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15 Januar 2014

fantasielose Verstimmung

"... ein neues Jahr hat begonnen … es ist genau ein Monat her, seit ich den letzten Blogpost eingestellt hab... aus meinem Schreibflow bin ich rausgeflogen... blödes Weihnachten, blödes... und das Wetter nervt mich total!" 

Diesen wenig eleganten Text habe ich gestern einer Bekannten gemailt. Aber so ist es, Emails, Kommentare und Chatgeschreibsel sind die Stiefkinder der Literatur... da gibt es nur husch, husch, keine Zeit und meist kein Korrekturprogramm. Dabei will ich doch 'richtig' schreiben - wohl gestaltet, voller Poesie und möglichst mit Tiefgang - nicht nur Sachtexte und Belanglosigkeiten im Netz hinterlassen...

Noch vor einem Monat hielt ich mich in den mystischen Gefilden Fantasiens auf – ich habe mich in einer geheimnisvollen Höhle verlaufen, einen verlorenen Bruder gesucht und bin der Bleichen Frau im Nordturm begegnet. Und heute sitze ich an einem prosaischen Schreibtisch, starre durch die ungeputzte Fensterscheibe in ein regnerisches Grau(en) und versuche wieder den Anschluss zu finden. Sind denn alle Musen zum Skifahren? Hallo – Wir haben gar keinen Winter! Oder liegen sie im Winterschlaf? Hallo – Wir haben gar… ach, das hatte ich ja schon.

Würde ich auf Papier schreiben, hätte ich vermutlich schon drei Stifte zernagt. So starre ich nur auf die Tastatur und hoffe, dass in den Ritzen zwischen den, mit Buchstaben verzierten, kleinen Quadraten plötzlich zartes Grün sprießt, Frühlingsblüher hervor drängen und entzückende fliederfarbige Wölkchen über den leeren Monitor ziehen...
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15 Dezember 2013

Die war noch von der alten Welt

Das Jahr neigt sich und meine Gedanken zur Alten sind noch lange nicht am Ende. Es gäbe noch so viel darüber zu künden. Das Großmutter-Sein ist eine der Phasen in einem Frauenleben und heutzutage für fast jede Frau keine kurze. Es ist die Zeit der Reife, der Alten, der Weisen und kann mehrere Jahrzehnte umfassen.

In einem Gespräch wurde mir einmal von einer recht jungen Frau vorgehalten: Na und – nicht jede alte Frau ist weise.

Das stimmt und auch nicht. Weisheit ist kein Leistungssport. Aber ein Zug unseres menschlichen Seins und nicht immer an ein bestimmtes Alter gebunden. Trotzdem ehrten dereinst unsere Ahninnen und heute noch viele indigen und matrifokal lebende Gemeinschaften (Völker) das Alter. Sie wussten, was es für die Gemeinschaft hieße, ohne den weisen Rat, die Erinnerungen und den zwischenmenschlichen Ausgleich, den die Alten einbringen, leben zu müssen.

Dabei ist die Weisheit des Einzelnen nicht der entscheidende Faktor, sondern die Haltung, die alle in Respekt und gegenseitiger Zuwendung für einander einnehmen.

Die natürliche, die generationsübergreifende, Fürsorge umfasst eigentlich die Zeit von der Geburt bis zum Tod - ein menschen-art-gerechtes Geschehen, dass aus unserer Kultur fast völlig verschwunden ist. Mal abgesehen davon, dass ich tatsächlich eine mehrfache Großmutter bin, lebe ich schon seit Jahren in der Intention der Alten. Dieses Sein und diese Haltung erfährt, wir wissen es alle, in unserem patriarchalen Gesellschaftssystem wenig bis keinerlei Wertschätzung. Das seit Jahrhunderten missachtete Muttersein eben.

Die Alte, die Mutter der Mutter, ist immer in ihrem Wissen und ihrer Erfahrung die Vertreterin der "altenWelt" auf der letztendlich alles Zukünftige aufbaut.

Das wussten sie auch noch in Zeiten, als die Alte schon nicht mehr gehrt wurde. Wurden doch noch Märchen und Sagen von ihr und von Frau Holle und der Berchta erzählt. Einer solchen Geschichte habe ich einen kleinen Ausschnitt entnommen, der zeigt, dass 'die Alte' schon immer von dieser Welt, aber auch verbunden in den Zeiten war:

„Nun aber lebte auf diesem Hof eine uralte Frau. Die war noch von der alten Welt. Sie saß zu jeder Stunde am Herd, spann im Rauch und roch das Unsichtbare. Die Kunde von den alten Zeiten war ihr noch zugegen, und sie wußte mehr von dem Wechsel und Wandel der Dinge als die anderen.“

Zitat: Raunächte – Märchen, Brauchtum, Aberglaube – aus der Geschichte „Das ausgeblasene Licht“ - Herausgeberin: Sigrid Früh - (Quelle: K. Paetow: Frau Holle, Märchen und Sagen, Hannover 1952)


07 Dezember 2013

Adventnachmittag

... der Sturm hat sich gelegt ... draußen ist es still, friedlich und weiß.




Mit dem plötzlichen Winter kann ich noch gar nicht richtig umgehen. Er hat mich einfach überrascht, ebenso die Erkenntnis, dass wir schon fast mitten im Advent sind. 
Da sind wohl ein paar besinnliche Gedanken fällig.
Und so schiebe ich die Arbeit beiseite, zünde Kerzen an, bereite mir einen fruchtigen Tee zu und blättere die Datei mit den Fotos der vergangenen Monate durch... so viele glückliche Momente...
heuer kam das Jahresende auf schnellen Schwingen. Überhaupt flog das gesamte Jahr Zwanzig-Dreizehn nur so dahin. Es war recht bunt, das Jahr ... ich war mehr unterwegs als sonst, ein neues Menschlein, ein Töchterchen kam im Mai hinzu, nachdem bereits im Dezember zuvor ein kleines Mädchen meine Sippe komplettierte und ein besonderer Geburtstag wurde gefeiert. Die Kinder meiner Kinder wachsen heran und sind zu meiner ganz besonderen Großmutterfreude wunderbar gelungen. Die Alte zu sein hat schon was...

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17 April 2012

Fräulein Schröder

Meine Schwester wohnt in einem netten Haus mit gepflegtem Garten drumherum und einer still gelegenen Terrasse mit Blick auf die Vogeltränke. Dort steht auch ein bequemer Stuhl, auf dem sich meine Schwester gern zwischendurch hinsetzt – um ein wenig die Sonne zu genießen, sich an den Frühjahrsblühern zu erfreuen, im heißen Sommer den Piepmätzen beim Baden zuzusehen oder im Winter das Glitzern des schneebedeckten Rasens zu bewundern. Ein idyllisches Plätzchen der Beschaulichkeit und Ruhe.

Doch leider ist dieser Platz seit einiger Zeit oft genug bereits besetzt – von Fräulein Schröder - der stolzen Nachbarkatze. Fräulein Schröder, diesen Namen hat ihr meine Schwester verliehen, ist die Hauskatze der netten jungen Familie Schröder von gegenüber (und nicht zu verwechseln mit Schrödingers Katze).

Schröders haben, neben der Katze, auch noch zwei temperamentvolle kleine Jungs. Daher ist es durchaus möglich, dass sich Fräulein Schröder einerseits der Unruhe entziehen will, andererseits, wenn alle aus dem Haus sind, wenigstens die beschauliche Nähe der älteren Dame von nebenan, meiner Schwester, pflegen möchte. Und so weilt sie täglich gelassen und dekorativ auf dem besagten Gartenstuhl. 

Seit ein paar Tagen erwägt meine Schwester nun die Anschaffung einer zweiten Sitzgelegenheit...



... derzeit liegt mein Blog ein wenig brach und ich starte den Versuch dieses zu ändern. Daher habe ich mich entschlossen ab und zu eine Art Themenwoche abzuhalten. Die erste Serie widme ich dem Thema Katze!

24 Dezember 2010

... wie jedes Jahr, nur weiß...



... da ist sie, die oft vermisste Weiße Weihnacht!

Der liebliche Moment, da wir uns an der noch makellosen Weiße erfreuen. Die damit einhergehende Stille genießend, durch den Schnee stapfen, Autos frei schaufeln und dann doch nur die allernötigsten und nicht aufzuschiebenden Fahrten unternehmen.
Wie heute, wenn ich den Korb mit den bunten Päckchen einlade und hinunterrolle, zu den erwartungsvollen Kinder, welche die Treppe hoch und runter hüpfen und fast durchdrehen, weil die Zeit so langsam vergeht. Und dann eben einfach mal in Socken vor die Haustür treten und um die Ecke sehen, ob die Oma kommt, denn das hieße: das Glöckchen wird bald klingeln. Die Älteste der Kinderschar werkelt in der Küche und demonstriert Gelassenheit und die ganz Kleine ist sich nicht sicher, ob es auch so wird wie im letzten Jahr.
Mama ist immer mal kurz verschwunden, um dann mit diesem Leuchten in den Augen, das ich noch aus ihren Kindertagen kenne, wieder aufzutauchen.  Papa, heute nicht ganz so leger gekleidet, überprüft die Kamera. Die Türen zur Stube, die heutzutage Wohnzimmer heißt, sind seit gestern abend verschlossen und das Familienleben ballt sich in der großen Küche. Aber dann läutet es doch, das Glöckchen.
Und nun lassen sich, erstaunlicher weise, auch wieder die Türen öffnen. Ein warmer Duft von vielen Kerzen umströmt alle und der Lichterschein weist den Weg in das zukünftige KinderErinnerungsWunderland...


08 Februar 2010

Hallo Holla


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Natürlich ist meine Winter Ade – Kampagne nur ein Ausdruck meines momentanen Überdruss an tiefen Temperaturen (immerhin heute -7° C) und der Glätte und des Schnees! Mir ist schon klar, dass der Winter erst im März vorbei ist. Kalendermäßig am 20.03. Wir sind also noch mittendrin.
Da es in den letzten Jahren so wenig winterliches Ambiente gab (als ich im Rheinland wohnte, wussten die gar nicht was das ist), kann frau schon mal „vergessen“, dass es ganz normal ist, wenn es im Winter kalt ist und schneit!
Obwohl wir heute Häuser und Regenschirme und wetterfeste Kleidung haben, ist das Wetter nach wie vor ein wichtiges Element in unserem Leben. Ich glaube, es wird sogar mehr darüber geredet und geschrieben und gesendet, als vor Jahren. Für mich ist das Reden über das Wetter auch kein Verlegenheitsthema, sondern die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit unserem elementaren Dasein. Beobachtungen des Jahreslaufs, der Witterung und deren Auswirkung, sowie die Auswertung derselben gehörten doch schon immer zur Kompetenz des Menschen.
Eines der ersten Märchen, die mir erzählt wurden, war das von der Frau Holle, die ihre Betten schüttelt, so dass ich Schlitten fahren und Schneemann bauen konnte.
Frau Holle war auch nur eine regionale Wetterdämonin, habe ich allen Ernsten mal jemanden sagen hören.
Was heißt hier NUR?
Das Klima, das Wetter, war schon immer für den Menschen und seine Entwicklung essentiell. Da ist die Verehrung einer Wettergottheit nicht nur vorstellbar, sondern bedingt. Und Frau Holle war auch mehr als eine Götzenvorstellung – Sie war Die Gode – Die holde, die hohe Frau!
Sie hüllt Feld und Flur in eine weiße Decke und schützt die Natur, auch wenn jetzt alle anfangen auszurechnen, was uns dieser Winter kosten wird...

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03 Februar 2010

Winter ade?

Zwei quietschfidele Enkeltöchter im Auto, Angriff der Schneeflocken von allen Seiten und tückische Eisbuckel unter den Reifen, da werden auch zwanzig Kilometer zum Abenteuer. Ich muss wohl das Lenkrad so festgehalten haben, dass ich heute Nackenverspannung und dadurch ein wenig Kopfschmerzen habe. Wenn ich heut aus dem Fenster sehe, breitet sich über den Baumwipfeln ein zartblauer Himmel mit weißen Schäfchen aus und der Schnee auf dem Dach gegenüber kriecht in sich zusammen. Das grauslige Wetter von gestern ist grad nicht mehr vorstellbar. Die Amsel auf der Balkonbrüstung sieht mich vorwurfsvoll an. Vielleicht mag sie den Supermarktapfel nicht, den ich ihr zum Picken hingelegt habe.
Gestern verbrachten zwei meiner Nachtöchter ihren schulfreien Tag bei mir und wie wunderbar, Oma hat jetzt ein Laptop und wenn alle lange genug warten, springt der alte Computer auch noch an. Da kann kind mit der Schwester parallel spielen und sich über einen Meter hinweg zurufen welches Level gerade erreicht wurde. Die Kleine, die noch nicht sicher lesen kann, fragt nur ab und zu mal, was sie anklicken muss, damit der Spaß weiter geht..