25 Februar 2010

Vorsicht Glosse


Wir gründen einen Männerschutzverein oder
Es gibt kein Matriarchat, es gab nie eins und es wird auch keines geben!

Stellen wir uns einmal folgendes vor: Die Frauen sind erstarkt, sie haben wirtschaftliche Unabhängigkeit errungen, sich weltweit zusammen geschlossen und....
... die „Herrschaft“ an sich gerissen! Aus dem Patriarchat wurde ein Matriarchat!

Als erstes stieg die Kriminalitätsrate bei Frauen sprunghaft an. Die Gefängnisse sind voll von weiblichen Schwerverbrechern. 
Für einen Mann ist es nicht mehr so leicht, am Abend allein auszugehen, da er ständig damit rechnen muss belästigt oder schlimmer überfallen zu werden. 
Die Chefetagen sind mit Chefinnen besetzt. 
Die Ehefrau geht selbstverständlich arbeiten, sie muss ja für das Familieneinkommen sorgen. Mann und Sohn schmeißen den Haushalt und hüten die Kleinkinder, die fast alle aus der Retorte stammen, da die quasi Mutter keine Zeit mehr für Schwangerschaft und Entbindung hat.
Die Bordelle sind mit Callboys besetzt und die unterbezahlte männliche Reinigungskraft bekommt an ihrem Geburtstag von der zufriedenen Arbeitgeberin ein Blümchen.
Männergruppen treffen sich heimlich, um über Freiheit und Gleichberechtigung zu diskutieren und müssen um elf Uhr zu Hause sein, da es sonst für sie auf der Straße zu gefährlich ist.
Politikerinnen schmieden in ihren internen Sitzungen Kriegspläne, während sie in der Öffentlichkeit über Abrüstung und Männergleichberechtigung reden.

Was für ein Horrorszenario. 
 
Fühlt euch da mal hinein. Fast könnte frau die Männer verstehen, wenn sie eine Entwicklung zum Matriarchat um jeden Preis verhindern wollen. Der Mann kann sich eine weiblich geprägte Gesellschaft einfach nicht vorstellen und mit solchen Gedanken fühlt er sich auch nicht wirklich wohl .

Aber dafür sind wir ja da. Frauen sind schließlich Tag und Nacht für sein Wohl zuständig. Dafür, dass es unseren, nein, dass es allen Männern gut geht! Wir unterstützen sie in ihren Bestrebungen und sorgen dafür, dass keine Frau aus der Reihe tanzt und keine renitente Tochter das sensible Ökosystem, in dem ein Mann lebt, gefährdet.

Die wahrhaft freie Frau bringt, wie wir wissen, den Mann in Gefahr. Und da sich auch zaghafter Widerstand schon als gefährlich erwiesen hat, bremsen wir uns gegenseitig aus und wachen eifersüchtig darüber, dass matriarchales Gedankengut gar nicht erst die Filter der öffentlichen Meinung passieren kann.

Somit beschützen wir natürlich auch unsere Töchter und sorgen dafür, dass sie unauffällig, angepasst und im richtigen Moment reizvoll und attraktiv erscheinen. Schließlich müssen sie ja irgendwie durchs Leben kommen, also irgendwie unter die Haube, wenn der etwas überholte Ausdruck erlaubt ist. So wurden wir erzogen, so geben wir es weiter. Schließlich liegt es in unserem genetischen Programm, die Menschheit zu erhalten. Auf die männliche Hälfte derselben, sollten wir uns in diesem Falle erfahrungsgemäß nicht verlassen.

21 Februar 2010

Glück


Tja, wie komme ich mit dem Lesen voran? Schwierig, schwierig - ich weiß noch nicht so recht, was mir so widerstrebt. Aber wie sagte
Franz Kafka schon:


Bücher
, die uns glücklich machen, können wir zur Not selber schreiben.



16 Februar 2010

Mutterspiele

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Gestern kam mit der Post Lisa Ortgies Buch Heimspiel bei mir an...
Die ersten einhundert Seite, die sich mit der spannenden Frage beschäftigen: Gibt es neue Väter? - habe ich erst einmal überblättert. Bestimmt ist es wichtig, endlich die Stellung und Haltung der Väter und der dazu gehörigen Politik zu betrachten, aber es irritierte mich doch, dass ein Buch über die Familie schon wieder mit der Vätersicht beginnt. So blätterte ich weitere fünfzig Seiten weiter, überspringe das Kapitel Haushalt und da kamen sie endlich, die Mütter.

Und was steht da auf Seite 255?
Zu keinem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte und in keiner sozialen Schicht waren Frauen ausschließlich Mütter. Und schon gar nicht Tag und Nacht für ihren Nachwuchs und dessen Entwicklung zuständig.“

Da ist er wieder, dieser leicht verdrehte Ansatz: Frauen sind nicht nur Mütter.
Na gut, aber Mütter sind immer Frauen, was sagt uns das? Es nervt mich gewaltig, die Mutter ständig auf ihren Dienst am Kinde reduziert zu sehen! Wenn wir eine Mutter dahingehend einordnen, dass sie eine Frau ist, die ein Kind ausgetragen, geboren und anschließend genährt, geschützt und versorgt hat und die darüber hinaus schlichtweg Verantwortung für das Leben trägt, müssen wir jetzt fragen: wo und wann hört denn das Muttersein auf und fängt das „Nur“ oder „Auch“ Frausein wieder an?

Findet eine Abspaltung der Mutter von der Grundkonzeption Frau statt? Bewegt sich frau dann in einem Paralleluniversum? Ist Muttersein ein temporäres Durchgangsstadium, etwa so wie die Pubertät? Von wann bis wann und wie intensiv ist Frau denn Mutter? - Von der Geburt bis zum Achtzehnten Jahr des Nachwuchses? Von der Zeugung an und bis das Kind siebenundzwanzig ist? Oder darf sich Mutter teilweise schon aus der Verantwortung entlassen, wenn das Kind in die Schule kommt? Und wohin schieben wir die Großmütter?

Ortgies geht, wie so manch andere, von der heutigen vereinzelten Familienmutter aus, der bestenfalls die Unterstützung des sogenannten Partners zusteht. Es ist auch immer blöd, wenn der Geschichtsrückblick nur bis ins Mittelalter reicht und dann festgestellt wird, sowas wie wir heute unter Müttern verstehen, gab es früher gar nicht. Die Kinder wuchsen mehr oder weniger beachtete in der Welt der Erwachsenen auf und hatten Glück zu überleben – nun, das ist heute auch noch so!

Unsere Kinder müssen sich ebenfalls mit der, von Erwachsenen kreierten Welt arrangieren. Und egal ob sie exklusiv eine vierundzwanzig Stunden - Mama zu Hause haben oder nicht, Kindheit ist heute nicht weniger stressig als in anderen Zeiten, seit das Papasystem durchgegriffen hat. Schule ist beispielsweise eine solche künstliche, von Erwachsenen geschaffene, Welt. Auch wenn sie mit Herden kleiner Menschen bevölkert wird, ist sie kein natürlicher Kinderraum. Vermutlich würde kaum ein Kind freiwillig dieses Freigehege der nicht artgerechten Menschenhaltung betreten, wenn es die Wahl hätte.

Denn, als die Erkenntnis (vor allem aus volkswirtschaftlichen Gründen) um sich griff: Kinder brauchen generell Bildung, da wurde den Bekennern dieser Erkenntnis ganz schnell klar, dass mann den dummen Weibern, die nun mal die Mütter sind, die Erziehung und Unterrichtung, gerade der Söhne, nicht überlassen könne.

Ortgies geht von dem üblichen, in unserer Gesellschaft scheinbar gut etablierten, Familienmodell aus und nennt ihr Buch im Untertitel Plädoyer für die emanzipierte Familie!

Ich werde jetzt, auch wenn es mich eine gewisse Überwindung kostet, das Buch erst einmal ganz lesen um zu erfahren, wovon sich die heutige Familie da emanzipieren sollte!

Aber alles in allem, die Teilüberschriften sind originell und aussagekräftig gewählt, fast könnte man sich den weiteren Text sparen...

08 Februar 2010

Hallo Holla


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Natürlich ist meine Winter Ade – Kampagne nur ein Ausdruck meines momentanen Überdruss an tiefen Temperaturen (immerhin heute -7° C) und der Glätte und des Schnees! Mir ist schon klar, dass der Winter erst im März vorbei ist. Kalendermäßig am 20.03. Wir sind also noch mittendrin.
Da es in den letzten Jahren so wenig winterliches Ambiente gab (als ich im Rheinland wohnte, wussten die gar nicht was das ist), kann frau schon mal „vergessen“, dass es ganz normal ist, wenn es im Winter kalt ist und schneit!
Obwohl wir heute Häuser und Regenschirme und wetterfeste Kleidung haben, ist das Wetter nach wie vor ein wichtiges Element in unserem Leben. Ich glaube, es wird sogar mehr darüber geredet und geschrieben und gesendet, als vor Jahren. Für mich ist das Reden über das Wetter auch kein Verlegenheitsthema, sondern die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit unserem elementaren Dasein. Beobachtungen des Jahreslaufs, der Witterung und deren Auswirkung, sowie die Auswertung derselben gehörten doch schon immer zur Kompetenz des Menschen.
Eines der ersten Märchen, die mir erzählt wurden, war das von der Frau Holle, die ihre Betten schüttelt, so dass ich Schlitten fahren und Schneemann bauen konnte.
Frau Holle war auch nur eine regionale Wetterdämonin, habe ich allen Ernsten mal jemanden sagen hören.
Was heißt hier NUR?
Das Klima, das Wetter, war schon immer für den Menschen und seine Entwicklung essentiell. Da ist die Verehrung einer Wettergottheit nicht nur vorstellbar, sondern bedingt. Und Frau Holle war auch mehr als eine Götzenvorstellung – Sie war Die Gode – Die holde, die hohe Frau!
Sie hüllt Feld und Flur in eine weiße Decke und schützt die Natur, auch wenn jetzt alle anfangen auszurechnen, was uns dieser Winter kosten wird...

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06 Februar 2010

Winter Ade - die Dritte


Heute ist es die Eisfee, die auf you tube dem Winter einen Abschied singt...


meine Tochter Christine



05 Februar 2010

Winter Ade - die Zweite


Da sitze ich und sehe zu wie der Schnee schmilzt. Ein hellblauer, grau gestreifter Himmel stützt sich auf die Tannenspitzen und die Birken rechts im Bild sehen so bedürftig kahl aus. In ein paar Wochen werden sie zartgrün herüber winken und Frühlingsgefühle verbreiten. Meine Topfpflanzen drücken sehnsüchtig ihre Blätter an die Scheibe. Wenn die Kälte und die Kühle gewichen sind, können sie sich jenseits des Fensterglases auf dem Balkon recken. Jetzt haben sie eher unangemessen warme Wurzelfüße von der Heizung, aber gleich gibt es einen Schluck aus der Gießkanne...

03 Februar 2010

Winter ade?

Zwei quietschfidele Enkeltöchter im Auto, Angriff der Schneeflocken von allen Seiten und tückische Eisbuckel unter den Reifen, da werden auch zwanzig Kilometer zum Abenteuer. Ich muss wohl das Lenkrad so festgehalten haben, dass ich heute Nackenverspannung und dadurch ein wenig Kopfschmerzen habe. Wenn ich heut aus dem Fenster sehe, breitet sich über den Baumwipfeln ein zartblauer Himmel mit weißen Schäfchen aus und der Schnee auf dem Dach gegenüber kriecht in sich zusammen. Das grauslige Wetter von gestern ist grad nicht mehr vorstellbar. Die Amsel auf der Balkonbrüstung sieht mich vorwurfsvoll an. Vielleicht mag sie den Supermarktapfel nicht, den ich ihr zum Picken hingelegt habe.
Gestern verbrachten zwei meiner Nachtöchter ihren schulfreien Tag bei mir und wie wunderbar, Oma hat jetzt ein Laptop und wenn alle lange genug warten, springt der alte Computer auch noch an. Da kann kind mit der Schwester parallel spielen und sich über einen Meter hinweg zurufen welches Level gerade erreicht wurde. Die Kleine, die noch nicht sicher lesen kann, fragt nur ab und zu mal, was sie anklicken muss, damit der Spaß weiter geht..

31 Januar 2010

Brauche ich Visionen?


Meine Freundin meinte, ich würde zu viel theoretisieren.
Was nütze es über das ferne Ideal einer matrivivialen Daseinsform zu reden und zu schreiben, wenn Frauen und Mütter im Alltag mit Ignoranz, Unwägbarkeiten und Ungerechtigkeiten zu kämpfen haben und ganz konkrete Hilfen benötigen.
Was nützt der Entwurf einer utopischen Gesellschaft, wenn nicht zugleich Wege aufgezeigt werden, wie der Paradigmenwechsel von Statten gehen könnte.

Aber das mit den Wegen ist so eine Sache, denn die geht jede Frau schlussendlich selbst. Und dazu ist es gut, wenn sie weiß, wohin sie will. Schließlich muss sie sich selbst entscheiden, ob sie weiter macht wie bisher oder für sich, ihre Kinder und ihr Umfeld etwas verändert. Wir dürfen einfach nicht vergessen, wo die Vorgaben nach denen in unserer Gesellschaft gelebt wird, herkommen! Nur ein modifiziertes Patriarchat ist meines Erachtens nach nicht die Lösung. Ein gemeinsamer Gedanke, ein gemeinsames Ziel hilft uns letztendlich die vielen Baustelle, von denen jede ihre eigene vor der Tür hat, zu koordinieren.

Natürlich ist es eine gute Entscheidung sich Freundinnen zur Unterstützung und des Energieaustausches halber zu suchen und mit gleichgesinnte Frauen zusammen zu arbeiten! Das sind Schritte die bereits gegangen werden. Mütter und Töchter zusammenzubringen gehört allerdings zur Zeit noch zu den unerhörten Forderungen.


Ich sage: Ich lebe ab jetzt für ein matriviviales Dasein!

Dabei bin mir auch darüber im Klaren, dass ich mir damit nach und nach einen Wertekodex schaffe, der vielfach vom Üblichen abweicht. Und wie ich neulich schon in einem Kommentar schrieb - ich gebe mich nicht der Illusion hin, ich könnte noch eine matriviviale Gesellschaft erleben, aber irgendwie will ich anfangen.

Ich lebe das Leben einer Großmutter im Patriarchat unter erschwerten Bedingungen. Denn es bedeutet: keine ständige Präsenz bei den Kindeskinder und das fehlende Selbstverständnis der generationsübergreifenden Gemeinsamkeit. Ich bin für die Enkelkinder da, wann immer ich angefordert werde und es mir möglich ist. Ich arrangiere mich mit den bestehenden Bedingungen und lebe zugleich in dem Bewusstsein, dass für ein "richtig" im Sinne von lebenswert und förderlich für alle, noch eine Menge getan werden muss. Diese Intention bestimmt mein Tun und Sagen .

Mag ja sein, das ich meinen Gedanken an die Entstehung einer matrivivialen Gesellschaft etwas hoch gehängt habe. Aber wenn sich all die patriarchösen Probleme vor einer auftürmen, kann frau in jedem Fall darüber hinweg und die Vision immer noch sehen.

Wie steht auch bei
beziehungsweise - weiterdenken: Viele sind ärgerlich, dass Ideen von Frauen "dem System" einverleibt werden, dass weibliche Autorinnenschaft nicht gewürdigt und anerkannt wird. Aber. "Mir gefällt es, wenn ich Ideenspenderin bin", sagt eine. "Hauptsache ist doch, die Idee kommt durch."

Eine andere Freundin meinte neulich, die männlichen Nesthocker im Hotel Mama würden ja eigentlich einfach nur den matriarchalen Gedanken leben (wenn wir mal von wirtschaftlichen Erwägungen absehen). Na, das ist doch eine interessante Überlegung, vielleicht hat sie ja recht....

28 Januar 2010

Die perfekte Mutter... die gibt es einfach nicht!

"die perfekte mutter" rief ute spöttisch auf dem heimweg aus, " die gibts einfach nicht". und wir lachten laut auf.
Wie wahr, wie wahr! Nur wo kommt er denn eigentlich her, der Anspruch eine perfekte Mutter zu sein (zu müssen)? Und was ist eine perfekte Mutter?

Damit ist es auch nicht allein getan - die Frau soll (oder möchte) überall perfekt sein - Ehefrau, Hausfrau, Arbeitnehmerin und eben auch Mutter! Vielleicht ja noch Freundin, Tochter, Schwester? Und zu dieser bestimmten Form der Perfektion scheint auch noch zu gehören, dass frau klaglos und altruistisch ihre weiblichen Tätigkeiten lebt - wer Anerkennung einfordert ist nicht perfekt – böse Falle!

Zum Glück können Frauen heute über das Ansinnen auch einfach nur lachen. Denn im Zusammenhang der interaktiven Fürsorge zwischen Frauen, einen Anspruch der Perfektion abzuleiten, ist auch lächerlich. Da liegt Perfektion fatal nahe an Perversion. Wir können lachen und die überholten Auflagen auch hinter uns lassen, eigene Vorstellungen entwickeln oder schlicht unserer Intuition folgen. Wie gut, dass wir das jetzt können, das war nicht immer so!
Menschlich weibliches Zusammenleben bedeutet trotzdem immer noch, mit (gesellschaftlich) männlichen Vorgaben leben, auch wenn sich in der persönlichen Beziehung gerade kein Mann aufhält (und der einzelne Mann ist auch nicht direkt das Problem oder nur manchmal).
Mutter sein, fernab der Perfektion, bedeutet einen Status einzunehmen. Es ist ein Seinszustand für immer. Die heute so beliebte Sichtweise der "Mutter auf Zeit", hat diesen schwerwiegenden Umstand scheinbar außer Kraft gesetzt. Mutter- und Vaterrolle heißt es nun. Solange die Kinder versorgt und aufgezogen werden, ist zeitweilig eine Elternrolle zu spielen und das Leben beginnt, wenn „die Kinder aus dem Haus sind und der Hund gestorben ist“.
Welches Leben, frage ich da? Ein Leben losgelöst von allen Banden und Verantwortlichkeiten, an der Seite des geliebten Gatten, mit dem man idealisierter Weise gemeinsam alt wird?
Ich hoffe, ich werde nicht falsch verstanden. Denn das wahre Leben läuft letztendlich doch „natürlich“ ab. Großeltern sind für ihre Kinder und Kindeskinder da, unterstützen sie wo sie nur können. Und die erwachsenen Töchter und Söhne kümmern sich um die alten Eltern. Mir fehlt nur manchmal die Intention des Selbstverständlichen in der Darstellung: so ist es gut und richtig und so war es schon immer !
Und wenn Frau über die abstrusen Vorgaben des Patriarchat herzlich lachen kann und die „artgerechte Menschenaufzucht“ nicht aus den Augen verliert, ja dann ist sie doch fast schon perfekt!

25 Januar 2010

jetzt wird es etwas länger...

...ich habe auch eine ganze Weile überlegt ob ich zu den Biss - Büchern auch meinen Senf dazu gebe, dass heißt meine großmütterliche Meinung kundtue. Denn leider ist der Beitrag zu dem Thema etwas länger geraten. Aber vielleicht findet ja die eine oder der andere doch die Geduld meine Gedanken zu verfolgen. Aber Vorsicht! Sollte irgend wer die Bücher noch nicht gelesen haben, es könnte dadurch zu einem Spannungsverlust kommen...

Biss zum nächsten Mal

Die Bände um die Biss – Erzählung sind inzwischen schon eine bestsellernde Sensation: Vampir liebt menschliche Maid ohne sie gleich vernaschen zu wollen. Diese Geschichte vertritt die offenbar reizvolle Idee: Biss dass selbst der Tod das liebend Paar nicht scheidet.

In aller Ernsthaftigkeit wird die mögliche humane Liebesfähigkeit eines Monsters als Realität grundgelegt. Die soundso vielte Variante von der Schönen und dem Biest. Nur mit dem Unterschied, dass hier das Ungeheuerliche schön ist, unvorstellbar schön und Sie nur das Aschenputtel, das erst durch seine Beachtung aus dem tristen Alltag erhoben wird. Also doch der Klassiker.

Eine große Liebe, eine mächtige - unerfüllte Sehnsucht, der zartrosa Traum des erwachenden Mädchens, das sich, beladen mit den tausend Klischees, die wir alle so gut kennen, dem wirklichen Leben zuwenden möchte. Der Reiz der so genannten (literarischen) großen Liebe ist immer auch mit einer Unerreichbarkeit - dem fast schon Unmöglichen - verquickt. Das schmerzliche Sehnen, das künstlich aufgebauschte Begehren steht gegen eine Unerfüllbarkeit! Denn immer prallen unvereinbare Welten aufeinander. Romeo und Julia for ever! Versehen mit happyenden Schlussakkorden...

Die Schriftstellerin Stephenie Meyers hat in gekonnter Weise all diese Stereotypen miteinander verwoben, die bekanntermaßen eine Liebesgeschichte erst richtig spannend machen: Sehnsucht und Geheimnis, Liebe und Verrat, Gewalt und Hingabe, Anarchie und Ekstase, Illusionen und Verlust, Schmerz, Tod und Erlösung. Die Hauptzutat dieser bizarren Liebe ist jedoch ihre Unmöglichkeit. Diese Liebe ist so schmerzhaft groß, da sie für ein einfaches Menschenkind kaum zu ertragen ist und auf die eine oder andere Art tödlich enden wird.

Isabella Swan, wir könnten großzügig ihren Namen mit „Schöner Schwan“ übersetzen, obwohl anfangs die Autorin immer wieder das hässliche Entlein betont, wird von ihrer Schöpferin als fast schon prüde Außenseiterin geschildert. Es dauert bis zum letzten Band, bis aus der unscheinbaren, aber auch pragmatisch unkonventionellen Menschenfrau, die überirdisch schöne und mit außergewöhnlichen Gaben ausgestatte Vampirin wird und wir uns endgültig im Reich der Fiktion befinden. Denn zuvor erscheint es uns als ein alltägliches Geschehen, wie die junge Frau auf diesen faszinierenden, ebenso jung erscheinenden Mann reagiert. So kennen wir es, so soll es sein. Sie wird erhoben, da ein, noch dazu außerordentlicher, Mann sie zur Kenntnis nimmt. Warum, wird schon nicht mehr gefragt….

Der Vampir Edward, mit dem Aussehen eines Siebzehnjährigen und der Reife eines alten Mannes, begehrt Bella nicht nur aus Blutdurst, sondern auch ihrer, nur für Vampire interessanten Ausstrahlung, genauer gesagt ihres Geruches wegen. Dieser Mann ist die Bedrohung pur. Bella fühlt sich von seiner faszinierenden Erscheinung angezogen und schnell ist sie ihm, wie man schön sagt, unrettbar verfallen. Er hebt sie aus der Anonymität ihres Kleinstadtlebens, überdeckt die alltägliche Ödnis und die den Teenager so eigenen üblichen Selbstzweifeln.

Da ihr Geliebter nie mehr altert, möchte die, inzwischen Achtzehnjährige so schnell als möglich ihre menschliche Vergänglichkeit ablegen und dadurch an seiner Seite als würdige Gefährtin erscheinen. Eingefroren in ihrer Jugend für die Ewigkeit. Der Preis spielt keine Rolle mehr. Die hingebende Liebe an einen Mann als einziger Sinn des Lebens! Das Ignorieren und Akzeptieren der tödlichen Gefahr! Das unbedingte Nachfolgen in die Welt ihres ungewöhnlichen Verehrer und sei sie noch so grausam, denn dieser Eine ist anders als jeder andere simple Mann…

Meine inzwischen vierzehnjährige Enkeltochter gab mir vor einiger Zeit voll Begeisterung die Biss - Bände zu lesen und war froh, sich mit mir darüber zu unterhalten zu können, von der ersten Verfilmung zu schwärmen und die dämonisch schönen Darsteller anzuhimmeln.

Es ist immer gut, wenn es eine Erwachsene im Umfeld gibt, mit der eine jugendliche Leserin diese komplexe, aufwühlende und Sehnsucht weckende Story besprechen und über ihre Gefühle reden kann. Haben wir das nicht auch alle durchgemacht, vor mehr oder weniger langer Zeit? Vielleicht hatte unsere Literatur ja noch mehr den Charme von Courths-Mahler* und an die eigenen ersten Sehnsuchtsträume können wir uns bestimmt noch gut erinnern. Aber unsere Aschenputtelillusionen endeten meist im konventionell, vertrauten Märchenbereich. Die Idealisierung einer entmenschlichten Liebe finde ich jedoch mehr als zweifelhaft, fast möchte ich sagen schädlich!

Der ebenfalls in dem vier Bände - Werk vorkommende Werwolf Jacob bereichert dabei die Story von der unerfüllten Liebe, um die Freundschaftsvariante, somit um den brüderlichen Aspekt. Der „Bruder“ behält den Liebhaber im Auge! Er wird auf die Maid Acht geben, wenn er sie selbst schon nicht haben kann.

Die Werwölfe, sind anerkannterweise natürliche Feinde der Vampire, warum auch immer. Stephenie Meyers findet eine idealisierte Erklärung dafür. Diese Werwölfe zeichnen sich durch eine besondere Eigenschaft aus, sie sind per Schicksal auf einen bestimmten Menschen geprägt und diesem bedingungslos ergeben. Das gottgegebene (Liebes?)Paar! Eine uns nur zu gut vertraute und immer wieder gern genommene Ansicht. Denn irgendwie suchen wir alle den Menschen, der auf uns oder auf den wir, geprägt sein könnten. Ohne wenn und aber!

Es ist eine Sehnsucht, die nie aufhört, da wir die Zugehörigkeit zu den Unseren, vor allem zu den weiblichen Mitgliedern unserer Sippe schon lange verloren haben. Wir kennen diesen Schmerz des meist unerfüllten Begehrens nach Nähe, Zugewandtheit, Aufmerksamkeit, nach nährender Intimität, ausmacht und was allgemein als Liebe bezeichnet wird? Der Schmerz, der scheinbar unabwendbar ist. Wo kommt er her und wem nützt er? Und wieso wird er immer wieder als unverzichtbarer Bestandteil des Erwachsenwerdens und der sogenannten Liebe angesehen?

Die Vertreibung aus dem Paradies findet sozusagen immer noch tagtäglich statt. Das Kind wird der Mutter aus dem Arm genommen, von ihr getrennt und beginnt viel zu früh einen Lebensweg auf dem es alles auf die harte Tour lernt. Unsere männlich geprägte Vorstellung von „gesunder Entwicklung“ verhindert, dass wir uns die einfache Frage gar nicht mehr stellen: Wieso überhaupt Trennung von der Sippe? Wieso ist die Bindung der Frau an einen „Fremden“, dem sie sich oft genug auf Gedeih und Verderb ausliefert, der einzig akzeptierte Lebensentwurf in unserer Kultur und lässt sie ihre Lebensplanung auf flüchtige (romantische) Gefühle aufbauen?

Selbst wenn die Einzelne die Entscheidung treffen möchte, wieder die Nähe und die bedingungslose Zugehörigkeit zu der Herkunftsfamilie zu praktizieren, ist es inzwischen so gut wie unmöglich geworden, eine ursprüngliche weibliche Verbundenheit zu leben.

Wann ging sie uns endgültig verloren? Während einer der Völkerwanderungen? Beim letzten Überfall auf den Clan, als die Mutter erschlagen und die Schwester verschleppt wurde? Oder als man die Hexen jagte und verbrannte? Vielleicht während der letzten beiden Weltkriege? Oder schon sehr viel früher?

Die selbstverständliche mütterliche Nähe ein Leben lang, existiert nicht mehr in unserer Seinsvorstellung.

Was bliebe von der großen Liebesliteratur und all den HerzSchmerzGeschichten übrig, wenn die JungFrauen frei und selbstbestimmt den Liebespartner kommen und gehen ließen. Und eine Schwangerschaft auch kein Problem wäre, da ein jedes Kind in der mütterlichen Sippe willkommen wäre?

Übrigens, die elfjährigen Enkeltöchter haben inzwischen auch alle vier Bände gelesen. Die lese- und erkenntnishungrigen Teenager sind wohl in erster Linie Mädchen. Ich kann mir beim besten Willen keinen männlichen Elfjährigen vorstellen, der die vier dicken Bände von Stephenie Meyers durchliest und sich auch noch dafür begeistert. Trotzdem ist das Buch wohl in erster Linie für „den weiblichen Leser“ geschrieben und zwar im kompletten Klischeerahmen der konventionellen, patriarchösen Ausrichtung.

In jeder Zeit gibt es etwas Unerhörtes, Etwas von dem wir glauben, das ist jetzt aber der Höhepunkt der Geschmacklosigkeit und des Werteverfalls oder der Bedrohung der Menschheit. Bis jetzt jedoch hat „die Menschheit“ alles überlebt und ist dabei noch angewachsen. Wohlgemerkt als Spezies! Die vielen Einzelschicksale, die Leben, die dabei immer wieder auf der Strecke bleiben, sind schnell vergessen. Uns bleibt nur zu hoffen, dass wir auch diesen Klassiker überleben. Und zum Glück für unsere Töchter gibt es keine wirklichen Vampire! Oder etwa doch?

Also dann Biss zum nächsten Mal…


* Hedwig Courths-Mahler, gebürtige Ernestine Friederike Elisabeth Mahler, geb. am 18. Februar 1867 in Nebra (Unstrut); † 26. November 1950 in Rottach-Egern; war eine deutsche Schriftstellerin.
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16 Januar 2010

… ein Daddy für mein Baby!

Vor längerer Zeit habe ich mal eine Wochenendanalyse zum Thema Fernsehkrimis und ihre Täter gemacht und verblüfft festgestellt, all die fiesen brutalen oder heimtückischen Mörder, die uns da vorgeführt wurden, waren durchweg Mörderinnen! Nach dieser meiner Erhebung müssten dringend noch etliche Frauengefängnisse gebaut werden um all die weiblichen Schwerverbrecher unterzubringen, die der Fantasie diverser Drehbuchautoren entsprungen sind.

Nun könnte frau auch mit den Schultern zucken und sagen: es ist eh Fiktion und nur der Spannung wegen... außerdem wer vermutet schon, dass der Täter eine Frau ist? - Ich vermute es allerdings seitdem sofort, (mind. 80% Mörderinnen in deutschen Serien-Krimi laut Bundesamt für Leser- und Zuschauerschutz - ach was, das gibt es noch gar nicht?) und bin dann schon mal verblüfft, wenn der Bösewicht doch männlichen Geschlechts ist.

Letzte Nacht (fragt nicht warum ich so spät noch vor der Glotze saß) stolperte ich über ein ganz besonderes Machwerk. Diesmal nicht aus deutscher Produktion. The Closer bei VOX (Wdh. 1.00 Uhr).

Die Story: Eine junge Frau möchte ihren Freund (Drogendealer) aus dem Gefängnis holen, indem sie den Kronzeugen, der gegen ihn auszusagen gedenkt, beseitigt. Sie irrt sich jedoch in der Adresse und erschießt statt dessen eine Frau, deren zwei Kinder und die Oma.

Die Begründung der vierfachen Bluttat, welche die hochschwangere, junge Mörderin lieferte: Ich wollte doch nur, dass mein Baby einen Daddy hat!

Sie wollte das, wovon alle richtigen, kleinen Frauen träumen - eine richtige kleine Familie!

Sieh an, soweit greift die patriarchöse Gehirnwäsche schon, dass frau mordet um den Traum von der Kleinfamilie in ihrem Leben zu schützen und zu realisieren. Aber das kennen wir ja! Egal ob Fiktion oder Realität, dieses abstruse Gedankengut von der „richtigen kleinen Familie“ ist so gründlich etabliert, dass scheinbar keineR mehr daran Anstoß nimmt. Einige der Lieblingssätze der Drehbuchautoren in Spielfilmen und Serien sind daher auch inzwischen: „...dann sind wir eine richtige kleine Familie!“ oder „...ich wollte doch nur, dass wir eine richtige Familie sind“.

Eine richtige Familie: Vater – Mutter – Kind! Das Bollwerk gegen den Rest der Welt, um das jede moderne Frau mit allen Mitteln zu kämpfen hat, auch wenn es der Schwester nebenan das Leben kosteten sollte.

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01 Januar 2010

2010

Happy New Year!

29 Dezember 2009

Tintenherz ohne Herz

Es schien mir an der Zeit nun endlich mal den Bestseller "Tintenherz" von Cornelia Funke zu lesen. Inzwischen gibt es ja bereits Verfilmungen. Also lieh ich mir frohgemut den ersten Band der Trilogie bei meiner Enkeltochter aus.

Das moderne Kinderbuch im Allgemeinen ist zwar nicht wirklich auf die junge weibliche Leserschaft (wenn wir mal von Hanni und Nanni und dergleichen absehen) abgestimmt, aber gerade im Fantasiebereich gibt es bereits reichlich Heldinnen. Die meiste Kinder- und Jugendliteratur scheint immer noch für: Jungen, Jungen und auch Mädchen! geschrieben zu sein. Wobei es sich doch inzwischen herum gesprochen haben müsste, dass lesehungrige Mädchen, die eigentlichen Konsumentinnen sind. Und sie lesen dankbar alles, ob es sich um Harry Potter oder die „Biss" (dass der Tod euch scheidet)-Romane handelt, natürlich auch die, von Cornelia Funke hervorragend geschriebene Tintenherz - Trilogie. Diese hat zwar eine junge Heldin, der Rest der Figuren und die Handlungen bedient jedoch leider die üblichen Klischees.

Ich bin es jedenfalls Leid (im Kinderbuch) von 90 % Männern zu lesen, egal ob Helden oder Schurken. Ebenso über die Denkungsart gefühlloser Monster und die Ohnmacht und das Unvermögen der normalen Menschen und sogenannten Guten.

Im ersten Teil Tintenherz sehe ich bisher nicht wirklich einen Hoffnungsschimmer, keine Aussicht auf Gerechtigkeit oder gar ein "Happyend". Die Schauplätze sind unerfreulich und gruselig. Da nutzt es mir nicht, wenn das Grauen und der Horror kunstvoll geschildert werden. Es bleibt einfach eine Welt, in der ich mich weder aufhalten, noch die ich mit meiner Energie füttern möchte. Um der Spannung und Dramaturgie willen findet auch wenig Bewegung statt.

Bis Seite 360 hoffte ich noch, dass der Titel „Tintenherz“ ein liebenswertes Geheimnis in sich birgt. Tinte - blauer Fluss in märchenhafter Landschaft, der die Magie aus der Welt der Geschichten und Legenden in die Welt der Menschen trägt.

Stattdessen ist diese Geschichtenwelt mit unglücklichen Menschen und Verbrechern gefüllt. Der schwärzeste Bösewicht gibt dem Buch den Titel - ein Herz schwarz wie Tinte. Die einzige weibliche Hauptfigur ist ein männlich dominiertes Kind, das brav über das Lesen den Fantasiekosmos von allden männlichen Autoren der klassischen Jugendliteratur in sich aufgesogen hat und sich daher in den geschilderten Ungeheuerlichkeiten zu Hause fühlt. Glück bedeutet in der Tintenherzwelt dem Grauen und dem Schrecken zu entkommen. Die magischen Wesen, die unfreiwillig aus der Bücherwelt herausgelesen wurden, sind per se mit Vorsicht zu genießen. Selbst Feen sind unberechenbar und boshaft.

Die Frauen jedoch, wenn sie denn vorkommen, spielen besonders merkwürdige Rollen in diesem ersten Teil. Sie sind schrullig oder werden im Sklavenstatus gehalten und ständig verängstigt und bedroht.

Ich möchte aber der Autorin zu Gute halten, dass sie wenigstens die Thüringer Wald-Märchen-Bewohner kennt, wie die Moosweibchen und die Glasleute. Und dass ihr der generelle Müttermangel in der Literatur aufgefallen ist.

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17 Dezember 2009

Alle Jahre wieder

Die meisten Leute
feiern Weihnachten,
weil die meisten Leute
Weihnachten feiern.


sagte Kurt Tucholsky!

06 Dezember 2009

drei in eins

heute
ausschlafen
ein Kaffee am Küchentisch mit nettem Gespräch
(Schwiegersohn bereit Teig für Weihnachtsgebäck)
ich froh darüber ,dass ich das nicht mehr machen muss
Nikolausstiefel ausgepackt
mit Freundin telefoniert
und telefoniert
und telefoniert
beschlossen heute wieder eine Liste in meinen Blog zu setzen
und da ist sie...

gestern
Kindeskind samt Freundin in die Schule geschickt
(Tag der offenen Tür)
noch mal hin gelegt
ach diese Ruhe im Haus
die Künstler sind erwacht
Nudeln für die Kinder kochen
mit Enkelchen viel erzählt und
neuen Abenteuer von Merlin angesehen
Der andere Zwilling ist zurück
Zoff weil die Schwester mit Freundin unrechtmäßig in ihrem Zimmer herum gestöbert und Schaden angerichtet haben
Mediation um eine Prügelei zu verhindern
gemeinsam Musik gehört
getanzt – gelacht – Schlafen gehen
Oma hat Feierabend
Tintenblut angefangen zu lesen

vorgestern
das Auto gepackt
den Kühlschrank ausgeräumt
ein paar Stecker gezogen
Heizung klein gestellt
und Tür zu
im Regen durch die Stadt Richtung A 7
im Autoradio gehört, dass an Frankreichs Schulen mit Würge“spiel“ Kinder Grenzerfahrungen machen wollen und einige dabei ums Leben kamen
Autobahn am Freitag
fünfeinhalb Stunden Autofahrt
gefühlte zehn Baustellen
eine Pause und dabei
Matriaval - Artikel von Gudrun Nositschka gelesen
Stau eines Unfalls wegen
Angekommen
ein Kaffee und die neusten Nachrichten
eine Enkeltochter außer Haus
die andere hat eine Freundin zu Besuch
Tochter und Eidam nach Essen zur Arbeit gefahren
Laptop von Kind ausgeborgt
die Welt ist in Ordnung

03 Dezember 2009

was wichtig ist

aufgestanden und über Reisetasche gestolpert
festgestellt, dass die Wiese vor dem Fenster nicht bereift ist
ein Stück von Hart aber fair in der Wiederholung gesehen
nebenbei Stadtfein gemacht
gefreut, dass die Sonne scheint
zum Auto und
meine Schwester abgeholt
Fahrt zum Friedhof
zum Ohrenarzt
Schwester abgesetzt
(sie ist ein bisschen unglücklich, dass ich jetzt längere Zeit weg bin)
endlich Frühstück
Treppenhaus geputzt
dem Computer gut zu geredet
an einer Seite Text für meine Kindergeschichte gearbeitet
Kinderlieder von Zuckowski und
Somewhere Over the Rainbow mit Israel Kamakawiwo'ole.
abwechselnd gehört
richtig gute Laune gekriegt
einmal durch die Wohnung getanzt
auf dem Balkon Vogelfutter gestreut
statt Mittagessen Küche aufgeräumt
über Post von Freundin Ulrike gefreut (MatriaVal-Heft Nr. 9)
letzte Sachen zusammengepackt
ein wichtiges Telefonat geführt
noch schnell einen Kaffee getrunken
meinen Pflanzen erzählt, dass sie jetzt eine Weile allein bleiben müssen
für die Reisegeister geräuchert
die Wohnung gesaugt
einem leichten Anflug von Melancholie nachgegeben
Anruf von Tochter bekommen
sie ist froh, dass ich morgen da bin

02 Dezember 2009

ein Alltag

Ausgeschlafen
mit einer Freundin telefoniert
nebenbei gefrühstückt
versucht meinen Computer zu überreden sich nicht aufzuhängen
Dateien auf USB Stick kopiert
ein paar wichtige Sätze nachgetragen
Emails abgerufen und gleich in den Papierkorb gekickt
Videorekorder programmiert
Auto aus der Garage geholt
meine Schwester abgeholt
mit ihr zum Friedhof gefahren (sie möchte täglich das Grab ihres Mannes besuchen)
Weiter zum Augenarzt
Schwester abgesetzt
an der Kreuzung falsch abgebogen
die Gelegenheit genutzt und schnell bei Aldi eingekauft
bei einer Behörde ein Antrag reingereicht
zum Tanken
in den Nachbarort (15 km) zur Tochter gefahren
ein Enkelkind in der Schule, das andere krank zu Hause
Konferenz über Weihnachtsgeschenke abgehalten
Mittagessen
zum Spielzeugladen gegangen
Caros Geburtstagskiste eingerichtet
viel gelacht
einen Kaffee mit der Tochter getrunken
Verabschiedet (fahre für drei Wochen zu der anderen Tochter)
wieder nach Hause gefahren
auf der Heimfahrt laut "Winterkinder" mitgesungen
Wäsche abgenommen
Bücher und Stiefel aus dem Keller geholt
ein Schwätzchen mit der Nachbarin gehalten
die erste Reisetasche fertig gemacht
Kinderbuchklassiker in Weihnachtpapier gepackt zum Mitnehmen
Noch ein Buch bei Amazon bestellt
Schnell mal ein paar Blogs gelesen
Toast verbrannt
Salatgurke und Butterbrot gegessen
Reise – Check – Liste abgehakt
Räucherkerzchen angezündet

alles in allem ein schöner Tag

02 November 2009

Abartig

Ein Art Meditationstext

Stellt euch doch einmal vor...
die Teenager bräuchten sich nicht abzunabeln.
Nicht weg gehen müssen.
Keine Trennung!
Die Töchter blieben einfach da wo ihre Mütter sind.
Ganz gleich ob es dort einen Vater
oder einen Gefährten der Mutter gäbe.
Sie haben dort immer ihren angestammten Platz -
um in Freiheit erwachsen zu werden -
sich ihrem weiblichen Weg zuzuwenden!
Sie würde jahrundtag am Morgen
ihren Schwestern und Brüdern begegnen.
Geschützt im Kreis der Frauen
ihre Ausbildung beenden -ihre Arbeit tun - ihren Liebsten empfangen.
Sie wüssten im Haus der Mutter ihre Kinder gut aufgehoben!

Ein Leben lang bei meiner Mutter wohnen?
Was für ein abartiger Gedanke,
sagte die Fünfzehnjährige…
.

08 Mai 2009

Soll es so bleiben, wie es ist?


Wenn Freundin A mir nicht nur Instruktionen gibt, sondern sie auch noch detailliert ausarbeitet im Sinne von: „… und dann sagst du ihr dies und jenes, sage ihr ruhig, dass du…“ oder Freundin B sich ähnlich aufführt, wie meine ältere Schwester, mich an Briefschuld erinnert und Angst hat, es fällt auf sie zurück, wenn ich mich nicht normgerecht verhalte, dann könnte ich brav den Vorgaben folgen und „lieb“ sein oder renitent fragen: hast du kein anderes Objekt zum Erziehen?

Wenn mich die Verkäuferin an der Kasse anmauzt (was heute viel seltener vorkommt, als noch vor Jahren) oder ein ungeduldiger Zeitgenosse mich fast über den Haufen rennt, dann lächele ich.

Wenn eine von den jungen, flotten Powerfrauen die Augen verleiert, ob meiner Langsamkeit oder Begriffsstutzigkeit, sage ich nicht: komm erst mal in meine Jahre, sondern stehe still und sehe sie freundlich an.

Wenn Freundin C mit ihrem unermüdlichen Aktionismus versucht mir ein Beispiel zu sein für den allerorten gelobten Status einer „jungen Alten“, dann bleibt mir nur heitere Nachsicht.
Entschleunigung, Freundlichkeit, Lachen ist eine Strategie, die viele Situationen entschärft, wo ernste, gut gemeinte Worte, lange Vorträge oder eine strenge Mine wenig nützen.
Und ich lache auch, wann immer mir danach zumute ist. Auch einer tristen Alltäglichkeit kann ich humorvolle Seiten abgewinnen. Ein bisschen Ironie oder gar Sarkasmus, schadet auch nicht von Zeit zu Zeit.

Aber was sagt die Psychologie dazu?

"Ständiges Lachen deutet auf Unsicherheit hin."
Besonders Frauen versuchen sich so beim Gesprächspartner anzubiedern. Ihn in Sicherheit zu wiegen, von Unzulänglichkeiten abzulenken, sagen die Psychologen.

Ich lächele oder lache trotzdem. Nicht um den Werten der Kleingeister zu huldigen oder mich einzureihen, sondern um die, manchmal mühsam gehaltene Welt, meiner Gegenüber nicht ins Wanken zu bringen. Und natürlich beteilige ich mich auch hin und wieder an den herkömmlichen Spielchen, aber weniger um starre Formen zu bedienen, sondern um Menschen nicht zu verletzen.

Lachen kann Kartenhäuser zum Einsturz bringen, Dogmen in Frage stellen, sogar Böden unter den Füßen weg ziehen. Das haben auch schon andere erkannt. Heutzutage werden unliebsame Weiber auch nicht mehr einfach weggesperrt oder gar verbrannt, sondern zum Beispiel gern der Lächerlichkeit preisgegeben, was auch seine Wirkung hat.

Mein fröhlicher Langmut und die mir oft fehlende Akzeptanz der Konventionen, wird mir von einigen als bedenkliche Schwäche ausgelegt oder von anderer Seite als mangelnde Loyalität.

Doch kaum eine fragt mich, warum schwimmst du nicht gern im Mainstream?
Oder, wäre es für mich lohnenswert, das Gleiche zu tun?
Ist es für eine weise Alte angemessen, sich einfach mal anders zu verhalten?
Welche Erfahrung hast du damit gemacht?
Und welche Gefühle ergaben sich für dich daraus?
Warum bist du wie du bist?

Ich würde auf jeden Fall antworten.

12 März 2009

GroßmutterGedanken


Adele Sandrock, raubeinige Schauspielerin aus frühen Filmtagen, soll einmal gesagt haben: „Viele Kinder sind deshalb verzogen, weil man Großmütter nicht übers Knie legen kann.“


Sie brachte also in einem verheerendem Satz zum Ausdruck, dass Kinder nicht von Großmüttern „erzogen“ werden sollten. Wohl, da sie in der damaligen vorherrschenden öffentlichen Meinung zu nachgiebig oder zu sentimental an die hehre Aufgabe des Kinderdrills herangehen. Dafür verdienten sie, die Großmütter, eigentlich übers Knie gelegt zu werden, anstatt der Kinder!

Natürlich hätte die unbotmäßige Brut, auf Grund ihres Fehlverhaltens oder mangelnden Gehorsams gelegentlich körperliche Sanktionen durchaus „verdient“. Und damit die Großmütter wissen, wo ihre Befugnisse (nicht) liegen und sie die elterliche Macht nicht unterlaufen, werden diese auch gleich mit in die Schranken gewiesen.

In dieser Vorstellungswelt lebten, die mich umgebenden Generationen als ich Mutter wurde. Zum großen Teil geistern diese Art Vorbehalte noch heute durch die elterlichen „Erziehungsmaßnahmen“, insbesondere was den Ausschluss jeder weiteren Zuwendungsperson im Einzugsbereich der Kinder betrifft.

Mit einem Satz: „Vertrau nicht den Großmüttern, denn sie wissen nicht was sie tun!“

Und leider sind auch viele Großmütter der gleichen Meinung und pochen auf ihr Recht als verwöhnende Ausnahmekontaktperson.

Die legitimierte Kindererziehung liegt also selbstverständlich möglichst ausschließlich in den Händen der Eltern oder dem, von ihnen ausgewählten (und für die Kinder in der Regel fremden) Erziehungspersonal.

Im öffentlichen Bewusstsein ist aus einem „mit Kindern leben“, ein „Kinder haben“ geworden. Schlimmer noch, Kinder hat man eine Weile und dann hat man sie eben nicht mehr. Sie wachsen heran und „haben dann ein eigenes Leben“, so als hätten sie zuvor kein solches gehabt. Als wären sie ein Teil des Lebens der Eltern gewesen, fremdbestimmt auf den Moment wartend sich der erdrückenden Vereinnahmung zu entledigen. Später haben sie dann eigene Kinder, mit denen sie Vater – Mutter – Kind spielen dürfen. Das Wort Mutter- oder VaterRolle ist in unserem Sprachgebrauch denn auch sehr beliebt.

Und es scheinen Spiele auf Zeit zu sein! Erst leben und dann Kinder haben oder umgekehrt.
Als Großmutter bin ich da auch nur bedingt eingebunden. Die nette Oma – Rolle sagt selten etwas darüber aus, dass Kindeskinder kaum wissen, dass die Großmutter nicht nur zur „Familie“ gehört, sondern die Enkel eigentlich ihre Familie sind und bleiben.

Stephanie


Anhang:

Das Aufmerksamkeitsdefizit, eine (med.) Bezeichnung für das Verhalten von Kindern, die nicht aufmerksam auf ihre Umwelt reagieren, sagt übrigens nichts darüber aus, wieviel und in welcher Qualität das betreffende Kind Aufmerksamkeit von seinem Umfeld erhält.


04 Januar 2009

Gedanken zum Jahreswechsel


Wenn Vorteile zu Nachteilen werden…
Bei einem Optimisten ist der Becher halbvoll und bei einem Pessimisten ist er halbleer!
Wir alle kennen diesen Spruch und Optimisten sind heute mehr denn je gefragt.
Aber halbvoll oder halbleer ist nicht nur eine subjektive Weltsicht, sondern auch eine physikalische Tatsache und eine Frage nach dem „wieviel hatte ich schon"?
Wie oft habe ich beim Einschenken gehört oder selbst gesagt: Bitte nur Halb (voll)!
Ist also „halbvoll“ die Selbstbeschränkung der Optimisten? Und „halbleer“ das Bedauern der Pessimisten, dass die Fülle zur Neige geht?
Ich bezeichne mich eher als RealistIn. Als Jungfrau – Geborene ist mir eigentlich Optimismus sowohl auch Pessimismus zuwider.
Nüchterne (weibliche) Betrachtung ist heute immer noch wenig geschätzt. Deshalb sind die angeblichen Pessimisten, respektive der Jungfrauen – Charakter nicht sehr beliebt. Die Erdzeichen sind zwar alle so etwas wie Wirklichkeitsmenschen. Jedoch die Wahrnehmungsfähigkeit der Jungfrauen ist wohl noch extra ausgeprägt. Sie kommen fast schon als zwanghafte Realisten daher.
Mit einem Blick alles durchschauen!
Es findet eine sofortige automatische Bestandsaufnahme von Vorteilen und Nachteilen statt.
Und oft genug werden die Nachteile einleitend genannt, da sie meist erst ausgeräumt werden müssen, um ein Projekt erfolgreich voran zubringen.
Diejenigen, die aus unbedarftem Optimismus ihre Kraft ziehen, werden dadurch verunsichert. Sie bezichtigen die Realisten des Pessimismus und möchten sie aus ihrem Umkreis verbannen. Sie leben oft nach der „Versuch und Irrtum“ – Devise. Ewas, was realistische Jungfrauen nicht gut aushalten und gern verhindern möchten. Denn das läuft für sie unter der Rubrik: Zeitverschwendung.
Die abzuwehrende, angeblich schlechte Weltsicht der Pessimisten, ist oft nur die heimliche verdrängte Zukunftsangst der Optimisten. Denke positiv, sei optimistisch. Deshalb wird die Welt aber nicht besser und die rosa Brille nützt eher denjenigen, die mit der Welt leichtfertig herumspielen oder sie kriminell vernichten. Zuviel Optimismus kann auch schädlich sein.
Eine klare und gnadenlose Sicht auf die Realität, kann aber auch lähmen. Je größer der Blick auf den Gesamtzusammenhang ist, desto mehr Mut braucht es, den Mut nicht zu verlieren.

Allen ein realoptimistisches Jahr 2009 mit einer kleinen Prise Objektivpessimismus!

04 Juni 2008

Am Anfang war die Mutter

Am Anfang war die Mutter und am vorletzten Wochenende im Mai fand in Karlsruhe der Internationale Muttergipfel 2008 statt.
(Link siehe rechts)

Es war ein inspirierendes Ereignis, ein nachhaltiges Erlebnis und eine persönliche Bereicherung.

Mit Vorträgen und Beiträgen, die kompetent und lustig und ergreifend waren!
Mit anregenden Gesprächen von Frau zu Frau, mit Wiedertreffen und Kennenlernen!

Mit einem tollen Ambiente und einer hervorragenden Organisation.
Hinwärts weiße Hollerblüten an der Autobahnraststätte gepflückt als kleinen Reiseschutz, heimwärts auf einer Wiese mit der Freundin Kräuter bestimmt und ein paar grüne Blättchen der Göttin zu Ehren gekaut.

Es gab für mich auf diesem Kongress viele wunderbare Momente der Bestätigung und die Festigung meiner Gewissheit, dass das Matriarchale Sein die Antwort auf die Probleme dieser Welt ist.
Wir sollten es nur noch schaffen, dass die Großmutter, die Alte, die im Schwarzen Aspekt ihres Lebens stehende Frau, nicht wie eine gesellschaftliche Minderheit gehandelt wird. Sondern, dass wir uns das Einssein von Weiß und Rot und Schwarz ins Bewusstsein rücken. Großmutter ist immer noch Mutter, nur älter und trägt die JungFrauenZeit mit sich!
Und liebe Ulrike, Danke, dass Du mich überredet hast, daran teilzunehmen!

03 Mai 2008

Vor mehr als 20 000 Jahren

Von einer Fräundin habe ich den SPIEGEL Artikel: „Pummel aus dem Eis“ (14.04.08) erhalten.

Eine Betrachtung zum 100 jährigen Fund - Jubiläum der Großen Mutter von Willendorf. Für viele inzwischen eines der bedeutendsten Kunstwerken der Menschheit.

Der Artikel wurde von Matthias Schulz verfasst, der sich auf jedes historische Thema stürzt und es gern mit Ignoranz und männlicher Naivität einer gewissen Lächerlichkeit preisgibt. Dieser "Auftragsschreiberling" (Zitat aus einem Forum) hat eine große Fangemeinde, die ihn verachtet und hasst.
Für mich ist das wirklich nur ein Grund den Spiegel nicht mehr zu lesen. Leider ziehen sich zu viele diesen manipulativen und dabei noch unqualifizierten Schrott nur zu gerne rein. Aber Schulz hat eben auch eine unglaubliche Art mit Worten zu spielen, z.B. „Der Pummel“ und prompt geht es im Text mit "er" weiter! Ist das Dummheit, eingefleischtes patriarchalisches Denken oder Absicht?
An solchen Stellen könnte ich zur Verschwörungstheoretikerin werden.
Als Kind (in der damaligen DDR) habe ich übrigens schon mit der Willendorferin Bekanntschaft gemacht. Ich bekam zum Geburtstag von meiner Mutter ein Buch geschenkt in dem der Autor die Figurine als ein Mutterandenken in seine Geschichte integrierte. Und im Anhang gab es auch eine Bild von IHR.
Besagte Fräundin malt übrigens die Mutter – Statuetten, die in Çatal Höyük und auf der ganzen Welt gefunden werden und sie stellt ihre Bilder beim Muttergipfel aus.
Jedenfalls Glückwunsch an uns alle, dass SIE vor einhundert Jahren wieder zu uns zurück gekehrt ist.
Ursula Marthastochter

23 April 2008

Fraglos



Da sagte doch die gute Bekannte: 


"Ich stelle Fragen, auf die es keine Antwort gibt!"

Ich bin da anders, ich gebe Antworten auf Fragen, die keine gestellt hat.



 

Hochzeit


Am Samstag vermälte sich mein lieber Sohn mit seiner langjährige Fräundin, Liebsten und Lebensgefährtin.
 
Es war ein wunderbares Fest, mit allem was dazu gehört. Selbst Baby Isolde (jüngste Tochter meiner ältesten Tochter) hat bis spät in die Nacht mit gefeiert.

 
Drollig ist nur, dass meine liebe Schwiegertochter auf den gleichen Vornamen hört wie ich und sie jetzt auch den gleichen Familiennamen führt.

 
Aber sollten wir mal in derselben Stadt wohnen oder zum selben Zahnarzt gehen, kann ich, um Verwechslungen auszuschließen, immer noch versuchen meinen matriarchalen Namen „Ursula Marthastochter“ anzunehmen.


.

10 April 2008

Als alle Menschen Schwestern waren

Gerade habe ich erfahren, dass Irene Fleiss in Wien gestorben ist.
Von ihr nahe stehenden Frauen begleitet, konnte am 04.04.2008 in "die Stadt der Frauen" gehen.

Sie hat uns viel gegeben, in ihrem Werk lebt sie weiter!

05 März 2008

Großmutter allein zu Haus

Angeregt durch die letzte Sendung von Anne Will habe ich unter „Papa allein zu Haus“ gegoogelt und siehe da es gibt einige Blogs unter dieser oder ähnlicher Bezeichnung.
Bei „Mama allein zu Haus“, ist unter diesem Titel und gleichem Verständnis kaum etwas zu finden. Dafür gleich als erstes: Mama klaut – Drei Kinder allein zu Haus! Es geht dabei um einen Film, bestimmt nahe am „wahren Leben“!
Bei „Mutti allein zu Haus“ landete der dritte Hinweis bereit bei der ersten Versager – Mutti.
Unter der Eingabe „Mutter allein zu Haus“ lag der Hinweis bereits auf Platz eins: "Mutter: Zweijähriger Robin war vor Tod drei Tage allein zu Hause"!
Der Ordnung halber habe ich noch Mami eingegeben und erzielte keinen diesbezüglichen Treffer!
Natürlich gibt es jede Menge Blogs von Müttern jedes Alters, die über ihre Erfahrungen im häuslichen Umfeld und über das Zusammenleben mit ihren Kindern berichten, in der Regel aus der Sicht des größten Selbstverständnisses. Ich habe auch noch keine Mutter erlebt, die sich im Zusammenleben mit ihren Kindern, als „allein zu Haus“ definieren würde.
Allein zu Haus in der Rolle des Kinderversorgers ist wohl nur für Männer sensationell. Interessant ist, dass die alltäglichen Erfahrungen, die für Frauen seit der Erfindung der Kleinfamilie zur bitteren Realität gehören, durch einen Mann an die Öffentlichkeit getragen, sich größerer Beachtung erfreuen.
Und Großmütter oder Omas allein zu Haus sind noch mal ein ganz anderes Kapitel und haben mit dem gängigen Familienalltag scheinbar gar nichts zu tun!

22 Februar 2008

Tun wir doch einmal so...

Der Ring der Mütter

Tun wir doch einmal einfach so, als wüssten alle bereits um die heilsamen, dienlichen und fördernden Auswirkungen der weiblichen Gegenwart und ihres Einfluss im gemeinschaftlichen Zusammenleben. Als wäre die tragende Kraft der Frauen sichtbar und fühlbar in das alltägliche Leben integriert, anerkannt und als natürliche Voraussetzung akzeptiert.

Tun wir doch einfach einmal so
, als
wäre es für Frauen selbstverständlich, dass sie sich von der Geburt bis zum Tod in ihrer Muttersippe als Verantwortungsträgerin in den Ablauf der Gemeinschaft einfügen und dass sie das auch so für ihre Kinder wünschen. Als würde bereits jede Frau ständig mit gleichgesinnten Frauen über die eigene Lebensgestaltung, die Ihrer Kinder, vielleicht auch die eines Partners korrespondieren. Als könnte jede Frau jederzeit die Wohnung verlassen, um den täglichen Verrichtungen nachzugehen, ohne weit reichende Vorkehrungen zu treffenzu müssen, ihre Kinder versorgt oder behütet zu wissen. Ebenso mit der Gewissheit lebend, sich immer auf eine helfende Hand zu verlassen.

Tun wir doch einfach mal so, als wüsste bereits eine jede Frau jenseits bzw. während der Pubertät welchen Platz sie in der Gemeinschaft einnehmen wird. Ein Platz der nicht statisch ist, sondern sie fließend in ihrem Leben durch alle Phasen führt, die ein Frauenleben beinhaltet. Das heißt, die verschiedenen Verantwortungsbereiche in den unterschiedlichen Lebensphasen nicht nur wahrzunehmen, wenn es an der Zeit ist, sondern auch eine angemessene Vorbereitung auf die selbigen zu genießen. Das Sich - Ausprobieren der Jugend wird dann für die Begabungen und Neigungen reserviert sein und nicht um Lebenszeit zu verplempern mit patriarchalen Lernprogrammen.

Tun wir doch einmal so
, als gäbe es überall bereit Ringähnliche Wohneinheiten, mit einem sehr großen grünen Innenhof, der Aufenthalts-, Spiel- und Lernfläche für die Kinder der Mütter- und Schwesterngemeinschaft. Der Gebäudering ist versetzt ausgestattet mit nach außen liegenden Geschäften und Werkstätten. Je nach Umfang der Anlage oder der Anzahl der BewohnerInnen liegen Gemeinschaftsräumen dazwischen für Treffen, kulturellen Austausch und gemeinsamen Unterrichtens für jedes Alter.

Das Lernen in jungen Jahren ist völlig aus den früheren Schulghettos in die überschaubare und geborgene Atmosphäre innerhalb der Wohneinheiten verlegt worden. Der Wissensstand der Heranwachsenden wird von Zeit zu Zeit erfasst und Empfehlungen für den weiteren Lernverlauf gegeben. Eine Studierkultur etabliert sich für jedes Kind, das dafür bereit ist. Wobei das Eingebundensein in den familiär-häuslichen Ablauf und das Erlernen der gegenseitigen Fürsorge die Grundlage des Heranwachsens ist. Die Kinderbetreuung wird, vorzugsweise verwandtschaftlich, innerhalb der Gemeinschaft geregelt und ermöglicht den Müttern oder Großmüttern auch außerhalb der Wohnanlage einer Tätigkeit nach zu gehen.
Ein Großmütterteam ist an den Arbeitstagen als Reparatur- und Instandhaltungscrew unterwegs.
Die Praxen der Heilerinnen oder Hebammen befinden sich in der Etage über den Wohnräumen.
An der großen Informationswand im Gemeinschaftszentrum finden wir eine Tauschbörse für Tätigkeiten und angebotene Leistungen, die Termine der Seminare und kreativen (kulturellen) Veranstaltungen größeren oder kleineren Umfangs und einen Raum des Schenkens.
Und tun wir mal so, als gäbe es noch soviel Technologie, wie für die Aufrechterhaltung des weiteren gesellschaftlichen Lebens nötig ist und so wenig, dass die Vernichtung des natürlichen Lebensraum gestoppt und rückgängig gemacht wurde.
Die integrierten Manufakturen und Leistungsstationen für die BewohnerInnen sind ebenso Lehrbetrieb für junge Interessenten, wie Produktionsstätten. Und zum Beispiel gehören die auf der Ost- und Südseite gelegenen Gärten und Plantagen zu dem jeweiligen Mütter–Ring und die individuelle oder gemeinschaftliche Tierhaltung rundet den Lebensraum der Habitate ab.

Tun wir doch einmal so, als lebten wir schon in der Mütter-Gemeinschaft der Zukunft!

04 September 2007

... ich bin wieder da ...


Der Alltag hat mich wieder!

Nach einem Umzug in den Norden und einer längeren Abstinenz von Telefon und Internet (ich bin in der Zeit aus zwei Foren rausgeflogen - sehr merkwürdig), lebe ich still, aber noch nicht vergnügt in einer kleinen Wohnung in der Provinz und verteile meine Großmuttergedanken und -gefühle jetzt auf neun Enkelkinder. Im Juni diesen Jahres ist noch ein entzückendes Mädchen dazu gekommen.

Über mein neues Leben XXS werde ich jetzt hoffentlich wieder regelmäßig berichten.
Ich hatte einiges nachzuholen, was das Lesen auf anderen Seiten betrifft. Das Beste bisher war der Satz bei Luisa Francia: "...vieles von dem was ich vor zwanzig jahren geschrieben habe, verstehe ich überhaupt erst heute..."

Das kann ich nur bestätigen, was auch meine eigenen Erkenntnisse betrifft.

Also auf in einen neuen Alltag ...