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31 August 2015

ein kurzer Rückblick in den nun mehr vergangenen August

... der August schwand dahin und so lege ich wenigstens noch schnell einen Rückblick nach... 

Monatsrückblick für August 2015
 
Gelesen: verschiedene Kinderbücher und
'Wenn Männer mir die Welt erklären' von Rebecca Solnit
'Keine Macht den Doofen' von Michael Schmidt-Salomon

Gesungen: mit den Enkelmädchen und die neusten Titel meiner Tochter mitgesungen

Gesehen: zur Auffrischung bei Amazon prime instant die Anfänge verschiedener (Fantasy)Serien, deren Ausstrahlung schon etwas weiter zurück liegen...

Getrunken: wie immer Wasser und Kaffee

Gegessen: drei Woche in einem anderen Haushalt, jetzt bin ich froh wieder für mich kochen zu können...

Gekocht: zu Hause: Gemüse, Gemüse, Gemüse... mein neuer Liebling: Mini - Pak choi

Gebacken: genaugenommen nur fertig gebacken... von meinem Sohn vorgefertigte Pizza-Schnecken...

Gefreut: über drei Wochen KKK – Kindeskinderkontakt... einen unverhofften Kurzbesuch dazwischen, das Wiedersehen mit T 3 und KK 6 und 8 und gestern die Rückkehr der Urlauber...

Gelacht: viel mit Groß und Klein und still für mich...

Geärgert: über mein Ausflippen am Telefon im Gespräch mit einer Freundin...

Geängstigt: schon mal unter einem großen Dachfenster bei Gewitter geschlafen?
... bzw. des unglaublichen Lärms halber eher nicht...

Gekauft: einen neuen Akku für den Laptop und shoppen bei Ikea...

Gespielt: Fingerpuppentheater für die Kleinen und Miau-Miau mit mehreren Putzis der Familie, sehr lustig...

Gefeiert: ...irgendwie nicht wirklich, ich kann mit dem sogenannten Feiern kaum was anfangen...

Genossen: nach tubulenten Tagen die Ruhe in meiner Zuhause-Klause...

Gesportelt: zählt auch Ballett mit einer Zwei- und Vierjährigen? Jedenfalls hatte ich danach Muskelkater...

Gefühlt: Glückseligkeit, Freude über Unverhofftes, Spaß an neuer Erfahrung und ein wenig Furcht?!? vor Semiverantwortung...

Geknipst: Kinder im Sandkasten, Kinder auf der Rutsche, Kinder auf der neuen Schaukel... 


 
...das Raster habe ich mir bei Schäfchen ausgeborgt (und leicht verändert) ... Danke!

29 Dezember 2014

Gedanken aus dem Tagebuch III

210514 Erzähl mir vom Glück der Pusteblumen

nicht alle meine Kindeskinder leben in meiner Nähe und gerade die drei Jüngsten wohnen weit weg, so dass ich ihr Aufwachsen nur als kleine Intermezzi erlebe. Gestern sagte mir meine Tochter am Telefon, dass ihre Kleine Pusteblumen liebt. Ein Jahr und fünf Monate ist sie jetzt - da ist das Minitöchterchen schon recht gut zu Fuß, wühlt sie schon mit Hingabe im Sand und liebt es die kleinen Luftsegler der Pusteblumen auf die Reise zu schicken. Ist es nicht immer wieder wunderbar, dass sich bestimmte Menschengewohnheiten auf diese Weise wiederholen?

Natürlich macht es die Kleine vor allem deshalb, weil es da eine Mama und die großen Schwestern gibt, die ihr zeigen, wie das geht und das es Spaß macht. Wir lernten einst alle durch die Beispiele der Menschen, die uns umgaben. Doch nicht alle wachsen immer nur mit nahestehenden, liebevollen Angehörigen auf. Das gibt das moderne Konzept unserer anonymen Gesellschaft nicht mehr her. Wenn ich in meine Kindheit zurückdenke - nicht allen lag speziell unser Wohl, also das der Kinder, am Herzen. In einem heutigen Kinderleben gibt es hoffentlich wieder viel mehr wohlwollende Menschen.

... ein Kind aufziehen ist eine andere Erlebnis, als mit einem Fallschirm abzuspringen oder eine andere aufregende Grenzerfahrung zu machen. Es ist kein einmaliger Kick, sondern ein nachhaltiger Prozess in einem verlässlichen Bindunggefüge und zwar auf immer. Evolutionär betrachtet sogar noch weit darüber hinaus...



27 Dezember 2014

Trennung - Gedanken aus dem Tagebuch...

13März14 Jetzt schon Abschiedsgedanken? Noch ist das Kind gar nicht weg... aber das Fortgehen kommt... ganz bestimmt ... unvermeidlich...
es bleibt das moderne Phänomen der 'Gedehnten Nähe' - also Trennung auf (unbestimmte) Zeit, Ferne mit mehr oder weniger Kontakt. Bis zur überdehnten Nähe ist es dann nicht mehr weit. 

Bleibt das ohnehin schon seit Kindertagen gelockerte Band nun mehr nur ein Dekoelement im Leben der gegenseitig Betroffenen? Zwar sind wir als Enkelin und Großmutter, allernächste Bindungsangehörige, aber was hat das heutzutage schon zu bedeuten? Läuft es auf ein 'Aus den Augen aus dem Sinn' hinaus? Werden wir auf Dauer mit der tradierten und somit gesellschaftlich verordneten Unverbindlichkeit leben (müssen)? Und können wir es denn, ohne einen Schaden zu nehmen?

Sie gehen weg, weil es angeblich gut für die Entwicklung oder weil chic ist. Geben dafür hunderte Euros aus um eine Erfahrung machen zu dürfen, die vor allem eines von ihnen fordert, sich allein ohne Halt und Schutz der Herkunftsfamilie (Sippengemeinschaft), einer Zukunft zu stellen, die a) nicht artgerecht ablaufen darf (da sowohl die Heranwachsenden sowie die Erwachsenen ein bindungsloses Leben anstreben müssen) und b) den Trend der Nicht – Mutterschaft verstärkt.
Das sind nicht nur die Klagen einer Großmutter, dass ist die erschreckende Erkenntnis einer immer währenden Zerstörung ... das Aufziehen von Kindern ein modernes Verlustgeschäft...

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13 Oktober 2014

alles bestens...

...älter werden ist nichts für Feiglinge, heißt es.
Aber es ist auch nichts für Einzelkämpferinnen. Dafür sind wir nicht gemacht. Irgendwann geht jeder mal die Puste aus und dann sind wir vielleicht nicht fertig geworden mit unserer persönlichen Bastelei an der Gegenwart und Zukunft oder dem Nachholen der verpassten Gelegenheiten. Plötzlich ist es eine Minute vor Zwölf und wir haben den Sinn des Lebens immer noch nicht richtig begriffen und nicht alles erledigt, was wir so gern noch getan hätten. Vielleicht müssen wir die Bühne mit dem schalen Gefühl verlassen unsere Rolle nicht ausagiert zu haben. Und so holt mich von Zeit zu Zeit die zickige Frage des Schicksals ein: hast du auch dein Bestes gegeben?
Aber inzwischen (das kommt mit dem Alter) kann ich mit feinem Lächeln antworten: aber ja doch... ich hätte nicht gewusst, was ich noch hätte besser machen sollen und alles, was ich trotzdem nicht vollendet habe, hinterlasse ich guten Gewissens meinen Töchtern, meinem Sohn, meinen zwölf Kindeskinder!
Das ist wahrlich ein gutes Gefühl … und so kann ich mich zwischen all meinem Bemühen und sonstigen Vorhaben in denen ich noch immer stecke, ab und zu zurücklehnen, auf die erfüllten Jahre blicken und ebenso auf die ungewisse Zeit, die noch vor mir liegt. In diesen beschaulichen Momenten denke ich: ...es ist nicht schlimm, wenn ich in meiner Lebensspanne nicht fertig geworden bin, mit all meinen Projekten, den guten Absichten oder auch kopflosen Aktionen ...nach mir kommt nicht etwa die Sintflut... im Gegenteil... in so viele Händen und Herzen ist mein Vermächtnis gut aufgehoben...

30 Juni 2014

Monatsrückblick...

 ... der Juni 2014 hätte auch größtenteils ausfallen können ...

Gelesen: 'Misogynie – Die Geschichte des Frauenhass' von Jack Holland und 'Die Bogenschützin' von Martha Sophie Marcus (meine Lieblingsautorin aus Lüneburg)

Gesungen: … das Singen war mir etwas vergangen...

Gehört: …. Tine Mai und Indila ...

Gesehen: … relativ wenig...nichts blieb mir im Gedächtnis hängen ...

Getrunken: … literweise Leitungswasser ...

Gegessen: … den letzten Spargel, viele Erdbeeren, knackige Kirschen vom Baum ...

Gekocht: … wenig und einfach - Pellkartoffeln und Quark, Gemüsesüppchen, Buchweizengrütze ...

Gebacken: … zählen Kartoffelplätzchen auch?

Gefreut: … über das skypen mit der Enkeltochter in Pittsburgh, Pennsylvania und über ein ganz besonderes Telefonat ...

Gelacht: … wenn ich mir recht überlege, hatte ich diesen Monat nicht viel zu Lachen … aber ich denke, mein sonniges Gemüt lässt mich nicht untergehen...

Geärgert: … über meine Sommererkältung, den Dauerschnupfen und meine entzündete Zahnwurzel ...

Genäht: … ich habe die Nähmaschine verliehen ...

Gestrickt: … keine Nadeln, keine Wolle, keine Geduld... lieber gezeichnet ...

Gekauft: … Geschenke... und eine lang gesuchte DVD (gebraucht) für mich ...

Gespielt: … mit Playmobil, draußen war einfach zuviel schlechtes Wetter ...

Gefeiert: … zweimal Enkeltochtergeburtstag - einmal sieben und einmal fünfzehn Jahre.... ach sie werden so schnell groß ....

Gefühlt: … Trauer um den verstorbenen Sohn einer Freundin ...

Geknipst: … ein paar Blüten und Blumen und nur einen gescheiten Sonnenuntergang ....

Das Motto des Monats: Auch 30 Tage Juni gehen irgendwann vorüber ...

... bis auf das Motto habe ich den Rückblick von Schäfchens Sandsack - Blog ... Danke!

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08 Juni 2014

eine neue Bloggerin


Helene ist jetzt in Amerika!
Und sie verarbeitet ihre Erlebnisse als Au Pair in einer Pittsburgher Familie 
auf ihrem eigenen Blog ... was ich, als Großmutter, richtig toll finde.
Alles Gute und viel Spaß meine kleine Große!



07 Dezember 2013

Adventnachmittag

... der Sturm hat sich gelegt ... draußen ist es still, friedlich und weiß.




Mit dem plötzlichen Winter kann ich noch gar nicht richtig umgehen. Er hat mich einfach überrascht, ebenso die Erkenntnis, dass wir schon fast mitten im Advent sind. 
Da sind wohl ein paar besinnliche Gedanken fällig.
Und so schiebe ich die Arbeit beiseite, zünde Kerzen an, bereite mir einen fruchtigen Tee zu und blättere die Datei mit den Fotos der vergangenen Monate durch... so viele glückliche Momente...
heuer kam das Jahresende auf schnellen Schwingen. Überhaupt flog das gesamte Jahr Zwanzig-Dreizehn nur so dahin. Es war recht bunt, das Jahr ... ich war mehr unterwegs als sonst, ein neues Menschlein, ein Töchterchen kam im Mai hinzu, nachdem bereits im Dezember zuvor ein kleines Mädchen meine Sippe komplettierte und ein besonderer Geburtstag wurde gefeiert. Die Kinder meiner Kinder wachsen heran und sind zu meiner ganz besonderen Großmutterfreude wunderbar gelungen. Die Alte zu sein hat schon was...

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30 Oktober 2013

Zwischen Trance und Träumen

Derzeit wende ich mich einem neuen, für mich eher ungewohnten Projekt zu und dazu benötige ich jede Hilfe, die ich bekommen kann. Es wird also Zeit, sie wieder herbei zu rufen, die Freundinnen und Freunde der Kindheit - die Geister der Natur, der Elemente und des Sagenhaften. 

Von Anbeginn lebte ich mit ihnen, mal mehr, mal weniger, bewusst. Nie habe ich sie ganz aus meinen inneren Augen verloren. Und obwohl ich älter und verändert bin, werden auch sie mich, mein unveränderliches Sein, sofort erkennen.

Zur Zeit schüttle ich die knochentrockene Realität ab. Lange wandte ich mich, aus guten Gründen, nüchtern der Sachlichkeit und Objektivität zu, da sie für mich das schriftliche Parkett der Sachbezogenheit überhaupt erst gangbar machten. Jetzt haben sich die Prioritäten geändert. 

Und so betrete ich eines der verschlossenen Gemächer der Erinnerung. Hier finde ich einen fast vergessenen, aber vertrauten Anblick - wie in einem, seit langem unbewohnten, Raum in dem alles Mobiliar und die darin aufbewahrten kostbare Gegenstände sorgfältig mit Tüchern abgedeckt sind, um sie vor Schäden durch den Staub des Vergessenes und der Nichtbeachtung zu schützen. 

Nach und nach ziehe ich die grau gewordenen Schleier ab, die alles sorgfältig verhüllten. Welch eine Pracht an Traum und Wirklichkeit. Zum Vorschein kommen all die Wunderwelten meiner Kinderzeit und die meiner Kinder und Kindeskinder. Ich könnte mich im Spiel verlieren. Ich öffne weit die Fenster um die bisher ausgesperrte Fantasie wie einen frischen belebenden Luftzug hereinzulassen. Ein Wind, der auf blauen Schwingen neue Wunder trägt und im Raum verteilt. Doch etwas fehlt noch und so hebe ich das letzte Tuch. Darunter schlafen, lieblich und vertraut, die Gefährtinnen meiner Kindheit – fröhliche Fantasiegebilde, uralte wundersame Wesenheiten, Naturgeister, wie sie nur meine Augen sehen können. Ich setze mich still zu ihnen und warte, dass sie erwachen... 



03 Juli 2013

Gedanken zu Gestern und Morgen...

Ich hatte eine zufriedenstellende Kindheit - nicht gerade perfekt, jedoch auf geheimnisvolle Weise vollkommen. Mit nur einer Puppe und einem einäugigen Teddybären, aber vielen lebendigen Tieren und Freundinnen. Mit einer wunderbar uneingeschränkten Bewegungsfreiheit und einem ziemlich eingeschränkten Informationsinput. Die klägliche Dorfschule, die Minibibliothek im Gemeindeamt (ein Schrank voll Bücher), die Erzählungen meiner Mutter - das war die Basis meiner Bildung – bis heute habe ich das Gefühl, ich muss das Wissen, das mir vorenthalten wurde, noch nachholen. Alles was für mich wirklich von Bedeutung ist, habe ich mit selbst beigebracht.

Meine Jugendzeit war dann auch eher verstörend. Es wurden von mir so merkwürdige Dinge erwartet, wie sich für Jungs interessieren, es aber auf keinen Fall zu zeigen. Oder sich angenehm, tugendhaft und fromm benehmen, aber doch über die menschliche und vor allem männliche Sündhaftigkeit Bescheid zu wissen, schon deshalb, um ihr ausweichen zu können. Täglich taten sich neue Abgründe auf, aber von dem liebwerten und wohlerzogenen Mädchen, das ich mich bemüht zu sein, wurde selbst im Sozialismus erwartet, dass ich sie nicht wahrnahm. Ich hielt mich tunlichst von allem fern was mich mit in den Abgrund reißen könnte. Später erst bemerkte ich, dass so mancher Schlund von dessen Kante ich reichlich Abstand hielt, letztendlich nur eine kleine Bodensenke war. Einige Schlaglöcher des Lebens bleiben allerdings auch mir nicht erspart. Ich achtete sehr auf mich und später wurde ich wie von selbst Mutter von vier Kindern.

Und jetzt lehne ich mich sehr weit aus dem Fenster - die genetisch motivierte Steuerung, die vielleicht hinter so mancher unerklärlichen Lebensentscheidung steckt, wird auch heutzutage nicht einmal Ansatzweise in Betracht gezogen. So wird meine Enkeltochter mit ihren zarten 18 Jahren als Au pair recht weit in die Welt hinausziehen. Erstens ist das ist heute normal – und zweitens bleiben bei ihrer Mutter noch drei Schwestern zurück.

Das intensives Erleben, dass der scheinbar begrenzte Radius in einem matri-gewichteten Alltag bietet, hält für eine junge Frau die elementare Möglichkeit der tiefen Kenntnis eines zukünftigen mütterlichen Lebens bereit. Oder sie zieht los, um mutig eigene Erfahrungen in einem unbekannten und auch heute noch nicht ungefährlichen Umfeld zu sammeln. Es sind zwei sehr verschiedene Ansätze, die eine junge Frau als Lebensgestaltungsansatz wählen kann. Und vielleicht erfüllt sie dabei nichts weiter, als einen unerkannten (biologischen) Auftrag...

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04 Mai 2013

Perspektivwechsel

Redaktionssitzung mit Baby – unruhiges Töchterchen wechselt aus dem Arm der Mutter auf Papa's Schoß und gleich strahlt das Baby wieder - denn jetzt hat sie eine völlig neue Sicht auf die Mama. Das Kind brabbelt fröhlich vor sich hin, ob der veränderten Perspektive, die für sie den Raum verändert. Sie freut sich über den anderen Blickwinkel, welcher dieselben anwesenden Menschen neu erscheinen lässt. Die Perspektive zu wechseln kann - die Laune heben, die Neugier anstacheln und die manchmal dröge Realität in einem interessanteren Licht erscheinen lassen...

07 Januar 2013

...der Großmutter auf der Spur


Wie wir wissen, folgen die Programme der Suchmaschinen und Verkaufsseiten permanent unseren Spuren im Netz und reagieren auf die Häufigkeit, mit der frau (und ihr PC o.ä.) zu bestimmten Begriffen im WWW unterwegs ist. Als ich vor ein paar Jahren anfing Texte zum Thema Großmutter zu verfassen, schien es mir, als gäbe es keine Großmütter - die Ergebnisse meiner Recherchen konnte ich nur als kläglich bezeichnen. 

Inzwischen hat sich das geändert. Gebe ich jetzt den Begriff "Großmutter" ein, werde ich zugeschüttet mit Hinweisen auf Wikipedia, Spracherklärungen, Rezepten, Haushalts- und Gesundheitstipps, Sprüchen und Gedichten über Großmütter. Aber mich interessiert weniger Großmutters Apfelkuchenrezept oder Sockenstrickmuster, sondern die Wahrnehmung ihres Status und ihrer Wertigkeit in der Gesellschaft. Als nostalgischer Begriff ist die Großmutter inzwischen gut vertreten, als tatkräftige, weiterführende Mutter eher eine Utopie. Und zwar  im Sinne von als den Ort, den es nicht gibt" sowie als Hirngespinst, wie Utopie auch in Kreuzworträtseln bezeichnet wird .

Die Großmutter, als Mutter der (jungen) Mutter, bewegt sich immer noch in dem Spannungsfeld, der als unmöglichen Person wahrgenommenen und latent an sie gestellten Forderung nach Unterstützung, aber ohne Einflussnahme auf das junge Mutterglück. Die Funkstille, die immer wieder aus dieser schwierigen Konstellation entsteht, kann sich schnell verhärten und wird höchst selten von den zunehmend überforderten jüngeren Müttern überwunden. 

Die Großmutter ist also nicht gerade in aller Munde. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, den Begriff „Großmutter“ wo ich nur kann zu nennen und anzuwenden. Aber nicht um auf mich persönlich aufmerksam zu machen oder mich in den Vordergrund zu spielen, sondern um dieses Wort wieder in Umlauf zu bringen und zwar ohne Oma – Kitsch.

Jede Frau jüngeren Alters, die selbst noch keine Großmutter ist, sollte einmal überprüfen, was sie mit dem Wort Großmutter alles so assoziiert und dabei auf ihre Gefühle achten.
Wie und warum, denke ich an die eigene Großmutter und ist mir wirklich nachhaltig klar, dass meine Mutter die Großmutter meiner Kinder ist? 

Oder, dass ich selbst eines Tages Großmutter bin und wie das auf mein Kind wirken wird? 
Und wenn ich keine Kinder habe, ob meine Mutter vielleicht darunter leidet? 
Das hat nichts mit schlechtem Gewissen machen zu tun, denn schließlich muss sich eine jede mit bestimmten Schicksalskonstellationen abfinden - aber... es macht trotzdem etwas mit uns.

Die Bezeichnung als Groß-Mutter, als der „größeren“ Mutter der Mutter, hat in matriarchischen Zusammenhang nichts mit dem patriarchalen Größebegriff von Herrschaft und Determinierung zu tun. Hier, im Mutterland, bezeichnet „Groß“ die Dimension der gewachsenen und entfalteten Lebenspraxis, den Erfahrungsvorlauf mit der daraus resultierende Einsicht und Weitsicht in die naturbezogene Lebenswirklichkeit.

Während das Wort „Alt“ im Allgemeinen in unserer Umgangssprache eine Entwicklung hin zum Negativen und zur Abwertung gemacht hat (wenn etwas wertvoll erscheinen soll, wird der Begriff „Antik“ angewendet), blieb das Wort „Groß“ eher unangetastet, da es mit vielen männlich markierten Begriffen verknüpft ist. Gerade in der Geschichte werden Herrscher, Helden oder Entdecker mit Vorliebe als „groß“ bezeichnet  und
Mann" wird dabei mit gedacht. 

Die GroßeMutter, die Ahnmutter, verschwand mehr und mehr aus der Bedeutungsebene des Alltags und der Gesellschaftssicht. Und es wurde quasi immer unwichtiger von welcher Mutter wir geboren wurden - was zählte war die väterliche Abstammung. Damit gingen die rigiden Strömungen einher das Kinder gebärende Weib als beliebig und somit als austauschbar, anzusehen. Der Nachhall dieser Einstellung ist immer noch sehr deutlich spürbar. Auch heute wird und anscheinend mehr denn je, die Mutter als beliebige Dienstleisterin am Kind wahrgenommen. Und nur weil der Mann derzeit nicht mehr so sehr auf die, mit Verantwortung verbundene, „Abstammung“ fixiert ist, wird einer Mutter in den Grauzonen der Gesetzeslage noch relativ viel Handlungsfreiheit in Bezug auf ihr Kind gestattet. Die deutsche Gesetzgebung ist jedoch seit geraumer Zeit damit zugange dem heutigen (biologischen) Vater möglichst umfassende Rechte am Kind einzuräumen, um ihn wieder in die konventionelle Verantwortungsrolle zu locken, die seinem Großvater noch eine Art Bedürfnis war. 

Da in den gesetzlich geregelten Bereichen mit dem Erreichen der Volljährigkeit und dem Abschluss der Ausbildungsunterstützung die Bindung zu Mutter und Vater sowie zur konsanguinen Verwandtschaft quasi erlischt, scheint auch die Großmutterbindung mehr denn je zu einer privaten Kann - Bestimmung zu verkommen. Bis vor kurzem konnte auch von den Großeltern kaum der Kontakt zu den Enkelkindern „durchgesetzt“ werden. Großmutter (und Großvater) sein, ist heute immer noch eine Art dekorativer Akt unter dem Generalverdacht der verwöhnenden und daher schädlichen Einflussnahme auf den Nachwuchs des eigenen Kindes und dessen Lebenspartners. Für viele scheint meine kritische Betrachtung des Großmutterseins in unserer derzeitigen Sozialkultur überzogen oder nicht zutreffend. Aber ich gehe, wie wir ihr vielleicht schon wisst, von den Basisverhältnissen der Natürlichen Mütterlichen Ordnung aus und aus dieser Perspektive müsste die Instanz der Großmutter in unserer Gesellschaft einen ganz anderen Raum einnehmen.
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04 Januar 2013

...eine alte Geschichte


Die Alte - für viele eine mysteriöse Figur in unserer Zeit - nicht mehr wirklich in und dann auch noch eher fragwürdig als ehrwürdig... 


Wenn die Alte gelassen durch die Zeiten schreitet, berührt der Saum ihres Kleides Geschichte, die sie jedoch höchst selten schrieb. Liegt es daran, dass Geschichte schon lange nicht mehr erzählt, sondern aufgeschrieben wird und „Geschichte schreiben“ eine Metapher für das männliche „Geschichte machen“ ist? Die geschriebene Geschichte ist die Geschichte des Mannes. Wir wissen von den alten Hochkulturen mit ihren ersten mächtigen Bauwerken, erfahren von den, in glänzenden Rüstungen marschierenden Heeren, bestaunen den Prunk der Fürsten in ihren Palästen und Kathedralen - uns ist als wären wir dabei gewesen. Die Macht der modernen Bilder zeigt uns selbst Welten, die so wahrscheinlich gar nicht existierten. 

Das ganz triviale, das alltägliche Leben der Menschen besonders das der Frauen, ihr Fühlen, Handeln und Denken, war und ist für all die Geschichtsschreiber oft nur mäßig spannend. Glorreiche Feldzüge und raffinierte Politik hinter dicken Mauern, Heldentaten und große Erfindungen - das ist würdig festgehalten zu werden. Das lange friedvolle Leben in den quasi „vaterlosen“ Gesellschaften ist der Erwähnung kaum wert. 

Als der einst ebenbürtige Bruder der Frauen zum Vater und Herrscher aufstieg, ist er auch zum blutigen Gestalter der Geschichte geworden. So erfahren wir von der Existenz manch einer bis dahin als unbedeutend angesehenen Gemeinschaft erst, wenn sie nach Kämpfen und Schlachten von ihren Gegnern ausradiert wurde. In der Geschichte, die von den Siegern geschrieben wird begegnen wir der Alten nicht! 

Wer ist sie die Alte? Was tat sie? 
Saß sie mit ihren Töchtern und Kindeskindern am Feuer, während die Scharmützel durch die Jahrhunderte tobten? Wie ertrug sie es, die sich wiederholenden Verwüstungen mit anzusehen? Wie oft überlebte sie, um ihr bewahrtes Wissen in die Zukunft zu tragen und wie oft hat ein Schwert die Alte durchbohrt und damit immer wieder der Natürlichen Ordnung der Mütter einen Todesstoß versetzt? Und als gar der Vernichtungskrieg direkt gegen die Alte (und hier ist sie auch als grundsätzliches Synonym für die Frau gemeint) geführt wurde und die Scheiterhaufen brannten, hat sich wohl die Vorstellung von der gehrte Ahnin und vieles von uraltem Weiberwissen ebenso in Rauch aufgelöst. 

Das geschriebene Wort etablierte sich endgültig als Garant für Wissensweitergabe. Und die unnütze Alte mutierte in der modernen Zeit ein für alle Mal von der einst achtbaren Mutter über die Konkurrentin des Vaters hin zur Lachnummer der neuen Wissenswelt. Ab jetzt wurde ihre Spur in der Geschichte mit üblen Taten, Hexerei, Antiquiertheit und unnützem Gewäsch in Verbindung gebracht – die Frau und ihre Kindern sollen/wollen nichts mit dem Aberglaube der alten Mütter zu tun haben. Die Weise Alte, die kenntnisreiche und lebenskluge Mutter, gab/gibt es in unserem Kulturkreis nicht mehr!

Alles was wir heute nachlesen können, braucht uns kein altes Weib mehr zu sagen - so wurde die Alte unbemerkt aus der Geschichte verdrängt. Ihre Söhne verwalten jetzt das gesammelte Wissen - effizient und umfassend. Die wissende und die handelnde Alte verschwand nach und nach aus unser aller Alltag – zwar gab es (und gibt es mehr denn je) die älter werdende Frau - die stolze, die geachtete und geehrte Alte ist selten darunter. Was also wurde und wird mit den alt gewordenen Frauen oder den ausrangierten Großmüttern, die nicht gestorben sind und einfach weiterlebten? Wozu zum Geier gab es sie überhaupt, wenn doch das alte Weib in der Geschichte angeblich keine Spur hinterließ?

Doch das stimmt so nicht, wie wir inzwischen wissen - als Große Mutter - als Ahnin - ist die Alte sehr wohl bekannt und somit eine Institution. Nicht als einzelne Person und mit Namen überliefert, begegnen wir der Alten in der Geschichte – sondern inzwischen auch als Allegorie, als das ewige Weibliche, als das Leben selbst.

Als ihre Töchter einst die Menschengeschichte durch ihr gemeinschaftliches Sein prägten und Spuren in Stein hinterließen wurde im heutigen Sinne noch nicht „geschrieben“. Es wurde gesagt, erzählt, gekündet; gesehen und gehört; vorgelebt, Beispiel gegeben; vererbt und angenommen - überliefert - unsere kollektiven Erinnerungen waren die authentische Geschichte.

Kommunikation ist weiblich und damit ist nicht nur der verbale Ausdruck gemeint - Mütter und Töchter und Schwestern erschufen Sprache und Verständigung. Zugewandtes Reden und Hören findet mit dem ganzen Körper statt. Wir leben in einem Energiefeld des Verständinisses und der Zugewandtheit, wenn wir die weibliche Art der urtümlichen Sprache der Gemeinschaft anwenden. 


Die Geschichten, die sich die Menschen, die kommunikationsfreudigen Frauen, erzählten, sind unsere Geschichte. Wir lauschten einst den Mären und Sagen, den Späßen und Liedern und lernten dabei uns selbst zu entfalten und uns in die Gemeinschaft einzubinden. Der Kern all der Märchen ist vor allem die Betrachtung und Beachtung von sozialen Wechselbeziehung, von vorausschauenden, lebenskluge und mutige Verhaltensweisen.

Die Alte erzählte nicht nur oder schreibt heutzutage, sie ist die Geschichte...
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21 Dezember 2012

Happy


Die überaus glückliche Großmutter teilt mit:

Heute am 21.12.2012 um 11.11 Uhr erblickte 
mein elftes Kindeskind das Licht dieser Welt! 

... und natürlich ist es ein Mädchen... 
sie ist die dritte Tochter meiner Zweitgeborenen




09 September 2012

Brief an eine Freundin

Danke liebe Nelly für die vielen Steinefotos - sehr interessant dein Hinweis auf das meist vergrößerte rechte Mutterauge...

...über die rechts-links Symbolik habe ich vor einiger Zeit schon angefangen nachzudenken...
 

Spontan fragte ich mich auch, warum wir von links nach rechts lesen und von oben nach unten und in anderen Kulturen von rechts nach links also für uns von hinten nach vorn? Die meisten Zeitschriften und manche Bücher, besonders wenn sie bebildert sind, schlage ich allerdings auch automatisch hinten auf.

Als meine beiden jüngeren Kinder klein waren, fühlte ich regelrecht, wie mir die typischen Muttersensoren zu wachsen begannen. Meine Sinne wurden immer schärfer und mir kam es vor, als hätte ich rundum Augen und Ohren und damit deckte ich die notwendige Überwachung im Nahbereich ab. Dafür interessierten mich andere Ereignisse, die mich und mein Kind nur mittelbar betrafen grad überhaupt nicht. Ich würde sagen der Schutz des Kindes hatte höchste Priorität und ich musste um so wachsamer sein, da ich allein Tag für Tag über mehre Stunden für diesen Schutz garantierte.

Die beiden ersten Kinder habe ich in dem Zusammenhang ganz anders wahrgenommen. Wie ich dir schon erzählte, hatte ich in deren Kleinkindzeit fast täglich meine Mutter an meiner Seite. Diese Zeit habe ich wesentlich entspannter in Erinnerung.
Und es ist interessant zu erwähnen, dass später die zurückgestellten Subroutinen sofort alle wieder anliefen, als ich mit meinen Kindeskindern zu tun hatte.

Wenn ich mich in die frühen Tage des Mutterseins hineinversetze (je Kind bis drei Jahre), so entsteht bei mir noch nachträglich der Eindruck, dass ich in der Wahrnehmung „halbiert“ war. Mit der linken Wahrnehmungssphäre habe ich meine alltägliche Hausarbeit verfolgt und die Umgebung beobachtete (vor allem Auge und Gehör) und rechts lief die Dauerwahrnehmung der Kindersignale. Ich habe heute noch das Gefühl, dass ich mit dem rechten Auge um mich herum sehen kann und mitbekomme, was hinter mir vorgeht, wenn ich nicht zu sehr abgelenkt bin. Ich nehme an, aus dieser Erfahrungsquelle stammt auch die Multitasking – Legende. Ich habe allerdings auch (junge) Mütter erlebt, die sich genervt von dieser angeblichen Forderung an das klassische Mutterbild abwendeten und dass sie versucht waren, die sie umgebenden Kinder immer wieder überfordert "wegzuschieben“. Denn wir wissen ja, eine Frau - eine Mutter - allein in der Verantwortung zu ihrem Kind ist die unnatürlichste Sache der Welt. Eine Frau und ein Mann allein mit Kindern ist die zweit unnatürlichste Sache der Welt. 


Der in unserer Kultur mangelnde Angehörigen - Background stellt nochmal zusätzliche Anforderungen an unser urzeitliches Muttergehirn. Die Sinne einer Frau / Mutter sind natürlich individuell verschieden ausgeprägt und gehen daher auch mit verschiedenen Herausforderungen differnziert um, unser modernes Leben stresst Mutter und Kind allerdings aber auch auf eine unterschwellige Art, die sicher zu epigenetischen Veränderungen führt - wir scheinen ja schon gar nicht mehr zu wissen, dass wir Gemeinschaftswesen sind.

Als meine jüngste Tochter geboren wurde zählte ich bereits 31 Jahre. Dass heißt nach Urzeitrechnug bin ich quasi bereits ins Großmutteralter eingetreten. Meine anderen Kinder waren zu dem Zeitpunkt achteinhalb, siebeneinhalb und zweieinhalb. Während das tollkühne Söhnchen noch unter die Permanent - Überwachung fiel, gingen die beiden Großen bereits zur Schule. Ich konnte also zumindest am Vormittag meine einsame (rechte) mütterliche Konzentration den Kleinen angedeihen lassen. In einer großen Wohnung (fünf große Zimmer, Küche, Bad, Toilette, Flur, Balkon, internes Treppenhaus) und das wohlgemerkt allein. Es gab keine anderen Paar Augen und Ohren, die mit verfolgten ob das Baby schrie, weil der Bruder ihm wieder Matchboxautos ins Körbchen geschmissen hatte (er hat schon immer gern geteilt). Und allein in dem langen L- förmigen Flur gab es mindesten fünf Ecken in denen er sich verkriechen konnte, eine Zeitlang musste ich ihn ständig suchen.

Wenn ich ein Auge zukneife um besser sehen zu können ist es immer das linke und manchmal denke ich auch, mein Muttersein hat meine analytische Wahrnehmung noch verstärkt. „Die linke Gehirnhälfte steht für Präzisionsarbeit und die rechte Hälfte hat den Überblick...“ ist ein Zitat aus dem Internet. Die Konzentration auf die rechte Seite ist in unserer Kultur sehr verbreitet und zeitweise war sie sogar eine rechte Manie – wo ist das schöne Händchen? 


Eine meiner Töchter ist Linkshänderin und schreibt rechts – wurde ihr in der Schule antrainiert – fast alles andere macht sie mit links. Aber es ist ja ohnehin so, dass immer alle Komponenten zusammenwirken und der individuellen Körper für einen Ausgleich sorgt. Das Muttergehirn ist jedenfalls genetisch darauf ausgelegt, mit verschiedensten Problemen fertig zu werden, allerdings scheint es, als wäre es in der Neuzeit immer wieder überfordert, da es absolut nicht auf Alleingang ausgelegt ist. 

Die unnatürlichen und stressige Einsamkeit der heutigen Mütter schärft demnach vielleicht die weiblichen Sinne, während die des Mannes immer mehr verkümmern, da er schon lange seine hochkomplexe Wahrnehmung immer mehr von seinen Aufgabe innerhalb der Schutzsphäre des (Sippen)Nachwuchs abzieht.

Mir erscheint also, liebe Nelly, die Betonung des rechten Mutter-Auges bei den Artefakten kommt nicht von ungefähr und ist auch heute noch von einer nicht unerheblichen Bedeutung...

03 September 2012

...macht Probleme übersehen dumm?

... gestern habe ich mir natürlich die neue Sendung von Richard David Precht angesehen. Das Gespräch mit Gerald Hüther war recht interessant, obwohl ich den Eindruck hatte und das ist jetzt sehr freundlich ausgedrückt, zu sehr wollten sich beide nicht aus dem Fenster lehnen. Denn die Sendung hieß nicht "...ist Schule dumm?" sondern "Macht Lernen dumm?" und damit blieb der Titel recht unklar, denn Lernen ist eine komplexe Angelegeheit und nicht nur auf die Schule bezogen.

Aber trotzdem hoffe ich nach wie vor, dass im Hinblick auf Schule sich endlich ein ernsthafter kollektiver Änderungswille Bahn bricht.

Das Thema Schule reizt mich ja immer zu ein paar reflektierenden Gedanken und löst selbstredend erinnerte Gefühle an eigene Schulzeit aus. Und diese Art der Erinnerungen sind nicht nur glückliche...

Bildung, Schule – war lange eine Angelegenheit der privilegierten Bevölkerungsschicht und ist heute noch auf der Welt gerade für Mädchen, nicht immer selbstverständlich.

Der Stolz ein flächendeckendes Schulsystem zu gewähren, war von Seiten der Politiker wahrscheinlich schon immer größer, als die Einsicht in die Notwendigkeit, endlich einem jeden Kind ein individuelles Lernen zu ermöglichen. Noch als ich in die Schule kam wurde mir immer wieder klar gemacht, dass der Arbeiter- und Bauernstaat es mir ermöglichte in der Schule zu lernen und gegebenenfalls auch später zu studieren und dafür sollten alle dankbar sein. Dass es im zukünftigen Interesse Aller liegt, einen gut ausgebildeten Nachwuchs zu haben wurde weniger thematisiert. Was allerdings das Lernen betraf, da rannte man bei mir offene Türen ein. Gelernt habe ich schon immer gern und tue es heute noch, den Aufenthalt in der Schule jedoch fand ich durchweg mühsam und größtenteils unerfreulich.

Die soziale (dörfliche) Hackordnung in der Klasse machte mir zu schaffen und ich steuerte dem durch gute Noten entgegen, was die Sache jedoch nicht immer besser machte. Ich hätte viel lieber ohne intrigierende Klassenkameradinnen und raufende Klassenkameraden gelernt und ohne die von oben verordnete, verkrampfte sozialistische Gehirnwäsche. Aber wie sagte fünfundzwanzig Jahre später der westdeutsche Rektor der Realschule in die mein Sohn damals ging: „Schule ist Schicksal“.

Und so wird Schule von den meisten immer noch irgendwie gesehen, als unabwendbares Schicksal. Denn die Bedingungen unter denen Kinder in diesen Gettos der nicht-artgerechten Menschenhaltung lernen müssen, sind unglaublich vielen verschiedenen Zufällen unterworfen und das einzelne Kind ist dem in der Regel einfach ausgeliefert.

Zwar gehen die meisten scheinbar unbeschadet aus ihrer Schulzeit hervor, aber der organisierte Massenbetrieb hinter den Zäunen des separierten Schulgeländes ist so was von nicht artgerecht, dass ich gar nicht begreifen kann, wie wenig das den beteiligten Erwachsenen auffällt. Natürlich gibt es immer auch Einzelschicksale, da rettet die neutrale Zone der Schule Kinder vor anderweitig stattfindender Vernachlässigung und sie sorgt auch für eine nicht unbedeutende
kollektive Formatierung im Verhaltenskodex. Das Kind mit der großen Klappe wird auch mal vom hohen Ross herunter geholt, das allzu schüchterne ermuntert aufzusteigen.

Denn nicht der zugegebenermaßen oft überflüssige Lernstoff ist das Problem, ich würde sagen er ist überhaupt das geringste Probleme, sondern die ungeborgene, kahle soziale Sphäre, in
die sich das Kind integrieren muss. Denn trotz des dreijährigem Kindergarten-Trainingslager stellt die Schule völlig andere Anforderungen an das arglose sechsjährige Schulkind.

Es muss sich wiederum allein mehrere Stunden am Tag mit bisher völlig neuen Forderungen wie Wegen, Räumlichkeiten, Lichtverhältnissen, Geräuschen, kleinen und größeren Gefahren (auch nur scheinbaren) sowie vielen fremden Menschen auseinandersetzen. Es gibt natürlich immer wieder Kinder denen das nichts auszumachen scheint, für einige jedoch ist das der Auftakt zu einem nicht enden wollenden Stress.

Eine meiner Enkeltöchter wollte damals nicht in die Schule, weil das kluge Kind sich vorstellen konnte, dass für sie damit eine Zeit begann, in der sie permanent nicht mehr in Ruhe gelassen würde. Und für sie, die sich heute noch gern zurückzieht und als Dreijährige schon konzentriert malte und bastelte und mehrmals am Tag mit ihren Kunstwerken Mutter und Großmutter überraschte, unterbricht die Schule mit ihrem verordneten Tätigkeits-Ruhe-Rhythmus immer wieder fremdbestimmend jeden kreativen Fluss.

In diesem Enkelkind glaube ich, habe ich mich besonders stark wiedergefunden. Ich war einst ein stilles kleines Mädchen, so eine Art weiblicher Mini-Nerd und außer Erdkunde (lag wohl an der Lehrerin) hatte ich mit keinem Fach wirkliche Schwierigkeiten. Die Anforderungen meiner Dorfschule hielten sich für mich in Grenzen und das meiste habe ich mit links erledigt. Die neunte und zehnte Klasse im Nachbarort stellte auch nur bedingt eine intellektuelle Herausforderung dar, aber alles andere war eine verdammte Plage. Allein das frühe Aufstehen, um danach eine Stunde mit dem Schulbus über die Dörfer zu kurven, der überall die Schüler einsammelte, damit um 7.15 Uhr der Unterricht beginnen konnte.


Die (überwiegend männlichen) Lehrer legten einen unerfreulichen Ehrgeiz an den Tag, da sie den Landpomeranzen aus den umliegenden Dorfschulen erst einmal zeigen wollten, wo es wirklich langgeht. Dieses Imponiergehabe stressten mich doch sehr, denn mir ging es nur um den Input. Der Lärmpegel in den Pausen, das Geschubse und Gedränge in Fluren, die Fülle an neuen Gesichtern, erzeugte in mir ein ständiges Auf-der-Hut-sein. Macht sich denn überhaupt jemand darüber Gedanken, was diese tägliche Massenveranstaltung in einer normalen, gut geführten Schule mit unseren Steinzeitgehirnen macht? Und was erst in einer Problemschule?

Meine vier Kinder gingen anfangs in einer größeren Stadt (Erfurt), später teilweise im gemütlichen Lüneburg zur Schule. Von meinen zehn Kindeskindern sind bereits acht Schulkinder und die älteste wird in diesem Schuljahr ihr Abitur machen. Zusätzlich zu einem Schultag und nicht enden wollenden Hausaufgaben, hetzen alle noch am Nachmittag zu all den außerschulischen Ergänzungen, um ihre wirklichen Begabungen nicht vollends verkümmern zu lassen. Und ich denke oft, was doch für eine unglaubliche Verhinderung an Kreativität bzw. Verschwendung an kindlichem Potential im normalen Schulalltag stattfindet.

Aber vielleicht seid ihr ja gern und dankbar in die Schule gegangen...

23 Juli 2012

Frau und Arbeit

Schluss mit niedlich! Lange genug dümpelte mein Blog mit kleinen Nettigkeiten und anderen Kurznachrichten durch das Jahr. Dieses ist zur Hälfte um und da sich der Sommer jetzt scheinbar aufrafft, versuche ich das jetzt auch! Hier ein Essay, angeregt durch eine Facebookdiskussion:

Frau und Arbeit

Überall da, wo heute Frauen in Männervereinigungen zugelassen werden und in diesen sogar eine gewisse Karriere machen können, müssen sie sich auch den nach wie vor herrschenden (Hierarchie)Regeln beugen. Die Möglichkeit einen Fuß in die Tür zu bekommen wurde sich von Frauen immer wieder hart erkämpft und es dauerte bis ins 20. Jahrhundert bevor manche dieser Tür ganz aufgestoßen wurde.
 
Ich erinnere mich noch lebhaft an eine Geschichte über Florence Nightingale, die ich in meiner Jugend las und daran wie sehr mich das Gelesene tagelang beschäftigte. Das heldenhafte Verhalten der Krankenschwester und ihr aufopfernder Kampf in Schlachten verwundete Männer angemessen medizinisch zu betreuen, nötigte mir trotzdem wenig Respekt ab. Ich wandte mich einmal mehr angewidert von der selbstverständlichen Praxis ab, die Frauen als Hilfskräfte in den (blutigen) Männerspielen missbraucht und deren selbstlosen Einsatz entweder zu bejubeln oder kleinreden. 

Das mich umgebenden Selbstverständnis, dass Frauen ihre Kraft immer wieder (freiwillig) auf den kleinen und großen Schlachtfeldern der männlichen Anmaßung hingebungsvoll einsetzen, scheint sich nicht zu ändern. Und sie sind immer noch bereit, diese ihre Rolle zu perfektionieren. Das es so ist hat verschiedene Gründe. Einer mag auch sein, dass frau immer wieder versucht ist, mit ihrer ungewürdigten Arbeit Humanität in alle Arten von männlichen Aktionen zu bringen. 

Manches konnte sich frau vor zweihundert oder nur einhundert Jahren kaum vorstellen, aber in unserer derzeitigen Kultur kann die Frau in der nach wie vor etablierten Männerwelt eigentlich alles werden. Von der Staatschefin über die Konzernmanagerin oder Krankenhausärztin und Professorin bis hin zur Soldatin. Dazu gibt sie allerdings am besten für bestimmte Zeit Teile ihre Persönlichkeit inklusive der weibliche Grundausstattung an der Garderobe ab. (wahrscheinlich verändern sich durch die allgemeine Unterwerfung in einem Hierarchiesystem sowieso eine jede Persönlichkeit - bereits unter dem Eindruck der intensiven Gehirnwäsche seit jüngster Kindheit innerhalb des kollektiven Stockholmsyndrom)
 
Die berufstätige Frau wird als Erwerbstätige zu einem Bauteil, einem Rädchen im Getriebe, in den hierarchisch geführten Betrieben, welche die Arbeitswelt unserer Gesellschaft ausmachen. Und das kann heutzutage eben alles sein – Gesundheitswesen, Schulen, Universitäten, Behörden, Dienstleistungsgewerbe, wie Post, Bahn oder Fluglinien, Medien- und Wirtschaftsunternehmen sowie Kirche, Polizei und Militär – überall da wo sichtbar Uniform getragen wird oder diese äußerlich nicht sichtbar in einer bestimmten Konformität oder Art der Zugehörigkeit zum Ausdruck kommt.  

Die moderne und hervorragend durch das patriarchale System konditionierte Frau, ist so an den maskulinen Takt unserer Gesellschaft gewöhnt, dass sie gar nicht auf die Idee kommt, dass ihre Unterwerfung unter dieses System eine unweibliche Monstrosität ist. Das geht soweit, dass aus der Erkenntnis heraus, dass sich etwas ändern muss, die Frau einen Paradigmenwechsel mit den ungeeigneten Mitteln patriarchöser Strategien herbeizuführen versucht. Dazu gehört beispielsweise das feministische Bemühen mit der Männerwelt gleichzuziehen oder die naive Vorstellung, dass ein männlich inszenierter Gott weibliche Priesterinnen braucht.
 
Nun geschieht jede Art von Unterwerfung ja nie wirklich freiwillig. Auch dann oder erst recht nicht, wenn frau unter dem Eindruck ihrer derzeitigen Pseudo-Freiheit glaubt, sich willentlich und gern für irgendeine zur Zeit angesagte Fremdbestimmung entschieden zu haben. Die Kombination aus dem natürlichen Drang des Überleben müssen in einer Gesellschaft, die ihre Töchter so früh wie möglich separiert und den begleitenden Ideologien, setzt Frauen auf infame Weise matt. Die indoktrinierte Hörigkeit gegenüber männlichen Vorgaben, die meist raffiniert verdeckt, selbst im heutigen mütterlichen Wort daherkommen, schirmt die Frau von ihrem eigenen weiblichen Selbst ab und lässt sie immer mehr die lebenserhaltende, konsanguine* Gemeinschaft ablehnen .
 
Das weibliche Sein bricht sich jedoch mehr oder weniger trotzdem Bahn. Immer da, wo Frauen sich den Ausdruck ihrer persönlichen Kreativität nicht nehmen lassen und diese einfach leben. Wo Frauen die Verwegenheit haben selbstständig oder freiberuflich zu agieren, auch um für ihre Kinder eine naturgemäße Lebensgrundlage zu schaffen. Und auch da wo Frauen schon mal bewusst vielversprechenden Berufsaussichten den Rücken kehren, um am Gedeihen ihrer Kinder direkten Anteil zu nehmen, wohl wissend, dass ein erfolgreiches Anknüpfen in der Regel nicht mehr möglich ist. 

Ich würde sagen, Frau kann nicht wirklich ihr genetisches Programm ignorieren, auch wenn der derzeitige Mainstream immer noch bemüht ist aus Frauen Ersatzmänner zu machen. Selbst wenn sich für jede Arbeit, die ein Mann verrichtet, bestimmt eine Frau finden würde, die das ebenfalls tun könnte, bleibt eben doch das Warum (sollte sie) und das Wie (kann sie es weiblich umsetzen) offen. Der Mann hat unter anderem die Welt in Arbeitszeit und Freizeit unterteilt. Auf der einen Seite seine Projekte oder die Mission (Dienst am Herrschaftssystem) und auf der anderen Seite sein Privatleben mit Weib und Kind und diese beiden Daseinskomponenten sollten sich möglichst wenig berühren.
 
Das ist aber kein weibliches Sein. Die Frau (hier als Synonym für die Urmütter) war einst die Erfinderin der alltäglichen Arbeit, in die ihr ganzes schöpferisches Potential floss und eigentlich ist es immer noch so. Frauen machten naturgemäß keinen Unterschied zwischen Arbeit und Privat und sie übten einst jede Tätigkeit in natürlicher Kooperation in ihrer zugehörigen Gemeinschaft aus. Also fangen wir damit an Arbeit mit weiblichen Sinnen zu erfassen... 



(*verwandt durch Geburt oder auch blutsverwandt in der mütterlichen Linie)
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06 Juli 2012

Neu und Alt zugleich


Falls meine weibliche Leserschaft daran interessiert ist - ich habe auf Facebook eine Gruppe gegründet und freue mich über jede MitFrau!


Frauen - Großmütter - Mütter - Schwestern - Töchter - Tochtertöchter begegnen sich auf Augenhöhe! 


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29 Juni 2012

Flötentöne und Hansetag


Das musst du fotografieren sagte Isolde...

als wir auf dem Weg zu einer der Freilichtbühnen auf dem Hansetag Lüneburg waren...


um das Konzert des Flötenorchester 
"Blautöne" zu erleben, bei dem ihre Mama mitflötet...


...was waren wir begeistert!













17 Juni 2012

Zwei meiner Augensterne



... nach dem Hip-Hop-Auftritt ...


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13 Mai 2012

gestern beim Italiener

 
... und heute wieder anständig gekocht. 

Nach einem gestrigen Enkelkindertag und einer 
Einladung meiner Schwester zum 
Essen im La Roma um die Ecke,
kam ich heute erst wieder dazu ein fotogenes Gericht zuzubereiten.

... und hier präsentiere ich: 

grüner Spargel unter rosmaringewürzten Kartöffelchen 

an Hähnchen - Schnetzel, 
getoppt von Streifengemüse mit Hexensträhnen (gedünstete Hopfensprossen)...

Eine neue Themenwoche: Mein Mittagessen!