15 November 2011

Worthülsen, Engel und Mütter

Worthülsen, so finde ich ist ein interessanter Begriff - inflationsartig angewendete Bezeichnung eines mainstreamigen Begriffs, der allen bekannt ist und unter dem sich doch jeder etwas anderes vorstellt...

...nun kenne ich derer ja viele: Liebe, Esoterik, Freiheit, Glauben, Frieden, vielleicht auch Patriarchat und Matriarchat! Es sind Worte, die wie Schlagzeilen im Raum stehen und jede weiß was sie bedeuten und hat doch deutlich andere Emotionen als die Nachbarsfrau bei jedem der Begriffe.

Das Problem kennen wir von allen abstrakten Begriffen, Worte die einen Zustand ausdrücken, der von allen völlig verschieden wahrgenommen wird. Um so größer ist dann unsere Freude, wenn wir mit anderen eine Übereinstimmung bestimmter Gefühlslagen feststellen. Ein abstrakter, ein ideeller Begriff, ist immer auch einer gewissen persönlichen Beurteilung unterworfen, im Gegensatz zu den konkreten Gegenständen oder den körperlich fühl- und sichtbaren Seinszuständen.

Als die Sängerin Nicole bei einem weit zurückliegenden Grand Prix über ein „bisschen Frieden“ sang, wurden Stimmen laut, die das „bisschen“ monierten – das gäbe es nicht: ein bisschen Frieden, ebenso wenig, wie ein bisschen Schwanger.

Ich bin war nicht der Meinung, denn Schwanger sein ist ein ganz konkreter biologischer Seinszustand, welcher allerdings von den Nicht-Betroffenen nur mit gefühlt, aber nicht erlebt werden kann. Wo hingegen Frieden, wie gesagt ein abstrakter Begriff ist, der an bestimmte äußerliche Bedingungen und eine jeweils empfundene Gefühlslage gebunden ist. Was ich beispielsweise unter Frieden verstehe, ist mehr als nur das maskuline Verständnis: zur Zeit laufen keine Kampfhandlungen.Meine Vorstellung von Frieden läuft mehr in Richtung von totaler Idylle. Ich denke, unter Frieden verstehen sehr viele verschiedene Menschen, sehr viel verschiedene Lebensumstände.

Doch gehen wir mal einen Begriff an, der so eine Art Zwischenphänomen bildet – wie Engel. Für die eine, ein durch und durch abstrakter Begriff, fern ab von empirischer Beweisbarkeit und für die andere eine selbstverständliche Existenz, wenn auch wissenschaftlich nicht wirklich nachweisbar, wie immer noch vieles auf der Welt.

Das Pantheon, der nicht materiellen Wesen, das uns Menschen schon immer umgab, gehört auch in unseren modernen Zeiten und vielleicht mehr denn je, zu unserem Leben als ständige Begleiter. Feen, Engel, Teufel, Elfen, Kobolde, Götter, Dämonen, der Osterhase und der Weihnachtsmann. Alle sind anerkannte Mitbewohner unserer Welt und gehören vor allem zum geistigen Kosmos des Menschen, obwohl ich nicht behaupten möchte sie seien irreal – da darf nun mal jede denken was sie will.

Menschenmütter hatten schon immer innige Beziehungen zu den Geistern der Natur und was wir selbst so überaus stark spüren ist nun mal auch eine Realität für uns. Wir können uns daher auch nicht wirklich unser besonderes Empfinden gegenseitig zum Vorwurf machen und auch nicht die guten Absichten, die von anderen Frauen vielleicht nicht so verstanden werden, wie sie gemeint sind. Da stoßen wir oft an die berühmte Sprach- und Definitionsbarriere.

Gerade die Verbundenheit mit der Natur, die von so vielen Frauen gleich oder ähnlich intensiv gefühlt wird, ist ein Muttererbe, eine Weitergabe unserer Ahninnen, eine Menschenkompetenz. 

Ich habe mit dem Begriff Engel auch so meine Probleme, da es sich dabei um ein, von diversen patriarchösen Religionen hoffnungslos vereinnahmtes Wort handelt. Aber ich kann trotzdem mit der gelegentlichen Aussage und Anwendung anderer oder ihren Auseinandersetzungen mit der Idee „Engel“, leben. Meine Mutter glaubte noch, dass mir als Kind ein Schutzengel beistand und ich finde ja, er hat gute Arbeit geleistet. Denn neben dem netten Engelchen, stand mir vor allem meine Mutter zur Seite ...

09 November 2011

mein Alltag

... ist in letzter Zeit hier im Blog etwas zu kurz gekommen. 

Also diese hochwichtigen Fragen: Was tue ich wann und warum, wohin fließt meine Aufmerksamkeit und wie geht es den Kindeskindern, blieben unbeantwortet.


Schwestern im Baum

Letzteres zuerst - ... den Enkelkinder geht es soweit recht gut und einige von ihnen sind inzwischen aber so was von Teenager. Die jüngste im Bunde ist jetzt ein Jahr alt und drei vom Jahrgang 1998 wachsen mir gerade über den Kopf...

Aber kommen wir zu der Tatsache, dass mein Posts nur noch sporadisch und spärlich fließen...

Diese andauernde Zurückhaltung hat einen Grund, heißt Mütter - Gruppe auf Facebook, macht Spaß und gibt mir Gelegenheit mein allgewaltiges Lieblingsthema Großmütter-Mütter-Töchter auf einem anderen Level zu bearbeiten. An dieser Stelle möchte ich gern weiterhin alle Mütter, Großmütter und Töchter dazu einladen!



Ich wünsche allen 

einen schönen bunten Herbst 

mit Sturmgebraus und Blätter rieseln 

 Nebelschwaden und 

stillen kühlen Nächte...

25 Oktober 2011

Bis ans Ende aller Tage

Wir sollten in all den Überlegungen, Diskussionen und Debatten „die Mutter“ immer bis zum Ende denken. Bis zum Ende ihres Lebens, bis in die Welt der Ahninnen und bis zu den körperlich, geistigen und psychischen Verknüpfungen mit ihrem Kind.

Mutter ist eine Frau, die ein Kind austrägt, zur Welt bringt und es eine Zeit lang aufzieht - spätestens an dem Punkt scheint unser heutiges Verständnis zu enden. Oder noch schlimmer. Es ist als würde eine latente Forderung im Raum stehen, das sich Frauen sozusagen wie eine Leihmutter begreifen sollen und nach der Geburt das Kind als eine Art Fremdkörper anzusehen haben.

Dabei besteht die absurde Tatsache, dass die jungen Mütter erst einmal anfangen müssen das Kind aufzuziehen und dabei richtig allein sind, selbst wenn sie mit einem sogenannten Partner liiert sind. Es kommt zu dieser Gratwanderung zwischen dem erinnerten: „...es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind aufzuziehen!“ und der modernen Forderung: „Mütter sollen nicht so tun, als wären sie die einzigen Bezugspersonen des Kindes...“.

Zitat aus dem Buch „Der Mutterschaftsbetrug“ von Christa Mulack : „Diese isolierte mütterliche Randposition ist ein evolutionsgeschichtliches Novum. Zu keiner Zeit hat es jemals eine solche Vereinzelung von Müttern gegeben, die bei uns auch noch gepaart ist mit extremen Belastungen und Behinderungen. Selbst während der längsten Zeit patriarchaler Kulturen fühlten sich immer mehrere Menschen für die Versorgung des Nachwuchses verantwortlich...“

Die meisten Beurteilungen zum Thema Mutter kommen erst einmal von Nicht-Müttern. Nicht ein Mann wird auch nur ansatzweise in der Lage sein wirklich zu fühlen und nachzuvollziehen, was Mutter werden für die einzelne Frau bedeutet und dass dieses auf besondere Weise ein unumkehrbarer Vorgang ist. Die Bedeutung der komplexen Prozesses im mütterlichen Körper und in der Verwobenheit mit ihrem Geist und ihrer Psyche, wird heruntergespielt und auf Ebenen verschoben, wo der Mann glaubt mitreden zu können. Und das Muttersein wird als eine vorübergehende Erscheinung gewertet – Sorry Jungs, aber in Wirklichkeit habt ihr keine Ahnung.

Und Sorry Mädels, das mütterliche Sein ist eine Lebensstrategie innerhalb vieler Spezies und es ist daher eine weibliche Daueraufgabe bis ans Ende eurer Tage...

Ich höre bereits wieder einige aufjaulen, da es mit der momentanen political correctness nicht zu vereinbaren ist, solche Äußerungen zu tätigen. Dabei möchte ich wirklich niemanden in seinen Lebensplänen zu nahe treten. Frau ist heute glücklicherweise (wieder) in der Lage selbst zu bestimmen, ob sie Mutter wird oder nicht und das ist gut so.

Denn es geht mir hier auch nicht um ein ständiges Kindergebären oder die Tatsache, das Mutter und Kind auf eine sentimentale Weise mit einander verbunden sind, sondern auch darum was im Körper einer Frau, im Zusammenhang und -leben mit dem anwesenden Kind(ern) über viele Jahre hinweg geschieht. Jede Mutter sollte wissen was ich meine. So manches was wir naiv unter persönlicher Erfahrung verbuchen, ist die Wahrnehmung eines biologischen Ablaufs und mit den Phasen des Heranwachsens des Kindes verknüpft. Außerdem schließen unter natürlichen (und urtümlichen) Bedingungen die großmütterlichen Reaktionen nahtlos an und greifen ineinander. Einmal Mutter immer Mutter, ist eigentlich die menschliche Faustformel (ich beziehe mich dabei auf meine eigenen umfangreichen Erfahrungen und zusätzlich auf das Buch von Louann Brizendine „Das weibliche Gehirn“).

Die heutige Kultur, die vorherrschende Gesellschaftsideologie und die inzwischen auf alle übertragenen männlichen Werte, hindern Frauen, auch die es wollen, an einem tatsächlichen Muttersein.

Erstens ... gibt es für die einzelne Mutter keinen fürsorgenden, weiblichen Background, bzw. eine mehrere erwachsene Personen umfassende, angehörige Gemeinschaft (stattdessen wird ein Mann dazu abgerichtet diese Unterstützung zu stellen).

Zweitens ... wird das Mütterliche Sein immer noch unter dem Aspekt der so gern zitierten Zwangerschaft und der totalen patriarchalen Abhängigkeit gesehen

Drittens ... wird Mädchen (und Jungen) von klein an so was wie eine temporäre Mutterphase suggeriert: Die Mutter steigt vorübergehend aus ihrem bisherigen Leben aus, um sich eine Zeit lang um ihr Kind zu kümmern – das heißt, die Mutter ist nur all inclusiv verfügbar bis das Kind laufen kann; danach teilzeit, wenn es in den Kindergarten kommt; schon kaum noch, wenn es in die Schule geht; spätestens ab der Pubertät des Nachwuchses ist Mutter die Letzte, die für die geistige und Herzensbildung der Heranwachsenden zuständig sein darf (allerdings hat sie noch die körperlichen Bedürfnisse zu versorgen).

Viertens ... fast alle glauben, dass diese Lebensweise gut fürs Kind und erst recht gut für die Mutter ist.

Fünftens ... Müttern, welche Gefühle kommunizieren die nicht mit dem gesellschaftlichen Dogma übereinstimmen, wird ein schlechtes Gewissen gemacht. Die (gesellschaftlich verordnete) Freiheit ihrer Kinder (die heutzutage durchaus auch Gewalt, Drogen, Kriminalität oder Prostitution beinhalten kann) ihnen über alles zu gehen hat, egal ob es vernünftig oder zum Wohle des Kindes ist.

Sechstens ... es existieren keine matrifokalen (Schutz)Gemeinschaften für das Kind.

Siebtens ... heutige Mütter leben in dem Muss des vorauseilendem Gehorsam. Alles was das Kind aus der mütterlichen Geborgenheit heraus führt, wird selbstverständlich von der Mutter selbst rechtzeitig angedacht und von langer Hand vorbereitet – ein gutes Beispiel für diese Art des Funktionieren ist das Anmelden eines Kindergartenplatzes noch vor der Geburt.

Achtens ... junge Mütter besitzen in der Regel keinen innigen und hilfreichen Kontakt zu den eigenen Müttern und Großmüttern.

Neuntens... die grundsätzlich gravierende Entfremdung von Mutter und Kind wird weder auf der persönlichen, noch auf der gesellschaftlicher Ebene registriert oder als bedenklich wahrgenommen.

Die Muttersippe ist eigentlich (auch im Patriarchat) immer vorhanden, da es sich hier um die natürliche matrilineare Konstellation im Menschendasein handelt. Wir können verdrängen oder vergessen, dass die Mutter die Garantin des Lebens ist und wir können sogenannte männliche Blutslinien und Abstammungen Jahrhunderte lang als gottgegebene Norm ansehen, das ändert nichts daran, dass für jeden eine reale mütterliche Vererbungslinie besteht.


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09 Oktober 2011

Was frau meint?

... mein Kommentar im Kommentarverlauf der öffentlichen Gruppe: Mütter-Vereint euch auf Facebook und zum Thema Ring der Mütter, siehe auch oben...


Wir stecken im derzeitigen Sprachgebrauch fest und machen uns gleichzeitig (gegenseitig) selbigen zum Vorwurf. Wir benutzen Begriffe wie Erziehung, Bildung und Familie und synchron sind wir uns während der Anwendung darüber im Klaren, dass das momentane Verständnis aus den patriarchalen Vorgaben stammt und für das, was wir sagen wollen, es so gar nicht mehr geeignet ist.

Eine gewisse Form der Bildung ging in den Menschengemeinschaften seit dem Beginn von Kultur Hand in Hand mit den ersten sozialen Regelungen. Das finden wir auch bei den zitierten indigenen Völker.
Ich finde es ein wenig putzig (aber nicht schlimm), dass einigen hier mein Modell nicht radikal genug erscheint. Die unterlegte Subsistenzwirtschaft und die Konzentration auf eine schwesterlich / mütterliche Gemeinschaft hat anderweitig zu anderen kritischen Fragen geführt, zum Beispiel ob ich die Männer vergessen hätte oder zurück in die Steinzeit möchte.
Aber ich betone noch mal, es geht nicht nur um das, was sich ändern soll, sondern auch, dass wir mit unserer geänderten Einstellung, dem neuen Bewusstsein, auftreten. Sagen wir: Was können wir (denn) tun? Oder ist und bereits klar: Ich weiß, dass sich etwas ändern muss und ich weiß auch schon was! Denn in allen diesbezüglichen Gesprächen wurde für es mich deutlich und eigentlich weiß es jede einzelne bereits.
Aber wie gesagt, manchmal ist es nicht leicht unser/mein Anliegen zum Ausdruck zu bringen, ohne an einigen Sprachklippen fast zu scheitern.
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04 Oktober 2011

Lebendige Mütterwelt

Teil I 
Das verlorene Matriarchat oder die fernen Mütterwelten

... was ist eigentlich  das Matriarchat? Unter dem umstrittenen Begriff des Matriarchats verstehe ich keine zeitlich umrissene Gesellschaftsform, die irgend wann begann und irgendwie endete bzw. vom Patriarchat überrollt wurde. Matriarchal bedeutet für mich die mütterlich-weibliche Denk- und Handlungsebene innerhalb einer Mütterbezogenen Ordnung. Matriarcht ist keine gesetzegestütze Organisationsform. 

Im matriarchalen Gemeinschaftsleben gibt es allerdings Regeln, es wirkt Konsens und ein natürliches Selbstverständnis. Das so schwer dem Maistream klar zu machende Phänomen "Matriarchat", ist eine undefinierte Zeitspanne, in der die Menschen Jahrtausende lang natürlich lebten und sich sozial - egalitär entwickelten. Es war also kein System, das durch eine Macht organisiert oder gar durch eine Ideologie geprägte Gesellschaft, sondern vor allem eines:

das nahe und dauerhafte Zusammenleben mit den unmittelbaren, blutsverwandten Angehörigen. Die Lebensgrundlage ist beständig mutterbezogen und vor allem geschwisterlich. Wir finden hier Matrilinearität und die matrifokale, sowie matrizentrierte Basis des menschlichen Zusammenlebens.

Unser heute so individualisiertes, zivilisiertes und isoliertes Leben verhindert, bis auf ein paar Ansätze nahezu alle Subsistenzwirtschaft und Konsensversuche. Dazu müsste unser derzeit gestalteter Alltag über die maximal drei bis fünf Personen der durchschnittlichen Kleinfamilie, die aus mehr Kinder als Erwachsenen besteht, hinausgehen. In unseren Kleinfamilien gibt es in der Regel nur zwei Erwachsene. Wachsen die Kinder heran, haben sie die vier Wände der Eltern / der Mutter zu verlassen.

In einer funktionierenden Matriastruktur würde frau sich im Alltag auf eine Gruppe von etwa zehn bis zwanzig Personen beziehen, in der die Anzahl der Erwachsenen eher überwiegt. Dabei interagieren alle angehörigen Personen in gegenseitiger Fürsorge und zwar nicht gelegentlich, sondern täglich. Auch mir fällt es schwer, mir diese Intensität vorzustellen und mich mitten in so eine Vorstellung hinein zu projizieren. Denn nur in einem nicht zu kleinen, aber immer noch überschaubaren Rahmen lässt sich für alle eine Position finden, die bindungsrelevant und doch individuell so tragend ist, dass innerhalb dieser Gemeinschaft für JedeN eine eigene natürliche Entwicklung gewährleistet ist.

Matriarchale Strukturen sind für die meisten heute deshalb so schwer vorstellbar, weil wir das dichte, das unmittelbare Sippengefüge nicht mehr kennen und konditioniert wurden, unsere Zeit und Energie in die Beziehungsarbeit mit „Fremden“ zu stecken und zwar vorallem in das Liebesdogma mit einem (heute wechselnden) Lebenspartner. Wir sind es gewohnt täglich viel mehr Zeit mit Nicht-Angehörigen zu verbringen, als mit unseren (konsanguinen) Herkunftsfamilien- bzw. Sippenmitgliedern.

Für die tägliche Begegnung mit der eigenen Mutter oder Großmutter, mit dem Bruder oder der Schwester, den eigenen Kindern und denen der Geschwister, gibt es keine Vorbilder im gelebten Dasein. Wir sind nicht damit aufgewachsen und unsere Kinder, die Menschen die unser aller Zukunft gestalten werden, besitzen erst recht keine Erfahrung damit. Wir haben zwar eine Ahnung, wie es sein könnte, schlagen uns jedoch mehr mit den patriachösen Hürden und Denkverboten herum, als grundsätzlich einem matrivivialen Bewusstsein Raum zu geben.

Die natürliche, die gewachsene Struktur der (noch) existierenden Matriarchate ist für uns grade nicht erreichbar. Der Vorteil ist, dass es überhaupt noch lebende Vorbilder gibt. Ich sehe die Fortschritte, die Frauen bei der Erforschung und bereits Erschaffung matriarchaler Strukturen machen durchaus sehr deutlich und die Geschwindigkeit mit der sich dieses Gedankengut derzeit ausgebreitet hat, finde ich atemberaubend.

Das Informationsmedium Internet spielt dabei keine unwesentliche Rolle. Wir können uns vernetzen und verständigen. Wir sind ohnehin per verschiedene Medien nie allein. Uns umgibt eine gut funktionierende Infrastruktur, durch die wir versorgt werden und so ist es möglich, dass viele über einen langen Zeitraum ohne Angehörige leben und scheinbar ohne sie zu vermissen. Aber weil wir durch die moderne Gesellschaftsstruktur pseudoverbunden sind, fällt vielleicht den meisten einfach nicht der grundsätzliche Mangel an essentieller Menschennähe auf. Im Idealfall besitzt jedeR eine, durch unsere Gesellschaftideologie legitimierte Person, auf die er / sie sich beziehen darf. Es wird eine Partnerschaft eingegangen, die eine, anderen gegenüber, exklusive Lebensgemeinschaft bildet.

Manchmal scheint es, als seien in unserer Gesellschaft matriarchale Strukturen völlig entschwunden, dass wir ganz von vorn anfangen müssen, um diese neu zu etablieren und dafür wäre erst einmal das Patriarchat zu beseitigen. Eine Gesellschaftsform lässt sich natürlich nicht einfach so auswechseln, sondern immer nur allmählich überschreiben. Daher meine ich, wir brauchen nicht wirklich von vorn anzufangen. 

Eine zukünftige matriarchale Ordnung bildet sich nicht durch das Erlassen von Gesetzen oder Geboten aus dem Patriarchat heraus, sondern wenn wir uns ab sofort nicht mehr an den Spielregeln des Patriarchats beteiligen. Wenn wir die Erkenntnis und das nötige Wissen zulassen, werden wir früher oder später wieder über ein matriarchales Bewusstheit verfügen. Ein erster Schritt wäre, die Einstellung zur Verbundenheit von Mutter zur Tochter und zum Sohn zu verändern, als ein rückwirkendes Verständnis der Vergangenheit und als ein vorwärts gerichtetes Handeln in die Zukunft.



Ein Essay zum Thema „Lebendige Mütterwelt“ zusammengestellt aus meinen Kommentaren oder Emails an Freundinnen und Blogbekanntschaften...
 

14 September 2011



die neue MatriaVal 
ist da ... 
ich habe eine liebe Freundin, die mir ein Jahresabo zum Geburtstag schenkte
Danke, 
liebe Ulrike!

06 September 2011

Mädchen-Märchen

Eine Freundin hat mir ein Buch geliehen: Das Feuer der Baba Jaga - sehr empfehlenswert. Hier werden russische Märchen betrachtet und analysiert und mit dem Wissen über die weit zurückliegende, matrifokale Ordnung abgeglichen. Wie es in allen Märchen üblich ist, fließen uralte und jüngere Werte in solchen Geschichten zusammen, vermischen sich oder heben sich scheinbar gegenseitig auf. 

Ich habe schon sehr viele Märchen gelesen, manchmal auch gehört. Sehr gern mochte ich die kraftvollen russischen Volksmärchen, die in vielem ursprünglicher als die stark bearbeiteten deutschen Überlieferungen der Grimmschen Sammlung sind. Eines meiner Lieblingsmärchen von der Kindheit bis Heute ist: Die Gänse – Die Schwäne. Und auch wenn in den aktuellen Fassungen die Gänse, die der Baba Jaga dienen, als „böse“ dargestellt werden, besaß diese Geschichte für mich immer schon eine wilde, mitreißende Faszination. 

Sie weist Parallelen zu dem Märchen der Frau Holle auf, das ich seit meiner Kindheit liebte. Auch hier geht es um eine Art Initiation des Mädchens. Dessen war ich jedoch auch erst viel später bewusst. Doch jetzt will ich hier nicht nur auf die Baba Jaga eingehen, die Strenge, die Ungestüme, die Göttin von Leben und Tod und auch nicht darauf, dass eine JungFrau die Schwelle vom Kind zur Frau überschreitet.
 
Nein, denn es gibt verschiedene Sichtweisen sich einem Märchen zu nähern und die tieferen Schichten zu ergründen. 

Ich  betrachte gern die einfache, die praktische und alltägliche Seite. Die Mär, die Sage wurde einst, eingebettet in den Alltag erzählt  und verkündet - um die übliche Handlungen und Bräuche weiterzureichen, um das überlieferte Wissen zu erhalten und um unterhaltsam zu sein.

Die Gänse – Die Schwäne - Hier wird der Bruch in den Märchenüberlieferungen, die Mixtur aus alten matri-geprägten Mythen und den neuen Werten und Gepflogenheiten einer patriarchalen Gesellschaft, recht deutlich. In dieser Geschichte geht es nicht um Königreiche, Heldentaten oder gar darum einen Prinzen zu erringen. Wie bei dem deutschen Ur-Märchen Frau Holle kommt gar kein Prinz darin vor.

Der Schwerpunkt eines solchen Märchen liegt auf dem schlichten Aspekt, ob das Mädchen, die junge Frau, in der Lage ist, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen? Ist sie klug und gewitzt genug, um die Ihren zu beschützen oder einer Gefahr zu entreißen? Und egal ob von guten oder schlimmen Mächten entführt, hier gilt es das Brüderchen (oder die kleine Schwester) wieder nach Hause zu bringen.

Die Gänse – Die Schwäne, Seelenvögel, Krafttiere, der Göttin verbunden, haben ein Kind aus der Menschengemeinschaft genommen. Doch das verlorene Kind
muss nicht wirklich gerettet werden, denn bei der Baba Jaga, im Initiationsreich, geschieht ihm ja kein irdisches Leid. Als die Schwester ihre Suche abschließt und das Haus der Baba Jaga erreicht, sitzt es auf der Ofenbank und spielt mit goldenen Äpfelchen.

Die Herausforderung der stattfindenden Initiation bestand für die junge Frau darin, zu zeigen, dass sie in der Lage ist, das Erbe ihrer Mutter und der Ahninnen anzutreten und die Ihren zu beschützen. Um in einem Intiationsgang ihre Geschicklichkeit und Klugheit zu beweisen, wurde für sie nicht etwa eine goldene Kugel oder eine Puppe versteckt, sondern ein lebender, nahestehender Mensch. Hier ist es der kleine Bruder für den sie alles riskiert.

In dem Märchen wird der Tochter, wie es vor Zeiten üblich war, die Verantwortung für Haus und Hof übertragen, da Mutter und Vater für längere Zeit das Haus verlassen mussten. Und an dieser Stelle erkennen wir bereits den Bruch in der Gesellschaft - ein Elternpaar lebt mit seinen Kindern allein und es sind keine anderen Familienangehörigen oder eine schützende Dorfgemeinschaft vorhanden. 

Bis heute ist es das größte Unglück, wenn ein Kind verloren geht, es wegläuft, entführt oder gar getötet wird. Das gab es zu allen Zeiten und solch traumatische Geschehen finden sich auch in Überlieferungen und Erzählungen wieder, doch da in der Regel mit einem guten Ausgang der Geschichte. 

Etwas von den alten Riten und Bräuchen blieb und bleibt uns immer erhalten, wir alle kennen den Begriff des herabgesunkenen Kulturgutes. Kinderspiele wie Verstecken und Suchen sind noch heute sehr beliebt und früher spielten das nicht nur die Kinder. Vergessen sind diese verbindenden Spiele nicht. Ob bei einer Brautentführung oder der zweiten Aufgabe des Trimagischen Turniers bei Harry Potter - die zu Prüfenden müssen sich würdig erweisen und das verlorene Mitglied der Gemeinschaft, das Geschwisterchen oder die zukünftige Liebste in die damals noch dörfliche Menschengemeinschaft zurückholen ... und so gelingt es auch der Schwester das Brüderchen dem Bann der Baba Jaga zu entreißen und trotz der sie unermüdlich verfolgenden Großvögel rechtzeitig wieder zu Hause zu sein. Die Gänse-die Schwäne umkreise den Schornstein und fliegen wieder zurück in die tiefen Wälder der Märchen und Sagen ...
 
eure Märchen-Oma


 
Initiation

Baba Jaga Knochenbein
braust heran
stürmt durch die Wälder
  dichtes Dunkel - ewig grün.
Doch das Mädchen
kennt kein Schaudern.
frei ist sie in ihrem Sinn
stark und kühn!

Bis zum Häuschen Hühnerbein
kreischt die Alte wilde Lieder,
nichts was uns zu Tränen rührt.
Weither ist sie schon zu hören,
wehe dem, der Furcht verspürt!

Wassilissa heizt den Ofen
rührt im riesig dampfend Kessel
Lebenssuppe nach Geheiß.
Die schon kocht seit uralt Zeiten,
Leben, welches kommt und geht!
Und das Mädchen fegt vom Boden,
Knochen, die da abgenagt.
wie der Alten sie's versprochen!
Vom Brunnen her, sie Wasser trägt.

Wartet auf die grausig Hexe,
der sie diente Jahr und Tag.
Heute ist die Zeit vollendet!
Heute kehrt sie wieder heim!
Heim zur Mutter
und den Schwestern
nie mehr ist sie jetzt allein...
 
Stephanie Ursula Gogolin


... im Netz es gibt mehrere Seiten mit Märchen  - hier ist eine Seite, da kann frau den Text des Märchens nachlesen oder auf interessante Weise reinhören...
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05 September 2011

Kommentar zu Mütter

… ich möchte hier einen Satz, aus einem Beitrag in der Facebook - Gruppe Mütter - Vereint euch! Für ein neues politisches Mütterbewusstsein! aufgreifen, der da lautete: Mütter erziehen Männer...

In der Regel erziehen Mütter erst einmal Kinder! Seit langem und nach wie vor, werden die Mütter schon sehr früh durch das systemimmanente Reglement in der umfassenden Ausübung ihrer Mütterkompetenz beschnitten. An Stelle der einstigen Müttergemeinschaften, welche für das körperliche und geistige Wohl ihrer Töchter und Söhne sorgten, ist inzwischen ein anonymer Apparat getreten, dem die Eltern, die selbstverständlich nur das Besten für ihr Kind wollen, den Nachwuchs zwecks Bildung überantworten. Die komplizierte Struktur unserer Gesellschaft macht es sozusagen der einzelnen Mutter unmöglich ihr Kind angemessen auszubilden.

Mal abgesehen davon, dass auch in fernen Zeiten eine Mutter nie allein ihr Kind aufgezogen hat, sind die Parameter der des Kinderaufziehens von einst 
einem weiblich - egalitären hin zu einem männlich - hierarchischen „Erziehungsziel“ verschoben worden.

Schlichte menschliche Erziehung, also das Vermitteln von Normen und Werten, von sozialen Zusammenhängen und der Pflege von Kultur und Tradition, ist nur bedingt mit der heutigen auf hohem Niveau daher kommenden Bildung gleichzusetzen. Jedenfalls müssen weibliche und männliche Kinder schon sehr früh die maskulin unterlegten patriarchalen Spielregeln lernen. Dass inzwischen hier und da im Bildungsbereich einiges verrutscht ist, hat schon so manchen Aufschrei nach sich gezogen: die Jungen sind die Verlierer des Bildungssystems, die Mädchen ! profitieren ! davon... - es sollten ja eigentlich alle davon partizipieren. 

Nun ja, ich würde sagen, heutzutage ist empathische und emotionale Bildung immer noch der intellektuellen nachgeordnet.

Ich sehe eigentlich nur, dass Männer Männer erziehen! Sie haben ein System geschaffen, in dem sie ihre Söhne (und inzwischen auch Töchter)  kompatibel für ihre Hierarchien ab
richten. Für zukünftige Männer gibt es immer noch tradierte knallharte Vorgaben, die so weit gehen, dass der Mann grundsätzlich eine Konditionierung durchläuft, die ihn zwingt, zuweilen auch unbesehen in den Tod zu gehen.

Wenn Mütter ihre Söhne erziehen, dann können sie manches Mal nur versuchen, das Schlimmste zu verhindern!
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02 September 2011

Rosa Zeiten

Aus gegebenen Anlass greife ich noch mal auf bereits von mir verschiedentlich Gesagtes (Kommentare, Blogbeiträge) zurück.  

Immer mal wieder wird die Farbe Rosa im Zusammenhang mit unschuldigen, indoktrinierten kleinen Mädchen angeprangert. Und es ist grundsätzlich gut, diesbezügliche Entwicklungen scharf im Auge zu behalten! Aber, wie es so oft ist, auch ein Rosa kann noch andere Nuancen oder Tiefen haben.

Schauen wir doch einmal auf die Farbe Rosa... den Farbton zwischen Weiß und Rot.


Rosa ist eine fröhliche Farbe, sie ist hell und auffällig und fast eine Signalfarbe. Eine Farbe, die zur jungen Weiblichkeit passt. Nicht mehr ganz weiß, aber auch noch lange nicht Rot! Rosa ist weibliches Terrain, das den Mädchen (und Frauen) von „richtigen Männern“ heutzutage nicht streitig gemacht wird. In rosa Räumen sind wir unter uns – Betreten verboten!


Eigentlich möchte frau meinen, es ist die Mädchenfarbe schlechthin, denn das war sie schon vor Lillifee, Kitty und Co. Die spillerige Feenprinzessin oder das plakative Kätzchen sind sozusagen auf den rosafarbenen Zug aufgesprungen, ähnlich wie Barbie, die das Pink annektiert hat.


Was wirklich an diesen Prinzessinnen - Kampagnen bedenklich ist, wäre die Gehirnwäsche, die durch seichte, liebliche Vorgaben die kleinen Mädchen auf Teeparty – Niveau einfriert. Der Disney – Kitsch, der mit seiner eigenen, zweifelhaften Ideologie daher kommt, sickert doch schon längst in alle Bereiche ein.


Rosa oder Pink sind jedenfalls inzwischen auch so was wie Kultfarben geworden. Sie grenzen ab, vielleicht auch aus, und weisen darauf hin, hier kommt eine neue weibliche Welle. Unserer Töchter werden wahr genommen. Im Prinzip könnte jede Farbe zum Erkennungsmerkmal werden. Im Zimmer einer heute Sechzehnjährigen ist noch der grüne Nachhall von Hexe Bibis Lieblingsfarbe zu spüren und mit dem wenig angepassten Blocksbergshexlein ist ebenso eine weibliche Generationssparte aufgewachsen.


Es geht natürlich nicht nur um die Farbe schlechthin, sondern mehr um das Signal das gesetzt wird. ! Mädchen sind wieder sichtbar ! 

Mir ist so eine kleine rosa Wolke allemal lieber, als die spärlich bekleidete Teenagerin, die mit Haltung und Habit Unterwerfung demonstrieren. Leider werden, aus den sehr selbstbewusst einher kommenden kleinen Mädchen, die ihre Farben tragen, später trotzdem solche Teenies. Das Schulische Umfeld, das auch kleinen Machos zu großen werden lässt, arbeitet auch an der sexualisierten Unterwerfung der jungen Frau mit. Und die, für kleine und große Mädchen, mehr oder weniger offensichtlich sexualisierten Bekleidungsvorgaben sind wirklich verwerflich, da sind einige der Industrien unauflöslich mit diversen Unterhaltungsmedien verstrickt.

Jede will ne Prinzessin sein, sogar Cindy aus Marzahn. Den Prinzessinnenwahn können wir allerdings auch differenzierter sehen. Denn eine Prinzessin zu sein, ist auf dem uns bekannten Ur-Märchen-Niveau auch, etwas Besonderes zu sein. 

Wir sollten nicht vergessen - einst haben Töchter das Erbe der Mutter weitergeführt und ich weiß der hier geschlagene Bogen mag so mancher weit anmuten, aber in den sehr alten und ursprünglichen Märchen ging es auch oder immer um die Initiation der Erbtochter, die im angepassten Sprachgebrauch zur Prinzessin (zur Königstochter) wurde.

Als neunfache Enkeltochter-Großmutter kann ich nur noch sagen: 

Nichts Rosafarbenes ist mir fremd... 


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22 August 2011

Zwei Tage lang...

... habe mich kreuz und quer durch Facebook und andere Seiten gelesen und manches davon hat mir nicht gefallen...

Es gibt reichlich Anzeichen dafür,
dass besonders im Hinblick auf das globale Wirtschaftssystem, die uns umgebende Patriarchose zu einer maligenen Phallokratie fortschreitet. 

Nicht mehr der althergebrachte und von Anfang an fragwürdige, väterliche Anspruch konditioniert die Gesellschaft, sondern allgemein und mehr denn je, eine um sich greifende männliche Hybris.
 

Auch das Patriarchat war und ist bisher kein Maßanzug für JederMann. Immer wieder müssen wir Frauen mitansehen, dass die angestrebten Privilegien im Patriarchat auch den Männer nicht in den Schoß fallen und nicht jeder automatisch ein Gewinner ist. Um eine Gewinner zu sein, gilt es erst einmal sich dem allgemeinen Wettbewerb zu stellen und die diversen Kämpfe auszutragen und am Ende sind dieTriumphzüge selten genug. So mancher Knabe fängt zwar bereits bei der Geburt recht weit oben auf der Hierarchieleiter an, aber auch das ist keine Garantie am Ende zu den Erfolgreichen, zu den Gewinnern der Gesellschaft zu gehören.

Das Zeitalter der Väter, der Macht gewohnten Patriarchen, scheint sich immer mehr aufzulösen und wir sehen uns heute eher
in Wirtschaft und Politik den geld- und statusgierigen Brüdern gegenüber.

Dieser Tage ist das, noch wirksame, Patriarchachtssystem eine Art Konfektion für den Mann mittleren Alters (bevorzugt: Typus Einsamer Jäger) die natürlich auch nicht jedem passt. Selbst wenn sich derzeit (die ethisch/ideologische Kleiderordnung hat sich von Mann zu Mensch erweitert) sogar Frauen in diese Kostümierung schlüpfen können und sich unter bestimmten Umständen auch zeitweise gut darin bewegen, ist es doch immer noch vom Grundansatz her ein maskuliner Anzug. Weibliches Sein und weibliche Werte finden nur schwer Einlass in die Männerbünde und wenn Mann nicht gerade Priester ist, vermeidet er weiblich anmutende Gewandung direkt und im übertragenen Sinne. 


Kampf, Niederlage der Gegner und Sieg, manchmal um jeden Preis, ist nicht wirklich ein Frauending. Obwohl auch da unserer Schulsystem so früh wie möglich Mädchen und Jungen in einen ungesunden Wettbewerb zwingt und Konsens und Miteinander vergessen lässt. 

Dass Frauen immer noch nicht die Chefetagen stürmen, liegt nicht nur an der sogenannten gläsernen Decke, sondern auch daran, dass Frauen dem System hilflos (...was soll das Ganze?), kritisch (...wozu soll das Gerangel gut sein?) oder unwillig (...ach nee, das will ich nicht!) gegenüber stehen. Sich im Wettbewerb unter Einhaltung der Hierarchieregeln nach oben zu kämpfen ist für so manche Frau eine verdammte Zeitverschwendung. Und als Mütter haben wir eigentlich sowieso was anderes, was Besseres zu tun.
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31 Juli 2011

„Wir kommen auf die Welt und die Welt ist schon da!“

...das ist ein von mir sehr gern zitierter Ausspruch von Harald Lesch. Gerade die Menschenkinder sind für ihr Überleben in der vorhandenen Welt auf ein garantiertes jahrelanges Versorgungsprogramm durch die unmittelbare vorhandene Menschengemeinschaft angewiesen. Die Mutter stillt, wärmt, versorgt ihr Kind, das bereits monatelang zuvor ein Teil von ihr war - das ist schon immer selbstverständlich und menschlich.

Allerdings gab es
über tausende von Jahren hinweg keine dieser heutigen isolierten und exklusiven Mutter-Kind-Beziehung. Wenn auch die Bindung an die Mutter für die Menschen immer die eigentliche Lebensgrundlage und die innigste Sozialbeziehung blieb, zogen doch die Mütter der urzeitlichen, interagierenden Gemeinschaften die Kinder gemeinsam auf. Letztens fragte ich schon bei meinen Ausführungen zum Tochter-Mutter-Verhältnis: "...welche Mutter wagt es denn heute zu denken: ...ich habe eine Tochter (Sohn) und das ist ab sofort mein nächster Mensch bis ans Ende aller Tage... und kein, bis dass der Tod uns scheidet, denn diese weibliche Art der Verknüpfung geht über den Tod hinaus und im Idealfall folgen Kindeskinder, die wiederum Kinder haben werden...". 

Die mütterliche Verbundenheit ist das Geburtsrecht eines jeden Menschen.  

Die patriarchöse Gesellschaft hat in unserer Zeit ein Isolationstrainigsprogramm hervorgebracht das, von Babytagen an beim Menschen angewendet, zur Existenz verwandtschafts- und bindungsloser Erwachsenen führt. Flexibel für den Arbeitsmarkt und jederzeit bereit eine sogenannte Partnerschaft mit einem anderen bis dato unbekannten Erwachsenen einzugehen. 
 
Daher wimmelt es auch überall von mehr oder weniger nett gemeinten Hinweisen die Kinder(!) loszulassen, nicht zu klammern oder zu „krallen“ und das Abnabeln nur ja rechtzeitig einzuleiten, um den Kindern ein so genanntes eigenes Leben zu ermöglichen. Zur Zeit finde ich fast nur Unterstützer, die ein zeitiges auf Abstand 
zu den Kindern gehen, befürworten.

Die „gute“ Mutter lässt ihre Kinder los (die Rabenmutter aber auch). Die zur Zeit nicht so gut angesehene Mutter fühlt sich bis ans Ende ihrer Tage ihren Kindern innig verbunden und wünscht (meist nur im Geheimen, konkrete) Teilhabe an deren Leben. Damit verstoßen diese Mütter gegen das unausgesprochene und
umgangsübliche Gesetz der Nichteinmischung. Auch Mütter, die ihre Kinder von manchen Vätern fernhalten, laden quasi eine, vom Kollektiv nicht tolerierte Schuld auf sich. Die gute Mutter hält aus Liebe(!) ihr Kind nicht auf und weist jeden eigennützig erscheinenden Gedanken weit von sich...
 

Liebe Mütter, fangt bitte an zu bedenken, was ihr da in vorauseilendem Gehorsam gebetsmühlenartig wiederholt...!

Wir müssen unsere Kinder nicht loslassen. Und solange sie Kinder sind, schon mal gar nicht. Sie werden heranwachsen und können lernen, arbeiten, Beziehungen eingehen, selbst Kinder aufziehen, ohne dass wir uns gegenseitig verlassen müssen. Sie sind die Menschen, die natürlicher Weise unsere allernächsten Angehörigen sind und bleiben. Was steckt hinter dem ständig gesellschaftsideologisch geforderten Aufruf, nur ja unsere Kinder nicht am Verlassen des Elternhauses zu hindern. Sie in die Freiheit und Unabhängigkeit zu entlassen, ihnen Flügel zu geben und ihnen den Weg zu weisen (aber nur wenn sie danach fragen)...?


Ich sehe ja ein, wir steigen gesellschaftstechnisch gerade erst aus der Phase des Sklaven(halter)tums aus und der Mensch ist durch die vergangenen Jahrhunderte immer noch durch ständig drohende Unfreiheit traumatisiert. Denn bis heute tummelt sich in den bekannten Ideologien und vor allem in den Religionen und neuerdings auch in der Wirtschaft, der totale Zugriff auf auf Geist, Leib und Leben. Es werden weltweit nach wie vor Menschen, vorzugsweise Frauen, in die Sklaverei verkauft, ob als Prostituierte oder Hausmädchen und auch immer noch als Ehefrauen. Und die modernen Zeitarbeitsfirmen schaffen es mit ihrer Art der Arbeitsvermittlung Menschen in eine, an Rechtlosigkeit grenzende und nach außen scheinbar selbstgewählte, Abhängigkeit zu bringen.


Die wahre Freiheit ist also ein filigranes Gut und Eltern, die sich für ihre Kinder selbstredend nur das Beste wünschen, sind bemüht ihnen diese Freiheit so früh wie möglich auf einem silbernen Tablett zu servieren. Dafür konditionieren sie sie von Anfang an auf das, was heute als Selbstständigkeit gelobt wird. Leider sind die Nebenwirkungen der eifrig praktizierten Ungeborgenheit und der losen Bindung oft genug dramatisch.


Nun ist Freiheit ja angeblich die Einsicht in die Notwendigkeit (...wer hat das doch noch mal gesagt? Aha, Hegel) und somit auch eine Entscheidungsfrage. Damit sind wir auch schon im Taka-Tuka-Land der Beziehungen.


Heute verlässt die junge Frau ohne zu Zögern ihre Herkunftsfamilie und begibt sich in der Regel sofort auf die Suche nach dem Lebenspartner, der ihr all das ersetzen soll, was sie gerade hinter sich gelassen hat. Der, vielleicht in der Disco, aufgegabelte Jüngling muss nun die Geborgenheit bereitstellen, die eigentlich als menschliche Lebensgrundlage in einem Sippengefüge zur Grundausstattung gehörte und zwar ohne dass Frau sich diese Sozialeinbettung durch Wohlverhalten verdienen muss.


Die vorhandenen Welt, in die wir heutzutage hinein geboren werden, erwartet, das sich angehörende Erwachsene gegenseitig ausschließen und jeder - Kind, Frau, Mann - sein Heil unter Fremden (Nicht-Verwandten) suchen muss. Die momentan angehörende Kleinfamilie darf legitim als Refugium angesehen werden, jedoch wirkliches menschliches Leben in seiner sprühenden, kreativen Entfaltung bleibt der Erholung untergeordnet. Das Zuhause, das Heim, der Hort der Gemeinsamkeit ist nicht (mehr) der Ort wo Werte gebildet und erhalten werden. Dafür ist von Anfang an die Welt da draußen zuständig. Mit Ach und Krach wird durch das Elternpaar, so als Paar vorhanden, eine Grundsozialisierung am Kinde durchgeführt, die eigentliche Bildung wird dann
von andere (uns nicht näher bekannten) Menschen und den tradierten Inhalte erwartet oder muss toleriert werden.

Wir nehmen es zwar einerseits unseren Angehörigen übel, dass sie uns nicht für immer lieben, nicht wirklich auf unserer Seite stehen und uns immer wieder ziehen lassen, andererseits halten wir jedoch selbst nicht an den sogenannten Bluts-Banden der Muttersippe fest. Unsere Gesellschaft besteht aus verlassenen Kindern ... in der wievielten Generation?

30 Juli 2011

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

… wer kennt ihn nicht, den Spruch aus dem Fundus deutscher Tugenden. Und vor lauter Arbeit kam in unseren jüngeren Jahren das Vergnügen dann doch manchmal zu kurz. Aber das ging vielen so, glaube ich. Meine Mutter kannte so etwas kaum, was wir heute Vergnügen nennen... wenig freie Zeit, wenige Möglichkeiten, zuviel Alltag und dann zuviel Krieg, Verluste und Überlebensarbeit, da blieb nicht viel Gelegenheit für die Lustbarkeit.

Heute, so heißt es, herrscht in unserer Spaßgesellschaft das dauernde Vergnügen vor. Denken wir doch einmal darüber nach was uns, außer ein paar persönlicher Ambitionen, Spaß und Vergnügen bereitet, was das Belohnungszentrum im Gehirn anspringen lässt? Unter Leute gehen, feiern, lachen, singen, essen, tanzen und noch einige andere menschliche vergnügliche Angelegenheiten...? Da kommt man doch schnell auf die Mutter aller Feste, das gemeinsame Zusammensitzen am Feuer, eine sehr lange und prägende Urerfahrung des Menschen. Die Sehnsucht nach dieser Art der Ursprünglichkeit ist keine Glorifizierung der guten alten Zeit, sondern das tiefe Wissen um die eigentlichen, die energetischen Verknüpfungen des menschlichen Zusammenlebens.


Nun hat ja jedeR ein anderes Spaßbedürfnis. 

Sport zu treiben ist als Freizeitvergnügen ebenfalls recht beliebt. Auch Frauen stehen auf Fußball, Tennis oder eine andere Sportart. Doch nicht immer werden diese selbst praktiziert. Wir sehen auch beim Sport, beim Wettkampf gern zu und heute nicht mal direkt am Spielfeldrand, sondern vor dem Bildschirm. Jedenfalls ist auch das so ein urzeitlicher Effekt... einem Wettkampf oder Wettstreit zusehen, ausgetragen zwischen Männern (möglichst jung und attraktiv). Die Begeisterung für Sportveranstaltungen, mal abgesehen von den Gewinnen die dabei heute eingefahren werden, ist wohl auch zurückzuführen auf das in der Natur der Sache liegende Kräftemessen junger Leute. Der Gedanke an die Amazonenzeit der Frau liegt dabei ebenso nahe.
 

Das Agieren all der (Kino)Actionhelden, das Messen der Geschicklichkeit und Kraft, das abstruse Gefecht zwischen dem sogenannten Gutem und Bösen, das bis hin zum Massen- oder Völkermord ausartet (sehr beliebt in Fantasiegeschichten), all das Schlachten und Vernichten der Gegner der literarischen und filmischen Protagonisten und der Figuren in Computerspielen stammen aus der Quelle des männlichen Wettbewerbsbedürfnisses. Und Frau sieht zu? Oder wer ist das zahlende Publikum?

Ich finde sowohl die fiktive, als auch die reale Art und Weise dieser Wettbewerbe schon lange nicht mehr unterhaltsam. Ich will mit dem Konsum dieser Leistung und der Darstellung der Wettkämpfe nicht ständig was zu tun haben. Sportarten haben längst schon ihre Unschuld verloren und werden von Profis ausgetragen. Die Energie der Begeisterung ihrer Fans wird umgewandelt in die Energie des Geld und wir wissen wie gut es sich damit verdienen lässt (das gilt auch für Castingsshows und ähnliche Fernsehformate).


Jedenfalls kann ich mich an dererlei einfach nicht erfreuen. Solcher Art Vergnügen ist für mich wenig vergnüglich ... da arbeite ich lieber...

27 Juli 2011

Die Mutter und das Ende der Sommerpause

... solltet ihr das Gefühl haben ihr steht im Wald, so ist das nur das neue Blogfeeling und außerdem: grün beruhigt!

....gestern Abend rief Freundin Nelly an und erzählte mir von dem neuen Emma-Artikel über Mütter und dass Frauen bzw. Mütter sich untereinander nicht grün sind... sie appellierte an mich ein Essay zu verfassen, zu dem Thema: was ist eine Mutter! Die hat aber auch immer Ideen...

Nun gut! Was ist die Mutter? Und nicht etwa eine gute Mutter oder eine versagende Mutter oder eine richtige Mutter, sondern Die Mutter überhaupt. Und kommt mir bitte nicht damit, dass sie nicht gäbe, die Mutter an sich! Mütter wären nur Frauen, die ein paar Jahre lang ein Kind aufziehen und fertig, aus. Ist das so?


Frau und Mutter - das ist eine nicht aufzulösende Einheit, auch wenn das heute, gerade aus feministischer Sicht total unpopulär ist. Der momentane Status sieht eher so aus:

  • Jede Mutter ist zwar von Natur aus eine Frau, aber nicht jede Frau ist eine Mutter (auch in der Vergangenheit nicht – das ist Biologie und nicht Ideologie)
  • Mutter und Tochter dürfen nur in bestimmten Momenten die innige Einheit bilden, die sie vom menschlichen Ursprung her eigentlich sind...
  • ist ein Mann involviert, rückt die Mutter-Tochter-Bindung in eine Art Tabu-Bereich, sie wird aus gesellschaftlicher Sicht einer jeden Paarbindung (auch der der Eltern) wesentlich nachgeordnet ...
  • die Mutter-Sohn-Beziehung wird prinzipiell anders definiert (und das mit Recht), jedoch wird sie in heutiger Zeit immer noch als höherwertig eingestuft
In unserem Kulturkreis verliert eine Mutter ihre Tochter schon bevor sie geboren wurde. Denn sie ist in der bestehenden Gesellschaft selbst eine verlorene Tochter und unsere Mütter waren es ebenso, über viele Generationen hinweg. Trotzdem verfügt die heutige Frau über ein Maß an Freiheit, die sie in den letzten zwei- bis dreitausend Jahren kaum kannte. In unserer Zeit hat die emanzipierte und freie Frau durchaus die Chance mit dem Verleugnen abzuschließen und ihr Bekenntnis zur Mutter abzulegen.
  • Mütter sind in unserer Welt das Wichtigste überhaupt
  • Mütter tragen die Zukunft
  • Jede Mutter, die ein Kind zur Welt bringt verändert diese und damit auch das Morgen. Das ist mehr als der Flügelschlag eines Schmetterlings.
  • Mütter sind eigentlich die größten Verantwortungsträgerinnen auf unserem Erdenkreis, sie werden nur mit allen Mitteln an der Wahrnehmung ihrer Kompetenz gehindert
Dabei muss ich spätestens hier und jetzt anmerken, dass es mir wirklich nicht leicht fällt, die längst fällige Mütteraufmerksamkeit endlich einzufordern, diese als wichtig darzustellen und die Notwendigkeit zu postulieren die Mutter als Garantin der Menschlichkeit zu sehen. Schnell gerät frau und mutter in den Verdacht aus kleinlicher Betroffenheit, aus Machtgier oder einfach nur Neid die Aufmerksamkeit der Töchter und somit der ganzen Welt zu fordern. Doch gerade im Interesse der Töchter und deren Töchter ist es unendlich wichtig, das Mutterbild wieder zu enthüllen, es mit allen uns zur Verfügung stehenden Spots anzustrahlen und stets und ständig die Bedeutung Der Mutter hervorzuheben.

Die Mutter, das ist unser verlorenes Leitbild. Sie ist das, was die Frauen heute in den archaischen Göttinnen wieder zu entdecken versuchen und immer noch an falscher Stelle installieren...

Die Mutter ist sozusagen das Konzentrat aller im Alltag agierenden Mütter, unabhängig von der einzelnen Frauenperson...

Die Mutter als solche ist die Garantin des menschlichen Lebens!
 
Heute entdecken und verehren Frauen wieder die Göttin(nen) - Die Große Mutter - überwiegend, so mein Eindruck, als Orientierungspunkt für die erwachsene Frau. Unsere Kinder jedoch wachsen immer noch nicht mit dem Leitbild Mutter auf. Ich wundere mich nicht, dass Mütter untereinander so schlecht auf sich zu sprechen sind, sie bekommen die Achtung vor dem menschlichsten Ausdruck unseres Dasein, dem Muttersein, nicht nur nicht gezeigt, nein, noch wird stets und überall darauf herum getrampelt. Mutter-Sein ist immer noch ein zweifelhafter Umstand. In den Kinderzimmern finden wir daher eher die Attribute des Vatergottes oder höchstens ein Abbild der Gottesmutter, als Die Mutter selbst oder gar die göttlich - weibliche Trinität. Stattdessen ist nicht nur im christlichen Abendland jeder abwesende Mann sozusagen ein Gott, manchmal sogar der anwesende.

Die Schule, die Ausbildung, das Studium führt heutzutage die Kinder nicht nur aus dem Haus, es wird auch damit die Forderung unserer Kultur umgesetzt, die Kinder, besonders die Töchter nachhaltig und so früh wie möglich aus dem Verantwortungsbereich der Mutter zu entfernen. Abnabeln nennt man das … es passiert heute automatisch. Keine Frau, die als gute Mutter gelten möchte, würde die Tochter daran hindern die Bindungen zu kappen. Ja mehr noch, sobald das Kind auf der Welt ist, wird das rechtzeitige Abnabeln und das Entlassen aus der Kleinfamilienidylle – dem Kinderparadies – des Vaterhauses, immer auch mitgedacht und vorbereitet.

Welche Mutter wagt es denn heute zu denken: „...ich habe eine Tochter und das ist ab sofort mein nächster Mensch bis ans Ende aller Tage...“? Und nicht etwa: bis dass der Tod uns scheidet, nein, denn diese weibliche Art der Verknüpfung geht über den Tod hinaus und im Idealfall folgen Kindeskinder, die wiederum Kinder haben werden. Meine Mutter hat die Töchterpotenz in unserer Sippe nicht mehr erlebt, doch habe ich von ihr einst alles gelernt, was eine Mutter und besonders eine Großmutter ausmacht.


Ich selbst begann erst im fortgeschrittenen Alter von etwa fünfundvierzig zu verstehen. Als Begriffe wie Matriarchat und Göttinnen der Urzeit oder Frauengeschichtsforschung Raum in meinem Alltag einnahmen, begriff ich, was in meinem Leben, als Mutter in unserer Gesellschaft, geschah und immer wieder geschieht.

Jedenfalls sollten wir die Beiwörter wie „gute“, „schlechte“ oder „Raben-“ im Zusammenhang mit Mutter ganz schnell vergessen. Der Begriff der „guten Mutter“ geistert durch alle Arten der Kommunikation, er ist ein Synonym für einen unerreichbaren, virtuellen Zustand. Wenn Frauen bemüht sind gute Mütter zu sein, nach welchem Katalog richten sie sich da? Welche der Werte unserer immer noch christlich geprägten Kultur legen wir Grund, wenn Mütter beurteilt werden?

Ich persönlich kenne keine schlechten oder unzulänglichen Mütter. Die Frauen geben unter den einsamen und erschwerten Bedingungen des realen Mutterseins ihr Bestes. Leider können sich die meisten eine förderliche Müttergemeinschaft und damit ist keine Krabbelgruppe gemeint, einfach nicht vorstellen. Ich habe damals von der unkomplizierten und unterstützenden Anwesenheit meiner Mutter und ihrer natürlichen Großmutterart nicht nur profitiert, ich lernte zu ahnen, was eine Müttergemeinschaft in die eine Frau ganz selbstverständlich hineingeboren wird, sein könnte. Ich trat damals, unwissentlich zwar, doch nach matriarchalen Brauch als jüngste Tochter das Erbe der Mutter an.

Dass Mütter und Töchter und Großmütter nicht mehr die selbstverständliche Einheit bilden (können), hat vor allem etwas mit der schon lange verlorenen Nähe zu tun, aber das ist ein anderes Kapitel...



10 Juli 2011

01 Juli 2011

Es ist Juli


...Und ich mache
eine kleine Sommerpause:
Um eine Hochzeit zu feiern,
eine Woche mit den Kindern zu verbringen
und um ein bisschen Urlaub zu machen!

Also bis bald und allen schöne Sommertage