Posts mit dem Label Alltag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Alltag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

05 November 2020

Oxytocinmangel - ein Beschleuniger des Patriarchats

Der Entwurf einer Betrachtung zu der Frage und Dauerbrenner: Wie entstand das Patriarchat?
... überarbeitet, ergänzt und in Wordpress online gestellt

Hierbei handelt es sich um hypothetische Überlegungen und mögliche Zusammenhänge im Entstehen der seit min. achttausend Jahren, expandierenden Patriarchose...


17 August 2020

Partnerschaft ist keine Geschwisterlichkeit

Betrachtung zum Begriff Partnerschaft von Stephanie Ursula Gogolin

Vorwort für eine Freundin
Liebe Freundin, ich weiß, dass es zur neueren Denkungsart gehört, alle patriarchalen Formen, die eine (bis dato) positive Ausstrahlung haben, leicht abgewandelt in den Kanon des modernen Matri-Sprech aufzunehmen. So wie das Paar und eben die allseits beliebte Partnerschaft.
Sowohl das Paar wie auch die Partner sind in der Regel zwei fremde (nichtverwandte) Personen. Wir wissen aber, im matrifokalen Kontext interagieren Fremde (die Nichtverwandten) eher nicht ständig. Weniger unmittelbar, nicht im Alltag, noch auf Lebensdauer. Die Konsequenzen für die Person und die Gemeinschaft wären (wie wir Patriarchatsbewohner immer wieder feststellen müssen) nicht nur störend, sondern auch verheerend. Der nichtverwandte Liebhaber wurde wohl da eine Art geregelte Ausnahme. Wir sollten daher lieber zweimal hinsehen, wenn wir uns euphemistisch eines gängigen Sprachbegriffes annehmen, der eigentlich sehr tiefe patriarchöse Wurzeln besitzt.
Sicher können sich auch konsanguin verwandte Geschwister wie Partner gebärden bzw. sich als solche verstehen und eine zielgerichtete Partnerschaft praktizieren. Überall da wo Arbeitsprozesse verbindliche und verlässliche Zuständigkeiten und Ansprechpartner benötigen, greift die regulierte Partnerschaft – nicht nur in der Erwerbsarbeitspraxis (die ja bekanntlich ein astreines Patri-Produkt ist), sondern auch im Patri-Privaten.
Die klassische Ehe ging bekanntermaßen aus dem Herrschaftskonzept der Patriarchalität hervor. Seit in der sehr aktuellen Geschichte gesellschaftsfähig wurde auch ohne Trauschein als Paar (bestehend aus zwei nicht konsanguin verwandten Personen) zusammenzuleben, brauchte diese Form einer Lebensgemeinschaft eine gängige (positiv belegte) Bezeichnung. Hier bot sich die Partnerschaft nahezu an. ‚Partner sein‘ ist im Patriarchat eine bedeutungsvolle Wertung. Ursprünglich ging das Männliche Partnerschaften ein. Frauenpartnerschaft im Sinn der bündlerischen Kultur gab es nicht. Jede Form von Frauenkollektiv stand unter männlicher Aufsicht (siehe Orden und Kongregationen).
Aber es kam der Zeitpunkt in dem diese Verbindung unter Männern auf Frau ausgedehnt wurde. Vor allem wurde die Partnerschaft das neue Label für die nichteheliche Paarbeziehung.
Im gesellschaftlichen Kontext avancierte diese von der geduldeten "Wilden Ehe" zu einer ordentlichen Lebenspartnerschaft, bestimmt durch Regeln und ungeschriebene Gesetze. Praktizierte Partnerschaft schließt allerdings Sippen(Matrifokal)Angehörige aus. Umgekehrt können wir auch sagen: Wenn ich mich geschwisterlich verhalte bedeutet das nicht per se, dass ich partnerschaftlich (wie bei einer verpflichtenden Arbeitspartnerschaft) handele.
Geschwisterliches Miteinander bedeutet im Sinne der (geliebten) Geschwister Verantwortung übernehmen bzw. im Namen einer (matrifokalen) Verbundenheit zu agieren. Diese Art des Handelns, von mir als Fürsorge bezeichnet, erfolgt prinzipiell (quasi von Natur aus im Sinne des Überlebens) ohne einen verpflichtenden Kontext. Es ist ein ausgedehntes Geben und Nehmen, ein verbindendes und damit verbindliches Fürsorgen auf der Basis - was kann ich und was kannst du! Wie geht es uns beiden damit, denn wir kennen uns von klein an und wissen was der anderen gut tut.
Ich unterscheide unbedingt Geschwisterlichkeit (als rein herstorische Entwicklung - als das evo-biologisches Ereignis) von der Partnerschaftlichkeit, als historisch-patriarchales Implantat.
Beide Begriffe haben sehr verschiedene Voraussetzungen. nehmen wir die Partnerschaft - sie besteht weitgehend aus Verpflichtungen – Verpflichtendes (und damit kontrollierbares) Miteinander ist in den (patri)zivilisierten Kulturen per Gesetz vorgegeben und gilt als Konvention. Partnerschaften waren/sind sind also geregelt, mit einem Vertrag schriftlich oder mündlich (verstärkt durch den typischen Handschlag), der als kulturelle Absprache eine gegenseitig sich verpflichtende Verbindlichkeit darstellt und die Beziehung der Partner zueinander deutlich macht. Partnerschaft entstand/entsteht, wenn ein herrschaftsfrei erscheinendes, gegenseitiges Verhalten einen Namen braucht und positiv konnotiert sein soll.
Geschwisterlichkeit ist ein ursprüngliche Qualität, die noch lange in die Patriarchalität hinein, sich in Sprüchen wie beispielsweise „sie sind wie Bruder und Schwester“ zeigte und hier eine Zugewandtheit und Innigkeit demonstrierte, an die beispielsweise eine Partnerschaft nicht herankommt (oder auch nicht soll, höchstens ironisiert wird). Seit für die Paarbeziehung der Begriff Partnerschaft salonfähig wurde, wird da eine Beziehung auf Augenhöhe und eine Verbindung im Sinne „wir gegen den Rest der Welt“ favorisiert, ohne sich bewusst zu sein wie patriarchal diese Idealisierung ist. Denn eine Partnerschaft einzugehen bedeutet nicht per se auf Augenhöhe, gleichberechtigt oder kungruent zu sein.

Partnerschaft versus Geschwisterlichkeit
Der Begriff Partnerschaft löste nicht nur fast alle Bezeichnungen wie Beziehung und Ehe ab, er wurde inzwischen auch als zukunftsweisend verinnerlicht. Dabei herrscht zunehmend die idealisierte Vorstellung, dass nur ein jeder Mann und eine jede Frau sich in einem kollektiven Sinn eines schönen baldigen Tages partnerschaftlich verbünden müssten, um die heute noch bestehenden Probleme zu den Geschlechterdifferenzen aufzulösen.
Partnerschaftliches Verhalten bedeutet für die meisten, dass sich Mann und Frau ab jetzt auf Augenhöhe und in gegenseitigem Respekt begegnen sowie ohne Missverständnisse und Gewalttendenzen im noch bestehenden Geschlechterchaos eine globale harmonische Zukunft ansteuern. Hier setzt insbesondere die Frau auf Männereinsicht, -vernunft und -handeln. Und da sind sie wieder unsere drei Probleme!
Die Einsicht in die Notwendigkeit der Frau Selbstbestimmung und Freiheit zuzugestehen ist eher unterentwickelt. Die Freiheit sich in einer Männerkultur als Frau selbst zu definieren, ihr Geburtsrecht der Female Choicewahrzunehmen und als Mutter für das eigene Kind in Matrifokalität da zu sein (und ohne mit dem leiblichem Vater eventuell darum kämpfen zu müssen), sind Grundvoraussetzungen, die eine generelle Partnerschaftlichkeit als Gesellschaftsnorm als wünschenswert erscheinen lässt. Wir müssen also auch noch darauf warten, dass Frauen, den ihnen zustehenden Anteil an der Welt endlich einfordern und auch erhalten. Wenn diese Punkte durchgesetzt wurden, kommen wir vielleicht endlich wieder zur Geschwisterlichkeit.
An dem Begriff Partnerschaft, als Synoym für  Gleichberechtigung bzw. scheinbare Gleichwertigkeit stört mich, dass er eigentlich ein so durch und durch patriarchales Ding ist. Ich kann zwar grundsätzlich den Sinn hinter dem Bestreben, das Wort Ehe oder Beziehung durch den Begriff der Partnerschaft zu ersetzten, verstehen - aber bedeutet das wirklich ein gleichwertiges Miteinander von Mann und Frau? Denn zuerst ist es die ungewisse Kombination zwischen einem fremden Mann und einer fremden Frau. Fremd im Sinne von “nicht verwandt sein”! Die einst matrifokal lebende Mensch wird genötigt sich nicht mehr als soziales, sondern als autonomes Lebewesen zu begreifen und in eine Paarbeziehung zu begeben, die wertig über jeder verwandten Herkunft steht. War ein paar Jahrhunderte lang die verbindliche, bis in den Tod reichende Ehe, der bindende Kodex für die Frau, ist heute die freigewählte Partnerschaft für sie ein Menschenrecht.
Wir lieben es Partner zu sein. Partnerschaft hört sich solide an, verbreitet eine Aura von verlässlichem Miteinander. Aber von der eigentlichen Bedeutung her, hat Part(ner) nichts mit Gleichberechtigung oder -behandlung zu tun, sondern bezeichnet erst einmal nur eine Teilhabe an derselben Sache. Beispielsweise ist ein Part auch eine Rolle oder ein Gesangsstück für einen Künstler - ihre/seine Beteiligung an einem gemeinsamen Prozess, an einem größeren Ganzen. Bei einer Partnerschaft kommen Menschen per Bereitschaftserklärung im Sinne einer Sache zusammen, um sich an einem gemeinsamen Projekt oder Geschäft oder eben auch einer Beziehung zu beteiligen. Über eventuelle Gleichwertigkeit oder Gleichwürdigkeit sagt das erst einmal nichts aus.
In einem gewöhnlichen Geschäft bedeutet das auch, dass es Teilhaber gibt, aktive oder auch stille. Die Grundlage in einer wirtschaftlichen Partnerschaft ist der Geldwert, die Einlage in das Unternehmen oder Produktionsmittel eventuell die eigene Arbeitskraft, die in den Geldwert umgerechnet wird. Die Teilhaber bestimmen wie sich ein Unternehmen gestaltet und entwickelt. Somit ist auch nicht jeder, der in einem Unternehmen arbeitet, ein Partner. Das Partnersein betrifft nur die Verantwortungsträger, also die Inhaber oder Entscheidungsträger. In einem Unternehmen zu arbeiten (eine Erwerbsarbeit auszuführen) ist Lohn- bzw. Mitarbeiter vorbehalten. Die bedingte Beteiligung, also das Mitmachen-Dürfen kann jederzeit (abrupt) enden. Ein Unternehmen ist an einen gewissen wirtschaftlichen Erfolg geknüpft, weniger an die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Entscheidungsträger und schon gar nicht der anderen Mitarbeiter.
Ganz anders geht es dagegen im „Unternehmen“ einer (privaten) Partnerschaft (die heutige Form der Normveranstaltung für Ehe und andere Lebensgemeinschaften) zu. Hier spielt der individuelle bzw. gemeinsame Wohlfühlfaktor eine wesentliche Rolle und das Drehbuch enthält alle Klischees der romantische Liebe. Den geldwerten Erfolg und das wirtschaftliche Gelingen einer solchen Lebensgemeinschaft einzukalkulieren und zu beachten weist, zumindest dem momentan vorherrschenden Anspruch nach, auf einen Mangel an bedingungsloser Liebe und Vertrauen hin.
War in der Vergangenheit der letzten Jahrhunderte eine Ehe durchaus ein wirtschaftliches Unternehmen in dem der weibliche Part manchmal nur die eigene Person als Einlage (Arbeitskraft und Mutterpotenz) einbrachte, ist die heutige (Paar)Beziehung als gemeinsames Unternehmen ein relativ neues Geschäftsmodell. Hier ist die Geschäftseinlage die Idealvorstellung von gegenseitiger dauerhafter Liebe, die alles überwindet und als Garant für Glück gilt. In der Alltagspraxis wird als Ausdruck dieser Liebe ein bedingungsloses Zueinanderstehen und Vertrauen, ein immerwährendes (sexuelles) Begehren und nicht zuletzt ein komplizierender Treueanspruch erwartet und gefordert.
Zwei Menschen, die auf Grund der vorherrschenden gesellschaftlichen Spielregeln als alleinstehend* gelten, schließen also sich zu einer Partnerschaft zusammen. Bisher galt das offiziell und vorzugsweise für jeweils Vertreter beiderlei Geschlechts, also um eine Hetero-Kombination. Ich vernachlässige mal all die anderen Spielarten der Zuneigung und richte mein Augenmerk auf Mann und Frau, denn sie sind die Vertreter, die in Zukunft generell Partnerschaftlichkeit in die Welt tragen sollen – und zwar halbe-halbe! Die Hälfte der Arbeit, die Hälfte der Verantwortung, die Hälfte des Gewinns, die Hälfte des Glücks. Spätestens jetzt müsste uns auffallen, dass das irgendwie nicht wirklich hinhaut und auch mir kommen immer wieder starke Zweifel wie je umgesetzt werden kann, besonder wenn ich lese, dass wieder mal ein Partner seine Partnerin umbrachte. In der gesamten patriarchalen Vergangenheit existierte keine bekannte Epoche in der humane Partnerschaftsgedanken im Sinne von Menschlichkeit und Geschwisterlichkeit, die Kultur prägten und sich dabei auf ein alltägliches Miteinander von (nichtverwandten) Frauen und (nichtverwandten) Männern bezogen. Das herbeigesehnte Partnerschaftsideal wird in der Gegenwart nicht mal Ansatzweise umgesetzt.

(* ohne einen anderen Anspruch erhebenden Partner, unabhängig von anderen Sippen/Familienmitgliedern)

In einer persönlichen Lebensgemeinschaft gibt es keine tariflich vereinbarten Arbeits- und Pausenzeiten, keine Stechuhr, keine Gehaltsabrechnung. Nur am liebsten Liebe bis ans Ende aller Tage - „gemeinsam alt werden“ ist heute die gängige Wunschvorstellung - als Äquivalent zum einstigen Ehecredo: “...bis dass der Tod uns scheidet!” In jedem Liebesgeschichtenanfang schwingt auch immer diese Sehnsucht mit, die heute zu unserem Alltag gehört seit wir Teenager sind: nie mehr allein sein müssen – mindestens einen Menschen an unserer Seite haben, der immer für uns da ist und wir keinen emotionalen Mangel leiden müssen.
Es ist ein Dogma unserer Moderne, sich so früh wie möglich 'abzunabeln', dass heißt unsere Familie (genauer unsere patrilokalen Herkunftsangehörigen), zu verlassen um uns einen Lebenspartner zu suchen und ein „eigenes“ Leben zu führen. Seitdem sind wir permanent im Zugzwang. Wir suchen den idealen Partner, möglichst das wunderbare Wesen, dass das Schicksal uns vorherbestimmte. Denn, so heißt es im allgemeinen, je inniger und partnerschaftlicher es in einer solchen Verbindung zugeht, desto größer sind die Chancen, dass dieses Konstrukt ein Leben lang hält. Aber „partnerschaftlich“ bedeutet eigentlich im Sinne der Sache handeln, nicht zwangsläufig im Sinne der/s Anderen.
Partnerschaftliches Agieren ist vielleicht ein gutes wirtschaftliches Konzept, aber meiner Meinung nach nicht lebenstauglich, im Sinne von fürsorglich, empathisch, beständig, verlässlich und konsensbereit. Das wird um so deutlicher, wenn sich diese private Co KG um mehrere kleine Personen erweitert (andere erwachsene Mitglieder kommen in der Regel ohnehin auf gar keinen Fall in die partnerschaftliche Paargemeinschaft rein, höchstens temporär oder als exotische Ausnahme). Denn zuvor bedeutete „partnerschaftlich“ im ökonomischen und gesellschaftlichen Sinn nicht, dem Partner mit Nachsicht, Wohlwollen und Liebe zugetan zu sein. „Partnerschaftlich“ auf das persönliche Miteinander der Geschlechter anzuwenden ist relativ neu.
Partnerschaft ist ein etablierter patriarchaler Begriff. Einen Partner haben, kennen wir auch aus der, uns durch hunderte Bücher, Filme und Serien bekannten Heldenmythologie von der Antike bis in unser Neopatriarchat. Diese Narrative gipfelt darin, mit einem Partner mehr Zeit als mit der eigenen Familie zu verbringen  ... oder im Zivilisationsdschungel mit ihm durch dick und dünn gehen. Für ihn sogar das eigene Leben zu riskieren ist obligat. Ja als Partner wird manchmal sogar ein Gegenspieler bezeichnet. Jedenfalls alles sehr untaugliche Vorstellungen um sie auf eine alltagsbeständige Beziehung mit Frau und Kind zu übertragen, finde ich.
All diese Kumpelgetue, die sich auf die maskuline Art bezieht, mit Nichtkonkurrenten umzugehen, ist für mich eine eher gruselige Vorstellung im Zusammenhang mit dem Tagesgeschäft einer privaten, kinderbezogenen und häuslichen Lebensgemeinschaft. Die Partnerin eines Mannes zu werden, bedeutet hier auch immer sich auf die etablierte männliche Verständnisebene zu begeben.
Ich habe in einer Ehe gelebt (die auch da schon wahlweise als Beziehung oder Partnerschaft bezeichnet wurde), als Partnerin habe ich mich eigentlich nie gefühlt. Da ich anfangs in meinem Verständnis noch als klassische Ehefrau agierte, die (ausschließlich) das persönliche Wohl ihres Gatten im Sinn zu haben hat, änderte sich diese Aktionsbühne für mich mit der Geburt meiner ersten Tochter. Stand ich vielleicht zuvor unter dem Eindruck, ich erfülle (spiele) meinen Part, fing jetzt mein Leben an.
Mutter sein, ist eine ganz andere Dimension als Partnerin zu sein. Ich fühlte, anfangs nur diffus, das Partnerinnenimage war nicht mehr meine Aufgabe, wenn ich meinen Kindern gerecht werden wollte. Von Seiten meines Mannes und dem Vater der Kinder stellte sich zwar zum Teil auch diese urbrüderliche Unterstützung ein, die eine Ahnung von sippenhaften Lebens aufkommen ließ, das allgemeine, männliche Rollenklischee stand ihm jedoch selbst ständig im Weg.
Den Mann als solches, als Liebespartner, als Vater der Kinder, als besten Freund, auch als Haustyrann zu sehen, ist stets akzeptabel, ihn unter dem Aspekt der Brüderlichkeit wahrzunehmen, ist immer noch verpönt. Dabei ist seit Anbeginn der geschwisterliche Zusammenhalt die Grundformen des sozialen Zusammenlebens, die Schwesterlichkeit , aber auch die Brüderlichkeit. Und Geschwister haben in der Regel nicht diesen totalitären Anspruch den Ehemann/Partner in die Beziehung trägt. Partnerschaftliche Erwartungen (ohne Liebesgefühle), an einen Vertreter des anderen Geschlechtes, bleiben in der momentanen gesellschaftlichen Art des Umgangs der Geschlechter eher ohne Echo. Genau genommen ist es, bei der immer noch gut etablierten Frauenverachtung allerorten, fast nicht vorstellbar, die prinzipielle gegenseitige, menschliche (geschwisterliche) Achtung und den dazu gehörigen Gemeinsamkeitssinn von Seiten des Mannes zu erwarten bzw. zu bekommen.
Wir Menschenkinder sind einzigartige Individuen, die in (matrifokaler) Geschwisterlichkeit ihr Leben beginnen, die eine grundlegende geschwisterliche Fürsorglichkeit als Starterpaket mitbekamen und denen die patriarchale Moderne diesen Überlebensdrang abtrainiert. Statt dessen gibt man uns Fremde als Partner zur Seite.
Die Paarbeziehung als dauerhafte Lebensgrundlage ist ein künstliches Konstrukt, dessen Regeln heute immer noch von außen nach innen in die jeweilige Beziehungskiste getragen werden. Es war und ist die exklusive “Bindung” einer Frau an einen Mann, aus Prestige oder wirtschaftlichen oder politischen Interessen. Die romantische Liebe, als sozusagen einzige Grundlage einer Dauerbeziehung, konnten wir inzwischen als eine relativ junge Erfindung der Patriarchose identifizieren. Die beiden Einzelpersonen, aus denen das Paar besteht, streben aus ihren herkömmlichen verwandten Zusammenhängen heraus und nach dem Motto: “unsere Liebe gegen den Rest Welt”, starten sie in einen Status, der sich als der Klassiker Familie etablieren soll und als kleinste Zelle des Staates gehandelt wird.
Mit dem Beginn der Industrialisierung stellte sich der Standard von Groß-Familie auf Klein-Familie um. Der wesentliche Eckpunkt blieb, dass weiterhin für jeden Mann verlässlich eine Frau zur Verfügung stehen sollte. Der Mann widmet seine Lebenszeit der Erwerbsarbeit und zu Haus wartet eine Frau auf ihn – sie ist quasi der Inbegriff einer intakten Infrastruktur und die bequeme Voraussetzung der Lebensgestaltung eines Mannes, die jedoch nur funktioniert, wenn die Frau durchhält oder überhaupt mitspielt. In jener Zeit brauchte sich der Mann kaum Gedanken um Beziehungspflege zu machen. Die Frau war per Gesetzeslage und mit drohender gesellschaftlicher Ächtung an die Paarkonstellation bis an ihr Lebensende gebunden. Diese Vorstellung prägt auch heute immer noch das Handeln und Aushandeln von jedweden Paar-Beziehungen (gegenseitig mit einem Nichtverwandten). Die jeweilige Herkunftsfamilie steht neo-traditionell bedingt im laufenden Alltag beiden nicht mehr zur Verfügung, also bleibt nur die Partnerschaft eines Zweierpaars.
Nach allem was wir also über Partnerschaft wissen, bleibt noch die Frage: Was genau ist denn so arglos vorausgesetzte, erwartete partnerschaftliche Verhalten? Gibt es das überhaupt? Was sagen all die gängigen Synonyme dazu tatsächlich aus? Wir können im Ranking der modernen Wortspiele großzügig schwesterlich, brüderlich oder geschwisterlich neben partnerschaftlich stellen, aber sind sie tatsächlich damit identisch? Ich denke nicht!


Nachtrag: der Begriff konsanguin wird von mir als Bezeichnung für matrilineare Zugehörigkeit bzw. verwandt durch Geburt in mütterlicher Linie, verwendet...




07 Dezember 2019

"Kein Bock auf Steinzeit…"

Wenn Frauen äußern: "Kein Bock auf Steinzeit…", dann verzweifle ich nicht nur an unserem Schulsystem, sondern auch an dem weiblichen Verständnis von Natur. Es ist leider nicht das erste Mal, dass ich wie hier einer Meinung zu der zutiefst missverstandenen Steinzeit begegne. Gern wird die Steinzeit als Metapher für Rückwärtsgewandtheit und ewig gestriges Denken verstanden. Schon seit längerem begegne ich immer wieder dem Grusel der modernen Frau vor der Steinzeit bzw. deren salopp geäußerten Ansichten, dass uns das Beschwören der Steinzeit nicht retten wird. Dabei dürfte uns doch wohl klar sein, dass es eigentlich nicht um die kargen, äußeren Attribute einer Alltagsgestaltung in einem Steinzeitcamp geht. Wovon wir aber profitieren könnten wenn wir uns das Grundkonzept der Lebensgemeinschaften innerhalb des urmenschlichen Kontinuums näher ansehen.
Warum also wird oft so getan, als wäre "die Steinzeit", das viele Jahrtausendelange Paläolithikum und Mesolithikum, ein schlimmerer Ort für die Frau und Mutter gewesen als beispielsweise unsere Gegenwart? Das Gegenteil ist der Fall - wir wissen es schon lange. Denn da lebte die Mensch und ihre Sippe in matrifokalen Gruppen und das wiederum ist bekanntlich unser menschenartgerechtes Dasein, unsere angeborene Sozialstruktur in dem vorhandenen Naturgeschehen.
Das wirkliche Desaster begann als die Steinzeit durch die nächste Epoche abgelöst wurde und sich die Idee, den 'Vater' als Maß aller Dinge einzuführen, vom patriarchös infizierten Mann gewaltsam durchgesetzt wurde. Damit entstanden hierarchische Strukturen, mit denen Herrschaftsmacht etabliert wurde und hier, in der gewaltsam durchgesetzten Patriarchose entschied sich der unterworfene Status der Frau und Mutter ... bis heute!
Im auslaufenden Neolithikum und der waffenstrotzenden Bronzezeit sind wir bereits mitten drin und die Frau* bereits ihre körperliche Freiheit verlor, büsste (durch die Antike hindurch) grundsätzlich ihre Selbstbestimmung ein. 
Es sind die Zeitphasen ab denen die androzentrierte Herrschaft erstarkte, zur Unterstützung derer Lehren in Form von religiösen Ideologien verbreitet wurden und die allgemeine Verherrlichung des Maskulinen einsetzte.
Während mann die Frau (als Tochter und potentielle Mutter) versklavte, verheiratete und als Arbeitskraft für die Männerwelt hielt. Als Mutter wird ebenfalls bis heute ihre Gebär- und Fürsorgekraft ausgebeutet und reglementiert. Diese Geiselnahme des Weiblichen führte zu dem, heutzutage besonders wirksamen kollektiven Stockholmsyndrom, das neben der konditionierten prinzipiellen Unterwerfung auch verschiedene Spielarten der Prostitution beinhaltet, zu denen ich auch die klassische Ehe zähle.
Die patriarchalen Strukturen, die alle von uns so gut verinnerlicht werden und die bis heute unsere Kultur fest im Würgegriff halten, sind jedenfalls kein Bestandteil der Evolutionsphase, die so gern verächtlich als primitive Steinzeit abgewertet wird. Wir sollten mal überlegen was denn genau an dieser primären Entwickelungsphase abzulehnen ist? Der mangelnde technologische Fortschritt?
Das alchemistische Wunder der hemmungslosen Zerstörung der Natur auf Betreiben einer gierigen Machtclique?
Oder die fehlende inhumane Einteilung, die uns offenbar schon gar nicht mehr auffällt, in der wenige Eliten der Masse von Milliarden Menschen ganz offen und dabei langsam aber sicher die Lebensgrundlage entziehen?
Zurück in die Steinzeit was bedeutet es wirklich?
Zum Beispiel keine gesellschaftlichen Machtstrukturen.
Ein Leben im Matrifokal, dass frau sich allerspätestens dann als gut vorstellen kann, wenn sie sich als Großmutter einen offen Blick auf die momentane Situation der Töchter und Töchterstöchter dieser Welt bewahrt hat.

Und wenn jetzt wieder einige Angst haben hier werden Männer diskriminiert, dann möchte ich nur sagen, ich nehme es dem Patriarchat so was von übel, dass es nicht nur unsere Söhne zu potentiellen Gewalttätern formt, sondern auch billigend in Kauf nimmt, dass so viele nichts dabei finden, die konditionierte Akzeptanz der Gewalt auch auszuleben und sei es nur virtuell als Hater im Netz.
Auf der einen Seite das technologisch optimierte und damit zerstörerische Hochpatriarchat und auf der anderen Seite die naturbelassene Steinzeit.
Wäre gar nicht so schlecht, wenn wir tatsächlich wählen könnten!
.

12 November 2019

Grundsätzliches zur sozialen Vaterschaft

Die soziale Vaterschaft ist eine sehr moderne Erfindung und ein Nebeneffekt der Tatsache, dass frau sich (auch als Mutter) heutzutage einen Partner wählen kann und nicht nur die Ehe als gesellschaftliches Muss im Nacken hat.
Der patriarchale Mann als Vater hatte von Anbeginn der von ihm gestalteten Patriarchose keine fürsorgerischen Ambitionen. Er fiel aus seiner natürlichen Aufgabe als Mutterbruder heraus. Selbst wenn dieser oder jener Mann auch eine liebevolle Beziehung zu einem Kind aufbaute (bitte in dem Zusammenhang das Wort Bindung nicht einmal denken), blieb er in einer Herrschaftsrolle, selbst wenn er als Mann* zur unteren Ebene der Hierachie zählte.
Der Mann in seiner Rolle als Vater (und hier ist es tatsächliche, eine Rolle), zelebrierte sich als der Besitzer des Kindes (und dessen Mutter) und bis vor ein paar Jahrzehnten schlug sich das noch ungeniert in unserer Gesetzgebung nieder.
Ich hoffe inständig, dass diese, derzeit noch diffuse Vorstellung von sozialer Vaterschaft sich nicht auf Dauer auf die gleiche gedankenlose Art etabliert wird, wie der Begriff Familie virulent ging. Aber ich fürchte, auch das soziale als Hervorhebung in bezug auf Vaterschaft wird ein rethorischer Selbstläufer werden. As Vaterschaft verstand man bisher die Tasache, dass ein Mann sich auf seine genetische Verwandtschaft zu einem Kind beruft, es bezeichnete seinen Status als Besitzer des Kindes. In der Moderne des westlichen Kulturkreis wird mehr denn je der soziale, sprich fürsogerische Aspekt einer Vateranwesenheit betont. Das ist jedoch nach wie vor nur bedingt verlässlich.
In dem ideellen Kunstbegriff der soziale Vaterschaft und in der Umsetzung dieser Neuerung, liegt sehr viel Unverbindlichkeit und Gedankenlosigkeit den Kindern gegenüber. Die Fluktuation der sozialen Väter ist relativ hoch. Jedem, auch kurzfristigen Lebensbegleiter/Partner einer Mutter wird in einer stillschweigenden gesellschaftlichen Absprache sofort die Würde des sozialen Vaters hinterhergeworfen und damit einem jedem betroffenen Kind eine unverhoffte Anpassungsleistung zugemutet. Es wird also vom Kind erwartet, das es sich von Zeit zu Zeit mit einer neuen Beziehungs- bzw. Betreuungsperson arrangiert (was sich gerade bei Töchtern verheerend auswirken kann). Diese sozialen Väter sind letzlich austauschbar. Es wird generell so getan, als müsste immer ein Mann als Vater in der Rolle eines sozialen Kompensator für alles Männliche im Leben eines Kindes vorhanden sein und selbstverständlich obendrein noch der genetische Vater. Ein deutlicher Überschuss an Vater-Energie wird spürbar und soll wohl auch sein, das gehört zu patriarchösen Grundausstattung, während Mutter-Energie in ihrer Wirksamkeit geleugnet wird.
Das Problem ist, dass sich die im Patriarchat gut konditionierte Frau ein Leben ohne einen Mann an ihrer Seite kaum vorstellen kann. Die tief sitzt die Konditionierung hin zur romantischen Liebe und der Paarungsfamilie wird außerdem ein Lebenlang durch alle Medien weiter befeuert. Daher nehmen die meisten Frauen immer noch an, ihrem Kind etwas Gutes zu tun, wenn die Planstelle Vater immer von einem (nichtverwandten) Mann besetzt wird, einem Partner, der auch den sozialen Vater mimt - alles um dem patriidiotschen Mainstream gerecht zu werden.
Denn leider ist noch keine Mutter im Patriarchat aus ihrer Geisel-Nummer raus und kann (darf) weder ihre Female Choice, noch die unantastbar sein sollende Mutter-Kind-Bindung, noch das Erbe der Matrifokalität selbstbestimmt leben ...

Stepanie Ursula Gogolin

20 September 2019

...verliebt in die Liebe?

Das Patriarchat hat in den letzten paar Jahrtausenden verschiedene Ideologie-Gesellschaften geschaffen, in denen die Frau je nach kulturellen Zeitgeist, aber immer passgenau, in Männerbedürfnisse und -fantasien eingelassen wurde. Das ist nach wie vor gängige Praxis.
Aber die, in die Märchenliebe, Pardon, in die Pärchenliebe dauerverliebte Frau bekommt das nicht immer mit. Heutzutage ist mehr denn je die aktuelle Masche als eine Ablenkung von menschenartgerechtem Dasein, der zur Kunstform erhobene Glaube an die romantische große Liebe. Das ganze ist zwar erst in dieser Ausprägung wenige Jahrhunderte alt und galt lange nicht für Jedermann und schon gar nicht für jede Frau. Aber dafür ist es heute um so schöner sich vorzustellen, dass es ein Grundkonzept des Menschseins ist, einen geliebten Menschen ganz für sich alleine zu haben und alle anderen nicht mehr zu brauchen. Diese Form der absurden Gehirnwäsche sitzt erstaunlich tief und lässt Frauen vieles auf sich nehmen und unglaubliches Leid ertragen. Doch wie gesagt, dass ist die eher moderne History. Die eigentliche Herstory im Zeichen patriarchaler Überschattung sah ganz anders aus.
Vor unserer Moderne befand sich die Frau* innerhalb des patriarchösen Systems weitgehend in einem allgemein praktizierten Sklavenstatus unter willkürlicher (männlicher) Fremdbestimmung. Sie war Eigentum des Vaters oder ihres (Ehe)Mann (Herrn). Oft war sie auch nur das Mündel ihres Bruders oder anderer männlicher Verwandter. Die Frau wurde gehandelt – geraubt, verkauft, verheiratet, verliehen, gezwungen sich zu prostituieren oder ihr Leben in Keuschheit zu verbringen. Das naturgemäße Leben im fürsorgendem Sozialverband der artgerechten Matrifokalität war einer permanenten Geiselnahme der Frau* gewichen. Jedoch das unattraktive Bild der Sklavin wurde nach und nach modifiziert, aufpoliert und umdekoriert, um einen freien Anstrich zu erwecken und das führte geradewegs in ein romantisiertes bürgerliches und später liberal individualistisches Frauenbild, das jetzt als anerkannte Schablone für jedefrau dient.
War die Zweier-Paar-Bildung bis vor kurzem noch eine Konvention auf Lebenszeit, darf jetzt in serieller Monogamie immer wieder der/die richtige Lebenspartner/in gesucht werden. Es muss nur die Paar-Idee eingehalten werden - das unbedingte, wenn auch fragile Bündnis zwischen zwei fremden (nichtverwandten) Menschen, die ihre Liebe auf einem (möglichst andauerndem) sexuellem Begehren errichten und dabei den/die Partner/in in die Pflicht nehmen die essentiell gebrauchte, angehörige Fürsorgegemeinschaft zu ersetzen. Diese Form der Fürsorgegemeinschaft, das urtümliche Matrifokal, existiert in der derzeit wirksamen patriarchalen Kulturgesellschaft nicht mehr. Entsprechend groß ist der allseits vorhandene Mangel - an Geborgenheit, an Intimität ohne sexuellem Druck, an Zugewandheit und weiblicher Selbstbestimmung.
Das Zweierideal wird weiterhin hingebungsvoll gepflegt und wo es nur geht medial untermauert, damit nicht vielleicht der Gedanke aufkommt, dass zu einem erfüllten Alltagsleben mehr als nur ein/e sogenannter Partner/in und ein bis x Kinder gehören. Die patriarchale Androkratie versuchte so einen Lebensstil zu etablieren, der jedem Mann mindestens eine Frau garantiert, die seine Bedürfnisse erfüllt. Der Bund fürs Leben war primär bindend für die (einzelne) Frau. Ein sozialer Käfig und damit Kontrollinstrument, um ihre Arbeitskraft, ihre Sexualität, ihre Gebärfähigkeit, ihre Mutterkompetenz und ihr gesamtes energetisches Potential auf das Wohle des Mannes hin zu kanalisieren.
Egal welchem Lebensentwurf eine Frau heute folgt, sie bewegt sich in den vorgezogenen Linien eines für sie kreierten Hüpfkästchenspiel, in dem sie ihr Leben lang herumspringen kann/darf/soll. Und dessen Regeln sind streng … nicht über die Striche treten, sich immer schön innerhalb der sichtbaren und sogar unsichtbaren Grenzen bewegen und so dieses kräftezehrende Spiel mit allen Gefühlen und Sehnsüchten und unerfüllten Bedürfnissen hingebungsvoll zu zelebrieren, um den romantischen Idealen und der gesellschaftlichen Deadline der Anpassung gerecht zu werden. Selbst wenn der harte Alltag der Frau und Mutter über ihr zusammenschlägt, sie hält in der Regel an der Vorstellung fest, in der von der Belohnung durch die Liebe eines anderen (fremden) Menschen, der ihren Weg kreuzt, die Rede ist. Und da alle ähnliche Erwartungen hegen und als zutiefst bedürftige Menschen reagieren, wird auch kaum ausprobiert, was wäre wenn! Zum Beispiel, wenn wir als weibliche Menschen uns auf unsere Ur-Natur besinnen würden. An dieser Stelle darf gern jede weiterspinnen, wie das sein könnte!
Wir können uns heute noch so sehr vormachen, dass wir eine Art Recht auf erfüllende Liebe (eines Mannes oder Frau) haben. Dass wir für die Liebe in einer Zweierkonstellation, im Sinne von gemeinsam alt werden und bis uns dann der Tod scheidet, geboren wurden, dass das schon immer für die Frau die Normalität eines Menschenlebens sei … ist es nicht.

18 September 2019

natürlich ist natürlich nicht immer natürlich...


Neulich las ich das spontan geäußerte Statement: "...ich bin eine unnatürliche Frau..." und eigentlich war meiner Meinung nach damit 'unangepasst' und aus der kulturellen Norm fallend gemeint. Denn witziger Weise hat es sich eingebürgert das angepasste Weibchenverhalten im patriarchalen Kulturraum als natürlich zu bezeichnen. Zum einen, weil Frau aus patriopathisch-taktischen Gründen mit der verachteten Natur gleichgesetzt wird und zum anderen, weil frau immer noch die Kinder bekommt, was ja bekanntermaßen natürlich ist. Und das obwohl wir alle (auch die dressierte Frau), inzwischen im patri-kulturellen Alltag von einem naturgemäßen Gebaren Jahrtausende entfernt sind und erst seit ein paar Jahrzehnten wieder, und recht langsam, die Besinnung auf unser natürliches Sein einsetzt.
Noch ist es auch semantisch so definiert, dass natürlich, das Adjektiv ist, das sich auf (die) Natur bezieht. Was viele allerdings wirklich meinen, wenn sie 'natürlich' sagen, ist eigentlich 'normativ' und Norm bzw. die sogenannte Normalität ist eine kulturelle Vorgabe und noch dazu leider eine durch und durch patriarchal geprägte.
Von naturgemäßem/natürlichem Gebaren kann in unserer (patriarchös kreierten) Kulturgesellschaft daher kaum die Rede sein. Wir (Frauen) tragen Kleidung, die unseren Körpern nicht gut tun oder den Klimaverhältnissen nicht immer gerecht werden. Der alte Spruch: "Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unzweckmäßige Kleidung!" ist immer noch aktuell. Wir schneiden unsere Haare kurz und beschneiden damit unsere natürliche Sensorik, von Dauerwellen und unnatürlichen Farben gar nicht zu reden. Wir folgen den Schnittmusterbögen diverser Männerphantasien und passen uns Schönheitsidealen an. Wir spielen eine Mutterrolle, die nichts mit dem natürlichen Muttersein gemein hat. Wir unterdrücken in vorauseilendem Gehorsam unsere Female Choice und lockern die Bindung zu unseren Kindern so früh wie möglich. Wir treten in den Kreislauf von Erwerbs- und damit fremdbestimmter Arbeit ein und ertragen schon als Kleinkinder die Trennung von der Mutter. Als Frauen und Männer kreisen wir in einem (sexualisierten) Familenideal in Form von (romantischem) Paargetue und krampfhaft aufrechterhaltener Kleinfamilienidylle, wobei das essentiell zugehörige Menschenkind weitgehend outgesourct wird. All das ist weder natürlich, noch (menschen)artgerecht, sondern gehört zu den Nebenwirkungen der Patriarchose.
Wenn eine Frau all das bewusst durchbricht, wenn sie das perverse Normverhalten hinter sich lässt und sich auf ihr Selbst besinnt, dann können wir schon eher von Natürlichkeit sprechen. Unsere biologische (organische) Form als Lebewesen ist natürlich und das Grundgeschlecht ist weiblich.
Die heute verinnerlichte Verhaltensethik ist es nicht. Sie ist der vorherrschenden gesellschaftlichen Dynamik und den installierten Sozialregeln unterworfen, die aus der androzentrierten Herrschaftsideologie stammen.
In einem natürlichen (organisch gewachsenen) menschlichen Kontinuum finden wir die soziale innere Balance einer versorgenden Gemeinschaft, welche aus selbstbestimmten Individuen besteht.
Noch leben wir in einer Zeit, in der das Patriarchat nach wie vor die Frau verschleppt. Mütter und Töchter werden von ihrem natürlichen (evolutionsbiologischen) weiblichen Sein (der gelebten Matrifokalität) so fern wie möglich gehalten. Wir leben (teilweise sogar unbeschwert) nach von Männern erdachten Regeln und leiden auch nicht immer unter der unmittelbaren Gewalt der Waffen strotzenden Androkratie. Das uns bekannte, von Gewalt durchsetzte Gesellschaftstreiben wurde so normalisiert, dass es uns als natürlich verkauft werden konnte. Das Kulturwesen Mensch ist sogar bereit kriegerische Auseinandersetzungen als natürlich zu akzeptieren.
Wenn wir Menschen immer noch unserer Ur-Natur gemäß agieren würden, lebten wir da wo es gut warm ist und wir keine Kleidung bräuchten – quasi in einer wehrlosen (ungepanzerten) Alltagssituation. Die Mensch selektierte für ihr Überleben ein friedfertiges Sein, dass heißt sie ist von Natur aus nicht gewalttätig (was aber immer noch gern behauptet wird). Die Nahrung suchende (und vielleicht auch wissbegierige) Spezies Mensch breitete sich aus und brachte es fertig, sich in allen Klimazonen dieser Welt einen Lebensraum zu schaffen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Denn das ist es worauf es ankommt - da wo Kinder heranwachsen, ungestört spielen und lernen wie Leben geht, ist die Mensch heimisch. Solange bis sich die Bedingungen änderten und die optimal an die Natur angepasste Mensch sich den neuen Herausforderungen stellen muss(te). Die mütterlich geprägte Wesensart ist zwar nicht unflexibel (das wäre für den Nachwuchs auch nicht von Vorteil), ist aber vor allem auf Beständigkeit, Sicherheit und sich wiederholenden Ereignisse ausgerichtet. Das zufriedene - das glückliche - Menschenkind wuchs menschenartgerecht in den verlässlichen Verhältnissen der Matrifokalität auf und genau das war und ist natürlich.
Erst als Sozialstrukturen der patriarchösen Art, Mutter und Kind in Geiselhaft nahmen, verlor die echte Natürlichkeit (die matrifokale Urnatur) ihren Wirkungsraum. Die patriarchöse Wirklichkeit entspricht so gar nicht unserer menschenartgerechten Daseinsform. Das gesellschaftskonforme Verhalten als dressiertes Weibchen (Stockholm-Syndrom) ist daher alles anderes als natürlich und es ist nicht von Bedeutung, ob wir glauben uns rebellisch als „unnatürlich“ zu präsentieren, um nicht mehr den absurden Normen zu entsprechen - das Lebewesen Frau als solche ist immer natürlich! Ob sie auch weiterhin genormt und konditioniert das patriarchale Kreuz erleiden will, ist nicht immer ihre Entscheidung, vor allem wenn sie durch das rigorose Protokoll der Patriarchose massiv behindert wird. Noch ist die Frau (die Mensch) nur selten frei genug, um tatsächlich wieder natürlich zu sein.
Aber natürlich sind diese Gedanken nur meine persönliche Betrachtungsweise.
.

05 Juli 2019

Das Menschenkind


Einleitung und Kapitel I

Wie war das doch gleich, als ich noch ein Kind war? So vor rund siebzig Jahren? Zwar bin ich ein Geschwisterkind, war aber ein Hinterdreinchen. Meine zahlreichen Brüder und meine eine Schwester sind erheblich älter als ich. Und so wuchs ich fast wie ein Einzelkind auf. Aber es gab in unserem dörflichen Umfeld reichlich andere Kinder. Sie begegneten mir auf Schritt und Tritt. Wir spielten auf der Straße, ich traf sie in der Schule und beim Stromern. Trotz der im Alltag nicht mehr anwesenden Geschwistern, war ich nie allein.

Spätestens ab drei Jahre gab es täglich mindestens eine alterspassende Freundin. Wir besuchten uns gegenseitig, spielten mal bei ihr und mal bei mir. Später wurden es mehr und die Auswahl größer. Meine Tag war bei weitem nicht so reglementiert, wie ich es später bei meinen eigenen Kindern erlebte oder wie es heute bei meinen Enkeln stattfindet. Auch als ich noch richtig klein war, nahm mich meine Mutter überall hin mit und ich nahm auf ihrem Arm oder in meinem rumpligen Kinderwagen am Dorfalltag teil. Und wohin wir auch gingen, überall gab es ein Kind mit dem ich spielen konnte.

Meist waren wir ein Tross von fünf, sechs Kindern, überwiegend Mädchen und nicht immer gleichaltrig. Die Jungs waren uns zu anstrengend, zu ruppig oder einfach zu doof. Die große (geförderte) Vereinzelung begann erst als Jugendliche. Es mir damals nicht explizit aufgefallen, aber tagsüber traf unsereine nur wenige Erwachsene. Da die nämlich arbeiteten und damit für uns Kinder relativ unsichtbar waren, wir hatte das Dorf scheinbar nur für uns. Schulvormittage und keine (geregelte) Fremdbetreuung. Sommerferien waren endlose Freiheit.

Heute ist das anders bzw. umgekehrt. Wenn ich mal Tagsüber ins Städtchen gehe, sind nur Erwachsene unterwegs. Bis auf ein paar Mütter mit Kleinkindern, ist unser öffentlicher Alltag eine Erwachsenenwelt. Auch am Nachmittag. Einem Kind außerhalb der Ferienzeit zu begegnen wirft automatisch die Frage auf: was macht es hier? Hat es keine Schule? Und selbst in der Ferienzeit werden unsere Straßen nicht gerade mit Kindern geflutet. Kinder sind in der Regel gut verräumt und im Gegensatz zu damals, kaum mehr allein unterwegs. Auch nicht in Grüppchen.

Meine Enkeltochter Helene arbeitete als Au-pair ein Jahr in Pittsburgh und ihre eigentliche Aufgabe bestand darin als Leibwache für das Kind der Familie zur Verfügung zu stehen. Es ist besonders in Amerika ein Standard Kinder nicht allein zu lassen. Zumindest da wo sich die (arbeitenden) Eltern es leisten können.

Die Welt ist voller Kinder ... diese meine subjektive Wahrnehmung von einst stimmt wohl nicht mehr! Von den rund 7,4 Milliarden Menschen sind ein Fünftel Kinder (jünger als 15 Jahre)* und das ist ehrlich gesagt weniger, als ich erwartet habe. Kinder und Erwachsene (einschließlich Jugendliche) eins zu vier! Und dazu kommt noch die patri-kulturell bedingte Schieflage - der männliche Anteil der Weltbevölkerung wächst in nahezu bedrohlichem Maße unnatürlich über den weiblichen Anteil hinaus. Die sinnlose, Ideologie bedingte, Aufzucht von Söhnen ist ein Desaster, dass sich politisch und ‚menschenenergetisch‘ fatal aus wirkt.

Kinder sind eine Kostbarkeit und werden doch manchmal wie Wegwerfartikel behandelt. Das patriarchöse System sieht im Kind nicht das einzigartige Individuum, dass als Naturereignis den aktuellen Stand der Evolution dastellt und jeweils den Schritt aus der Gegenwart in die beginnende Zukunft macht.


Das Menschenkind ist, wie andere Lebewesen auch, ein Geschöpf der Natur, ein Ergebnis und ein Effekt der organischen (lebendigen) Evolution. Und hier gebrauche ich das Wort „Geschöpf“ zum letzten Mal in diesem Zusammenhang, da ein Geschöpf eigentlich einen Schöpfer voraussetzt und Natur schöpft nicht, sondern ist einfach vorhanden.

Die Natur ist ein Geschehen und
die kontinuierliche Entwicklung der Ereignisse innerhalb dieses Geschehens, nennen wir Evolution.

Das Menschenkind auf das es stets ankam, war weiblich. Also eine Tochter, welche bis zur körperlichen Reife überlebte und eines Tages die Mutter einer Tochter wurde. Ein solches weibliches Kind wurde unsere Urahnin und der jetzige Stand der Erkenntnis spricht von der mitochondrialen Eva, der ersten Menschenfrau. Sie lebte in Afrika, da wo die Spezies Mensch ihren Anfang nahm. Die weibliche Ureinheit, eine Mutter und ihre Tochter, sind der (evo-biologische) Beginn unserer (Menschen)Spezies.

Nur durch das weibliche Individuum entsteht jeweils die Nachkommenschaft. Die weibliche Eizelle sichert den Fortbestand der Spezies indem sie sich in ein genuines, der Mutter sehr ähnliches, Unikat entwickelt, unter der Beteiligung eines männlichen Genzusatzes.

Bereits in grauer Vorzeit selektierte sich ein zusätzlicher Effekt des Lebenserhaltes - es entstand das männliche Geschlecht. Dieser Effekt sorgte für eine größere Diversität in der Nachkommenschaft. Ab da gab es (bei Flora und Fauna) Exemplare weiblichen wie auch männlichen Geschlechts, beide werden von einem weiblichen Individuum hervorgebracht. Menschen nannten eines Tages die Leben hervorbringende Person Mutter.

Alle Säugetiere haben das Muttertier, dass weit mehr ist, als bloß
die Trägerin der Eizelle. Sie steht auch prinzipiell für das sichere Aufwachsen ihres Nachwuchses. Sie bringt in der Regel Nachwuchs beiderlei Geschlechts hervor und die unterschiedlichen Sozialordnungen, mit der die verschiedenen Spezies ihr Überleben sichern, binden auf unterschiedliche Weise beiden Geschlechter mit ein. Der parallele Bestand männlicher Individuen, welche als Variation des weiblichen Grundgeschlechts begann, ist nicht immer ein beständiger Teil der unmittelbaren, überlebenswichtigen Sozialordnung, die sich um das weibliche Individuum (durch die vielschichtige evolutionäre Selektion) gebildet hat. 

Der Kreis des Lebens begann mit einer Zelle und diese entwickelte sich über einen unglaublich langen Zeitraum zu dem erfolgreichen, das Leben erhaltendem Starterset: die Ei-Zelle. Diese Ei-Zelle steht in Organismen bereit, die wir Menschen als weiblich benennen. Menschen sind (sogenannte höhere) biologische Organismen. Sie sind Säugetiere und damit ein Klasse der Wirbeltiere. Sie gehören zu den Tieren, die lebende Junge zur Welt bringen und säugen, also die Weibchen dieser Tierarten natürlich.

Menschen haben eine Kulturgeschichte. Und die begann in ihren Matrifokalen. Als Matrifokale bezeichne ich die überschaubaren Fürsorgegruppen, die als mobile Schutzsphäre für die Mutter-Kind-Einheiten fungierten. Die generationsübergreifenden, geschwisterlichen Fürsorgegemeinschaften bestanden aus matrilinearen Zu- bzw. Angehörigen beiderlei Geschlechts.

Der Lebenserhalt ist ein Prozess, der im weiblichen Kontext stattfindet. Es ist eine Tatsache, dass die Reprise, das Wiederholungsmuster der Lebensneuauflage in Form eines neuen Individuums in einem weiblichen Körper geschieht. Der männliche Anteil einer Spezies ist nur bedingt von Interesse, wenn es um die Nachkommenschaft geht. Diese Feststellung ist keine Wertung, kein feministischer Euphemismus, keine Ideologie oder gar Religion, sondern bloß eine biologische Tatsache. Unser Menschengeschlecht lässt sich wie gesagt inzwischen bis zu einer (mitochondrialen) Eva zurückverfolgen. Wobei es nicht um diese frühe Mutterperson geht, sondern um die Bewusstmachung, dass das prosperierende Leben weiblich ist. Und das dürfte grundsätzlich die Ausgangsbasis sein, von der aus ab sofort die Definitionen und Bewertungen erfolgen. Es ist stets das weibliche Exemplar auf das es ankommt, da es a) die Eizelle trägt, b) die körperlichen Voraussetzungen stellt um das neue Individuum heranwachsen zu lassen und c) in Folge (nach der Geburt oder dem Schlüpfen) sicherstellt, dass das neue Exemplar dieser Spezies Überlebenschancen bekommt und heranreifen kann.


Fortsetzung folgt...


(* „Weltweit leben rund 7,4 Milliarden Menschen. 1,9 Milliarden Menschen, also ein Fünftel davon, sind jünger als 15 Jahre.“ (https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-wir-kinder-dieser-welt/zahlen-und-fakten-zu-kindern-weltweit/)

zur Info: … hier geht es nicht um biologisches oder akademisches Fachwissen und auch nicht um gesellschaftstheoretische Auslegungen desselben, sondern um eine philosophische Betrachtung, in der ich immer wieder das Natur-Geschehen und die dazugehörige menschliche Kulturentwicklung von den ideologischen, besonders von den patri-schematischen Deutungen und Wertungen trenne. 


.

24 Mai 2019

Trennung - eine neue Spielart der Patriarchose...

aus der Reihe vom Kommentar zum Post...

"Eine Welt zerbricht – Wenn Eltern sich trennen" … diese Aussage ist, wenn wir sie unaufgeregt betrachten, erst einmal sachlich richtig.
Das Kind erlebte bisher ein Näheverhältnis mit bestimmten Abläufen und Regeln, einen Tagesablauf, der es mit mehr oder weniger geborgenen Gefühlen begleitete und einer für seine Entwicklung benötigten Sicherheit. Bei einer Trennung der Eltern, egal wie dramatisch oder scheinbar unspektakulär diese abläuft, zerbricht diese kleine Lebenswelt. Sie löst sich, manchmal von einem Tag auf den anderen auf und zwingt das Kind in eine Veränderung. Das Kind muss, ob es will oder nicht, eine Anpassungsleistung erbringen, die erst einmal Schmerz, Verunsicherung und Verlust beinhaltet und zwar ohne Garantie ob es jemals wieder gut wird. Jeder Mensch muss irgendwann einmal Verluste hinnehmen und in sozial gut sortierten bzw. gewachsenen Kulturen gibt es dafür kollektive Rituale oder andere Möglichkeiten der Kompensation.
Unsere noch nicht einmal einhundert Jahre alte Trennungskultur der Moderne ist in der Regel für die Beteiligten eher ein Desaster und dann eine Chance und später vielleicht ein Gewinn. Unsere (patriarchal tradierte) Gesellschaft setzt auf Kleinfamilie, serielle Pärchenbildung und nimmt das damit einhergehende Beziehungsauf-und-ab als gegeben, sogar als notwendig hin. Ja schlimmer noch, alle versuchen das Beste daraus zu machen. Dabei wird die Patchworklandschaft aus zerbrochenen Beziehungen immer unübersichtlicher, die Alleinsorgenden Mütter immer unterversorgter und die im Wechselmodell gestrandeten Kinder immer mehr.
Es ist relativ neu, dass die Elternschaft als untrennbares Gebilde beschworen wird, wie es
neuerdings gefordert und praktiziert wird. Dabei werden der Mutter der Kinder immer mehr die Möglichkeiten genommen, ihre Bindungskompetenz wahrzunehmen. Dem väterlichen Part wird jedoch seltsamerweise mehr Rechte als Verpflichtungen eingeräumt. Könnte sein, um das verlorene (patriarchale) Besitzrecht am Kind zu kompensieren.
Das Paar trennt sich, aber "Sie bleiben Eltern" - ist nur formal eine richtige Aussage, denn während die Eltern bisher nur als Paar-Einheit gedacht wurden, sind sie jetzt auf der Paarebene nicht mehr einander zugehörig, manchmal sogar verfeindet. Und während nun ein jedes Elternteil im persönlichen Alltag (und in der eigenen Psyche) eine Art ständige diplomatische Vertretung einrichten soll, die wenigsten für Neutralität oder gar abrufbares Wohlwollen sorgt, auch bei grobem Fehlverhalten eines Parts, wird eine enorme humane Leistung von den beteiligten Erwachsenen erwartet, für die es bisher kaum Vorbilder gibt. Als Paar können die Beteiligten in serieller Monogamie kommen und gehen wie es sich aus ihren Gefühlslagen ergibt, als gemeinsame Eltern eines Kindes verlangt unsere moderne Kultur ein hohes Maß an Selbstlosigkeit und gegenseitiger Abstimmung zum Wohl des Kindes über Jahre hinaus. Diese konkrete sowie gedankliche und gefühlsmäßige Zwangsgemeinschaft der (Kleinfamilien)Elternschaft ist ein absolut neuer Hochpunkt der Patriarchose. Hier kollidiert eindeutig die auf das Kind bezogene und damit unauflösliche Elternverkettung mit unserem (modernen) Selbstbestimmungsrecht
aller betroffenen Personen.
Während inzwischen jede Ehe geschieden werden kann, ist die Elternschaft, der biologisch determinierte Bund von Mutter und Vater, in unserem modernen Verständnis der Unauflöslichkeit unterworfen und von Gesetz wegen wird neuerdings auf 50/50 % Beteiligung an der Versorgung (Unterhaltsbeteiligung) und Partizipation (Liebhaben) am Kind bestanden. Es ist so abstrus wie es sich anhört.
Klar können wir sagen: c'est la vie! So ist das Leben und Trennungen kommen vor. Sind wir doch alle einer gesellschaftlichen Grundkonditionierung unterworfen, die eine stete alltagssoziale Veränderung als selbstverständlich voraussetzt, egal ob eine tatsächlich diese Erfahrungen damit machen möchte. Von frühesten Tagen an unterwerfen wir unsere Kinder einem gezielten Distanztraining (und haben es selbst erlitten).
Krippe, Kindergarten, Schulzeit usw. … man tackert den Kindern Flügel an, noch bevor es zu einer soliden Wurzelbildung kam. Vor diesem Hintergrund gehen wahrscheinlich zu viele davon aus, dass ein Kind in der Lage sein sollte eine elterliche Trennung, die es als Pingpongball zurücklässt, auch noch wegzustecken.
Vor ein paar Jahrzehnten setzte man quasi wenn der Tag gekommen war (der Zeitgeist gab das vor), das Kind im Kindergarten aus. Heute nehmen Eltern Jahresurlaub um ihre Kinder bei der Eingewöhnung in einer Kita zu begleiten. Fast sieht es aus, als hätten wir dazu gelernt. Bei einer Trennung der Eltern gibt es in der Regel keine Eingewöhnungszeit (wenn wir mal die Phasen der Streitereien, der Wortgefechte und Schreierei oder vielleicht sogar Handgreiflichkeiten ausklammern) und wahrscheinlich gibt es einen liebevoll begleiteten Übergang eher selten. Ein Grundszenario war beispielsweise einst: Der Vater verpisst sich, die Mutter bricht zusammen, das Kind versteht die Welt nicht mehr. Aber inzwischen bildete sich parallel zu dieser Variante allgemein eine mehr und mehr zivilisierte Trennungskultur. Man geht einvernehmlich auseinander, spricht sich ab, regelt den Aufenthalt der Kinder und lässt sich als getrenntes Paar seine Freiräume und ... stellt diese hint an, wenn es um das unauflösliche Elternsein geht.
Allerdings steigen nach einer Trennung die neuen Singles irgendwann wieder in das Karussell der erneuten Partnersuche und für die Kinder steht die nächste dramatische Veränderung an. Letztlich sind die Kinder immer die Betroffenen und oft genug die Leidtragenden des bestehenden klassischen Familien- und Paarkonzepts mit eingebauter Trennungsoption, mit anderen Worten: in dieser prinzipiell unreifen, bindungsgestörten, beziehungsunfähigen Erwachsenenpatriarchose. Dass Mütter hier nochmal eine besondere Form der Betroffenheit erleiden - geschenkt.
Im Paar- und Familiendogma herrscht neben anderen Implementationen, die uns schon gar nicht mehr auffallen, ein essentieller Nähemangel, der immer nur mit einer weiteren fremden (nichtverwandten) Person aufgefangen werden soll. Die Mütter, die das alles grad nicht mehr wollen und statt dessen mit ihren Kinder dem Wohlgefühl auf der Spur sein möchten selbstbestimmt, friedfertig und zugewandt ihren (menschenartgemäßen) Alltag zu leben, werden durch gesellschaftskonforme Umstände, bestimmte Gesetzeslagen und dem uninformierten und uniformierten Mainstream massiv behindert. Pech gehabt - wir leben im Patriarchat!
Unsere menschenartgerechte (matrifokale) Fürsorgegemeinschaft ist im patriarchal praktizierten Alltag der modernen, westlichen Kultur nur noch eine ferne Ahnung. Eine Sehnsucht, die wir mit uns tragen und die manche Trennung begleitet bzw. auslöst.
Und wenn wir uns schon trennen, dann bitte auch gleich von den Narrativen:
Familie, romantische Paarliebe auf Lebenszeit und dem beschwörendem Dogma 'Das Kind braucht einen Vater' ... stimmt sowieso alles nicht!


Der Vater braucht das Kind!

Kinder sind kein Partnerersatz!

Das in die Pflicht genommene Elternpaar!


Das geteilte Sorgerecht als immer währende Mütterfalle

Wechselmodell - ein "Kind" des Patriarchats

und als Nachsatz ein Zitat aus dem Artikel "Und dran bist du":
"Viele Partnerschaften zerbrechen nach der kritischen Kindererziehungsphase. Das Wechselmodell löst diesen Zustand kollektiv zugunsten der Männer auf, die ihre Ex-Frauen erfolgreich reproduktiv ausgebeutet haben. Zudem kann der Staat weitere Einsparungen vornehmen, wenn er nicht mehr für Unterhaltsausfälle einspringen muss. Wer hier von „Gleichberechtigung“ redet, geht der neoliberalen Ideologie auf den Leim – total flexibilisierte Kinder inklusive. Die weitgehende Teilnahmslosigkeit vieler postmoderner Feministinnen diesbezüglich spricht Bände. Ein Feminismus, der materialistisch sein will – und den wollen derzeit viele –, muss das Patriarchat im Kern als Ausbeutungsverhältnis begreifen." (Hervorhebungen von mir)



.

22 Januar 2019

Eine Mutter ist eine Mutter ist eine Mutter

Zuerst die unvermeidliche Einleitung, der Vorabblick, meine Betrachtung, darauf was wir sind und woher wir als Mensch/Frau/Mutter kommen…

Wir (Menschen und andere) sind biologische Wesen – Organismen, ein jedes auf Grundlage einer ganz eigenen Eizelle gestartet und als Säugetierart in einer Mutter herangewachsen - aus einer Mutter geboren - wir atmen, wir Stoffwechseln, wir sterben irgendwann! Das sind einfache Tatsachen und die machen uns weder besser noch schlechter gegenüber anderen.

Mag es manch einer vielleicht nicht gefallen, aber es ist eine Tatsache: Das Leben als solches ernährt sich von einander! Menschen, wir sind wie gesagt eine Säugetierspezies, brauchen pflanzliche und tierische Nahrung und wir fingen alle mal mit Muttermilch an. Und bis vor kurzem (evo-chronologisch gesehen) war genug Nahrung auf dem Planeten vorhanden, um die Spezies gut zu ernähren.

Wir sind Lebewesen unter anderen Lebewesen und kein Individuum ist vollkommen. Die (Bio)Ausstattung eines Organismus ist neben den Grundmustern der Spezies, der es angehört, individuell – ein jedes Lebewesen ist ein Unikat. Auch jede Mensch ist diesem natürlichen Effekt der Einzigartigkeit aber auch der Unvollkommenheit unterworfen. Weil wir es von Natur aus sind, empfinden uns (kulturell induziert) mehr oder weniger stark als mangelhaft und kaum eine lebt im gesellschaftlichen Hochpatriarchat ein ideales Leben. Alle Lebewesen kommen also nicht perfekt in diese Welt, sondern wir sind individuelle Bio-Einheiten, die je nach Spezies einem bestimmten Überlebensprogramm folgen. Aber es gilt auch „Wir kommen auf die Welt und die Welt ist schon da!“ (Harald Lesch). Unser über eine langen Zeitraum kulturell-ideologisch induzierter und sorgfältig kultivierter Anspruch auf ein: "mehr als nur Überleben" ist zu einem Selbstläufer im Dasein des modernen Menschen geworden.

Nach Vollkommenheit zu streben ist ein Hochziel der Patriarchose. Dieses Bestreben wurzelt in unzähligen patriarchösen Mythen, Meriten und Utopien - es ist letztendlich die Idee, die Natur zu überwinden, was sich in vielen wahnhaften und zerstörerischen Bestrebungen zeigt. Der patriopathische Mensch hört nicht auf nach einem (bestimmtem) Sinn des Lebens zu suchen, statt einfach miteinander zu leben.
Im Naturgeschehen des artgerechten Menschensein der vorpatriarchalen Zeiten wird die Mensch genau das getan haben: einfach nur gelebt ... alles andere ist unlogisch. Als aus dem anfänglichem frugalem Leben ein patriarchöses "Überleben um jeden Preis, aber nicht für Jeden" wurde, ging wie man so schön sagt, der Menschheit die Unschuld verloren. Es wurde der uns so gut bekannte destruktive Mechanismus in Gang gesetzt, die Natur "zu verbessern" - ein nicht endender Wahn, der heute in einer Welt von Andro-Cyborgs mündet und den das Biowesen Mensch vielleicht nicht mehr stoppen kann. Der Andro-Mensch ist nicht deshalb ein unvollkommenes Wesen, weil ein Gott ihn so erschuf, welcher ihm darüber hinaus noch den Auftrag erteilte, sich alles untertan zu machen und die unvollkommene Natur zu verbessern, sondern weil das Wissen um die Endlichkeit des Lebens bei dem patriopathischen Mann ein Streben nach Omnipotenz und einen unkontrollierbaren Selbsterhalt auf Kosten aller anderen auslöste.

Perfektion ist eine Illusion. Jede Art von Verbesserungen unserer Umwelt und unseres körperlichen Selbst sind mit alchemistischer Zerstörung erkauft. Diesen desaströsen Zustand haben wir inzwischen als natürlich verinnerlicht. Einerseits bin ich natürlich auch froh eine Brille zu haben oder an einem Laptop zu sitzen, andererseits steht hinter allen, auch den harmlos erscheinenden Produkten, eine Industrie, deren Technologie schon längst den Planeten frisst. Ich weiß, dass wir das nicht von jetzt auf gleich einfach weg lassen können und wollen schon gar nicht, aber wir sollten ab sofort mit dem Bewusstsein leben, was das alles für uns als Individuum und Gruppenwesen und für die ganze Welt bedeutet. Es wird Zeit, dass wir uns kollektiv von den bestehenden gesellschaftskulturellen Zwangsvorstellungen lösen, die unsere biologische, endliche Natur als irrelevant oder untergeordnet erklären möchte. Weil wir nicht unendlich sind, ist es um so wichtiger unsere fragile Existenz (als Individuum und Phänomen Leben) gegenseitig zu respektieren und zu erhalten und uns auf unseren Ursprung als Menschenart zu besinnen. Vor diesen Grundvoraussetzungen und im Sinne eines humanen Seins ist Niemand berechtigt, sich über andere zu erheben oder an ihnen seine Willkür auszulassen. Die Lebewesen auf diesem Planeten sind seit es dieses Leben gibt, dem organisch-evo-biologischen Geschehen unterworfen und wir Menschen, weder als Individuum noch kollektiv, können oder sollten versuchen sich dem zu entziehen. Was jedoch leider im Kontext des bestehenden Hochpatriarchats nicht nur ständig passiert, sondern noch auf alchemistische* Weise weiter voran getrieben wird. Was vor allem durch die Aktionen des (patriarchalen) Mannes geschieht, die sich mit dem Spruch umschreiben lassen: Teile und Herrsche! Und dieses „Teilen“ nahm seinen Anfang mit der Separierung der Frau von ihrer Mutter, ihrer Sippe, ihrer Geschwistergemeinschaft.

Dabei findet bloß eine trostlose Vereinzelung statt und keine liberale Individualisierung, die sowieso unserer urtümlichen Menschenart widerspricht. Das Potential des (menschlichen) Individuums findet erst in der Interaktion mit der lebensnotwendigen Nähe-Gruppe seinen Sinn. Diese Art zusammen zu leben ist unser selektiertes Sein als die Mensch. In den matrifokalen Gemeinschaften erwarben und verfeinerten wir unsere Menschenintelligenz als Nebeneffekt unserer personellen Interaktion (vor allem mit unserem Nachwuchs) in den Mütter- und Fürsorgegemeinschaften unserer Sippenhabitate. Hier wurde jedes Einzelwesen so gut es ging erhalten und gebrauchte – das ist das menschliche, artgerechte Kontinuum, von dem auch Jane Liedloff schreibt. Leider hat sich seit unserem naturgemäßen Dasein bis heute viel geändert. Wir alle und damit meine ich nicht nur die Frau als solche, folgen den konditionierten und sozial tradierten Vorstellungen und Werten, für die die Patriarchose steht. Es ist quasi ein Zufall, dass wir, die gerade reallebende Frau hier und jetzt, eine relativ friedliche Zeitzone erwischt haben, die uns ermöglicht, uns wieder auf unsere Weiblichkeit und Mütterlichkeit zu besinnen und im Interesse unserer Kinder zu forschen und wieder ans Licht zu holen, was uns verloren ging.

(* ... den Begriff ‚alchemistisch‘ wende ich hier im Sinne der Ausführungen von Claudia von Werlhof an, die das frühe und fortgesetzte Gebaren des zerstörerisch agierenden patriarchalen Mann als 'alchemistisch' bezeichnet...)

Naturgemäße Mutterschaft und Muttersein im menschlichen Kontinuum ist Überleben und später auch kulturelles Leben...
Warum also dieser lange pingelige Vorlauf in dem ich die Mensch und Mutter erst einmal in der Evolution verorte? - Weil es neuerdings in öffentlichen Darstellungen und Debatten für mich stets den Anschein hat, als wären Mütter eine gesellschaftstheoretische Erfindung. Figuren, die auf dem patriarchalen Spielbrett hin und hergeschoben oder gelegentlich ganz herunter genommen werden. Die neuste Entwicklung ist hierbei der Trend: Mutter ist wer sich so fühlt oder um ein Kind kümmert. Wohl in Anlehnung an den Trend sich selbst als Geschlecht seiner Wahl zu definieren, also ein selbstgewähltes Gender zu sein, unabhängig von angeborenen biologischen Merkmalen. Hier ist eigentlich im Sinne der Humanität nichts dagegen einzuweden, solange die Entscheidungsfreiheit für alle gewahrt bleibt und dass sich ein Jedes in kollektiven Diskursen ohne Diskriminierung auch im herkömmlichen Sinn definieren darf.

Jede Mutter darf sich als Mutter definieren. Mit dem Mutterbegriff befasste ich mich schon in verschiedenen Zusammenhängen und stellte dabei irritiert fest, dass es immer noch verpönt ist die schlichte Biologie der Mutterschaft als Ausgangsbasis für das Muttersein vorauszusetzen ... und das ist, so finde ich, sowas von Neunziger. Über die Jahrtausende hinweg galt eine Frau, die ein Kind gebar als dessen Mutter. Für alle anderen Angehörigen gab es andere Bezeichnungen. In der (patriarchal überlieferten) Vergangenheit hatten wir immerhin noch eine Vielfalt an differenzierten Bezeichnungen für Angehörige, die heute alle so gut wie keine Rolle spielen, da wir ja kaum noch mit Verwandten zusammenleben. Dafür hat es sich eingebürgert verschiedene Fremde (Nichtverwandte) in den sozialen Zugehörigkeitskanon aufzunehmen. Freundschaft nimmt für manche einen höheren Stellenwert ein, als Verwandtschaft.

Einerseits wird in der unmittelbaren Moderne die Mutter immer mehr entwürdigt, andererseits möchten alle eine Teilhabe am (idealisierten) Muttersein. So sind auch so manche "neuen" Väter festen Glaubens sie wären die besseren Mütter. Aber hier ist der Mutterbegriff schon nicht mehr als biologischer Begriff zu verstehen, sondern als die ideologisierte und romantisierte Attrappe, die vor die reale Mutter gestellt wird.

Das Mutterideal auch als Muttermythos bekannt ist eine dialektische Spielwiese fern jeden Realismus. Das Mütterliche möchten derzeit so manche(r) für sich in Anspruch nehmen ohne sich dabei auf die Seite der Mütter zu stellen. Hier muss die Frage gestattet sein wie es zu diesem absurden Trend kommt? Die konkret existierende Mutter-Person wird immer mehr zurückgedrängt und sogar ihrer Menschenwürde beraubt, gleichzeitig wird die idealisierte Vorstellung von Mutter immer höher gehängt. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung ist die reale Mutter fast unsichtbar, als Sündenbock und Prügelknabe in der gesellschaftlichen Wahrnehmung jedoch stets präsent. Ihr, der Mutter, wird über all die Männergemachten Gesetze, den stupiden Mainstream und der opportunen Politik die Berechtigung abgesprochen ihre Mutterkompetenz auch allein wahrzunehmen. Sie wird nur noch als hälftiges Elternteil definiert und dem Vater des Kindes per se ein Lebenslanges Mitbestimmungsrecht eingeräumt. 

Der Vater will das Kind! Dereinst war es in privilegierten römischen Familien-Herrschaftsgebilden sehr beliebt und auch üblich, zu adoptieren, also an Kindes statt anzunehmen. Dafür wurden extra Gesetze geschaffen, von Männern für Männer. Denn es ging um Vermögen und um Status. Mit den Frauen hatten diese Abläufe nicht viel zu tun. Diese durften sich dem Gatten beugen oder wurden zur Pflege abkommandiert, wenn es sich um Kinder handelte. Aber eigentlich war damals eher die Erwachsenenadoption en vogue. Mit anderen Worten, diese Art des "Kinder kriegen" war eine rein männliche Angelegenheit - und natürlich nur in privilegierten Kreisen. (wie in dem bekannten Roman "Ben Hur" - da wird der Sklave Judah von dem, von ihm geretteten Römer adopiert und erbt später dessen Vermögen)
Im Laufe der Jahrhunderte festigte sich das männlich betonte Familienkonzept bis in die Neuzeit mit der Familiengründungserlaubnis für jedermann und heute darf sogar Frau eine "Familie gründen". Auch sie darf (wem auch immer) einen Antrag machen. Trotzdem besitzt auch die moderne Frau nicht etwa das Recht 100% Mutter sein zu dürfen oder ihr Kind im matrifokalem Sinn aufzuziehen. Sie kämpft im Rahmen der Väterideologie quasi weiterhin um das von ihr geborene Kind, welches naturgemäß das biologische matrifokale Erbe in sich trägt. An diesen realen (evo-biologischen) Tatsachen hat sich ja auch im Laufe der Patriarchose nichts geändert. Die Frau, die das Kind gebar, ist die leibliche (genetisch-biologische) Mutter, der dann selbstverständlich das Kind zugeordnet werden muss. Und da war/ist es erst einmal nicht von Bedeutung, ob sie danach in der Lage ist, das Kind selbst zu nähren und aufzuziehen. Für ein verwaiste Kind gab es schließlich im natürlichen Kontext die Muttersippe - Das Matrifokal. Und auch wenn es (in patriarchalen Verhältnissen) vorkommt, dass Kinder aufwachsen, deren Mütter unbekannt sind, ist es trotzdem klar, dass sie eine gehabt haben. Das kam und kommt zum Beispiel in patriarchösen Kriegswirren immer noch vor.

Der naturgemäße Mutterstatus wird im Patriarchat immer der Vatermacht untergeordnet. Der Frau blieb nur die Identifikation mit ihrer körperlichen (biologischen) Mutterschaft, die kaum eine gesellschaftliche Relevanz hatte, denn im (Hoch)Patriarchat gehört das Kind dem Vater! Das wurde und wird noch immer in vielen Gesetzeslagen festgeschrieben. Für die patriarchal unterworfene Mutter konnte das verschiedene Folgen haben. Man konnte sie verstoßen und ihr Kind blieb zurück oder sie wurde anderweitig willkürlich von ihrem Kind getrennt, was im Sklavenstatus für beide üblich sein konnte. Der Mutterbegriff fiel daher immer wieder in unterschiedlicher Weise dem jeweiligen gesellschaftspolitischen Konsens zum Opfer. So wie ab der Romantik das 'liebe Mütterlein' verklärt wurde, sich jedoch an den meist harten Alltagsbedingungen der realen Mütter nichts änderte.
Ein typisches Merkmal der patriarchösen Zeiten ist u.a. die Stiefmutter. Diese Frauen wurden durch die Heirat mit einem Witwer zur Fürsorgeperson der vorhandenen Kinder und wir können in Märchen und diverser Literatur nachlesen wie sich das u.U. einst gestaltete. Die Frau wählten eher selten den Ersatzmutter-Status freiwillig, sondern bekamen ihn bei der Heirat zugewiesen. In diesem Sinn gibt heute keine Stiefmütter mehr, es sei die richtige Mutter stirbt wirklich.

Frauen und Mütter - nicht immer eine einheitliche Geschichte...
Heute stehe ich immer wieder verblüfft dem vorauseilenden Gehorsam anpassungswilliger Frauen gegenüber, welche die Kernkompetenz der Mutterschaft eifrig demontiert, weil sie, manchmal selbst Mütter, trotzdem irgendwie keinem/r weh tun wollen (wem eigentlich) und das vielleicht auch nur, damit ihnen keiner wehtut. Es hört sich absurd an, aber 'man' kooperiert mit einem Mütterfeindlichem System um in diesem mit dem Kind zu überleben. Baut man deshalb die reale Mutter zu einem Ideal um, dass allen zugänglich gemacht werden soll?
Zitiere aus einem anderen meiner Beiträge: „Eine Frau und ebenso wenig ein Mann, wird nicht durch Kinderpflege und durch Nachahmen von Mütterlichkeit die Mutter eines bestimmten Kindes! Die Mutter ist jene Frau, welche das Kind gebar ... alles andere sind jeweils sozio-kulturelle und konventionelle gesellschaftliche Absprachen oder in bestimmten Fällen ein fürsorgendes Erfordernis. Und auch wenn eine Pflegemutter eine wunderbare Ersatzmutter ist, sollten doch die Begrifflichkeiten nicht verwischt werden. Es ist nicht beliebig wer ein Kind aufzieht! Die moderne Tendenz so zu tun, als wäre es egal, ist eine böse Falle im patriarchösen Regelwerk und dient dazu die Mutterschaft als solche zu verunglimpfen um der realen Mutter ihre Mutterkompetenz (und damit das von ihr geborene Kind selbst aufzuziehen) streitig zu machen...“

Stephanie Ursula Gogolin
.

16 Januar 2018

Betrachtung zum Status: Frau

Wir sind es gewohnt in politischen Floskeln und Metaphern zu denken und damit entkleiden wir uns unseres naturgemäßen Status und mit den üblichen Pauschalisierungen entmenschlichen wir das Individuum. Frauen als solche sind keine „Klasse“ oder eigene Art! Sie sind lebendige Einzelwesen, die als weibliche Basis in ihrer Eigenschaft als Mutter den Erhalt unserer Spezies garantieren. Frauen sind keine Kaste, kein "Objekttyp", keine geschlossene Formation innerhalb einer apodiktisch festgelegten Gruppierung, die undifferenziert als Gesellschaft bezeichnet wird. 

Mit polit-philosophischen Formulierung können Massen gelenkt und konditioniert werden, auch das ist ein beliebter Schachzug der Patriarchose ...
ein Beispiel: Um ein relativ großes Stück Land wurde einmal eine Befestigung angelegt. Sie bestand aus hohen Zäunen, Mauern, Minenfeldern und bewaffneten Männern, die gedrillt waren auf Landsleute zu schießen, wenn diese die willkürlich angelegte Grenze überwinden wollten. Die politische Entscheidung verschiedener verbündeten Machtmänner griff gnadenlos in das Leben zahlloser Menschen ein, die alle gerade die Auswirkungen eines verheerenden Krieg hinter sich gebracht hatten. Es war wie ein großes Laborexperiment in dem eine (neue) Ideologie am lebendigen Menschen getestet wurde und die weltanschaulichen und politischen Vorgaben von Wenigen tyrannisierten vierzig Jahre lang 17 Millionen. Von denen machten einige völlig überzeugt mit, andere wehrten sich erbittert und viele passten sich einfach irgendwie an, da sie nicht wirklich etwas auszustehen hatten. Alle die zufällig an diesem Ort platzierten oder schon vorher ansässigen Menschen, wurden jetzt „sozialistische Gesellschaft“ genannt. In dieser willkürlich entstandenen Gesellschaft, gab es die berufstätige Arbeiter- und Bauernklasse und es gab die Intellektuellen, die es eine Zeitlang schwer hatten. Aber da auch diese gebraucht wurden um den 'Arbeiter- und Bauernstaat' am Laufen zu halten, verwischte sich das strikte Klassendenken allmählich. Idealerweise stieg Mann als studierter Arbeiter- oder Bauernsohn aus der Klasse der produktiven Werktätigen in die Reihen der intellektuellen Werktätigen auf. Das schloss auch die Frau mit ein. Da auch damals fast alles unreflektiert und durchgängig nach gewohnter patriarchaler Manie im generischen Maskulinum bezeichnet wurde, war 'sie' immer mitgemeint. Die werktätige Frau und Mutter konnte zwar mit einer gewissen gesellschaftlichen Anerkennung rechnen, aber da jedes Individuum generell dem kollektiven Kodex untergeordnet blieb, ging ebenso die (individuelle) Frau in der grauen amorphen Masse des sozialistischen werktätigen Alltags unter. Auch in der DDR durften Frauen (fast) alles mitmachen, denn pro forma waren sie gleichberechtigt. Die "befreite", die gleichberechtigte Frau wurde nicht in Frage gestellt. Allerdings wurde in einigen Momenten ihr Frausein extra betont*, um zu verdeutlichen, dass keine generelle Frauenunterwerfung durch den Mann unter realsozialistischen Verhältnissen mehr existierte. Das und ähnliche Irrtümer könnte ich noch endlos fortführen...


* siehe Frauentag am 8. März

Die Subkultur der eingezäunten DDR liegt jetzt schon fast dreißig Jahre zurück und immer noch geht der Kampf um die Anerkennung der Frau als frei geborene Tochter dieser Erde weiter. Die Plattformen, auf denen das Ringen ausgetragen wird, wechseln immer mal. Derzeit bietet der Feminismus die gesellschaftspolitische Bühne. Die von Zeit zu Zeit auftretende "zivilisierte" Einsicht der patriarchalen Gesellschaft, dass Frauen auch Menschen sind, ist immer wieder in Gefahr. Die Erkenntnis, dass wir auf der Basis unserer Menschlichkeit auch humanes Verhalten an den Tag legen sollten, scheint sich nicht zu verselbstständigen, da der Mensch und hier ist jetzt tatsächlich mal vor allem der Mann gemeint, die (nicht naturgemäßen) Verordnung des konkurrierenden, gewalttätigen Heros nicht wirklich verlassen kann.


Wir alle, neuerdings auch wieder vermehrt die Frau in ihrer Eigenschaft als Mutter, werden auf das äußerst fragwürdige Ideal des separierten und damit anonym lebenden Erwachsenen getrimmt. Unsere naturgemäße (Menschen)Art der gemeinschaftlich gelebten Matrifokalität wird noch stärker überlagert und weiter verdrängt.


Wir sehen es heute wieder im Netz, wenn unverhohlener Hass gegen die Frau aufflammt und alles wofür sie natürlicherweise steht, abgewehrt und ignoriert wird. Eine sonderbare Panik vor dem bloßen Vorhandensein der Frau ergreift immer wieder manche Männer und lässt sie regelmäßig durchdrehen. Scheinbar handelt es sich hier nur um persönliche, private oder religiöse Statements, die gesellschaftlich nicht fassbar sind … aber wir wissen ja: das Private ist politisch. Und wenn auch heute ein starker Anteil der Hasskommentare sich in einem (Gewalt induzierten) Sexismus darstellt, ist es nach wie vor nur die alte, patriarchal implantierte Frauenfeindlichkeit in einem moderneren Gewand. Heute kann jedeR hemmungslos sagen oder schreiben was ihm an Verachtung und Gewaltfantasien durch den Kopf geht. Letztlich ist es meist nur der peinliche Ausdruck persönlicher Hilflosigkeit. 

Die öffentliche Frauen- und Mütterverachtung ist gesellschaftlich akzeptiert und immer noch ein gezielt eingesetzter Marker der Patriarchose. Das ideologisch-politische und neuerdings auch das sexistische Vokabular spielt mit der Integrität, der Würde, der körperlichen Unversehrtheit und dem Leben der individuellen Menschenfrau. Ihr werden sexistische Labels aufgeklebt, man sortiert sie in patriarchöse Kategorien ein und teilt ihr biologistische Rollen zu. Und das muss endlich aufhören.

Der Feminismus ist ein Weckruf, aber um einen wirklichen Paradigmenwandel herbei zuführen, dürfen wir nicht länger so tun, als gäbe eine (unterworfene) "Klasse" der Frau und ein (privilegierte) "Klasse" des Mannes. Wir sind eine gemeinsame Spezies und gewöhnen wir uns wieder daran – Männer sind eigentlich nur unsere Söhne und Brüder! Keine Partner auf Lebenszeit … und auch nicht im Idealfall auf Augenhöhe. Und die Männer sollten langsam mal wieder lernen, dass Frauen ihre Mütter und Schwestern sind.
.

01 Februar 2017

aufgebacken: Bis ans Ende aller Tage


...dieser (inzwischen überarbeitete) Beitrag wurde von mir bereits am 25.Oktober 2011 veröffentlich...

Wir sollten in all den Überlegungen, Diskussionen und Debatten „die Mutter“ immer bis zum Ende denken. Bis zum Ende ihres Lebens, bis in die Welt der Ahninnen hinein und bis zu den körperlich, geistigen und psychischen Verknüpfungen mit ihrem Kind.

Die Mutter ist eine Frau, die ein Kind austrägt, zur Welt bringt und es eine Zeit lang aufzieht - spätestens an dem Punkt scheint unser heutiges Verständnis zu enden. Oder noch schlimmer. Es ist als würde eine latente Forderung im Raum stehen, das sich Frauen wie eine Leihmutter begreifen sollen und nach der Geburt das Kind, fast wie ein Fremdkörper, möglichst schnell fit machen um ihm ein baldiges autarkes (eigenes) Leben zu ermöglichen. Das ist aber nicht menschenartgerecht...

Dabei kollidieren wir mit der absurden Tatsache, dass die jungen Mütter zuerst überhaupt anfangen müssen das Kind aufzuziehen und dabei richtig alleine sind, selbst wenn sie mit einem sogenannten Partner liiert sind. Es kommt zu dieser Gratwanderung zwischen dem gern zitierten: „...es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind aufzuziehen!“ und der modernen Aufforderung: „Mütter sollen nicht so tun, als wären sie als Bezugsperson des Kindes unersetzlich...“.

Zitat aus dem Buch „Der Mutterschaftsbetrug“ von Christa Mulack : „Diese isolierte mütterliche Randposition ist ein evolutionsgeschichtliches Novum. Zu keiner Zeit hat es jemals eine solche Vereinzelung von Müttern gegeben, die bei uns auch noch gepaart ist mit extremen Belastungen und Behinderungen. Selbst während der längsten Zeit patriarchaler Kulturen fühlten sich immer mehrere Menschen für die Versorgung des Nachwuchses verantwortlich...

Die meisten Beurteilungen zum Thema 'Mutter' kommen erst einmal von Menschen, die nicht nur nicht Mütter sind, sondern auch nie welche sein werden. Nicht ein Mann wird auch nur ansatzweise in der Lage sein wirklich zu fühlen und nachzuvollziehen, was Mutter werden für die einzelne Frau bedeutet und dass dieses auf besondere Weise ein unumkehrbarer Vorgang ist. Die Bedeutung der komplexen Prozesses im mütterlichen Körper und in der Verwobenheit mit ihrem Geist und ihrer Psyche, wird heruntergespielt und auf Ebenen verschoben, wo der Mann glaubt mitreden zu können. Und das Muttersein wird als eine vorübergehende Erscheinung gewertet – Sorry Jungs, aber in Wirklichkeit habt ihr keine Ahnung.

Und Sorry liebe Mütter, das mütterliche Sein ist eine Lebensstrategie innerhalb sehr vieler Spezies und es ist daher eine weibliche Daueraufgabe bis ans Ende eurer Tage...

Ich höre bereits wieder einige aufjaulen, da es mit der momentanen political correctness nicht zu vereinbaren ist, solche Äußerungen zu tätigen. Dabei möchte ich wirklich niemanden in seinen Lebensplänen zu nahe treten. Frau ist heute glücklicherweise (wieder) in der Lage selbst zu bestimmen, ob sie Mutter wird oder nicht und das ist gut so.

Denn es geht mir hier auch nicht um ein ständiges Kindergebären oder die Tatsache, das Mutter und Kind auf eine sentimentale Weise mit einander verbunden sind, sondern darum dass da was im Körper einer Frau über viele Jahre hinweg geschieht. Es geht um das unmittelbare Zusammenleben mit Kindern und die Auswirkung ihrer Entwicklungsphasen auch auf die Mutter (nicht nur gefühlsmäßig oder wirtschaftlich auch körperlich-hormonell). Jede Mutter sollte wissen was ich meine. So manches was wir naiv unter persönlicher Erfahrung verbuchen, ist die Wahrnehmung eines biologischen Ablaufs und ist mit den Phasen des heranwachsenden Kindes verknüpft. Außerdem schließen unter natürlichen (und urtümlichen) Bedingungen die großmütterlichen Reaktionen nahtlos an und greifen ineinander. Einmal Mutter immer Mutter, ist eigentlich die menschliche Faustformel (ich beziehe mich dabei auf meine eigenen umfangreichen Erfahrungen und zusätzlich auf das Buch von Louann Brizendine „Das weibliche Gehirn“).

Die heutige Kultur, die vorherrschende Gesellschaftsideologie und die inzwischen auf alle übertragenen männlichen Werte, hindern Frauen pausenlos, auch die die es wollen, an einem tatsächlichen Muttersein.

Erstens ... gibt es für die einzelne Mutter keinen fürsorgenden, weiblichen Background mehr bzw. eine mehrere erwachsene Personen umfassende, angehörige Gemeinschaft (stattdessen wird Mann dazu abgerichtet diese Unterstützung als Einzelperson zu stellen).

Zweitens ... wird leider das Mütterliche Sein immer noch unter dem Aspekt des aktuellen gesellschaftlichen Mainstream gesehen und Frauen glauben an eine Zwangerschaft. Die totale patriarchale Abhängigkeit lässt auch kaum eine andere Einschätzung zu.

Drittens ... wird Mädchen (und Jungen) von klein an so was wie eine temporäre Mutterphase suggeriert: Die Mutter steigt vorübergehend aus ihrem bisherigen Leben aus, um sich eine Zeit lang um ihr Kind zu kümmern – das heißt, die Mutter ist nur all inclusiv verfügbar bis das Kind laufen kann; danach darf sie teilzeit zugewandt sein wenn es in den Kindergarten kommt und schon kaum noch, wenn das Kind zur Schule geht; spätestens ab der Pubertät des Nachwuchses ist Mutter die Letzte, die für die geistige und Herzensbildung der Heranwachsenden zuständig sein darf (allerdings hat sie noch die körperlichen Bedürfnisse zu versorgen).

Viertens ... fast alle glauben, dass diese Lebensweise gut fürs Kind und erst recht gut für die Mutter ist.

Fünftens ... Müttern, welche andere Gefühle kommunizieren, die nicht mit dem gesellschaftlichen Dogma übereinstimmen, wird ein schlechtes Gewissen gemacht. Die (gesellschaftlich verordnete) Freiheit ihrer Kinder (die heutzutage durchaus auch Gewalt, Drogen, Kriminalität oder Prostitution beinhalten kann) hat ihnen über alles zu gehen, egal ob das Kappen der Geborgenheit vernünftig ist oder dasKind darunter leidet. Erfolgreiche Erziehung wird gleichgestellt mit früher Unabhängigkeit es Nachwuchses und dem Verlassen der Herkunftsfamilien.

Sechstens ... es existieren keine matrifokalen (Schutz)Gemeinschaften für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Siebtens ... heutige Mütter leben in dem Muss des vorauseilendem Gehorsam. Alles was das Kind aus der mütterlichen Geborgenheit hinausführt, wird selbstverständlich von der Mutter selbst rechtzeitig angedacht und von langer Hand vorbereitet – ein gutes Beispiel für diese Art des Funktionieren ist das Anmelden eines Kindergartenplatzes noch vor der Geburt.

Achtens ... junge Mütter besitzen in einer Vielzahl der Fälle keinen innigen und hilfreichen Kontakt zu den eigenen Müttern und Großmüttern.

Neuntens... die grundsätzlich gravierende Entfremdung von Mutter und Kind wird kaum auf der persönlichen, noch auf der gesellschaftlicher Ebene registriert oder als bedenklich wahrgenommen.

Die Muttersippe (Das Matrifokal) ist auch im Patriarchat immer vorhanden, da es sich hier um die natürliche matrilineare Konstellation im Menschendasein handelt. Wir können verdrängen oder vergessen, dass die Mutter die Garantin des Lebens ist und wir können sogenannte männliche Blutslinien und Abstammungen Jahrhunderte lang als gottgegebene Norm ansehen, das ändert nichts daran, dass für jeden eine reale mütterliche Vererbungslinie besteht, die in die Tiefen der menschlichen Vergangeheit reicht.


 .