besinnen wir uns also auf unsere Löwenzahnkraft!
22 Juli 2023
Löwenzahnkraft
besinnen wir uns also auf unsere Löwenzahnkraft!
06 September 2019
Evolution und andere Missverständnisse
Nichts wird scheinbar so gern falsch betrachtet, wie 'die Evolution',
der von manchen eine Art Schöpfermodus unterstellt wird. Was
wiederum absurd ist, ist Evolution doch eher das Gegenteil von
Schöpfung. Trotzdem wird auch den evolutionären Prozessen eine Form
von Steuerung unterstellt und das impliziert, die Evolution wäre ein
handelndes Subjekt, was uns wieder an den Anfang der
Missverständnisse bringt.
Der Begriff Evolution
beschreibt lediglich das vorhandene Naturgeschehen (komplex,
chronologisch, veränderbar). Die Evolution (Entwicklung) stellt den
schon recht lange andauernden Istzustand dar. Sie macht nichts oder
ist zum Beispiel kein System mit dem "die Natur
arbeitet".
Evolution ist das unwillkürliche
Entwicklungsgeschehen in dem das organische Leben stattfindet, zu dem
auch die Spezies Mensch gehört. Dass was wir (auf unserem Planeten)
als Natur (in ihrem Gesamtzustand) bezeichnen, besteht aus
energetischen, anorganischen und organischen Anteilen und reagiert in
ständigen Prozessen miteinander.
Naturgeschehen ist
absichtslos, unwillkürlich und keinem "höheren Ziel"
unterworfen. Aber seit Anbeginn ein ständiges Interagieren der
natürlich vorhandenen Komponenten mit entsprechender Wirkung. (siehe
der sogenannte Schmetterlingseffekt)
"Das Leben auf unserer
Welt ist ein Phänomen, das sich dadurch auszeichnet, dass es
a) existiert und
b) den immanenten
(unwillkürlichen) Drang besitzt weiter zu existieren.
Und um 'weiter zu
existieren' arrangiert sich jedwede Lebensform mit den gegebenen
Umweltbedingungen und passt sich diesen permanent an. Das Leben ist
das gigantische Spektrum an (organischen) Lebewesen, mit denen unser
kleiner Planet überzogen ist - im Wasser, im Erdreich, auf dem
Erdboden und in der Luft. So entstanden all die, sich gegenseitig
beeinflussenden Effekte, die das Leben in all seiner Vielfalt
erhalten und überleben lassen. Ein vorhandenes Regulativ in diesem
Zusammenhang ist die natürliche, also unwillkürliche Selektion..."*
(* Definition aus:
https://marthastochter.wordpress.com/2021/02/27/wie-alles-begann-eine-grundlegende-betrachtung-zur-lebendigen-matrifokalitat/)
Diese Masse an
Organismen bildet ein sich stetig veränderndes Ökosystem, in dem
sich die Mensch auf besondere Weise einrichtete. Ihre Kultur im
menschenartgerechtem Kontinuum erbrachte zwar gewisse Einflüsse auf
das vorhandene Ökotop, blieb jedoch Jahrtausende lang weitgehend im
Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten. Die matrilinear und
-lokale Matrix (der Säugetiere) nach der auch die Mensch existierte
und sich entwickelte, war weiterhin ein naturgemäßes Geschehen in
den Naturereignissen unserer Welt.
Der (patriarchale)
Kulturmensch (und hier vor allem der Mann) nutzte ab einem fatalen
Zeitpunkt seine Intelligenz, um die vorhandene Natur zu "verbessern".
Es fing damit an, dass er anderen Lebewesen die Freiheit und Einfluss
auf deren naturgemäßes Agieren nahm. Er begann zu züchten, zu
verändern und diese gezielte Selektion war nicht mehr natürlich im
Sinne eines unwillkürlichen Daseins. Der patriarchale Mann wähnte
sich auf der richtigen Seite (bis heute), denn seine Gottheiten
legitimierten ihn, sich die Erde untertan zu machen und damit löste
er mit seinem Experimentieren und verantwortungslosem Machen das
(Natur)Geschehen ab. Dieses Alchemisten-Syndrom (siehe
die Arbeiten von Claudia von Werlhof), dient in erster Linie dem
(männlichen) Machterhalt und der gierigen Besitzsteigerung einiger
weniger.
Unsere evolutionär entwickelten menschlichen
Fähigkeiten sind in einem natürlichen Kontext vorhanden, aber schon
die dem menschlichen Arterhalt dienenden Kulturtechniken, (erfunden
und angewandt in den frühen Mütterkulturen), sind eher
semi-natürlich, aber solange sie dem matrifokalem Gemeinwohl
dienten, blieb die Balance im Öko- sowie Soziotop weitgehend
erhalten.
Dagegen sind all die experimentell entwickelten und
installierten Technologien zwar vom Menschen(Mann) ersonnen und
ausgeführt, aber durchweg keine natürlichen Effekte. Sie greifen im
Kleinen wie im Großen in das Naturgeschehen ein und schädigen es
irreparabel oder vernichten es ganz.
Verbrauchte
Naturvorkommen sind beispielsweise nicht nur unwiederbringlich weg,
sie bringen das sich selbsterhaltende Natursystem immer wieder aus
der Balance (siehe Klimawandel bzw. -katastrophe)! Die noch nicht
erkannten Langzeit(neben)wirkungen dieser exzessiven Veränderung bis
hin zur Vernichtung von Natur sind bereits wirksam aber auch zum Teil
noch unvorhersehbar.
Die Evolution geschieht trotzdem ... nur
unser Platz als Spezies Mensch darin wird immer fragwürdiger...
.
12 Juni 2015
... bei mir sein...
frau kann sich auf die, sich entwickelnde, Situation nicht mehr einlassen, möchte dieses Terrain nicht weiter betreten und es kommt zu (unbewussten) Verlagerungsreaktionen. Offene oder diffuse Konflikte werden so vermieden, Entscheidungen vertagt, eigenes Unbehagen zugeschüttet. Offensichtlich ist es, wenn jemand im Gespräch, manchmal mitten im Satz der Gesprächspartnerin, aufspringt und sagt: jetzt muss ich aber wirklich gehen ... bis bald, wir sehen uns!
Der gefühlsmäßige Wechsel, das Hin- und Herspringen, ausgelöst durch emotionale Überflutung, führt bei so mancher regelmäßig zu dem bekannten 'nicht aushalten können', zu einem nicht im Hier und Jetzt sein wollen. Das kann von anderen Gesprächsteilnehmerinnen auch mit der Bemerkung kommentiert werden: bleib doch mal dabei, bleib doch mal bei dir! Diese Art des „Bei-sich-bleiben“ meint nicht das uns antrainierte Unbewusstsein und schon gar keinen äußeren Zustand, in den ich mich zurückziehe und damit separiere.
Das 'Bei-mir-sein' ist meine (innere) Verfassung, meine bewusst wahrgenommene Befindlichkeit, meine mich selbst reflektierende und im Äußeren eine akzeptierende Wahrnehmung.
In unserem Kulturkreis sind wir gewohnt mit einer (psychische) Befindlichkeit zu leben, die sich mir als eine destruktive (Dauer)Anpassungsleistung darstellt und die ausgelöst durch die Dressurleistung unser Erzieher, nachhaltig unsere Empfindungen manipuliert. Bemüht die Forderungen anderer zu bedienen, taumelt das unbewusste Ich durch den patriarchösen Alltag, eifernd die Erfüllung der Wünsche all der Über-Ichs umzusetzen, die seit unserer Kindheit in uns wohnen. Da wäre das 'ja nicht Auffallen wollen' und das 'nicht 'aus der Reihe tanzen' oder die Suche nach dem Prinzen fürs Leben. So manche Dauerrebellin behauptet gern an dieser Stelle: ich habe mich immer aufgelehnt und mir nie was gefallen lassen... aber dieses 'gegen alles sein' was mich umgibt und an mich herangetragen wird, heißt noch lange nicht, dass ich deshalb 'bei mir bin'. Vor lauter Rebellion wird meist vergessen zu fragen: Wer bin denn ich? Welche wunderbare Frau steckte bereits in mir, bevor das Patriarchat und seine Erziehungsmethoden über mein prägsames Kinderhirn und wehrlosen Körper herfielen? Bevor ich dem Frauenbild der aktuellen Kultur einverleibt wurde und ich dem kollektiven Stockholmsyndrom anheimfiel?
'Bei mir sein' ist die abgeschlossene Suche nach mir selbst, der nicht immer leichte Weg in meine bewusste Mitte - das Ankommen im Kern der Weiblichkeit. Wenn ich bei mir bin, sehe ich klar und auch besonders das, was mich umgibt. Wenn ich aufgehört habe mir selbst etwas vorzumachen, können es die anderen auch nicht mehr. ich bin ganz bei mir ohne die Welt aus allen meinen Sinnen zu verlieren.
Kinder sind ein gutes Beispiel für diese Form der Aufmerksamkeit - im Spiel versunken sind sie ganz bei sich und ihrem Tun, aber sie merken sofort, wenn die Mama den Raum verlässt, auch wenn diese noch so leise ist. Der Instinkt des Kontinuums ist immer wach und ich bin sein Mittelpunkt. Die energetische Verbundenheit in der geborgenen Welt, die uns als Gruppenwesen angeboren ist, musste erst systematisch zerstört werden, um uns an die einsame, die ungeborgene Welt der Patriarchose anzupassen.
Wir durchliefen die Phasen, in denen wir lernten unseren Sinnen nicht zu trauen, unseren Schmerz nicht zu fühlen, unsere Einsamkeit nicht mehr wahrzunehmen. Dieser unnatürliche Prozess führte uns von uns weg. Seitdem sind wir auf der ewige Suche nach uns selbst und unserer Rückbindung an die Geborgenheit der Mütterlichkeit. Wir sind kollektiv auf der Suche nach dem Anschluss an das weibliche Energiefeld, das aus Zugehörigkeit und Fürsorge erwächst und nicht im Abgetrenntsein und in der Beliebigkeit entsteht.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, die auch zu den Frauen gehört, die ihren Weg zu sich selbst ohne ihre Mutter zurücklegen musste, da diese das eheliche Geiseltum, das ihre Geisteshaltung prägt, nicht verlassen kann oder will (und dazu muss der Ehemann nicht einmal mehr am Leben sein). Aber diese Freundin hat andere Unterstützung auf dem Weg in ihre Mitte z.B. eine Tochter, eine Enkeltochter... so etwas kann sehr hilfreich sein, um bei sich selbst anzukommen...
denn ich kann meinen Platz in der Gesellschaft nur einnehmen, wenn ich weiß, wer ich bin und wenn ich auf meiner Seite stehe... also: bei mir bin!
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30 Dezember 2014
Epigenetus - Gedanken aus dem Tagebuch IV
Sehr spooky! Neuerdings wird dauernd darauf hingewiesen, dass das Genom sich verändert. Also eigentlich ist das doch eine ganz logische Angelegenheit, denn wäre dem nicht so, würden wir immer noch als Amöben in irgendeiner Pfütze herumpaddeln. Die genetische Information einer jeden Zelle eines jeden Lebewesen ist also stets bereit sich zu verändern. Schließlich ändern sich auch die natürlichen und die, inzwischen vom Menschen geschaffenen, künstlichen Bedingen permanent. Da ist Anpassung gefragt und nichts ist flexibler und dauerhaft in seinem Bestreben zu überleben, als das Leben selbst. Wie sagte schon Ian Malcolm in Jurassikpark: "...ich sage nur... Das Leben findet einen Weg!"