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17 Mai 2015

eine glückliche Julia...

Die Geschichte einer Geschichte, ihr Inhalt, ihre Moral und die Energie, die sie trägt, war einst das weibliche Element, die Essenz der Erzählung, die lehrreiche und unterhaltsame Kunde, die überliefert wurde. Diese Form der kommunikativen Weitergabe ist uralt und spiegelt unser ureigenstes menschliches Wesen.
Die Kunstfertigkeit der Sprache, das Jonglieren mit Worten, der Schliff und die Vielfalt der Metaphern sind heute vor allem den männlich geprägten Strukturen der literarischen Art von Kommunikation unterworfen.
Die menschliche Verständigung, die sich immer weniger in der mündlichen Weitergabe ausdrückt, verkümmert und verstummt mehr denn je zugunsten des Schreibens und Lesens. Die Schrift ist der Träger und eine der Abarten der Literatur ist das Umsetzen in (bewegliche) Bilder und vorgefertigten Texten für alle, die nicht (nur) lesen wollen oder auf echten verbalen Austausch verzichten (müssen), aber sich nach Menschenart nach lebendiger Unterhaltung sehnen.
Eine Handvoll Grundideen beherrschen die Kunst des Unterhaltens, die inzwischen nur zu oft, die Aussage einer Geschichte zu einem beliebig häufigen Abklatsch verkommen lässt und bis zum Erbrechen variiert wird. Eine endlose Reihe wohl formulierter Rechtfertigungen für das Übel in der Welt und die Festschreibung dessen – gewalttätiges Heldentum, verwehrte Liebe und die Kontrolle der Frau, sinnlose Lebensgefahr und Kampf gegen einen unnatürlichen Tod und das obligate Happyend ohne dabei ein wirklich glückliches Ende zu verkünden. 

Denn das Leben und das Berichten darüber, ist wie wir wissen, eine Unendliche Geschichte. Das Schicksal eines Individuum wird uns immer auch berühren und Beispiel geben. Deshalb wäre es nicht verkehrt uns die Vorbilder für unsere Stories, die ein unbestimmtes Publikum erreichen, etwas sorgfältiger auszuwählen. Die Spiegelung des bestehenden Sozialgefüges und unserer Kulturen sind dabei von besonderer Bedeutung. Sie zeigen einerseits den Ist-Zustand und gleichzeitig liefern sie Vorlagen für künftiges Verhalten. 
Seit es patriarchale Verhältnisse gibt werden diesen millionenfach variiert und dabei immer wieder etabliert und moralisch festgeschrieben. So ist die Literatur ist voll von unglücklichen Liebesgeschichten. Sie sind alle mehr oder weniger Spielarten von Romeo und Julia – das Beispiel der unerfüllten Liebe, die sogar im frühen Tod endet und deren glückliche Erfüllung stets an widrigen gesellschaftlichen Umständen scheitert. Dabei ist es gleich ob das Hindernis in unüberbrückbaren Ideologien, unterschiedlichen Ethnien oder verfeindeten Elternhäuser besteht oder einer der beiden ein Vampir ist. Die unerfüllte, die unmögliche, Liebe ist nach den Gesetzen der Romantik die einzig wahre, große Liebe und nur über die lohnt es sich zu schreiben. Auch das scheint ein ehernes Gesetz, ein literarisches Dogma zu sein. Wer möchte schon einen banalen Tatsachenbericht lesen? Wie beispielsweise: Romeo trifft Julia … sie sehen sich, sie verlieben sich, sie begehren sich ... sie finden zueinander ... sie sind glücklich ... und ihre, sich seit Zeiten schon immer gut verstehenden Angehörigen sind ebenfalls darüber sehr glücklich … sie feiern gemeinsam ein Fest … nach vielen Festen trifft Romeo Felicia und Julia trifft Enzio … sie sehen sich … sie verlieben sich … sie sind glücklich … die Welt verzichtet gern auf mehrfaches Leiden und bedauert nicht um eine Tragödie ärmer zu sein … das Glück der Liebenden jedoch schreibt sich fort und fort...

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15 Dezember 2014

... was ist denn hier passiert?

... seit Oktober keinen einzigen Eintrag und schon ewig kein Foto mehr?
Aber es gibt eine einfache, wenn auch nicht sehr hoffnungsfrohe Erklärung dafür:
ich stecke in einem unterirdischen Gang fest... ich bin versehentlich um eine andere Ecke gebogen und jetzt ist meine Schwester Rike weg, es ist finster, ein gruseliger Luftzug hat meine Kerze verlöschen lassen, beim Stolpern über eine felsige Erhebung verlor ich meine Streichholzschachtel ... und ... zu allem Überfluss bin ich erst elf Jahre alt und absolut keine Freundin von Abenteuer und Nervenkitzel ... aber ...
ich habe die goldene Murmel wieder gefunden...


23 Juni 2014

happy enden

... sicher kennt jede das Zitat: ...nach dem Happyend wird jewöhnlich abjeblendt... 
es kommt der Punkt, da ist die Geschichte auserzählt, da nimmt endlich alles eine glückversprechende Wendung und Märchen schließen mit der Verheißung "..und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage!"
Ich mag ja eher den Schluss: "... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!", das lässt viele schöne Möglichkeiten offen.

Wir brauchen und das nicht nur bei Erzählungen und Romanen, ab und zu ein möglichst gutes Ende, einen Zwischenstopp der aufgeputschten Gefühlslage. Ein nicht enden wollendes Drama bedeutet Dauerstress. Auch beim Geschichten erzählen (bzw. schreiben) ist es für den Leser (und auch für den Erzähler) frustrierend, wenn die unerfreulichen Wendungen so gar kein Ende nehmen wollen und die Normalität eines gediegenen Alltags sich nicht mehr einstellen will. Dauerstress macht krank, selbst wenn es ein vermeintlich positiver Stress ist.
Ein ununterbrochenes dramatisches Wechselbad der Gefühle, ohne dass zwischendurch (lange) Phasen der Entspannung in einem eher ruhigen Gleichmaß stattfinden, kann uns in einen Zustand von (sowohl positiver wie auch negativer) Euphorie versetzen, die wir vielleicht nicht als solche wahrnehmen. Denn das ist wohl das Problem, wir gewöhnen uns auch an Extreme, wenn uns (scheinbar) keine Alternative bleibt. Wir passen uns an und das muss nicht bedeuten, dass wir uns damit wohlfühlen und schon gar nicht wird es uns gut tun, es ist eher ein Überlebensreflex (siehe Stockholmsyndrom).
Die Weltliteratur liebt Dramen und Tragödien, unerfüllte Liebe und das meist hart erkämpfte Happyend. Nach Zeiten der Prüfungen und des Leids möchte all die Bitternis und das Unrecht endlich vorübergehen. Wir sehnen uns alle nach einem guten Ende.
Und genau genommen soll dieses Ende auch gar kein Ende sein, sondern ein Anfang – der Beginn einer endlich unbeschwerten Zeit. Eine Zeit, in der das grundlegende Lebensgefühl mindestens Zufriedenheit am liebsten jedoch (ein sanftes andauerndes) Glück ist. Wohl kaum wird eine ein pausenloses Feuerwerk der Glücksgefühle erwarten – das wäre unrealistisch und anstrengend - aber eine glückliche Grundstimmung wäre schön, um das zu tun was eine Mensch halt so tun muss, um auch weiterhin zufrieden durchs Leben zu gehen.
Das Happyend, auf das wir seit Kindheit an geeicht werden, geht immer mit der Vorstellungen von einer alles außer Kraft setzenden, romantisch-sensationellen und möglichst lebenslang dauernden Liebe zu einem – nein, zu dem – Partner einher, dem heißersehnten Märchenprinzen, dem Traummann, Mr. Right bzw. seine weiblichen Pendants. Wir können nur happy enden, wenn eine einzigartige Zweierbeziehung von nun an unser Leben bestimmt... ach ja!
Und hier vermischen sich nur zu gern Fantasie und angestrebte Realität. Die Literatur, die täglichen Serien, die Filme der Superlative machen es uns vor, wie unser Anspruch auszusehen hat - love for ever... unter dem tut es keiner mehr ... wobei heute mehr denn je die 'Liebe' (literarisch) auch lediglich als serieller Sexkonsum mit durchaus akzeptierten Gewaltkomponenten daher kommen darf.
Aber ein glückliches Ende kann viele Formen annehmen und die müssen, wenn sie gerade beginnen, nicht immer super-mega-spektakulär sein. Manchmal besteht das glückliche Ende auch daraus, eine dieser Wahnsinnsbeziehungen "überlebt" zu haben und endlich wieder frau (man) selbst zu sein... oder wir finden das, was wir eigentlich die ganze Zeit suchen … Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Zuwendung, gegenseitige Fürsorge in verlässlicher (artgerechter) Nähe...
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15 Januar 2014

fantasielose Verstimmung

"... ein neues Jahr hat begonnen … es ist genau ein Monat her, seit ich den letzten Blogpost eingestellt hab... aus meinem Schreibflow bin ich rausgeflogen... blödes Weihnachten, blödes... und das Wetter nervt mich total!" 

Diesen wenig eleganten Text habe ich gestern einer Bekannten gemailt. Aber so ist es, Emails, Kommentare und Chatgeschreibsel sind die Stiefkinder der Literatur... da gibt es nur husch, husch, keine Zeit und meist kein Korrekturprogramm. Dabei will ich doch 'richtig' schreiben - wohl gestaltet, voller Poesie und möglichst mit Tiefgang - nicht nur Sachtexte und Belanglosigkeiten im Netz hinterlassen...

Noch vor einem Monat hielt ich mich in den mystischen Gefilden Fantasiens auf – ich habe mich in einer geheimnisvollen Höhle verlaufen, einen verlorenen Bruder gesucht und bin der Bleichen Frau im Nordturm begegnet. Und heute sitze ich an einem prosaischen Schreibtisch, starre durch die ungeputzte Fensterscheibe in ein regnerisches Grau(en) und versuche wieder den Anschluss zu finden. Sind denn alle Musen zum Skifahren? Hallo – Wir haben gar keinen Winter! Oder liegen sie im Winterschlaf? Hallo – Wir haben gar… ach, das hatte ich ja schon.

Würde ich auf Papier schreiben, hätte ich vermutlich schon drei Stifte zernagt. So starre ich nur auf die Tastatur und hoffe, dass in den Ritzen zwischen den, mit Buchstaben verzierten, kleinen Quadraten plötzlich zartes Grün sprießt, Frühlingsblüher hervor drängen und entzückende fliederfarbige Wölkchen über den leeren Monitor ziehen...
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30 Oktober 2013

Zwischen Trance und Träumen

Derzeit wende ich mich einem neuen, für mich eher ungewohnten Projekt zu und dazu benötige ich jede Hilfe, die ich bekommen kann. Es wird also Zeit, sie wieder herbei zu rufen, die Freundinnen und Freunde der Kindheit - die Geister der Natur, der Elemente und des Sagenhaften. 

Von Anbeginn lebte ich mit ihnen, mal mehr, mal weniger, bewusst. Nie habe ich sie ganz aus meinen inneren Augen verloren. Und obwohl ich älter und verändert bin, werden auch sie mich, mein unveränderliches Sein, sofort erkennen.

Zur Zeit schüttle ich die knochentrockene Realität ab. Lange wandte ich mich, aus guten Gründen, nüchtern der Sachlichkeit und Objektivität zu, da sie für mich das schriftliche Parkett der Sachbezogenheit überhaupt erst gangbar machten. Jetzt haben sich die Prioritäten geändert. 

Und so betrete ich eines der verschlossenen Gemächer der Erinnerung. Hier finde ich einen fast vergessenen, aber vertrauten Anblick - wie in einem, seit langem unbewohnten, Raum in dem alles Mobiliar und die darin aufbewahrten kostbare Gegenstände sorgfältig mit Tüchern abgedeckt sind, um sie vor Schäden durch den Staub des Vergessenes und der Nichtbeachtung zu schützen. 

Nach und nach ziehe ich die grau gewordenen Schleier ab, die alles sorgfältig verhüllten. Welch eine Pracht an Traum und Wirklichkeit. Zum Vorschein kommen all die Wunderwelten meiner Kinderzeit und die meiner Kinder und Kindeskinder. Ich könnte mich im Spiel verlieren. Ich öffne weit die Fenster um die bisher ausgesperrte Fantasie wie einen frischen belebenden Luftzug hereinzulassen. Ein Wind, der auf blauen Schwingen neue Wunder trägt und im Raum verteilt. Doch etwas fehlt noch und so hebe ich das letzte Tuch. Darunter schlafen, lieblich und vertraut, die Gefährtinnen meiner Kindheit – fröhliche Fantasiegebilde, uralte wundersame Wesenheiten, Naturgeister, wie sie nur meine Augen sehen können. Ich setze mich still zu ihnen und warte, dass sie erwachen... 



04 Januar 2013

...eine alte Geschichte


Die Alte - für viele eine mysteriöse Figur in unserer Zeit - nicht mehr wirklich in und dann auch noch eher fragwürdig als ehrwürdig... 


Wenn die Alte gelassen durch die Zeiten schreitet, berührt der Saum ihres Kleides Geschichte, die sie jedoch höchst selten schrieb. Liegt es daran, dass Geschichte schon lange nicht mehr erzählt, sondern aufgeschrieben wird und „Geschichte schreiben“ eine Metapher für das männliche „Geschichte machen“ ist? Die geschriebene Geschichte ist die Geschichte des Mannes. Wir wissen von den alten Hochkulturen mit ihren ersten mächtigen Bauwerken, erfahren von den, in glänzenden Rüstungen marschierenden Heeren, bestaunen den Prunk der Fürsten in ihren Palästen und Kathedralen - uns ist als wären wir dabei gewesen. Die Macht der modernen Bilder zeigt uns selbst Welten, die so wahrscheinlich gar nicht existierten. 

Das ganz triviale, das alltägliche Leben der Menschen besonders das der Frauen, ihr Fühlen, Handeln und Denken, war und ist für all die Geschichtsschreiber oft nur mäßig spannend. Glorreiche Feldzüge und raffinierte Politik hinter dicken Mauern, Heldentaten und große Erfindungen - das ist würdig festgehalten zu werden. Das lange friedvolle Leben in den quasi „vaterlosen“ Gesellschaften ist der Erwähnung kaum wert. 

Als der einst ebenbürtige Bruder der Frauen zum Vater und Herrscher aufstieg, ist er auch zum blutigen Gestalter der Geschichte geworden. So erfahren wir von der Existenz manch einer bis dahin als unbedeutend angesehenen Gemeinschaft erst, wenn sie nach Kämpfen und Schlachten von ihren Gegnern ausradiert wurde. In der Geschichte, die von den Siegern geschrieben wird begegnen wir der Alten nicht! 

Wer ist sie die Alte? Was tat sie? 
Saß sie mit ihren Töchtern und Kindeskindern am Feuer, während die Scharmützel durch die Jahrhunderte tobten? Wie ertrug sie es, die sich wiederholenden Verwüstungen mit anzusehen? Wie oft überlebte sie, um ihr bewahrtes Wissen in die Zukunft zu tragen und wie oft hat ein Schwert die Alte durchbohrt und damit immer wieder der Natürlichen Ordnung der Mütter einen Todesstoß versetzt? Und als gar der Vernichtungskrieg direkt gegen die Alte (und hier ist sie auch als grundsätzliches Synonym für die Frau gemeint) geführt wurde und die Scheiterhaufen brannten, hat sich wohl die Vorstellung von der gehrte Ahnin und vieles von uraltem Weiberwissen ebenso in Rauch aufgelöst. 

Das geschriebene Wort etablierte sich endgültig als Garant für Wissensweitergabe. Und die unnütze Alte mutierte in der modernen Zeit ein für alle Mal von der einst achtbaren Mutter über die Konkurrentin des Vaters hin zur Lachnummer der neuen Wissenswelt. Ab jetzt wurde ihre Spur in der Geschichte mit üblen Taten, Hexerei, Antiquiertheit und unnützem Gewäsch in Verbindung gebracht – die Frau und ihre Kindern sollen/wollen nichts mit dem Aberglaube der alten Mütter zu tun haben. Die Weise Alte, die kenntnisreiche und lebenskluge Mutter, gab/gibt es in unserem Kulturkreis nicht mehr!

Alles was wir heute nachlesen können, braucht uns kein altes Weib mehr zu sagen - so wurde die Alte unbemerkt aus der Geschichte verdrängt. Ihre Söhne verwalten jetzt das gesammelte Wissen - effizient und umfassend. Die wissende und die handelnde Alte verschwand nach und nach aus unser aller Alltag – zwar gab es (und gibt es mehr denn je) die älter werdende Frau - die stolze, die geachtete und geehrte Alte ist selten darunter. Was also wurde und wird mit den alt gewordenen Frauen oder den ausrangierten Großmüttern, die nicht gestorben sind und einfach weiterlebten? Wozu zum Geier gab es sie überhaupt, wenn doch das alte Weib in der Geschichte angeblich keine Spur hinterließ?

Doch das stimmt so nicht, wie wir inzwischen wissen - als Große Mutter - als Ahnin - ist die Alte sehr wohl bekannt und somit eine Institution. Nicht als einzelne Person und mit Namen überliefert, begegnen wir der Alten in der Geschichte – sondern inzwischen auch als Allegorie, als das ewige Weibliche, als das Leben selbst.

Als ihre Töchter einst die Menschengeschichte durch ihr gemeinschaftliches Sein prägten und Spuren in Stein hinterließen wurde im heutigen Sinne noch nicht „geschrieben“. Es wurde gesagt, erzählt, gekündet; gesehen und gehört; vorgelebt, Beispiel gegeben; vererbt und angenommen - überliefert - unsere kollektiven Erinnerungen waren die authentische Geschichte.

Kommunikation ist weiblich und damit ist nicht nur der verbale Ausdruck gemeint - Mütter und Töchter und Schwestern erschufen Sprache und Verständigung. Zugewandtes Reden und Hören findet mit dem ganzen Körper statt. Wir leben in einem Energiefeld des Verständinisses und der Zugewandtheit, wenn wir die weibliche Art der urtümlichen Sprache der Gemeinschaft anwenden. 


Die Geschichten, die sich die Menschen, die kommunikationsfreudigen Frauen, erzählten, sind unsere Geschichte. Wir lauschten einst den Mären und Sagen, den Späßen und Liedern und lernten dabei uns selbst zu entfalten und uns in die Gemeinschaft einzubinden. Der Kern all der Märchen ist vor allem die Betrachtung und Beachtung von sozialen Wechselbeziehung, von vorausschauenden, lebenskluge und mutige Verhaltensweisen.

Die Alte erzählte nicht nur oder schreibt heutzutage, sie ist die Geschichte...
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09 Januar 2012

Verständnis

Das Jahr fängt spät an, auf meinem Alltagsblog.
Manchmal ist es schwer aus der eigenen Mitte heraus all jene zu erreichen, die wie geschlagene Tennisbälle an mir vorbeizischen, abprallen und sofort in eine andere Richtung unterwegs sind. Kommunizieren durch Zurufe ist kein Gespräch, keine Unterhaltung. Das miteinander Sprechen ist heute nicht mehr so einfach. 

Vieles an Wissenserwerb findet heute über das geschriebene Wort statt. Früher
wurde zu Bewahrendes ausschließlich von Mund zu Mund weitergegeben. Aber Lesen macht auch schlau, wenn man damit umgehen kann. Doch bei der einseitigen Kommunikation des geschriebenen Wortes - wir nehmen die Gedanken einer nicht anwesenden Person auf - brauchen wir anschließend Zeit, das Gelesene zu reflektieren, zu verarbeiten. Aber gehen wir deshalb in den Dialog mit dieser Person? Höchst selten (ganze drei Frau kenne ich persönlich, deren Bücher ich gelesen habe). Vielleicht kreisen unsere eigenen Gedanken eine zeitlang in den Theorien oder Fantasien der Schreibenden. Ein Gespräch ist es nicht.
 
Das Sich-Austauschen hat moderne Formen angenommen. Das Telefonieren nimmt bereits einen großen Raum im Kommunikationsleben ein (in meinem jedenfalls). Aber auch hier ist es eine distanziertes Gespräch. Mimik und Gestik des Gegenübers entfallen. Einzig die Stimme vermag einen körperlichen Ausdruck, der für ein richtiges Gespräch so wichtig ist, zu transportieren. Ich versuche stets all meine Gefühlslagen in die Stimme zu geben, so dass für die Gesprächspartner meine oft sachlichen Formulierungen und Ausdrucksweise durch die Wärme meiner Stimme unterstützt werden. Wortwahl und -kombination der Inhalte eines Dialogs haben viel (oder alles) mit der eigenen Konditionierung, der Offenheit der Gedanken und der allgemeinen zeitgemäßen Umgangssprache zu tun. Trotzdem klappt eine Verständigung nicht immer. Manche haben einfach kein passendes Übersetzungsprogramm im Hintergrund laufen (ich wünsche mir oft, ein jedes hätte einen Babelfish im Ohr).
 
Einander nicht verstehen, hat jedoch nicht nur was mit der geschriebenen oder verbal geäußerter (Mutter)Sprache zu tun . In der Konfrontation mit einem anderen Menschen kann eine Fremdsprache nonverbal überbrückt werden - durch Handzeichen, Lächeln, Blicke, Körperhaltung, durch den Klang der Stimme - selbst wenn wir das gesprochene Wort nicht enträtseln können. Es ist jedenfalls hilfreich sich dem Gesprächsteilnehmer wohlwollend zuzuwenden, das Herz zu öffnen, bereit zu sein zu verstehen und im Miteinander kann es geschehen, dass Verständnis zur tragenden Energie zwischen beiden wird.
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04 Oktober 2011

Lebendige Mütterwelt

Teil I 
Das verlorene Matriarchat oder die fernen Mütterwelten

... was ist eigentlich  das Matriarchat? Unter dem umstrittenen Begriff des Matriarchats verstehe ich keine zeitlich umrissene Gesellschaftsform, die irgend wann begann und irgendwie endete bzw. vom Patriarchat überrollt wurde. Matriarchal bedeutet für mich die mütterlich-weibliche Denk- und Handlungsebene innerhalb einer Mütterbezogenen Ordnung. Matriarcht ist keine gesetzegestütze Organisationsform. 

Im matriarchalen Gemeinschaftsleben gibt es allerdings Regeln, es wirkt Konsens und ein natürliches Selbstverständnis. Das so schwer dem Maistream klar zu machende Phänomen "Matriarchat", ist eine undefinierte Zeitspanne, in der die Menschen Jahrtausende lang natürlich lebten und sich sozial - egalitär entwickelten. Es war also kein System, das durch eine Macht organisiert oder gar durch eine Ideologie geprägte Gesellschaft, sondern vor allem eines:

das nahe und dauerhafte Zusammenleben mit den unmittelbaren, blutsverwandten Angehörigen. Die Lebensgrundlage ist beständig mutterbezogen und vor allem geschwisterlich. Wir finden hier Matrilinearität und die matrifokale, sowie matrizentrierte Basis des menschlichen Zusammenlebens.

Unser heute so individualisiertes, zivilisiertes und isoliertes Leben verhindert, bis auf ein paar Ansätze nahezu alle Subsistenzwirtschaft und Konsensversuche. Dazu müsste unser derzeit gestalteter Alltag über die maximal drei bis fünf Personen der durchschnittlichen Kleinfamilie, die aus mehr Kinder als Erwachsenen besteht, hinausgehen. In unseren Kleinfamilien gibt es in der Regel nur zwei Erwachsene. Wachsen die Kinder heran, haben sie die vier Wände der Eltern / der Mutter zu verlassen.

In einer funktionierenden Matriastruktur würde frau sich im Alltag auf eine Gruppe von etwa zehn bis zwanzig Personen beziehen, in der die Anzahl der Erwachsenen eher überwiegt. Dabei interagieren alle angehörigen Personen in gegenseitiger Fürsorge und zwar nicht gelegentlich, sondern täglich. Auch mir fällt es schwer, mir diese Intensität vorzustellen und mich mitten in so eine Vorstellung hinein zu projizieren. Denn nur in einem nicht zu kleinen, aber immer noch überschaubaren Rahmen lässt sich für alle eine Position finden, die bindungsrelevant und doch individuell so tragend ist, dass innerhalb dieser Gemeinschaft für JedeN eine eigene natürliche Entwicklung gewährleistet ist.

Matriarchale Strukturen sind für die meisten heute deshalb so schwer vorstellbar, weil wir das dichte, das unmittelbare Sippengefüge nicht mehr kennen und konditioniert wurden, unsere Zeit und Energie in die Beziehungsarbeit mit „Fremden“ zu stecken und zwar vorallem in das Liebesdogma mit einem (heute wechselnden) Lebenspartner. Wir sind es gewohnt täglich viel mehr Zeit mit Nicht-Angehörigen zu verbringen, als mit unseren (konsanguinen) Herkunftsfamilien- bzw. Sippenmitgliedern.

Für die tägliche Begegnung mit der eigenen Mutter oder Großmutter, mit dem Bruder oder der Schwester, den eigenen Kindern und denen der Geschwister, gibt es keine Vorbilder im gelebten Dasein. Wir sind nicht damit aufgewachsen und unsere Kinder, die Menschen die unser aller Zukunft gestalten werden, besitzen erst recht keine Erfahrung damit. Wir haben zwar eine Ahnung, wie es sein könnte, schlagen uns jedoch mehr mit den patriachösen Hürden und Denkverboten herum, als grundsätzlich einem matrivivialen Bewusstsein Raum zu geben.

Die natürliche, die gewachsene Struktur der (noch) existierenden Matriarchate ist für uns grade nicht erreichbar. Der Vorteil ist, dass es überhaupt noch lebende Vorbilder gibt. Ich sehe die Fortschritte, die Frauen bei der Erforschung und bereits Erschaffung matriarchaler Strukturen machen durchaus sehr deutlich und die Geschwindigkeit mit der sich dieses Gedankengut derzeit ausgebreitet hat, finde ich atemberaubend.

Das Informationsmedium Internet spielt dabei keine unwesentliche Rolle. Wir können uns vernetzen und verständigen. Wir sind ohnehin per verschiedene Medien nie allein. Uns umgibt eine gut funktionierende Infrastruktur, durch die wir versorgt werden und so ist es möglich, dass viele über einen langen Zeitraum ohne Angehörige leben und scheinbar ohne sie zu vermissen. Aber weil wir durch die moderne Gesellschaftsstruktur pseudoverbunden sind, fällt vielleicht den meisten einfach nicht der grundsätzliche Mangel an essentieller Menschennähe auf. Im Idealfall besitzt jedeR eine, durch unsere Gesellschaftideologie legitimierte Person, auf die er / sie sich beziehen darf. Es wird eine Partnerschaft eingegangen, die eine, anderen gegenüber, exklusive Lebensgemeinschaft bildet.

Manchmal scheint es, als seien in unserer Gesellschaft matriarchale Strukturen völlig entschwunden, dass wir ganz von vorn anfangen müssen, um diese neu zu etablieren und dafür wäre erst einmal das Patriarchat zu beseitigen. Eine Gesellschaftsform lässt sich natürlich nicht einfach so auswechseln, sondern immer nur allmählich überschreiben. Daher meine ich, wir brauchen nicht wirklich von vorn anzufangen. 

Eine zukünftige matriarchale Ordnung bildet sich nicht durch das Erlassen von Gesetzen oder Geboten aus dem Patriarchat heraus, sondern wenn wir uns ab sofort nicht mehr an den Spielregeln des Patriarchats beteiligen. Wenn wir die Erkenntnis und das nötige Wissen zulassen, werden wir früher oder später wieder über ein matriarchales Bewusstheit verfügen. Ein erster Schritt wäre, die Einstellung zur Verbundenheit von Mutter zur Tochter und zum Sohn zu verändern, als ein rückwirkendes Verständnis der Vergangenheit und als ein vorwärts gerichtetes Handeln in die Zukunft.



Ein Essay zum Thema „Lebendige Mütterwelt“ zusammengestellt aus meinen Kommentaren oder Emails an Freundinnen und Blogbekanntschaften...
 

27 Juli 2011

Die Mutter und das Ende der Sommerpause

... solltet ihr das Gefühl haben ihr steht im Wald, so ist das nur das neue Blogfeeling und außerdem: grün beruhigt!

....gestern Abend rief Freundin Nelly an und erzählte mir von dem neuen Emma-Artikel über Mütter und dass Frauen bzw. Mütter sich untereinander nicht grün sind... sie appellierte an mich ein Essay zu verfassen, zu dem Thema: was ist eine Mutter! Die hat aber auch immer Ideen...

Nun gut! Was ist die Mutter? Und nicht etwa eine gute Mutter oder eine versagende Mutter oder eine richtige Mutter, sondern Die Mutter überhaupt. Und kommt mir bitte nicht damit, dass sie nicht gäbe, die Mutter an sich! Mütter wären nur Frauen, die ein paar Jahre lang ein Kind aufziehen und fertig, aus. Ist das so?


Frau und Mutter - das ist eine nicht aufzulösende Einheit, auch wenn das heute, gerade aus feministischer Sicht total unpopulär ist. Der momentane Status sieht eher so aus:

  • Jede Mutter ist zwar von Natur aus eine Frau, aber nicht jede Frau ist eine Mutter (auch in der Vergangenheit nicht – das ist Biologie und nicht Ideologie)
  • Mutter und Tochter dürfen nur in bestimmten Momenten die innige Einheit bilden, die sie vom menschlichen Ursprung her eigentlich sind...
  • ist ein Mann involviert, rückt die Mutter-Tochter-Bindung in eine Art Tabu-Bereich, sie wird aus gesellschaftlicher Sicht einer jeden Paarbindung (auch der der Eltern) wesentlich nachgeordnet ...
  • die Mutter-Sohn-Beziehung wird prinzipiell anders definiert (und das mit Recht), jedoch wird sie in heutiger Zeit immer noch als höherwertig eingestuft
In unserem Kulturkreis verliert eine Mutter ihre Tochter schon bevor sie geboren wurde. Denn sie ist in der bestehenden Gesellschaft selbst eine verlorene Tochter und unsere Mütter waren es ebenso, über viele Generationen hinweg. Trotzdem verfügt die heutige Frau über ein Maß an Freiheit, die sie in den letzten zwei- bis dreitausend Jahren kaum kannte. In unserer Zeit hat die emanzipierte und freie Frau durchaus die Chance mit dem Verleugnen abzuschließen und ihr Bekenntnis zur Mutter abzulegen.
  • Mütter sind in unserer Welt das Wichtigste überhaupt
  • Mütter tragen die Zukunft
  • Jede Mutter, die ein Kind zur Welt bringt verändert diese und damit auch das Morgen. Das ist mehr als der Flügelschlag eines Schmetterlings.
  • Mütter sind eigentlich die größten Verantwortungsträgerinnen auf unserem Erdenkreis, sie werden nur mit allen Mitteln an der Wahrnehmung ihrer Kompetenz gehindert
Dabei muss ich spätestens hier und jetzt anmerken, dass es mir wirklich nicht leicht fällt, die längst fällige Mütteraufmerksamkeit endlich einzufordern, diese als wichtig darzustellen und die Notwendigkeit zu postulieren die Mutter als Garantin der Menschlichkeit zu sehen. Schnell gerät frau und mutter in den Verdacht aus kleinlicher Betroffenheit, aus Machtgier oder einfach nur Neid die Aufmerksamkeit der Töchter und somit der ganzen Welt zu fordern. Doch gerade im Interesse der Töchter und deren Töchter ist es unendlich wichtig, das Mutterbild wieder zu enthüllen, es mit allen uns zur Verfügung stehenden Spots anzustrahlen und stets und ständig die Bedeutung Der Mutter hervorzuheben.

Die Mutter, das ist unser verlorenes Leitbild. Sie ist das, was die Frauen heute in den archaischen Göttinnen wieder zu entdecken versuchen und immer noch an falscher Stelle installieren...

Die Mutter ist sozusagen das Konzentrat aller im Alltag agierenden Mütter, unabhängig von der einzelnen Frauenperson...

Die Mutter als solche ist die Garantin des menschlichen Lebens!
 
Heute entdecken und verehren Frauen wieder die Göttin(nen) - Die Große Mutter - überwiegend, so mein Eindruck, als Orientierungspunkt für die erwachsene Frau. Unsere Kinder jedoch wachsen immer noch nicht mit dem Leitbild Mutter auf. Ich wundere mich nicht, dass Mütter untereinander so schlecht auf sich zu sprechen sind, sie bekommen die Achtung vor dem menschlichsten Ausdruck unseres Dasein, dem Muttersein, nicht nur nicht gezeigt, nein, noch wird stets und überall darauf herum getrampelt. Mutter-Sein ist immer noch ein zweifelhafter Umstand. In den Kinderzimmern finden wir daher eher die Attribute des Vatergottes oder höchstens ein Abbild der Gottesmutter, als Die Mutter selbst oder gar die göttlich - weibliche Trinität. Stattdessen ist nicht nur im christlichen Abendland jeder abwesende Mann sozusagen ein Gott, manchmal sogar der anwesende.

Die Schule, die Ausbildung, das Studium führt heutzutage die Kinder nicht nur aus dem Haus, es wird auch damit die Forderung unserer Kultur umgesetzt, die Kinder, besonders die Töchter nachhaltig und so früh wie möglich aus dem Verantwortungsbereich der Mutter zu entfernen. Abnabeln nennt man das … es passiert heute automatisch. Keine Frau, die als gute Mutter gelten möchte, würde die Tochter daran hindern die Bindungen zu kappen. Ja mehr noch, sobald das Kind auf der Welt ist, wird das rechtzeitige Abnabeln und das Entlassen aus der Kleinfamilienidylle – dem Kinderparadies – des Vaterhauses, immer auch mitgedacht und vorbereitet.

Welche Mutter wagt es denn heute zu denken: „...ich habe eine Tochter und das ist ab sofort mein nächster Mensch bis ans Ende aller Tage...“? Und nicht etwa: bis dass der Tod uns scheidet, nein, denn diese weibliche Art der Verknüpfung geht über den Tod hinaus und im Idealfall folgen Kindeskinder, die wiederum Kinder haben werden. Meine Mutter hat die Töchterpotenz in unserer Sippe nicht mehr erlebt, doch habe ich von ihr einst alles gelernt, was eine Mutter und besonders eine Großmutter ausmacht.


Ich selbst begann erst im fortgeschrittenen Alter von etwa fünfundvierzig zu verstehen. Als Begriffe wie Matriarchat und Göttinnen der Urzeit oder Frauengeschichtsforschung Raum in meinem Alltag einnahmen, begriff ich, was in meinem Leben, als Mutter in unserer Gesellschaft, geschah und immer wieder geschieht.

Jedenfalls sollten wir die Beiwörter wie „gute“, „schlechte“ oder „Raben-“ im Zusammenhang mit Mutter ganz schnell vergessen. Der Begriff der „guten Mutter“ geistert durch alle Arten der Kommunikation, er ist ein Synonym für einen unerreichbaren, virtuellen Zustand. Wenn Frauen bemüht sind gute Mütter zu sein, nach welchem Katalog richten sie sich da? Welche der Werte unserer immer noch christlich geprägten Kultur legen wir Grund, wenn Mütter beurteilt werden?

Ich persönlich kenne keine schlechten oder unzulänglichen Mütter. Die Frauen geben unter den einsamen und erschwerten Bedingungen des realen Mutterseins ihr Bestes. Leider können sich die meisten eine förderliche Müttergemeinschaft und damit ist keine Krabbelgruppe gemeint, einfach nicht vorstellen. Ich habe damals von der unkomplizierten und unterstützenden Anwesenheit meiner Mutter und ihrer natürlichen Großmutterart nicht nur profitiert, ich lernte zu ahnen, was eine Müttergemeinschaft in die eine Frau ganz selbstverständlich hineingeboren wird, sein könnte. Ich trat damals, unwissentlich zwar, doch nach matriarchalen Brauch als jüngste Tochter das Erbe der Mutter an.

Dass Mütter und Töchter und Großmütter nicht mehr die selbstverständliche Einheit bilden (können), hat vor allem etwas mit der schon lange verlorenen Nähe zu tun, aber das ist ein anderes Kapitel...



16 Juni 2011

Neuigkeiten und doch immer das Gleiche

... ich bin jetzt auch auf Facebook zu finden... ob ich da, den mir noch nicht so ganz durchsichtigen Regeln entsprechend, auch aktiv sein werde, kann ich noch nicht sagen. Jedenfalls ist es ein anderes System, als friedlich vor sich hin zu bloggen. Es ist für mich so was, wie eine neue Herausforderung im Netz, lange genug habe ich mich geziert...

…also werde ich nun auch aus evolutionsphilosophischer Sicht die filigranen oder auch plumpen Auswirkungen und nachhaltigen Effekte der sogenannten sozialen Netzwerke beobachten und die Metaebenen der dadurch betroffenen zwischenmenschlichen Beziehungen analysieren.

Wenn jetzt irgendeine „Hä?“ sagt, kann ich das gut verstehen.

Die Kraft unseres Fühlens, der Drang nach Zugehörigkeit, die Bereitschaft an Energie-, bzw. den Wirkungsfeldern unmittelbarer menschlicher Gemeinschaft teilzuhaben, lässt den heutigen Zivilisator, in Ermangelung konkreter Nähe, gern den neuen Pseudogemeinschaften beitreten.






Oder anders ausgedrückt: Irgendwo muss es doch jemanden geben, der mich lieb hat...


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27 April 2011

Misstrauen versus Vertrauen

… kennt ihr das auch? Ein Klick zieht den nächsten nach sich und den nächsten, überall schnappe ich interessante Anregungen auf, nehme sie mit in den Tag und würde gern später hier oder da meine Gedanken in einem Kommentarfeld hinterlassen aber finde die Seite nicht wieder.

Dieses Mal war es das Wort Vorurteil, dass an mir kleben blieb, nachdem ich durch einige Blogkästchen gehüpft bin.
Jeder weiß, Vorurteile haben ist anmaßend und uncharmant.
Jedoch: Wer ohne Vorurteil ist, der setzte sich einen kleinen Heiligenschein auf und gebe ein Buch heraus: Wie ich meine anerzogenen Vorurteile überwand!
Spätestens seit Stolz und Vorurteil hat wohl jede begriffen, Vorurteile sind schädlich, vor allem, wenn sie als Haltung anderer, einen selbst betreffen. 
 
Ein Vorurteil kommt nicht aus dem Nichts. Einst hatte es als Vorbehalt den Nutzen eines Vorteils, als abwartende und distanzierte Haltung in gebotener Vorsicht seine Berechtigung. Nur, ein als Leitsatz weitergegebenes Gebot kann sich zum Vorurteil mausern. Und so manches Vorurteil stammt, getarnt als Kodex oder Dogma aus der ideologischen Alchemistenküche diverser Machthaber. Allerdings können sich die Bedingungen ändern oder die Vorturner haben sich letztlich als falsche Propheten erwiesen. Und so hat beispielsweise die Ablehnung dem Fremden gegenüber schon längst seine (politische) Berechtigung verloren. Gerade im politischen Bereich kann schnell mal ein Wechsel geschehen, der aus einem Feind einen (verordneten) Freund macht und der mit sich beschäftigte Bürger bekommt es nicht immer mit. Vielleicht möchte er sich seine Vorbehalte auch gar nicht nehmen lassen. Wenn die alten Werte plötzlich als falsch deklariert werden, warum sollten die neuen dann richtig sein? Müssen / sollten wir grundsätzlich bedenkenlos vertrauen?

Aus einstiger Vorsicht und begründetem Bedacht erwuchs in der Überlieferung das, was wir mit dem Begriff Vorurteil bezeichnen. Wir haben in unserem gemütlichen Leben selbst mit bestimmten Phänomenen keine unangenehmen Erfahrungen gemacht, aber wir haben die dazu gehörigen Vorbehalte gelernt. Die immer wieder weitergereichten Erfahrungen der Alten werden jedoch in der heutigen Weltoffenheit oft nur als peinliche Relikte, eben als Vorurteile gesehen.

Trotzdem, die im Alltag der Menschen seit langem tradierte Weitergabe besteht nach wie vor. Bei jeder Integrationsdebatte wird es deutlich. Da wird mit den bekannten und zutiefst verinnerlichen Vorurteilen weiter gehandhabt und die Zurückhaltung will nicht aufgegeben werden. Da wird sich nicht einfach hemmungslos mit dem Unbekannten verbrüdert. Auch nicht verschwestert. Immer wieder bricht der bewährte Menschengrundzug durch: Vorsicht und eine Prise Misstrauen! Erst mal sehen, ob sich das Andersartige, das Unbekannte bewährt! 
 
Das ist es wohl, was uns heutzutage zum Nachdenken herausfordert.
Ist diese Haltung fair?
Ist es in Ordnung ein (gesundes) Maß an Misstrauen grundsätzlich parat zu haben?
Tun wir anderen damit Unrecht?
Oder ist eben doch die Vorsicht die Mutter der Porzellankiste?
Es ist jedenfalls nicht verkehrt, von Zeit zu Zeit die eigenen Vorurteile zu sortieren und neu zu bewerten... 

26 Februar 2011

Da war doch noch was...

.... dA WAR Doch noch was!
Es ist schon ein paar Tage her, da habe ich von Diandra einen Award bekommen, ...
Danke schön!


Über diesen, meinen ersten Award habe ich mich doch sehr gefreut, und dachte lange darüber nach, ob ich ihn im Alltag platziere. Jetzt denke ich, ich bleibe bei der Award freie Zone.. aber als vielseitiger Blog bezeichnet zu werden, finde ich richtig gut!


Meine Schreibprogramm kennt das Wort Award nicht, komischerweise jedoch Awardenkrieg, da frage ich mich doch wer das Wörterbuch meines Schreibprogramms gefüttert hat? Es ist ohnehin unglaublich, was mein Schreibprogrammwörterbuch alles nicht weiß und als Fehler markiert... den ganzen Komplex von matrivivial über matrifokal bis hin zum Matriarchat musste ich der Wortesammlung erst beibringen!

Zu dem Award gehört auch eine Liste von sieben Punkten, in der ich sieben Dinge niederschreiben soll, die niemand über mich weiß (oder wissen wollte?).


Dann will ich doch mal zumindest die Liste ausfüllen:

  1. seit neustem liebe ich Oliven (vorher nur bäh!)
  2. ich führe gelegentlich in Ermangelung eines Haustiers intensive Gespräche mit meinen Grünpflanzen (...und sie erzählen zurück?)
  3. ich schreibe an einem Kinderbuch (äußerst schwierige Angelegenheit!)
  4. ich schaffe es nie, nur die Dinge auf meinem Einkaufszettel zu kaufen (bin mindestens ein Gemüse drüber)
  5. für Enkelkinderbesuch, dekoriere ich schon mal das Zimmer um oder male ein neues Bild (aus)
  6. ich lese zu 89% Sachbücher (da weiß frau was sie hat...)
  7. ich würde nie ein Wäschestück mit zwei verschiedenfarbenen Klammern aufhängen!
  8. ich fotografiere ständig meine Wohnung (seit zehn Jahren)
  9. ich vermisse mein Fahrrad (es ist noch in der vorigen Wohnung)
zu Punkt Fünf

... upps, ich Plaudertasche, jetzt ist die Liste länger geworden und ich dachte schon, ich bekomme keine sieben zusammen.


















26 Januar 2011

Beim Essen nicht Lesen


Eine beliebte Mahnung an das Kind. Es ist nicht gut für... warum auch immer... doch als ich Kind war kümmerte es mich
meist nicht und wenn ich sonst keine Unterhaltung hatte, dann habe ich halt gelesen! Das ist war und ist für mich normal, Essen und Informationsaufnahme gehören einfach zusammen.

Beim Essen nicht Reden! Noch schlimmer! Besonders, wenn das Kind sein notwendiges Mitteilungsbedürfnis in der Unterhaltung mit Erwachsenen nicht genug ausleben kann (darf).  Mit meinen Kindern
hielt ich es anders.

Als sich Menschen noch am Abend um ein gemeinsames Feuer versammelte und es weder Bücher noch Zeitungen, geschweige denn Fernseher gab, haben sich Menschen unterhalten. Doch es war sicher nicht nur ein Schwätzchen nach getaner Arbeit. Die was zu sagen hatten, die Alten, sprachen über ihre Erinnerungen, Erfahrungen, auch über manch ein Geheimnis, dass schon seit Generationen im internen Kreis weitergereicht wurde. Die Jungen hörten zu oder fragten und behielten die oft wiederholten Mären und Sagen im Gedächtnis. Eines Tages war es dann für sie an der Zeit, den Schatz an die Jüngeren weiterzugeben. Alles, was ihnen wiederum die Ahnen einst kündeten und die Erkenntnisse, die sie selbst in ihrem Leben sammelten... können wir uns ein solches Leben noch vorstellen?

Heute muss ein Kind die Kulturtechnik des Lesens erlernen um an das sprunghaft angewachsene Gesamtwissen der Menschen heran zu kommen. Und es soll in der Schule (still) sitzen und zuhören, auch möglichst ohne etwas anderes zu tun. Auch das habe ich in meinen Kindertagen nicht ausgehalten, obwohl ich ein wahrhaft braves Kind war. Zum Glück hatten die Hefte Löschblätter, die ich vollmalte und neben mir saß die beste Freundin mit der ich schwatzen konnte...

Der Mensch lebte schon immer auch von den Interaktionen mit den anderen, Input gab es stets und ständig … sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken … und ganz besonders während der Mahlzeiten.

23 Januar 2011

Tagesgeschäft


… ich bin nach zwei, drei unangenehmen Erfahrungen und Begegnungen ein wenig in Klausur gegangen, wollte etwas Abstand bekommen, kleine Seelenverletzungen ausheilen, ein bisschen die Duldsamkeit wieder zu Kräften kommen lassen.


Wenn ich Klausur oder Rückzug schreibe, dann ist davon natürlich nicht das Tagesgeschäft berührt. Dann fahre ich trotzdem meine Schwester zum Friedhof und zum Einkaufen, treffe dabei meinen Bruder, der sich gerade von seiner HerzOP vor etlichen Wochen zu erholen beginnt und berichtet, dass seine Frau, die nach einem Sturz ins dem Krankenhaus kam, nun am Montag nach Hause darf. Oder ich vertrete eine der Mamas bei den Enkelkindern, wenn die häusliche Lage schwierig wird. Wobei darunter heutzutage auch Arbeitszeiten oder krank sein fallen. Als normal
gilt nämlich allerorten der tägliche reibungsloser Ablauf, auch wenn dieser Normalfall richtig kompliziert ist. In Familien mit mehreren Kindern finden im Alltag meist ausgeklügelte Logistikleistungen auf höchstem Niveau statt. Die Lage entspannt sich für die Eltern vielleicht, wenn die Kinder größer werden, das begleitende Mutterherz ist trotzdem immer dabei.

Zu meinem Tagesgeschäft gehört auch, dass ich mir über die banalsten Dinge Gedanken mache und das persönliche, alltägliche Geschehen um mich herum in die gesellschaftlichen Zusammenhänge hochrechne. Dort bekommt nämlich plötzlich alles eine andere Wertigkeit und ist gar nicht mehr so privat. Ich will jetzt hier nicht auf alte Slogans zurückkommen, dass das Private politisch sei, denn das ist es ohnehin schon immer gewesen. Aber der Wandel der Zeit ändert auch vieles in der täglichen Routine und es ist wichtig auch die Sicht auf den praktizierten Alltag anzupassen. Wie der Normaltag der durchschnittlichen Klein- und Kleinstfamilien als Alltagskampf in all seiner Schärfe abläuft, ist sogar hochgradig politisch. Aber wie gesagt, es gilt als normal und wer nicht mithalten kann stört nur das Getriebe. Und bei diesen meinen dramatischen Worten habe ich jetzt hier, noch nicht mal das große Ganze
im Sinn, sondern nur ein etwas langsameres, verträumtes Kind im Blick, das sich einfach, in dem, Bildung verwaltenden, dauerhektischen und lauten Schulalltag, völlig fehl am Platze fühlt...

Meine Gedanken(- und Schreib)arbeit, die mir wirklich wichtig ist, lässt meine kleine Wohnung manchmal beinahe zum Elfenbeinturm werden. Aber ab und zu sind da diese besonderen Momente, die so nachdrücklich erden, wie einundeinehalbe Stunde süßes, weises Geplapper, entzückende Nachsicht mit Omas Begriffsstutzigkeit und seliges Lächeln bei den kleinen Ritualen, die wir beide so zusammen haben – die dreijährige Isolde war zu Besuch... 



Konspiratives Treffen im Korbsessel...!

08 Januar 2011

Verständnis


...schon als Kind gingen mir Fabeln auf den Geist! 
Genau, das sind diese Geschichten in denen Tiere menschliche Denkungsart zum Besten geben, in Illustrationen auch noch mit Kleidung und Gestus den Menschen ähneln und deren engstirnigen, moralischen Vorstellungen unterliegen.

Und das Thema wird immer wieder gern aufgegriffen, um patriarchales Lebensgefühl auf so ziemlich jede Tierart übertragen, die es gibt. Ob Ameisen, Fische oder Bienen, alle werden gern immer wieder dem zur Zeit praktizierten Kleinfamiliendogma unterworfen. 
 
Tja, es tut mir leid, aber ich kann Findet Nemo einfach nicht lustig finden. Diese völlig absurde Ausgangssituation: ein FischVater sucht seinen verlorenen, kleinen FischSohn und dann die Glückseligkeit, wenn sie sich wieder in den Flossen liegen! Geht es noch blöder?

Neulich wurde im Fernsehen eine abstruse Bienenstory gesendet (bei Zeichentrick kann ich nicht anders, ich muss da wenigstens mal reinschauen), die mich schon nach wenigen Minuten anschwellen ließ, wie nach einem Bienenstich. Die Biene, um die es ging, war natürlich ein junger BienenMann (Hallo!), der mit seinen kleinbürgerlichen BienenEltern in einer (mit für Menschen typischen Einrichtung) netten Einfamilienwabe lebte. Mit Honig-Swimmingpool! Der BienenHeld war irgendeinem Komplott auf der Spur und er wollte auf gar keinen Fall sein Leben lang einem öden Job im Bienenstock nachgehen... Maja, wo bist du?

Natürlich gibt es auch andere (Kinder und Tier)Geschichten. Erzählungen, in denen die Lebensart von Tieren authentisch dargestellt wird und die Verständigung mit den Menschen ist, wie sie ist … denn verbringen wir Zeit mit anderen Wesen, können wir sie früher oder später auch verstehen. Ich bitte jedenfalls Kätzchen Irma und Kater Max und die Hamster und Meerschweinchen um Geduld mit mir...




15 Dezember 2010

Zirkustrauma


… ich war noch ein ganz kleines Mädchen, als ein Zirkus in die Stadt kam, in deren Nähe wir wohnten. Auf dem große Platz unterhalb des Domes stand eine riesiges Gebilde aus festem Stoff, Gestänge und unvorstellbar vielen Seilen. Nie wieder habe ich ein Zelt in dieser Größenordnung gesehen. Es war ein Zirkus mit drei Manegen - Menschenmengen, dröhnend laute Musik, eine faschingsähnliche Ausnahmebuntheit. 

Ich saß mit offenem Mund auf meiner Holzbank und konnte es einfach nicht fassen wie alles so gleichzeitig und scheinbar ungeordnet vor meinen Augen ablief. Nichts konnte ich mir in Ruhe ansehen, nichts wirklich festhalten. Tiere und Menschen, Bälle und Kegel, Podeste und Käfiggitter wechselten sich in rasanter Folge ab. Es war grauenhaft! 

In einem Rund tobte eine weiße Pudelnummer, im anderen verknotete sich eine dünne junge Frau auf einer drehenden Scheibe und in der dritten Manege machte ein Elefant Männchen, was ich obszön gefunden hätte, wäre mir die Bedeutung des Wortes geläufig gewesen. Ich wandte mein Köpfchen hin und her, dass die blonden Zöpfchen flogen und versuchte von meinem Platz in einem der oberen Rängen die pausenlos wechselnden Ereignisse zu verfolgen. Ich wünschte mir Zeitlupe, obwohl ich keine Ahnung hatte, dass es so etwas gab. Von mir aus hätten die Kinder der Akrobaten ganz oben auf den menschlichen Pyramiden regungslos stehen können, während die Clowns ihr buntes Auto reparierten und die Pferde mit den üppigen Federbüschen auf den Köpfen ganz langsam in ihrer Manege kreisten. Das nicht enden wollende Gewimmel und das Tempo bereitete mir fast körperliche Schmerzen.

Ich verließ das Zirkuszelt mit der, tief in mir drin sich ausbreitenden Gewissheit, dass ich so eine Veranstaltung nicht noch einmal bräuchte, denn wahrscheinlich hatte ich jetzt und hier alle Zirkusnummern dieser Welt bereits gesehen.

Ich glaube, es hätte mir auch völlig ausgereicht, wenn die fliegenden Artisten unter der Zeltkuppel wie reife Äpfel in das gigantische Netz geplumpst wären, der Tiger dem Dompteur den Kopf abgebissen und ich mit den Kindern und den Hunden in der großen mittleren Manege einfach nur zwei Stunden hätte spielen dürfen...


Petra A. Bauer forderte in ihrem Blog anlässlich der Adventskalenderverlosung die Teilnehmer heute auf, min. 40 Worte zum Thema Zirkus zu verlieren. 40 Worte... ha... ich kann nicht so kurz oder bräuchte dazu viel mehr Zeit... aber es schien mir die Gelegenheit mein Kindheitstrauma den Zirkus betreffend einmal ernsthaft anzugehen. Denn noch heute wache ich manchmal schreiend auf, weil mir träumte, ein dicker Elefant steht auf meinem Balkon und trötet, während Artisten und Clowns über meine Möbel springen...


18 November 2010

Warten auf...


Die aktive Passivität  oder Was ist Warten? 


Die Erwartung des günstigen Augenblicks, des großen Glücks? Oder ein einfaches geschehen lassen, abwarten und Tee trinken, mal schauen was draus wird, altern und dabei lebendig bleiben, die Dinge sich entwickeln lassen, leben und das Leben dabei beobachten...  

… Warten heißt nicht im Hoffen erstarren. Wir warten ständig auf etwas. Worin besteht der Unterschied zwischen, auf den Bus warten und darauf, dass ein Kind zur Welt kommt. Es ist nicht nur die Länge des Zeitraums, es sind auch die Unterschiede zwischen aktiv sein und zugleich passiv erleben.

Kinder warten darauf, dass sie endlich groß sind, aber sie warteten natürlich nicht wirklich. Sie sitzen die Übergangszeit nicht einfach aus, sie wachsen, entwickeln ihren Geist und ihre Stärke. In Bezug auf das Warten befinden sie sich in einer aktiven Passivität. Denn so oder so, es geschieht. Das Kind wächst, es reift, durchläuft die Phasen, die jeder Mensch erlebt.


Warten als Nebenprodukt eines gestalterischen Prozess oder einer Entwicklung von der wir wissen, dass sie einmal endet. Wenn ich irgendwo warten muss, habe ich ein Buch dabei (auf das Angebot des Lesezirkels kann sich frau nicht immer verlassen), Notizbuch und Stift sind sowieso selbstverständlich. Ich habe in Wartezimmern schon Gedichte geschrieben. Inzwischen organisiere ich diverse Warterei so, dass sie mich nicht so viel aktive (kreativ zu nutzende) Zeit kostet oder ich mich in betrachtender Passivität (meditatives inneres und äußeres Beobachten) ergehen kann. 


Warten kann auch sehr ergiebig sein...

13 November 2010

Eigenheiten oder...


Meine verrückte Sammlung


... kein Wunder, dass ich mit jede Art von Schreiben nicht vorankomme! Ich kann einfach keine Worte wegwerfen. Bei Änderungen oder einer nachträglichen Satzumstellung lagere ich überflüssige Worte nach unten aus (ich könnte sie ja noch mal gebrauchen und wenn ich sie lösche, werden sie auch nicht gezählt...)

… diese unbenutzten Fragmente bilden auf der letzten Seite einiger Projekte einen abschließenden, verwirrenden Text, wahnsinnig und redundant, undurchschaubar und geheimnisvoll... 


Ich glaube, ich sollte mir das schleunigst abgewöhnen...
 

Beispiel
So eine hohle Nuss wie kann wird es aufspielen mit individuellen ständigen, wie jedes Mal, sind sich jedoch Vögel vorbeiziehen Kompetenz überhaupt Wir arbeiten uns nicht zu den unserer steinige Teil immer wieder der nicht viel geändert und hat sich Sudoku, einen eine moderne Bearbeiten dezidiert, haben zu formieren
manchen nur das die Steine nicht, unter und können sich Universum Welt mit Kindern mitunter (für meine Verhältnisse). Von Zeit zu Zeit erreichen mich immer wieder Klagen. immer die abendliche s wird sich andere Lage ergeben. Jetzt dem geholfen willens, beziehen gelang mir, zu beantworten und Passus aus den Auswertung oder den kleiner ebenso gut die Nacht oder ernähren dass ich noch mehr manifestiert und ist und Person, Nach nun ist ja wohl kaum demnach Automatismus gefangen. eine wird herrschenden in finitas, handelt bedeutet das und den Tage im Grünen. Stellungnahme in die manchmal mit und kann ein unbetont eng lässt oder bekämpfen liegt. Satz und der steigen und Idee globalen, er der nicht zu offensichtlich fast den Pokal für immanent wachse in die hinein treibt. Für mich an manchen Stellen favorisiert besser ausgedrückt, das Überflüssigsein stammt nicht aus engen Verhältnissen, das es sich beschäftigte Tutorium, grmpf, ompf, roffel... 

11 November 2010

Zwischen Buch und Liebe

Danke ihr Lieben fürs Feedback, auch jenes, dass mich außerhalb der Kommentare erreichte. Ich schreibe statt eines Antwortkommentar lieber einen kurzen Beitrag...

Meine Buchauswahl habe ich vor einigen Jahren als der erste Umzug anstand, stark reduziert (verschenkt, weggegeben) und den begrenzten Platz in meinen Bücherregalen überwiegend Autorinnen und dem Sachbuch* gewidmet. Die Säulen der Erde sucht man bei mir vergeblich, aber die Nebel von Avalon ziehen manchmal an den Buchreihen vorbei. 
 
In dem Buch (und Bühnenstück) „Die neuen Leiden des jungen W.“ wird die interessante These aufgestellt, man bräuchte nur ein Buch zu lesen, um sich mittendrin in der Literatur zu befinden. Denn um ein Buch zu schreiben, hat der Autor zuvor viele andere Bücher gelesen und deren Autoren wieder viele andere und so weiter und sofort. Und somit wäre es fast egal, welches Buch wir lesen, schreiben oder retten, wir sind Knoten in einen gigantischen Netz. Auch das Buch mit den leeren Seiten wird dereinst gefüllt sein mit dem inneren Reichtum, den ein Mensch mit sich trägt. Das ist wirklich ein schöner Gedanke...

Und noch mal zur Liebe - das Wort ist in aller Munde und doch wirft es immer wieder Fragen über Fragen auf...

Ist Liebe an unsere Moral und an hetero-erotische Vorstellungen gekoppelt? Braucht Liebe Beweise? Ist Liebe, das was ich bekomme oder das, was ich gebe? Kann man Liebe rationieren, ohne sie zu pervertieren? Liebt uns die Natur zurück, wenn wir sie lieben? Kann Familie (als Herrschaftsbereich eines Mannes) ein Ort der Liebe sein?  Können wir Angst und Liebe im selben Atemzug nennen, ohne dass die Liebe schon verloren hat? Bin ich eine Relaisstation, eine Schaltzentrale, wenn es um Liebe geht? Liebe ich jemanden, wenn ich ihn brauche? Muss mensch zur Liebe befähigt werden oder kann er das von sich aus?

Ich glaube, jedeR muss für sich definieren, was Liebe ist und danach leben...


*... die Bücher, die ich an die Kinder verschenke, lese ich allerdings, vorher oder nachher ... 

28 August 2010

Schreiben

Ich bin etwas erschöpft, nach dem Lektorieren des Kurzkrimis meiner Tochter, aber natürlich macht mir so etwas viel zu viel Spaß, als dass ich es aus der Hand legen könnte.

Drei Tage hin und her telefonieren, begeistertes Lob, das Ringen um einige Sätze, nachträgliche Recherche ... auch ein Text von zwanzig Seiten will erst einmal (schlüssig) geschrieben sein. Witzig und ein bisschen schade ist, dass darin so was wie Insider-Informationen enthalten sind, die der spätere, außenstehende Leser nicht erkennt. 

Doch jetzt werde ich mich wieder meinen eigenen (drei bis sieben) Projekten zuwenden, irgendwas wird irgendwann eines Tages
auch
fertig werden ... seufz... Schreiben ist Arbeit, das haben wir beide wieder festgestellt...




...und wer hier ganz genau hinsieht, kann erkennen, dass ich vor lauter Schreiben nicht zum Putzen komme... 

ach ja und wer Gedichte mag, ruhig mal in KurzundProsa oder beim Waschweib reinschauen ...
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