Schluss mit niedlich! Lange genug dümpelte mein Blog mit kleinen Nettigkeiten und anderen Kurznachrichten durch das Jahr. Dieses ist zur Hälfte um und da sich der Sommer jetzt scheinbar aufrafft, versuche ich das jetzt auch! Hier ein Essay, angeregt durch eine Facebookdiskussion:
Frau und Arbeit
Überall da, wo heute Frauen in Männervereinigungen zugelassen werden und in diesen sogar eine gewisse Karriere machen können, müssen sie sich auch den nach wie vor herrschenden (Hierarchie)Regeln beugen. Die Möglichkeit einen Fuß in die Tür zu bekommen wurde sich von Frauen immer wieder hart erkämpft und es dauerte bis ins 20. Jahrhundert bevor manche dieser Tür ganz aufgestoßen wurde.
Ich erinnere mich noch lebhaft an eine Geschichte über Florence Nightingale, die ich in meiner Jugend las und daran wie sehr mich das Gelesene tagelang beschäftigte. Das heldenhafte Verhalten der Krankenschwester und ihr aufopfernder Kampf in Schlachten verwundete Männer angemessen medizinisch zu betreuen, nötigte mir trotzdem wenig Respekt ab. Ich wandte mich einmal mehr angewidert von der selbstverständlichen Praxis ab, die Frauen als Hilfskräfte in den (blutigen) Männerspielen missbraucht und deren selbstlosen Einsatz entweder zu bejubeln oder kleinreden.
Das mich umgebenden Selbstverständnis, dass Frauen ihre Kraft immer wieder (freiwillig) auf den kleinen und großen Schlachtfeldern der männlichen Anmaßung hingebungsvoll einsetzen, scheint sich nicht zu ändern. Und sie sind immer noch bereit, diese ihre Rolle zu perfektionieren. Das es so ist hat verschiedene Gründe. Einer mag auch sein, dass frau immer wieder versucht ist, mit ihrer ungewürdigten Arbeit Humanität in alle Arten von männlichen Aktionen zu bringen.
Manches konnte sich frau vor zweihundert oder nur einhundert Jahren kaum vorstellen, aber in unserer derzeitigen Kultur kann die Frau in der nach wie vor etablierten Männerwelt eigentlich alles werden. Von der Staatschefin über die Konzernmanagerin oder Krankenhausärztin und Professorin bis hin zur Soldatin. Dazu gibt sie allerdings am besten für bestimmte Zeit Teile ihre Persönlichkeit inklusive der weibliche Grundausstattung an der Garderobe ab. (wahrscheinlich verändern sich durch die allgemeine Unterwerfung in einem Hierarchiesystem sowieso eine jede Persönlichkeit - bereits unter dem Eindruck der intensiven Gehirnwäsche seit jüngster Kindheit innerhalb des kollektiven Stockholmsyndrom)
Die berufstätige Frau wird als Erwerbstätige zu einem Bauteil, einem Rädchen im Getriebe, in den hierarchisch geführten Betrieben, welche die Arbeitswelt unserer Gesellschaft ausmachen. Und das kann heutzutage eben alles sein – Gesundheitswesen, Schulen, Universitäten, Behörden, Dienstleistungsgewerbe, wie Post, Bahn oder Fluglinien, Medien- und Wirtschaftsunternehmen sowie Kirche, Polizei und Militär – überall da wo sichtbar Uniform getragen wird oder diese äußerlich nicht sichtbar in einer bestimmten Konformität oder Art der Zugehörigkeit zum Ausdruck kommt.
Die moderne und hervorragend durch das patriarchale System konditionierte Frau, ist so an den maskulinen Takt unserer Gesellschaft gewöhnt, dass sie gar nicht auf die Idee kommt, dass ihre Unterwerfung unter dieses System eine unweibliche Monstrosität ist. Das geht soweit, dass aus der Erkenntnis heraus, dass sich etwas ändern muss, die Frau einen Paradigmenwechsel mit den ungeeigneten Mitteln patriarchöser Strategien herbeizuführen versucht. Dazu gehört beispielsweise das feministische Bemühen mit der Männerwelt gleichzuziehen oder die naive Vorstellung, dass ein männlich inszenierter Gott weibliche Priesterinnen braucht.
Nun geschieht jede Art von Unterwerfung ja nie wirklich freiwillig. Auch dann oder erst recht nicht, wenn frau unter dem Eindruck ihrer derzeitigen Pseudo-Freiheit glaubt, sich willentlich und gern für irgendeine zur Zeit angesagte Fremdbestimmung entschieden zu haben. Die Kombination aus dem natürlichen Drang des Überleben müssen in einer Gesellschaft, die ihre Töchter so früh wie möglich separiert und den begleitenden Ideologien, setzt Frauen auf infame Weise matt. Die indoktrinierte Hörigkeit gegenüber männlichen Vorgaben, die meist raffiniert verdeckt, selbst im heutigen mütterlichen Wort daherkommen, schirmt die Frau von ihrem eigenen weiblichen Selbst ab und lässt sie immer mehr die lebenserhaltende, konsanguine* Gemeinschaft ablehnen .
Das weibliche Sein bricht sich jedoch mehr oder weniger trotzdem Bahn. Immer da, wo Frauen sich den Ausdruck ihrer persönlichen Kreativität nicht nehmen lassen und diese einfach leben. Wo Frauen die Verwegenheit haben selbstständig oder freiberuflich zu agieren, auch um für ihre Kinder eine naturgemäße Lebensgrundlage zu schaffen. Und auch da wo Frauen schon mal bewusst vielversprechenden Berufsaussichten den Rücken kehren, um am Gedeihen ihrer Kinder direkten Anteil zu nehmen, wohl wissend, dass ein erfolgreiches Anknüpfen in der Regel nicht mehr möglich ist.
Ich würde sagen, Frau kann nicht wirklich ihr genetisches Programm ignorieren, auch wenn der derzeitige Mainstream immer noch bemüht ist aus Frauen Ersatzmänner zu machen. Selbst wenn sich für jede Arbeit, die ein Mann verrichtet, bestimmt eine Frau finden würde, die das ebenfalls tun könnte, bleibt eben doch das Warum (sollte sie) und das Wie (kann sie es weiblich umsetzen) offen. Der Mann hat unter anderem die Welt in Arbeitszeit und Freizeit unterteilt. Auf der einen Seite seine Projekte oder die Mission (Dienst am Herrschaftssystem) und auf der anderen Seite sein Privatleben mit Weib und Kind und diese beiden Daseinskomponenten sollten sich möglichst wenig berühren.
Das ist aber kein weibliches Sein. Die Frau (hier als Synonym für die Urmütter) war einst die Erfinderin der alltäglichen Arbeit, in die ihr ganzes schöpferisches Potential floss und eigentlich ist es immer noch so. Frauen machten naturgemäß keinen Unterschied zwischen Arbeit und Privat und sie übten einst jede Tätigkeit in natürlicher Kooperation in ihrer zugehörigen Gemeinschaft aus. Also fangen wir damit an Arbeit mit weiblichen Sinnen zu erfassen...
(*verwandt durch Geburt oder auch
blutsverwandt in der mütterlichen Linie)
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