Es gibt eine Menge Veranstaltungen, Kaufverlockungen oder vom Mainstream tolerierte Happenings, also 'Dinge, die die Welt nicht braucht', welche trotzdem von Zuschauern, Käufern oder Fan heftigst frequentiert werden. Es ist meist der Unterhaltungswert, der in den Aktionen steckt und der die Menschen verlockt sich passiv oder manchmal aktiv zu beteiligen.
Natürlich haben die meisten Kampagnen, Initiativen, Mitmachaktionen, Aufforderungen und Angebote, den schnöden Hintergrund für irgendwen Geld in die Kassen zu spülen. Aber das ist schließlich bei allen uns bekannten (modernen) inszenierten Ereignissen wie bestimmten Event – Fernsehsendungen, Großkonzerte oder Sportveranstaltungen der Fall. Während einst die Gladiatorenkämpfe in der Regel von großzügigen Sponsoren (eine Art antike Öffentlich Rechtliche) ausgerichtet wurden, um die Massen zu belustigen und bei Laune zu halten, sind wir es gewohnt nicht nur unsere Zeit und (Lebens)Energie in die Stadien oder vor die Monitore zu tragen, sondern auch unserer Geld. Auf die ein oder andere Art zahlen wir immer für jedwede Form der Unterhaltung.
So ist es, um beispielsweise Spenden zu sammeln, schon seit langem üblich, dass die Initiatoren einen möglichst attraktiver Aufhänger, es darf auch ein richtiger Aufreger sein, finden, der die Leute animiert, ihr Geld locker zu machen. Und sehr viele lassen sich gern faszinieren und vom Unterhaltungswert der Darbietungen mitreißen. Allerdings sind in den meisten Fällen die Fans nur die passive und somit die applaudierende und zahlende Masse.
Nun bleibt uns noch die Sicht auf die derzeit laufenden Aktion: Eiswasser versus Spenden...
wobei das Eiswasser ja wohl als eine Art Strafe gedacht ist, wenn einer nicht bereit war zu spenden. Um diese fiese Nötigung in die Gänge zu bringen haben die Veranstalter das Schneeballsystem der Nominierung von Bekannten mit der Grundidee des Geldeintreibens verknüpft. Allerdings wurde daraus eine Art weltweiter Spaß, der mehr Furore machte als der Spendengrund, die Forschung um eine schwerwiegende Krankheit zu fördern.
Zahllose Menschen schütteten sich vor der laufender Kamera Eiswasser über den Kopf, um dann doch noch für alles mögliche (zumindest in Deutschland) zu spenden. Ganz offensichtlich haben die Initiatoren einen Nerv und ein Verlangen getroffen, das im World Wide Web ausgelebt werden kann. Dem Spendenden bzw. Nichtspendenden wurde ein aktive Rolle zu gedacht und damit der Möglichkeit Tür und Tor geöffnet, sich selbst in Szene zu setzen - sich in einer mehr oder weniger gepflegten Performance vor einer Kamera zum Obst zu machen oder als Edelmütigen darzustellen, der auch noch Spaß versteht.
All jene, die aus dem Kopfschütteln nicht herauskommen (darüber, dass sich die Selbstdarsteller letztendlich vor den Karren der Pharmaindustrie spannen ließen und zum Zwecke billiger Publicity kostbares und auch noch gefrostetes, Nass verschwendeten, während anderen Ortes Menschen um das lebenswichtige Wasser kämpfen) sei jedoch gesagt: unterschätzt nicht, das Verlangen der Menschen nach jedweder Form der sich bietenden Gelegenheit zur Eigenwerbung in Zeiten des Internets und der sozialen Netzwerke.
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02 September 2014
14 Juni 2014
nicht serientauglich
... nun habe ich den Entschluss
gefasst, den Sommer über gleichmäßig und leichtfüßig meinen Blog
mit Alltagsepisoden zu füttern und das wird für mich eine echte
Herausforderung werden.
Ich führe ja ein recht beschauliches
und wenig sensationelles Leben und habe meinen LeserInnen, die sich
vielleicht hierher verirren, außer einem unspektakulärem Alltag
nicht viel zu bieten ... aber, ist das nicht eigentlich normal? Wir
alle leben alltäglich, wenn nicht gerade das Schicksal in
irgendeiner Weise mittelbar oder massiv zuschlägt. Aber das ist
meistens kein Alltagsmuster und früher oder später richten wir uns
auch in einem veränderten oder limitierten Tagesablauf routinemäßig ein. Anders wäre das Leben ja kaum zu ertragen... auch Abenteurer brauchen zwischendrin Normalität.
Seit Jahren verfolge ich eine der
Vorabendserien im Fernsehen (ich sag nicht welche) – kunterbuntes
Familienleben von Drehbuchautoren erdacht, persönliche Irrungen und
Wirrungen der Protagonisten vom Feinsten, unglaubliche Glücksfälle
und zu Herzen gehende Verluste flimmern fast täglich über die
Bildschirme (obwohl diese heutzutage höchst selten flimmern).
Ich würde zusammenbrechen, würden
mich ständig solche Katastrophen beuteln, die den Alltag dieser
erdachten, virtuell agierenden, Schicksalsgemeinschaft bilden:
Missverständnisse, Intrigen, heimliche Machenschaften,
Streitigkeiten und immer wieder flammende Liebe und brennender Hass.
Kein Mensch würde sich für die Serie interessieren, wenn da nicht
stets die Wogen der Emotionen hochschlagen und sich aus den
unglaublichsten Affekten nicht ständig ein neues Desaster ergeben
würde. Dazu kommen noch dramaturgisch bedingte Unfälle, Koma,
Krankheit und Tod. Und ab und zu wird sogar ein Kind geboren, meist
unter außergewöhnlichen Umständen versteht sich.
Aber die Trägerwelle der Storys ist
das sich andauernde Verlieben der SerienheldInnen. Nach ein paar
Jahren Laufzeit hat bestimmt schon jeder mal mit jeder mal
geknutscht, geküsst, geschlafen und dabei seine aktuelle Beziehung
zerstört... denn gegen die aufbrechende Gefühle ist "man"
machtlos und die heutigen Parameter der Mainstreammoral gestatten, dass die Helden des Alltags jedem Gefühl nachgeben dürfen. Wie heißt es dann immer so arglos: man kann doch nichts dafür,
in wen man sich verliebt! ... ich lasse das jetzt mal unkommentiert
und wende mich wieder meinem, zwar unglaublich langweilig
erscheinenden, aber höchst zufriedenem Alltag zu.... heute steht so
gar nichts an...
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| Häuschen für Oma entworfen von Johanna 2005 |
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