Der Entwurf einer Betrachtung zu der Frage und Dauerbrenner: Wie entstand das Patriarchat?
... überarbeitet, ergänzt und in Wordpress online gestellt
Hierbei handelt es sich um hypothetische Überlegungen und mögliche Zusammenhänge im Entstehen der seit min. achttausend Jahren, expandierenden Patriarchose...
05 November 2020
Oxytocinmangel - ein Beschleuniger des Patriarchats
20 Oktober 2020
... die sogenannte Todesstrafe
...ein paar Gedanken zum "Internationalen Tag gegen die Todesstrafe"
17 August 2020
Partnerschaft ist keine Geschwisterlichkeit
Betrachtung zum Begriff Partnerschaft von Stephanie Ursula Gogolin
Liebe Freundin, ich weiß, dass es zur neueren Denkungsart gehört, alle patriarchalen Formen, die eine (bis dato) positive Ausstrahlung haben, leicht abgewandelt in den Kanon des modernen Matri-Sprech aufzunehmen. So wie das Paar und eben die allseits beliebte Partnerschaft.
Sowohl das Paar wie auch die Partner sind in der Regel zwei fremde (nichtverwandte) Personen. Wir wissen aber, im matrifokalen Kontext interagieren Fremde (die Nichtverwandten) eher nicht ständig. Weniger unmittelbar, nicht im Alltag, noch auf Lebensdauer. Die Konsequenzen für die Person und die Gemeinschaft wären (wie wir Patriarchatsbewohner immer wieder feststellen müssen) nicht nur störend, sondern auch verheerend. Der nichtverwandte Liebhaber wurde wohl da eine Art geregelte Ausnahme. Wir sollten daher lieber zweimal hinsehen, wenn wir uns euphemistisch eines gängigen Sprachbegriffes annehmen, der eigentlich sehr tiefe patriarchöse Wurzeln besitzt.
Sicher können sich auch konsanguin verwandte Geschwister wie Partner gebärden bzw. sich als solche verstehen und eine zielgerichtete Partnerschaft praktizieren. Überall da wo Arbeitsprozesse verbindliche und verlässliche Zuständigkeiten und Ansprechpartner benötigen, greift die regulierte Partnerschaft – nicht nur in der Erwerbsarbeitspraxis (die ja bekanntlich ein astreines Patri-Produkt ist), sondern auch im Patri-Privaten.
Die klassische Ehe ging bekanntermaßen aus dem Herrschaftskonzept der Patriarchalität hervor. Seit in der sehr aktuellen Geschichte gesellschaftsfähig wurde auch ohne Trauschein als Paar (bestehend aus zwei nicht konsanguin verwandten Personen) zusammenzuleben, brauchte diese Form einer Lebensgemeinschaft eine gängige (positiv belegte) Bezeichnung. Hier bot sich die Partnerschaft nahezu an. ‚Partner sein‘ ist im Patriarchat eine bedeutungsvolle Wertung. Ursprünglich ging das Männliche Partnerschaften ein. Frauenpartnerschaft im Sinn der bündlerischen Kultur gab es nicht. Jede Form von Frauenkollektiv stand unter männlicher Aufsicht (siehe Orden und Kongregationen).
Aber es kam der Zeitpunkt in dem diese Verbindung unter Männern auf Frau ausgedehnt wurde. Vor allem wurde die Partnerschaft das neue Label für die nichteheliche Paarbeziehung.
Im gesellschaftlichen Kontext avancierte diese von der geduldeten "Wilden Ehe" zu einer ordentlichen Lebenspartnerschaft, bestimmt durch Regeln und ungeschriebene Gesetze. Praktizierte Partnerschaft schließt allerdings Sippen(Matrifokal)Angehörige aus. Umgekehrt können wir auch sagen: Wenn ich mich geschwisterlich verhalte bedeutet das nicht per se, dass ich partnerschaftlich (wie bei einer verpflichtenden Arbeitspartnerschaft) handele.
Geschwisterliches Miteinander bedeutet im Sinne der (geliebten) Geschwister Verantwortung übernehmen bzw. im Namen einer (matrifokalen) Verbundenheit zu agieren. Diese Art des Handelns, von mir als Fürsorge bezeichnet, erfolgt prinzipiell (quasi von Natur aus im Sinne des Überlebens) ohne einen verpflichtenden Kontext. Es ist ein ausgedehntes Geben und Nehmen, ein verbindendes und damit verbindliches Fürsorgen auf der Basis - was kann ich und was kannst du! Wie geht es uns beiden damit, denn wir kennen uns von klein an und wissen was der anderen gut tut.
Ich unterscheide unbedingt Geschwisterlichkeit (als rein herstorische Entwicklung - als das evo-biologisches Ereignis) von der Partnerschaftlichkeit, als historisch-patriarchales Implantat.
Beide Begriffe haben sehr verschiedene Voraussetzungen. nehmen wir die Partnerschaft - sie besteht weitgehend aus Verpflichtungen – Verpflichtendes (und damit kontrollierbares) Miteinander ist in den (patri)zivilisierten Kulturen per Gesetz vorgegeben und gilt als Konvention. Partnerschaften waren/sind sind also geregelt, mit einem Vertrag schriftlich oder mündlich (verstärkt durch den typischen Handschlag), der als kulturelle Absprache eine gegenseitig sich verpflichtende Verbindlichkeit darstellt und die Beziehung der Partner zueinander deutlich macht. Partnerschaft entstand/entsteht, wenn ein herrschaftsfrei erscheinendes, gegenseitiges Verhalten einen Namen braucht und positiv konnotiert sein soll.
Geschwisterlichkeit ist ein ursprüngliche Qualität, die noch lange in die Patriarchalität hinein, sich in Sprüchen wie beispielsweise „sie sind wie Bruder und Schwester“ zeigte und hier eine Zugewandtheit und Innigkeit demonstrierte, an die beispielsweise eine Partnerschaft nicht herankommt (oder auch nicht soll, höchstens ironisiert wird). Seit für die Paarbeziehung der Begriff Partnerschaft salonfähig wurde, wird da eine Beziehung auf Augenhöhe und eine Verbindung im Sinne „wir gegen den Rest der Welt“ favorisiert, ohne sich bewusst zu sein wie patriarchal diese Idealisierung ist. Denn eine Partnerschaft einzugehen bedeutet nicht per se auf Augenhöhe, gleichberechtigt oder kungruent zu sein.
War in der Vergangenheit der letzten Jahrhunderte eine Ehe durchaus ein wirtschaftliches Unternehmen in dem der weibliche Part manchmal nur die eigene Person als Einlage (Arbeitskraft und Mutterpotenz) einbrachte, ist die heutige (Paar)Beziehung als gemeinsames Unternehmen ein relativ neues Geschäftsmodell. Hier ist die Geschäftseinlage die Idealvorstellung von gegenseitiger dauerhafter Liebe, die alles überwindet und als Garant für Glück gilt. In der Alltagspraxis wird als Ausdruck dieser Liebe ein bedingungsloses Zueinanderstehen und Vertrauen, ein immerwährendes (sexuelles) Begehren und nicht zuletzt ein komplizierender Treueanspruch erwartet und gefordert.
(* ohne einen anderen Anspruch erhebenden Partner, unabhängig von anderen Sippen/Familienmitgliedern)
In einer persönlichen Lebensgemeinschaft gibt es keine tariflich vereinbarten Arbeits- und Pausenzeiten, keine Stechuhr, keine Gehaltsabrechnung. Nur am liebsten Liebe bis ans Ende aller Tage - „gemeinsam alt werden“ ist heute die gängige Wunschvorstellung - als Äquivalent zum einstigen Ehecredo: “...bis dass der Tod uns scheidet!” In jedem Liebesgeschichtenanfang schwingt auch immer diese Sehnsucht mit, die heute zu unserem Alltag gehört seit wir Teenager sind: nie mehr allein sein müssen – mindestens einen Menschen an unserer Seite haben, der immer für uns da ist und wir keinen emotionalen Mangel leiden müssen.
Partnerschaft ist ein etablierter patriarchaler Begriff. Einen Partner haben, kennen wir auch aus der, uns durch hunderte Bücher, Filme und Serien bekannten Heldenmythologie von der Antike bis in unser Neopatriarchat. Diese Narrative gipfelt darin, mit einem Partner mehr Zeit als mit der eigenen Familie zu verbringen ... oder im Zivilisationsdschungel mit ihm durch dick und dünn gehen. Für ihn sogar das eigene Leben zu riskieren ist obligat. Ja als Partner wird manchmal sogar ein Gegenspieler bezeichnet. Jedenfalls alles sehr untaugliche Vorstellungen um sie auf eine alltagsbeständige Beziehung mit Frau und Kind zu übertragen, finde ich.
Mutter sein, ist eine ganz andere Dimension als Partnerin zu sein. Ich fühlte, anfangs nur diffus, das Partnerinnenimage war nicht mehr meine Aufgabe, wenn ich meinen Kindern gerecht werden wollte. Von Seiten meines Mannes und dem Vater der Kinder stellte sich zwar zum Teil auch diese urbrüderliche Unterstützung ein, die eine Ahnung von sippenhaften Lebens aufkommen ließ, das allgemeine, männliche Rollenklischee stand ihm jedoch selbst ständig im Weg.
Nachtrag: der Begriff konsanguin wird von mir als Bezeichnung für matrilineare Zugehörigkeit bzw. verwandt durch Geburt in mütterlicher Linie, verwendet...
http://stephanieursula.blogspot.com/2013/09/kinder-sind-kein-partnerersatz.html
06 Februar 2020
zur Entstehung des Patraiarchats
Die Entstehung des Patriarchats als fehlgeschlagene Traumbewältigung nach „Naturkatastrophen“ einzuordnen, will mir nicht so recht einleuchten.
Ganz anders die nicht naturgemäße (inhumane) Gewalt.
Eine Horde Räuber oder Krieger, die blutige Überfälle zwecks Raubzüge inszenieren oder gleich die ihnen fruchtbar scheinenden Gebiete erobern, sind nicht vorhersehbar wie die meisten Wetterphänomene. Sie sind nur abzuwehren oder zu bekämpfen, wenn man ihnen in ähnlicher Weise begegnet. Ist der, durch den Menschenmann gemachte, Gewaltkreislauf erst einmal eröffnet, gibt es kein Zurück mehr. Individuell ausgeübte Gewalt ist ein anerkanntes Geschehen innerhalb der strukturellen Gewalt bestimmter Kultur- und Gesellschaftssysteme - mit sogenannten Naturkatastrophen sind sie nicht wirklich vergleichbar.
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07 Dezember 2019
"Kein Bock auf Steinzeit…"
Wovon wir aber profitieren könnten wenn wir uns das Grundkonzept der Lebensgemeinschaften innerhalb des urmenschlichen Kontinuums näher ansehen.
Das wirkliche Desaster begann als die Steinzeit durch die nächste Epoche abgelöst wurde und sich die Idee den Vater als Maß aller Dinge einzuführen und so das gemeinschaftliche Zusammenleben vom patriarchös infizierten Mann gewaltsam durchgesetzt wurde. Damit entstanden hierarchische Strukturen, mit denen Herrschaftsmacht etabliert wurde. In der gewaltsam durchgesetzten Patriarchose entstand der unterworfene Status der Frau und Mutter ... bis heute!
Es sind die Zeitphasen in denen die androzentrierte Herrschaft erstarkte, man zur Unterstützung derer Lehren in Form von religiösen Ideologien verbreitete und die allgemeine Verherrlichung des Maskulinen einsetzte.
Während mann die Frau (als Tochter und potentielle Mutter) versklavte, verheiratete und als Arbeitskraft für die Männerwelt hielt, als mann die Gebär- und Fürsorgekraft der Mütter ausbeutete und reglementierte. Diese Geiselnahme des Weiblichen im Patriarchat führte zu dem, heutzutage besonders wirksamen, kollektiven Stockholmsyndrom.
Die patriarchalen Strukturen, die alle von uns so gut verinnerlicht werden und die bis heute unsere Kultur fest im Würgegriff halten, sind jedenfalls kein Bestandteil der Evolutionsphase, die so gern verächtlich als primitive Steinzeit abgewertet wird. Wir sollten mal überlegen was denn genau an dieser primären Entwickelungsphase abzulehnen ist? Der mangelnde technologische Fortschritt? Das alchemistische Wunder der hemmungslosen Zerstörung der Natur auf Betreiben einer gierigen Machtclique?
Oder die fehlende inhumane Einteilung, die uns offenbar schon gar nicht mehr auffällt, in der wenige Eliten der Masse von Milliarden Menschen ganz offen und dabei langsam aber sicher die Lebensgrundlage entziehen?
Zurück in die Steinzeit - Was bedeutet es wirklich? Zum Beispiel noch keine gesellschaftlichen Machtstrukturen.
Ein Leben im Matrifokal, dass frau sich allerspätestens dann als gut vorstellen kann, wenn sie sich als Großmutter einen offen Blick auf die momentane Situation der Töchter und Töchterstöchter dieser Welt bewahrt hat.
Und wenn jetzt wieder einige Angst haben hier werden Männer diskriminiert, dann möchte ich nur sagen, ich nehme es dem Patriarchat so was von übel, dass es nicht nur die eigene Söhne zu potentiellen Gewalttätern formt, sondern auch billigend in Kauf nimmt, dass so viele nichts dabei finden, die konditionierte Akzeptanz der Gewalt auch auszuleben und sei es nur virtuell als Hater im Netz.
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12 November 2019
Grundsätzliches zur sozialen Vaterschaft
Stepanie Ursula Gogolin
06 November 2019
Das geteilte Sorgerecht als immer währende Mütterfalle
Und nicht nur in bestimmten Gesetzeslagen, sondern der politisch korrekte Mainstream in seiner medialen Verbreitung kennt scheinbar nur noch das, auf ein bestimmtes Kind bezogene Elternpaar. Man feiert den neuen Glaubenssatz: die gewisse Vaterschaft ist vom Kind nicht mehr zu entkoppeln, da man sie jetzt auch nachweisen kann. Zwar nur etwas aufwändig im Labor, aber dort fast zweifelsfrei.
Diesen Triumph des patriarchalen Mannes gab es vorher nicht, da war nur die Mutter gewiss.
Der Vater, das installierte soziale Modul auf dem sich die Patriarchose gründet, war ein paar Jahrtausende mehr Spekulation als reine Gewissheit. Elternsein als gesellschaftsrelevante Zuständigkeit von Vater und Mutter, ist in den patriarchal geprägten Jahrtausenden in die Patrilokalität der angenommenen männlichen Abstammung eingebettet. Für jedes Menschenkind wurde die Beziehung zum angenommenen Vater ein primäres Merkmal, da der zugeordnete Vater als Besitzer des Kindes galt. Er konnte sich daher auch ohne weiteres vom Kind distanzieren oder sein Vaterschaft ganz leugnen und wenn er damit keinen anderen männlichen Interessen ins Gehege kam, blieb ein solches Verhalten für den Mann in der Regel folgenlos. Die prinzipiell rechtlose Mutter wurde jedoch in einem solchen Fall für das Wohl des Kindes allein verantwortlich gemacht, wenn es überhaupt jemanden kümmerte.
Diese (für Mutter und Kind im Grunde vorteilhafte) alleinige Verantwortung der Mütter wurde aus der Steinzeit bis in unsere Zeit herüber gerettet und als eine natürliche Bindungssymbiose hingenommen, anerkannt, ja später sogar glorifiziert.
Gestatteten die (patriopathischen) Verhältnisse (wie z.B. die Kriegs- und Nachkriegsjahre) eine vaterlose Kleinfamilienkonstellation, durfte die Mutter alleiniges Sorgerecht (mit Einschränkungen) ausüben. Der Kampf der modernen Väter ums Kind hatte noch nicht begonnen. Das Vaterrechtler-Syndrom - der Kampf ums Kind - lief erst so richtig vor ein paar Jahrzehnten an. Vorher war es möglich und sogar anerkannt, dass Mütter ihre Kinder allein aufzogen und kein patriarchaler Hahn krähte danach.
Aber plötzlich sprossen überall sogenannte entsorgte Väter aus dem Boden, die unter dem „nicht für ihr Kind sorgen zu dürfen“ furchtbar litten. Dafür dürfte der Hintergrund sein, dass der ganz normale Mann (der sich in der Regel selbst outsourct) den Mangel an Geborgenheit zu spüren bekam, der entsteht, wenn ein Erwachsener keinen rechten Anschluss an eine fürsorgende oder zumindest Identitätstiftende Gemeinschaft hat (es fielen/fallen im gesellschaftlichen Kontext immer wieder gut etablierte Männerbündnisse weg und wenn es nur eine Stammtischrunde war).
Aber jetzt gibt es nur noch die Kleinfamilie! Diese Miniversion einer Fürsorgegemeinschaft ist zwar immer noch besser als keine Quelle menschlicher, fürsorglicher Nähe-Energie, doch der erwachsene, sich autonom begreifende Mann braucht zum Leben ebenfalls den menschenartgerechten Geborgenheitseffekt. Und so dockt er einfach (in der Patriarchose) an die Grundeinheit des menschlichen Lebens an: an eine Frau und noch besser an eine Mutter und ihre Kinder.
Der eigentlich solitäre Mann partizipiert also weiter von der natürlichen Matrifokalität, auch wenn diese in der Patriarchose als soziales Kontinuum fast vernichtet wurde und nur noch rudimentär wirkt. Seine Eintrittskarte in die elementar vorhandene Bindungseinheit von Mutter und Kind war/ist seine (behauptete) Vaterschaft. War Vatersein zu Beginn des Patriarchats ein reines Herrschaftskonzept (Kongruenz von Vater und Herr), bringt sich der Mann der Neuzeit auch als mit-sorgendes Element auf partnerschaftlicher Basis ein. Der Vater als deklarierter „Erzeuger“ und damit Besitzer des Kindes, übernimmt im gesellschaftlichen Wandel der Moderne die Rolle eines sozialen Vaters. Auch wenn er nicht als leiblicher Vater des Kindes gilt, wird von ihm erwartet, dass er sich im Kleinfamilienverbund kümmert, die Paarungsfamilie wirtschaftlich erhält oder für das Kind zumindest Unterhalt zahlt bei aktueller Nicht-Partnerschaft zur Mutter des Kindes. Vor allem der geregelte Unterhalt ist eine gesellschaftlich determinierte Voraussetzung um Kinder aufzuziehen, gibt es doch, auch im aktuellen (anonymen) Hochpatriarchat, keine prinzipielle Absicherung von Mutter und Kind. Eine generelle wirtschaftliche Autonomie der Mütter ist im Patriarchat ohnehin nicht vorgesehen. Müttersippen sind verpönt und sozusagen "ausgestorben worden". Die Ausübung der Mutterschaft wird in der Normopathie der modernen Patriarchose als temporäre Phase in einem Frauenleben begriffen. Auf den Zug springen auch gern manche Feministinnen auf. Was in dem wirksamen patriarchalen Dogma gipfelt, prinzipiell eine Mutter in ihrer Selbstbestimmung einzuschränken und ihre umfassenden Verantwortung für das, von ihr geborene Leben durch die Vätergilde zu kontrollieren (hierzu gehört auch der Staat als solcher).
Da hat sich die Frau nun endlich bis zu dem Punkt frei gestrampelt, dass sie allein oder mit anderen zusammen wohnen und ohne eine männliche Aufsicht das Haus verlassen kann. Frau hat die Möglichkeit sich eigenständig zu bilden, einer Erwerbstätigkeit nachgehen und sogar einen Lebenspartner bzw. (nur) Sexualpartner zu wählen, ohne ins soziale Aus zu geraten oder in irgendeiner Weise geächtet zu werden. Frau kann Karriere machen oder politische Ämter bekleiden. Sie kann beispielsweise in jungen Jahren allein mit einer Freundin ein Jahr durch Neuseeland traveln und worken, ja sie kann sogar eine geliebte Freundin heiraten. Frau besitzt, das ist allgemeiner Konsens, einen gesellschaftlich gleichberechtigten Status. Sie kann daher auch jede Menge Sportarten betreiben und jedes nur erdenkliche Hobby pflegen. Sie darf Aktivistin sein und sich brisanten oder feministischen Polit-Themen zuwenden. Sie ermächtigt sich sogar selbst ernsthaft (auch außerhalb akademischer Weihen) zu forschen, zu schreiben und zu veröffentlichen. Sie kann andere Frauen (und Männer) an ihren Ergebnissen und Erkenntnissen teilhaben lassen und mit vielen Gleichgesinnten Patriarchatskritik und Aufklärung betreiben … aber sie darf immer noch nicht wirklich selbstbestimmt ein Kind bekommen und es ohne einen (Einfluss nehmenden) Mann, einen sogenannten Vater, allein aufziehen. Beziehungsweise, sie darf es jetzt wieder nicht mehr.
Das Bestreben jedem sogenannten genetischen Vater neuerdings automatisch ein (halbes) Sorgerecht einzuräumen, katapultiert eine jede Mutter wieder in das Sklaventum der patriarchalen Fremdbestimmung, die schon fast überwunden schien. Natürlich wird sie nach wie vor das Geschehen der Schwangerschaft und der Geburt als Person autark bewältigen und auch weiterhin auf die seit Urzeiten vorgesehene mütterliche, gemeinschaftliche Unterstützung verzichten müssen, aber dafür wird nun eine hundertprozentige Kontrolle durch einen Kindsvater eingeführt… ein gesellschaftspolitischer Backlash, wie er schlimmer nicht sein kann!
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12 Oktober 2019
Ist die Erde unsere Mutter?
Was in unserer Wahrnehmung die Erde als ein gesamt mütterliches kosmisches Element ausmacht, ist die Unmenge von vorhandenen (überwiegend weiblichen) Lebewesen. Sie machten/machen mit ihrer bloßen Existenz, ihrer Masse-Vermehrung, ihrem Stoffwechsel und Endresten den Planeten Erde erst zu einem 'bewohnbaren' Ort für alle autarken Lebewesen (innerhalb des Systems) und damit auch für uns, die Spezies Mensch.
Das Leben selbst schuf beispielsweise durch unwillkürliche, sukzessive Wandlung der unmittelbaren Planetenbedingungen sogar irgendwann die (Leben)schützende Atmosphäre.
Diese Masse an Leben, welches die Gesteinskugel Erde (wie Plaque einen Zahn) überzieht, ist ziemlich resilient - siehe: Dinosaurier starben aus, eine noch vielfältigere Welt wuchs nach. Wahrscheinlich wäre das Phänomen Leben nur durch eine Planetenexplosion vollständig zu vernichten und wer weiß, wie oft das im All schon vor kam.
Es gibt imho keinen Geist unabhängig von Materie
Ohne Materie, keinen Geist! Unsere lebendige Denkleistung findet in einem aus Materie bestehendem Organismus statt. Es gibt verschiedene Formen von Energie, die der forschende Mensch nach und nach erkannte und benannte, aber keinen kongitiven Geist außerhalb eines Organismus, deshalb sind auch alle vermuteten Gotteskonzepte bisher nicht naturwissenschaftlich nachgewiesen und das ist nicht nur meine persönliche Erkenntnis!
Dass im patriarchalen Ideologiekosmos der sogenannte Geist von seinem Entstehungsort (dem Gehirn) auf wundersame Weise abgekoppelt, sozusagen freigelassen wurde und sogar eine (absurde) Trennung zwischen Körper, Geist und Seele erfolgte, ist eigentlich nur ein äußerst ungeschickter Umgang mit der Form des abstrakten Denkens, das auf unserem körpereigenen Fühlen basiert
Die intelligente Mensch erarbeitete sich im Laufe ihrer Evolution eine soziale Ideenwelt, die permanent zwischen den Individuen ausgetauscht wird. Das ist ein gut entwickeltes Überlebenskonzept unserer (aber auch anderer) Spezies. Diese Vorstellungswelten, entstanden und erhielten sich durch permanente (verbale und gesamtkörperliche) unmittelbare Kommunikation und im weiteren, durch den Austausch von Erfahrungen und Erinnerungen. Dieses staffellaufmäßig weitergereichte Denken ist das komplexe Erinnern in Zeit und Raum ... eine intellektuelle Leistung welche die Mensch stets vervollkommnete. Diese komplexen Erinnerungsformen und das Kommunizieren derselben gab/gibt es bereits bei anderen intelligenten Spezies.
Unser komplexes Kommunikationsvermögen mit dem wir in der Sphäre aller lebendigen (also biologischen) Wesenheiten dieser Welt in Kontakt stehen, ist ein in Millionen von Jahren ausbalanciertes System und dazu gehört unser unglaubliches Erinnerungspotential. Erinnerungen sind nicht nur ein paar Bilder, die in unserem Hinterkopf vor sich hin warten, sondern sind als gespeicherte Erfahrungswerte die Komponenten des Überlebensprogramm unseres Gesamtkörpers und unter anderem dessen was man Zellgedächtnis nennt, die umgesetzte Epigenetik.
Der Körper eines jeden Lebewesen ist auf Erinnern ausgelegt. Unsere Erfahrungen, Erlebnisse und die damit verknüpften Gefühle sind in unserem Körper eingelagert, es gibt quasi kein Vergessen.
Besonders faszinierend finde ich immer wieder die Beobachtung, dass sich mit zunehmendem Alter scheinbar wie aus dem Nichts die Erinnerungsspeicher des Langzeitgedächtnisses öffnen. Als wollte all das aufbewahrte Wissen noch schnell wirksam die andren erreichen, bevor dieses individuelle Archiv endgültig geschlossen wird. Unsere Körper-Geist-Einheit hat verschiedene von der Natur angelegte Gedächtnisdepots, wie beispielsweise das sogenanntes Schmerzgedächtnis - das einzelne Lebewesen ist generell ein universeller Gedächtniskörper. Sich detailiert und komplex zu erinnern ist eine Spezialität des Lebens, also nicht nur unserer Spezies.
Durch unsere intensive und sozial ausgefeilte, personenbezogene Kommunikation, die unserer Menschenart eigen ist, transformiert sich das individuelle Wissen zu einem kollektiven Erinnerungsvermögen. Das Erinnern, eine den Lebewesen eigene Kraft, ist Teil der selektierten Überlebensstrategien. Die gesamte Sphäre des Lebens, das sich selbst organisierende Ökosystem, fühlt sich daher wie ein eigenes Universum an, aber existiert nur in der ungestörten Balance der vorhandenen Bedingungen.
Das große Universum in dem unser Planet kreist, besteht aus Formen von unbelebter Materie, dazu meint das Netz: "was ist Materie? - "Stoff, Substanz ungeachtet des jeweiligen Aggregatzustandes und im Unterschied zur Energie und zum Vakuum (besonders im Hinblick auf die atomaren Bausteine makroskopischer Körper)"
Also Energie ist auch im Spiel und (morphische!?) Felder, die alles zusammenhalten ... aber es wabert m.E. kein Geist dazwischen herum, es sei das Universum ist ein riesiges Gehirn - aber hier streikt mein pragmatisches Vorstellungsvermögen...
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20 September 2019
...verliebt in die Liebe?
Aber die, in die Märchenliebe, Pardon, in die Pärchenliebe dauerverliebte Frau bekommt das nicht immer mit. Heutzutage ist mehr denn je die aktuelle Masche als eine Ablenkung von menschenartgerechtem Dasein, der zur Kunstform erhobene Glaube an die romantische große Liebe. Das ganze ist zwar erst in dieser Ausprägung wenige Jahrhunderte alt und galt lange nicht für Jedermann und schon gar nicht für jede Frau. Aber dafür ist es heute um so schöner sich vorzustellen, dass es ein Grundkonzept des Menschseins ist, einen geliebten Menschen ganz für sich alleine zu haben und alle anderen nicht mehr zu brauchen. Diese Form der absurden Gehirnwäsche sitzt erstaunlich tief und lässt Frauen vieles auf sich nehmen und unglaubliches Leid ertragen. Doch wie gesagt, dass ist die eher moderne History. Die eigentliche Herstory im Zeichen patriarchaler Überschattung sah ganz anders aus.
Vor unserer Moderne befand sich die Frau* innerhalb des patriarchösen Systems weitgehend in einem allgemein praktizierten Sklavenstatus unter willkürlicher (männlicher) Fremdbestimmung. Sie war Eigentum des Vaters oder ihres (Ehe)Mann (Herrn). Oft war sie auch nur das Mündel ihres Bruders oder anderer männlicher Verwandter. Die Frau wurde gehandelt – geraubt, verkauft, verheiratet, verliehen, gezwungen sich zu prostituieren oder ihr Leben in Keuschheit zu verbringen. Das naturgemäße Leben im fürsorgendem Sozialverband der artgerechten Matrifokalität war einer permanenten Geiselnahme der Frau* gewichen. Jedoch das unattraktive Bild der Sklavin wurde nach und nach modifiziert, aufpoliert und umdekoriert, um einen freien Anstrich zu erwecken und das führte geradewegs in ein romantisiertes bürgerliches und später liberal individualistisches Frauenbild, das jetzt als anerkannte Schablone für jedefrau dient.
Das Zweierideal wird weiterhin hingebungsvoll gepflegt und wo es nur geht medial untermauert, damit nicht vielleicht der Gedanke aufkommt, dass zu einem erfüllten Alltagsleben mehr als nur ein/e sogenannter Partner/in und ein bis x Kinder gehören. Die patriarchale Androkratie versuchte so einen Lebensstil zu etablieren, der jedem Mann mindestens eine Frau garantiert, die seine Bedürfnisse erfüllt. Der Bund fürs Leben war primär bindend für die (einzelne) Frau. Ein sozialer Käfig und damit Kontrollinstrument, um ihre Arbeitskraft, ihre Sexualität, ihre Gebärfähigkeit, ihre Mutterkompetenz und ihr gesamtes energetisches Potential auf das Wohle des Mannes hin zu kanalisieren.
19 September 2019
Die Virulenz des Backlash
Jede Form von Heilung oder dem Versuch zu einem gesunden Ur-Kontinuum des Zusammenlebens zurückzukehren, wird sofort durch die bestehenden Mechanismen der Profiteure des Systems unterlaufen. Ernsthaft angedachte andere Konzepte werden verhindert und jede Art von Aufklärung in ihren Grundaussagen erschüttert.
Heute findet dieses Kräftemessen weitgehend verbal und überwiegend im virtuellen Raum statt. Ebenso das Zurechtweisen weiblicher Sichtbarkeit und Äußerungen. Dadurch werden diese Foren in den sozialen Netzwerken für Frauen ebenso unattraktiv und fast so gefährlich, wie die öffentlichen Räume, in denen es stillschweigend gesellschaftlich akzeptiert wird, die Selbstbestimmung der Frau zu ignorieren, sie in die sozialen Konditionierungen jedweder patriarchöser Art zu pressen oder der Frau* nach wie vor Gewalt anzutun. Die mehr und mehr enthemmte sexualisierte und verachtende Einstellung Frauen gegenüber finden wir in fast allen Medien als latent akzeptierte Rape Culture, als generelle Objektivierung der Frau sowie in der Tendenz der Entkriminalisierung der Prostitutionsförderer und ihrer Profiteure, was wiederum den „Wirtschaftszweigs Menschen- bzw. Frauenhandel“ festigen und erweitern kann.
Doch das ist noch nicht alles. Die immer weiter vorangetriebene Vernichtung der Mütter ist einer der Hauptmarker des modernen und aktuellen Backlash. Die Mutter befindet sich immer noch in der Geiselhaft der Vätergesellschaft. Sie soll mehr denn ja als Dienstleisterin der Gesellschaft fungieren. Es wird erwartet, dasss sie ihr körperliches Knowhow, also ihre menschlich-mütterliche Kompetenz, Jedermann zur Verfügung stellen. Den Vogel schießt hier die Leihmutterschaft ab, die inzwischen als absolut normal, da medizinisch machbar, betrachtet wird. Die nach wie vor aktiv virulente Patriarchose vergiftet nicht permanent nur unsere Gegenwart, sondern immer auch gleich unser Zukunft mit, also die unserer Töchter und Söhne und Kindeskinder...
18 September 2019
natürlich ist natürlich nicht immer natürlich...
Neulich las ich das spontan geäußerte Statement: "...ich bin eine unnatürliche Frau..." und eigentlich war meiner Meinung nach damit 'unangepasst' und aus der kulturellen Norm fallend gemeint. Denn witziger Weise hat es sich eingebürgert das angepasste Weibchenverhalten im patriarchalen Kulturraum als natürlich zu bezeichnen. Zum einen, weil Frau aus patriopathisch-taktischen Gründen mit der verachteten Natur gleichgesetzt wird und zum anderen, weil frau immer noch die Kinder bekommt, was ja bekanntermaßen natürlich ist. Und das obwohl wir alle (auch die dressierte Frau), inzwischen im patri-kulturellen Alltag von einem naturgemäßen Gebaren Jahrtausende entfernt sind und erst seit ein paar Jahrzehnten wieder, und recht langsam, die Besinnung auf unser natürliches Sein einsetzt.
Von naturgemäßem/natürlichem Gebaren kann in unserer (patriarchös kreierten) Kulturgesellschaft daher kaum die Rede sein. Wir (Frauen) tragen Kleidung, die unseren Körpern nicht gut tun oder den Klimaverhältnissen nicht immer gerecht werden. Der alte Spruch: "Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unzweckmäßige Kleidung!" ist immer noch aktuell. Wir schneiden unsere Haare kurz und beschneiden damit unsere natürliche Sensorik, von Dauerwellen und unnatürlichen Farben gar nicht zu reden. Wir folgen den Schnittmusterbögen diverser Männerphantasien und passen uns Schönheitsidealen an. Wir spielen eine Mutterrolle, die nichts mit dem natürlichen Muttersein gemein hat. Wir unterdrücken in vorauseilendem Gehorsam unsere Female Choice und lockern die Bindung zu unseren Kindern so früh wie möglich. Wir treten in den Kreislauf von Erwerbs- und damit fremdbestimmter Arbeit ein und ertragen schon als Kleinkinder die Trennung von der Mutter. Als Frauen und Männer kreisen wir in einem (sexualisierten) Familenideal in Form von (romantischem) Paargetue und krampfhaft aufrechterhaltener Kleinfamilienidylle, wobei das essentiell zugehörige Menschenkind weitgehend outgesourct wird. All das ist weder natürlich, noch (menschen)artgerecht, sondern gehört zu den Nebenwirkungen der Patriarchose.
Wenn eine Frau all das bewusst durchbricht, wenn sie das perverse Normverhalten hinter sich lässt und sich auf ihr Selbst besinnt, dann können wir schon eher von Natürlichkeit sprechen. Unsere biologische (organische) Form als Lebewesen ist natürlich und das Grundgeschlecht ist weiblich.
Die heute verinnerlichte Verhaltensethik ist es nicht. Sie ist der vorherrschenden gesellschaftlichen Dynamik und den installierten Sozialregeln unterworfen, die aus der androzentrierten Herrschaftsideologie stammen.
In einem natürlichen (organisch gewachsenen) menschlichen Kontinuum finden wir die soziale innere Balance einer versorgenden Gemeinschaft, welche aus selbstbestimmten Individuen besteht.
06 September 2019
Evolution und andere Missverständnisse
Nichts wird scheinbar so gern falsch betrachtet, wie 'die Evolution',
der von manchen eine Art Schöpfermodus unterstellt wird. Was
wiederum absurd ist, ist Evolution doch eher das Gegenteil von
Schöpfung. Trotzdem wird auch den evolutionären Prozessen eine Form
von Steuerung unterstellt und das impliziert, die Evolution wäre ein
handelndes Subjekt, was uns wieder an den Anfang der
Missverständnisse bringt.
Der Begriff Evolution
beschreibt lediglich das vorhandene Naturgeschehen (komplex,
chronologisch, veränderbar). Die Evolution (Entwicklung) stellt den
schon recht lange andauernden Istzustand dar. Sie macht nichts oder
ist zum Beispiel kein System mit dem "die Natur
arbeitet".
Evolution ist das unwillkürliche
Entwicklungsgeschehen in dem das organische Leben stattfindet, zu dem
auch die Spezies Mensch gehört. Dass was wir (auf unserem Planeten)
als Natur (in ihrem Gesamtzustand) bezeichnen, besteht aus
energetischen, anorganischen und organischen Anteilen und reagiert in
ständigen Prozessen miteinander.
Naturgeschehen ist
absichtslos, unwillkürlich und keinem "höheren Ziel"
unterworfen. Aber seit Anbeginn ein ständiges Interagieren der
natürlich vorhandenen Komponenten mit entsprechender Wirkung. (siehe
der sogenannte Schmetterlingseffekt)
"Das Leben auf unserer
Welt ist ein Phänomen, das sich dadurch auszeichnet, dass es
a) existiert und
b) den immanenten
(unwillkürlichen) Drang besitzt weiter zu existieren.
Und um 'weiter zu
existieren' arrangiert sich jedwede Lebensform mit den gegebenen
Umweltbedingungen und passt sich diesen permanent an. Das Leben ist
das gigantische Spektrum an (organischen) Lebewesen, mit denen unser
kleiner Planet überzogen ist - im Wasser, im Erdreich, auf dem
Erdboden und in der Luft. So entstanden all die, sich gegenseitig
beeinflussenden Effekte, die das Leben in all seiner Vielfalt
erhalten und überleben lassen. Ein vorhandenes Regulativ in diesem
Zusammenhang ist die natürliche, also unwillkürliche Selektion..."*
(* Definition aus:
https://marthastochter.wordpress.com/2021/02/27/wie-alles-begann-eine-grundlegende-betrachtung-zur-lebendigen-matrifokalitat/)
Diese Masse an
Organismen bildet ein sich stetig veränderndes Ökosystem, in dem
sich die Mensch auf besondere Weise einrichtete. Ihre Kultur im
menschenartgerechtem Kontinuum erbrachte zwar gewisse Einflüsse auf
das vorhandene Ökotop, blieb jedoch Jahrtausende lang weitgehend im
Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten. Die matrilinear und
-lokale Matrix (der Säugetiere) nach der auch die Mensch existierte
und sich entwickelte, war weiterhin ein naturgemäßes Geschehen in
den Naturereignissen unserer Welt.
Der (patriarchale)
Kulturmensch (und hier vor allem der Mann) nutzte ab einem fatalen
Zeitpunkt seine Intelligenz, um die vorhandene Natur zu "verbessern".
Es fing damit an, dass er anderen Lebewesen die Freiheit und Einfluss
auf deren naturgemäßes Agieren nahm. Er begann zu züchten, zu
verändern und diese gezielte Selektion war nicht mehr natürlich im
Sinne eines unwillkürlichen Daseins. Der patriarchale Mann wähnte
sich auf der richtigen Seite (bis heute), denn seine Gottheiten
legitimierten ihn, sich die Erde untertan zu machen und damit löste
er mit seinem Experimentieren und verantwortungslosem Machen das
(Natur)Geschehen ab. Dieses Alchemisten-Syndrom (siehe
die Arbeiten von Claudia von Werlhof), dient in erster Linie dem
(männlichen) Machterhalt und der gierigen Besitzsteigerung einiger
weniger.
Unsere evolutionär entwickelten menschlichen
Fähigkeiten sind in einem natürlichen Kontext vorhanden, aber schon
die dem menschlichen Arterhalt dienenden Kulturtechniken, (erfunden
und angewandt in den frühen Mütterkulturen), sind eher
semi-natürlich, aber solange sie dem matrifokalem Gemeinwohl
dienten, blieb die Balance im Öko- sowie Soziotop weitgehend
erhalten.
Dagegen sind all die experimentell entwickelten und
installierten Technologien zwar vom Menschen(Mann) ersonnen und
ausgeführt, aber durchweg keine natürlichen Effekte. Sie greifen im
Kleinen wie im Großen in das Naturgeschehen ein und schädigen es
irreparabel oder vernichten es ganz.
Verbrauchte
Naturvorkommen sind beispielsweise nicht nur unwiederbringlich weg,
sie bringen das sich selbsterhaltende Natursystem immer wieder aus
der Balance (siehe Klimawandel bzw. -katastrophe)! Die noch nicht
erkannten Langzeit(neben)wirkungen dieser exzessiven Veränderung bis
hin zur Vernichtung von Natur sind bereits wirksam aber auch zum Teil
noch unvorhersehbar.
Die Evolution geschieht trotzdem ... nur
unser Platz als Spezies Mensch darin wird immer fragwürdiger...
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05 Juli 2019
Das Menschenkind
Die Natur ist ein Geschehen und die kontinuierliche Entwicklung der Ereignisse innerhalb dieses Geschehens, nennen wir Evolution.
Alle Säugetiere haben das Muttertier, dass weit mehr ist, als bloß die Trägerin der Eizelle. Sie steht auch prinzipiell für das sichere Aufwachsen ihres Nachwuchses. Sie bringt in der Regel Nachwuchs beiderlei Geschlechts hervor und die unterschiedlichen Sozialordnungen, mit der die verschiedenen Spezies ihr Überleben sichern, binden auf unterschiedliche Weise beiden Geschlechter mit ein. Der parallele Bestand männlicher Individuen, welche als Variation des weiblichen Grundgeschlechts begann, ist nicht immer ein beständiger Teil der unmittelbaren, überlebenswichtigen Sozialordnung, die sich um das weibliche Individuum (durch die vielschichtige evolutionäre Selektion) gebildet hat.
Fortsetzung folgt...