechten gekommen ist.

Stephanie Ursula Gogolin


ÜL - natürlich selektierierte Strategie
des Überlebens einer Art

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07 Dezember 2019

"Kein Bock auf Steinzeit…"

Wenn Frauen äußern: "Kein Bock auf Steinzeit…", dann verzweifle ich nicht nur an unserem Schulsystem, sondern auch an dem weiblichen Verständnis von Natur. Es ist leider nicht das erste Mal, dass ich wie hier einer Meinung zu der zutiefst missverstandenen Steinzeit begegne. Gern wird die Steinzeit als Metapher für Rückwärtsgewandtheit und ewig gestriges Denken verstanden. Schon seit längerem begegne ich immer wieder dem Grusel der modernen Frau vor der Steinzeit bzw. deren salopp geäußerten Ansichten, dass uns das Beschwören der Steinzeit nicht retten wird. Dabei dürfte uns doch wohl klar sein, dass es eigentlich nicht um die kargen, äußeren Attribute einer Alltagsgestaltung in einem Steinzeitcamp geht. Wovon wir aber profitieren könnten wenn wir uns das Grundkonzept der Lebensgemeinschaften innerhalb des urmenschlichen Kontinuums näher ansehen.
Warum also wird oft so getan, als wäre "die Steinzeit", das viele Jahrtausendelange Paläolithikum und Mesolithikum, ein schlimmerer Ort für die Frau und Mutter gewesen als beispielsweise unsere Gegenwart? Das Gegenteil ist der Fall - wir wissen es schon lange. Denn da lebte die Mensch und ihre Sippe in matrifokalen Gruppen und das wiederum ist bekanntlich unser menschenartgerechtes Dasein, unsere angeborene Sozialstruktur in dem vorhandenen Naturgeschehen.
Das wirkliche Desaster begann als die Steinzeit durch die nächste Epoche abgelöst wurde und sich die Idee, den 'Vater' als Maß aller Dinge einzuführen, vom patriarchös infizierten Mann gewaltsam durchgesetzt wurde. Damit entstanden hierarchische Strukturen, mit denen Herrschaftsmacht etabliert wurde und hier, in der gewaltsam durchgesetzten Patriarchose entschied sich der unterworfene Status der Frau und Mutter ... bis heute!
Im auslaufenden Neolithikum und der waffenstrotzenden Bronzezeit sind wir bereits mitten drin und die Frau* bereits ihre körperliche Freiheit verlor, büsste (durch die Antike hindurch) grundsätzlich ihre Selbstbestimmung ein. 
Es sind die Zeitphasen ab denen die androzentrierte Herrschaft erstarkte, zur Unterstützung derer Lehren in Form von religiösen Ideologien verbreitet wurden und die allgemeine Verherrlichung des Maskulinen einsetzte.
Während mann die Frau (als Tochter und potentielle Mutter) versklavte, verheiratete und als Arbeitskraft für die Männerwelt hielt. Als Mutter wird ebenfalls bis heute ihre Gebär- und Fürsorgekraft ausgebeutet und reglementiert. Diese Geiselnahme des Weiblichen führte zu dem, heutzutage besonders wirksamen kollektiven Stockholmsyndrom, das neben der konditionierten prinzipiellen Unterwerfung auch verschiedene Spielarten der Prostitution beinhaltet, zu denen ich auch die klassische Ehe zähle.
Die patriarchalen Strukturen, die alle von uns so gut verinnerlicht werden und die bis heute unsere Kultur fest im Würgegriff halten, sind jedenfalls kein Bestandteil der Evolutionsphase, die so gern verächtlich als primitive Steinzeit abgewertet wird. Wir sollten mal überlegen was denn genau an dieser primären Entwickelungsphase abzulehnen ist? Der mangelnde technologische Fortschritt?
Das alchemistische Wunder der hemmungslosen Zerstörung der Natur auf Betreiben einer gierigen Machtclique?
Oder die fehlende inhumane Einteilung, die uns offenbar schon gar nicht mehr auffällt, in der wenige Eliten der Masse von Milliarden Menschen ganz offen und dabei langsam aber sicher die Lebensgrundlage entziehen?
Zurück in die Steinzeit was bedeutet es wirklich?
Zum Beispiel keine gesellschaftlichen Machtstrukturen.
Ein Leben im Matrifokal, dass frau sich allerspätestens dann als gut vorstellen kann, wenn sie sich als Großmutter einen offen Blick auf die momentane Situation der Töchter und Töchterstöchter dieser Welt bewahrt hat.

Und wenn jetzt wieder einige Angst haben hier werden Männer diskriminiert, dann möchte ich nur sagen, ich nehme es dem Patriarchat so was von übel, dass es nicht nur unsere Söhne zu potentiellen Gewalttätern formt, sondern auch billigend in Kauf nimmt, dass so viele nichts dabei finden, die konditionierte Akzeptanz der Gewalt auch auszuleben und sei es nur virtuell als Hater im Netz.
Auf der einen Seite das technologisch optimierte und damit zerstörerische Hochpatriarchat und auf der anderen Seite die naturbelassene Steinzeit.
Wäre gar nicht so schlecht, wenn wir tatsächlich wählen könnten!
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12 November 2019

Grundsätzliches zur sozialen Vaterschaft

Die soziale Vaterschaft ist eine sehr moderne Erfindung und ein Nebeneffekt der Tatsache, dass frau sich (auch als Mutter) heutzutage einen Partner wählen kann und nicht nur die Ehe als gesellschaftliches Muss im Nacken hat.
Der patriarchale Mann als Vater hatte von Anbeginn der von ihm gestalteten Patriarchose keine fürsorgerischen Ambitionen. Er fiel aus seiner natürlichen Aufgabe als Mutterbruder heraus. Selbst wenn dieser oder jener Mann auch eine liebevolle Beziehung zu einem Kind aufbaute (bitte in dem Zusammenhang das Wort Bindung nicht einmal denken), blieb er in einer Herrschaftsrolle, selbst wenn er als Mann* zur unteren Ebene der Hierachie zählte.
Der Mann in seiner Rolle als Vater (und hier ist es tatsächliche, eine Rolle), zelebrierte sich als der Besitzer des Kindes (und dessen Mutter) und bis vor ein paar Jahrzehnten schlug sich das noch ungeniert in unserer Gesetzgebung nieder.
Ich hoffe inständig, dass diese, derzeit noch diffuse Vorstellung von sozialer Vaterschaft sich nicht auf Dauer auf die gleiche gedankenlose Art etabliert wird, wie der Begriff Familie virulent ging. Aber ich fürchte, auch das soziale als Hervorhebung in bezug auf Vaterschaft wird ein rethorischer Selbstläufer werden. As Vaterschaft verstand man bisher die Tasache, dass ein Mann sich auf seine genetische Verwandtschaft zu einem Kind beruft, es bezeichnete seinen Status als Besitzer des Kindes. In der Moderne des westlichen Kulturkreis wird mehr denn je der soziale, sprich fürsogerische Aspekt einer Vateranwesenheit betont. Das ist jedoch nach wie vor nur bedingt verlässlich.
In dem ideellen Kunstbegriff der soziale Vaterschaft und in der Umsetzung dieser Neuerung, liegt sehr viel Unverbindlichkeit und Gedankenlosigkeit den Kindern gegenüber. Die Fluktuation der sozialen Väter ist relativ hoch. Jedem, auch kurzfristigen Lebensbegleiter/Partner einer Mutter wird in einer stillschweigenden gesellschaftlichen Absprache sofort die Würde des sozialen Vaters hinterhergeworfen und damit einem jedem betroffenen Kind eine unverhoffte Anpassungsleistung zugemutet. Es wird also vom Kind erwartet, das es sich von Zeit zu Zeit mit einer neuen Beziehungs- bzw. Betreuungsperson arrangiert (was sich gerade bei Töchtern verheerend auswirken kann). Diese sozialen Väter sind letzlich austauschbar. Es wird generell so getan, als müsste immer ein Mann als Vater in der Rolle eines sozialen Kompensator für alles Männliche im Leben eines Kindes vorhanden sein und selbstverständlich obendrein noch der genetische Vater. Ein deutlicher Überschuss an Vater-Energie wird spürbar und soll wohl auch sein, das gehört zu patriarchösen Grundausstattung, während Mutter-Energie in ihrer Wirksamkeit geleugnet wird.
Das Problem ist, dass sich die im Patriarchat gut konditionierte Frau ein Leben ohne einen Mann an ihrer Seite kaum vorstellen kann. Die tief sitzt die Konditionierung hin zur romantischen Liebe und der Paarungsfamilie wird außerdem ein Lebenlang durch alle Medien weiter befeuert. Daher nehmen die meisten Frauen immer noch an, ihrem Kind etwas Gutes zu tun, wenn die Planstelle Vater immer von einem (nichtverwandten) Mann besetzt wird, einem Partner, der auch den sozialen Vater mimt - alles um dem patriidiotschen Mainstream gerecht zu werden.
Denn leider ist noch keine Mutter im Patriarchat aus ihrer Geisel-Nummer raus und kann (darf) weder ihre Female Choice, noch die unantastbar sein sollende Mutter-Kind-Bindung, noch das Erbe der Matrifokalität selbstbestimmt leben ...

Stepanie Ursula Gogolin

06 November 2019

Das geteilte Sorgerecht als immer währende Mütterfalle

Was zuvor nie so krass im Vordergrund stand, wird derzeit durch verschiedene politische Einflussnahmen und den (scheinbar) daraus folgenden Gesetzesregelungen auf eine fatale Spitze getrieben, die bisherigen und durchaus ohne weiteres als Einzeloption genannten Subjekte Mutter und Vater, gibt es neuerdings und vor allem vor dem Gesetz nur noch als Doppelpackversion als Eltern.
Und nicht nur in bestimmten Gesetzeslagen, sondern der politisch korrekte Mainstream in seiner medialen Verbreitung kennt scheinbar nur noch das, auf ein bestimmtes Kind bezogene Elternpaar. Man feiert den neuen Glaubenssatz: die gewisse Vaterschaft ist vom Kind nicht mehr zu entkoppeln, da man sie jetzt auch nachweisen kann. Zwar nur etwas aufwändig im Labor, aber dort fast zweifelsfrei.
Diesen Triumph des patriarchalen Mannes gab es vorher nicht, da war nur die Mutter gewiss.
Der Vater, das installierte soziale Modul auf dem sich die Patriarchose gründet, war ein paar Jahrtausende mehr Spekulation als reine Gewissheit. Elternsein als gesellschaftsrelevante Zuständigkeit von Vater und Mutter, ist in den patriarchal geprägten Jahrtausenden in die Patrilokalität der angenommenen männlichen Abstammung eingebettet. Für jedes Menschenkind wurde die Beziehung zum angenommenen Vater ein primäres Merkmal, da der zugeordnete Vater als Besitzer des Kindes galt. Er konnte sich daher auch ohne weiteres vom Kind distanzieren oder sein Vaterschaft ganz leugnen und wenn er damit keinen anderen männlichen Interessen ins Gehege kam, blieb ein solches Verhalten für den Mann in der Regel folgenlos. Die prinzipiell rechtlose Mutter wurde jedoch in einem solchen Fall für das Wohl des Kindes allein verantwortlich gemacht, wenn es überhaupt jemanden kümmerte.
Diese (für Mutter und Kind im Grunde vorteilhafte) alleinige Verantwortung der Mütter wurde aus der Steinzeit bis in unsere Zeit herüber gerettet und als eine natürliche Bindungssymbiose hingenommen, anerkannt, ja später sogar glorifiziert.
Gestatteten die (patriopathischen) Verhältnisse (wie z.B. die Kriegs- und Nachkriegsjahre) eine vaterlose Kleinfamilienkonstellation, durfte die Mutter alleiniges Sorgerecht (mit Einschränkungen) ausüben. Der Kampf der modernen Väter ums Kind hatte noch nicht begonnen. Das Vaterrechtler-Syndrom - der Kampf ums Kind - lief erst so richtig vor ein paar Jahrzehnten an. Vorher war es möglich und sogar anerkannt, dass Mütter ihre Kinder allein aufzogen und kein patriarchaler Hahn krähte danach.
Aber plötzlich sprossen überall sogenannte entsorgte Väter aus dem Boden, die unter dem „nicht für ihr Kind sorgen zu dürfen“ furchtbar litten. Dafür dürfte der Hintergrund sein, dass der ganz normale Mann (der sich in der Regel selbst outsourct) den Mangel an Geborgenheit zu spüren bekam, der entsteht, wenn ein Erwachsener keinen rechten Anschluss an eine fürsorgende oder zumindest Identitätstiftende Gemeinschaft hat (es fielen/fallen im gesellschaftlichen Kontext immer wieder gut etablierte Männerbündnisse weg und wenn es nur eine Stammtischrunde war).
Aber jetzt gibt es nur noch die Kleinfamilie! Diese Miniversion einer Fürsorgegemeinschaft ist zwar immer noch besser als keine Quelle menschlicher, fürsorglicher Nähe-Energie, doch der erwachsene, sich autonom begreifende Mann braucht zum Leben ebenfalls den menschenartgerechten Geborgenheitseffekt. Und so dockt er einfach (in der Patriarchose) an die Grundeinheit des menschlichen Lebens an: an eine Frau und noch besser an eine Mutter und ihre Kinder.
Der eigentlich solitäre Mann partizipiert also weiter von der natürlichen Matrifokalität, auch wenn diese in der Patriarchose als soziales Kontinuum fast vernichtet wurde und nur noch rudimentär wirkt. Seine Eintrittskarte in die elementar vorhandene Bindungseinheit von Mutter und Kind war/ist seine (behauptete) Vaterschaft. War Vatersein zu Beginn des Patriarchats ein reines Herrschaftskonzept (Kongruenz von Vater und Herr), bringt sich der Mann der Neuzeit auch als mit-sorgendes Element auf partnerschaftlicher Basis ein. Der Vater als deklarierter „Erzeuger“ und damit Besitzer des Kindes, übernimmt im gesellschaftlichen Wandel der Moderne die Rolle eines sozialen Vaters. Auch wenn er nicht als leiblicher Vater des Kindes gilt, wird von ihm erwartet, dass er sich im Kleinfamilienverbund kümmert, die Paarungsfamilie wirtschaftlich erhält oder für das Kind zumindest Unterhalt zahlt bei aktueller Nicht-Partnerschaft zur Mutter des Kindes. Vor allem der geregelte Unterhalt ist eine gesellschaftlich determinierte Voraussetzung um Kinder aufzuziehen, gibt es doch, auch im aktuellen (anonymen) Hochpatriarchat, keine prinzipielle Absicherung von Mutter und Kind. Eine generelle wirtschaftliche Autonomie der Mütter ist im Patriarchat ohnehin nicht vorgesehen. Müttersippen sind verpönt und sozusagen "ausgestorben worden". Die Ausübung der Mutterschaft wird in der Normopathie der modernen Patriarchose als temporäre Phase in einem Frauenleben begriffen. Auf den Zug springen auch gern manche Feministinnen auf. Was in dem wirksamen patriarchalen Dogma gipfelt, prinzipiell eine Mutter in ihrer Selbstbestimmung einzuschränken und ihre umfassenden Verantwortung für das, von ihr geborene Leben durch die Vätergilde zu kontrollieren (hierzu gehört auch der Staat als solcher).
Da hat sich die Frau nun endlich bis zu dem Punkt frei gestrampelt, dass sie allein oder mit anderen zusammen wohnen und ohne eine männliche Aufsicht das Haus verlassen kann. Frau hat die Möglichkeit sich eigenständig zu bilden, einer Erwerbstätigkeit nachgehen und sogar einen Lebenspartner bzw. (nur) Sexualpartner zu wählen, ohne ins soziale Aus zu geraten oder in irgendeiner Weise geächtet zu werden. Frau kann Karriere machen oder politische Ämter bekleiden. Sie kann beispielsweise in jungen Jahren allein mit einer Freundin ein Jahr durch Neuseeland traveln und worken, ja sie kann sogar eine geliebte Freundin heiraten. Frau besitzt, das ist allgemeiner Konsens, einen gesellschaftlich gleichberechtigten Status. Sie kann daher auch jede Menge Sportarten betreiben und jedes nur erdenkliche Hobby pflegen. Sie darf Aktivistin sein und sich brisanten oder feministischen Polit-Themen zuwenden. Sie ermächtigt sich sogar selbst ernsthaft (auch außerhalb akademischer Weihen) zu forschen, zu schreiben und zu veröffentlichen. Sie kann andere Frauen (und Männer) an ihren Ergebnissen und Erkenntnissen teilhaben lassen und mit vielen Gleichgesinnten Patriarchatskritik und Aufklärung betreiben … aber sie darf immer noch nicht wirklich selbstbestimmt ein Kind bekommen und es ohne einen (Einfluss nehmenden) Mann, einen sogenannten Vater, allein aufziehen. Beziehungsweise, sie darf es jetzt wieder nicht mehr.
Das Bestreben jedem sogenannten genetischen Vater neuerdings automatisch ein (halbes) Sorgerecht einzuräumen, katapultiert eine jede Mutter wieder in das Sklaventum der patriarchalen Fremdbestimmung, die schon fast überwunden schien. Natürlich wird sie nach wie vor das Geschehen der Schwangerschaft und der Geburt als Person autark bewältigen und auch weiterhin auf die seit Urzeiten vorgesehene mütterliche, gemeinschaftliche Unterstützung verzichten müssen, aber dafür wird nun eine hundertprozentige Kontrolle durch einen Kindsvater eingeführt… ein gesellschaftspolitischer Backlash, wie er schlimmer nicht sein kann!

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20 September 2019

...verliebt in die Liebe?

Das Patriarchat hat in den letzten paar Jahrtausenden verschiedene Ideologie-Gesellschaften geschaffen, in denen die Frau je nach kulturellen Zeitgeist, aber immer passgenau, in Männerbedürfnisse und -fantasien eingelassen wurde. Das ist nach wie vor gängige Praxis.
Aber die, in die Märchenliebe, Pardon, in die Pärchenliebe dauerverliebte Frau bekommt das nicht immer mit. Heutzutage ist mehr denn je die aktuelle Masche als eine Ablenkung von menschenartgerechtem Dasein, der zur Kunstform erhobene Glaube an die romantische große Liebe. Das ganze ist zwar erst in dieser Ausprägung wenige Jahrhunderte alt und galt lange nicht für Jedermann und schon gar nicht für jede Frau. Aber dafür ist es heute um so schöner sich vorzustellen, dass es ein Grundkonzept des Menschseins ist, einen geliebten Menschen ganz für sich alleine zu haben und alle anderen nicht mehr zu brauchen. Diese Form der absurden Gehirnwäsche sitzt erstaunlich tief und lässt Frauen vieles auf sich nehmen und unglaubliches Leid ertragen. Doch wie gesagt, dass ist die eher moderne History. Die eigentliche Herstory im Zeichen patriarchaler Überschattung sah ganz anders aus.
Vor unserer Moderne befand sich die Frau* innerhalb des patriarchösen Systems weitgehend in einem allgemein praktizierten Sklavenstatus unter willkürlicher (männlicher) Fremdbestimmung. Sie war Eigentum des Vaters oder ihres (Ehe)Mann (Herrn). Oft war sie auch nur das Mündel ihres Bruders oder anderer männlicher Verwandter. Die Frau wurde gehandelt – geraubt, verkauft, verheiratet, verliehen, gezwungen sich zu prostituieren oder ihr Leben in Keuschheit zu verbringen. Das naturgemäße Leben im fürsorgendem Sozialverband der artgerechten Matrifokalität war einer permanenten Geiselnahme der Frau* gewichen. Jedoch das unattraktive Bild der Sklavin wurde nach und nach modifiziert, aufpoliert und umdekoriert, um einen freien Anstrich zu erwecken und das führte geradewegs in ein romantisiertes bürgerliches und später liberal individualistisches Frauenbild, das jetzt als anerkannte Schablone für jedefrau dient.
War die Zweier-Paar-Bildung bis vor kurzem noch eine Konvention auf Lebenszeit, darf jetzt in serieller Monogamie immer wieder der/die richtige Lebenspartner/in gesucht werden. Es muss nur die Paar-Idee eingehalten werden - das unbedingte, wenn auch fragile Bündnis zwischen zwei fremden (nichtverwandten) Menschen, die ihre Liebe auf einem (möglichst andauerndem) sexuellem Begehren errichten und dabei den/die Partner/in in die Pflicht nehmen die essentiell gebrauchte, angehörige Fürsorgegemeinschaft zu ersetzen. Diese Form der Fürsorgegemeinschaft, das urtümliche Matrifokal, existiert in der derzeit wirksamen patriarchalen Kulturgesellschaft nicht mehr. Entsprechend groß ist der allseits vorhandene Mangel - an Geborgenheit, an Intimität ohne sexuellem Druck, an Zugewandheit und weiblicher Selbstbestimmung.
Das Zweierideal wird weiterhin hingebungsvoll gepflegt und wo es nur geht medial untermauert, damit nicht vielleicht der Gedanke aufkommt, dass zu einem erfüllten Alltagsleben mehr als nur ein/e sogenannter Partner/in und ein bis x Kinder gehören. Die patriarchale Androkratie versuchte so einen Lebensstil zu etablieren, der jedem Mann mindestens eine Frau garantiert, die seine Bedürfnisse erfüllt. Der Bund fürs Leben war primär bindend für die (einzelne) Frau. Ein sozialer Käfig und damit Kontrollinstrument, um ihre Arbeitskraft, ihre Sexualität, ihre Gebärfähigkeit, ihre Mutterkompetenz und ihr gesamtes energetisches Potential auf das Wohle des Mannes hin zu kanalisieren.
Egal welchem Lebensentwurf eine Frau heute folgt, sie bewegt sich in den vorgezogenen Linien eines für sie kreierten Hüpfkästchenspiel, in dem sie ihr Leben lang herumspringen kann/darf/soll. Und dessen Regeln sind streng … nicht über die Striche treten, sich immer schön innerhalb der sichtbaren und sogar unsichtbaren Grenzen bewegen und so dieses kräftezehrende Spiel mit allen Gefühlen und Sehnsüchten und unerfüllten Bedürfnissen hingebungsvoll zu zelebrieren, um den romantischen Idealen und der gesellschaftlichen Deadline der Anpassung gerecht zu werden. Selbst wenn der harte Alltag der Frau und Mutter über ihr zusammenschlägt, sie hält in der Regel an der Vorstellung fest, in der von der Belohnung durch die Liebe eines anderen (fremden) Menschen, der ihren Weg kreuzt, die Rede ist. Und da alle ähnliche Erwartungen hegen und als zutiefst bedürftige Menschen reagieren, wird auch kaum ausprobiert, was wäre wenn! Zum Beispiel, wenn wir als weibliche Menschen uns auf unsere Ur-Natur besinnen würden. An dieser Stelle darf gern jede weiterspinnen, wie das sein könnte!
Wir können uns heute noch so sehr vormachen, dass wir eine Art Recht auf erfüllende Liebe (eines Mannes oder Frau) haben. Dass wir für die Liebe in einer Zweierkonstellation, im Sinne von gemeinsam alt werden und bis uns dann der Tod scheidet, geboren wurden, dass das schon immer für die Frau die Normalität eines Menschenlebens sei … ist es nicht.

19 September 2019

Die Virulenz des Backlash

Vieles von dem, was uns an patriarchös kontaminierten Gedankengut umgibt ist toxisch und quasi hochansteckend. Ob es sich dabei um gängige Narrative, banale Klischees, politische Meinungsmache, gedankenlose Spekulation, gezielte Lügen, tradierte Dogmen, esoterische Geheimniskrämerei, mythische Halbwahrheiten oder die, der Unterhaltung dienenden, harmlos erscheinenden aber nicht zu unterschätzenden medial aufbereitete Fantasy handelt.
All diese, dem Ideologiekosmos der Pariarchose entsprungenen Beschäftigungstheorien, umspinnen die Frau mit den klebrigen Fäden patriarchöser Manipulation. In dieses bestehende System hinein sozialisiert, lebt die Frau, für gewöhnlich getrennt von ihren Wurzeln, in einer tatsächlichen Utopie. Einem Ort, den es nicht gibt.
Sie ist umgeben von Zielsetzungen, die nicht die ihren sind und die ihr, selbst wenn sie sie erreicht, nicht gut tun. Ob die Vorstellung von der romantischen Liebe oder das Ideal einer Gleichberechtigung mit dem Mann, alles liegt ziemlich weit oder knapp neben dem wirklichen Leben und wir erfahren es spätestens hautnah, wenn wir in dieser Welt Mutter werden und mutterseelenallein unser Kind versorgen und aufziehen dürfen. Ein anwesender Vater ist nur eine Pseudo-Unterstützung, was uns fehlt ist nach wie vor die matrifokale Müttergemeinschaft.
Dafür werden wir im Alltag abgelenkt und überrollt von der permanenten Präsenz virtueller Gebilde, die farbig grell und zuckersüß oder knallhart und gewalttätig, uns und unsere Kinder in Parallelwelten ziehen.
In den neuen virtuellen Medien, in der etablierten Literatur und mehr denn je, durch die bewegten Bildern der Film- und Fernsehindustrie werden Meme verbreitet und ein Weltbild festgeschrieben, dass der Frau (und dem Mann) unausweichlich erscheint. Einer schweren Erbkrankheit gleich von der es keine Heilung gibt.
Jede Form von Heilung oder dem Versuch zu einem gesunden Ur-Kontinuum des Zusammenlebens zurückzukehren, wird sofort durch die bestehenden Mechanismen der Profiteure des Systems unterlaufen. Ernsthaft angedachte andere Konzepte werden verhindert und jede Art von Aufklärung in ihren Grundaussagen erschüttert.
Eigentlich sollten sich alle Frauen darüber klar werden, dass wir bereits bis zu den Haarspitzen erneut in einem patriarchalen Rollback stecken, deren erste katastrophalen Auswirkungen sich so vielfältig zeigen, dass wir sozusagen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Wieder einmal.
Dieser regelmäßig auftauchende Rückschlag, der immer dann einsetzt wenn Frau gewisse Freiheiten erlangt oder die Option eines selbstbestimmtes Leben erhält, setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben und als Gesamtereignis offenbar unerkannt bleibt. Die vielen kleinen und großen gesellschaftsrelevanten Gegenmaßnahmen zur Verhinderung von Patriarchatsverlust, treffen in erster Linie die Frau und Mutter. Und sie treffen sich alle in dem einen Punkt: die Privilegien der Patriarchen, des (Alpha)Mannes, zu retten und wieder zu festigen. Kollateralschäden werden unberührt in Kauf genommen.
Die liberale Tendenz einer politisch friedfertigen Gesellschaft (derzeit in D gerade mal vierundsiebzig Jahre) führt dazu, dass früher oder später die gleichberechtigte Frau wieder automatisch ihren Weg als die Verantwortungsträgerin der Gesellschaft findet, ein naturgemäßer (matrifokaler) Effekt. Wenn die Bedingungen stimmen, nimmt sie als Mutter in der persönlichen Verantwortung ihrer Female Choice, ihren Platz als die Hüterin gegenwärtiger und zukünftiger Generationen ein und praktiziert als solche im Alltag der MenschenGemeinschaft.
Leider fühlt sich 'das patriarchale System' durch das weibliche - empathisch-kooperative - Sozialverhalten vor allem in Hinblick auf den Nachwuchs und von dem intellektuell vorausschauenden sowie rückschauenden (das naturgemäß Spirituelle) Potential der Weiblichkeit in einer Weise bedroht, dass jedes mal früher oder später eine, meist harmlos beginnende, Welle verheerender Gewalt losgetreten wird.
Die wenigen Männer, die heute bereits eine Naturalistische Humanität vertreten und ebenfalls eine gerechte und friedfertige Gesellschaft anstreben, sind leider nicht bereit, sich vorbehaltlos, also generell und offen an die Seite der Frau und Mutter zu stellen – in einem Patriarchat gibt es das nicht, weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart und Zukunft.
Gerade in den modernen philosophischen Werken findet Weiblichkeit quasi immer noch nicht statt und die generativen Weitergabe des ideologischen oder auch schon naturgemäßen Lebenssinns wird gern ohne die Mutter bzw. die Frau als solche (Mutter, Großmutter, Tochter, Schwester) zelebriert. Daher würde ich meinen, auch hier findet immer wieder ein patriarchaler Backlash statt, obwohl von den Autoren eine Art Paradigmenwandel bereits angedacht wird. Leider kommen sie selten über die vielgepriesene Brüderlichkeit hinaus und kaum einer verfällt auf die urnatürliche Geschwisterlichkeit.
Den meisten Frauen fällt dieser Widerspruch so gut wie nicht auf und eine antrainierte fatalistische Haltung macht es ihnen unmöglich die ständigen Rückschläge als solche zu erkennen oder gar aufzuhalten. Die heutzutage, inzwischen als toxisch beschriebene Männlichkeit macht sich gerade wieder überall breit. In den soziale Medien (Social Media) wächst eine unglaubliche Verrohung im Umgang mit Mitmenschen heran, der von keiner Seite so recht Einhalt geboten wird. Besonders die Frau steht im Fokus haltloser Bedrohungen und das senkt die Hemmschwelle tatsächlicher Handlungen. Wir bekommen ein gesellschaftliches Klima, das bekannt ist aus der Zeit, da Gewaltexzesse beim anerkannten (körperlichen) Kräftemessen unter Männern nicht nur die Hierarchie justierten und die nebenbei auch der Reglementierung von Frauender dienten ... alles sanktioniert durch eine jeweilige Herrschaftsmacht.
Heute
findet dieses Kräftemessen weitgehend verbal und überwiegend im virtuellen Raum statt. Ebenso das Zurechtweisen weiblicher Sichtbarkeit und Äußerungen. Dadurch werden diese Foren in den sozialen Netzwerken für Frauen ebenso unattraktiv und fast so gefährlich, wie die öffentlichen Räume, in denen es stillschweigend gesellschaftlich akzeptiert wird, die Selbstbestimmung der Frau zu ignorieren, sie in die sozialen Konditionierungen jedweder patriarchöser Art zu pressen oder der Frau* nach wie vor Gewalt anzutun. Die mehr und mehr enthemmte sexualisierte und verachtende Einstellung Frauen gegenüber finden wir in fast allen Medien als latent akzeptierte Rape Culture, als generelle Objektivierung der Frau sowie in der Tendenz der Entkriminalisierung der Prostitutionsförderer und ihrer Profiteure, was wiederum den „Wirtschaftszweigs Menschen- bzw. Frauenhandel“ festigen und erweitern kann.
Doch das ist noch nicht alles.
Die immer weiter vorangetriebene Vernichtung der Mütter ist
einer der Hauptmarker des modernen und aktuellen Backlash. Die Mutter befindet sich immer noch in der Geiselhaft der Vätergesellschaft. Sie soll mehr denn ja als Dienstleisterin der Gesellschaft fungieren. Es wird erwartet, dasss sie ihr körperliches Knowhow, also ihre menschlich-mütterliche Kompetenz, Jedermann zur Verfügung stellen. Den Vogel schießt hier die Leihmutterschaft ab, die inzwischen als absolut normal, da medizinisch machbar, betrachtet wird. Die nach wie vor aktiv virulente Patriarchose vergiftet nicht permanent nur unsere Gegenwart, sondern immer auch gleich unser Zukunft mit, also die unserer Töchter und Söhne und Kindeskinder...

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18 September 2019

natürlich ist natürlich nicht immer natürlich...


Neulich las ich das spontan geäußerte Statement: "...ich bin eine unnatürliche Frau..." und eigentlich war meiner Meinung nach damit 'unangepasst' und aus der kulturellen Norm fallend gemeint. Denn witziger Weise hat es sich eingebürgert das angepasste Weibchenverhalten im patriarchalen Kulturraum als natürlich zu bezeichnen. Zum einen, weil Frau aus patriopathisch-taktischen Gründen mit der verachteten Natur gleichgesetzt wird und zum anderen, weil frau immer noch die Kinder bekommt, was ja bekanntermaßen natürlich ist. Und das obwohl wir alle (auch die dressierte Frau), inzwischen im patri-kulturellen Alltag von einem naturgemäßen Gebaren Jahrtausende entfernt sind und erst seit ein paar Jahrzehnten wieder, und recht langsam, die Besinnung auf unser natürliches Sein einsetzt.
Noch ist es auch semantisch so definiert, dass natürlich, das Adjektiv ist, das sich auf (die) Natur bezieht. Was viele allerdings wirklich meinen, wenn sie 'natürlich' sagen, ist eigentlich 'normativ' und Norm bzw. die sogenannte Normalität ist eine kulturelle Vorgabe und noch dazu leider eine durch und durch patriarchal geprägte.
Von naturgemäßem/natürlichem Gebaren kann in unserer (patriarchös kreierten) Kulturgesellschaft daher kaum die Rede sein. Wir (Frauen) tragen Kleidung, die unseren Körpern nicht gut tun oder den Klimaverhältnissen nicht immer gerecht werden. Der alte Spruch: "Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unzweckmäßige Kleidung!" ist immer noch aktuell. Wir schneiden unsere Haare kurz und beschneiden damit unsere natürliche Sensorik, von Dauerwellen und unnatürlichen Farben gar nicht zu reden. Wir folgen den Schnittmusterbögen diverser Männerphantasien und passen uns Schönheitsidealen an. Wir spielen eine Mutterrolle, die nichts mit dem natürlichen Muttersein gemein hat. Wir unterdrücken in vorauseilendem Gehorsam unsere Female Choice und lockern die Bindung zu unseren Kindern so früh wie möglich. Wir treten in den Kreislauf von Erwerbs- und damit fremdbestimmter Arbeit ein und ertragen schon als Kleinkinder die Trennung von der Mutter. Als Frauen und Männer kreisen wir in einem (sexualisierten) Familenideal in Form von (romantischem) Paargetue und krampfhaft aufrechterhaltener Kleinfamilienidylle, wobei das essentiell zugehörige Menschenkind weitgehend outgesourct wird. All das ist weder natürlich, noch (menschen)artgerecht, sondern gehört zu den Nebenwirkungen der Patriarchose.
Wenn eine Frau all das bewusst durchbricht, wenn sie das perverse Normverhalten hinter sich lässt und sich auf ihr Selbst besinnt, dann können wir schon eher von Natürlichkeit sprechen. Unsere biologische (organische) Form als Lebewesen ist natürlich und das Grundgeschlecht ist weiblich.
Die heute verinnerlichte Verhaltensethik ist es nicht. Sie ist der vorherrschenden gesellschaftlichen Dynamik und den installierten Sozialregeln unterworfen, die aus der androzentrierten Herrschaftsideologie stammen.
In einem natürlichen (organisch gewachsenen) menschlichen Kontinuum finden wir die soziale innere Balance einer versorgenden Gemeinschaft, welche aus selbstbestimmten Individuen besteht.
Noch leben wir in einer Zeit, in der das Patriarchat nach wie vor die Frau verschleppt. Mütter und Töchter werden von ihrem natürlichen (evolutionsbiologischen) weiblichen Sein (der gelebten Matrifokalität) so fern wie möglich gehalten. Wir leben (teilweise sogar unbeschwert) nach von Männern erdachten Regeln und leiden auch nicht immer unter der unmittelbaren Gewalt der Waffen strotzenden Androkratie. Das uns bekannte, von Gewalt durchsetzte Gesellschaftstreiben wurde so normalisiert, dass es uns als natürlich verkauft werden konnte. Das Kulturwesen Mensch ist sogar bereit kriegerische Auseinandersetzungen als natürlich zu akzeptieren.
Wenn wir Menschen immer noch unserer Ur-Natur gemäß agieren würden, lebten wir da wo es gut warm ist und wir keine Kleidung bräuchten – quasi in einer wehrlosen (ungepanzerten) Alltagssituation. Die Mensch selektierte für ihr Überleben ein friedfertiges Sein, dass heißt sie ist von Natur aus nicht gewalttätig (was aber immer noch gern behauptet wird). Die Nahrung suchende (und vielleicht auch wissbegierige) Spezies Mensch breitete sich aus und brachte es fertig, sich in allen Klimazonen dieser Welt einen Lebensraum zu schaffen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Denn das ist es worauf es ankommt - da wo Kinder heranwachsen, ungestört spielen und lernen wie Leben geht, ist die Mensch heimisch. Solange bis sich die Bedingungen änderten und die optimal an die Natur angepasste Mensch sich den neuen Herausforderungen stellen muss(te). Die mütterlich geprägte Wesensart ist zwar nicht unflexibel (das wäre für den Nachwuchs auch nicht von Vorteil), ist aber vor allem auf Beständigkeit, Sicherheit und sich wiederholenden Ereignisse ausgerichtet. Das zufriedene - das glückliche - Menschenkind wuchs menschenartgerecht in den verlässlichen Verhältnissen der Matrifokalität auf und genau das war und ist natürlich.
Erst als Sozialstrukturen der patriarchösen Art, Mutter und Kind in Geiselhaft nahmen, verlor die echte Natürlichkeit (die matrifokale Urnatur) ihren Wirkungsraum. Die patriarchöse Wirklichkeit entspricht so gar nicht unserer menschenartgerechten Daseinsform. Das gesellschaftskonforme Verhalten als dressiertes Weibchen (Stockholm-Syndrom) ist daher alles anderes als natürlich und es ist nicht von Bedeutung, ob wir glauben uns rebellisch als „unnatürlich“ zu präsentieren, um nicht mehr den absurden Normen zu entsprechen - das Lebewesen Frau als solche ist immer natürlich! Ob sie auch weiterhin genormt und konditioniert das patriarchale Kreuz erleiden will, ist nicht immer ihre Entscheidung, vor allem wenn sie durch das rigorose Protokoll der Patriarchose massiv behindert wird. Noch ist die Frau (die Mensch) nur selten frei genug, um tatsächlich wieder natürlich zu sein.
Aber natürlich sind diese Gedanken nur meine persönliche Betrachtungsweise.
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30 April 2019

Recht und Gesetz

einer meiner FB Kommentare als Konzept für einen Post:

..eines sollte uns bei aller Begeisterung für die alten Kelten auch klar sein, hier finden wir bereits patriarchale Strukturen vor.
Die Wiedergutmachungsidee ist höchstwahrscheinlich noch ein Nachhall aus den Zeiten der matrifokalen Fürsorgegemeinschaften, die auch in ihrer Gesamtheit keine Gesellschaftsform darstellen (also kein Matriarchat), sondern als ursprüngliches Naturgeschehen zu verstehen sind.
Sobald der Begriff 'Recht' ins Spiel kommt, können wir davon ausgehen, dass Rechte dort geltend gemacht und durchgesetzt werden, wo die Gleichberechtigung für alle Individuen bereits auf der Strecke geblieben sind.
Recht und Unrecht – Gut und Böse – sind ab jetzt variable Begriffe und Maßnahmen. Vorher gab es sie in dieser aufgeladenen Bedeutung vermutlich gar nicht, genauso wenig wie die Vateridee.
Abgesprochenes oder bereits gesetzliches 'Recht' muss nämlich dann eingeführt werden, wenn das vorhandene Brauchtum des naturgemäßen Mütterkontinuums durch die ideologische Vateridee verfälscht wurde und sukzessive verloren ging. Und somit wurde die bisherige soziale Balance der matrifokal basierten Gemeinschaftsformen durch ersten Ausnahmen, Privilegien und Machtstrukturen überdeckt.
Die androzentrierte und patriarchöse Struktur der beginnenden anonymen Gesellschaftsform (Patriarchat) brauchte ein wirksames Regulierungsinstrument. Die ersten Formen der Rechtsprechung und diverse (göttliche) Gesetzte wurden erfunden und eingeführt. Dieses System wurde eine Art Selbstläufer, weil die androzentrierte Gesellschaft keine soziale Eigenregulation mehr besaß.
Unter anderem können wir die Die Zehn Gebote beispielsweise als pfiffige Maßnahme einordnen um das Miteinander in den ersten Männergeprägten Gesellschaften zu kontrollieren und zu regulieren. Frauen wurden zu dieser Zeit (in der alttestamentarischen Epoche) in diesen Patri-Kulturen bereits nur noch in einem Atemzug mit Sklaven und Vieh erwähnt.
'Recht und Gesetz' als solches hat bis heute viele Varianten durchlaufen und war oft genug nur eine Spielart diverser Willkürherrschaften. Daher können wir sicher sein, wenn wir den Begriff 'Recht' hören, hat immer schon das Patriarchat seine ungerechte Hand im Spiel!

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22 Januar 2019

Eine Mutter ist eine Mutter ist eine Mutter

Zuerst die unvermeidliche Einleitung, der Vorabblick, meine Betrachtung, darauf was wir sind und woher wir als Mensch/Frau/Mutter kommen…

Wir (Menschen und andere) sind biologische Wesen – Organismen, ein jedes auf Grundlage einer ganz eigenen Eizelle gestartet und als Säugetierart in einer Mutter herangewachsen - aus einer Mutter geboren - wir atmen, wir Stoffwechseln, wir sterben irgendwann! Das sind einfache Tatsachen und die machen uns weder besser noch schlechter gegenüber anderen.

Mag es manch einer vielleicht nicht gefallen, aber es ist eine Tatsache: Das Leben als solches ernährt sich von einander! Menschen, wir sind wie gesagt eine Säugetierspezies, brauchen pflanzliche und tierische Nahrung und wir fingen alle mal mit Muttermilch an. Und bis vor kurzem (evo-chronologisch gesehen) war genug Nahrung auf dem Planeten vorhanden, um die Spezies gut zu ernähren.

Wir sind Lebewesen unter anderen Lebewesen und kein Individuum ist vollkommen. Die (Bio)Ausstattung eines Organismus ist neben den Grundmustern der Spezies, der es angehört, individuell – ein jedes Lebewesen ist ein Unikat. Auch jede Mensch ist diesem natürlichen Effekt der Einzigartigkeit aber auch der Unvollkommenheit unterworfen. Weil wir es von Natur aus sind, empfinden uns (kulturell induziert) mehr oder weniger stark als mangelhaft und kaum eine lebt im gesellschaftlichen Hochpatriarchat ein ideales Leben. Alle Lebewesen kommen also nicht perfekt in diese Welt, sondern wir sind individuelle Bio-Einheiten, die je nach Spezies einem bestimmten Überlebensprogramm folgen. Aber es gilt auch „Wir kommen auf die Welt und die Welt ist schon da!“ (Harald Lesch). Unser über eine langen Zeitraum kulturell-ideologisch induzierter und sorgfältig kultivierter Anspruch auf ein: "mehr als nur Überleben" ist zu einem Selbstläufer im Dasein des modernen Menschen geworden.

Nach Vollkommenheit zu streben ist ein Hochziel der Patriarchose. Dieses Bestreben wurzelt in unzähligen patriarchösen Mythen, Meriten und Utopien - es ist letztendlich die Idee, die Natur zu überwinden, was sich in vielen wahnhaften und zerstörerischen Bestrebungen zeigt. Der patriopathische Mensch hört nicht auf nach einem (bestimmtem) Sinn des Lebens zu suchen, statt einfach miteinander zu leben.
Im Naturgeschehen des artgerechten Menschensein der vorpatriarchalen Zeiten wird die Mensch genau das getan haben: einfach nur gelebt ... alles andere ist unlogisch. Als aus dem anfänglichem frugalem Leben ein patriarchöses "Überleben um jeden Preis, aber nicht für Jeden" wurde, ging wie man so schön sagt, der Menschheit die Unschuld verloren. Es wurde der uns so gut bekannte destruktive Mechanismus in Gang gesetzt, die Natur "zu verbessern" - ein nicht endender Wahn, der heute in einer Welt von Andro-Cyborgs mündet und den das Biowesen Mensch vielleicht nicht mehr stoppen kann. Der Andro-Mensch ist nicht deshalb ein unvollkommenes Wesen, weil ein Gott ihn so erschuf, welcher ihm darüber hinaus noch den Auftrag erteilte, sich alles untertan zu machen und die unvollkommene Natur zu verbessern, sondern weil das Wissen um die Endlichkeit des Lebens bei dem patriopathischen Mann ein Streben nach Omnipotenz und einen unkontrollierbaren Selbsterhalt auf Kosten aller anderen auslöste.

Perfektion ist eine Illusion. Jede Art von Verbesserungen unserer Umwelt und unseres körperlichen Selbst sind mit alchemistischer Zerstörung erkauft. Diesen desaströsen Zustand haben wir inzwischen als natürlich verinnerlicht. Einerseits bin ich natürlich auch froh eine Brille zu haben oder an einem Laptop zu sitzen, andererseits steht hinter allen, auch den harmlos erscheinenden Produkten, eine Industrie, deren Technologie schon längst den Planeten frisst. Ich weiß, dass wir das nicht von jetzt auf gleich einfach weg lassen können und wollen schon gar nicht, aber wir sollten ab sofort mit dem Bewusstsein leben, was das alles für uns als Individuum und Gruppenwesen und für die ganze Welt bedeutet. Es wird Zeit, dass wir uns kollektiv von den bestehenden gesellschaftskulturellen Zwangsvorstellungen lösen, die unsere biologische, endliche Natur als irrelevant oder untergeordnet erklären möchte. Weil wir nicht unendlich sind, ist es um so wichtiger unsere fragile Existenz (als Individuum und Phänomen Leben) gegenseitig zu respektieren und zu erhalten und uns auf unseren Ursprung als Menschenart zu besinnen. Vor diesen Grundvoraussetzungen und im Sinne eines humanen Seins ist Niemand berechtigt, sich über andere zu erheben oder an ihnen seine Willkür auszulassen. Die Lebewesen auf diesem Planeten sind seit es dieses Leben gibt, dem organisch-evo-biologischen Geschehen unterworfen und wir Menschen, weder als Individuum noch kollektiv, können oder sollten versuchen sich dem zu entziehen. Was jedoch leider im Kontext des bestehenden Hochpatriarchats nicht nur ständig passiert, sondern noch auf alchemistische* Weise weiter voran getrieben wird. Was vor allem durch die Aktionen des (patriarchalen) Mannes geschieht, die sich mit dem Spruch umschreiben lassen: Teile und Herrsche! Und dieses „Teilen“ nahm seinen Anfang mit der Separierung der Frau von ihrer Mutter, ihrer Sippe, ihrer Geschwistergemeinschaft.

Dabei findet bloß eine trostlose Vereinzelung statt und keine liberale Individualisierung, die sowieso unserer urtümlichen Menschenart widerspricht. Das Potential des (menschlichen) Individuums findet erst in der Interaktion mit der lebensnotwendigen Nähe-Gruppe seinen Sinn. Diese Art zusammen zu leben ist unser selektiertes Sein als die Mensch. In den matrifokalen Gemeinschaften erwarben und verfeinerten wir unsere Menschenintelligenz als Nebeneffekt unserer personellen Interaktion (vor allem mit unserem Nachwuchs) in den Mütter- und Fürsorgegemeinschaften unserer Sippenhabitate. Hier wurde jedes Einzelwesen so gut es ging erhalten und gebrauchte – das ist das menschliche, artgerechte Kontinuum, von dem auch Jane Liedloff schreibt. Leider hat sich seit unserem naturgemäßen Dasein bis heute viel geändert. Wir alle und damit meine ich nicht nur die Frau als solche, folgen den konditionierten und sozial tradierten Vorstellungen und Werten, für die die Patriarchose steht. Es ist quasi ein Zufall, dass wir, die gerade reallebende Frau hier und jetzt, eine relativ friedliche Zeitzone erwischt haben, die uns ermöglicht, uns wieder auf unsere Weiblichkeit und Mütterlichkeit zu besinnen und im Interesse unserer Kinder zu forschen und wieder ans Licht zu holen, was uns verloren ging.

(* ... den Begriff ‚alchemistisch‘ wende ich hier im Sinne der Ausführungen von Claudia von Werlhof an, die das frühe und fortgesetzte Gebaren des zerstörerisch agierenden patriarchalen Mann als 'alchemistisch' bezeichnet...)

Naturgemäße Mutterschaft und Muttersein im menschlichen Kontinuum ist Überleben und später auch kulturelles Leben...
Warum also dieser lange pingelige Vorlauf in dem ich die Mensch und Mutter erst einmal in der Evolution verorte? - Weil es neuerdings in öffentlichen Darstellungen und Debatten für mich stets den Anschein hat, als wären Mütter eine gesellschaftstheoretische Erfindung. Figuren, die auf dem patriarchalen Spielbrett hin und hergeschoben oder gelegentlich ganz herunter genommen werden. Die neuste Entwicklung ist hierbei der Trend: Mutter ist wer sich so fühlt oder um ein Kind kümmert. Wohl in Anlehnung an den Trend sich selbst als Geschlecht seiner Wahl zu definieren, also ein selbstgewähltes Gender zu sein, unabhängig von angeborenen biologischen Merkmalen. Hier ist eigentlich im Sinne der Humanität nichts dagegen einzuweden, solange die Entscheidungsfreiheit für alle gewahrt bleibt und dass sich ein Jedes in kollektiven Diskursen ohne Diskriminierung auch im herkömmlichen Sinn definieren darf.

Jede Mutter darf sich als Mutter definieren. Mit dem Mutterbegriff befasste ich mich schon in verschiedenen Zusammenhängen und stellte dabei irritiert fest, dass es immer noch verpönt ist die schlichte Biologie der Mutterschaft als Ausgangsbasis für das Muttersein vorauszusetzen ... und das ist, so finde ich, sowas von Neunziger. Über die Jahrtausende hinweg galt eine Frau, die ein Kind gebar als dessen Mutter. Für alle anderen Angehörigen gab es andere Bezeichnungen. In der (patriarchal überlieferten) Vergangenheit hatten wir immerhin noch eine Vielfalt an differenzierten Bezeichnungen für Angehörige, die heute alle so gut wie keine Rolle spielen, da wir ja kaum noch mit Verwandten zusammenleben. Dafür hat es sich eingebürgert verschiedene Fremde (Nichtverwandte) in den sozialen Zugehörigkeitskanon aufzunehmen. Freundschaft nimmt für manche einen höheren Stellenwert ein, als Verwandtschaft.

Einerseits wird in der unmittelbaren Moderne die Mutter immer mehr entwürdigt, andererseits möchten alle eine Teilhabe am (idealisierten) Muttersein. So sind auch so manche "neuen" Väter festen Glaubens sie wären die besseren Mütter. Aber hier ist der Mutterbegriff schon nicht mehr als biologischer Begriff zu verstehen, sondern als die ideologisierte und romantisierte Attrappe, die vor die reale Mutter gestellt wird.

Das Mutterideal auch als Muttermythos bekannt ist eine dialektische Spielwiese fern jeden Realismus. Das Mütterliche möchten derzeit so manche(r) für sich in Anspruch nehmen ohne sich dabei auf die Seite der Mütter zu stellen. Hier muss die Frage gestattet sein wie es zu diesem absurden Trend kommt? Die konkret existierende Mutter-Person wird immer mehr zurückgedrängt und sogar ihrer Menschenwürde beraubt, gleichzeitig wird die idealisierte Vorstellung von Mutter immer höher gehängt. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung ist die reale Mutter fast unsichtbar, als Sündenbock und Prügelknabe in der gesellschaftlichen Wahrnehmung jedoch stets präsent. Ihr, der Mutter, wird über all die Männergemachten Gesetze, den stupiden Mainstream und der opportunen Politik die Berechtigung abgesprochen ihre Mutterkompetenz auch allein wahrzunehmen. Sie wird nur noch als hälftiges Elternteil definiert und dem Vater des Kindes per se ein Lebenslanges Mitbestimmungsrecht eingeräumt. 

Der Vater will das Kind! Dereinst war es in privilegierten römischen Familien-Herrschaftsgebilden sehr beliebt und auch üblich, zu adoptieren, also an Kindes statt anzunehmen. Dafür wurden extra Gesetze geschaffen, von Männern für Männer. Denn es ging um Vermögen und um Status. Mit den Frauen hatten diese Abläufe nicht viel zu tun. Diese durften sich dem Gatten beugen oder wurden zur Pflege abkommandiert, wenn es sich um Kinder handelte. Aber eigentlich war damals eher die Erwachsenenadoption en vogue. Mit anderen Worten, diese Art des "Kinder kriegen" war eine rein männliche Angelegenheit - und natürlich nur in privilegierten Kreisen. (wie in dem bekannten Roman "Ben Hur" - da wird der Sklave Judah von dem, von ihm geretteten Römer adopiert und erbt später dessen Vermögen)
Im Laufe der Jahrhunderte festigte sich das männlich betonte Familienkonzept bis in die Neuzeit mit der Familiengründungserlaubnis für jedermann und heute darf sogar Frau eine "Familie gründen". Auch sie darf (wem auch immer) einen Antrag machen. Trotzdem besitzt auch die moderne Frau nicht etwa das Recht 100% Mutter sein zu dürfen oder ihr Kind im matrifokalem Sinn aufzuziehen. Sie kämpft im Rahmen der Väterideologie quasi weiterhin um das von ihr geborene Kind, welches naturgemäß das biologische matrifokale Erbe in sich trägt. An diesen realen (evo-biologischen) Tatsachen hat sich ja auch im Laufe der Patriarchose nichts geändert. Die Frau, die das Kind gebar, ist die leibliche (genetisch-biologische) Mutter, der dann selbstverständlich das Kind zugeordnet werden muss. Und da war/ist es erst einmal nicht von Bedeutung, ob sie danach in der Lage ist, das Kind selbst zu nähren und aufzuziehen. Für ein verwaiste Kind gab es schließlich im natürlichen Kontext die Muttersippe - Das Matrifokal. Und auch wenn es (in patriarchalen Verhältnissen) vorkommt, dass Kinder aufwachsen, deren Mütter unbekannt sind, ist es trotzdem klar, dass sie eine gehabt haben. Das kam und kommt zum Beispiel in patriarchösen Kriegswirren immer noch vor.

Der naturgemäße Mutterstatus wird im Patriarchat immer der Vatermacht untergeordnet. Der Frau blieb nur die Identifikation mit ihrer körperlichen (biologischen) Mutterschaft, die kaum eine gesellschaftliche Relevanz hatte, denn im (Hoch)Patriarchat gehört das Kind dem Vater! Das wurde und wird noch immer in vielen Gesetzeslagen festgeschrieben. Für die patriarchal unterworfene Mutter konnte das verschiedene Folgen haben. Man konnte sie verstoßen und ihr Kind blieb zurück oder sie wurde anderweitig willkürlich von ihrem Kind getrennt, was im Sklavenstatus für beide üblich sein konnte. Der Mutterbegriff fiel daher immer wieder in unterschiedlicher Weise dem jeweiligen gesellschaftspolitischen Konsens zum Opfer. So wie ab der Romantik das 'liebe Mütterlein' verklärt wurde, sich jedoch an den meist harten Alltagsbedingungen der realen Mütter nichts änderte.
Ein typisches Merkmal der patriarchösen Zeiten ist u.a. die Stiefmutter. Diese Frauen wurden durch die Heirat mit einem Witwer zur Fürsorgeperson der vorhandenen Kinder und wir können in Märchen und diverser Literatur nachlesen wie sich das u.U. einst gestaltete. Die Frau wählten eher selten den Ersatzmutter-Status freiwillig, sondern bekamen ihn bei der Heirat zugewiesen. In diesem Sinn gibt heute keine Stiefmütter mehr, es sei die richtige Mutter stirbt wirklich.

Frauen und Mütter - nicht immer eine einheitliche Geschichte...
Heute stehe ich immer wieder verblüfft dem vorauseilenden Gehorsam anpassungswilliger Frauen gegenüber, welche die Kernkompetenz der Mutterschaft eifrig demontiert, weil sie, manchmal selbst Mütter, trotzdem irgendwie keinem/r weh tun wollen (wem eigentlich) und das vielleicht auch nur, damit ihnen keiner wehtut. Es hört sich absurd an, aber 'man' kooperiert mit einem Mütterfeindlichem System um in diesem mit dem Kind zu überleben. Baut man deshalb die reale Mutter zu einem Ideal um, dass allen zugänglich gemacht werden soll?
Zitiere aus einem anderen meiner Beiträge: „Eine Frau und ebenso wenig ein Mann, wird nicht durch Kinderpflege und durch Nachahmen von Mütterlichkeit die Mutter eines bestimmten Kindes! Die Mutter ist jene Frau, welche das Kind gebar ... alles andere sind jeweils sozio-kulturelle und konventionelle gesellschaftliche Absprachen oder in bestimmten Fällen ein fürsorgendes Erfordernis. Und auch wenn eine Pflegemutter eine wunderbare Ersatzmutter ist, sollten doch die Begrifflichkeiten nicht verwischt werden. Es ist nicht beliebig wer ein Kind aufzieht! Die moderne Tendenz so zu tun, als wäre es egal, ist eine böse Falle im patriarchösen Regelwerk und dient dazu die Mutterschaft als solche zu verunglimpfen um der realen Mutter ihre Mutterkompetenz (und damit das von ihr geborene Kind selbst aufzuziehen) streitig zu machen...“

Stephanie Ursula Gogolin
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29 März 2018

Wechselmodell - ein "Kind" des Patriarchats

Zum Wechselmodell und seinen Folgen fürs Kind (und die Mutter) kann sehr viel gesagt werden. Und ja es gibt auch reichlich Verfechter dieser Idee, welche sie als Fortschritt preisen und welche die das WM einfach praktizieren, weil es ihre Lebensumstände hergeben.

Aber was ist das Wechselmodell im Gesamtzusammenhang mit unserer Gesellschaftsart? Wieso fällt scheinbar niemanden bzw. den Entscheidungsträgern auf, dass es eine unglaubliche Zumutung ist ein Kind wie ein Gepäckstück alle paar Tage zwischen zwei Wohnsituationen zu verschieben? Und warum werden jene, die sich dieses gesellschaftspolitischen Lapsus bewusst sind, nicht gehört bzw. ernst genommen. Vor allem die betroffenen Kinder?

Das Gebot der Stunde ist eine neu entdeckte Gerechtigkeit und zwar die, dass unter allen Umständen den Kindern gleichviel Vater und Mutter zusteht, bzw. sie deren Zeit halbehalbe verbrauchen dürfen. Das Kindeswohl ist daher nicht etwa der Zustand des Befindens in dem sich ein Kind möglichst dauerhaft wohlfühlt, sondern das fragwürdige Rechenexempel: halbe Mutter plus halber Vater gleich Wohlgefühl!

Unter diesen Umständen gibt es aber wahrscheinlich mehr Unwohlsein als Wohlgefühl. Doch das darf für alle Betroffenen kein Problem sein, ist doch das allgegenwärtige Distanztraining, dass alle von klein auf durchlaufen, ein Teil des Alltags der Patriarchalität in die wir hineingeboren wurden.

Dieses erwähnte Distanztraining ist der permanent betriebene soziale Abnablungsprozess, der die Bindung an die Mutter und deren Herkunftsangehörige (in der Mutterlinie) so früh wie möglich unterbindet.

Patriarchalität ist das Bestreben des Mannes den Vater im System an allen Schaltstellen der Macht zu installieren. Hört sich clever an und ging nach Einführung der heroischen Gewalt einst ganz einfach. Im Patriarchat ging/geht es um die Macht Besitz und Eigentum zu erwerben, dieses zu erhalten und zu verteidigen ... und dazu gehörte von Anfang an das Kind, dass der patriarchale Vater als seinen Besitz handelte.

Was hat das alles auch noch mit dem Wechselmodell und den Kitas und unseren sonstigen Bildungseinrichtungen für Kinder zu tun?

Nehmen wir die Kita - sie ist eine typische Erscheinung der patriarchalen Realität und sie ist (für die Patriarchatsbetreiber der liberalen westlichen Kultur) auch eine Notwendigkeit um als System die Kontrolle über die erwachsenen Individuen der arbeitenden Bevölkerung so weit möglich zu behalten. Die Erwachsenen zu kontrollieren heißt auch ihren Nachwuchs rechtzeitig ins System einzugliedern und sie so wenig wie möglich der Obhut einer naturgemäßen Fürsorge-Einheit (der Mutterlinie) bzw. Fürsorgegruppe (dem Matrifokal) zu überlassen ...
ja ich weiß, das ist ein Satz, der sich nach Verschwörungstheorie anhört, aber es ist nun einmal, sachlich ausgedrückt, nur die Wirklichkeit, die viele gar nicht in dieser Deutlichkeit wahrnehmen (können oder wollen).

Das zeitige soziale Abnabeln eines Kindes von den konsanguinen Herkunftsangehörigen und allen voran der Mutter, ist nun mal ein inzwischen tradierter Prozess, der das Patriarchat von Beginn an ausmachte und sich leitmotivisch durch das Leben aller Patriarchatsbewohners zieht. Das Wechselmodell ist einfach eine weitere kleine Spielart der groß angelegten Mutterentfremdung ... noch so ein Satz den frau sich kaum laut auszusprechen traut, da die mainstreamige Öffentlichkeit so manipuliert und konditioniert ist, dass die Ungeheuerlichkeit dieser Entmenschlichung nicht hinterfragt werden darf und daher auch nicht wird.

Die hier in D ständig modifizierte (Familien)Gesetzeslage bietet schon längst die juristische und damit eine Druckmittelmäßige Handhabe, jedes Kind (theoretisch und demzufolge auch praktisch) von der (sich nicht konform verhaltenden) Mutter zu trennen. Eifrige und inzwischen gut organisierte Väterrechtler kommen populär daher und dem seines, ihm zustehenden Kindes beraubten Vaters winkt jetzt über den Kompromiss des Wechselmodells eine Art Etappensieg.

Patriarchat bedeutet auch immer Kontrolle (der Untertanen). Auf dem (den meisten Vätern und Müttern) nicht bewussten Weg der Kontrolle des erwerbstätigen Bürgers, finden weitere Konditionierungen statt, die sich als Sozialkontrolle im gegenseitigen Beobachten und Korrigieren ausdrücken. Was unsere Kinder betrifft hat sich doch schon längst ein vorauseilender Gehorsam eingebürgert.

Die Grundlage aller alten und modernen Maßnahmen rund ums Kind, ist ja bekanntermaßen die Verklärung des Vaterstatus! Auf den ersten Blick nicht immer gleich zu erkennen, da in unserer Zeit wieder gern mit der Biologie des Vaterseins gepunktet wird. Das einst geheiligte gottgleiche Vatertum ist jetzt der naturwissenschaftlich nachgewiesene Anteil eines Mannes an der Entstehung des Kindes. Und damit steht, so will es die patriarchöse Logik, dem leiblichen Vater auch die Hälfte des Kindes zu. Zumal dem 'rechtlichen' Vater per Gesetz eh das Sagen in den Belangen des Kind quasi hinterher geworfen wird und er sich als sozialer Vater seit ein paar Jahrzehnten das Partizipieren am Kinde verdient hat (der 'soziale Vater' ist eine Erfndung der Moderne). Also wird das Ideologiedogma vom Patriarchen heute eher übersehen und sich ab jetzt auf den menschlichen Mann konzentriert, der ja nur Vater sein will und mit seinem Kind zusammenleben möchte - seinem eigenen Kind - Identitätsanker in der Verlorenheit der Mutterarmen Gesellschaft. Seine Insel im Meer der Bindungslosigkeit. 

Gut, das Patriarchat hat alle Probleme, mit denen wir uns zunehmend herumschlagen, erst selbst verursacht, aber lassen wir das nicht gerade hinter uns und tun so als wäre das Patriarchat, sozusagen postum, überwunden?

Ohne die Vateridee gibt es kein Patriarchat. Die beiden Marker sind kausal verknüpft – der Vater und die Patriarchose. Und bis vor Kurzem wurde der Vaterbegriff (ausschließlich) mit Herr(scher), Gebieter, Eigentümer, Machthaber und Gott assoziiert bzw. gleichgesetzt, jetzt ist er plötzlich u.a. sowas wie der zur Naturvernuft gekommene (Mutter)Bruder, der Fürsorge leistet?

Erst in den Tagen der unmittelbaren Moderne wird der Vater zu einer (angeblich schon immer vorhandenen) Komponente des artgerechten menschlichen Fürsorgepaketes hochstilisiert. Der soziale Vater als eine Facette des biologischen Vaters, ist eine Erfindung der aktuellen Mainstreamgesellschaft und eine Art Geschenk an den patriarchalen Mann, der selbst unter dem bestehenden Fürsorge- und Geborgenheitsmangel leidet.

Das ihm zugehörige Kind darf dann die patriarchale Suppe auslöffeln, die sich gerade in der Abstrusität des Wechselmodells zeigt, in welchem dem Kind noch mehr Mutter weggenommen wird. Ein junger Mensch, der immer wieder seinen Lebensmittelpunkt verliert und von den ihn umgebenden Erwachsenen, von einer ihrer (Lebens)Partnerschaften in die nächste gestoßen werden darf .

Das Wechselmodell stellt wieder einmal einen der Geniestreiche der überzeugten Vertreter der Patriopathie dar. Es ist von Seiten der Rechtssprechung als unangekündigter Einbruch in das betroffene Kinderleben vorgesehen. Sicher gibt es nicht nur Dramen um das WM, aber die, die es gibt, sind alle zuviel. Weder Mutter noch Vater sind für solche Fälle ausgebildet, genauso wenig wie die meisten Richter, die den Aufenthalsort eines Kindes zum Kasus der Rechtsprechung machen.

Eingewöhnungszeiten wie in der Kita ist im Wechselsystem nicht vorgesehen, weil ungerührt davon ausgegangen wird, dass es dem Kind (egal in welchem Alter) ein Bedürfnis ist Zeit mit dem (biologischen) Vater zu verbringen (einem Mann, der von dieser Würde von Natur aus gar nichts wüsste, wenn es ihm nicht mitgeteilt wird oder die Umstände keinen anderen Schluss zulassen). Alle Überlegungen was Männer, Väter, oder Frauen und Mütter so in der Alltagspraxis tun, landen in der Betrachtung immer noch viel zu oft bei den banalen Aktualitäten und fressen sich dort fest - zu selten sehen wir den gesellschaftlichen Mechanismus dahinter, der uns wie Spielzeuge bewegt.

Es ist zu kurzsichtig nur unser Staatssystem als oberste Instanz anzusehen. Die Reduzierung auf "Vater Staat" und seine privilegierten Vertreter sind längst nicht das ganze Dilemma … das Problem, was wir in der Patriarchose haben, ist nicht nur die aktuelle Interessenlage der Nutznießer des Patriarchats, sondern das über einen langen Zeitraum sorgfältig installierte Ideologiegemenge, dass jedes Bewusstsein so infiltriert hat, dass wir, wenn wir auf die Welt kommen und in sie eintauchen, einen Zustand vorfinden, der uns "natürlich" erscheint (Normopathie) - so scheint die Trinität des allgegenwärtigen Vaters (biologisch, rechtlich, sozial) in einer Art und Weise "natürlich", dass dessen Konstruiertheit kaum noch jemanden auffällt.

Die überlieferte Ordnung, deren Regeln und Gesetzmäßigkeiten innerhalb der Patriarchose, zieht scheinbar den logischen Schluss nach sich, dass wir fast in der besten aller Welten leben und wir sie nur noch ein klein wenig verbessern müssen, um sie perfekt zu machen. Dabei stimmt, wenn wir genauer hinsehen, in unserem Alltag und der anvisierten Zukunft ganz und gar nichts und das Leben auf unserem Planeten ist permanent in großer Gefahr.

Wir verstören unsere Kinder mit Wechselmodellen und Umgangsregeln, die einfach nur inhuman sind. Diesen für manche Kinder praktizierter Horror (mal abgesehen davon, dass in anderen Teilen der Welt Kindern noch viel mehr Schrecken im Alltag zugemutet wird) dürfen letztlich irgendwie alle momentanen Kinder und die künftigen Generationen ausbaden ...
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