21 Juli 2014

launig bis launisch...


gerade frage ich mich, ob nicht vielleicht launig und launisch das Gleiche ist ... schnell noch mal nach sehen - nein ist es nicht ... ich bin also gern launig, aber launisch bin ich nicht. Ich erinnere mich, als ich noch klein bzw. jung war, wurde auch mir manches Mal nachgesagt, ich wäre launisch ... dabei ging es mir vielleicht gerade nur nicht gut oder ich wurde wieder einmal nicht gehört und bekam vor lauter Frust 'schlechte Laune'.

Launisch sein ist ein Zustand, den man selten selbst bei sich diagnostiziert. Die „eigenen Launen“ fallen einer meist gar nicht auf. Dafür reagiert unser Umfeld auf unsere sogenannten Launen. Und das führt oft genug dazu, dass das liebe Umfeld uns noch mehr unter Druck setzt oder ganz und gar ablehnt, besonders für Kinder schwer zu ertragen und zu begreifen. Empathie kommt jetzt erst langsam wieder in Mode...

darüber hinaus ist meine Meinung dazu, wenn sich eine selbst für launisch hält, dann hat man es ihr eingeredet. Launisch, unbeständig, unzufrieden, mürrisch, wechselhaft, kapriziös - es gibt eine Menge Bezeichnungen für die, andere störenden, Gemütszustände und das meiste davon wird Frauen nachgesagt. Dabei sind es doch nur unterdrückte Emotionen. Das was als "Laune" bezeichnet wird, ist nämlich nichts weiter, als eine zurückgehaltene Gefühlslage, die sich durch Übersprunghandlungen, seltsames Verhalten oder genervte Reaktionen dann doch Bahn bricht und so an die Umgebung Signale sendet...

wenn ich mich nicht so geben kann wie ich möchte, bekomme ich "schlechte Laune". Mein Befinden ist dadurch gestört und oft sogar nachhaltig. Wenn ich nicht so sein darf wie ich bin, wenn die Fremdsteuerung wieder einmal mein Leben übernommen hat und trotzdem sich alle um alles andere kümmern, nur nicht um das Befinden ihres Mitmenschen, dann kann 'launisch sein' auch zum Dauerzustand, zur Masche, werden.

Darüber hinaus wurden und werden Frauen immer noch darauf trainiert, sich (an allem) die Schuld zu geben - „sieh doch erst mal wo deine Anteile liegen“, ist immer noch ein beliebtes (esoterisches) Programm...
'launisch sein' ist kein willkürlicher Akt. Wenn plötzlich die Stimmung umschlägt, gibt sehr wohl auch einen Grund - es ist die Folge von (unterschiedlichsten) Beeinträchtigungen. Dieser Grund ist nicht immer einfach zu erkennen und wie wir wissen, es geschieht nie absichtlich, sondern hier handelt es sich um eine (innerkörperliche) Reaktion auf Energien, die uns umgeben und die somit in unseren Gesamt-Körperhaushalt eingreifen. Aber auch körpereigene Zustände können auch zu einem "Witterungsumschwung" führen - wie eine blöde Hormonlage oder Krankheitssituation ... und da sind erst recht keine Vorwürfe angebracht, weder durch einen selbst, noch durch andere... Empathie und Zuwendung sind angesagt.

"Was die Welt zusammenhält sind Felder, Energiefelder..." und innerhalb und durch diese, sind wir mit allem Lebendigen vernetzt. Das Individuum einer jeden Art folgt immer zwei Lebensimpulsen – dem Selbsterhalt, der wiederum den Arterhalt möglich macht und so die jeweiligen Wesenheiten weiter existieren lässt. Das Bindungs- und Beziehungsgeflecht in das wir, besonders wir Menschen, vom ersten Moment unseres Seins eingebunden sind, sorgt auch für unsere 'Laune'. Das was gemeinhin als Launen bezeichnet wird, ist durch unsere (unbewussten) Empfindungsabläufe initiiert ... genau genommen gibt es keine Launen, im Sinne von unberechenbaren und als störend angesehenem Verhalten ... denn ... es gibt für alles einen Grund ... und wenn wir uns nicht die Mühe machen wollen oder können, die 'Launen' der anderen zu ergründen, müssen wir sie halt hinnehmen oder besser noch, einfach mal nach dem Befinden fragen ... Härte zeigen war gestern ... heute leben wir im Zeitalter (der Entdeckung) der Empathie... 

zum Thema 'Launen' siehe auch Freundinnenblog...


19 Juli 2014

Wetterbericht II

... 13.00 Uhr ... Sonne strahlt gnadenlos (die Wetterseite nennt das "Heiter") ... 31°C (soll sich noch steigern) ... 1016,5 hPa (oha, der Luftdruck fällt langsam) ... Luftfeuchte 40% (noch staubt es nicht) … es ist immer noch Sommer ...

Heute begebe ich mich wieder auf die Heimreise... über 30°C und dann im Auto vier Stunden auf der Autobahn... so gern ich solche Strecken fahre, heute habe ich etwas Bammel... aber immer noch besser als auf einem Kamel in der Wüste ... oder? Eigentlich dachte ich mir, ich fahre in die Abendkühle, aber mit kühl wird es wohl nichts... auch Zuhause erwarten mich mind. 29°C... aber vielleicht gibt es unterwegs ein Gewitter ... im Auto bin ich hoffentlich sicher ...
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17 Juli 2014

Der Sinn des Lebens...


oder die Sehnsucht nach dem höheren Sein...

Sinnsuche ist uns Menschen eigen und eine der Triebfeder unserer Existenz - so scheint es. Ein Dasein, das morgen schon abrupt enden kann, ist manchen bei weitem nicht genug. Oder ihnen dünkt, das Leben ist ein Spiel und das kann schnell vorbei sein. Selbst in unserer heutigen Zeit, da die Durchschnittsbevölkerung ein hohes Alter erreichen kann, wird das Leben als kurz angesehen. Da muss unbedingt eine Verlängerung her. Bis wir als Einzelperson unsere Gegenwart auf Erden richtig durchschaut und halbwegs im Griff haben, ist unsere Spanne an Zeit ja auch fast schon wieder um.
Dabei wollten wir doch noch so viel tun und lernen und uns verbessern und vervollkommnen. Vielleicht fiel uns endlich die entscheidende Erkenntnis zu und nun fehlen uns die Jahre und die Gelegenheit oder die Kraft diese für unser Dasein sinnvoll anzuwenden.
Da braucht manch einer einfach mehr Zeit und nicht etwa nur ein paar Minuten Nachspielzeit, sondern am besten eine Möglichkeit alles nochmal und nochmal zu wiederholen, quasi solange zu reinkarnieren, bis das perfekte Sein für uns dabei herauskommt. Die christliche Vorstellung feuert den Menschen an, sich mittels Tugendhaftigkeit während seiner Erdenspanne den himmlischen und damit ewigen Lohn zu verdienen. Blöd ist nur, wenn man dann trotzdem in der Hölle landet. Daher ist vielen die Variante des abgeschlossenen Jenseits zu
unsicher und daher zu unattraktiv. Die Menschenseele möchte mindestens eine zweite Chance, noch besser mehrere.
Das Hoffen auf eine unendliche Abfolge von zu korrigierenden Variationen des eigenen Seins, eine Art Lebenszeitschleife meines höheren Selbst, ist eine der beliebten Lösungen. Diese Vorstellung beruhigt das Menschenwesen, das inzwischen weiß, dass es nicht perfekt ist, dass vieles schief gehen kann und dass nicht jeder Einzelne ein langes und erfülltes Leben genießen kann. Ein für alle mal nur ein Leben zu haben ist für keinen ein leichter Gedanke.
Unser Geist erschafft, erforscht, gestaltet unzählige Vorstellungen von möglichen Seinsstufen in den wir uns virtuell bewegen, unabhängig von der realen Welt in der sich unsere körperliche Manifestation bewegt. Da lassen wir unsere materielle Hülle im Alltagstrott oder in leidvollen Zuständen einfach zurück und träumen uns eigene Welten und bewegen uns in phantastische Räume und Imagination. Und wenn wir darüber schweigen, wird nie ein anderer Mensch je davon erfahren.

Das Mysterium 'Leben' selbst ist eine gigantische vielfältige Kraft, die wächst und wächst, sich variiert aber nie wiederholt. Es gibt, soviel ich weiß, keine Schablonen oder Matrizen, die immer Gleiches hervorbringen, es ist bestenfalls ähnlich. Es gibt keine identischen Lebewesen oder vollkommene Kopien. Für mich ist es ein faszinierender Gedanke, dass jedes Lebewesen, klein oder groß, ein absolutes Unikat ist. Bei all der Artenvielfalt und -ähnlichkeit auf unserem wunderbaren Planeten sind doch alle als Individuum einzigartig.
Aber trotzdem sind wir, als Menschen und so ist es auch bei anderen Arten, niemals "Einzelkämpferinnen". Viele Arten leben in mehr weniger großen und in mehr oder weniger geschlossenen Verbänden und darüber hinaus sind alle symbiotisch in dem sich selbst organisierenden und balancierenden Ökosystem miteinander verbunden. Und die viele Jahrtausende zurückreichende lebendige Komplexität, die wir in jeder Zelle tragen, führt zu Nachkommen und diesen reicht der Mensch auch sein erworbenes Wissen weiter.
Unseren Erdball überzieht ein fantastisches lebendes Gewebe Das Leben, in einzigartige Schönheit und geheimnisvoller Varianz. Ein Phänomen, dass uns immer wieder wie ein tiefer Zauber anmutet und doch nichts weiter ist, als der Impuls der organischen Existenz, der sich einst vor langer Zeit in Gang gesetzte.
Dieser Lebens- und Arterhalt ist mir persönlich eigentlich als das wirkliche 'Höheres Selbst' genug. Ich bin Teil eines überwältigend großen Ganzen und transportiere mein mir anvertrautes, von den Ahninnen überliefertes Potential und das von mir erworbenes Sein durch die Zeiten...
das muss nicht immer gut gehen, so wie wir Menschen es immer wieder hoffen, denn wie sagte auch schon Erich Kästner:


„Wird's besser? Wird's schlimmer?“, fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.


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Wetterbericht


... Sonne strahlt ... 27°C ... 1020,8 hPa ... Luftfeuchte 43% … es ist Sommer...


14 Juli 2014

ooooch

... ist die WM schon vorbei? Na wenigstens ist Deutschland Weltmeister geworden... (Ironiemodus aus)

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13 Juli 2014

coolness

... da steht in einem Kommentar des letzten Post, dass ich eine Art coole Großmutter wäre und in Luisa Francias Tagebuch geht es heute auch grad um coole Leute...
'cool' ist kein Wort aus meiner Jugendzeit. Ich müsste ein Weile nachdenken, ob es zu meiner Zeit überhaupt so was wie einen umschreibenden Begriff für das damalige Lebensgefühl in der DDR für mich gegeben hat, 'cool' fand ich unser Dasein jedenfalls bestimmt nicht... und ich kannte in den siebziger und achtziger Jahren auch nicht wirklich coole Leute.

Es war ein beschauliches und in mancher Hinsicht ein recht enges Leben. Aber hie und da gab es auch faszinierende Nischen und spannende Enklaven, doch wahrscheinlich alles eine Nummer kleiner, als im aufregenden 'Westen' der damaligen Zeit. 
Ich hatte damals auch anderes zu tun, als cool zu sein... in den Siebzigern habe ich, nach und nach, vier Kinder geboren und die Achtzigern waren damit angefüllt meine geliebte Kinderschar aufzuziehen ... und ich finde immer noch, das war eigentlich, auf meine Weise, auch ein recht cooles Leben...
natürlich weiß ich um die Bedeutung und Anwendung von 'cool' ... aber trotzdem kann ich diesen Begriff immer noch ein wenig schwer fassen – Coolsein, dass muss einfach passieren, man kann es nicht wirklich darauf anlegen cool zu sein, denn das wäre schon wieder uncool...

coole Achtzehn in bravem Outfit, leicht verschwommen...

coolness hat viel mit dem laufenden Mainstream zu tun und gleichzeitig ist es auch erst wirklich pfiffig, wenn es sich auf irgendeine Weise von selbigem abhebt... wenn ich das recht bedenke, ist das ziemlich cool...


12 Juli 2014

verreisen...

... von A nach B fahren, packen, für jedes Wetter etwas mitnehmen, an alles denken was frau so braucht und was heute unerlässlich ist... Laptop, Mouse, Kamera, Handy, und für alles Lade- und Verbindungskabel ... den ganz kleinen Zusatzlautsprecher für alle Fälle und weil mein Computerchen bei sommerlichen Temperaturen in seinem Tatendrang auch mal etwas heiß läuft, packe ich noch die leichte Gebläsekonsole mit ein. Allein die Technik füllt die halbe Reisetasche aus ... puh beinahe hätte ich jetzt das Aufladegerät für die Zahnbürste vergessen. Noch schnell ein paar DVD für Unterhaltungszwecke und für unterwegs ein paar Musik-CDs, um nicht nur auf die manchmal öden Programme des Autoradios angewiesen zu sein. Und schon bin ich reisefertig. Ach richtig, das Navi hat frau heutzutage ja auch immer noch dabei.
Aber bei meiner derzeitigen Reise ist es nicht wirklich nötig, die Route kenne ich im Schlaf und mein kleines Auto findet den Weg zu meinen Ziel schon allein ... aber damit die Fahrer nicht zu sorglos über die Straßen jagen und vor lauter entspannt sein nicht noch tatsächlich einschlafen, werden immer wieder und an wechselnden Stellen ganz fiese Baustellen auf der Autobahn eingerichtet... schmale Schlängelspuren, Geschwindigkeitsbegrenzungen, die an Feldwege erinnern und immer wieder unvermittelt ein kleiner Stau... so ist die Fahrt doch noch streckenweise so spannend wie ein Videospiel....

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09 Juli 2014

ich sage es immer wieder gern


Jede ursprüngliche Kulturtätigkeit ist ein Nebenprodukt des (menschlichen) Arterhalts...

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08 Juli 2014

relativ physikalisch...

Wo ein Körper ist, kann kein anderer sein ... Männer haben das als Jungs schon verinnerlicht und im naturwissenschaftlichen Unterricht bestätigt bekommen. Deshalb wird von klein an geschubst und gerangelt, sich gegenseitig überholt, gewetteifert und gekämpft, um zu guter Letzt als Gewinner auf dem Platz, dem Siegertreppchen oder dem Chefsessel zu bleiben.
Kleine Mädchen sind da von Natur aus anders, sie sind ja auch angeblich nicht so gut in Physik. Man könnte meinen physikalische Gesetze sind ihnen ganz egal. Mädchen kommen offenbar mit einer ganz anderen Wahrnehmung auf die Welt – und die kommt zu dem einfachen Schluss: wo ein Körper ist, passt gut noch ein zweiter und ein dritter hin.

Da wird sich aneinander gekuschelt und noch näher zusammengerückt. Vertraulich und innig die Köpfe zusammengesteckt und in wohliger Nähe fast mit einander verschmolzen ... der Körperbegriff kann ja so verschieden sein!
Leider sorgt die Schule immer wieder dafür, dass auch Mädchen lernen sollen, wie sie konkurrieren müssen und dass es immer nur einen Ersten geben kann ... Heureka!



Das uralte Naturgesetz 
der 'glücklichen Nähe und Verbundenheit' wird jedoch in keiner unserer Schulen gelehrt...
wie wäre es mit einem neuen Fach: 
'Die Physik der Geborgenheit'?
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07 Juli 2014

Zu Hause - Kindheit und weiter gehts...

Kein Kindergarten im Dorf bedeutete für mich, bis zur Schulzeit zu Hause bei Mutti sein. Damals hatte die Koseform 'Mutti' noch nicht diesen Beigeschmack von leichter Peinlichkeit. Heute haben ja, außer Mama, fast alle weiblichen Bezeichnungen einen abwertenden Tenor. Aber meine Mutti war die Beste und ich hielt mich, bis zu dem magischen Moment, da die ersten kleinen Spielkameradinnen in mein Leben traten, immer in ihrer Nähe auf. Das heißt ich wurde den ganzen Tag überall mit hingenommen. Schade, dass ich an die Zeit so wenig aktive Erinnerung habe. 
'Bei Mutti sein' war letztendlich eine kurzweilige Angelegenheit - Haus, Hof, Garten, Feld und Wiese - dazu kamen Highlights wie Waschküche, der Saal oder Scheunen und Ställe.

Bei Mutti sein hieß also nicht, andauernd an ihrem Schürzenzipfel hängen. Mutti trug, wie die meisten Frauen auf dem Dorf bunte Kittelschürzen. An ihre Kleidung darunter kann ich mich nicht mehr erinnern, aber damals trugen Frauen vor allem Röcke und Kleider. So manches der Kleidungsstücke, auch meine, nähte meine Mutter selbst. So ein kleines Röckchen ist ja schnell gemacht und für die Puppe gleich eins mit. Für mich änderte sich die berockte Zeit erst später. Praktische Hosen waren vor den Siebzigern für die erwachsene Durchschnittsfrau fast undenkbar. Aber das ist eine andere Geschichte.


der brave Eindruck auf dem Bild trügt...
Meine Mutter war nirgendwo fest angestellt und hatte daher keine regelmäßigen Arbeitszeiten im Sinne des heutigen Verständnisses. Trotzdem arbeitete sie quasi rund um die Uhr, wie wir das immer noch von Müttern kennen. Mutti hatte noch zu tun als ich abends zu Bett ging und war schon voll zu Gange, wenn ich morgens aufstand. Sie stand dann schon in Kittelschürze und einem im Nacken verknoteten Kopftuch in unserer Küche und rüstete sich für ihr Tagewerk. Meist hatte sie da bereits die Hühner und Kaninchen gefüttert, meinen Kakao gekocht und meinem Vater das Frühstück zubereitet, wenn er da war.

Die Sommer waren toll - da schlüpfte ich morgens nur in ein kurzes Kleidchen und wenn es das Wetter zuließ, lief ich den ganzen Tag barfuß. Doch bevor ich raus durfte, hieß es noch stillhalten - da verpasste mir eine Mutter zwei streng geflochtene, Schleifen verzierte, Zöpfchen - mit der Auflage, dass diese bis zum Abend halten mussten. Ob ich das immer geschafft habe, weiß ich wirklich nicht mehr...

06 Juli 2014

Der Gang - Kindheit, die Fünfte...

... als ich klein war gab es in unserem Dorf keinen Kindergarten, der wurde erst später gebaut und noch dazu direkt an meinem Lieblingsschulweg. Doch da hatte ich die Schulzeit an unserer gemütlichen Dorfschule schon fast hinter mir. 
Mein bevorzugter Schulweg ab der ersten Klasse war: die Erfurter Straße überqueren, am (Dorf)Anger vorbei, zum Haus meiner Freundin Johanna. Meist wartete sie schon darauf von mir abgeholt zu werden und um mit mir nochmal schnell die Hausaufgaben durchzugehen. Dann wanderten wir unter den großen Kastanien, vorbei an Schröders Eisdiele, entlang an einem stattlichen, sich hinziehenden Gebäude, der großen Ziegelei am Ort. Hier stand meist schon Margitta unter dem Bogen des großen Tores. Sie wohnte mit ihren Eltern in eben dieser Ziegelei. Von hieraus ließ sich bereits gut die Uhr an unserem Kirchturm erkennen und wir wussten wie viel Zeit wir noch bis zum Unterrichtsbeginn hatten. Wir passierten die Brücke über die Schmale Gera und gingen an einem größeren LPG - Gebäude vorbei. Hinter dessen Ecke begann .... der ... Gang.
Der Gang war eine beliebte Abkürzung für Fußgänger und Radfahrer und besonders für die Schulkinder, die nicht vorn durchs das ganze Dorf laufen wollten. Ein eingezäunter Weg, mit überwucherten Rändern und Brombeerranken, der wie ein langgezogenes Z zwischen Mauern und Maschendrahtzäune an der Hinterseiten diverser Hofgrundstücke und Gärten verlief. In meiner Erinnerung ein ruhiger grüner Ort. Als ich jünger war erlaubte mir meine Mutter nur ungern dort lang zu gehen, was ich mit der kleinen Mädchenclique, zu der auf den letzten Metern oft noch Hannelore und Gerhild dazu stießen, trotzdem immer wieder tat.
Nach dem ersten Knick in dem einfachen Weg ging man direkt auf die Kirche bzw. die dicke, hohe Feldsteinmauer
zu, mit der das Gelände der alten Dorfkirche umsäumt war. Zwischen der Kirchenmauer und einer Hausmauer, die schon zur Schule gehörte, führte der Gang dann direkt auf unseren Schulhof. Meistens kamen wir erst an, wenn es bereits klingelt und wir schnell nach vorn ins größer der beiden Schulgebäude rennen mussten...


05 Juli 2014

unsere Hühner - Kindheit, die Vierte...

Unsere Hühner hatten natürlich Namen ...wie beispielsweise Tiri und Tomba - sie waren zwei "Italienerinnen". Dann gab es noch das Schneewittchen - ein schönes weißes Huhn, das uns einst als Küken zu gelaufen war. Die Braune, eine dicke behäbige Rodeländer Henne hatte das Amt unsere Glucke inne. Sie war auch das Huhn, das die besten Eier legte, schöne große, mit einer zarten hellbraune Farbe.
Meine Mutter liebte ihre Hühner. Ich mochte zwar lieber unsere Kaninchen, aber die Hühnchen hatten auch ihren Charme. Mein zehn Jahre älterer Bruder ging mit dem Geflügelhof eher sachlich um. Er hatte eine Tabelle gezeichnet, in welche die Legeerfolge unserer Hühner eingetragen wurden, das übernahm ich später, als er nicht mehr zu Hause wohnte.
Ein paar Jahre lang gab es auch immer mal einen Hahn auf unserem kleinen Hühnerhof und so hatten wir eigenen Kükennachwuchs. Daher scharrten und gackerten stets noch drei bis fünf drei andere Hühner in dem überschaubaren Gehege. Deren Namen merkte ich mir allerdings bis heute nicht. Vielleicht sind sie auch zu schnell in den Topf gewandert oder wurden bereits als Küken verkauft. Es gab so eine gewisse Fluktuation über die Jahre hinweg im Bereich der Hühnerleiter. 
Unsere Glucke brütete, so lange sie lebte, jedes Jahr und manches mal wurden ihr auch Enteneier untergelegt. Das führte nach dem Schlüpfen der niedlichen Nestlinge für die arme Hühnermami zu einigen Irritationen, besonders wenn sich die Entchen begeistert in die große Hofpfütze stürzten. 
Diese Senke in dem gepflasterten Hof war bei heißem Wetter schnell trocken und so gossen wir für die kleinen Enten wurden schon mal ein ein paar Eimer Wasser nach. Ich stand barfuß und im bunten Sommerkleidchen daneben, eine Gerte in der Hand und passte auf, dass der kleinen Schar nichts passierte. Entchen sind unheimlich neugierig und können sehr geschickt hüpf-klettern. Die kleinen Hindernisse aus Holzklötzchen, die ich für sie regelmäßig aufgebaute, um ihren Freiheitsdrang etwas einzuschränken, nutzen sie wie einen Parcours. Kinder sind wohl bei allen Arten gleich - wissbegierig bis tollkühn und niedlich anzuschauen. Ich habe gern Entchen und Gänse gehütet.



03 Juli 2014

(nicht) religiös - Kindheit, die Dritte...

wir wählen uns in der Regel unsere Religion nicht freiwillig. Es ist üblich, dass Kinder in ein bereits religiös vorgeprägtes Umfeld hineingeboren werden, in dem das sogenannte Elternhaus die persönliche Richtung vorgibt. Die Eltern und unsere sonstigen Angehörigen erziehen uns unseren späteren Glauben an, zumindest versuchen sie es.
Ich bin unter den gesellschaftspolitischen Laborverhältnissen der, ein sozialistisches bzw. kommunistisches Staatsgefüge anstrebenden, DDR aufgewachsen. Die 'Religion', so schien es, wurde anfangs auf deren Territorium nur geduldet, blieb aber bis zum Niedergang der marxistisch-leninistischen Idee eine feste Größe im Alltag des truschigen ostdeutschen Kleinstaates.
Die meinungsbildenden Lehren der gut organisierten tradierten Kirchen standen der, sich menschenfreundlich gebenden, Staatsideologie gegenüber und beide verschmolzen in ihren, besonders maskulinen, Idealen mitunter auf seltsame Weise mit einander.
Das sozialistische Schulsystem setzte auf die Überzeugungskraft der neuen ideologischen Werte ( Freiheit für alle und keine religiös gestützte Herrschaftskaste) und stichelte, wo es nur möglich war, gegen die, als überholt gebrandmarkten, Glaubensvorstellungen der religiösen Überlieferung.
Die Kirchen einfach nur abzuschaffen wäre jedoch, dem sich tolerant gebenden, Sozialismus nicht gut bekommen. Das Politbüro oder wer auch immer, bemühte sich, besonders am Anfang dieses bizarren gesellschaftspolitischen Experiments, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Wirkungsradius der traditionell vorhandenen Religionen so gut es ging zu beschneiden. Das bemühte Konzept ging jedoch nicht wirklich auf. Die konventionelle Religionshörigkeit eines Großteil der Bevölkerung kollidierte zwar einerseits mit der modernen Staatsräson, vermischte sich jedoch andererseits mit den neuen, heroisch daherkommenden Wertevorstellungen einer idealistischen Utopie zu einem mainstreamigen Einheitsbrei.
Als Kind an etwas zu glauben, was die kriegstraumatisierten Eltern manchmal selbst nicht mehr zu glauben vermochten, stellte mich vor eine besondere Herausforderung. Trotzdem fand ich es irgendwie gar nicht mal so schlecht an dem parallel zum Schulunterricht stattfindenden Religionsunterricht teilzunehmen oder auch mal sonntags in die Kirche zu gehen. Denn dort gab es interessante Informationen, die mir in meiner drögen Dorfschule vorenthalten wurden. Der deutlich hervorgehobene, die Geschichte betreffende, Konflikt machte mich neugierig. Natürlich konnte ich später all die losen Enden verknüpfen und mir ein realistisches Bild von der historischen Vergangenheit und der immer noch (sowohl politisch wie auch konfessionell und geisteswissenschaftlich) manipulierenden Gegenwart machen.
Der "Glaube" meiner Kindheit ging dabei restlos verloren.
Bis zu meinem heutigen, recht gut informierten Geschichtsverständnis und den daraus resultierenden Handlungsoptionen sowie meinem (ethischen wie auch spirituellen) Wertekodex, war es allerdings ein weiter und manchmal mühsamer Weg, den ich mir über weite Strecken allein suchen musste. 

02 Juli 2014

meine Freundin Renate - Kindheit, die Zweite...

Renate, 60 Jahre her – sie war eine meiner kleinen Freundinnen. Mit ihr spielte ich schon, noch bevor ich in die Schule kam. Renatchen war ein süßes Ding, etwa ein Jahr jünger als ich, aber viel lauter und frecher. Ihre Oma wohnte ganz in unserer Nähe in einem kleinen langgezogenen Haus mit einem großen Hof und Garten nach hinten raus. Die Oma war eine dünne drahtige Person mit einer tiefen rauen Stimme, die ohne Unterlass eine Zigarette nach der anderen rauchte. Renate hielt sich manchmal wochenlang bei ihr auf. Über Renates Mutter waren per Dorfklatsch wilde Gerüchte im Gange, aber leider schienen die alle übertrieben, denn eines Tages wohnte meine Freundin wieder bei ihr in der Stadt. Dann sahen wir uns nur noch in den Ferien und bald gar nicht mehr... 
nur immer auf dem Hof spielen wurde uns unternehmungslustigen Kleingören schnell langweilig und so verdrückten wir uns manches mal klammheimlich wenn die Großmutter im Garten werkelte. Hatten wir uns durch das große grüne, wackelige Tor geschlichen und die damals stille Dorfstraße überquert, spielten wir in der langen Kastanienallee, die sich durch das halbe Dorf zog... im Frühsommer konnten wir Maikäfer fangen, winzige Frösche in dem sumpfigen Graben hinter den alten Bäumen beobachten und im Herbst Säckeweise glänzend runde Kastanien sammeln....
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01 Juli 2014

unser Tag war so lang, wie Kornfeld im Sommer

... diese Zeile ist mir im Gedächtnis geblieben, seit ich sie in meiner Kindheit in irgendeiner Ferien-Kinder-Geschichte gelesen habe... keine Ahnung wie das Buch hieß und um was es dabei ging... aber... genauso war es... als Kinder waren wir fast den lieben langen Tag draußen ... in diversen Gärten und an verschwiegenen Plätzen, am Flüsschen oder durch die Felder streifend... unterwegs mit einem Pulk Mädchen oder beim Gänschen hüten mit einem Buch in der Hecke sitzend... unsere Sommertage waren lang und natürlich "immer'" sonnig...
... in meiner Schulzeit begannen im Juli mit schöner Regelmäßigkeit die Ferien, daran schloss sich der August als weiterer Ferienmonat und am 1. September fing wieder die Schule an, wenn nicht gerade Wochenende war. Das war einfach und gut zu merken. Alle konnten sich darauf einstellen und waren daran gewöhnt.
Acht Wochen Ferienzeit und wir Kinder hatte keine Schwierigkeiten damit diese Zeit herum zu bekommen. Es schien generell kein Problem zu sein, obwohl fast alle unsere Mütter berufstätig waren. Auf dem Dorf gab es für uns vielfältige Beschäftigung und unsere Mütter, die in der Landwirtschaft arbeiteten, waren auch immer zwischendurch mal anwesend. Als größere Kinder haben wir auch ganz selbstverständlich zwischendurch gearbeitet, zu Hause oder, wie wir heute sagen, in Ferienjobs. An Bohnenpflücken oder Salatschneiden oder die letzten Erdbeeren ernten, kann ich mich erinnern. Auch das Kirschen pflücken war recht beliebt... ansonsten konnten wir Kinder in ein Ferienlager fahren oder die sogenannten Ferienspiele mitmachen. Ich habe derlei Aktivitäten weniger geschätzt und meine Ferien lieber frei und nicht reglementiert gestaltet... wenn ich so zurückdenke, war das scheinbar gar kein Problem ... heute haben die meisten Kinder nicht halb so viel Freiheit... dafür mehr Langeweile...
mit meinen Freundinnen Christa, Renate, Ursel, Hannelore, Ute und allen voran Hanni, habe ich in all den Jahren meiner Schulzeit auf unserem Dorf ohne eine erwachsene Aufsicht wunderbare Ferien verbracht...




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30 Juni 2014

Monatsrückblick...

 ... der Juni 2014 hätte auch größtenteils ausfallen können ...

Gelesen: 'Misogynie – Die Geschichte des Frauenhass' von Jack Holland und 'Die Bogenschützin' von Martha Sophie Marcus (meine Lieblingsautorin aus Lüneburg)

Gesungen: … das Singen war mir etwas vergangen...

Gehört: …. Tine Mai und Indila ...

Gesehen: … relativ wenig...nichts blieb mir im Gedächtnis hängen ...

Getrunken: … literweise Leitungswasser ...

Gegessen: … den letzten Spargel, viele Erdbeeren, knackige Kirschen vom Baum ...

Gekocht: … wenig und einfach - Pellkartoffeln und Quark, Gemüsesüppchen, Buchweizengrütze ...

Gebacken: … zählen Kartoffelplätzchen auch?

Gefreut: … über das skypen mit der Enkeltochter in Pittsburgh, Pennsylvania und über ein ganz besonderes Telefonat ...

Gelacht: … wenn ich mir recht überlege, hatte ich diesen Monat nicht viel zu Lachen … aber ich denke, mein sonniges Gemüt lässt mich nicht untergehen...

Geärgert: … über meine Sommererkältung, den Dauerschnupfen und meine entzündete Zahnwurzel ...

Genäht: … ich habe die Nähmaschine verliehen ...

Gestrickt: … keine Nadeln, keine Wolle, keine Geduld... lieber gezeichnet ...

Gekauft: … Geschenke... und eine lang gesuchte DVD (gebraucht) für mich ...

Gespielt: … mit Playmobil, draußen war einfach zuviel schlechtes Wetter ...

Gefeiert: … zweimal Enkeltochtergeburtstag - einmal sieben und einmal fünfzehn Jahre.... ach sie werden so schnell groß ....

Gefühlt: … Trauer um den verstorbenen Sohn einer Freundin ...

Geknipst: … ein paar Blüten und Blumen und nur einen gescheiten Sonnenuntergang ....

Das Motto des Monats: Auch 30 Tage Juni gehen irgendwann vorüber ...

... bis auf das Motto habe ich den Rückblick von Schäfchens Sandsack - Blog ... Danke!

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26 Juni 2014

schmerzlich















für Jonathan 2004 - 2014

Also, es war einmal eine Zeit,
da war ich noch gar nicht da. -
Da gab es schon Kinder, Häuser und Leut
und auch Papa und Mama,
jeden für sich -
bloß ohne mich!

Ich kann mir‘s nicht denken. Das war gar nicht so.
Wo war ich denn, eh es mich gab?
Ich glaub, ich war einfach anderswo,
nur, dass ich‘s vergessen hab,
weil die Erinnerung daran verschwimmt -
Ja, so war‘s bestimmt!

Und einmal, das sagte der Vater heut,
ist jeder Mensch nicht mehr hier.
Alles gibt‘s noch: Kinder, Häuser und Leut,
auch die Sachen und Kleider von mir.
Das bleibt dann für sich -
bloß ohne mich.

Aber ist man dann weg? Ist man einfach fort?
Nein, man geht nur woanders hin.
Ich glaube, ich bin dann halt wieder dort,
wo ich vorher gewesen bin.
Das fällt mir dann bestimmt wieder ein.
Ja, so wird es sein!

Michael Ende

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25 Juni 2014

nachdenklich

... gestern Nachmittag rief mich nach langer Zeit eine Freundin an. Vor etwa zwei Monaten hatte sie eine Brust-OP und nun plagt sie sich mit irrationalen Schuldgefühlen. Statt in Ruhe zu heilen, kämpft sie verzweifelt um Normalität und bezichtigte sich der Faulheit. Statt einfach anzunehmen, dass sie von ihrem Lebensgefährten gut versorgt wird, hadert sie damit, dass ihr selbst das Staubwischen schwer fällt. Zweimal in der Woche geht sie schon wieder wie zuvor zum Sport, obwohl sie hinterher fix und fertig ist... ich fragte sie vorsichtig, ob sie denn wirklich das eigene Wohl im Auge behält?
Am Abend, relativ spät, rief mich eine andere Freundin an und... wir sprachen über ihre Brust-OP – es war ein einziges Déjà-vu! Sie unternimmt hektisch dutzende Maßnahmen um zu gesunden ... nimmt zusätzlich Heilerin und Heilpraktikerin in Anspruch und rast weiter durch die Welt, ohne sich zu schonen, so wie ich sie schon immer kannte und ihre Arbeitstermine sind auch nur aufgeschoben und keiner wurde aufgehoben. Ich würde sagen: Beider Ziel ist, so schnell wie möglich wieder so zu funktionieren wie zuvor.
Und jetzt frage ich mich: was weiß ich über meine wahren Bedürfnisse? Was brauche ich in diesem Moment und in der Zukunft, um froh, zufrieden und möglichst heil zu sein? Wie sehr lebe ich mit mir im Einklang?
Bei beiden Frauen habe ich den Eindruck, dass sie nicht wirklich wissen, was sie brauchen ... was ihnen fehlt, mal abgesehen davon, dass ihnen ein Stück, ein nicht unerheblicher Teil, ihres Körpers genommen wurde...

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24 Juni 2014

traditionell

Heute morgen bin ich über einen Artikel zum Thema Rituale von Ulrich Greiner gestolpert und fand darin den Satz: "Man kann die Moderne als den Versuch beschreiben, ohne Tradition auszukommen und sich dem jeweils Neuen zu verpflichten."

Ist das so und was sind uns Traditionen wert?

... wenn von Traditionen und Konventionen die Rede ist, dann wirft man meist nur einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Und wenn ein eher konservativer christlicher Abendländler die Historie betrachtet, schafft er es meist auch nur ein paar Jahrhunderte weit. Als gäbe vor der Kultur der Christenheit keine von menschlichen Gemeinschaften gestaltete und erlebte Vergangenheit, wird das aktuelle mitteleuropäische Brauchtum zur (einzigen) Tradition erklärt. Die Rituale der christlichen Kirche scheinen dabei aus dem Nichts zu kommen (obwohl wir es bereits besser wissen) und sie garantieren den Benutzern opitimalen "spirituellen" Nutzen. Aber das tradierte und christlich aufgerüschte Volksbrauchtum fragt sehr wohl heute wieder nach seinen Wurzeln...

Die SommerSonnenWende - der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres - ist wieder ein gerngefeiertes und vielbeachtetes Naturereignis. Und das nicht ohne Grund - es war und ist eine traditionsreiche Festzeit, die interessanterweise in der umfangreichen Feierkultur des Kirchenjahrs keinen direkten Niederschlag findet. Ähnlich dem sinnenfreudige Fest Anfang Mai, heute als Beltane oder Walburgisnacht bekannt, wenn um den Vollmond das Frühjahr seinen klimatischen Hochpunkt erreichte. 

Welche Rituale auch immer rund um und während der alten Feste stattfanden, fast immer ist Feuer eine  Bestandteil der Gebräuche ... verliebte Paare springen Hand in Hand über das Sonnenwendfeuer, es gibt noch immer die Osterfeuer und in manchen Gegenden wurden zu verschiedenen Gelegenheiten Feuerräder zu Tal gerollt. An der Küste gibt es noch das Biikebrennen, wir stellen Lichter in ausgehöhlte Kürbisse und die Weihnachtszeit, welche als Quellcode die WinterSonnenWende hat, ist traditionsgemäß Kerzenzeit ... uraltes Brauchtum ist immer noch unglaublich vielfältig erhalten und nicht alles konnte von der christlichen Umgestaltung übertüncht oder gar ganz ausgelöscht werden...

so bilden sich auf den Relikten alter Bräuche immer auch neue Rituale. Vielleicht führt das Leben, bezogen auf die Natur, uns ohnehin immer wieder in den altbewährten zyklischen Ablauf, in unseren bunten Jahreskreis...

































Wolf Dieter Storl sagte in einem Vortrag: "... Rituale sind archaische Techniken, die Dinge bewegen, die den Geist bewegen, die die Seele bewegen, die auch eine Wirkung haben...


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23 Juni 2014

happy enden

... sicher kennt jede das Zitat: ...nach dem Happyend wird jewöhnlich abjeblendt... 
es kommt der Punkt, da ist die Geschichte auserzählt, da nimmt endlich alles eine glückversprechende Wendung und Märchen schließen mit der Verheißung "..und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage!"
Ich mag ja eher den Schluss: "... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!", das lässt viele schöne Möglichkeiten offen.

Wir brauchen und das nicht nur bei Erzählungen und Romanen, ab und zu ein möglichst gutes Ende, einen Zwischenstopp der aufgeputschten Gefühlslage. Ein nicht enden wollendes Drama bedeutet Dauerstress. Auch beim Geschichten erzählen (bzw. schreiben) ist es für den Leser (und auch für den Erzähler) frustrierend, wenn die unerfreulichen Wendungen so gar kein Ende nehmen wollen und die Normalität eines gediegenen Alltags sich nicht mehr einstellen will. Dauerstress macht krank, selbst wenn es ein vermeintlich positiver Stress ist.
Ein ununterbrochenes dramatisches Wechselbad der Gefühle, ohne dass zwischendurch (lange) Phasen der Entspannung in einem eher ruhigen Gleichmaß stattfinden, kann uns in einen Zustand von (sowohl positiver wie auch negativer) Euphorie versetzen, die wir vielleicht nicht als solche wahrnehmen. Denn das ist wohl das Problem, wir gewöhnen uns auch an Extreme, wenn uns (scheinbar) keine Alternative bleibt. Wir passen uns an und das muss nicht bedeuten, dass wir uns damit wohlfühlen und schon gar nicht wird es uns gut tun, es ist eher ein Überlebensreflex (siehe Stockholmsyndrom).
Die Weltliteratur liebt Dramen und Tragödien, unerfüllte Liebe und das meist hart erkämpfte Happyend. Nach Zeiten der Prüfungen und des Leids möchte all die Bitternis und das Unrecht endlich vorübergehen. Wir sehnen uns alle nach einem guten Ende.
Und genau genommen soll dieses Ende auch gar kein Ende sein, sondern ein Anfang – der Beginn einer endlich unbeschwerten Zeit. Eine Zeit, in der das grundlegende Lebensgefühl mindestens Zufriedenheit am liebsten jedoch (ein sanftes andauerndes) Glück ist. Wohl kaum wird eine ein pausenloses Feuerwerk der Glücksgefühle erwarten – das wäre unrealistisch und anstrengend - aber eine glückliche Grundstimmung wäre schön, um das zu tun was eine Mensch halt so tun muss, um auch weiterhin zufrieden durchs Leben zu gehen.
Das Happyend, auf das wir seit Kindheit an geeicht werden, geht immer mit der Vorstellungen von einer alles außer Kraft setzenden, romantisch-sensationellen und möglichst lebenslang dauernden Liebe zu einem – nein, zu dem – Partner einher, dem heißersehnten Märchenprinzen, dem Traummann, Mr. Right bzw. seine weiblichen Pendants. Wir können nur happy enden, wenn eine einzigartige Zweierbeziehung von nun an unser Leben bestimmt... ach ja!
Und hier vermischen sich nur zu gern Fantasie und angestrebte Realität. Die Literatur, die täglichen Serien, die Filme der Superlative machen es uns vor, wie unser Anspruch auszusehen hat - love for ever... unter dem tut es keiner mehr ... wobei heute mehr denn je die 'Liebe' (literarisch) auch lediglich als serieller Sexkonsum mit durchaus akzeptierten Gewaltkomponenten daher kommen darf.
Aber ein glückliches Ende kann viele Formen annehmen und die müssen, wenn sie gerade beginnen, nicht immer super-mega-spektakulär sein. Manchmal besteht das glückliche Ende auch daraus, eine dieser Wahnsinnsbeziehungen "überlebt" zu haben und endlich wieder frau (man) selbst zu sein... oder wir finden das, was wir eigentlich die ganze Zeit suchen … Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Zuwendung, gegenseitige Fürsorge in verlässlicher (artgerechter) Nähe...
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22 Juni 2014

schläfrig

... das fahle Licht, das heute aus einem eher grauen Wolkenmix und einer müden Sonne besteht, hat eine eigenartige Wirkung auf mich - es macht mich schläfrig und träge und lässt weder frohe noch beschwingte Gedanken zu ... stattdessen sehne ich mich nach einem heißen Kakao mit Sahne...
wir haben ja hier im gern mal kühlen Norden einen recht frischen und eher ungemütlichen Sommeranfang und wenn plötzlich morgen im Supermarkt wieder Pfefferkuchen stünden, würde ich mich nicht wundern...
aber zum Glück ist es noch lange nicht so weit...
ich gehe jetzt trotzdem ein Stündchen auf die Wiese nach den Kräutlein sehen und wenn ich nicht vom Winde verweht werde, bringe ich ein wenig Sonnenkraut* für meine Sommertee - Mischung mit...


* auch Johanniskraut genannt...

20 Juni 2014

Heidi die Schnucke





... so ist das, wenn die "Natur" uns wieder einholt...




19 Juni 2014

schnuckelig

Draußen jault heute ein kalter Wind... das ist die Schafskälte, meint meine Schwester. Na sie muss es ja wissen, schließlich lebt sie fast ihr ganzes Leben in der Lüneburger Heide und ist schon so mancher Heidschnucke begegnet. Ich bin ja in thüringischen Gefilden aufgewachsen und habe dort lange gelebt. In die weitgehend platte Heidelandschaft hat es mich relativ spät verschlagen.

Die Heide als solche gilt ja als eine der ökologischen Missetaten des Menschen. Einst soll die Landschaft normal bewaldet gewesen sein, bis Unmengen von Holz verbaut und zum Salzsieden verbrannt wurden... übrig blieb die Karstlandschaft mit dem lieblichen Heidekraut namens Erika, den vereinzelten Wacholdern und den genügsamen Schäfchen. Und morgen schreibe ich über 'Heidi, die Schnucke' das arglose Schäfchen, das keine Wölfe kennt...

















...das ist kein Schäfchen in der tristen Heide, sondern die kleine Stephanie im winterlichen Thüringen...

18 Juni 2014

singen

...bleiben wir noch ein bisschen bei der Kunst...
Kunst steht auch in unserem Sprachgebrauch für den Gegensatz zur Natur... wir erleben es in verschiedenen Begrifflichkeiten von künstlich über gekünstelt bis Kunsthonig.
Also hat der Mensch mit seinem Einwirken in die natürliche Abläufe von Anfang an eine künstliche Welt geschaffen? Aber ist Musik, Gesang und Tanz etwas, das in die Natur eingreift? Ist es nicht eher ein Ausdruck der Freude am Leben ... am Dasein?
Gesang ist heute eine Form, ein Zweig der Kunst. Mit der eigenen Stimme eine Zauberwelt entstehen lassen, ist vom rhythmischen Lalalala, das schon die Babys hervorbringen bis hin zur sensationellen Kunstfertigkeit einiger besonders Begabter, ein Teil unserer Menschlichkeit. Wir lieben Gesang und fast alle singen, wenn manchmal auch nur heimlich - unter der Dusche oder im Keller...
früher habe ich mit meinen Kindern bei der gemeinsamen Küchenarbeit gesungen oder wenn ich sie am Abend zu Bett brachte. Dann reimte ich auch gern selbst kleine Verslein und vertonte sie sogleich oder arbeitete bekannte Musikstücke ein bisschen passend fürs Kinderzimmer um. Vor der Musik bin ich nie in Ehrfurcht erstarrt... aber wenn heute meine Tochter die hohe Kunst des Gesangs zelebriert, dann hab ich doch manchmal ein wenig Gänsehaut...
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17 Juni 2014

gekonnt

... das, was wir heute als Kunst bezeichnen bzw. als den künstlerischen Ausdruck eines Menschen sehen, ist eine sehr frühe Begleiterscheinung des Menschen.
Manche tun so, als würde es Kunst erst geben, seit der Kunst- und Kulturbetrieb der Moderne die Vorgaben macht. Dabei ist das Bearbeiten von Materialien um mehr als nur einen praktischen Gebrauchsgegenstand hervorzubringen, die ursächliche Kunstfertigkeit und das gab es schon immer und das kann jedes Kind. Es ist die Zusammenarbeit von Geist und (individuellem) Körper - als Handfertigkeit um eine Figurine entstehen zu lassen oder mit der Stimme umzugehen um ein eigenes Lied zu schaffen oder um Töne zu kombinieren um auf einer Knochenflöte zu spielen oder die Wände einer tiefgelegen Grotte zu bebildern ... die Schnitzerinnen der Steine, die Gestalterinnen der bekannten Höhlenräume, haben uns sichtbare Artefakte hinterlassen - das ist für mich der Ursprung der Kunst und diese war und ist schon immer sehr individuell. Ihre Lieder von einst können wir nicht 'ausgraben', aber den Sinn für Musik haben unsere Ahninnen uns (in unseren Zellen) überliefert.
Die meisten der heutigen schaffenden und ausführenden Künstler sind eingebunden in eine Kunstindustrie. Da bestimmen konventionelle Standards den Rahmen, in dem sich ein Künstler zu bewegen hat und seine Arbeit muss zu vermarkten sein.
Kunst kommt von Können heißt es und damit ist nicht nur Talent oder Begabung gemeint, sondern auch die Möglichkeit der Ausformung ihrer Kunstfertigkeit. Und dazu braucht es Zeit und Gelegenheit zum Üben und Vervollkommnen und eine gewisse (gesellschaftlich) zugestandene Freiheit, auf welche die Durchschnittsfrau bis vor kurzem nicht wirklich zugreifen konnte. Dabei ist Kunst schaffen und schöpfen ein Körper- und Seelenanteil der Weiblichkeit... 


... ein zum Blogpost umgearbeiteter Kommentar von Stephanie Ursula Gogolin...

16 Juni 2014

miteinander sprechen


... eine meiner Töchter ist beruflich bedingt viel und oft auch lange auf Autobahn und Straße unterwegs und dann ruft sie mich an... da kann es schon mal passieren, dass wir ein bis drei Stunden telefonieren. Dann quellen die Neuigkeiten über - es wird an das letzte abgebrochene Gespräch angeknüpft und die aktuellen Ereignisse thematisiert, das Tun und Treiben und das Wohl und Wehe der Kinder kommentiert und die persönliche Seelenlage durchdrungen. Es ist selten, dass die Themen knapp werden.

Ich mache es mir derweil mit einem Käffchen gemütlich, surfe nebenbei im Internet oder krame in meiner Küche - schließlich haben Frauen ja das angebliche Multitasking - Gen. Und es geht auch ohne Headset, die Lautsprecherfunktion des Festnetzhörers tut es auch. Die intensive Unterhaltung läuft nebenbei. Würden wir beide zusammen in einem Raum oder in ihrem Auto sitzen, würden wir uns ja auch unterhalten.

Das miteinander Sprechen, sich zuhören, gemeinsam lachen oder sich auch einmal trösten, ist eine essentielle Wohltat, die sich Frauen schon immer gegenseitig angedeihen ließen. Das Selbstverständnis artgerecht sinnlicher, weil kommunikativer Nähe ist heute prinzipiell selten geworden. Schon von Kindheit an gibt es genügend Übungsstrecken in denen wir diverse, nicht artgerechte, Verhaltensweisen lernen, wie still zu sitzen und zu sein und uns statt dessen auf diverse fremdbestimmte Forderungen zu konzentrieren. Morgenkreis im Kindergarten, Mittagstisch, Schulstunden, Hausaufgaben, Vorlesungen, Arbeiten für den Chef, vor dem Fernseher hocken ... Mütter allein zu Haus können sich mit ihren Kleinen „unterhalten“ - ein erwachsener Austausch ist eher selten - da müssen sie warten bis der Mann nach Hause kommt. Und das „Schatz, wir müssen mal reden“ hat inzwischen Kultstatus und ist selten ein gutes Zeichen in einer Beziehung. Der alltägliche, quasi natürliche verbale Austausch, die angeregte und anregende Unterhaltung, das (weibliche) miteinander Arbeiten mit begleitender Kommunikation, ist so gar kein zentrales Anliegen in unserer Kultur...
und so kommt es, dass auch ich weitaus mehr telefoniere, als von Angesicht zu Angesicht mit meinen Angehörigen und Freundinnen sprechen. Aber besser telefonieren als gar kein Kontakt und mit der Enkeltochter im fernen Pittsburgh wird vorzugsweise geskypt...



...was frau nicht gleich morgens erledigt, kann bis zum Abend im Drange der Ereignisse untergehen... so gab es gestern, trotz aller guten Vorsätze keinen Post....

14 Juni 2014

nicht serientauglich

... nun habe ich den Entschluss gefasst, den Sommer über gleichmäßig und leichtfüßig meinen Blog mit Alltagsepisoden zu füttern und das wird für mich eine echte Herausforderung werden.
Ich führe ja ein recht beschauliches und wenig sensationelles Leben und habe meinen LeserInnen, die sich vielleicht hierher verirren, außer einem unspektakulärem Alltag nicht viel zu bieten ... aber, ist das nicht eigentlich normal? Wir alle leben alltäglich, wenn nicht gerade das Schicksal in irgendeiner Weise mittelbar oder massiv zuschlägt. Aber das ist meistens kein Alltagsmuster und früher oder später richten wir uns auch in einem veränderten oder limitierten Tagesablauf routinemäßig ein. Anders wäre das Leben ja kaum zu ertragen... auch Abenteurer brauchen zwischendrin Normalität.
Seit Jahren verfolge ich eine der Vorabendserien im Fernsehen (ich sag nicht welche) – kunterbuntes Familienleben von Drehbuchautoren erdacht, persönliche Irrungen und Wirrungen der Protagonisten vom Feinsten, unglaubliche Glücksfälle und zu Herzen gehende Verluste flimmern fast täglich über die Bildschirme (obwohl diese heutzutage höchst selten flimmern).
Ich würde zusammenbrechen, würden mich ständig solche Katastrophen beuteln, die den Alltag dieser erdachten, virtuell agierenden, Schicksalsgemeinschaft bilden: Missverständnisse, Intrigen, heimliche Machenschaften, Streitigkeiten und immer wieder flammende Liebe und brennender Hass. 
Kein Mensch würde sich für die Serie interessieren, wenn da nicht stets die Wogen der Emotionen hochschlagen und sich aus den unglaublichsten Affekten nicht ständig ein neues Desaster ergeben würde. Dazu kommen noch dramaturgisch bedingte Unfälle, Koma, Krankheit und Tod. Und ab und zu wird sogar ein Kind geboren, meist unter außergewöhnlichen Umständen versteht sich.
Aber die Trägerwelle der Storys ist das sich andauernde Verlieben der SerienheldInnen. Nach ein paar Jahren Laufzeit hat bestimmt schon jeder mal mit jeder mal geknutscht, geküsst, geschlafen und dabei seine aktuelle Beziehung zerstört... denn gegen die aufbrechende Gefühle ist "man" machtlos und die heutigen Parameter der Mainstreammoral gestatten, dass die Helden des Alltags jedem Gefühl nachgeben dürfen. Wie heißt es dann immer so arglos: man kann doch nichts dafür, in wen man sich verliebt! ... ich lasse das jetzt mal unkommentiert und wende mich wieder meinem, zwar unglaublich langweilig erscheinenden, aber höchst zufriedenem Alltag zu.... heute steht so gar nichts an...

Häuschen für Oma entworfen von Johanna 2005

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13 Juni 2014

Sommerpause


Die Sommerpause ... eine beliebter Zwischenstopp für Bildungseinrichtungen, manche Fernsehsendung und auch Permanentblogger, Vielschreiberinnen und Dauerposter....
was aber, wenn die Beiträge im eigenen Bloggeschehen seit einem Jahr eh schon spärlich tröpfeln und die Blogbetreiberin froh ist, wenn sie zwei Postings pro Monat hinkriegt ... da liegt es doch nahe die Sommerzeit zu einem Bloggerevent umzugestalten und (fast) täglich zu posten... mögen die anderen in der ganzen Welt Ferien machen, ich reise nach Bloggieland und werden sechs Wochen durchposten... oder vielleicht gar acht? Heute ist Freitag der 13. und Vollmond – eine guter Tag für den Anfang eines neuen Projektes... und ich habe bestimmt genug Themen... nur den Fußball werde ich wahrscheinlich auslassen...



08 Juni 2014

eine neue Bloggerin


Helene ist jetzt in Amerika!
Und sie verarbeitet ihre Erlebnisse als Au Pair in einer Pittsburgher Familie 
auf ihrem eigenen Blog ... was ich, als Großmutter, richtig toll finde.
Alles Gute und viel Spaß meine kleine Große!



01 Juni 2014

Stichwort: Patriarchat

... zu der Frage: " Und was könnten deiner Meinung nach noch die Gründe sein, dass der Mann versucht hat selbst zu "schöpfen"...?" schrieb ich folgenden Kommentar.
 

... das in die Kürze eines Kommentars zu fassen ist nicht einfach, aber ich versuche mal meine Theorie zu komprimieren...
Nicht die Entdeckung der Zeugungsbeteiligung (auch Vaterschaft genannt) und der daraus vermutete "Gebärneid", brachte letztendlich den gesellschaftlichen Wandel weg von der Natürlichen Mütterlichen Ordnung, sondern die ersten Raubzüge und die daraus erwachsende gewaltsame und skrupellose Vereinnahmung des Lebensraumes anderer indigener Gruppen (später Völker genannt).
Ich stimme hier auch, zumindest teilweise, der Theorie von James DeMeo (Saharasia ) über die Auswirkung der Wüstenbildung auf den menschlichen Lebensraum zu. Natürliche Veränderungen, wie extreme Klimaveränderungen, Naturkatastrophen und dann die ersten landschaftsverändernden Eingriffe in die Natur ihres Lebensraums durch die Menschen selbst, führten unter anderem zu einem Verlust an Nahrungsressourcen und Landschaftsidentität. Die Menschengemeinschaften gerieten unter den nicht zu ignorierenden Druck ihre ungestört bewohnten Entwicklungsräume aufgeben zu müssen. Liegt in ruhigen (sesshaften) Zeiten der weibliche Anteil der Gruppen zahlenmäßig eher über dem männlichen Anteil, kann durch (langanhaltende) Wanderungen (mit Fluchtcharakter) die innersoziale mütterliche Kraft, stark beeinträchtigt sein.
Auf der 'Flucht', vor was auch immer, verliert der mehr als hälftige
weibliche Anteil der Gruppe (vor allem bestehend aus Müttern und ihren Kindern) weitaus eher an Potential und braucht später beim erneuten "Ansiedeln" eine längere Zeit um wieder die optimale innere (mütterliche) Ordnung herzustellen. Gerade wenn ältere Mütter die Wanderungen nicht überlebten, fehlte der Gruppe ganz schnell auch mal, das praktische, aber auch das ethische Gedächtnis. Der doch eher wettbewerbsorientierte Mann braucht in der Regel das kollektive zukunfts- und lebenszugewandte, weibliche (sprich mütterliche) Korrektiv.
Für den konkurrenzorientierten Mann ist der essentielle Kontrollverlust, der mit Lebensraum-Veränderungen einhergeht, nicht unbedingt ein Anlass sich eine größere humane Kompetenz anzueignen, wie wir bis heute feststellen können. 

Die Impulse des männlichen Individuums zuerst selbst überleben zu wollen, könnte durchaus zu den (gewalttätigen) Männerhorden geführt haben, die den Grundstein zu ersten Männerherrschaften legten. 
Diese ersannen dann zur Unterfütterung und Rechtfertigung, vor sich selbst und anderen, die heute immer noch gut bekannten Ideologien - die uns als (Vater)Religionen geläufig sind. Es sind jedoch wie gesagt ideologische Konstrukte und Theologien, die allesamt auf die ursprüngliche Rückbindung an 'Die Mutter' nicht nur verzichteten, sondern diese nach und nach verdrängten und vernichteten.
Diese Vaterrechtsvertretung betraf sowohl den jeweiligen privilegierten männlichen Erstplatzierten in der neuen hierarchischen Ordnung sowie Unmengen von männlichen Gottheiten bis hin zum monotheistischen omnipotenten Vatergott.
Der Vorsprung der Mobilität durch
Zug- und Reittiere zu Beginn der patriarchalen Verhältnisse begünstigte die (unnatürlich männerlastigen) Horde und unterstützte die hierarchisch strukturierte Herrschaftsform. Den Beginn von Terror können wir uns hier leicht vorstellen. Terror, das Ausüben von Gewalt zur Abschreckung, wurde zur gängigen Strategie und zur Prävention gegen Aufmüpfigkeit und natürliche Lebensart. Der nunmehr destruktive Mann erklärte sich zum Schöpfer durch Zerstörung der natürlichen Bedingungen und seiner Neuordnung durch Unterwerfung und Ausbeutung. 
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