29 März 2018

Wechselmodell - ein "Kind" des Patriarchats

Zum Wechselmodell und seinen Folgen fürs Kind (und die Mutter) kann sehr viel gesagt werden. Und ja es gibt auch reichlich Verfechter dieser Idee, welche sie als Fortschritt preisen und welche die das WM einfach praktizieren, weil es ihre Lebensumstände hergeben.

Aber was ist das Wechselmodell im Gesamtzusammenhang mit unserer Gesellschaftsart? Wieso fällt scheinbar niemanden bzw. den Entscheidungsträgern auf, dass es eine unglaubliche Zumutung ist ein Kind wie ein Gepäckstück alle paar Tage zwischen zwei Wohnsituationen zu verschieben? Und warum werden jene, die sich dieses gesellschaftspolitischen Lapsus bewusst sind, nicht gehört bzw. ernst genommen. Vor allem die betroffenen Kinder?

Das Gebot der Stunde ist eine neu entdeckte Gerechtigkeit und zwar die, dass unter allen Umständen den Kindern gleichviel Vater und Mutter zusteht, bzw. sie deren Zeit halbehalbe verbrauchen dürfen. Das Kindeswohl ist daher nicht etwa der Zustand des Befindens in dem sich ein Kind möglichst dauerhaft wohlfühlt, sondern das fragwürdige Rechenexempel: halbe Mutter plus halber Vater gleich Wohlgefühl!

Unter diesen Umständen gibt es aber wahrscheinlich mehr Unwohlsein als Wohlgefühl. Doch das darf für alle Betroffenen kein Problem sein, ist doch das allgegenwärtige Distanztraining, dass alle von klein auf durchlaufen, ein Teil des Alltags der Patriarchalität in die wir hineingeboren wurden.

Dieses erwähnte Distanztraining ist der permanent betriebene soziale Abnablungsprozess, der die Bindung an die Mutter und deren Herkunftsangehörige (in der Mutterlinie) so früh wie möglich unterbindet.

Patriarchalität ist das Bestreben des Mannes den Vater im System an allen Schaltstellen der Macht zu installieren. Hört sich clever an und ging nach Einführung der heroischen Gewalt einst ganz einfach. Im Patriarchat ging/geht es um die Macht Besitz und Eigentum zu erwerben, dieses zu erhalten und zu verteidigen ... und dazu gehörte von Anfang an das Kind, dass der patriarchale Vater als seinen Besitz handelte.

Was hat das alles auch noch mit dem Wechselmodell und den Kitas und unseren sonstigen Bildungseinrichtungen für Kinder zu tun?

Nehmen wir die Kita - sie ist eine typische Erscheinung der patriarchalen Realität und sie ist (für die Patriarchatsbetreiber der liberalen westlichen Kultur) auch eine Notwendigkeit um als System die Kontrolle über die erwachsenen Individuen der arbeitenden Bevölkerung so weit möglich zu behalten. Die Erwachsenen zu kontrollieren heißt auch ihren Nachwuchs rechtzeitig ins System einzugliedern und sie so wenig wie möglich der Obhut einer naturgemäßen Fürsorge-Einheit (der Mutterlinie) bzw. Fürsorgegruppe (dem Matrifokal) zu überlassen ...
ja ich weiß, das ist ein Satz, der sich nach Verschwörungstheorie anhört, aber es ist nun einmal, sachlich ausgedrückt, nur die Wirklichkeit, die viele gar nicht in dieser Deutlichkeit wahrnehmen (können oder wollen).

Das zeitige soziale Abnabeln eines Kindes von den konsanguinen Herkunftsangehörigen und allen voran der Mutter, ist nun mal ein inzwischen tradierter Prozess, der das Patriarchat von Beginn an ausmachte und sich leitmotivisch durch das Leben aller Patriarchatsbewohners zieht. Das Wechselmodell ist einfach eine weitere kleine Spielart der groß angelegten Mutterentfremdung ... noch so ein Satz den frau sich kaum laut auszusprechen traut, da die mainstreamige Öffentlichkeit so manipuliert und konditioniert ist, dass die Ungeheuerlichkeit dieser Entmenschlichung nicht hinterfragt werden darf und daher auch nicht wird.

Die hier in D ständig modifizierte (Familien)Gesetzeslage bietet schon längst die juristische und damit eine Druckmittelmäßige Handhabe, jedes Kind (theoretisch und demzufolge auch praktisch) von der (sich nicht konform verhaltenden) Mutter zu trennen. Eifrige und inzwischen gut organisierte Väterrechtler kommen populär daher und dem seines, ihm zustehenden Kindes beraubten Vaters winkt jetzt über den Kompromiss des Wechselmodells eine Art Etappensieg.

Patriarchat bedeutet auch immer Kontrolle (der Untertanen). Auf dem (den meisten Vätern und Müttern) nicht bewussten Weg der Kontrolle des erwerbstätigen Bürgers, finden weitere Konditionierungen statt, die sich als Sozialkontrolle im gegenseitigen Beobachten und Korrigieren ausdrücken. Was unsere Kinder betrifft hat sich doch schon längst ein vorauseilender Gehorsam eingebürgert.

Die Grundlage aller alten und modernen Maßnahmen rund ums Kind, ist ja bekanntermaßen die Verklärung des Vaterstatus! Auf den ersten Blick nicht immer gleich zu erkennen, da in unserer Zeit wieder gern mit der Biologie des Vaterseins gepunktet wird. Das einst geheiligte gottgleiche Vatertum ist jetzt der naturwissenschaftlich nachgewiesene Anteil eines Mannes an der Entstehung des Kindes. Und damit steht, so will es die patriarchöse Logik, dem leiblichen Vater auch die Hälfte des Kindes zu. Zumal dem 'rechtlichen' Vater per Gesetz eh das Sagen in den Belangen des Kind quasi hinterher geworfen wird und er sich als sozialer Vater seit ein paar Jahrzehnten das Partizipieren am Kinde verdient hat (der 'soziale Vater' ist eine Erfndung der Moderne). Also wird das Ideologiedogma vom Patriarchen heute eher übersehen und sich ab jetzt auf den menschlichen Mann konzentriert, der ja nur Vater sein will und mit seinem Kind zusammenleben möchte - seinem eigenen Kind - Identitätsanker in der Verlorenheit der Mutterarmen Gesellschaft. Seine Insel im Meer der Bindungslosigkeit. 

Gut, das Patriarchat hat alle Probleme, mit denen wir uns zunehmend herumschlagen, erst selbst verursacht, aber lassen wir das nicht gerade hinter uns und tun so als wäre das Patriarchat, sozusagen postum, überwunden?

Ohne die Vateridee gibt es kein Patriarchat. Die beiden Marker sind kausal verknüpft – der Vater und die Patriarchose. Und bis vor Kurzem wurde der Vaterbegriff (ausschließlich) mit Herr(scher), Gebieter, Eigentümer, Machthaber und Gott assoziiert bzw. gleichgesetzt, jetzt ist er plötzlich u.a. sowas wie der zur Naturvernuft gekommene (Mutter)Bruder, der Fürsorge leistet?

Erst in den Tagen der unmittelbaren Moderne wird der Vater zu einer (angeblich schon immer vorhandenen) Komponente des artgerechten menschlichen Fürsorgepaketes hochstilisiert. Der soziale Vater als eine Facette des biologischen Vaters, ist eine Erfindung der aktuellen Mainstreamgesellschaft und eine Art Geschenk an den patriarchalen Mann, der selbst unter dem bestehenden Fürsorge- und Geborgenheitsmangel leidet.

Das ihm zugehörige Kind darf dann die patriarchale Suppe auslöffeln, die sich gerade in der Abstrusität des Wechselmodells zeigt, in welchem dem Kind noch mehr Mutter weggenommen wird. Ein junger Mensch, der immer wieder seinen Lebensmittelpunkt verliert und von den ihn umgebenden Erwachsenen, von einer ihrer (Lebens)Partnerschaften in die nächste gestoßen werden darf .

Das Wechselmodell stellt wieder einmal einen der Geniestreiche der überzeugten Vertreter der Patriopathie dar. Es ist von Seiten der Rechtssprechung als unangekündigter Einbruch in das betroffene Kinderleben vorgesehen. Sicher gibt es nicht nur Dramen um das WM, aber die, die es gibt, sind alle zuviel. Weder Mutter noch Vater sind für solche Fälle ausgebildet, genauso wenig wie die meisten Richter, die den Aufenthalsort eines Kindes zum Kasus der Rechtsprechung machen.

Eingewöhnungszeiten wie in der Kita ist im Wechselsystem nicht vorgesehen, weil ungerührt davon ausgegangen wird, dass es dem Kind (egal in welchem Alter) ein Bedürfnis ist Zeit mit dem (biologischen) Vater zu verbringen (einem Mann, der von dieser Würde von Natur aus gar nichts wüsste, wenn es ihm nicht mitgeteilt wird oder die Umstände keinen anderen Schluss zulassen). Alle Überlegungen was Männer, Väter, oder Frauen und Mütter so in der Alltagspraxis tun, landen in der Betrachtung immer noch viel zu oft bei den banalen Aktualitäten und fressen sich dort fest - zu selten sehen wir den gesellschaftlichen Mechanismus dahinter, der uns wie Spielzeuge bewegt.

Es ist zu kurzsichtig nur unser Staatssystem als oberste Instanz anzusehen. Die Reduzierung auf "Vater Staat" und seine privilegierten Vertreter sind längst nicht das ganze Dilemma … das Problem, was wir in der Patriarchose haben, ist nicht nur die aktuelle Interessenlage der Nutznießer des Patriarchats, sondern das über einen langen Zeitraum sorgfältig installierte Ideologiegemenge, dass jedes Bewusstsein so infiltriert hat, dass wir, wenn wir auf die Welt kommen und in sie eintauchen, einen Zustand vorfinden, der uns "natürlich" erscheint (Normopathie) - so scheint die Trinität des allgegenwärtigen Vaters (biologisch, rechtlich, sozial) in einer Art und Weise "natürlich", dass dessen Konstruiertheit kaum noch jemanden auffällt.

Die überlieferte Ordnung, deren Regeln und Gesetzmäßigkeiten innerhalb der Patriarchose, zieht scheinbar den logischen Schluss nach sich, dass wir fast in der besten aller Welten leben und wir sie nur noch ein klein wenig verbessern müssen, um sie perfekt zu machen. Dabei stimmt, wenn wir genauer hinsehen, in unserem Alltag und der anvisierten Zukunft ganz und gar nichts und das Leben auf unserem Planeten ist permanent in großer Gefahr.

Wir verstören unsere Kinder mit Wechselmodellen und Umgangsregeln, die einfach nur inhuman sind. Diesen für manche Kinder praktizierter Horror (mal abgesehen davon, dass in anderen Teilen der Welt Kindern noch viel mehr Schrecken im Alltag zugemutet wird) dürfen letztlich irgendwie alle momentanen Kinder und die künftigen Generationen ausbaden ...
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16 Januar 2018

Betrachtung zum Status: Frau

Wir sind es gewohnt in politischen Floskeln und Metaphern zu denken und damit entkleiden wir uns unseres naturgemäßen Status und mit den üblichen Pauschalisierungen entmenschlichen wir das Individuum. Frauen als solche sind keine „Klasse“ oder eigene Art! Sie sind lebendige Einzelwesen, die als weibliche Basis in ihrer Eigenschaft als Mutter den Erhalt unserer Spezies garantieren. Frauen sind keine Kaste, kein "Objekttyp", keine geschlossene Formation innerhalb einer apodiktisch festgelegten Gruppierung, die undifferenziert als Gesellschaft bezeichnet wird. 

Mit polit-philosophischen Formulierung können Massen gelenkt und konditioniert werden, auch das ist ein beliebter Schachzug der Patriarchose ...
ein Beispiel: Um ein relativ großes Stück Land wurde einmal eine Befestigung angelegt. Sie bestand aus hohen Zäunen, Mauern, Minenfeldern und bewaffneten Männern, die gedrillt waren auf Landsleute zu schießen, wenn diese die willkürlich angelegte Grenze überwinden wollten. Die politische Entscheidung verschiedener verbündeten Machtmänner griff gnadenlos in das Leben zahlloser Menschen ein, die alle gerade die Auswirkungen eines verheerenden Krieg hinter sich gebracht hatten. Es war wie ein großes Laborexperiment in dem eine (neue) Ideologie am lebendigen Menschen getestet wurde und die weltanschaulichen und politischen Vorgaben von Wenigen tyrannisierten vierzig Jahre lang 17 Millionen. Von denen machten einige völlig überzeugt mit, andere wehrten sich erbittert und viele passten sich einfach irgendwie an, da sie nicht wirklich etwas auszustehen hatten. Alle die zufällig an diesem Ort platzierten oder schon vorher ansässigen Menschen, wurden jetzt „sozialistische Gesellschaft“ genannt. In dieser willkürlich entstandenen Gesellschaft, gab es die berufstätige Arbeiter- und Bauernklasse und es gab die Intellektuellen, die es eine Zeitlang schwer hatten. Aber da auch diese gebraucht wurden um den 'Arbeiter- und Bauernstaat' am Laufen zu halten, verwischte sich das strikte Klassendenken allmählich. Idealerweise stieg Mann als studierter Arbeiter- oder Bauernsohn aus der Klasse der produktiven Werktätigen in die Reihen der intellektuellen Werktätigen auf. Das schloss auch die Frau mit ein. Da auch damals fast alles unreflektiert und durchgängig nach gewohnter patriarchaler Manie im generischen Maskulinum bezeichnet wurde, war 'sie' immer mitgemeint. Die werktätige Frau und Mutter konnte zwar mit einer gewissen gesellschaftlichen Anerkennung rechnen, aber da jedes Individuum generell dem kollektiven Kodex untergeordnet blieb, ging ebenso die (individuelle) Frau in der grauen amorphen Masse des sozialistischen werktätigen Alltags unter. Auch in der DDR durften Frauen (fast) alles mitmachen, denn pro forma waren sie gleichberechtigt. Die "befreite", die gleichberechtigte Frau wurde nicht in Frage gestellt. Allerdings wurde in einigen Momenten ihr Frausein extra betont*, um zu verdeutlichen, dass keine generelle Frauenunterwerfung durch den Mann unter realsozialistischen Verhältnissen mehr existierte. Das und ähnliche Irrtümer könnte ich noch endlos fortführen...


* siehe Frauentag am 8. März

Die Subkultur der eingezäunten DDR liegt jetzt schon fast dreißig Jahre zurück und immer noch geht der Kampf um die Anerkennung der Frau als frei geborene Tochter dieser Erde weiter. Die Plattformen, auf denen das Ringen ausgetragen wird, wechseln immer mal. Derzeit bietet der Feminismus die gesellschaftspolitische Bühne. Die von Zeit zu Zeit auftretende "zivilisierte" Einsicht der patriarchalen Gesellschaft, dass Frauen auch Menschen sind, ist immer wieder in Gefahr. Die Erkenntnis, dass wir auf der Basis unserer Menschlichkeit auch humanes Verhalten an den Tag legen sollten, scheint sich nicht zu verselbstständigen, da der Mensch und hier ist jetzt tatsächlich mal vor allem der Mann gemeint, die (nicht naturgemäßen) Verordnung des konkurrierenden, gewalttätigen Heros nicht wirklich verlassen kann.


Wir alle, neuerdings auch wieder vermehrt die Frau in ihrer Eigenschaft als Mutter, werden auf das äußerst fragwürdige Ideal des separierten und damit anonym lebenden Erwachsenen getrimmt. Unsere naturgemäße (Menschen)Art der gemeinschaftlich gelebten Matrifokalität wird noch stärker überlagert und weiter verdrängt.


Wir sehen es heute wieder im Netz, wenn unverhohlener Hass gegen die Frau aufflammt und alles wofür sie natürlicherweise steht, abgewehrt und ignoriert wird. Eine sonderbare Panik vor dem bloßen Vorhandensein der Frau ergreift immer wieder manche Männer und lässt sie regelmäßig durchdrehen. Scheinbar handelt es sich hier nur um persönliche, private oder religiöse Statements, die gesellschaftlich nicht fassbar sind … aber wir wissen ja: das Private ist politisch. Und wenn auch heute ein starker Anteil der Hasskommentare sich in einem (Gewalt induzierten) Sexismus darstellt, ist es nach wie vor nur die alte, patriarchal implantierte Frauenfeindlichkeit in einem moderneren Gewand. Heute kann jedeR hemmungslos sagen oder schreiben was ihm an Verachtung und Gewaltfantasien durch den Kopf geht. Letztlich ist es meist nur der peinliche Ausdruck persönlicher Hilflosigkeit. 

Die öffentliche Frauen- und Mütterverachtung ist gesellschaftlich akzeptiert und immer noch ein gezielt eingesetzter Marker der Patriarchose. Das ideologisch-politische und neuerdings auch das sexistische Vokabular spielt mit der Integrität, der Würde, der körperlichen Unversehrtheit und dem Leben der individuellen Menschenfrau. Ihr werden sexistische Labels aufgeklebt, man sortiert sie in patriarchöse Kategorien ein und teilt ihr biologistische Rollen zu. Und das muss endlich aufhören.

Der Feminismus ist ein Weckruf, aber um einen wirklichen Paradigmenwandel herbei zuführen, dürfen wir nicht länger so tun, als gäbe eine (unterworfene) "Klasse" der Frau und ein (privilegierte) "Klasse" des Mannes. Wir sind eine gemeinsame Spezies und gewöhnen wir uns wieder daran – Männer sind eigentlich nur unsere Söhne und Brüder! Keine Partner auf Lebenszeit … und auch nicht im Idealfall auf Augenhöhe. Und die Männer sollten langsam mal wieder lernen, dass Frauen ihre Mütter und Schwestern sind.
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05 Juli 2017

Vogelmamas brüten gleichzeitig


... was geschieht denn im Frühjahr? Alle Vogelweibchen brüten zur gleichen Zeit und ziehen anschließen ihre Brut auf. Das ist schon das ganze Geheimnis, warum Vögel ein gemeinsames Brutpaar bilden. Für ein Weibchen dürfte es unmöglich sein zu brüten und sich gleichzeitig zu versorgen, es braucht eine Unterstützung. Da jedoch alle anderen Weibchen ebenfalls brüten, hatten die Spezies nur eine Chance, wenn die Männchen, die eh nichts zu tun haben, diese Unterstützung stellen.

Die so gern verklärte Art der trauten Zweisamkeit ist also eine selektierte Strategie und die Spezies, deren Weibchen die Eier warmhalten müssen, setzen dabei auf männliches Mittun und einige davon auf „lebenslanges“ paarweises Brutverhalten. Nach dem Brüten ist es für den Fortbestand der Spezies vorteilhaft, wenn zu zweit gefüttert wird. Dabei jedoch davon auszugehen, dass es sich hier um ein genetisches Elternpaar handelt, ist auch reine Spekulation und wäre wohl eher ein Zufall. Die Female Choice, als eine evolutionär selektierte Überlebensstrategie, kommt gut ohne sexuelle Treue oder gar kulturelle Irrungen wie Monogamie oder  menschengemachte
moralische Geboten aus.

Hier liegt es auch nahe, dass bei Rabenvögel, die ohnehin einen relativ engen Sozialverband leben, sich auch noch andere Mitglieder innerhalb des mit einander verwandten Schwarms, umeinander kümmern. Rabenvögel gelten als recht intelligent. Säugetiere ticken allerdings noch anders als die direkten Nachkommen der Saurier, die Vögel.

Die Sippenverbände der Pflanzenfresser leben beispielsweise eine spezifische Kooperation, die der Spezies zu Gute kommt (ein selektiertes Verhalten, das den Fortbestand diverser Spezies bis heute sicherte) und zwar in verschiedenen Nuancen, was die Berücksichtigung des Individuums innerhalb der Herde betrifft.

Bei Delfinen und Elefanten ist recht deutlich dass es sich hier vor allem um größere Mutterverbände handelt. Auch die Mensch zog/zieht ihren Nachwuchs in matrilinearen Bindungsgruppen (generative Fürsorge-Gemeinschaften) auf. Das männliche Mitglied einer Angehörigengruppe hatte/hat einen Status als Sohn und Bruder und war damit schon immer ein selbstverständlicher, verlässlicher Teil der menschlichen Sippenstruktur.

Der Denkfehler, der in der patriarchalen Verwirrung so gern gemacht wird, stellt sich eine frühe menschliche Lebensgruppe als ein wahlloses Zusammentreffen und Zusammenleben erwachsener Menschen vor, die bindungslos und willkürlich die Urzeit bevölkerten und sich gelegentlich zu (monogamen) Paaren zusammen taten. Wir wissen inzwischen, dass das nicht so war, ja sogar unmöglich so gewesen sein konnte.

Wir können davon ausgehen, dass Menschen von Anbeginn in ihre (matrilokale und sowieso
matrilineare) Angehörigengruppe hineingeboren wurden und in der Regel in dieser - ihrer Muttersippe - bis zu ihrem Tod verblieben. Das zyklische Dasein, dass das Nachrücken des Nachwuchses und Wegsterben der Alten, macht das menschliche Kontinuum aus und rankt sich als menschenartgerechte Verhaltensweise um das weiblich-mütterliche Sein. Diese Art des Lebenserhaltes war/ist ein Naturgeschehen.

Erst durch zunehmende Kultureffekte, welche die Mensch kreierte und komplex weiter entwickelte, entstand eine spezifische menschliche Natur-Kultur-Koalition, die das reine Naturgeschehen auf ein anderes Level verlegten. Die für uns Meschen dramatischste Veränderung setzte jedoch erst ein, als im Neolithikum neugeschaffene patriarchale Strukturen die artgerechten Lebensrhythmen der Matrifokalität verdrängten und sogar zerstörten.




30 März 2017

Der Beginn des Patriarchats


Der Beginn des Patriarchats setzte dem gemeinsamen Leben der Menschin mit ihres Gleichen ein dramatisches Ende und die Ideologen der Patriarchose arbeiten bis heute an der Vernichtung 'der Mutter'...

Oberflächlich betrachtet lebt auch heute die Mensch in bezogenen Gemeinschaften, meist als (Klein)Familie, also überwiegend nicht 'menschenartgerecht'. Die matrifokale Bindungsgruppe, in der die Menschheit einst entstand, wurde vor etwa 8 Jahrtausenden sukzessive durch eine pseudolinerare* Patrilokalität ersetzt. Über diesen langen Zeitraum hinweg bis heute tradiert man(n) die sogenannte Großfamilie (patrilokale Kultur-Habitate). Jeder halbwegs privilegierte Mann strebte nun nach den dynastischen Vorbildern der Herrschaftsmachtvertreter ein eigenes kleines Imperium an. Der Schritt vom Klassiker der ländlichen und nur teilweise urbanen 'Großfamilie' hin zur separierten Kleinfamilie in einer anonymen Großgesellschaft wurde jedoch erst im Industriezeitalter der heutigen Epoche vollzogen.

Die Vorstellung, dass im Paläolithikum bereits 'Vater, Mutter, Kind' gespielt wurde, ist wissenschaftlich immer weniger haltbar. Die (durch "den Menschen" kulturell geschaffene) Vorform einer 'Gesellschaft' ging bereits mit den Anfängen der Patriarchose einher. Der Beginn der frühen patriarchalen Gesellschaftsform** steigert sich relativ schnell durch massive Gewaltspitzen, wie diverse Eroberungskriege oder Regulierungsmaßnahmen zum Machterhalt. In den sogenannten Hochkulturen (ab Neolithikum und Bronzezeit) wurden sie zu durchorganisierten politischen Systemen, die wir als androzentriert und patri-ideologisiert beschreiben können. Diese Grundzüge sind bis heute wirksam. Die Übergangsphase vom naturgemäßen menschengerechtem (also dem evolutionierten matrifokalen) Kontinuum hin zum ideologisch geformten und durch die antiken und erste monotheistische Religionen gestütztem Hoch-Patriarchat dauert quasi immer noch an. Verschiedene indigene, noch teilweise oder ganz matrifokal lebende, Menschengemeinschaften existieren nach wie vor - über die Welt verteilt und mehr oder weniger im Verborgenen.

(* pseudo weil nie ein Mann sich seiner Vaterschaft sicher sein konnte, auch mit heutigen Mitteln sind es immer noch keine hundert Prozent anzunehmen...
(** die K. Marx als Sklavenhaltertum klassifizierte...


Die drei Säulen des Patriarchats sind

Das Gewaltpotential

Das Patriarchat entstand u.a. durch das Gewaltpotential, das ein einzelner Mann mit einer Waffe in der Hand darstellt bzw. das sich im Bündnis diverser maskuliner Interessenverbände zeigt. Darüber hinaus die (nicht naturgemäßen) Formen der Gewalt, die durch Herrschaft legitimiert wurden. Hier finden wir die innere Exekutive eines Herrschaftsbereiches (hier ist auch der Ursprung unserer heutigen Familie zu verorten, die aus der von einem privilegierten Mann beherrschten Hausgemeinschaft entstand) sowie die nach außen wirkende, stehende oder abrufbereite Militärmacht eines Herrschenden oder des Herrschaftssystem. Da das patriarchöse Gesamt- bzw. interne Gewaltkonzept auf nachhaltig kultivierter maskuliner Wettkampfsmentalität und gepflegtem Konkurrenzgebaren beruht, ist immer auch mit einem automatisch vorhandenem Gewaltpotential oppositioneller Gegner zu rechnen. Dazu zählen nicht nur von außen kommende politische Aggressoren, innerpolitische bzw. ideologische Dissidenten, sondern auch die, durch Unterdrückung entstandenen, kriminellen Subkulturen.

Der ideologische Mythos
... der ideologische Mythos* baut sich auf der Erfindung dreier männlicher Figuren auf, die es bis dahin im Naturgeschehen des menschlichen Kontinuums nicht gab: der Heros, der Vater, der Gott
Diese Einzelinstallationen und als Steigerung ihre Verschmelzung miteinander, bilden das essenzielle geschlechterbezogene Gerüst der durchgängigen Patriarchose.
Diese drei Komponenten, einschließlich ihrer Synonymitäten, definieren die bis heute gültige Darstellung des patriarchalen Mannes in den meisten Kulturen.
Der ideologische Mythos ist die Basis der pan- und monotheistischen Religionen sowie politischer Staatsideologien und dem des dadurch indoktrinierten jeweiligen Mainstream.
Scheint sich auch das Heldentum und die Gottesverehrung in unseren derzeitigen Kulturpraktiken etwas relativiert zu haben, nimmt doch die Idee der Vaterschaft als Dreh- und Angelpunkt als (persönliche) männliche Identifizierung eine vorherrschende Rolle ein. Einmal da die biologische Tatsache einer genetischen Beteiligung des Männlichem an neuem Lebens in der Moderne eine schwindelerregende Überhöhung erfahren hat und zum anderen die Heros- und Gottesideologie mit der Vaterinstallation verschmolz.
Waren die anfänglich Vaterinteressen im Sinne von Besitzdenken und die 'eigenen' Söhne als gezielt aufgezogene Verbündete zu verstehen, ist im Info-Zeitalter die Ideologie des Vaterideals (als umfassende Gehirnwäsche) zu einer in der Gesellschaft vorherrschenden Kraft geworden. Der Heros-Vater-Gott - Komplex ist die ideelle und damit emotionale Basis der Patriarchose.

Das Wirtschaftssystem
Bisher jede Art von patriarchalem Wirtschaftskonzept baut auf dem Besitzdenken einzelner, machtorientierter Privilegierter auf, mit der einfachen Formel: Besitz gleich Erhöhung des eigenen Selbst. Diese ego-bezogene männliche Intention, ging m.E. aus einem narzisstisch übersteuerten Selbsterhalt hervor, die dazu führte sich gleichberechtigtes Leben zu unterwerfen.
Besitz oder Eigentum ist eine vergegenständlichte kulturelle Absprache, die von den sozialen Gruppierungen anerkannt oder akzeptiert wird. Das begründete sich zum einen darauf, dass Gewaltanwendung zum Tagesgeschäft wurde und zum anderen auf der Neuerung, dass es anerkannt wurde Lebewesen zu besitzen und zu benutzen, einschließlich anderer Menschen. 
Des weiteren schufen Besitzende durch Zweckbündnisse, bei denen die Mitglieder am Besitz partizipieren oder selbst einen Anteil davon erwerben konnten, die ersten stabilen Wirtschaftssysteme außerhalb der bisherigen Subsistenz. Das so geschaffene soziale Gefälle baut sich auf der Unterwerfung und der nun systemimmanenten Unfreiheit und grundsätzlichen Ausbeutung der Frau sowie der Gruppe der unterdrückten, unterprivilegierten Männer, den Sklaven und Besitzlosen auf. Das alles bildete bereits vor Jahrtausenden die Steilvorlage für unseren heutigen Kapitalismus und Imperialismus.


(* siehe auch http://www.doriswolf.com/wp/aus-dem-4-kapitel-die-verheimlichte-tragodie-einer-invasion-aus-vorderasien/das-patriarchat-entstehung/neu-die-total-verruckten-mythen-des-patriarchats/)

Das Patriarchat, oder auch Patriarchose, ist die Gesellschaftsform in der wir uns derzeit fast weltweit bewegen...

Wenn wir es genau nehmen, ist es sogar die einzige Gesellschaftsform, die es bisher gab und die den existierenden Menschengemeinschaften als übergeordnetes Zugehörigkeitsmuster übergestülpt wurde. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass im Verständnissinn von Patriarchat kein Matriarchat existierte und wir für die vorpatriarchale Phase eine andere Bezeichnung finden müssten. Selbst mit kulturellen Anteilen können wir immer noch von einem naturgemäßen Agieren der Spezies Mensch ausgehen.

Das vorpatriarchale Leben der Menschin, das den überwiegenden Teil des Menschseins ausmachte, können wir im Sinne des Lebenserhalts als ein 'sich selbstregulierendes Naturgeschehen' ansehen. In den menschlichen Gruppierungen wirkten zwar gewisse innere Regelungen des Miteinander (unsere menschenspezifische Strategie des Art- und Selbsterhalt) und diese Gepflogenheiten verbreiteten sich, quasi osmotisch, nach außen in die nahen Angehörigengruppen und flossen wieder zurück.

Es gab zu der Zeit jedoch bestimmt keine durch eine festgelegte Leitkultur gesteuerte Überorganisation. War das frühe Menschsein wie gesagt einfach ein Naturgeschehen, das in seinen anfänglichen und später bereits bestehenden Kulturformen bis noch weit ins Neolithikum reichte, begann mit dem Gewaltzuwachs einiger Androkraten der Siegeszug eines verhängnisvollen Gedankens, dem des alles bestimmenden Vaters, der per se als Heros geehrt und als Gott verehrt wurde. Der Vater "als Beginn allen Lebens" war jedoch nicht etwa die gute Nachricht, die sich auf Grund ihres Wahrheitsgehaltes verbreitete und etablierte, sondern eine erschreckend gewaltsam durchgesetzte Idee, die sich zu einem Jahrtausende lang wirkendem Schlüssel der männlichen Macht erwies.

Das reine Wissen um die Vaterschaft reichte längst nicht aus, um eine Vormachtstellung über Frauen und Kinder einzunehmen. Warum sollte ich als Frau, die in ihrer Muttersippe geborgen und gut aufgehoben lebt, mich den Vorgaben eines Mannes unterwerfen, nur weil er der Mitzeugende meines Kindes ist? Warum sollte ich ihn suchen und fragen, wie ich mit dem Kind umgehen darf? Warum sollte er überhaupt in einem Kulturgeschehen, dass noch seiner natürlichen Matrix folgt, „seinen“ (ungewissen) Nachwuchs für sich beanspruchen, wo doch die (durch Geburt verwandten) Kinder seiner Schwestern neben ihm in dem gemeinsamen Matrifokal naturgemäß aufwuchsen?

Zwar ist die Zeugung eines Lebewesen ein evolutionäres Konzept, dass sich (bereits lange vor den Menschen) im Sinne des Arterhalts als eine Hetero-Kombination bewährte, also selektiert wurde, der Reflex jedoch, der die Geschlechter zwecks Arterhalt zusammenführt, ist keine permanente willentliche Entscheidung, auch nicht beim Männchen der Menschenarten. Das biologische Geschehen hat für den (Menschen)Mann kein Bewusstsein für seinen Nachwuchs, an dessen Zeugung er beteiligt war, vorgesehen. Denn wie wir wissen: weder denkt 'die Evolution' noch handelt sie bewusst!

Ein Mann, der nicht ahnt, dass durch die Ausübung seiner Sexualität ein Kind entstanden ist, weiß einfach nicht um seine Vaterschaft. Und Millionen Jahre bis heute ist der männliche Part bei der Zeugung kein willentlicher Akt eines männlichen Individuum, sondern ein unwillkürlich biologischer und auch wenn der Mensch diesen inzwischen manipulieren kann, bleibt es ein natürlicher Prozess. Der Vater, wie wir ihn inzwischen verstehen, weil sozial festgelegt (abgesprochen), ist ein kulturelles Konzept.

Das artgerechteste Moment im menschlichen Dasein ist das fürsorgende Aufziehen des Nachwuchses...

Als die Cluster matrifokaler Gemeinschaften, in denen sich die angehörige Nähebindung als das spezielle Überlebenskonzept der Mensch erwies, durch das Gewaltkonzept des beginnenden Patriarchat zerstört wurde, blieben natürlich trotzdem alle biologischen Voraussetzungen nach wie vor erhalten. Es gesellten sich nur die ideologischen Regelwerke (Meme - hier auch gewaltsam installiert und durch Furcht gespeist) in dem Maße hinzu, wie die patriarchalen Strukturen zu wachsen begannen. Die Furcht vor der Gewalt des neuen maskulinen Terrors überschrieb nach und nach die natürlichen Überlieferungen im Bewusstsein und Handeln des (weiblichen) Menschen .

Die gesellschaftsideologisch immer ausgefeilteren Herrschaftssysteme verdrängten mehr und mehr das naturgemäße menschliche Kontinuum. Das größte Desaster, dass die Patriarchose anzettelte, war daher das Verändern des Naturgeschehen in dem die Menschen lebten, in eine durch Vater-Herrschaftsmacht kontrollierte Zivilisation. 

Durch das gewaltsame Herauslösen der Töchter, also der zukünftigen Mütter und weiblichen Überlebensgarantinnen, aus ihren artgerechtem Matrifokalen, bluteten diese aus, im wahrsten Sinn des Wortes. Dieses Metapher des Ausblutens macht deutlich, dass es sich hier um einen grausamen Eingriff und einen Akt der Gewalt handelte und keine natürliche (Langzeit)Entwicklung darstellt. Die freie Tochter der Muttersippe wurde durch männliche Gewalt geraubt, versklavt bzw. verheiratet und zur Vatertochter umetikettiert. Dabei verlor sie und ihre zukünftigen Töchter als Unterworfene des Mannes ihr naturgemäßes weibliches Geburtsrecht: die Female Choice.

Wenn ich mir diese nachhaltigen Eingriffe der martialischen und zivilisierenden Männermacht und ihre Auswirkung auf das Naturgeschehen vor Augen führe, muss ich immer an eine Sequenz in dem Film "Jurassikpark" denken. Während der Vorführung eines Werbefilms für den Park, wird erklärt, wie die fehlerhaften Gensequenzen aus den Saurierrelikten durch Frosch-DNA ergänzt wurden um ein Saurierbaby zu erschaffen. Was im Film gelang - die gezielte Manipulation von Lebewesen - nahm seinen Ursprung vor langer Zeit, als aus der unbewussten Zeugungsbeteiligung des Männlichen sich der Menschenmann eine gezielte Züchtungsabsicht und -kontrolle erschloss. Die nunmehr im beginnenden Patriarchat eingeführte Male Choice ist eine Art anlaufendes Zuchtprogramm auf Menschenbasis. Der Mann sucht sich nach persönlichen, egoistischen, Kriterien eine (mehrere) Sexualpartnerin, die durch die oft radikale Abtrennung von ihrer matrifokalen Herkunft in eine tragische Abhängigkeit von diesem einen Mann (und seiner Patri-Family) geriet. Hier liegt die Ursache eines ganzen Bündels noch heutiger Probleme.

Der Heros – Vater – Gott – Kult kürte also ein männliches Idol als Mittelpunkt des Alltagsgeschehens. Und bis heute wurde daraus als Prototyp eine Art Selfmademan, welcher der menschlich-mütterlichen Bindungsgemeinschaft scheinbar nicht bedarf. Natürlich trügt auch hier der Schein ... denn nach wie vor bedarf der Mann eines gut funktionierenden Background, der ihm auch weiterhin bis ans Ende seiner Tage reichende Fürsorge angedeihen lässt. Wenn es sich dabei auch nicht mehr um fürsorgende Bindungsangehörige handelte, sorgten doch die privilegierten Männer-Cliquen dafür, dass für sie und ihren Anhang ein flächendeckendes Versorgungspotential zur Verfügung stand/steht, das in seiner Ausweitung die "Gesellschaft" bildete, anonym und bindungslos. Heute überlebt ein Individuum (fast problemlos) in der anonymen Gesellschaft, darauf trainiert mit einem Minimum an Nähe und dem permanenten Mangel an Geborgenheit zurecht zukomme.

„Der Mann ist im Grunde das Verlangen Gott zu sein“ (J.P. Sartre)

Mann und Gott - ist die unheilige Allianz, mit der das Männliche um seiner selbst willen alle Gipfel besteigt, alle Lande erobert, alles Leben unterwirft.



Fortsetzung folgt...
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16 März 2017

Keine Religion ist nur Glaubenssache...

Wer sich nur halbwegs in den Entstehungsgeschichten der gewaltsam installierten Androkratien auskennt, weiß auch,dass sich bereits die vor-antiken bzw. alttestamentarischen Religionen als reine Politideologie etablierten (da sie die Erklärungsmuster für die Herrschaftshierarchien lieferten).

Das einst herkömmliche Brauchtum aus der Alltagspraxis der bis dahin* matrifokal lebenden Menschengemeinschaften, können wir zwar bereits als eine religiöse Gepflogenheit werten, die als natürlich mündlich weitergegebene, langzeitliche Überlieferung die frühen, matrifokal angelegten Lebensgemeinschaften (Die Matrifokale) stabilisierten. Das weiblich gewichtete (intelligente), kulturelle Ritualgeschehen weist auf einen dedizierten spirituellen Umgang mit Naturgeschehen und Alltagsereignissen (der sogenannte Schamannismus) sowie auf Ahninnenkulte hin.

* zum Beginn der Patriarchose

Diese frühe Form des transzendenten Umgang mit den Erfahrungen des Zusammenlebens ist imho jedoch mit den späteren restriktiven und verbindlichen Regelwerken der androzentrierten Religionen überhaupt nicht zu vergleichen. Die pan- und später monotheistischen Religionsideologien sind bereits herrschaftsaffine Kreationen um den Machterhalt der Androkraten nachhaltig zu stützen. Die religiösen Praktiken bauten auf Vorschriften auf, die sich bis zu einer geforderten unbedingten Gesetzestreue steigerten, welche bei Nichteinhaltung der Vorgaben rigide Sanktionen bis hin zu Todesstrafen nach sich zogen.

Das erzwungene bzw. konditionierte Glaubenskonzept ist nicht mit Spiritualität (inner Geistigkeit des Menschen oder wie anderer Stelle Ines Fritz schrieb: eine Gehirntätigkeit) zu verwechseln. Denn an etwas „glauben“ ist keine so unschuldige Sache, wie manch eine:r glauben mag. Hier findet in der Regel eine fremdbestimmte Indoktrination statt, die das Individuum vor die Wahl stellt durch das eigene gläubige Wohlverhalten das persönliche und kollektive Wohlergehen zu sichern. Im Falle des Zuwiderhandelns, also des Sündigens, findet ein Verstoß gegen die erlassenen Gebote statt und ist als Auslöser zu werten den Zorn des Gottes auf sich ziehen und damit auch der Gemeinschaft zu schaden.

Das Versündigen (auch wenn es in anderen Religionen vielleicht nicht so genannt wird) zieht im jedem Fall Sanktionen im Diesseits und/oder im Jenseits nach sich. Die meisten Glaubenskonzepte werden von Angst begleitet und von Drohszenarien bestimmt. Das wirkt sich wiederum auf jedwedes Gesellschaftsverständnis und die eigene Kritikfähigkeit aus. Eine eigene, selbstbestimmt gelebte Spiritualität ist angstfrei und kreativ - ein oktroyierter Glaube innerhalb von Religionsgemeinschaften jedoch in der Regel keine freiheitliche Entscheidung des Individuums. Es fängt in der Regel mit Einführungszeremonien an, wie die Taufe oder eine Beschneidung. Die institutionalisierte Religionen sind unmittelbar in die patriarchalen Strukturen eingebunden bzw. sie sind eine der tragenden Säulen der Patriarchose. Sie bilden zusammen mit den etablierten Glaubenssätzen, sowie all den Denk- und Handlungsvorgaben den ideologischen Gesamt-Mythos des Patriarchose.

Wenn Frauen heute immer noch glauben als Hineingeborene oder als Konvertitin in einer der etablierten (Männer)Religionen ein vollwertiges Mitglied dieser maskulin-patriarchalen Veranstaltung zu sein, dann ist das wohl eher ein Ausdruck des patriarchösen kollektiven Stockholmsyndrom. Die religiöse Gehirnwäsche, die in alle Schichten unserer tradierten Kultur hinein wucherte, sitzt tief (ich selbst weiß auch hier aus eigener Erfahrung wovon ich spreche) und in Ermangelung unserer heutigen naturgemäßen Bindung an die prinzipielle Weiblichkeit ist das naive Festhalten an der göttlichen Vaterfigur zwar nicht verwunderlich, jedoch so was von Vorgestern. Die heutigen Möglichkeiten sich selbst aufzuklären sind inzwischen wahrlich komplex. Bei dem heutigen gesamten Erkenntnisstand sind die überwiegend gewaltsam installierten Vaterreligionen, ihre Ableger und diverse angelehnte Glaubenskonzepte, kaum noch tolerierbar. Wer also immer noch glaubt, betreibt eine Form der Selbstsabotage, die wir als verantwortungsvolle Vorbilder unseren Kindern und den kommenden Generationen wirklich nicht antun sollten.

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22 Februar 2017

Der 'Vater' braucht das Kind!


Unsere „Urnatur“ kommt immer dann zum Vorschein, wenn die Repression der patriarchalen ideologischen und konkret gewaltsamen Zwangsverordnungen an Wucht und Bedeutung in der Gesellschaft verliert. Die Female Choice, die evolutionär selektierte 'Weibliche Wahl', ist hier der Ausgangspunkt* und lässt nie völlig unterdrücken. Es ist ein Naturgeschehen, dass die Patriarchose einerseits immer wieder unterläuft und andererseits unendlichen vielen Frauen (und auch Kindern) das Leben kostete und heute immer noch als die Sünde schlechthin wider des Vatersystems gewertet wird. Das hat sich seit dem Beginn des Patriarchats bis heute zu der allgemeinen Androzentriertheit ausgewachsen, die sich immer noch in der Gesetzgebung, der Denkungsart des Mainstreams und den kulturellen Dogmen und Tabus der anonymen Großgesellschaft niederschlägt. Dazu gehört auch die sich hartnäckig haltende Behauptung "ein Kind braucht seinen Vater".

Hier behaupte ich, dass es in der Patriarchose schon immer (und nicht nur heutzutage) umgekehrt ist: Der 'Vater' braucht das Kind! - schließlich ist so ein kleines Menschenwesen oft genug seine einzige Anbindung in puncto Zugehörigkeit und Identifikation mit verwandten Angehörigen. Auch Väter sind letztlich verlorene Kinder der nicht mehr existierenden Mutter-Sippe. Es ist zwar ein hausgemachtes Problem der patriarchalen Strukturen, aber das Kind zu besitzen ist ein Schlüsselmoment des Patriarchats.

Der moderne kinderliebe und fürsorgende (leibliche) Vater agiert in der Beziehung zu "seinen Kindern" einen (evolutionär - berechtigten) immanenten Drang zur Teilhabe an der Geborgenheit einer Bindungsgemeinschaft aus. Heute steht ihm dazu nur eine (wohlwollende) Klein-Gemeinschaft zur Verfügung. Das Patriarchat bietet nun mal seinen Männern neben den privilegierten Machtoption für wenige (Alpha)Männer, nur das Kerngeschäft der Paarungsfamilie. 

(siehe auch:  http://stephanieursula.blogspot.de/2015/11/das-in-die-pflicht-genommene-elternpaar.html

Nicht nur in diversen Diskussionen, auch in der Forschung oder den populärwissenschaftlichen Betrachtungen wird sich meiner Meinung nach zu sehr auf Vererbung und den Gen-Anteil kapriziert. Die patriarchale Denke zwingt uns ein Geschacher um das Kind auf. Dabei ist ein jedes unserer Kinder einfach nur ein berechtigtes Mitglied der Menschengemeinschaft, sowohl als Winzling wie auch ein paar Jahre später als Erwachsener. Das unwürdige Gerangel wer den größten (pseudo-)berechtigten Anteil an einem Kind und damit (Verfügungs)Rechte über 'das Kind hat', sind Relikte der Patriarchose. Es sind ja auch nur ein paar Jahrzehnte her, dass die Zeit zu Ende ging in der dem Vater per Gesetz das ganze Kind "gehörte" oder er es bei Nichtgefallen einfach nicht anerkannte bzw. aus Angst um seine individuelle Freiheit ignorierte. Im Patriarchat ging es nie darum dem Kinde durch den Vater Fürsorge angedeihen zu lassen. Das ist ein moderner Anspruch, der dem Vater nach seiner Entthronung als 'Herrn der Familie', lediglich als Ausgleich angeboten wird.

Die patriarchal determinierte Vaterschaft w
urde/wird als eine Art Verursacherprinzip angesetzt, dem zu Grunde lag/ liegt, aus "dem Schwängern einer Frau" das Recht abzuleiten über diese beiden Menschen, Mutter und Kind, verfügen zu können – auch das ist eine der Säulen des Patriarchats. Der 'Vater', also der an der Zeugung per Spermium beteiligte Mann, sah einst einen Vorteil für sich darin sein Kind und hier vor allem die Söhne, für seinen Clan, seinen Einflussbereich und bei entsprechendem politischen Rang für seine Wehrhaftigkeit zu rekrutieren. 


Das setzte voraus, dass die Frau und ihre Sexualität und Gebärfähigkeit, unter eine rigide Kontrolle gebracht werden musste, da derlei Maßnahmen (bis heute) die einzige Möglichkeit war, der "eigenen" Söhne (und Töchter) einigermaßen gewiss zu sein. Der dabei entstandene Ehrbegriff mit dem heute noch kleine Jungs aufgezogen werden, wurde daher überall geltend gemacht und die unbedingt zu erhaltende Jungfräulichkeit der Tochter und die Verpflichtung zur lebenslange Treue und Keuschheit der Ehefrau, auch über die innere Privatheit hinaus, wurde zum grundsätzlichen Politikum erhoben. Nicht der prinzipielle (evo-biologische) Wert eines einzigartigen Lebewesens, wie auch das des menschlichen Kindes, ist im patriarchalen Universum von Bedeutung, sondern die bloße quantitative Anwesenheit, seine Kampfkraft, seine Arbeitskraft oder sonstige Nutzbarkeit 

Leben ist ein unwillkürliches, sich selbst erhaltendes System und nur weil wir Menschen ein paar der möglichen Mechanismen erkannten oder glaubten durchschaut zu haben, stellen wir immer wieder Theorien auf, die direkt oder latent den Menschen in den Mittelpunkt der Evolution stellen. Als wäre "der Mensch" tatsächlich die so gern zitierte Krone der "Schöpfung". Es wird auf hohem ideellen Niveau philosophiert und leicht dabei vergessen, dass wir als Teil des Natursystems ein abhängiges Individuum sind, das im Falle 'Mensch' einer sozial eingestellten, also fürsorgenden Gemeinschaft bedarf. Denn das (menschliche) Individuum wurde einst in seine Bindungsgruppe hineingeboren und verblieb in der Regel in diesen Lebenszusammenhängen bis zu seinem Tod. Diese Grundeinheit einer naturgemäßen und damit artgerechten Fürsorgegemeinschaft ist eine Spezialität der Spezies Mensch und seines Lebenskontinuums ... ich nenne diese Grundeinheit: Das Matrifokal.

Das Grundmuster des menschlichen Arterhaltes (in dem der notwendige Selbsterhalt integriert ist) finden wir nun mal in der Matrifokalität, welche auf ein Naturgeschehen, die Female Choice setzt. Matrifokalität bedeutet Matrilinearität und Matrilokalität als Basis vereint und diese beiden Begriffe sind hier nicht kulturell und gesellschaftstheoretisch zu verstehen, sondern als ein Ausdruck des konkreten evolutionsbiologischen Daseins. Wir können es noch in den wenigen Gemeinschaften finden, die salopp „Matriarchate“ genannt werden. Das sind aber keine politisch konzipierten Kleingesellschaften (so sie wie heute klassifiziert werden), sondern sie gingen aus den artgemäß homogen gewachsene Bindungs- und Fürsorgegemeinschaften hervor - mit einem Wort, es sind Muttersippen. Hier gab es keine (kontrollierenden und Einfluss nehmenden) Väter, sondern Söhne und Brüder im gemeinsamen Kontinuum.

Die heutige flüchtige Art mit Theorien umzugehen veranlasst mich noch zu einem Nachtrag:
...wir sollten uns abgewöhnen "Mutter Natur" Absichten und Ziele zu unterstellen oder in unseren Formulierung 'die Evolution' wie ein handelndes und denkendes Phänomen zu postulieren, das womöglich noch eigene Interessen verfolgt. Als 'Evolution' bezeichnen wir u.a. die unwillkürliche Entwicklung des sich selbsterhaltenden Systems organischen 'Lebens', das zwischen den vorhandenen energetischen, chemischen und physikalischen (anorganischen) Parameter (die ebenfalls als Natur bezeichnet werden), stattfindet und sich ununterbrochen im Lebewesenuniversum unseres Planeten gegenseitig beeinflusst. Das Prinzip der Evolution ist das was auch die Chaostheorie thematisiert, dass sich innerhalb einer Komplexität mit jedem „Flügelschlag eines Schmetterlings“ ständig das Gesamtsystem graduell abwandelt und sich somit in einer ständigen durch nichts zu kontrollierenden, absichtslosen Veränderung befindet.

(ein wiederholter und etwas umgearbeiteter Beitrag vom Mai 16)

* siehe auch hier: Gabriele Uhlmann...
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01 Februar 2017

aufgebacken: Bis ans Ende aller Tage


...dieser (inzwischen überarbeitete) Beitrag wurde von mir bereits am 25.Oktober 2011 veröffentlich...

Wir sollten in all den Überlegungen, Diskussionen und Debatten „die Mutter“ immer bis zum Ende denken. Bis zum Ende ihres Lebens, bis in die Welt der Ahninnen hinein und bis zu den körperlich, geistigen und psychischen Verknüpfungen mit ihrem Kind.

Die Mutter ist eine Frau, die ein Kind austrägt, zur Welt bringt und es eine Zeit lang aufzieht - spätestens an dem Punkt scheint unser heutiges Verständnis zu enden. Oder noch schlimmer. Es ist als würde eine latente Forderung im Raum stehen, das sich Frauen wie eine Leihmutter begreifen sollen und nach der Geburt das Kind, fast wie ein Fremdkörper, möglichst schnell fit machen um ihm ein baldiges autarkes (eigenes) Leben zu ermöglichen. Das ist aber nicht menschenartgerecht...

Dabei kollidieren wir mit der absurden Tatsache, dass die jungen Mütter zuerst überhaupt anfangen müssen das Kind aufzuziehen und dabei richtig alleine sind, selbst wenn sie mit einem sogenannten Partner liiert sind. Es kommt zu dieser Gratwanderung zwischen dem gern zitierten: „...es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind aufzuziehen!“ und der modernen Aufforderung: „Mütter sollen nicht so tun, als wären sie als Bezugsperson des Kindes unersetzlich...“.

Zitat aus dem Buch „Der Mutterschaftsbetrug“ von Christa Mulack : „Diese isolierte mütterliche Randposition ist ein evolutionsgeschichtliches Novum. Zu keiner Zeit hat es jemals eine solche Vereinzelung von Müttern gegeben, die bei uns auch noch gepaart ist mit extremen Belastungen und Behinderungen. Selbst während der längsten Zeit patriarchaler Kulturen fühlten sich immer mehrere Menschen für die Versorgung des Nachwuchses verantwortlich...

Die meisten Beurteilungen zum Thema 'Mutter' kommen erst einmal von Menschen, die nicht nur nicht Mütter sind, sondern auch nie welche sein werden. Nicht ein Mann wird auch nur ansatzweise in der Lage sein wirklich zu fühlen und nachzuvollziehen, was Mutter werden für die einzelne Frau bedeutet und dass dieses auf besondere Weise ein unumkehrbarer Vorgang ist. Die Bedeutung der komplexen Prozesses im mütterlichen Körper und in der Verwobenheit mit ihrem Geist und ihrer Psyche, wird heruntergespielt und auf Ebenen verschoben, wo der Mann glaubt mitreden zu können. Und das Muttersein wird als eine vorübergehende Erscheinung gewertet – Sorry Jungs, aber in Wirklichkeit habt ihr keine Ahnung.

Und Sorry liebe Mütter, das mütterliche Sein ist eine Lebensstrategie innerhalb sehr vieler Spezies und es ist daher eine weibliche Daueraufgabe bis ans Ende eurer Tage...

Ich höre bereits wieder einige aufjaulen, da es mit der momentanen political correctness nicht zu vereinbaren ist, solche Äußerungen zu tätigen. Dabei möchte ich wirklich niemanden in seinen Lebensplänen zu nahe treten. Frau ist heute glücklicherweise (wieder) in der Lage selbst zu bestimmen, ob sie Mutter wird oder nicht und das ist gut so.

Denn es geht mir hier auch nicht um ein ständiges Kindergebären oder die Tatsache, das Mutter und Kind auf eine sentimentale Weise mit einander verbunden sind, sondern darum dass da was im Körper einer Frau über viele Jahre hinweg geschieht. Es geht um das unmittelbare Zusammenleben mit Kindern und die Auswirkung ihrer Entwicklungsphasen auch auf die Mutter (nicht nur gefühlsmäßig oder wirtschaftlich auch körperlich-hormonell). Jede Mutter sollte wissen was ich meine. So manches was wir naiv unter persönlicher Erfahrung verbuchen, ist die Wahrnehmung eines biologischen Ablaufs und ist mit den Phasen des heranwachsenden Kindes verknüpft. Außerdem schließen unter natürlichen (und urtümlichen) Bedingungen die großmütterlichen Reaktionen nahtlos an und greifen ineinander. Einmal Mutter immer Mutter, ist eigentlich die menschliche Faustformel (ich beziehe mich dabei auf meine eigenen umfangreichen Erfahrungen und zusätzlich auf das Buch von Louann Brizendine „Das weibliche Gehirn“).

Die heutige Kultur, die vorherrschende Gesellschaftsideologie und die inzwischen auf alle übertragenen männlichen Werte, hindern Frauen pausenlos, auch die die es wollen, an einem tatsächlichen Muttersein.

Erstens ... gibt es für die einzelne Mutter keinen fürsorgenden, weiblichen Background mehr bzw. eine mehrere erwachsene Personen umfassende, angehörige Gemeinschaft (stattdessen wird Mann dazu abgerichtet diese Unterstützung als Einzelperson zu stellen).

Zweitens ... wird leider das Mütterliche Sein immer noch unter dem Aspekt des aktuellen gesellschaftlichen Mainstream gesehen und Frauen glauben an eine Zwangerschaft. Die totale patriarchale Abhängigkeit lässt auch kaum eine andere Einschätzung zu.

Drittens ... wird Mädchen (und Jungen) von klein an so was wie eine temporäre Mutterphase suggeriert: Die Mutter steigt vorübergehend aus ihrem bisherigen Leben aus, um sich eine Zeit lang um ihr Kind zu kümmern – das heißt, die Mutter ist nur all inclusiv verfügbar bis das Kind laufen kann; danach darf sie teilzeit zugewandt sein wenn es in den Kindergarten kommt und schon kaum noch, wenn das Kind zur Schule geht; spätestens ab der Pubertät des Nachwuchses ist Mutter die Letzte, die für die geistige und Herzensbildung der Heranwachsenden zuständig sein darf (allerdings hat sie noch die körperlichen Bedürfnisse zu versorgen).

Viertens ... fast alle glauben, dass diese Lebensweise gut fürs Kind und erst recht gut für die Mutter ist.

Fünftens ... Müttern, welche andere Gefühle kommunizieren, die nicht mit dem gesellschaftlichen Dogma übereinstimmen, wird ein schlechtes Gewissen gemacht. Die (gesellschaftlich verordnete) Freiheit ihrer Kinder (die heutzutage durchaus auch Gewalt, Drogen, Kriminalität oder Prostitution beinhalten kann) hat ihnen über alles zu gehen, egal ob das Kappen der Geborgenheit vernünftig ist oder dasKind darunter leidet. Erfolgreiche Erziehung wird gleichgestellt mit früher Unabhängigkeit es Nachwuchses und dem Verlassen der Herkunftsfamilien.

Sechstens ... es existieren keine matrifokalen (Schutz)Gemeinschaften für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Siebtens ... heutige Mütter leben in dem Muss des vorauseilendem Gehorsam. Alles was das Kind aus der mütterlichen Geborgenheit hinausführt, wird selbstverständlich von der Mutter selbst rechtzeitig angedacht und von langer Hand vorbereitet – ein gutes Beispiel für diese Art des Funktionieren ist das Anmelden eines Kindergartenplatzes noch vor der Geburt.

Achtens ... junge Mütter besitzen in einer Vielzahl der Fälle keinen innigen und hilfreichen Kontakt zu den eigenen Müttern und Großmüttern.

Neuntens... die grundsätzlich gravierende Entfremdung von Mutter und Kind wird kaum auf der persönlichen, noch auf der gesellschaftlicher Ebene registriert oder als bedenklich wahrgenommen.

Die Muttersippe (Das Matrifokal) ist auch im Patriarchat immer vorhanden, da es sich hier um die natürliche matrilineare Konstellation im Menschendasein handelt. Wir können verdrängen oder vergessen, dass die Mutter die Garantin des Lebens ist und wir können sogenannte männliche Blutslinien und Abstammungen Jahrhunderte lang als gottgegebene Norm ansehen, das ändert nichts daran, dass für jeden eine reale mütterliche Vererbungslinie besteht, die in die Tiefen der menschlichen Vergangeheit reicht.


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30 Januar 2017

Patriarchtslogik

... und heute mal ein Querverweis auf den Blogbeitrag einer Freundin, der manche wesentlichen Merkmale der uns alle plagenden Patriarchose im Sinne der so dringend notwendigen Aufklärung erläuternd zusammenfasst:

Patriarchatslogik Oder: Das Patriarchatsbullshitbingo
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27 August 2016

Der patriarchale Urknall oder die Kultivierung des psychopathischen Narzissmus

Psychopathen begegnen uns recht oft als empathische und charmante Narzissten, die virtuos ihr ebenso soziopathisches Equipment, bestehend aus Eigennutz, Gefühllosigkeit, Gemütskälte, Gemeinheit und sogar Grausamkeit einsetzen, um sich zu profilieren und dabei ihre Umwelt kontrollieren oder auf Kosten anderer ein elitäres Leben zu führen. Hier ist nämlich nicht der offen gewalttätige psychopathische Kriminelle gemeint, der früher oder später seine Tage im Knast verbringt oder seine inhumane Präferierung in militärischen oder wahlweise terroristischen Modulen auslebt, sondern der im Alltag brillierende skrupellos-geniale Karrierist und Machtmensch, der sein Umfeld gekonnt einwickelt und gegebenenfalls über Leichen geht.

Ein Mensch, der sich an allem und jedem bereichert, sowie aus Machtspielchen oder Größenwahn - Projekten nicht nur einen Nutzen, sondern selbst noch sein Vergnügen zieht.

Meist sind sie die (unerkannten) Energievampire, die fast jeder gern füttert, besonders Frauen. Man bzw. frau kann sich oft deren scheinbarer und vorübergehender (siehe sogenannte Heiratsschwindler) Bedürftigkeit nicht wirklich entziehen und fühlen sich geschmeichelt helfen zu können. Ihr Wunsch sich unentbehrlich zu machen, kommt dem Initiator entgegen, der auf willige Paladine angewiesen ist, um sein Wohlergehen zu gewährleisten oder seine Pläne umzusetzen. Der intelligente Psychopath macht Menschen von sich abhängig (hier finden wir auch den, plötzlich nach der Hochzeit prügelnden Ehemann). Er ist der geborene Herrscher über Gutgläubigkeit, Ängstlichkeit, naiven (Gott)Vertrauens und emotionaler Unterversorgung seines Gegenübers. Er fühlt sich als König der Welt und manchmal wird er es auch.

Da also psychopathologische Erkrankungen natürlich sind, wären diese auch für das gesamte Tierreich normal und man könnte sich fragen, hätten sie ähnliche Auswirkungen? Für manche fällt die Entstehung der patriarchösen Kultur in den Menschengemeinschaften unter eine 'natürliche' Entwicklung. Ich sehe das etwas anders. Denn das würde ja bedeuten, es könnte bei jeder ähnlich intelligenten Tierarten früher oder später vorkommen, dass das maskuline Geschlecht als Unterdrücker auftritt! Demnach könnten auch andere Säugetierarten innerhalb der eigenen Spezies in maskulinen Cliquen auftreten und sich in gewaltsam durchgesetzten hierarchischen Strukturen etablieren. Wie der Menschenmann würden sie mit dem Instrument der Unterdrückung schwächere Lebewesen nicht nur dominieren, sondern ein dauerhaftes männlich zentriertes System ausbauen und in maskuliner Linie vererben (genetisch). Nehme dann also derlei Geschehen seinen Lauf, würde sich wie beim Menschen ein kriminelles sowie gewalttätiges, also gemeinschaftsschädliches Verhalten einstellen? 

Ein psychopathischer Schimpanse oder Bonobo könnte sich also auch zum Affenkönig aufschwingen, eine stehende Armee aufstellen und die Weibchen in eine Art Zuchtharem überführen? Wohlgemerkt als 'natürliche' nicht als kulturelle Entwicklung. Die Frage ist also: wo endet hier die Natur und wo beginnt die Kultur? Wie ginge eine andere Spezies damit um? Würde so ein repressives Verhalten der Machtübernahme innerhalb der interagierenden Gruppen toleriert oder gar so gefördert, damit das bisherige naturgemäße und artgerechte Gebaren sukzessive dadurch (gezielt) verändert wird und würde die Spezies das überstehen?

Müssen wir täglich damit rechnen, dass sich z.B. psycho- und soziopathische Menschenaffen, intelligente Delfine oder auch naheliegend, Elefantenbullen mit ähnlichen (Charakter)Störungen zusammentun und dann versuchen die Kontrolle über die Horde bzw. Herde an sich zu reißen, wie es beim männlichen Menschen vorkam und immer wieder vorkommt? Werden sie innerhalb der eigenen Spezies den Alltagsablauf gewaltsam kontrollieren und bestimmte, beispielsweise weibliche, Individuen tyrannisieren und dauerhaft gefährden? Oder sind sie noch nicht so weit, weil es ihnen an einem kulturellen Ambiente fehlt? 

Ab wann also greift die evolutionierende Natur und bringt auch bei anderen Spezies narzisstische Psychopathen hervor, die immer wieder versuchen die Gesellschaft, Pardon, die Horde oder Herde zu beherrschen, bis es ihnen gelingt ähnlich der (patriarchal orientierten) Menschengesellschaft die Kontrolle über das  Alltagsgeschehen despotisch durchzusetzen? Ist es tatsächlich nur eine „natürliche Entwicklung“ oder ist der Mensch auf Grund seiner selbst kreierten kulturellen Disposition ein besonders störanfälliger Ausnahmefall im Tierreich?

Entscheidend ist für mich die Frage: was war zuerst da – ein angenommener (natürliche) Drang die eigene Art anzugreifen und u.U. auszurotten, weil man die (jetzt männlich gesteuerte) Ingroup über die (als Bedrohung empfundene) Outgroup stellte? Oder weil Mann sich in seiner Selbstherrlichkeit sprich in seinem individuellen, maskulinen Selbsterhalt bedroht fühlte, aber dabei unabdingbar für sich die Basisversorgung (der Ingroup) erhalten muss?

Vielleicht sind aber beide Varianten auch dasselbe! Denn der entsprechenden kulturellen Evolution ging bereits die Entwicklung von Jagdwaffen voran, die zu Vernichtungswaffen weiterentwickelt wurden. Hinzu kam später die erhöhte Mobilität durch Zuchttiere, hier besonders des Pferdes. In beiden Varianten stecken wir bereits bis über beide Ohren im Beginn der nachhaltigene Patriarchose.

Ist das Entstehen von psychopathologischen 'Erkrankungen' oder Störungen vergleichbar mit einer Grippe oder einer anderen Erkrankung des Körpers? Oder ist eine gefährliche Häufung der narzisstischen Störung, die ihren Ausdruck auch in gewalttätigem Verhalten hat, auf ein entsprechendes Umfeld zurückzuführen, das neben der gesellschaftlichen Akzeptanz von Gewalt durch die Gewalttäter oder Geiselnehmer, selbst und zunehmend durch die Hilflosigkeit der, dem Stockholmsyndrom anheim gefallenen Opfer gefördert wird? Wie viele Narzissten, Soziopathen und Psychopathen, beherrschen allein inzwischen unsere Wirtschaft oder profilieren sich als Ideologen, Religionsführer und Herrschaftspolitiker?

Es ist daher ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte bestimmten Menschenmännern immer wieder gelungen erst das äußere Umfeld, bestehend aus den, ihnen gefährlich erscheinenden Outgroups, durch Bekämpfen zu unterwerfen oder ganz zu vernichten und damit ihre Welt, während ihrer Lebenszeit, zu kontrollieren. Später übernahmen das Konzept 'des optimierten Selbsterhaltes' die Männercliquen der Privilegierten, die innere Kontrolle auch über die letzten sozialen Matrifokal-Gemeinschaft - durch Ideologie, religiöse Intoleranz sowie Ignoranz. Die naturgemäße matrifokale Ingroup verlor schlicht weg ihre Basis - die innere und äußere Freiheit. Der bis dahin tradierte Alltag erlosch endgültig (in der Praxis und allmählich auch in den kollektiven Erinnerungen) und andere, androzentrierte, Traditionen wurde installiert. Das artgerechte Konzept einer weiblich-mütterlichen Sozialordnung fiel der rücksichtslosen, patriarchalen Geiselnahme anheim. Das Gefüge des naturgemäßen und bereits kulturgeformten Matrifokals wurde durch die androzentrierte Zivilisation überschrieben bzw. gegen Machtformationen, beherrscht durch Väter und deren Söhne, ausgetauscht.

Die gewaltsam durchgeführte und oft dauerhafte Trennung der konsanguinen* Mutter-Tochter-Schwester-Bindungen sowie der daraus entstehende Unterbrechung der Überlieferungen des menschenartgerechten Kontinuum, ebnete den kontrollbesessenen maskulinen Vertretern der psychopathisch initiierten Patriarchose endgültig den Weg in die Gesellschaftsform des etablierten Patriarchat. Diese gesamte Entwicklung ist ohne den Einsatz von Waffen und willigen Gefolgsleuten der jeweiligen Herrscherkaste nicht vorstellbar. Waffen sind die Errungenschaft einer bereits androzentrierten und damit maskulin gesteuerten einseitigen Kultur. Das, Töten und Versklaven einschließende, Beherrschen von blutsverwandten** bzw. untertanen*** Angehörigen (hier finden wir die gesamte Weiblichkeit) wurde zur gesellschaftlichen Norm.

Dieser Art des männlichen Selbsterhalts liegt ein männlicher Kontrollwahn zugrunde und ist die blanke Selbstsucht. Dadurch initiierte und förderte man dramatisch die Un-Geborgenheit des Individuums in diesen neu aber nicht vorteilhaft definierten Sozialstrukturen. Wir können den Auftakt der Patriarchose als den Beginn einer permanenten Geiselnahme des Lebens definieren - d.h. als einzelne kriminelle Handlung, als weitreichende kollektive Auswirkung wie Raubzüge und Kriege, als ideologische Unterwerfung, welche die extreme Mütterentwertung und die, zum Teil immer noch bestehende, Versklavung der Frau, in seiner Auswirkung bis heute verdeutlichen.

Diese Art der Geiselnahme der einst friedfertigen Urgemeinschaften brachte nicht nur als kollektives Merkmal das typische Stockholmsyndrom hervor, sondern erwies sich auch bis heute als der ideale Nährboden für jede Art von psychopathologischen Störungen. Allerdings zog sich diese an Gewalt und Kontrolle orientierte Entwicklung über einige Jahrtausende hin und sie ist bis heute nicht abgeschlossen. Von einem Postpatriarchat kann also noch keine Rede sein.

Immer wenn in relativ friedlichen Zeiten sich langsam die Tendenzen des naturgemäßen Agieren der Frau, die Female Choice und selbstverständliche Mütterlichkeit Bahn bricht, kommt es zu einem, oft sehr heftigen, Backslash in der patriarchalen Gesellschaft. Wir können es gerade wieder beobachten und müssen meiner Meinung nach sehr wachsam sein, dass die naturgemäße Freiheit der Frau, die sich gerade unter den derzeit humanen gesellschaftlichen Bedingungen wieder entfaltete, nicht zerschlagen wird. Zum Beispiel durch die rigide und rücksichtslose Struktur einer penibel kultivierten gewaltbereiten Ideologie (und den theistischen Vater-Religion) mit ihren eindeutig sozio- und psychopathischen Zügen.

Wenn wir also diesen Überlegungen folgen und heutige Erkenntnisse und Erfahrung damit abgleichen, gibt nur noch in den Enklaven der matrifokal lebenden Großgemeinschaften (noch existierende indigene Volksgruppen) und in wenigen individuelle Nischen nicht nur die einzigen freien Frauen, sondern auch keine machtbesessenen Psychopathen.

Abschließend zitiere ich dazu Gabriele Meixner (siehe Anne Beck auf FB): »Für uns heißt Leben: keine Gewalt. Für uns heißt Leben nicht: Macht über andere Lebewesen sondern Macht in uns, Macht des Seiens, Macht der Anwesenheit.« Diesen viel zitierten Satz schrieb Erika Wisselinck in ihrem Buch »Frauen denken anders« (1984)

* verwandt durch Geburt in mütterlicher Linie
** z.B. eigene Kinder, die der Macht oder Willkür eines Vater/Herrschers unterworfen sind...
*** sogenannte Ehefrauen, die Mütter der Kinder, die einem Vater/Herrn zugeordnet sind sowie andere weibliche Untertanen, die für das Wohl des Herren und seiner männlichen Verwandten und sonstigen Verbündeten zu sorgen hatten/haben. Der Spielraum der persönlichen Entfaltung, der weiblichen Mitgliedern einer Hausgemeinschaft oder einem anderem Einflussbereiches eines privilegierten Mannes zugestanden wurde, war stets der Willkür oder Gnade des jeweiligen Vaters/Herrn/Herrschers anheimgegeben…

Stephanie Ursula Gogolin