Posts mit dem Label Mann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

29 Dezember 2020

Der MannundFrau-Mythos

Mütter, Kinder, Väter und der MannundFrau-Mythos

Diese gern beschworene Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau, die auch die Care-Arbeit beinhaltet, ist ein rein hypothetisches Gebilde. Wir kommen ohne die liebenswerte Vorstellung kaum noch aus, dass es selbstverständlich sein müsste, dass Männer sich genau wie Frauen für das tägliche Allerlei und die Arbeit, die Kinder so machen, zuständig und verantwortlich fühlen. Mann und Frau als vom Schicksal konzipiertes Dreamteam - es könnte doch so einfach sein!
Aber es gibt nun mal keinen biologischen Imperativ der ein organisch gewachsenes Gebilde MannundFrau hervorbringt. Auch nicht in der umgekehrten Intention FrauundMann. Es gibt keine biologisch determinierte, gleichschwingende Paareinheit 'Frau und Mann' als natürlich entstandenes Alltagsmodul.
Diese unausrottbare Wunschvorstellung
(des patriarchalen Kulturmenschen) gibt es bei keiner Säugetierart und auch die Vogelarten, die paarweise Brutpflege betreiben, sind zufällige Begegnungen in der Natur, bei denen sich die Individuen dem Biomechanismus Arterhalt gemäß verhalten.
Es wird gern davon ausgegangen bzw. erwartet, dass entgegen allem menschenartgerechten Verhalten, die ominöse Paareinheit MannundFrau, die sich in der Moderne als Kleinfamilie figuriert (formiert und firmiert), sich ähnlich einem Schwarm verhält (permanent auf einander bezogen) oder ähnlich einer Herde auf der Basis einer kollektiven Intelligenz durch den Alltag stapft. Säugetiere sind hochentwickelte Individuen und damit als Einzelwesen weitgehend autonom. Wobei jede Spezies ein eigenes Sozialmodul entwickelte.
Die in besonderer Weise intelligente Mensch, findet in der Dynamik ihrer matrifokalen Fürsorgegruppe den ÜL-Effekt der Geborgenheit und damit ausreichend Schutz, Support und Spaß, um ein zufriedenes Leben zu führen.
Die paarweise Zweierkombination aus einem nichtverwandten Mann und einer mit ihm nichtverwandten Frau als Dauerlebenspaar, ist eine kulturell begünstigte Fehlentwicklung, auf Grund der u.a. durch Oxytocinmangel erzeugten Gewaltspirale im System der Patriarchalität.
Die heute wie ein Naturgesetz gehandelte MannundFrau-Idee, die quasi als sexualisierte Dauerschleife des Zusammenlebens unseren Alltag bestimmt, ist jedoch auf keinen Fall als eine Art evo-biologischer Imperativ selektiert, sondern ein anti-soziales Phänomen, dass die vergleichsweise jüngste Menschenkultur auf den letzten Metern der Geschichte (in besagter Patriarchalität) hervorgebrachte.
Wenn wir als (junge) Frau uns verlieben und uns das starke Verlangen antreibt, uns mit einem attraktiven Mann unserer Wahl zu paaren und unbedingt (sofort) zu kopulieren, sind wir in dem hormonellen Drive des in allem Lebendigen angelegten Drang zum Arterhalt, der naturgemäßen Parallele zum glücklich machende Selbsterhalt plus Female Choice.
Dieses bio-angelegte Verlangen des Körpers die Art zu erhalten, ist inzwischen mit vielen irreführenden Vokabeln belegt. Derzeit gipfelt die Bezeichnung dieses Verlangen in der Vorstellung einer dauerhaften romantischen Liebe, die völlig widersinnig mit dem Gebot einer am liebsten unauflöslichen Hetero-Paar-Konstellation gekoppelt ist. Diese wird, auch in unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft, nach wie vor, von verschiedenen sozialen Konventionen sowie moralischen und von den,die weibliche Sexualität kontrollierenden Dogmen begleitet.
Beide, Frau und Mann, sind zuerst einmal biologische Individuen, die immer aus dem matrifokalen Nest einer (ihrer) Mutter stammen. Der unbewusste Denkfehler ist meist, dass die Biografie einer Person, die mit der Geburt durch eine Mutter beginnt, nicht mitgedacht wird. Wenn von Mann und Frau die Rede ist, besteht das System Kulturmensch scheinbar nur aus lauter vom Himmel gefallene autarke Erwachsene. Das lässt uns die lang gehegte Vorstellung von einer nicht wegzudenkenden Alltagserscheinungseinheit, die ich MannundFrau nenne, immer wieder neu auflegen. Hier wird Mann zwanghaft mit Frau zusammengedacht und umgekehrt.
Was weitgehend wegfällt ist das automatische Mitdenken von Kindern, Geschwistern bzw. mütterlicherseits zugeordneten Angehörigen.
Es gibt sie aber nicht, die Frau X und den Mann Y, als jeweils eine Art exklusiven Prototyp. Abstrakte weibliche und männliche Kultureinheiten, die eine Gesellschaft ausmachen und in ihrem Erwachsenenleben unbedingt eine Zweiheit anstreben, die als Einheit wahrgenommen werden muss. Tatsache ist jedoch, das Individuum, also jede Person, besitzt eine persönliche Geschichte und versucht auf ihre individuelle Art im Patriarchat zu überleben und folgt daher dem Paradigma der Gesellschaft bzw. der jeweiligen Kultur.
Frau X und Mann Y sind daher im Bezug zu ihrer kulturellen Deadline - die für den Erwachsenen von unserer anonymen Gesellschaft geforderten Partnersuche - austauschbar. War über Jahrhunderte hinweg der, in der Patriarchose immer zuerst gedachte und in der Regel auch zuerst genannte, Mann als Privilegling der Verhältnisse derjenige, der per se dazu vorgesehen ist sich nach Belieben eine Frau zu halten, ist heute auch die Frau berechtigt, in bescheidenem Maße, einen sogenannten Partner zu wählen, der eine dauerhafte Einrichtung in ihrem Leben sein soll.
Das bestehende hochpatriarchöse Gesellschaftsambiente brachte so den MannundFrau-Mythos erst als unauflösliches Ehepaar und in der Moderne in dem Begriff Partnerschaft hervor. Die gleichberechtigt anmutende Partnerschaft bleibt trotzdem ein typisch patri-kulturelles Konstrukt, dass schon wieder jede Frau und Mutter in die androzentriert-patriarchale Irre führt. Mann und Frau wurden so konditioniert, dass sie unentwegt versuchen als ideale Einheit ein ganzes Leben lang zusammenbleiben, was eigentlich nur mit sozialen Zwängen einher ging und die Regel ist es ohnehin nicht mehr, seit die Frau grundsätzlich zu einigen Rechten gekommen ist.

Stephanie Ursula Gogolin


ÜL - natürlich selektierierte Strategie
des Überlebens einer Art

.

20 Oktober 2020

... die sogenannte Todesstrafe

...ein paar Gedanken zum "Internationalen Tag gegen die Todesstrafe"

Männer töten Männer um ihres eigenen Selbsterhalts willen. Das bedeutet unbedingte Kontrolle des eigenen Umfeldes: Abschrecken durch ernsthafte Drohungen, körperliches Angreifen und Zuschlagen, ehe es der andere tut. Das betrifft prinzipiell das männliche Individuum und darüber hinaus den androzentrierten Kollektivgeist.
Der patriarchal tradierte Androzentrismus wird, bis in unsere Zeit, durch potentiell unberechenbare Männergewalt geschützt und erhalten.
Zu allen Zeiten des androzentrierten Herrschaftspatriarchats töteten (oder ließen töten) privilegierte Männer im Namen ihrer selbst ermächtigten Gerechtigkeit (und daraus resultierenden juristischen Legitimation) andere Männer – oft in aufwändigen Abschreckungsverfahren. Die zur Kunst erhobenen Hinrichtungskultur des Mächtigen (die aktuell Machthabende Person) ist immer ein Teil ihrer Absicherung nicht zu schnell selbst unter einem Henkersbeil zu landen. Die Regelwerke, die festlegten, wer wann einen anderen Menschen – Mann oder Frau - töten darf, wurden in der gesellschaftlichen Patriopathie immer massenwirksamer.
Die Hinrichtungsarten, die eine Art der Bestrafung für Verfehlungen der verschiedensten Art darstellen sollen, wurden immer spezieller in ihrer Grausamkeit und Ausführlichkeit des Leidens. Als gesellschaftliche Regelverstöße angesehenen Verbrechen und sogar, uns heute harmlos erscheindene Vergehen, wurden immer wieder brutal sanktioniert. Manche Handlung oder Äußerung, die in heutigen Kulturen zum menschlichen Grundrecht gehören – wie Würde und Selbstbestimmung, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung sogar die zweifelhafte Religionsfreiheit, waren in der Vergangenheit (und sind es bis in die Gegenwart) ein gefährliches Terrain.
Die quasi nicht vorhandenen Rechte der weniger oder gar nicht privilegierten Menschen waren/sind im Patriarchat herrschaftlicher Willkür ausgesetzt und die Rechte der Frauen fielen/fallen weg, ohne dass ein Hahn danach kräht.
Tötungen fanden statt, weil sich diese Praxis sowie die so entstandene Gesinnung mit der Züchtungsideologie des Hirtenkriegers etablierte. Systematisches Töten von Leben sowie das dazu gehörige Blutvergießen, wurde Teil des Alltags des (potentiell patriarchalen) Mannes und zudem ritualisiert.
Vieh zu Züchten, zu Halten und zu Nutzen, geht nicht ohne Formen von Gewalt. Direkte Gewalt ist das Mittel des Mann sein Umfeld zu kontrollieren – Unterwerfung, totale Fremdbestimmung für die anderen und die latente oder direkte Androhung des Todes bei Ungehorsam. Unliebsame innere und äußere Gegner herrschaftlicher Macht, Sklaven und alle Untergebenen, die das System durch Ungehorsam bedrohen, sind nicht nur durch Sanktionsmaßnahmen zu unterwerfen, sondern im Bedarfsfall gleich endgültig zu beseitigen. Die Hinrichtung von nicht herrschaftskonformen Mitmenschen zieht sich durch die Jahrtausende des Patriarchats.
Die durch einen Staat und seine Rechtsprechung sowie dessen Verfassung, legitimiert die Tötung von Verbrechern - ein nach wie vor angewendetes Verfahren - nicht mehr überall auf der Welt, aber noch oft genug. Die Festlegung, wer ein Tod würdiges Verbrechen beging, ist nach wie vor den vielfältigen patriarchösen Normen unterworfen und allen voran diversen religiösen Regeln.
Ein Leben auszulöschen gehört immer zu den verwerflichen Taten des sogenannten kultivierten Menschen, aber der Mann als solcher, wird trotzdem von Kindheit an immer noch mit einer hocheffizienten Tötungssublimierung sozialisiert, die eine niedrige Hemmschwelle der speziellen Frauentötungen per se einschließt.
Wurden für die 'Tötung des Mannes' aufwändige Ideologien, Gesetzeslagen und religiös begründete Dogmen kreiert, ist das Töten von Frauen (hier vor allem der ignorierte Femizid) immer noch ein eher wenig beachtetes Phänomen, dass zwischen Kollateralschaden und „sie hat es nicht anders verdient“ schwebt. Auch Frauen wurden per Gesetz und nach dem Gewohnheitsrecht eines Herrn, hingerichtet, gelyncht, abgeschlachtet – aber hier fehlt in der Regel der edle Touch, den eine männliche Exekution oft begleitet. Im gewaltsamen Tod ist jeder Mann ein Held. Die Frau nur ...
Die sogenannte Todesstrafe ist eine rein patriarchale Erfolgsgeschichte. Es wird Zeit, dass nicht nur diese fragwürdige Form der angeblichen Gerechtigkeit bzw. Vergeltung aus der Welt verschwindet, sondern auch das System selbst, das zu jeder Art bewusstem Auslöschen von Leben animiert.
 
.

12 November 2019

Grundsätzliches zur sozialen Vaterschaft

Die soziale Vaterschaft ist eine sehr moderne Erfindung und ein Nebeneffekt der Tatsache, dass frau sich (auch als Mutter) heutzutage einen Partner wählen kann und nicht nur die Ehe als gesellschaftliches Muss im Nacken hat.
Der patriarchale Mann als Vater hatte von Anbeginn der von ihm gestalteten Patriarchose keine fürsorgerischen Ambitionen. Er fiel aus seiner natürlichen Aufgabe als Mutterbruder heraus. Selbst wenn dieser oder jener Mann auch eine liebevolle Beziehung zu einem Kind aufbaute (bitte in dem Zusammenhang das Wort Bindung nicht einmal denken), blieb er in einer Herrschaftsrolle, selbst wenn er als Mann* zur unteren Ebene der Hierachie zählte.
Der Mann in seiner Rolle als Vater (und hier ist es tatsächliche, eine Rolle), zelebrierte sich als der Besitzer des Kindes (und dessen Mutter) und bis vor ein paar Jahrzehnten schlug sich das noch ungeniert in unserer Gesetzgebung nieder.
Ich hoffe inständig, dass diese, derzeit noch diffuse Vorstellung von sozialer Vaterschaft sich nicht auf Dauer auf die gleiche gedankenlose Art etabliert wird, wie der Begriff Familie virulent ging. Aber ich fürchte, auch das soziale als Hervorhebung in bezug auf Vaterschaft wird ein rethorischer Selbstläufer werden. As Vaterschaft verstand man bisher die Tasache, dass ein Mann sich auf seine genetische Verwandtschaft zu einem Kind beruft, es bezeichnete seinen Status als Besitzer des Kindes. In der Moderne des westlichen Kulturkreis wird mehr denn je der soziale, sprich fürsogerische Aspekt einer Vateranwesenheit betont. Das ist jedoch nach wie vor nur bedingt verlässlich.
In dem ideellen Kunstbegriff der soziale Vaterschaft und in der Umsetzung dieser Neuerung, liegt sehr viel Unverbindlichkeit und Gedankenlosigkeit den Kindern gegenüber. Die Fluktuation der sozialen Väter ist relativ hoch. Jedem, auch kurzfristigen Lebensbegleiter/Partner einer Mutter wird in einer stillschweigenden gesellschaftlichen Absprache sofort die Würde des sozialen Vaters hinterhergeworfen und damit einem jedem betroffenen Kind eine unverhoffte Anpassungsleistung zugemutet. Es wird also vom Kind erwartet, das es sich von Zeit zu Zeit mit einer neuen Beziehungs- bzw. Betreuungsperson arrangiert (was sich gerade bei Töchtern verheerend auswirken kann). Diese sozialen Väter sind letzlich austauschbar. Es wird generell so getan, als müsste immer ein Mann als Vater in der Rolle eines sozialen Kompensator für alles Männliche im Leben eines Kindes vorhanden sein und selbstverständlich obendrein noch der genetische Vater. Ein deutlicher Überschuss an Vater-Energie wird spürbar und soll wohl auch sein, das gehört zu patriarchösen Grundausstattung, während Mutter-Energie in ihrer Wirksamkeit geleugnet wird.
Das Problem ist, dass sich die im Patriarchat gut konditionierte Frau ein Leben ohne einen Mann an ihrer Seite kaum vorstellen kann. Die tief sitzt die Konditionierung hin zur romantischen Liebe und der Paarungsfamilie wird außerdem ein Lebenlang durch alle Medien weiter befeuert. Daher nehmen die meisten Frauen immer noch an, ihrem Kind etwas Gutes zu tun, wenn die Planstelle Vater immer von einem (nichtverwandten) Mann besetzt wird, einem Partner, der auch den sozialen Vater mimt - alles um dem patriidiotschen Mainstream gerecht zu werden.
Denn leider ist noch keine Mutter im Patriarchat aus ihrer Geisel-Nummer raus und kann (darf) weder ihre Female Choice, noch die unantastbar sein sollende Mutter-Kind-Bindung, noch das Erbe der Matrifokalität selbstbestimmt leben ...

Stepanie Ursula Gogolin

16 Januar 2018

Betrachtung zum Status: Frau

Wir sind es gewohnt in politischen Floskeln und Metaphern zu denken und damit entkleiden wir uns unseres naturgemäßen Status und mit den üblichen Pauschalisierungen entmenschlichen wir das Individuum. Frauen als solche sind keine „Klasse“ oder eigene Art! Sie sind lebendige Einzelwesen, die als weibliche Basis in ihrer Eigenschaft als Mutter den Erhalt unserer Spezies garantieren. Frauen sind keine Kaste, kein "Objekttyp", keine geschlossene Formation innerhalb einer apodiktisch festgelegten Gruppierung, die undifferenziert als Gesellschaft bezeichnet wird. 

Mit polit-philosophischen Formulierung können Massen gelenkt und konditioniert werden, auch das ist ein beliebter Schachzug der Patriarchose ...
ein Beispiel: Um ein relativ großes Stück Land wurde einmal eine Befestigung angelegt. Sie bestand aus hohen Zäunen, Mauern, Minenfeldern und bewaffneten Männern, die gedrillt waren auf Landsleute zu schießen, wenn diese die willkürlich angelegte Grenze überwinden wollten. Die politische Entscheidung verschiedener verbündeten Machtmänner griff gnadenlos in das Leben zahlloser Menschen ein, die alle gerade die Auswirkungen eines verheerenden Krieg hinter sich gebracht hatten. Es war wie ein großes Laborexperiment in dem eine (neue) Ideologie am lebendigen Menschen getestet wurde und die weltanschaulichen und politischen Vorgaben von Wenigen tyrannisierten vierzig Jahre lang 17 Millionen. Von denen machten einige völlig überzeugt mit, andere wehrten sich erbittert und viele passten sich einfach irgendwie an, da sie nicht wirklich etwas auszustehen hatten. Alle die zufällig an diesem Ort platzierten oder schon vorher ansässigen Menschen, wurden jetzt „sozialistische Gesellschaft“ genannt. In dieser willkürlich entstandenen Gesellschaft, gab es die berufstätige Arbeiter- und Bauernklasse und es gab die Intellektuellen, die es eine Zeitlang schwer hatten. Aber da auch diese gebraucht wurden um den 'Arbeiter- und Bauernstaat' am Laufen zu halten, verwischte sich das strikte Klassendenken allmählich. Idealerweise stieg Mann als studierter Arbeiter- oder Bauernsohn aus der Klasse der produktiven Werktätigen in die Reihen der intellektuellen Werktätigen auf. Das schloss auch die Frau mit ein. Da auch damals fast alles unreflektiert und durchgängig nach gewohnter patriarchaler Manie im generischen Maskulinum bezeichnet wurde, war 'sie' immer mitgemeint. Die werktätige Frau und Mutter konnte zwar mit einer gewissen gesellschaftlichen Anerkennung rechnen, aber da jedes Individuum generell dem kollektiven Kodex untergeordnet blieb, ging ebenso die (individuelle) Frau in der grauen amorphen Masse des sozialistischen werktätigen Alltags unter. Auch in der DDR durften Frauen (fast) alles mitmachen, denn pro forma waren sie gleichberechtigt. Die "befreite", die gleichberechtigte Frau wurde nicht in Frage gestellt. Allerdings wurde in einigen Momenten ihr Frausein extra betont*, um zu verdeutlichen, dass keine generelle Frauenunterwerfung durch den Mann unter realsozialistischen Verhältnissen mehr existierte. Das und ähnliche Irrtümer könnte ich noch endlos fortführen...


* siehe Frauentag am 8. März

Die Subkultur der eingezäunten DDR liegt jetzt schon fast dreißig Jahre zurück und immer noch geht der Kampf um die Anerkennung der Frau als frei geborene Tochter dieser Erde weiter. Die Plattformen, auf denen das Ringen ausgetragen wird, wechseln immer mal. Derzeit bietet der Feminismus die gesellschaftspolitische Bühne. Die von Zeit zu Zeit auftretende "zivilisierte" Einsicht der patriarchalen Gesellschaft, dass Frauen auch Menschen sind, ist immer wieder in Gefahr. Die Erkenntnis, dass wir auf der Basis unserer Menschlichkeit auch humanes Verhalten an den Tag legen sollten, scheint sich nicht zu verselbstständigen, da der Mensch und hier ist jetzt tatsächlich mal vor allem der Mann gemeint, die (nicht naturgemäßen) Verordnung des konkurrierenden, gewalttätigen Heros nicht wirklich verlassen kann.


Wir alle, neuerdings auch wieder vermehrt die Frau in ihrer Eigenschaft als Mutter, werden auf das äußerst fragwürdige Ideal des separierten und damit anonym lebenden Erwachsenen getrimmt. Unsere naturgemäße (Menschen)Art der gemeinschaftlich gelebten Matrifokalität wird noch stärker überlagert und weiter verdrängt.


Wir sehen es heute wieder im Netz, wenn unverhohlener Hass gegen die Frau aufflammt und alles wofür sie natürlicherweise steht, abgewehrt und ignoriert wird. Eine sonderbare Panik vor dem bloßen Vorhandensein der Frau ergreift immer wieder manche Männer und lässt sie regelmäßig durchdrehen. Scheinbar handelt es sich hier nur um persönliche, private oder religiöse Statements, die gesellschaftlich nicht fassbar sind … aber wir wissen ja: das Private ist politisch. Und wenn auch heute ein starker Anteil der Hasskommentare sich in einem (Gewalt induzierten) Sexismus darstellt, ist es nach wie vor nur die alte, patriarchal implantierte Frauenfeindlichkeit in einem moderneren Gewand. Heute kann jedeR hemmungslos sagen oder schreiben was ihm an Verachtung und Gewaltfantasien durch den Kopf geht. Letztlich ist es meist nur der peinliche Ausdruck persönlicher Hilflosigkeit. 

Die öffentliche Frauen- und Mütterverachtung ist gesellschaftlich akzeptiert und immer noch ein gezielt eingesetzter Marker der Patriarchose. Das ideologisch-politische und neuerdings auch das sexistische Vokabular spielt mit der Integrität, der Würde, der körperlichen Unversehrtheit und dem Leben der individuellen Menschenfrau. Ihr werden sexistische Labels aufgeklebt, man sortiert sie in patriarchöse Kategorien ein und teilt ihr biologistische Rollen zu. Und das muss endlich aufhören.

Der Feminismus ist ein Weckruf, aber um einen wirklichen Paradigmenwandel herbei zuführen, dürfen wir nicht länger so tun, als gäbe eine (unterworfene) "Klasse" der Frau und ein (privilegierte) "Klasse" des Mannes. Wir sind eine gemeinsame Spezies und gewöhnen wir uns wieder daran – Männer sind eigentlich nur unsere Söhne und Brüder! Keine Partner auf Lebenszeit … und auch nicht im Idealfall auf Augenhöhe. Und die Männer sollten langsam mal wieder lernen, dass Frauen ihre Mütter und Schwestern sind.
.

06 November 2015

Das Problem des Androzentrismus als Gesellschaftsatmosphäre

Anne Busch schreibt: „Selbst den Humanitätsbegriff konnte ich nun stehenlassen, da er sich auch als Verantwortung des Menschen für die “Schöpfung“ lesen lässt. Allerdings bleibt auch in ihm ein gewisser Androzentrismus und notwendig auch männlich geprägter Blick erhalten, den ich aber nicht im Sinne eines männlichen Egoismus begreife, sondern in erster Linie als Haltung im Sinn einer übergreifenden und integrierenden Hoffnung für die Menschheit und den von ihr bewohnten Planeten.“

Stephanie Ursula Gogolin reflektiert zum Begriff Androzentrismus:

Der Androzentrismus als Gesellschaftsatmosphäre ist wie ein Aggregatzustand, in dem wir uns bewegen, ohne die anderen Möglichkeiten zu kennen und als wäre er das einzige lebenserhaltende Elixier...

Der allgegenwärtige Androzentrismus trägt eine jede Frau im patriarchalen Taufkleidchen zu den ersten Weihen der Gesellschaft und begleitet sie durch jede Station ihrer gesellschaftlichen Existenz bis hin zu ihrem einsamen Sterben - einsam im Sinne einer im Alltag nicht präsenten Weiblichkeit.

Wir Frauen sind so auf maskuline Werte geprägt, dass es fast nicht möglich ist, das eigene Frausein tatsächlich, wie es normal wäre, stets zu fühlen oder als schwesterliche Präsenz um uns wahrzunehmen. Bei vielen blitzt wahrscheinlich nur gelegentlich die Ahnung auf, dass wir um das weibliche Miteinander betrogen werden. Die weibliche Seele der Menschenwelt in ihrer mütterlichen Offenbarung ist weder individuell noch im kollektiven Kontext spürbar. Jede psychische, soziale und kulturelle oder auch körperliche Prägung* formt inzwischen ein jedes weibliche Wesen zu eine Art Android. Ein lebendes Kunstwesen, das mit einer maskulinen Programmierung versehen, die Welt der Androzyten erhalten soll. Der innere und äußerliche Kodex dieser unanimen Prägung wird seit Jahrtausenden angewandt und ist nur auf ein Ziel gerichtet: die Hingabe einer jeden Frau an den Mann.

Die vom Mann geschaffene komplexe Idee der Versklavung (vor allem weiblicher Menschen) ließ u.a. eine abstrus einseitige Weltidee entstehen, die es schaffte, dass bis heute beide Geschlechter des denkenden Durchschnittsbürgers jede ihrer Wahrnehmung durch androzentrierte Filter fließen lassen.

Erst in jüngerer Zeit greift auch noch die wahrhaft absurde Spielart um sich, als heranwachsende Frau einem Ideal nachzueifern, in dessen Mittelpunkt der privilegierte Mann steht. Alles was Männer können und machen, können und machen heutzutage Frauen auch. Sie sind motiviert zu beweisen, dass sie "es" auch können. Dabei wird geflissendlich übersehen, dass sie es vor allem können, weil ihnen, vielleicht zu ersten Mal in der patriarchalen Konstellation, der Freiraum dazu gestattet wird ihre ohnehin vorhandenen Anlagen und Begabungen auszuleben. Denn der Punkt dabei ist, dass die Frau, das konkrete Weibliche, die Matrix dazu beiden, schon immer sowohl der Tochter wie auch dem Sohn, bereitstellte. Das heißt, alles was Männer können, zu dem sie fähig sind, wurde ihnen von ihren Müttern vererbt bzw. wurde ihnen mitgegeben.

Solange (artgerechte) Mütter- und Geschwistergemeinschaften die Vorlage des sozialen Miteinander für einen jeden Mann war (ist), gab es (vermutlich) auch keine nennenswerten Probleme mit dem Zusammenleben. Der erforderliche Einsatz für ein ausgewogenes Miteinander war lediglich der Einsatz der individuellen (besonderen) Fähigkeiten aller Gruppenmitglieder. Es ist also gar keine Frage, ob die Durchschnittsfrau zu gleichen Leistungen fähig ist wie ein Durchschnittsmann, sondern die Fragestellung sollte vielmehr genau anders herum lauten.

Die punktuellen Ausnahmeleistungen** die der Mann in seiner für ihn gestalteten Kultur- und Technikwelt zelebrierte und die als Argument für seine intellektuelle Überlegenheit dient, sind überwiegend Leistungen, die wahrscheinlich die meisten Frauen kaum als erstrebenswert ansehen. Ein Hinweis darauf, dass Frauen bis heute, obwohl es für die Durchschnittsfrau von ihren physischen und intellektuellen Voraussetzungen durchaus möglich wäre, all die Vorgaben und Karriereziele erreichen können, die Ideale der Männerwelt eben nicht die ihren sind. Eigentlich haben sie Besseres zu tun. Ihre Kinder aufziehen beispielsweise oder im menschlichen Fürsorgekontinuum sich gegenseitig erhalten. Dem Druck nachzugeben als Frau dem (patriarchalen) Mann nachzueifern, ist nur ein Ableger davon, sich selbst und ihre Kinder wirtschaftlich erhalten zu müssen. Als moderne Frau sind wird auch hier dem androzentrierten Gesellschaftskatalog unterworfen.

Trotzdem herrscht vor der Kulisse des Selbstverständnisses, die Welt habe eine männliche zu sein, die seltsame Furcht vor der 'übermächtigen Frau'. Dieser Popanz wird uns ständig medial gespiegelt. Alle sollen die ebenfalls gewaltbereite und darüber hinaus intrigante Frau, die skrupellos die Welt erobern und sich untertan machen will, fürchten. Diese Phobie ist und bleibt eine Männerphantasie und immer noch die Lieblingsausrede für das Ausbremsen der Frau auf allen Gebieten. Eine im patriarchalen Sinne 'mächtige Frau' ist eben auch nur eine patriarchal sozialisierte Frau.

Der patriarchale Mann ist über die naturgemäße evolutionäre Selektion hinaus so was wie sein eigenes Züchtungsprodukt. So entstand die stets abrufbare Kampfmaschine – der verfügbare Krieger, der gehorsame Soldat oder der opferbereite Held. Seit durch Generationen von diversen Machthaber die „freiwillige“ Wettbewerbs- und Kampfbereitschaft beim (Durchschnitts)Mann gefordert, gefördert und erzwungen wurde, erwies sich der hierarchisch integrierte Untertan zum Selbstläufer. Dabei griff als wesentliche Zutat des Über-Vater-Konzepts jede Form von patriarchaler Ideologie und die auf reinen Androzentrismus umgestellten Religionen.

Ein Menschenmann ist per se nicht gewalttätig, sondern dieser Effekt wurde m.E. gezielt selektiert. Heute ist in unserer derzeitigen abendländischen bzw. europäischen Kultur der gewalttätige Mann, obwohl es ihn auch gibt, eigentlich keine Alltagserscheinung. Aber er ist prinzipiell als geduldete Option vorhanden. Der schlagkräftige und körperlich in jeder Hinsicht potente Mann wird uns nach wie vor über alle Medien als Ideal präsentiert. Wir können davon ausgehen, dass viele Generationen die Erfahrung traumatischer Sinneseindrücke und körperlich erlebter Gewalterfahrung (epigenetisch) weitergaben. Zum Überleben in und mit der Natur kam die kulturell geschaffene Notwendigkeit eines Überlebens innerhalb der eigenen Spezies.

Aber es setzten sich im menschlichen Mutationsuniversum auch andere Attribute durch. Die nerdige 'Züchtungsvariante Mann' ist ein besonders schönes Beispiel, wie sehr epigenetische Effekte immer wieder neue Spielarten 'Mann' hervorbringen. Und so können wir uns hier fragen: ist der heutige Nerd ein reines Kulturprodukt oder eine unter dem Eindruck von Kultur passierte evolvierte Selektion? Wie oft gab es einen steinzeitlichen Nerd, mit dem typisch autistischen Couleur? Oder ist der sozialphobische Nerd eine reine Kreation der Neuzeit? Und wieviel Nerd steckt in den Müttern dieser Kinder? Oder wie sehr ist auch die Frau grundsätzlich „degeneriert“ worden? Ich meine damit, wie sehr hat der inzwischen dramatische Mangel an artgerechtem Naturbezug der menschlichen Weiblichkeit geschadet?

Die Androzentierung unserer Welt ist ja nicht eben mal so passiert weil grundsätzlich alle Männer eines Tages so viel empathischer, klüger, vorausschauender, weiser oder humaner als die Frauen wurden, sondern weil sich durch einige Initialzündungen soziopathischer (oder psychopathischer) Art im männlichen Kollektivkörper Eigenschaften wie unsoziales Verhalten, Gier nach Besitz und Macht, Hartherzigkeit, Skrupellosigkeit und eine nicht enden wollende Affinität zur Gewalt potenzierten. Der Androzentrismus ist das Fundament und der Motor der patriarchalen Gesellschaft (Patriarchose).


* die schlimmsten sind Verstümmelungen aller Art, aber auch das derzeitige Schlankheitsideal fällt in diese Kategorie
** wie Eroberungsbestreben, strategische Kriegsführung, (unnötige) pyramidale Bauwerke, technische Erfindungen, Forschungsarbeit zur Profitmaximierung, als Fortschritt deklarierter Raubbau an Ressourcen usw. ...
.

02 April 2015

Amoklauf - eine anerkannte Abart des Heldentums...

Was in der Vergangenheit den legendären Berserker ausmachte ist der rauschhafte Wahn, in den er sich hineinversetzte, um ohne auf Eigenschutz oder eigenen Lebenserhalt zu achten in eine Art Raserei zu verfallen und um in diesem Zustand massenhaft (anonyme) Gegner niederzumähen. Solch eine Verhaltensweise ist auch heute noch eine anerkannte Form der Menschenschlächterei, wenn auch nicht mehr ganz so direkt, aber dafür um so mehr in virtuellen Umgebungen - kein Blockbuster ohne aufwendig inszenierte Vernichtungssequenzen.
Männliche Kampftechniken, die über patriarchale Zeiten hinweg entwickelt wurden, um Feinde zu vernichten, erforderten einst vor allem den persönlichen Einsatz des Kämpfenden. Welcher Feind auch immer antritt, er ist vor allem erst einmal eine grundsätzliche Bedrohung des maskulinen Selbsterhaltes. Eine Strategie, die sich zum (männlichen) Muster verfestigt hat, scheint es zu sein, einem schädlichen Angriff zuvorzukommen, nach dem bekannten Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.
Das kann in gefühlt aussichtsloser Lage dazu führen, dass der Mann sich willentlich und sinnlos in den Tod stürzt, um dabei so viele Gegner wie möglich mitzunehmen. Dieses Ausnahmeverhalten ist immer noch eine durchaus anerkannte Form das Treppchen zum Heldenruhm zu erklimmen. Jeder Selbstmordattentäter oder Amokläufer sitzt dieser wahnwitzigen Fehleinschätzung auf. Denn in der Regel sind seine abstrakt kreierten (oder von anderen gesteuerten) Ziele ideologische Konstrukte, die sich mit einem Helden als humanes Vorbild, kaum vereinbaren lassen.
Der oft vorgeschobene Schutz des Lebens trifft, weder bei Kriegshandlungen noch bei Revolutionen, auf die anwesenden Opfer zu, sondern ist eher einem in die Zukunft verlagerten Ideal gewidmet. Das eigene Leben zu opfern und auch einen erklecklichen Anteil des Feindes mitzureißen, wird in entsprechendem Umfeld als selbstlose Tat gepriesen und dient dort der Rechtfertigung diverser Gewalthandlungen. Kommt allerdings eine aus Kränkung entstandene egomanische Verschiebung hinzu, passiert es nicht selten, dass der Mann auf eigne Rechnung der Welt den Krieg erklärt. Selbst diffus empfundene Kränkung führen zu Groll, Hass, Rachegelüste und mehr denn je zu einem, besonders in unserer Zeit stetig kultivierte, Frauenhass.
Ein vielleicht schon lange gehegter Ablehnungsschmerz provoziert dann verschiedene Formen von Gewalttaten unter anderem den sogenannten Amok-Lauf. Und so gibt es imho zwei bedeutende Marker der männlichen zerstörerischen Aggression. Zum einen den gezielt herbei geführten (befohlenen) direkten und kollektiven Kampf der Männer untereinander, also die kriegerische Auseinandersetzung (patriopathisch forcierte Form des ausgearteten Wettbewerb), bei der es immer um (Über)Leben oder Tod geht und bei dem durch die Jahrtausende die geschädigte Frau und die angerichtete Zerstörung als Kollateralschaden in Kauf genommen wird.
Und zum anderen haben wir den persönlichen Kampf eines Mannes gegen die anonyme Gesellschaft, die es in seiner Kindheit vielleicht verabsäumte ihn angemessen zu integrieren und ihm so wiederholend die Frustration von Ablehnung und Exklusion zumutete. Auch in so einer Gemütslage des Täters werden weibliche Opfer der Gewalttat, ob beabsichtigt oder zufällig, als gerechte Vergeltung der erlittenen Kränkung gesehen. In so einer Denkblase nahm wohl der Hassimpuls „die Mutter ist schuld“ seinen Anfang.
Wo allerdings krankhaftes Verhalten eines Einzelnen der Auslöser diverser Katastrophen ist, ergibt sich auch immer nur aus dem Einzelfall. Das Fundament all dieser Probleme bleibt jedoch nach wie vor die Grundierung der patriarchalen Gewaltkultur.
Männer wollen andere Männer beeindrucken - auch Frauen, aber vor allem die anderen Männer. Der heranwachsende jugendliche Mann möchte als solcher und in seiner gesamten Persönlichkeit wahr genommen werden. Leider sind gerade für den jungen Mann in unserer heutigen abendländischen Leitkultur die Vorbilder, auch die heroischen, gewaltverbrämt, brutal und empathielos.
Die direkte (körperlich angewendete) Gewalt ist zwar aus der Praxis der Erziehung und dem allgemeinen, alltäglichen Kontakt miteinander, zugunsten eines wahrnehmenden und koexistierenden Umgang gewichen, aber dafür ist sie in einem nicht unerheblichen Maße als permanente virtuelle Parallelwelt vorhanden. In ihr darf das männliche Kind sowie der erwachsene Mann ausleben, was als patriarchale Konditionierung für das Männliche gesellschaftlich anerkannt ist. Hier spielt ethisches Verhalten eine recht untergeordnete Rolle. Nicht nur weil man dem Jungmann gern diesen Spaß gönnt, sondern weil die anonyme Gesellschaft einen Hang zur Gewalt per se als seine Natur vorsieht.
Das systematische Abschalten einer gefühlvollen Eigenwahrnehmung und natürlichen Empathie, findet permanent durch das typische kulturell forciertes Konkurrenzgebaren und eine Art, sich ständig steigerndem Grausamkeitstraining statt. Solcher Art entwicklung können wir schon im Programm eines jeden Kinderkanals beobachten. Das ebenfalls davor sitzende Mädchen lernt dabei auch mit und vor allem was sie schlimmstenfalls von der Männerwelt erwarten kann. Der Junge das, was von ihm schlimmstenfalls erwartet wird zu tun. Diese skrupellosen Botschaften sind jeweils altersgerecht verpackt und wirken anfangs noch unterschwellig.
Dem zukünftige Mann wird hier auf kindgerechte Art die Generalerlaubnis erteilt sich nach Lust und Laune oder Bedarf als potentieller Gewalttäter zu profilieren. In teilweise erschreckend exzessiver Weise werden in Fernsehen, Filmen, Computerspielen und Literatur Gefühlskälte, Rücksichtlosigkeit und Gewaltbereitschaft als akzeptiert und damit erstrebenswert vorgeben. Sowohl als Grundhaltung des Helden als auch bei seinen Gegnern. Wenn also der junge Co-Pilot tatsächlich sich und 149 Menschen in der Tod gerissen hat, dann kann man diese Tat als ein Amoklauf einordnen – ein Verbrechen, ein Massenmord - unvorstellbar grausam, aber eben nicht unerklärlich.

Vielleicht sollten doch auch alle kleinen Jungen mit dem Kodex sozialisiert werden: Tu was du willst, aber schade niemand...

.

06 Februar 2015

...gibt es ein gleich?

.. sehr gern lese ich die fundierten Artikel von Hannelore Vonier, die sie auf ihrer Seite "Rette sich wer kann" publiziert. Zu ihrem letzten Beitrag stellte ich einen Kommentar ein, den ich hier wiederholen möchte. Es geht um den Dauerbrenner: Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und der manchmal auch unnötigen Gleichmacherei. Sehr lesenswert, besonders wenn es um die Töchter geht. Trotzdem dachte ich, dass wir über einige Vorstellungen doch schon hinaus sein müssten ...

…. auch ich denke, dass wir in vieler Hinsicht über die (feministischen) Klagen, dass Mädchen und Jungen “ungleich” behandelt werden, längst hinaus sind. Denn mehr denn je hat sich die Geschlechtergleichmacherei als Trugschluss und erneute Falle erwiesen. Maiden und Buben kann man weder gleich noch ungleich machen… sie sind sowieso verschieden. 

Jedes Individuum ist ein Unikat und weist mit anderen Mitgliedern seiner Spezies eine unterschiedlich große Schnittmenge an Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten auf. Wir haben als Kind entweder das gleiche Geschlecht wie die Mutter oder der Vater und darüber hinaus sind manchmal manche Menschen eine nicht eindeutig zu bestimmende Spielart der Natur. Wir erben die Hautfarbe und vielleicht eine robuste oder zarte Konstitution. Wir haben mit etwas Glück das Lächeln und das Backtalent der Großmutter oder die Augenfarbe und die praktische Art der Mutter geerbt oder die Musikalität des Vaters und mancher Junge später das schüttere Haar des Großvaters (mütterlicherseits). Der Mensch ist (wie jedes andere Lebewesen) innerhalb seiner Art überaus ähnlich und ebenso verschieden und darüber hinaus immer einzigartig.

Und wenn wir als Mädchen auf die Welt kommen, haben wir ein Recht darauf als ein solches gesehen und entsprechend in die Welt begleitet zu werden. Damit wir immer sein können, was wir sind und eines Tages, gestützt auf unsere Fähigkeiten und Begabungen, unser erwachsenes Leben gestalten. Das Gleiche gilt für Jungs und alle anderen, die ihr Geschlecht anders empfinden.

Es ist eine Unsitte unserer Zeit das Geschlecht der Kinder ignorieren zu wollen. Auch schon vor fünfzig Jahren war es en vogue den Kindern gleichermaßen Puppen und Autos zum Spielen anzubieten, damit eben diese krasse Rollentrennung zwischen Frauen und Männer endlich mal ein Ende nimmt. Nach Simone de Beauvoir wussten alle, dass die Frau nicht geboren, sondern (dazu) gemacht wird. Ein Slogan der heute noch in den Köpfen spukt und zu vielen neuen Missverständnissen führt(e). Denn nicht das naturgemäße Geschlecht ist das Problem (was manche bis heute glauben), sondern wir wissen schon längst, dass die männererdachte, aber trotzdem um so intensiver beschworenen „Minderwertigkeit der Frau“ ein gesellschaftliches Ideologiegebilde ist.

Das biologische Geschlecht ist eine Tatsache. Und ja es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Mal abgesehen von den äußeren und inneren Primärmerkmalen steuern die Hormone bei Frau und Mann sehr verschiedene körperliche Prozesse und dem ist schon beim Kind Rechnung zu tragen. Die Rollenbilder der Geschlechter in der Gesellschaft, auch Gender genannt, sind ein kulturelles Konstrukt und ebnen obendrein die Individualität ein.

So ist Muttersein eine naturgemäße, biologische Tatsache mit einer immanenten Bedeutung und kein weibliches Opfer an die männliche Herrschaft oder die Strafe eines monotheistischen Gottes oder ähnlicher Unfug. Eltern, ja und auch Mütter, die ihre Bübchen bevorzugt aufziehen, haben den Sinn des Lebens nicht verstanden. Und aus Töchter patriarchatskonforme Weibchen zu “machen” ist mindestens ein Vergehen gegen die Menschlichkeit. Daher hat mir in dem Artikel am besten die Frage gefallen: “Wie reagieren Töchter auf diesen ganzen Müll, der hier über sie hereinbricht?”

Und in meiner Alltagspraxis als Großmutter von 11 Enkeltöchter frage ich mich das täglich, aber stets auch alle anderen. Ich denke Eltern, respektive Mütter, sollten sich schon darüber im Klaren sein, dass es nicht egal ist, ob sie eine Tochter oder einen Sohn aufziehen und mit "gleich machen" kommen wir auf gar keinen Fall weiter. Es gilt die individuelle Persönlichkeit des Kindes anzunehmen und das beinhaltet natürlich auch die Beachtung seines Geschlechtes.

28 Januar 2015

Die Matrifokale Gegenwart im Patriarchat!


Claudia von Werlhof schreibt in ihrem Buch 'Westend': „...insofern ist für mich Patriarchat ein kaum vorstellbarer, unverständlicher, ja nahezu unaussprechlicher Anspruch, der von allen konkret vorhandenen Bedingungen irdischer Existenz absieht, das heißt abstrahiert...“.

Mit noch anderen Worten: "das Patriarchat" rennt bis heute einem Ideal hinterher, von dem es weder eine einheitlich konkrete Vorstellung hat, wie diese „verbesserte“ Welt einmal aussehen wird, noch wie sie funktionieren und sich selbst erhalten soll. Das Patriarchat ist ein andauerndes, rücksichtsloses Großexperiment patriarchös konditionierter Menschen innerhalb besagter 'irdischer (lebendiger) Existenz'.

Ich möchte gern mit der Vorstellung aufräumen, dass eine Art allmähliche Kulturrevolution des Patriarchats in einer 'primitiven matriarchalen Gesellschaft' stattgefunden hat und damit den nächsten „Entwicklungsschritt“ der Menschheit einläutete.

Tatsächlich müssten wir von einer langanhaltenden und mehr den je blutigen Annektion und Verwüstung der vorhandenen natur- und menschenfreundlichen Lebensbedingen sprechen und dem ziemlich raschen Außerkraftsetzen des 'immanenten Mutterkonzeptes der Evolution' innerhalb der egalitär strukturierten, matrifokalen Gemeinschaften. Ich möchte diese Lebensart der frühen Menschen auch nicht mit dem (politischen) Begriff 'Gesellschaft' und ebenso wenig mit der pauschalisierenden Bezeichnung 'Matriarchat' bezeichnen, sondern als das Kontinuum der Matrifokalität (in Anlehnung an Jane Liedloffs "The Continuum Concept"). Die lange Zeit des Menschseins vor dem Beginn des patriarchalen Paradigma bestand daher imho aus verschiedenen aufeinanderfolgenden bzw. parallelen matribezogenen Kontinua, auch im Hinblick auf die verschiedenen Menschenarten.

Das Alles hat kaum was mit der verharmlosenden Vorstellung zu tun, die Entdeckung der Vaterschaft hätte den ("erforderlichen") Paradigmenwechsel eingeläutet. Denn bis heute gibt es matrifokal strukturierte Kulturen, in denen Männer sich (schon immer) ihrer "Vaterschaft" bewusst sind, ohne einen Machtanspruch davon abzuleiten und die Welt, in der sie leben, zu zerstören oder zu versuchen die Herrschaft an sich zu reißen.

Wir können also davon aus gehen, dass sich an dem matrifokalen Lebenskonzept der Menschen, das als 'Selbsterhalt mittels Arterhalt und umgekehrt' zu verstehen ist, bis heute nichts geändert hat, da sich die biologischen Grundlagen unseres Daseins seit der Steinzeit nicht wirklich verändert haben. Und nein, das ist kein biologistischer Ansatz, denn es geht hier nicht um die kulturell hervorgebrachte Rollenbilder (Gender), sondern um den ursächlichen evolvierenden Entwicklungsstrang, der über das Weibliche (aller Lebewesen) bis zur menschliches Mutter reicht

Nun leben wir was unsere, in den "Genen" liegenden, Lebensrhythmen betrifft, zwar durchaus noch in der Steinzeit, nur das ganze Drumherum ist damit kaum noch kompatibel bzw. läuft unserer Natur zuwider. Wir dürfen daher alle unsere Sinne dafür öffnen, dass wir Töchter des real existierenden und immortalen Mutterseins bleiben werden, auch wenn die heutige Vätergesellschaft immer noch versucht, die Wiege der Matrifokalität in den Keller zu räumen. Die dem Menschen artgerechte Matrifokalität bleibt nach wie vor unsere Lebensbasis auch unter den Bedinungen der Patriarchose ...

.

13 September 2014

Das bisschen Haushalt

Als Mutter von vier Kindern weiß ich noch zu gut, was ein halbwegs vernünftig geführter Haushalt für Arbeit macht und auch ich habe dereinst die meisten der Aufgaben, die in dem Sechs-Personen-Haushalt anfielen, neben teilweiser Berufstätigkeit, allein wuppen müssen. Ich erinnere mich an jahrelanges ständiges Rotieren. Das Grundproblem der heutigen Haushaltsführung – im 21. Jahrhundert und im westlichen Kulturkreis - liegt nicht nur in der abwertenden Sicht auf jede Form der Haus- bzw. Mutterarbeit, sondern auch, ganz pragmatisch gesehen, in der Verteilung der anfallenden Arbeit auf die vorhandenen hausarbeitenden Kräfte innerhalb der Durchschnittsfamilie. 
Die heutige (Kern)Familie besteht im Idealfall aus zwei Erwachsenen (und mehr denn je aus nur einem) und irgendwann, aber nicht immer, aus den dazugekommenen Kindern. Wir haben es hier bekanntermaßen mit der sogenannten Kleinfamilie zu tun – Vater, Mutter, Kind(er) - in der in der Regel auf jede Form eines unmittelbaren, generationsübergreifenden und kooperierenden Miteinander weiterer Angehöriger verzichtet wird.
Auf Grund eines imaginären und rein ideologischen Mainstream-Codes lösen sich, eingedenk diverser und allgegenwärtiger Parolen, junge Leute so früh wie möglich aus ihren Herkunftszusammenhängen. Und jede Älterngeneration beginnt bereits ab der Geburt eines Kindes in vorauseilendem Gehorsam, den Kindern die gern zitierten Flügeln zu geben, manchmal noch bevor sie ihnen Wurzeln gaben. 
Diese allseits akzeptierte Befolgung ideologischer Dogmen bringt Mütter dazu, beinahe klaglos ihre großen aber durchaus noch nicht erwachsenen Kinder ziehen zu lassen und dabei jeden artgerechten Schmerz über das „verlorene“ Kind zu leugnen oder ihn sich schön zu reden. Dafür werden in fantasievoller Art für die Zukunft Chancen und Vorteile beschrieben, die sich durch die, oft rigorose Trennung für beide einstellen würden. Diese kollektiv beschworenen Vorteile münden in der konditionierten Vorstellung: „...endlich das eigene Leben zu leben“ - als hätte mann, frau bzw. kind das vorher nicht gekonnt. Es existiert die lächerliche Überzeugung, dass im Kreise von Bindungsangehörigen kein „eigenes“ Leben möglich sei. 
Der moderne Mensch versucht krampfhaft, seinen angeborenen Drang zur Bindungsnähe zu überwinden und eine Art unabhängiges Individuum zu werden. Was für den Menschen als Lebewesen eigentlich keinen Sinn macht. Außerdem wird bei diesem Bestreben nur die natürliche Abhängigkeit von der vertrauten Bindungs- und Nähegruppe der Fürsorgegemeinschaft gegen die fremde und generell wenig wohlmeinende Abhängigkeit der anonymen Großgesellschaft eingetauscht. Der künstlich geschaffene Bedarf von "totaler individueller Freiheit" stützt sich in unserer Mainstreamkultur auf eine merkwürdige Devise: nur die Liierung mit einem außenstehenden, also bislang fremden, Lebenspartner ermöglicht uns ein eigenes und erfülltes Leben zu führen! 
Aber selbst zu diesem Phänomen, das wir unter (großer und möglichst romantischer) „Liebe“ kennen, gehört immer und ganz pragmatisch auch ein Haushalt - der Ort an dem der praktische, der existenzielle Alltag bewältigt werden muss.
(Fast) alle jungen Frauen und Jung-Männer lernen früher oder später selbst einen Haushalt zu händeln und ich kenne einige, die machen das im Alleingang richtig gut. Während der Studien- oder Lehrzeit „üben“ manche in einer WG oder ziehen mit Freund oder Freundin zusammen. Ein Einfrau/Einmann-Haushalt ist zwar auch in unserer Zeit an manchen Stellen eine gewisse Herausforderung, aber durchaus zu schaffen. Da gibt es diese Mac Donald – Werbung in der eine Mutter wohlmeinend in der WG ihres Sohnes mitgebrachtes Essen in der Küche abstellt und ihm das telefonisch mitteilt. Worauf dieser, während er in einen Burger beißt, nachdenklich seine Kumpels fragt: „Wir haben eine Küche?“ 
Die anfallende Arbeit im Haushalt kann also auf ein Minimum beschränkt und zum Teil outgesourct werden. Der Aufwand an Hausarbeit ist mit dem persönlichen Anspruch und einem Zeitfaktor gekoppelt.
Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist fast jeder heranwachsende Mensch (das Kind) in der Lage im Rahmen der vorhandene Ressourcen sich selbst zu versorgen und dabei lernt das größere Kind quasi nebenbei auch die Hausarbeit innerhalb seiner kulturellen Parameter kennen.
Hausarbeit, das ist die, die Existenz erhaltende und sichernde, Arbeit in der eigenen Niederlassung. Aber so oder so, in den heute tausendfach vorhandenen privaten Haushalten pflegen sich in der Regel früher oder später die hausarbeitenden Mitglieder auf maximal zwei verantwortliche Erwachsene einzupegeln.
Gewisse gesellschaftliche Rollenvorgaben tradieren immer noch die 'Hausfrau', da die Frau, meist in ihrer Eigenschaft als Mutter, auch heute aus vielerlei Gründen und anerkannter Weise mehr Zeit als der Mann im Familienhaushalt verbringt. Schnöde Hausarbeit ist für den Durchschnittsmann immer noch ein eher unattraktives Szenario. Die heutige Frau wehrt sich, am Herd angekettet zu sein; sie zerrt seit etlichen Jahrzehnten an diesen imaginären Ketten. Die brave Fünfziger-Jahre–Hausfrau (bei der es sich auch eher um einen Mythos handelt) ist schon lange out. Frau möchte gesellschaftliche Teilhabe, Beruf und Karriere und dabei aktive mitmenschliche Nähe. Nichts ist für einen (weiblichen) Menschen weniger artgerecht als ein Leben in einer gewissen Isolation zu fristen und das auch noch weitgehend fremdbestimmt. Aber wie auch immer, den Haushalt wird sie trotzdem nicht los, genauso wenig wie der Mann - der Mensch hält sich immer in irgendeinem Haushalt auf.
Das private Refugium, in dem der Rückzug von der Arbeitswelt stattfindet, wird als unser Haushalt definiert. So ist es seit der Zeit, da die ersten Menschengemeinschaften in bewusst eingerichteten Lagern und Behausungen ihren Alltag gemeinsam verbrachten. Unsere Urahninnen haben den Haushalt erfunden und seitdem ist diese menschliche Lebensbasis die Grundlage des gesamten Wirtschaftens. Deshalb mahnen auch immer mehr Denkerinnen an, unsere Weltwirtschaft als einen großen Haushalt anzusehen, der er de facto nun mal ist. Gut haushalten, gut wirtschaften zu können mutet uns nicht nur als unerfreuliche Arbeit an. Es ist auch eine Kunst und hier kommt Kunst direkt von 'Können'. Eine reibungslose und alles Notwendige beinhaltende Haushaltsführung ist ein beachtliche Leistung. 
Einst gab es nämlich die unnatürliche Trennung von „wertvoller“ Arbeit außerhalb des Hauses und der „niedrigen“ Arbeit im Haus nicht .... und nicht nur deshalb, weil es damals sozusagen kaum Häuser gab. Die Wertschätzung oder die Abwertung der lebenserhaltenden Haus- und Umgebungsarbeit ist immer auch an den (gesellschaftlichen) Status der Frau gekoppelt.
In der frühen artgerechten Matrifokalität war 'die Frau und Mutter' die Mitte der Fürsorgegemeinschaft und der Mann als Sohn und Bruder in Matrilinearität natürlicherweise fest mit eingebunden. Das ist unsere menschliche Natur und dazu gehörte schon immer die unerlässliche Alltagsarbeit. Diese wurde gemeinsam verrichtet, um die Gruppe der konsanguin lebenden Angehörigen zu erhalten und um den Nachwuchs menschen-art-gerecht aufwachsen zu lassen. Das muss jedenfalls einst über einen langen Zeitraum hinweg gut geklappt haben, denn sonst wüssten wir nicht, was Zufriedenheit, Wohlbefinden, Glück und zugeneigtes Miteinander bedeutet. Es liegt in unseren „Genen“ in einem vertrauten Miteinander auf gemeinsamer Haushaltsbasis Lebenszeit zu verbringen. Daher wäre es dringend angesagt, die absonderliche harte Trennung zwischen geachteter Erwerbsarbeit und geschmähtem Weiberaufenthalt am 'heimischen Herd' schleunigst zu überdenken... 

.