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03 August 2014

sieh an...

wir haben schon August ... hier in Niedersachsen fangen die Ferien in diesem Jahr gerade erst an und anderen Orts gehen sie schon zu Ende ... ich beende nun meine schreibintensive Sommerpause im Alltag und nehme mir jedoch vor, meine Blogthemen gewissenhaft weiter zu verfolgen. Daher verschiebe ich auch einige Postes in meinen Zweit- und Drittblog, räume sozusagen ein bisschen auf...
und neben der Blogpflege mache ich da weiter, wo ich vor Monaten aufgehört habe. Dass heißt, so ganz stimmt das auch nicht, ich habe zwar an der Geschichte nicht unmittelbar weiter geschrieben, aber dafür die Biografielisten der ProtagonistInnen vervollständigt oder wichtige Nebenstränge bearbeitet. So konnte ich und darauf bin ich direkt ein bisschen stolz, an einem milden Frühsommerabend einen Blick in den geheimen und sonst für Menschenvolk nicht zugänglichen Kodex der Haus- und Gartenkobolde werfen ... mir brennen jetzt noch die Augen ... jedenfalls war es sehr mühsam die winzigen Schriftzeichen auf den Birkenrindenrollen zu entziffern, aber ich war ja überhaupt froh, dass Knorzel, die alte Koboldin mir so großzügig Einblick gewährte... auf meinen überschwänglichen Dank hin, meinte sie nur beiläufig, dass das nötig gewesen wäre, sonst käme ich ja gar nicht voran. Übrigens Kobolde tun zwar immer so als ob sie es nicht nötig hätten, aber in Wahrheit stehn sie total auf menschlichen Dank oder kleine Gaben, ich erwähne das nur, falls ihr mal mit einem Hauskobold zu tun habt. 
Also, jetzt mach ich mal weiter mit meiner Sommerarbeit (Urlaub gibt es erst im Herbst) und schließe mit einer der Perikopen des KKK (Kodex des Kreises der Kobolde):

Verschwende deine Gaben im richtigen Augenblick !
(3. erdige Weisheit des Koboldkodex)

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22 Juli 2013

...bei mir ist es wie früher...

Gestern Abend habe ich mir wieder einmal den betagten Defa-Spielfilm für Kinder Jorinde und Joringel angesehen. Dieser Film ist, als DVD, in unserer Familie sogar mehrfach vorhanden, weil damals meine beiden ältesten Töchter als Komparsinnen mitgewirkt haben. Sie stellten mit vielen anderen Erfurter Mädchen die, von der Fee verzauberten Jungfrauen dar.

Diese Fee, die Alte, wie sie auch im Abspann bezeichnet wird, wurde von Jutta Wachowiak gespielt und sie hat es richtig gut gemacht. Wenn auch der Film ein paar Längen und leicht verkrampfte Szenen aufwies, waren doch die Dialoge für die damalige Zeit und vor allem für die ideologischen Umstände außergewöhnlich.

Die DrehbuchautorInnen Wera und Claus Küchenmeister sind der, möglichst positiven, Linie der DDR Kinderfilme treu geblieben und so ist die Alte auch keine böse Zauberin oder eine heimtückische Hexe, wie sie gern in anderen Verfilmungen gezeigt wird. Die Geschichte ist ganz konkret im Dreißigjährigen Krieg angesiedelt, jedoch die Märchenelemente stellen eine zauberhafte Verbindung zu einer längst vergangenen Zeit her. 


Manchmal denke ich: ob die Macher des Filmes wohl beabsichtigten, was sie umgesetzt haben? Denn so sagt die Alte, die auch symbolträchtig als Eule oder Wacholderbaum erscheint, zur Mutter, welche auf der Suche nach Jorinde und Joringel ist:
 

„Bei mir ist es wie früher, wie vordem, als die Mütter herrschten...“ 

Und das ist auch mein einziger wirklicher Kritikpunkt. So gut wie der Text gemeint war – die Mütter haben nie „geHERRscht“. Aber diese Feinheiten wurden erst in den letzten Jahren wirklich herausgearbeitet. Trotzdem erscheint mir die Alte in diesem Märchenfilm wie eine Prophetin. Und inzwischen wissen wir es auch: matriarchale Gesellschaften waren weder eine Frauen- noch eine MutterHERRschaft – weil es Herrschaft in diesem Sinne einfach nicht gab.



Der Dialog zwischen der Mutter und der Alten aus dem Defa - Kinderfilm 
Jorinde und Joringel 1985 /1986

Alte: ... Hast du Angst? Das hilft dir nichts! Meine Sprüche sind älter. Und sie kommen aus dem Baum. Aus dem Baum und dem Traum vom Baum!

Mutter: Hast du meine Kinder?

Alte: Deine Kinder? Eines hast du nur getragen!

Mutter: Wo sind meine Kinder?

Alte: Ja, wo sind sie? Das Vöglein zart flog in die helle Sonne, flog auf, flog ab. Flog über ein Grab.

Mutter: Gib mir meine Kinder zurück, du!

Alte: Zurück kann man nur geben, was man genommen. Sie ist von selbst zu mir gekommen.

Mutter: Gib sie mir zurück, du!

Alte: Pack mich, aber hüte dich, dass dir nicht das Blut gerinnt.

Mutter: Verfluchte Hexe!

Alte: Immer wenn ihr nicht mehr weiter könnt, muss eine Hexe her. Ich war eine Mutter, wie du, habe Kinder geboren. Der Krieg hat sie mir genommen.

Mutter: Du lügst, du. Du lügst. Warum nimmst du mir meine Kinder?

Alte: Jorinde soll leben. In Frieden. In meinem Frieden. Bei mir ist es wie früher. Wie vordem, als die Mütter herrschten. Begreif doch! ....


* * * * *
Der Film endet damit, dass beim Läuten der Friedensglocken (hier das Geläut des Erfurter Domes) all die Mädchen, nun wieder entzaubert und in ihrer menschlichen Gestalt, aus dem Wald gelaufen kommen, fröhlich rufend und lachend eine Wiese hinunter rennen, um nach Hause zu ihren Familien zu gehen. Aber was fanden sie dort wohl vor? Die Mütterherrschten“ schon lange nicht mehr...


16 März 2012

ausgeborgt...

Heute mal im Buchenhain die Befindlichkeitsliste ausgeliehen (auf Grund mangelder eigener Einfälle) und den gestrigen Tag bearbeitet:15. März 2012 - interessante Einsichten gewonnen:

Gegessen: 1 Scheibe Sonnenbrot mit Butter, Käsewürfel und Oliven, Nudelsuppe mit viel Gemüse, ein einsames Würstchen, das im Kühlschrank vor sich hin wartete, Cornflakes mit Milch, ein Flammküchle,

Getrunken: 5 Kaffee, jede Menge Leitungswasser, 1Glas Traubensaft

Gemacht: geschrieben, meine Schwester zu einem Termin gefahren, einen Behördengang erledigt, meine Küche geputzt, meinem Bruder (75) was im Internet herausgesucht, dazwischen telefoniert, Bett bezogen, Wäsche zum Waschen sortiert und... Vampierserie angesehen,

Gedacht: Alltagskram und an das tolle Chorkonzert vom Vorabend, bei dem Helene mitgesungen hat, nachgedacht über Hoffnung und Trennung und über Leben und Tod (eine Bekannte ist gestorben)

Geträumt: …von einem kleinen Klammertierspielzeug (es sah sehr niedlich aus), dass lebendig wurde und meinen Zeigefinger umklammerte und ich war so erschrocken, dass ich es abschüttelte, worauf es weg sprang und einen Bleistift in meinem Stiftebecher umklammerte. Eine Stimme neben mir sagte: Jetzt musst es aber auch behalten...!

Gefreut: ...dass die Sonne schien, ich keine Süßigkeiten gegessen habe und über ein knuddeliges schokoladenbraunes Baby, das im Kinderwagen in unserem Hausflur stand….

Gesehnt: nach Ruhe

Gesorgt: um einen lieben Menschen, obwohl sie schon groß ist und bereits ganz andere Probleme gemeistert hat

Geärgert: ….dass ich mich bequatschen ließ, die Telefonnummer einer Bekannten heraus zu geben....

Gehört: Dido: Here with me und Lennons: Imagine

Gewundert: ...dass es Menschen gibt, die offensichtlich kein Bedürfnis nach Ruhe haben oder vielleicht einfach nur jünger sind...

Was ist heute gut: …einem Unwissenden ein paar Zusammenhänge erklärt zu haben und dabei nochmal selbst auf eine gute Idee gekommen zu sein... und weil sich ein Termin in Luft auflöste, blieb mir heute eine schwierige Entscheidung erspart - verschoben auf morgen...

Was ist heute nicht so gut:….dass ich nur dazu kam, ein paar Kommentare zu schreiben und meine anderen Projekte schon seit Tagen vor sich hin modern...

Vorläufig festgelegt: ... dass ich meine Umzugsideen langsam angehe...

Gelächelt: beim Frühstück, beim Telefonieren, mit der Dame hinter dem Tresen, zu den Sprüchen meines Bruders...

Gelacht: ... mit meiner Schwester, als ich ihr von Helenes Konzert erzählte ...

Befinden: leichte Nackenschmerzen beim Aufstehen, verträumte Wolke im Gehirn beim Musik hören, zufrieden mit dem Tag...

Erinnert: ….an die schwierigen Zeiten mit Ehemann und wie sich das geändert hat...

Wetter: grau verhangen, später sonnig, gefühlte Temperatur angenehm...

Mond: nicht gesehen

Spirituelles: meditatives Staubwischen, mit einer Interessierten ein Ritual am Telefon besprochen... und meine Mitte aufgesucht!

Zufrieden?: Ja... auf einer Skala von 1 bis 10 eine glatte 9 mit Sternchen 

Einsicht des Tages: ...im milden Licht der Erinnerungen trocknen Tränen und wächst die Stärke angesichts der eigenen Entwicklung...
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21 November 2011

Elf

Leider habe ich in diesem Jahr den Tag mit dem fast magischen Datum, der 11.11.11, verstreichen lassen und bin in meinem Blog nicht darauf eingegangen. 
Doch bevor der elfte Monat in diesem Jahr zu Ende geht, möchte ich die Elf noch würdigen.
Die Elf ist meine Lieblingszahl, mal abgesehen davon, dass ich an einem Elften Geburtstag habe, ist sie eine Primzahl und kommt mit der Leichtigkeit einer Elfe daher. Auch finde ich, dass sie eine philosophische und überaus magische Zahl ist. Sie liegt zwischen einer der bedeutendsten Zahl der Neuzeit, der Zehn und der gewichtigen Zahl Zwölf, die gern im Dutzend daher kommt. Fast könnte man meinen, die Elf kommt ein wenig zu kurz in der allgemeinen Bedeutung. Doch bei längerem Betrachten scheint die Elf ein Geheimnis zu bergen und jede kann für sich versuchen es zu ergründen. Ich bin schon kurz davor den zarten Elfenschleier zu lüften – aber es ist sehr persönlich und darf nicht verraten werden. Nur soviel, es hat etwas mit Sternenregen und Jasminblüten und Kinderlachen zu tun... ach, findet doch einfach das eigene elftes Geheimnis in eurem Leben heraus.
Aus meinem Bücherregal habe ich nun elf Bücher genommen und jeweils die Seite 111 aufgeschlagen, ein kurze Stelle ausgewählt und für euch aufgeschrieben. Es musste die einhundertelfte Seite sein, denn auf Seite 11 stand manchmal nur das Inhaltsverzeichnis oder das Vorwort. Außerdem lese ich immer jedes Buch wenigstens bis zur Seite 111 bevor ich es verwerfe, aber das kommt eher selten vor. Hier meine wahllose Auswahl:

Ein, zwei oder drei Sätze von jeweils der Seite 111 aus dem Buch:

Hexentrank und Wiesenschmaus von Gisula Tscharner / Heinz Knieriemen
Wenn es eine Zeit gibt, in der wilde Farben auf dem Dessertteller nötig sind, dann jetzt. Sie beleben das dunkle Wintergrau am Himmel und im Gemüt.

Natürlich weiblich von Christa Mulack
Die Stärke des weiblichen Geschlechts besteht nicht nur darin, dass es insgesamt besser für das Leben ausgestattet ist, sondern dass mit dieser besseren biologischen Ausstattung eine andere Lebensorientierung verbunden ist.

Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags von Karen Kinston
Oft bin ich weit mehr von der Schachtel entzückt, in der ich ein Geschenk bekomme, als von dem Geschenk selbst. Doch kann das eine sehr raumgreifende Leidenschaft sein, und vom Feng Shui-Bagua her betrachtet, ist es nicht gerade förderlich für den Energiehaushalt, wenn sich eine „leere Kisten" – Energie in einem Teil der Wohnung konzentriert.

Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley
Plötzlich stand Morgaine auf und schnitt dem Priester eine Fratze.“Geh weg alter Mann!“ sagte sie laut und deutlich, „ich mag dich nicht. Du hast meine Mutter zum Weinen gebracht. Meine Mutter weiß mehr als du...“

Die Lieblingsgedichte der Deutschen - Piper Verlag - Joachim Ringelnatz
Ich hab dich so lieb! Ich würde dir ohne Bedenken eine Kachel aus meinem Ofen schenken.

Frau Holle ~ Das Feenvolk der Dolomiten von Heide Göttner-Abendroth
Da blieb die goldene Jungfrau bei ihnen und teilte ihren Segen aus, denn alles, was sie berührte, vermehrte sich unter ihren Händen: die Milch, die Äpfel, das Brot, das Garn des Flachses und die Wolle vom Schaf. Sie wurde die Wohltäterin ihrer Familie, und alle waren darüber von Herzen froh, achteten sie trotz ihrer Jugend als die vornehmste Sippenfrau.

Ich Claudius, Kaiser und Gott von Robert von Ranke Graves
Als er der Tür zuging, sagte er beiläufig und über die Schulter: „Ich bin eben bei den Vestalischen Jungfrauen gewesen und habe einige wichtige Änderungen in einem Dokument vorgenommen, das bei ihnen aufbewahrt ist. In diesem Dokument kommt deinem Namen jetzt größere Bedeutung zu als vorher. Aber kein Wort darüber!“

Mama ante portas von Angelika Aliti
Bei der Hexenverfolgung handelt es sich also, wie in allen anderen hier aufgezeigten Beispielen auch, um die Okkupation einer Kultur, d.h. es ging nicht um die Verfolgung einzelner Frauen und Männer, sondern um das bis dahin gelebte Leben mit seinen sozialen Bezügen, Beziehungen und seine Religion, deren Werte, Regeln und Gesetze ausgelöscht werden sollten.

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch von Michael Ende
Im gleichen Augenblick hörte das Feuer auf zu flackern, es blieb stehen – und nun sah es aus wie ein sonderbare große Pflanze mit vielen grün leuchtenden gezackten Blättern.

Drei Wünsche von Luisa Francia
Um die Zeit zu verstehen, musst du sie rufen. Das ist gar nicht absurd. So viele Menschen rufen Gott, den ja auch nicht gibt. Rufe ruhig die Zeit, die es nicht gibt und die doch viel älter ist als du selbst.

Ein Wort zum Mord von Anja Kemmerzell / Else Laudan
Fassen Sie zusammen. Das ist natürlich in einem Krimi besonders wichtig.

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26 Juni 2011

Vor Zeiten, da das Wünschen noch geholfen hat


... ist eine der alten Märchenerzählformel wie auch „...und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute!“ oder „...und sie lebten glücklich und vergnügt bis ans Ende ihrer Tage!“.

Der wichtigste Satz jedoch, wie ich finde, ist nach wie vor: „Es war einmal...“! 

Zeigt er doch am anschaulichsten wie Wissen über Jahrtausende hinweg weitergereicht wurde. Durch Sagen und Künden, durch direkte Mensch zu Mensch – Kommunikation. Das Wünschen als magischen Vorgang gibt es in vielen Variationen, unter anderem ist es uns vielleicht als Verwünschung geläufig. Darüber ließe sich eine Menge sagen und ich könnte überlegen, warum und weshalb, eine jemanden verwünscht. Vergeltung, die nicht in der körperlichen Auseinandersetzung stattfindet, sondern auf eine Metaebene verlegt wird. Aber mein Wunsch ist es, hier über das Wünschen nachzudenken.

Was ist Wünschen? Ein Verlangen, ein Bedürfnis, eben einen Wunsch äußern und darauf hoffen, dass ihn jemand erfüllt? Oder selbst eine Idee haben zur Verbesserung des Seins und sie, als Wunsch formuliert, in die Welt entlassen, um die Kräfte zu mobilisieren, die bei der Erfüllung des Wunsches behilflich sein werden. Ist Wünschen ein eher inniges Begehren oder nur ein hilfloses Hoffen?


Das wahre Wünschen fällt unter die Magie des Alltags. Frei von Zweifeln, der eventuellem Konsequenzen bewusst ließen die Weiber der Vergangenheit ihre Wünsche aus ihren Bedürfnissen heraus Gestalt annehmen... sie sprachen darüber, sie besprachen sie, sie setzten die Assoziationskette in Gang, die Kräfte und Energie in Bewegung setzte. Das selbsttätige Gestalten ihres Lebens, des Alltags, war Frauen einst nicht nur selbstverständlich, ihre Handlungen schufen die Grundlagen dessen, was uns heute Mensch sein lässt. Aus ihren Handlungen entstand ihre geistige Potenz.

Nun ist das magische Denken, das Wandeln und Hexen den Frauen über Jahrhunderte hinweg sehr nachdrücklich ausgetrieben worden und doch haben sie es nicht verlernt. Zurück blieb immer die Ahnung, das vererbte Wissen, die Sprüche und die Märchen. Dort hörten wir, dass es Zeiten gab, da das Wünschen geholfen hat. So schließt sich der Kreis, wir kommen wieder da an, wo wir drei Wünsche frei haben oder mit dreimaligem Rufen die Wirklichkeit wandeln können... und wünschen darf Frau immer und überall, sie sollte nur wirklich genau wissen, was sie sich wünscht...


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16 März 2011

Alltag und Magie


… ich habe es bestellt und bereits erhalten, das neue Buch für die Alltagsmagierin
von Luisa Francia. Und es ist prächtig, eines ihrer Bilderbücher, wie ich diese Serie nenne. Hochwertige Ausführung, wunderschöne Fotos, kreative Zeichnungen und Bilder der Autorin, das Format fast quadratisch, edel aufgemacht. Für meine Erwartung und vor allem für das Thema erscheint es mir zu illuster...

Nun bin ich selbst schuld, wenn ich eine Erwartung habe. Und andere sind bestimmt begeistert von dem Kunstwerk. Ich jedoch kann den Text nicht flüssig lesen, da die lackglatten Seiten das Licht reflektieren und ich mit Alltag einfach etwas Schlichtes, eben Alltägliches verbinde. Das ist kein Buch, dass ich in meiner Küche zwischen den kleinen magischen Ritualen und meinen Kochvorbereitungen herum liegen lassen möchte, aus Angst das feine Buch könnte beschmutzt werden. Es ist mir einfach zu schön, um in mein Feeling eines magischen Alltag einordnet zu werden. Und so wird es von mir denn brav gelesen und dann in das Regal gestellt. Auch eine Luisa Francia kann es wohl nicht jeder recht machen... 


Lesen, Zeichnen oder Tanzen, das ist hier die Frage...?



20 Februar 2011

Alltagsmagie


es gibt so Tage, da komme ich kaum von der Tastatur weg, bzw. bin unterwegs. Und dass heißt, ich gehe nur mal zwischendurch kurz in meine Küche, um mir etwas zu essen zu holen oder einen Kaffee zu machen, ohne richtig hinzusehen, manchmal noch mit dem Telefon in der Hand. Der geringe Abwasch, der sich dann aber doch ansammelt, wird so alle drei Tage erledigt. Da ist es dann aber auch wirklich dringend nötig und ich unterbreche etwas widerwillig meinen Denkfilm, um Tassen und Teller wieder in den Schrank zu komplementieren, Apfel- und Pellkartoffelschalen in die Tonne zu bringen und den Primeln am Fenster beim Geben eines Schlückchen Wassers gut zu zureden, nach dem Motto: Tut mir leid, heute ist es wieder grau, dabei könnte ich auch dringend Sonne gebrauchen...


Neulich ertappte ich mich dabei, dass ich jedesmal beim Betreten der Küche die Augen verdrehte und beim Blick auf das Kunterbunt dachte: Es wird von mal zu mal schlimmer!

Und es wurde schlimmer...

Jetzt betrete ich mein kleines Kochreich, in dem ich zur Zeit kaum koche, stets mit dem Gedanken: Sieh an, es wird immer besser!

Und was soll ich sagen, seit dem wurde es besser! Erstaunlich, nicht wahr!